Death Eater Dialectics – Todesser-Dialektik
Originaltitel: Death Eater Dialectics
Autor: AnotherAldebaran
Übersetzt von Wine Witch
Disclaimer: Harry Potter gehört JK Rowling. Autor und Übersetzer spielen lediglich in deren Sandkasten. Kein Geld, nur Spaß.
Anmerkungen der Übersetzerin:
Herzlichen Dank an AnotherAldebaran für die freundliche Erlaubnis zur Übersetzung.
Vorbemerkung der Autorin:
Dies ist eine nicht besonders lange "Crackfic"*. Beinahe alle sind am Leben. Wir befinden uns im 7. Jahr in, Voldy ist noch nicht besiegt. Selbstverständlich AU. Band 7 und – wenn ich darüber nachdenke – auch der größte Teil von Band 6 sind nicht passiert. Die Veränderungen sind hoffentlich selbsterklärend.
Es gibt einige offensichtliche Ähnlichkeiten zu Shiv5468s Geschichte "Big Name Death Eater" im ersten Kapitel, aber von da an bewegen wir uns in eine völlig andere Richtung, großes Ehrenwort. Ich konnte nicht widerstehen, diese Geschichte als eine Art Prompt zu benutzen; sie ist übrigens sehr lustig. Die Story ist fertig, also lehnt Euch zurück und genießt sie!
AA
* Unter "Crackfic" versteht man eine Geschichte, von deren Autor angenommen wird, dass er/sie diese unter "Crack" geschrieben hat, da die Geschichte so bizarr oder verrückt ist.
Quelle: urbandictionary dot com
Kapitel 1
These: In der Severus zu viel redet
Severus Snape hatte keinen guten Tag. Eigentlich hatte er eindeutig einen schlechten Tag. Obwohl es Freitag war, was normalerweise gut war, denn obwohl er war einen Tag näher am Wochenende war, war es dennoch bloß ein Wochentag mit Zaubertränkeunterricht, in dem die Kids wie üblich ihr Bestes gaben, um sich umzubringen. Er war in der Lage gewesen, bei den Fünft- und Drittklässlern fünfzig Punkte von Gryffindor abzuziehen, was gut war, aber dann hatten sich sogar seine Slytherins danebenbenommen und ihn gezwungen, seinem eigenen Haus dafür fünf Punkte abzuziehen, dass sie sich hatten erwischen lassen, was eindeutig schlecht war. Die Viertklässler besaßen keinen Stil, und er konnte es nicht wirklich ignorieren, wenn sie offensichtliche Pläne schmiedeten, die ganze Schule zu vergiften, und das in seinem eigenen Unterricht. Als Krönung hatten die Hauselfen Würstchen im Schlafrock zum Abendessen serviert. Severus hasste Würstchen im Schlafrock, seit er in seinem sechsten Schuljahr zum ersten Mal sturzbetrunken gewesen war, was zufällig nach einem Abendessen in Hogwarts passiert war, bei dem die Elfen besagtes Gericht serviert hatten. Den größten Teil der Nacht hatte er damit verbracht, die Reste auszukotzen, und seitdem weigerte er sich, das Gericht zu essen. Von daher hatte er nicht viel gegessen, ehe sein linker Unterarm von dem Ruf brannte, sich zu seinem anderen Meister zu begeben.
Nach dem hirnverbrannten Angriff auf das Ministerium zwei Jahre zuvor war der Krieg fast zum Stillstand gekommen, als Potter es fast geschafft hatte, dass sein Pate getötet und einige seiner Freude dabei schwer verletzt worden waren, darunter Weasley Junior und Miss Granger. Zu dumm, hatte Severus gegrummelt, als er vom Überleben des räudigen Hundes gehört hatte, und hätte er keine schnellen Reflexe, hätte Molly ihm eins auf die Ohren gegeben. Aus irgendeinem Grund hatte der Anblick des Dunklen Lords, der sich mit Albus im Foyer duellierte, tatsächlich Leute davon überzeugt, dass der böse Bastard zurück war, und die Ministeriumsmitarbeiter hatten sich mit Amelia Bones, Arthur Weasley, Kingsley Shacklebolt und Alastor Moody als Anführern zum Widerstand zusammengeschart. Albus hatte eine ganze Woche lang darüber gegrummelt und sich beklagt, dass seine Pläne zu Fall gebracht wurden, und der Orden nicht zur Ordnung gebracht wurde, selbst wenn er seine zwinkernde Fassade sehen ließ, wann immer jemand ihm nahe kam. Auf jeden Fall waren die folgenden fast zwei Jahre relativ friedlich verlaufen, da der Dunkle Lord nicht in der Lage war, im Ministerium richtig einen Fuß in die Tür zu bekommen.
