Kapitel 6

Synthese: In der eine Übereinkunft erreicht wird
Der vierte Teil. Das Wo

Bewaffnet mit ihrem getreuen Notizbuch und ihrer Perlenhandtasche bat Hermione alle um Aufmerksamkeit und ließ sie sich um sich herum sammeln. Sie gab jedem ein Armband, das Fred und George hergestellt hatten, und in das sie subtile Bemerke-mich-nicht-Zauber eingearbeitet hatten, die nicht stark genug waren, um Probleme zu verursachen, aber genügten, damit Leute nicht auf die Gruppe aufmerksam wurden, die völlig gewöhnliche Dinge angafften. Vorbereitet zu bleiben, konnte schließlich nicht schaden.

„Das Wichtigste zuerst, wir bleiben alle zusammen, okay? Hier werden Massen von Leuten sein, und es ist leicht, verloren zu gehen. Versucht, euch einzufügen, und bewegt euch immer in Gruppen von mindestens zwei, vorzugsweise drei oder mehr Leuten. Ja, Ron, sogar zum Klo. Drinnen werden wir einen guten Treffpunkt finden und Zeiten zum Treffen ausmachen, damit wir zum Beispiel zusammen essen können, auch wenn jemand etwas tun möchte, was jemand anders nicht tun will."

„Müssen wir auch abstimmen, welche Fahrten wir machen?", fragte Ron und hörte sich ein wenig schmollend an.

Hermione sah ihn böse an und setzte ein falsches Lächeln auf, ganz Zähne, ehe sie fortfuhr und dabei die Punkte auf ihrer Liste abhakte. „Als Nächstes wird Harry die Eintrittskarten für uns alle holen. Ihr müsst das Armband tragen, das er für euch holt, sonst dürft ihr nicht mit den Karussells fahren. Außerdem geben wir euch etwas Muggelgeld für etwas zu essen und so weiter, aber gebt es nicht alles als Erstes für Süßigkeiten aus. Oh, und die Zauberstäbe bitte. Dies ist ein Muggelgelände, daher werde ich die Zauberstäbe von allen an mich nehmen, damit wir keine magischen Unfälle haben."

Sie streckte die Hand aus und starrte sie alle nieder, bis sie nachgaben. Luna war die Erste, dann folgten die Zwillinge mit einer Lässigkeit, die sie misstrauisch machte. Ron brummelte etwas und gab seinen gleichzeitig mit Ginny ab. Zu ihrer Erleichterung gab Tom ihr seinen ohne viel Zögern gleich nach Draco. Harry händigte ihr demonstrativ seinen Zauberstab aus, jedoch waren sie bereits übereingekommen, dass er seinen behalten würde, daher war derjenige, den sie von ihm bekam, nur ein Scherzstab aus dem Geschäft der Zwillinge. Ein Gedanke schoss ihr durch den Kopf, und als sie die Zauberstäbe der Zwillinge überprüfte, die sie bekommen hatte, waren sie mit dem von Harry fast identisch.

Hermione wandte sich Severus zu, der nur eine Augenbraue hob. Sie errötete und gab auf, ehe sie es auch nur versuchte.

Drinnen herrschte das übliche Chaos. Aus verborgenen Lautsprechern entlang des Weges kämpfte laute Musik um Dominanz über die Schreie von Leuten, die während der Fahrten wie Stoffpuppen umhergeschleudert wurden. Blinkende Lichter und riesige Tafeln zeigten die verschiedenen Fahrmöglichkeiten, und Kinder jammerten bereits nach Süßigkeiten und Eis. Sie schafften es, zusammen zu bleiben, und begannen zu diskutieren, wo sie anfangen sollten. Trotz Hermiones Protesten, dass sie die Abstimmung manipuliert hatten, brachten die Zwillinge alle dazu, zum größten und schlimmsten Fahrgeschäft zu gehen, einer Achterbahn mit extra Windungen und einer garstig aussehenden steilen Sturzfahrt am Anfang.

„Muss ich Ihnen ein Beruhigungsmittel geben?", murmelte Severus, als sie sich – in ihrem Fall sehr zögerlich – in der Schlange für die Fahrt anstellten. Sie waren die Letzten in der Reihe der Gruppe mit Luna, Draco und den Zwillingen direkt vor ihnen, dann Vold… Tom und Harry, und Ginny und Ron gingen zuerst.

Sie schaute ihn böse an. „Dies ist alles Ihr Fehler!"

Er schnaubte. „Nicht ganz. Zufällig erinnere ich mich ganz anders an die Ereignisse, die uns hierhergeführt haben, meine Dame."

„Mir ist gerade wieder eingefallen, wie sehr ich Achterbahnen hasse", gab sie zu und ihr war jetzt schon ein wenig mulmig.

Eine todesverachtende Fahrt später versammelte die Gruppe sich nahe dem Ausgang wieder. Zu Hermiones Erleichterung hatte sie die Fahrt tatsächlich überlebt, und sie hatte ihr sogar — wagte sie es zu sagen? — Spaß gemacht. Neben ihr strahlte Luna glücklich, während Ron ziemlich blass aussah. Harry, Ginny und Draco diskutierten die Vorteile von Achterbahnen im Vergleich zu Besen.

„Das hat Spaß gemacht!", sagte Tom. Er lächelte und sah glücklich und auf eine 1940er-Jahre-Art ziemlich attraktiv aus, nur die Pomade fehlte. Sie hatten seine Kleidung in ein einfaches blaues Jackett über dunkelblauen Hosen und in ein weißes Hemd verwandelt. „Können wir noch einmal fahren?"

„Sicher", sagte Harry grinsend. „Oder wenn du das Ding da drüben ausprobieren willst?" Er wies auf ein definitiv bösartig aussehendes Fahrgeschäft, wo Leute hoch, hinunter und zur Seite geworfen wurden, während sie eine Achterbahnspur entlangschleuderten.

Ron wurde grün, was seine Sommersprossen noch mehr zeigte. „Bist du dir da sicher?"

„Komm, kleiner Bruder, wir sollen Spaß haben", sagte George und ergriff ihn am Ellenbogen.

„Und Spaß werden wir haben", erklärte Fred dramatisch. Zusammen führten sie ihren Bruder zum anderen Fahrgeschäft ab, und der Rest der Gruppe folgte ihnen.

Hermione lehnte die Fahrt ab und bot an, stattdessen auf die Jacken von allen aufzupassen. Severus schloss sich ihr schnell an, da sie offensichtlich Hilfe brauchte, um sicherzustellen, dass die Kleidung der Zwillinge nicht versuchte, ihren Eigentümern nachzurennen.

Als sich die Gruppe wieder traf, waren die beiden ein Gespräch wir streiten nicht, Severus, Sie sind einfach im Irrtumüber die Vor- und Nachteile von Muggelchemie im Vergleich zu Zaubertränken vertieft. Ron sah dieses Mal ein bisschen besser aus, und Harry trug ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Luna war so ernst wie immer, aber sie war diejenige, die sie zur nächsten Attraktion führte, einem hohen Turm, von dem man sich anscheinend selbst hinabstürzen konnte, während man an einen Sitz geschnallt war. Hermione verweigerte auch dies, aber Severus ging mit den anderen. Während sie wartete, schaute sie auf die Karte, um zu planen, wohin sie als Nächstes gehen sollten, und beschloss, eine Wasserfahrt vorzuschlagen.

Ehe sie dorthin kamen, schien jedoch mit Tom etwas nicht zu stimmen. Er begann wieder zu erkahlen, seine Haut wurde weißer, und in seinen Augen lag ein deutlicher Stich von Rot, wenn sie genau hinschaute. Außerdem begann er, ein wenig misstrauisch über seine Schulter zu schauen und etwas vor sich hin zu murmeln.

„Severus?", rief Ginny leise. „Ich glaube, wir brauchen jetzt etwas zu trinken."

Den Zwillingen gelang es, ihn in eine ruhigere Ecke des Parks zu steuern, und ließen ihn sich auf eine Bank unter einer Esche setzen, während Severus aus den verborgenen Taschen seiner Lederjacke einige Phiolen fischte, und Hermione beeilte sich, etwas Passendes zu trinken zu finden.

Als sie kurze Zeit später mit einer riesigen, schaumigen Schokomilch zurückkam, las Luna der Gruppe wieder Pratchett vor. Hermione gab Severus den Drink, der ihn gewandt mit den Tränken vermischte, und sie alle hielten den Atem an, als sie darauf warteten, dass Voldemort wieder zu Tom wurde, nachdem er ausgetrunken hatte. Ron und Harry waren auf der Suche nach mehr Milchshakes für alle weggegangen, und kurze Zeit später schlürften sie alle verschiedene Shakes, sogar Severus, der den letzten mit Schokogeschmack gerade vor Harry geschnappt hatte, der sich mit Vanille begnügte.