Severus war nach Malfoy Manor appariert, wo er und der Rest des inneren Zirkels drei Stunden damit verbracht hatten, dem Geschwafel des Dunklen Lords zuzuhören, während sie ein wenig zu viel von Lucius' Elfen-Champagner tranken. Wenn der selbst ernannte Überlord nur auf den Punkt kommen könnte! Er war schlimmer als Albus, wenn es darum ging, überlange Kollegiums-Meetings abzuhalten und sich selbst gern reden zu hören. Die anderen hatten über diverse Aktivitäten berichtet, und er selbst hatte es geschafft, die Genehmigung des Dunklen Lords für seine vorgeblichen Versuche zu bekommen, einen Unverwundbarkeitstrank zu brauen, der natürlich Unsinn war. Alles, was das Gebräu bringen würde, sollte jemand es trinken, war, demjenigen schreckliche Blähungen und einen starken Drang zum Singen von Opernarien zu verpassen.
Als der Dunkle Lord nach dem Treffen endlich auf seinem Stuhl eingeschlafen war, und Bellatrix ihn zusammen mit der Schlange und der Ratte in seine Räume zurückbrachte, hatte sich die alte Garde mit den üblichen Verdächtigen in Lucius' Arbeitszimmer auf einige Drinks und zu einer Besprechung getroffen, bei der sie ausheckten, was sie ihm das nächste Mal erzählen würden. Das wäre prima gewesen, hätte Lucius nicht auch das Kartenspiel hervorgeholt.
Severus stöhnte wieder und klammerte sich an eine nahegelegene Birke, während er darauf wartete, dass die Welt nach dem Apparieren sich zu drehen aufhörte; er kniff die Augen gegen den harschen Schein der magischen Laternen auf dem zu, von dem er hoffte, dass es die Tore von Hogwarts waren. Zu allem Übel hatten ihn Lucius' verdammte Pfauen auf dem Rückweg zum Apparierpunkt des Manors attackiert. Offensichtlich mochten sie Averys Gesang nicht. Nicht, dass er ihnen daraus einen Vorwurf machte, der Zauberer konnte nicht für fünf Pennys richtig singen, aber er fand es höchst unfair, dass dieses übergroße Huhn ihn dafür angriff, dass er versuchte, die Melodie seines gelegentlichen Beinahe-Freundes zu korrigieren. Seine Roben waren zerrissen, er hatte einen Schnitt auf der Wange, und um die Dinge noch schlimmer zu machen, hatte er sich einen Zeh an einer der Marmorstatuen in Malfoys Garten angestoßen, weshalb er hinkte.
Er brauchte ein paar Versuche, bis er das Passwort für die Tore richtig hinbekam, aber schließlich öffneten sie sich für ihn, und er stolperte unter dem großen Portal hindurch hinein. Der Boden schien sich zu drehen und zu schwanken; all die Farben der Nacht verschwammen ineinander, ehe ihm das kühle Gras entgegenkam, um sich mit ihm zu treffen. Es roch … nun, grasig. Nass mit dem ersten Anklang von Frühling. Er rülpste, was andere, schlimmere Gerüche dazu brachte, auf seine Nase einzustürmen, und er musste langsam atmen und sich darauf konzentrieren, sich nicht zu übergeben. Wo war er nochmal? Und wer genau war er?
Das Geräusch schneller Schritte auf Kies drang langsam in seine friedliche Selbstbeobachtung auf dem feuchten Rasen ein. Konnte er nicht einmal einen Moment des Friedens und des Alleinseins bekommen und Lucius' Alkohol und kreativ verabreichte Flüche von allein abklingen lassen? Er war nicht in der Verfassung, um heute Abend dem Schulleiter Bericht zu erstatten; nur Merlin wusste, was er in diesem Zustand ausplaudern mochte.
„Professor?", japste eine weibliche Stimme, und jemand kniete sich vor ihn. „Oh nein, sind Sie verletzt? Soll ich Madam Pomfrey holen?"