Sobald der selbsternannte Despot wieder unter dem Einfluss der Leichtgläubigkeits- und Vergessenstränke stand, gingen sie alle zur Wasserfahrt, die Hermione ausprobieren wollte. Dieses Mal fuhr sie mit Ginny und Luna, und die drei schrien vor Lachen, als das Floß den Wasserfall hinunterplatschte und es irgendwie schaffte, Tom, Draco und Ron zu durchnässen, die genau vor ihnen gefahren waren. Ron japste und rief ihnen unanständige Dinge zu, aber Draco und Tom lachten heftig.

Da Ron darauf beharrte, aßen sie als Nächstes zu Mittag. Harry hatte einen Platz gefunden, der wie ein Imbisslokal aus den 1950er Jahren in Amerika mit einer Jukebox, die Elvissongs spielte, mit Vinylnischen und einem schachbrettartig gefliesten Boden ausgestattet war, und Draco bestand darauf, das Essen zu bezahlen. Alle aßen einen Hamburger mit Pommes frites außer Severus, dem es irgendwie gelungen war, stattdessen Fisch und Chips aufzutreiben, und der etwas über ordentliches englisches Essen murmelte. Hermione und Harry sahen amüsiert zu, wie die Reinblüter mit ihren Hamburgern kämpften, aber am Ende hatte selbst der größten Skeptiker unter ihnen, nämlich Draco, den Kampf gegen das vertrackte Essen aus der Hand gewonnen.

Nach dem Essen stimmte Hermione dafür, mit etwas zu starten, das den Bauch nicht so sehr schüttelte, und führte sie alle in den Bereich der Kirmesspiele, in dem Gruppen von bis zu acht Personen ihren Mut testen konnten, um zu sehen, wer der absolute Champion beim Ringewerfen, beim Whac-A-Mole, beim Schießen, beim Rollen von Bällen in Löcher, beim Werfen von Bällen auf ein Ziel, um ein Pferd losrennen zu lassen, und anderen Dingen war.

Schnelles Durchzählen der Köpfe bestätigte, dass sie tatsächlich mehr als acht waren. Hermione trat schnell beiseite, und Severus schloss sich ihr unmittelbar an, was die anderen kaum bemerkten, als sie sich zu einem Team gruppierten und zur ersten Station gingen. Sie bemerkte, dass Tom bereits jünger aussah, möglicherweise eher wie ein Teenager als ein Erwachsener. Er lachte über etwas, das Fred sagte.

Etwas wehmütig seufzte sie, als sie die anderen spielen, lachen und einander necken sah. „Das habe ich immer mit meinem Dad und meinem Onkel gemacht, wenn wir in Freizeitparks waren; ich war ziemlich gut darin."

„Haben Sie Lust zu spielen?"

Sie wirbelte herum und sah sich erstaunt Severus gegenüber. „Äh, was?"

Wieder hob er eine Augenbraue. „Ich bin ziemlich sicher, dass ich Sie vernichtend schlagen werde, Miss Granger. Oder unterwerfen Sie sich bereits angesichts Ihrer unvermeidlichen Niederlage?"

„Ha! Das könnte Ihnen so passen! Los geht's, Mr Snape." Ein breites Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Ehe er es sich anders überlegen konnte, schnappte sie sich eine Wertungsliste und schrieb ihre Namen darauf.

„Nun, was bekomme ich als Preis, wenn ich gewinne, hm?" Er strich sich mit einem Finger über die Lippe, als sei er tief in Gedanken.

Ungewollt errötete Hermione, und sein Grinsen wurde breiter. Der Bastard. „Nicht, dass Sie gewinnen werden, aber sollte dieses unwahrscheinliche Ereignis eintreten, werde ich eine Woche lang all Ihre Erst- und Zweitklässleraufsätze korrigieren."

„Einen Monat lang, meinen Sie? Das ist beinahe annehmbar." Er sah an seiner Nase entlang auf sie herab, aber in seinen Augen lag ein Funkeln.

Sie verschränkte die Arme. „Zwei Wochen. Und was bekomme ich von Ihnen, wenn ich gewinne, hm?"

„Nun, es ist höchst bedauerlich, dass dies niemals geschehen wird, aber ich würde Ihnen eine Woche lang Zutritt zu meiner persönlichen Bibliothek gewähren."

„Einen Monat lang, meinen Sie? Das ist beinahe annehmbar", echote sie mit zunehmendem Lächeln.

Er schnaubte. „Zwei Wochen dann."

„Abgemacht."

Sie schüttelten sich die Hände, und der Wettstreit begann. Hermione gewann das erste Spiel, das relativ unkompliziert war mit Bällen, die in Eimer verschiedener Größen zu werfen waren, aber nur, weil sie alle in den zweitgrößten Eimer warf, während Severus versuchte, das kleinste Ziel zu treffen, das mehr Punkte einbrachte. Severus gewann das Ringewerfen, während es Hermione gelang, einen Sieg beim Pferderennen zu erhaschen, indem sie mit beiden Händen zugleich Bälle über das Spielbrett auf das Ziel rollen ließ. Severus gewann das Schießen mit der Steinschleuder, bei dem man eine Pyramide von Dosen niederschießen musste, und ebenfalls das Skee-Ball-Spiel, bei dem Bälle zu einer Reihe von Ringen rollten, die umso mehr Punkte brachten, je kleiner sie waren.

Hermione konzentrierte sich mehr denn je, als sie das vorletzte Spiel erreichten, das Whac-A-Mole. Sie war immer die Königin des Whac-A-Mole gewesen, fast unangefochten in den letzten Jahren, in denen sie es mit ihrer Familie gespielt hatte. Sie schaute zu Severus neben sich, der genauso grimmig dreinsah und seinen Plastikschläger wie ein Schwert schwang. Die Glocke ertönte, und es ging los, sie schlugen mit aller Macht auf Klötze, Frösche und Eichhörnchen aus Plastik. Hermione war ganz in ihrem Element, und kein Klotz blieb schlaglos in ihrem Bestreben, als Champion gekrönt zu werden.

„Volle Punktzahl, Miss!", sagte der pickelige Teenager, der die Bude betreute, mit großen Augen, als sie fertig waren. Sie lächelte und wischte sich den Schweiß von der Stirn, dann wandte sie sich zu Severus um, der zwanzig Punkte hinter ihr lag, an sich kein schlechtes Ergebnis.

„Gut gespielt, Miss Granger", sagte er widerwillig.

Sie lächelte ihn strahlend an. „Ihre Bibliothek gehört so gut wie mir, Professor Snape."

„Ihre Wahnvorstellungen sind stark, sehe ich. Noch ein Spiel, dann kann ich Ihnen all diese Aufsätze übergeben." Er bot ihr seinen Arm, als sie zur nächsten Bude gingen.

Luna kam zu ihnen hinüber und sagte, die anderen gingen auf Toms Drängen wieder zur Achterbahn. Offensichtlich hatten Harry und Ginny ihre Spiele gewonnen, dicht gefolgt von den Zwillingen.

Das letzte Spiel war Zielschießen mit einem falschen Gewehr, das Treffer mittels Infrarotlicht registrierte. Jeder bekam einen Testschuss, dann waren sie wieder ganz auf das Spiel konzentriert. Jeder hatte drei Schuss, und Hermione fing an. Sie leerte ihren Geist, entspannte und konzentrierte sich und atmete aus. Der Schuss war eine perfekte Zehn, und sie grinste Severus an, der seinen Kopf in ihre Richtung neigte, ehe er sich ebenfalls konzentrierte und vor seinem eigenen Schuss völlig ruhig wurde. Noch eine perfekte Zehn. Als sie zu ihrem nächsten Schuss ansetzte, murmelte er etwas über Bibliotheken und Strafarbeiten, aber Hermione war abgelenkt und erreichte nur sieben Punkte. Severus grinste sie an und schaffte noch eine Zehn.

Hermione stieß einen langen Atemzug aus. Sie musste den letzten Schuss schaffen und dafür sorgen, dass Severus danebentraf, um zu gewinnen. Schließlich wollte sie wirklich einen Blick in seine Bibliothek werfen. Sie setzte an und zog den Abzug, aber ihr Ziel war leicht daneben, und sie bekam nur eine Sechs. Verflixt. Dann würde er gewinnen, und sie würde zwei Wochen lang Aufsätze zu korrigieren am Hals haben. Nicht, dass es ihr besonders viel ausmachte, schließlich würde sie in seiner Nähe sein.

„Gratuliere", murmelte sie bereits, als er sich auf seinen letzten Schuss vorbereitete. Er warf ihr einen Blick zu, ehe er seine Okklumentikschilde wieder fest zuzog. Hermione runzelte die Stirn. Wo war sein Ziel? Es sah daneben aus.