Schwarze Schulroben, die mit Gryffindorfarben versehen waren, schwammen in sein Sichtfeld, ehe ihr Eigentümer sich auf seine Höhe hinabbeugte. Er versuchte, seine Augen dazu zu bringen, sich auf den braunen Flecken vor sich zu konzentrieren, aber es war zu schwierig, dessen drei — einem — vier Augen zu folgen, da sie sich in sein Blickfeld hinein- und wieder herausbewegten.
„Nein!", schaffte er und versuchte immer noch herauszufinden, wer sie sein mochte. Irgendwo musste es einen Hinweis geben, sie wusste anscheinend, wer er war, was mehr war, als er gegenwärtig wusste.
„Aber Sie bluten?", fragte sie.
„Meine Wohnung", insistierte er. Zumindest das wusste er. Er hatte eine Wohnung, irgendwo.
„Können Sie gehen?", fragte die irritierend störende Stimme.
Taumelnd stellte er sich auf die Füße und bereute es sofort, als die Übelkeit Vergeltung übte, indem sie anschwoll und ihn mit kaltem Schweiß durchnässte. Nachdem er sich in einen Busch übergeben hatte, wischte er sich den Mund ab und fühlte sich eine Spur besser. Seine selbst ernannte Helferin ließ die Schweinerei verschwinden, legte seinen Arm über ihre Schulter und führte ihn Richtung Schloss.
Als sie ihn hinunter in die Kerker leitete, hob sich der Nebel in seinem Kopf langsam, und es gelang ihm zu erkennen, wer sie war. Miss Granger. Natürlich. Schülersprecherin, Möchtegern-Ordensmitglied, Hirn und Bibliothekarin des Goldenen Trios. Wer sonst? Und ich bin anscheinend immer noch Severus Snape, residente Kerkerfledermaus von Hogwarts. Scheiße. Er lenkte sie zu seinen eigenen Räumen und schaffte es, sich genügend zu konzentrieren, dass er die Tür dazu bringen konnte, seine Berührung zu erkennen, was ihm erlaubte, hineinzustolpern und der Länge nach unelegant auf seine dunkle, braune Ledercouch am Feuer zu fallen, wobei er es nur knapp verpasste, mit den Schienbeinen gegen den Couchtisch zu schlagen.
„Ooooohh", stöhnte jemand. Es mochte er selbst gewesen sein. Der Raum drehte sich.
„Professor? Wie geht es Ihnen? Sie … Sie bluten, Sir, kann ich nicht Madam Pomfrey für Sie holen?"
„Nein, nicht Poppy", brachte er wieder heraus und ärgerte sich, dass sie ihn nicht einfach alleinließ, wie es alle immer taten. Verflixt. Er würde dem Ruf der Malfoy-Weinberge entsagen müssen, denn aus irgendeinem Grund, der ihm gerade entfallen war, war er sich ziemlich sicher, dass er sich vor Schülern nicht stockbesoffen sehen lassen sollte. Vage gestand er ein, dass es dafür bereits zu spät war, aber er seufzte und öffnete ein Auge. Sie stand neben seiner Couch und sorgte sich unnötig. „Accio blauen Trank in meiner Nachttischschublade", artikulierte er langsam, fluchte aber, als die Flasche gegen seine Schlafzimmertür donnerte und auf den Boden schepperte.
Zumindest war Miss Schulsprecherin Granger von einigem Nutzen, da sie den Trank sofort für ihn holen ging. Mit einem Stöhnen setzte er sich vorsichtig auf und kniff die Augen zu, als er die Phiole von ihr entgegennahm, den Trank mit einem Schluck hinunterstürzte und des bitteren Geschmacks wegen das Gesicht verzog. Bald konnte er spüren, wie der angenehme Alkoholschleier sich verzog und den üblichen Kopfschmerzen und anderen Unannehmlichkeiten Platz machte, die auf einen Ausnüchterungstrank folgten, und leider konnte man ein paar Stunden lang keine anderen Heiltränke verwenden, nachdem man ihn genommen hatte, ohne noch schlimmere Nebenwirkungen zu erleiden. Er zuckte zusammen und kniff sich in die Nasenwurzel. Verflixt. Stattdessen war er jetzt von Lucius' heimtückischem Fluch angegriffen.
„Kein Word darüber zu niemandem, Miss Granger", sagte er streng und fixierte sie mit seinem besten wütenden Blick, einem, an dessen Perfektion er über Jahre gearbeitet hatte.
Sie biss sich auf die Lippe, schüttelte energisch den Kopf und vergaß ausnahmsweise einmal die unablässigen Fragen.