Der Schuss löste sich und die Punktzahl wurde gezeigt. Drei. Er grummelte, schien aber seltsamerweise nicht unglücklich darüber zu sein, und als das Endergebnis auf den Bildschirmen angezeigt wurde, konnte Hermione es nicht glauben. Sie hatten ein Unentschieden. Da jeder von ihnen drei Spiele gewonnen hatte, bedeutete dies, dass sie im ganzen Wettstreit ebenfalls ein Unentschieden hatten.

„Sieht aus, als würden Sie dann Aufsätze für mich korrigieren", sagte er höflich. „Glückwunsch, gut gespielt, Miss Granger."

Zuerst fühlte sie sich angegriffen, aber sein Grinsen verriet ihn. Sie hatten beide gewonnen? „Und Sie werden mir Zugang zu Ihrer Bibliothek gestatten. Gut gemacht, Sir." Sie wollte ihn umarmen, aber sie wagte es wirklich nicht.

Er trat einen Schritt näher und beugte sich zu ihrem Ohr hinunter. „Es heißt Severus, wissen Sie."

Seine tiefe Stimme verursachte ihr den ganzen Rücken hinunter Gänsehaut. „Nur, wenn Sie mich Hermione nennen." Sie wagte es, zu ihm aufzusehen. Er war nah, fast nah genug zum Küssen. Sie holte tief Luft, drehte sich leicht und nahm seinen Arm. „Sollen wir schauen, wohin die anderen gegangen sind?"

„Müssen wir?", murmelte er, nahm es aber hin.

Als sie den Weg entlanggingen, erblickten sie Luna, die auf der Kante eines großen Blumenkübels hockte. Sie winkte ihnen zu und hüpfte hinunter, als sie näherkamen, in der Hand einen falschen, glitzernden Plastikzauberstab, den sie an einer Bude gewonnen haben musste. Jedenfalls war Hermione davon ziemlich überzeugt, dass er keine glitzernden Funken ausstoßen sollte, was er dennoch tat, wenn die blonde Hexe ihn umherschwenkte.

„Hi, Hermione, Severus, ich habe auf euch gewartet. Er ist jetzt etwa vierzehn, glauben wir, und er wollte mit dem wirbelnden Oktopus fahren. Er sieht ein wenig wie der Riesenkrake aus, glaubt ihr, sie sind verwandt? Gerade sind wir Autoscones gefahren. Das war spaßig."

„Meinst du Autoscooter?"

Luna zuckte mit den Schultern und lächelte sie mit ihrem Luna-Lächeln an.

Innerhalb kurzer Zeit kehrten alle zum Treffpunkt zurück. Ron sah nach der wirbelnden Fahrt etwas grün aus, und Draco schlug einen Kaffee vor. Unter einem Baldachin aus Ranken und Blätterbüschen fanden sie ein Café, und Hermione schaute lieber weg, als George dezent seinen Zauberstab über ein paar Tischen in der Ecke schwenkte, an die sie sich alle zusammen setzen konnten. Draco, Hermione und Ginny hatten jeder einen Cappuccino vor sich, Harry und die Zwillinge hatten etwas Großes mit Schokolade und Kaffee, Severus wählte natürlich einen Espresso, Luna einen Milkshake und Ron hatte sich genau wie Tom statt eines Getränks einen großen Eisbecher ausgesucht.

Noch immer fand Hermione den Tag reichlich surreal. Die Erfahrung, mit ihren magischen Freunden in einen Muggel-Freizeitpark zu gehen, war an sich schon seltsam genug. Darüber hinaus noch einen gewissen bissigen Tränkemeister mitzunehmen, erhöhte das Level an Sonderbarkeit dramatisch. Hätte sie jemand ein Jahr zuvor gefragt, hätte sie gesagt, dass Professor Snape und Achterbahnen einfach nicht in denselben Satz passten und schon gar nicht an denselben physischen Ort. Über den Tisch hinweg sah sie auf den Jungen, der früher als du-weißt-schon-wer bekannt gewesen war, und konnte fast fühlen, wie ihr Hirn sich verbarrikadierte und sich weigerte, daran zu denken, was es bedeutete, dass er hier war.

Tom, der jetzt aussah, als sei er etwa zwölf, schaute über den Rand seiner Eiscrememischung. Er trug einen kleinen Sahneschnurrbart. „Ich glaube, ich habe ein paar böse Sachen angestellt, oder? Kann ich mich deshalb nicht erinnern? Ich kann mich auch an niemanden von euch erinnern, aber ihr seid alle nett zu mit und nehmt mich mit, um Sachen zu machen, die Spaß machen. Warum?"

Hermione war sprachlos und sah hilflos zu Severus, der still wie eine Statue geworden war. Zu ihrer Erleichterung antwortete Luna. „Ja, Tom, du hattest einen schlimmen Befall mit Schlickschlupfen. Spaß zu haben, hilft, sie loszuwerden. Es fühlt sich gut an, oder?"

Tom grinste sie an und schlürfte etwas matschiges Eis mit seinem Strohhalm. „Ja, es macht Spaß. Ihr seid alle nett. Können wir nochmal Achterbahn fahren?"

„Klar", sagte Fred.

„Ist es in Ordnung, wenn ich passe?", äußerte Hermione. Sie hatte genug von Achterbahnen gehabt und keine Lust mehr darauf. Der allgemeine Lärm und das Chaos im Park begannen ihr auch ein wenig auf die Nerven zu gehen.

„Fein, treffen wir uns in einer Stunde an dem großen Baum?", fragte Harry.

„Dann kommst du klar?", fragte sie, weil sie sich etwas bange fühlte, sie alleine zu lassen. Was, wenn etwas schiefging?

„Keine Sorge", sagten Fred und George, und Fred zog seine Jacke leicht zur Seite, um seinen Zauberstab zu zeigen, während George mit den Augenbrauen wackelte.

Severus übergab Draco einen Satz Phiolen für Notfälle, als sie alle zum Gehen aufstanden, und behauptete, auch er habe genug von sich bewegenden Dingen.

Während die anderen wieder zur Achterbahn gingen, streiften Hermione und Severus durch den Park zu einem kleinen Kanal, der mitten hindurch führte. Neugierig betrachtete Hermione die Menschen, die an ihnen vorübergingen, und die Art, in der sie irgendwie ein großes Stück freien Raums um Severus ließen. Zuerst vermutete sie, das sein üblicher, finsterer Blick eine Rolle spielte, aber er stolzierte schließlich nicht durch die Hallen von Hogwarts, als stünden seine Roben in Flammen, wenn er Erstklässler auf dem Weg wie Bowlingkegel auseinandersprengte, und seine schwarze Lederjacke blähte sich nicht in der Art wie seine Roben. Sie runzelte die Stirn und schaute genauer hin. Hatte er …?

„Severus …?"

„Hmm?" Er sah auf sie hinab, und seine freie Hand tätschelte abwesend ihre, die sie um seinen Ellenbogen gelegt hatte.

„Warum machen alle um uns herum Platz, wenn wir gehen …?"

Er hob eine Augenbraue, aber in seinem Mundwinkel lag ein Grinsen, das in ein Lächeln auszubrechen drohte, wenn er sich nicht in Acht nahm. „Ich habe keine Ahnung, was Sie andeuten, Hermione."

„Sie haben einen Verwirrzauber gewirkt, oder? Ist das nicht schrecklich riskant?"

Das Grinsen war nun in voller Macht da. „Ich habe nichts dieser Art getan, Miss Granger. Schließlich würde das die Geheimhaltungsstatuten gefährden, nicht wahr?"

„Severus!" Sie brachte ihn zum Halten und wandte sich ihm zu, während sie noch immer seinen Arm festhielt.

„Was? ich habe nur …" Aus irgendeinem Grund verstummte er und schaute seinen eigenen Arm hinunter, an dem sie hing. Mit einem Stirnrunzeln sah er auf und zog sie mit sich in eine ruhige Ecke, die er mit einem sehr dezenten Schnicken seines Zauberstabs abschirmte.

„Was tun Sie? Severus!"

Er ignorierte sie und schüttelte ihre Hände ab. Sie war äußerst erzürnt, bis er begann, seine schwarze Lederjacke abzustreifen, und sie ihr mit einem Knurren gab, sodass er nur im weißen Hemd dastand. Noch immer verstand sie nicht, was er vorhatte, bis er den Ärmel an seinem linken Arm aufknöpfte und ihn hochstreifte, um einen Arm zu enthüllen, der so makellos und blass wie sein rechter Arm war. Auf seinem Arm und innerhalb des Ärmels befand sich ein wenig schwarzer Staub, der im Sonnenlicht auseinanderstob und verschwand.

„Ist da … das Mal …, Severus? Was …?"