„Sie bluten, Sir", stammelte sie wieder und streckte eine Hand in seine Richtung aus.
Mit einem Stöhnen schüttelte er die dunkle Todesserrobe ab und bemerkte zu seiner Überraschung, dass er irgendwo zu bluten schien. Verfluchte Vögel, Lucius schuldete ihm einen Satz neue Roben, und eines der garstigen, aufdringlichen Hühner auf einer Platte zum Abendessen serviert. Mit einem gemurmelten, stablosen Zauber öffnete er die Knöpfe seines Gehrocks und mühte sich ab, um die Arme freizubekommen.
„Hier, lassen Sie mich Ihnen helfen", sagte sie, trat näher und versuchte, sich nützlich zu machen, indem sie an einem seiner Rockärmel zog. Endlich war er davon befreit und ließ ihn sorglos neben der Couch auf den Boden fallen. Er sackte nach von und stützte den Kopf in den Händen ab in dem Versuch, gegen den Kopfschmerz zu drücken, der in seinen Schläfen draufloshämmerte.
„Haben Sie Dittany da, Sir?", fragte sie und gab deutlich nicht auf.
Dieses Mal hatte er mehr Glück mit dem Aufrufen, und die Flasche schoss in seine wartende Hand, ohne dass er hinsah. Sie nahm sie ihm behutsam ab und wies ihn an, seinen Kopf nach hinten zu kippen, während sie die Phiole öffnete und eine Hand auf seine Stirn legte, um ihn zu stabilisieren, als sie sorgsam einige Tropfen auf den Schnitt in seiner Wange dirigierte. Ihre Berührung fühlte sich seltsam angenehm an, und trotz des Brennens der Dittanyessenz stellte er fest, dass er sich gegen ihre Hand entspannte.
„Haben sie Ihnen schlimm wehgetan, Sir?", fragte sie leise.
Seine Augen flogen auf und suchten ihre, und er brauchte einen Moment, bis ihm klar war, was sie gefragt hatte. „Was, Miss Granger? Nein, es war nur Poker. Lucius hat wie üblich geschummelt, der Bastard. Jetzt habe ich Kopfschmerzen."
Sie runzelte die Stirn; offensichtlich glaubte sie ihm nicht, aber nachdem sie überprüft hatte, dass er keine weiteren blutenden Wunden hatte, bewegte sie zögernd ihre Hand an seine Schläfe und begann sanft kreisförmig zu reiben. Jemand stöhnte, es mochte er selbst gewesen sein. Es fühlte sich göttlich an, dass sie ihn so berührte.
„Hat das geholfen, Professor?", fragte Hermione ängstlich.
„Versuchen Sie es erneut, ich bin nicht ganz sicher", schaffte er zu sagen und war ziemlich zufrieden mit sich selbst, dass er sich die Behandlung noch einmal gesichert hatte.
Sie bewegte sich vor die Couch, und plötzlich befand er sich Nase an Knopf mit einem Busenvoll, nun, freiheraus, Busen, während sie beide Hände in sein Haar legte und anfing, seine Kopfhaut zu massieren und Schauder den ganzen Weg bis zu seinen Zehen hinunterzuschicken. Die sittsame weiße Bluse, die sie trug, war gerade genügend weit aufgeknöpft, dass er die Oberseite ihrer Brüste sehen konnte, ein in der Tat sehr netter Anblick. Rund und fest, und nach seiner Einschätzung genau die richtige Größe für seine Hände zum Umfassen.
„Sie haben hübsche Titten. Warum habe ich das bisher nicht bemerkt?"
Sie zog sich von ihm zurück und sah ihn seltsam an. Glaubte sie ihm nicht?
„Oh, ja", sagte er vergnügt. „Sehr, sehr hübsch. Ich würde gerne nähere Bak … Bek … Bekanntschaft mit ihnen machen, wissen Sie."
„Würden Sie?!", quietschte sie. „Äh … Professor Snape, was genau gehörte zu dem Pokerspiel dazu?"
Mit einer Hand wedelte er in ihre generelle Richtung und verfehlte eben ihre Brust. Verdammt. Er hatte auf ihre linke Titte abgezielt. „Lucius, der Bastard, hat die Karten mit einer langsam wirkenden Version des Enthemmungsfluchs präpariert", artikulierte er sorgfältig. Normalerweise wäre er auf solch einen simplen Trick niemals hereingefallen, aber die reichliche Menge Drinks, die er zuvor gehabt hatte, gepaart mit dem Fehlen eines Abendessens hatten ihm ein Bein gestellt. Der Fluch ließ das Opfer seine Hemmschwelle verlieren und Dinge sagen und tun, die es normalerweise nie täte, und für jemanden wie ihn mit so vielschichtigen Geheimnissen war er ziemlich gefährlich. Sein Zustand der Trunkenheit hatte ihn unter Kontrolle gehalten, aber da er nun leider wieder nüchtern war, hatte der Fluch seiner Zunge die Zügel schießen lassen.
„Oh, ich verstehe, Sir", sagte sie langsam. „Aber Sie haben sich natürlich gerächt?"
Er sah sie mit gerunzelter Stirn an. „Natürlich, für wen halten Sie mich? Es ist mir gelungen, mich in seine Räume zu schleichen und einen Erbsenzauber auf sein Bett zu werfen. Er wird wochenlang nicht bequem schlafen können, weil er denkt, eine Erbse befände sich unter der Matratze."
Sie kicherte, was ihn zum Lachen brachte und sie im Gegenzug dazu, noch lauter zu lachen und etwas über Malfoy und Matratzen und Märchen zu sagen, was ihn dazu veranlasste, ebenfalls in lautes Gelächter auszubrechen. Es fühlte sich seltsam nett an, aber solche Emotionen waren für ihn ein wenig ungewohnt. Dennoch war Miss Granger ziemlich hübsch, wenn sie lachte. Er mochte es ihr gesagt haben. Auch wenn er nie zuvor darüber nachgedacht hatte, stimmte es. Insgesamt war sie eine ausgesprochen faszinierende Hexe. Auch das teilte er ihr mit.
„Äh, Professor? Ich glaube, Sie sollten zu Bett gehen und das Schlimmste des Fluches ausschlafen", stammelte sie errötend. „Nach ein paar Stunden sollte er abklingen, stimmt's?"
„Ich sollte dem Schulleiter Bericht erstatten", antwortete er zögernd. Albus würde wissen wollen, was los gewesen war, oder zumindest die stark überarbeitete Version mit mehr Angst und Folter und mit deutlich weniger Alkohol und Kartenspiel.
„Morgen."
„… Morgen."
Stöhnend erhob er sich langsam. Sein Kopf pochte immer noch und ließ ihn eine Hand gegen seine Schläfe drücken, um wen auch immer zu stoppen zu versuchen, der Nägel hindurchhämmerte. Schnell schlüpfte sie unter seinen anderen Arm, um ihn zu stabilisieren, und gemeinsam legten sie den Weg zu seinem Schlafzimmer zurück. Ohne viel Federlesens plumpste er bäuchlings ins Bett, ließ mit einem gemurmelten Zauber seine Kleidung verschwinden und behielt nur seine Unterhosen an. Sie deckte ihn zu und strich ihm mit der Hand durchs Haar, was ihm wieder Schauer über den Rücken laufen ließ. An diese Art der Berührung war er nicht gewöhnt, beschloss aber schnell, dass er nichts gegen mehr davon hätte, vielen Dank auch.
„Wissen Sie, was mit gerade jetzt fehlt?", murmelte er.
„Was ist jetzt noch, Professor?"
„Eine Hexe in meinem Bett", sagte er gähnend. „Meine Füße sind kalt."
„… Genau. Gute Nacht, Professor."
Obwohl er sich in den Tiefen des Schlosses befand, weckte ihn sein verzaubertes Schlafzimmerfenster mit dem harschen Glanz von Frühlingssonne, da er am Abend zuvor anscheinend vergessen hatte, die Vorhänge zuzuziehen. Seine Blase machte sich bemerkbar, und er stolperte ins Bad, um sich wieder menschlich zu machen, während die Ereignisse des vorherigen Tages und Abends ihm allmählich wieder in den Sinn kamen. Da war Unterricht gewesen und dann der Dunkle Lord … und Lucius … und … Oh. Das habe ich nicht, oder? Sicher nicht!