Er stand auf der Stelle erstarrt und starrte auf seinen eigenen Arm. Zögernd streckte sie eine Hand aus und berührte seine Haut, folgte der Spur einer Vene seinen sehnigen Arm hinauf. Er war warm und glatt, und sie wollte ihn mit ihren Lippen berühren.

„Es hat funktioniert, Severus, es hat funktioniert", hauchte sie. „Die Berechnungen stimmen! Seine bösen Taten werden ungeschehen gemacht! Es ist real, wir schaffen es wirklich!"

Er sah zu ihr auf, und in seinen Augen lag eine Wildheit, die sie nie zuvor gesehen hatte, ein Licht. Ehe sie sich versah, lag sie in einer festen Umarmung, die ihre Füße fast vom Boden hob. Er legte seinen Kopf zurück, um sie besser ansehen zu können, und dann stürzten unversehens seine Lippen hinab auf ihre. Es war ungeschickt und ungeübt mit Zähnen im Weg und absolut perfekt.

Nach Hermiones Meinung war es auch viel zu schnell vorbei. Er scheute zurück, als habe er sich verbrannt, und schien vergessen zu haben, dass sein Haar mit einer Schnur zurückgebunden war, als er versuchte, sich dahinter zu verstecken.

„Meine Entschuldigung, dass ich zu weit gegangen bin, Miss Granger." Steif und mit verschränkten Armen stand er neben ihr.

„Nein, das sind Sie nicht", protestierte sie, aber es schien nicht viel zu helfen. Sie musste ihn ablenken und dann austricksen, damit er sie noch einmal küsste. Natürlich nur aus wissenschaftlichen Gründen, um zu sehen, ob das Gefühl eines Sturzflugs in ihrem Bauch reproduziert werden konnte. Sie ging los zurück in Richtung des Hauptwegs, und er folgte ihr zögernd nach. „Was haben Sie eigentlich mit den Muggeln angestellt, Severus?"

„Hmm?" Er sah auf sie hinunter. „Sie sollten das herausgefunden haben. Ein Standard-Abwehrtrank auf meiner Jacke."

Sie lachte und gab sich geschlagen, während sie spürte, wie er sich neben ihr leicht entspannte. Als sie sich umgeschaute, entdeckte sie ein wenig abseits des Weges etwas und zog ihn mit einer Hand um seinen Bizeps prompt mit sich.

„Ist das wirklich nötig?", grummelte er neben ihr, als sie darauf warteten, dass sie die Reihe kamen, mit dem gigantischen Riesenrad zu fahren.

„Ja, ich habe Ihnen gesagt, dass ich immer Riesenrad fahre, wenn ich in einem Park mit einem bin. Es ist eine Tradition. Los jetzt, seien Sie nicht so ein Brummbär!"

Ihr Vater hatte das sich langsam drehende Rad immer gemocht und war es mit ihr gefahren, so lange sie zurückdenken konnte. Kurz darauf saßen sie in einer der Gondeln und schauten hinaus über die Landschaft. Grüne Hügel waren in Felder unterteilt, und am Horizont war ein glitzerndes blaues Band zu sehen.

„Schauen Sie, Severus, das Meer!"

Einige Segelboote waren draußen, und etliche große Schiffe waren Richtung Festland unterwegs. Sie drehte sich auf ihrem Sitz, um besser hinaussehen zu können, und er wandte sich ebenfalls um und stieß fast an den Schultern mit ihr zusammen.

„In der Tat. Welch scharfsinnige Beobachtung, Miss Granger."

Sie schlug ihm gegen den Arm. „Seien Sie kein Idiot. Waren Sie schon einmal am Meer, Severus?"

Er nickte langsam und betrachtete noch immer die Landschaft um sie herum. „Ja, um an der Küste hier in Britannien Zutaten zu sammeln. Ich war nicht im Ausland, aber ich nehme an, Sie schon?" Er drehte sich, um sie anzusehen.

„Ja, ein paarmal ein Frankreich und Italien. Irgendwann müssen wir dann einmal reisen. Sie müssen das Mittelmeer sehen, es ist wunderbar."

Die Gondel hatte auf einem Viertel des Weges nach oben angehalten, um neue Passagiere zusteigen zu lassen. Hermione begann, an die Ferien mit ihren Eltern in Frankreich zurückzudenken, und verlor sich prompt in einer Fantasie von Severus und sich selbst an einem italienischen Strand. Gerade, als sie die guten Teile davon erreichte, mit ihm in schwarzen Badeshorts, wenn er ihnen Eis kaufte, während sie unter einem Sonnenschirm am Strand ein Buch las, sagte er etwas und unterbrach sie.