Sobald er sich mit Hose (schwarz), einem Hemd (weiß) und einem Kaschmirpullover mit V-Ausschnitt (schwarz) angekleidet hatte, schaffte er es fast, sich selbst davon zu überzeugen, dass Miss Granger eine Halluzination gewesen sein musste. Im Beisein einer Schülerin würde er niemals völlig betrunken sein, und ganz sicher würde er der Gryffindorprinzessin nicht sagen, dass sie hübsche Titten hatte, oder dass sie mit ihm ins Bett springen solle. Er fühlte sich etwas zuversichtlicher und überlegte, was er Albus über das Todessertreffen erzählen sollte, betrat sein Wohnzimmer und erstarrte beim Anblick besagter Schülerin, die auf seiner Couch schlief, das buschige Haar unordentlich über der Lehne ausgebreitet, und die grüne Tartandecke, die Minerva ihm vor einigen Jahren an Weihnachten geschenkt hatte, bedeckte halb ihren Körper. Sie hatte ihre Schuhe abgestreift und ihre äußeren Roben ausgezogen, aber er konnte noch stets die Konturen ihrer Brüste durch ihre Bluse sehen. Sie sahen immer noch sehr hübsch aus.
Hörbar schluckte er, zwang sich, von ihrem Körper wegzusehen und schritt hinüber zum Flohnetzwerk, um die Hauselfen zu bitten, ihnen Tee und Frühstück zu bringen. Das Geräusch ließ sie erschreckt aufwachen, und sie setzte sich auf. Sie sah leicht verwirrt aus, ehe sie ihn erblickte und errötete. Es war deutlich, dass sie sich auch erinnerte. Verdammt.
„Äh …" sagte sie und unterdrückte mit der Hand ein Gähnen.
„Miss Granger", sagte er steif.
„Kann ich Ihr Bad benutzen, Sir?", fragte sie und errötete wieder.
Er nickte und wies ihr den Weg, erleichtert, einen Moment alleine zu sein und seine Gedanken sammeln zu können. Weshalb war sie geblieben? Was sollte er jetzt mit ihr anfangen? Was würde sie anderen Leuten erzählen?
Mit ihrem Haar ansatzweise unter Kontrolle und einigen Wassertropfen auf ihrer Bluse kam sie zurück und machte ein paar zögernde Schritte auf ihn zu. „Geht es Ihnen jetzt gut, Sir?"
Er nickte, und glücklicherweise rettete ihn die Ankunft eines Hauselfen mit Tee und einem Tablett voller Frühstücksspeisen für sie beide vor weiteren Fragen. Sie ließen sich an seinem dunklen Esstisch aus Walnussholz nieder, machten für die Teller Platz zwischen Pergamenten und Büchern und begannen in gespanntem Schweigen zu essen. Es sollte etwas sagen, aber was? Unbehaglich räusperte er sich. „Wegen gestern Abend … ich entschuldige mich für jedweden unangemessenen Kommentar über Ihre Person, Miss Granger."
Sie lief blutrot an, schlug die Augen nieder und beschäftigte sich mit ihren Eiern und ihrem Toast. „Äh, es ist in Ordnung, Professor, ich habe über diesen Fluch gelesen, und es ist nicht so, als hätten Sie geplant, dass ich hier sein sollte."
„Nein, warum waren Sie hier, Miss Granger?" Er hob eine Augenbraue ihr gegenüber und war dankbar für den Themenwechsel. Natürlich wusste sie Bescheid über den Fluch.
„Ich hatte gerade einige Drittklässler aus den Gärten hineingeschickt, als ich ein Geräusch bei den Toren hörte und nachsehen ging. Und dann war ich Ihretwegen besorgt, ich konnte Sie so nicht gut allein lassen, Professor!"
Ihre Erklärung verwirrte ihn. Natürlich hätte sie ihn alleinlassen können, warum eigentlich nicht? Alle taten das immer, warum konnte sie es nicht?
„Muss ich Ihnen sagen, dass Sie die Dinge für sich behalten?", fragte er und schaute sie böse an.
„Kein Wort, großes Ehrenwort", sagte sie und schenkte ihnen beiden noch Tee ein. „Normalerweise tratsche ich nicht, Professor."
Er entspannte sich leicht, nickte und nahm sich ein gekochtes Ei. Aus irgendeinem Grund war er heute Morgen ziemlich hungrig. Zur Abwechslung war es außerdem recht nett, mit jemandem außerhalb der Großen Halle zu frühstücken, wo er sich immer vor der ganzen Schule zur Schau gestellt fühlte, und wo der Lärm von zu vielen Schülern seine Ohren attackierte. Sie fielen in Schweigen, aber zumindest schien der größte Teil der Spannung verschwunden zu sein. Ja, dachte er, sie war tatsächlich bessere Gesellschaft, als er erwartet hatte.