„Ich hatte nicht zu hoffen gewagt, dass es funktionieren würde." Er hatte sich umgedreht, um geradeaus über den Rand der Gondel zu schauen, doch seine Gedanken waren anderswo. „Glauben Sie, wir können dies beenden, Hermione?"

Sie streckte eine Hand nach ihm aus und tätschelte unbeholfen seine Schulter. „Ich weiß, dass wir es können. Ja. Schauen Sie, wie weit wir schon gekommen sind. Ihr Mal wird nicht wieder wachsen, wissen Sie, selbst wenn er wieder zu voller Macht zurückkehren sollte."

Die Gondel bewegte sich wieder, und sie wagte es, ein wenig näher zu ihm zu rücken und sich an seine Seite zu lehnen. Er legte seinen Arm um ihre Schulter, schien aber noch immer in seinen Gedanken versunken zu sein.

Als sie den höchsten Punkt der Runde erreichten, und die Gondel wieder schwankend anhielt, kam ihr ein Gedanke. „Severus?"

„Hm?"

„Wissen Sie, es gibt noch eine weitere Tradition bei Riesenrädern …"

Er schaute kurz auf sie hinab. „Ist das so?"

Sie biss sich auf die Lippe und holte tief Luft. „Ja, es ist üblich, sich ganz oben zu küssen. Als Glücksbringer, wissen Sie."

Seine Augenbrauen hoben sich genau wie sein Mundwinkel. „Nun, in diesem Fall …"

Langsam, langsam senkte er seinen Kopf zu ihrem, und in nervöser Erwartung schlossen sich ihre Lider, nur um wieder aufzufliegen, als sie seine Lippen sacht auf ihrer Wange fühlte. „Sie haben danebengetroffen", quiekte sie.

Der Anflug eines Lächelns wurde etwas breiter, als seine Augen ihre trafen, und das Feuer sich langsam wieder entzündete. „Ist das so?"

Sie ließ ihm keinen Spielraum zu protestieren, als sie seinen Kopf mit beiden Händen ergriff und sein Gesicht hinunterzog, damit sie endlich diese Lippen auf ihre bekommen konnte. Nach einem Moment gab er nach, und er fühlte sich genauso wunderbar wie der erste an und noch besser, als Zungen ins Spiel kamen.

Als die Fahrt endete und die Gondeltür sich öffnete, stellte sie überrascht fest, dass sie seitwärts auf seinem Schoß saß, eine seiner Hände unter ihrem Oberteil auf ihrem Rücken gespreizt, während sie sich für maximalen Kontakt an seine Brust schmiegte. Als sie es geschafft hatte, sich von seinem Schoß zu befreien, und verwirrt den Korridor zum Ausgang entlangstolperte, während sie noch immer seine Hand hielt, geschah dies leider unter Applaus und Pfiffen einer Gruppe enthusiastischer Weasleys und diverser Trabanten. Fred, George und Ginny grinsten sie an, Harry und Draco schauten irritiert drein, und Ron war wieder fast grün im Gesicht. Luna hatte sich zu ihnen gesellt, die einem dunkelhaarigen kleinen Jungen von etwa neun etwas über Bienchen, Blümchen und Händchenhalten erklärte. Hermione war sich ziemlich sicher, dass sie keine Einzelheiten wissen wollte.

„Hallo", sagte der Junge. „Du bist Tante Hermione, oder?"

„Äh, hallo Tom, ja, die bin ich."

„Hallo, Onkel Severus. Tante Luna hat mir von dir erzählt. Kannst du mir nachher vorlesen? Sie sagt, du kannst das gut."

Luna lächelte vage und nahm Toms Hand, während sie Hermione und Severus direkt ansah. „Also habt ihr gefunden, was ihr gesucht habt? Ich glaube, wir können jetzt gehen."

Zusammen gingen sie zum Ausgang; unterdessen plauderte Tom über die Fahrten, und die Zwillinge grinsten sie synchron an, wann immer sie in ihre Richtung sahen. Hermione fühlte sich verlegen, ließ aber seine Hand nicht los und genoss das Gefühl seines Daumens, der sich kreisförmig über ihren Handrücken bewegte. Vielleicht gab es etwas Hoffnung für ihre Fantasien, wenn dieser Tag vorüber war.