Die Hexe brach das Schweigen. „Das ist also, was Sie während dieser Treffen tun, Sir? Ich muss zugeben, ich hatte eine leicht andere Vorstellung im Sinn als Poker und Streiche."
Er zuckte die Achseln und biss in seinen Toast. „Nun, verschiedene Leute werden nach ihren wie auch immer gearteten bösen Taten gefragt, die sie seit dem letzten Treffen ausgeheckt haben, gewöhnlich schwafelt der Dunkle Lord viel zu lange über die Überlegenheit des Bluts und die guten alten Zeiten, bis er müde wird und auf seinem Stuhl einnickt, und dann treffen sich normalerweise einige von uns auf ein paar Drinks und um uns für das nächste Treffen ein paar Geschichten auszudenken."
Erneut kicherte sie, ehe sie wieder ernst wurde und ihn mit ihren großen braunen Augen fixierte. „Aber sicher muss mehr daran sein als das? Ich meine, angesichts von allem, was passiert ist?"
Er nickte. „Ja, die Lestranges, Dolohov, Travers, Wormtail und Greyback plus ein paar andere sind Leute, denen Sie nicht in einer dunklen Gasse begegnen möchten, oder wenn ich es mir recht überlege, auch nicht in einer gut beleuchteten, aber Cenric Goyle würde seine Tage lieber damit verbringen, seinen Garten zu pflegen als im Matsch zu kniend so zu tun, als hasse er alles und jeden, Lucius ist des Aufzehrens seiner Finanzen müde und zieht Mode der Folter vor, Gawain Avery hat eine Schwester, die einen Muggel geheiratet hat, und hat eine komplette Kehrtwende gemacht, seit seine Nichte geboren wurde, und verschiedene andere sind ebenfalls der Sache einfach müde. Ihre Vermögen stehen schließlich auf dem Spiel, und wenn Sie einen Malfoy oder Nott treffen wollen, wo es wehtut, dann zielen Sie auf deren Gringottsverliese."
Sie starrte ihn an, und zum ersten Mal in der Geschichtsschreibung fehlten ihr die Worte. Er grinste sie an; wer hätte gedacht, dass es so einfach war, sie zum Schweigen zu bringen?
Irgendwie fühlten seine Räume sich sowohl kleiner als auch kälter an, nachdem sie weggegangen war.
Er machte sich nicht die Mühe, Albus irgendetwas zu berichten, und blieb bis zum Mittagessen in seiner Wohnung, dann machte er sich widerwillig auf den Weg in die Große Halle hinauf. Sein üblicher Platz neben Albus war leider noch frei.
„Severus, wie war das Treffen?"
Er seufzte und wandte sich seinem Arbeitgeber zu, der ihn über die Suppe hinweg anzwinkerte, die man ihnen zum Mittagessen servierte. „Albus. Denkst du, dies ist der richtige Augenblick?"
Albus hob die Augenbrauen. Zu dumm, dass sie so buschig waren; der Effekt wurde dadurch ziemlich gemindert, dass er sie hochziehen musste, um unter ihnen etwas sehen zu können. „Da du gestern nicht aufgetaucht bist, nehme ich an, dass du nichts zu verbergen hast."
„Ich war gestern Abend nicht in der Verfassung, irgendjemandem irgendetwas zu berichten", murmelte Severus und starrte seinen Chef an, der noch mehr zwinkerte und ihm sagte, er solle sofort ins Schulleiterbüro hinaufkommen, und was er von Schokoladentoffees hielte?
Als er zurück von einem weiteren, ergebnislosen Meeting mit Albus wieder die Treppen hinunterging, währenddessen der alte Mann darauf bestanden hatte, dass Potter mehr Zeit brauche, dass der Dunkle Lord in Hogwarts einfallen werde, und sie eine massive Schlacht austragen würden, und dass Severus selbstverständlich seine Nächte damit verbringen solle, für die Sache gefoltert zu werden, war er aus anderen Gründen in nachdenklicher Stimmung. Seine Gedanken kehrten immer wieder zu einer Sache zurück, die Miss Granger gefragt hatte, direkt bevor sie seine Wohnung früher an diesem Morgen verlassen hatte. „Aber, Sir, wenn so viele auf dieser Seite auch ein Ende dessen wollen, warum kämpfen wir dann immer noch?"
