Hallo!
Hier ist nun eine neue Geschichte von mir.
Über Reviews und Favoriteneinträge würde ich mich sehr freuen.
Viel Spaß beim Lesen,
Taurus Fan

Eine andere Perspektive

Kurzbeschreibung: Als Harry nach der finalen Schlacht die Große Halle verlässt, entdeckt er eine Person, die verloren am Treppengeländer der Eingangstreppe nach Hogwarts steht.

Harry war einfach nur müde. Er war seit mittlerweile gut 36 Stunden auf und hatte in dieser Zeit einen Horkrux zerstört, viele Todesser bekämpft, war gestorben, doch wieder aufgestanden, hatte sich ein verbales Duell mit Voldemort geliefert und diesen schlussendlich getötet, nur um anschließend von einer Horde Menschen bestürmt zu werden, die scheinbar plötzlich alle vergessen hatten, dass es auch noch andere Menschen gab, die vielleicht behandelt werden sollten oder, dass ihn viele dieser Menschen zwei Jahre zuvor noch als Lügner dargestellt hatten.
Mit anderen Worten, Harry wollte nur noch etwas Ruhe haben.

Und aus genau diesem Grund drückte er sich gerade durch die Menschenmassen in die Eingangshalle, um sich auf den Weg zum Gryffindorturm zu machen, als er ein leises Schluchzen von der Eingangstreppe hörte.
Entscheidend, dass er dieser Person vielleicht helfen sollte, drehte er sich nach rechts und verließ das Schloss durch den Torbogen, wo vor der Schlacht einmal die große und schön verzierte Flügeltüre hing, die das Eingangstor bildete.
Als sich seine Augen an das dämmrige Licht gewöhnt hatten und er langsam und suchend umherblickte, sah er eine zusammengekauerte Gestalt auf der Treppe sitzen.
Vorsichtig, um die Person nicht zu erschrecken, trat er auf die Gestalt zu und ließ sich mit einigem Abstand auf der Treppe nieder.
Die Gestalt hatte ihn offensichtlich gehört, denn sie zuckte zusammen und hob den Kopf, zog den Zauberstab und drehte sich zu ihm.
Als Harry in das von Tränen verschmierte Gesicht blickte, konnte er nicht anders, als sich zu wundern. Vor ihm saß, der Schuluniform nach zu urteilen, eine Slytherin-Schülerin aus seinem Jahr, deren Name ihm gerade nicht einfallen wollte.
Sie blickte für einen Moment in seine Richtung, nicht sehend, mit nicht fokussierten, vom Weinen rötlich gefärbten, blauen Augen, in denen ein so hoffnungsloser Blick lag, dass Harry bis tief in sein innerstes berührt wurde.
„Wer bist du?", fragte sie in einer schwachen Stimme.
Harry wunderte sich, dass sie seinen Namen offensichtlich nicht kannte, dachte aber nicht weiter darüber nach.
„Ich bin Harry.", antwortete er. „Was ist denn passiert, dass du so alleine auf der Treppe sitzt, anstatt deine Zeit mit Freunden oder deiner Familie zu verbringen?", fragte er vorsichtig und besorgt.
„Meine „Freunde" sagten mir, sie würden mich zu meiner Familie bringen, nur um mich dann hier sitzen zu lassen und alleine weiter zu laufen.", antwortete sie wütend.
„Das tut mir Leid.", meinte Harry, „Wie heißt du denn? Vielleicht kann ich dir helfen, deine Familie zu finden. Oder musst du vielleicht in den Krankenflügel?"
„Ich bin Daphne Greengrass.", antwortete sie leise, „Ich kann nicht in den Krankenflügel."
„Warum nicht?", fragte Harry.
„Weil ... Weil ... Weil ich ...", stammerte sie, bevor sie sich fasste und sprach: „Wenn mein Vater das erfährt verbannt er mich aus der Familie. Ich will nicht als Waise enden, ohne Eltern oder meine Schwester.", bei diesem Moment hatte sie wieder begonnen zu weinen.
Harry überlegte kurz, was er jetzt tun sollte, rutschte dann aber etwas näher zu ihr und legte ihr eine Hand auf ihre Schulter.
„Hey Daphne. Ich bin mir sicher, dass wir einen Weg finden können, damit das nicht passiert.", murmelte er zu ihr. „Ich bringe dich jetzt in den Krankenflügel, damit Madamme Pomfrey dich heilen kann. Dann muss dein Vater nie davon erfahren, was passiert ist. OK?"
„Aber was ist, wenn er es doch erfährt. Er wird mich verstoßen, wo soll ich dann leben?", fragte sie verzweifelt.
„Hey. Ich passe auf dich auf. Ich bin mir sicher, dass wir das schon hinbekommen werden. Komm. Kannst du laufen?"
„OK.", murmelte sie weinerlich, bevor sie sich erhob. „Kannst du mich bitte führen? Ich sehe nichts mehr.", fragte sie Harry.
„Sicher. Komm, nimm meinen Arm.", antwortete Harry und führte sie die Treppe hinauf, durch das Eingangstor, die Eingangshalle, die Haupttreppe hinauf und zum Krankenflügel, wo er die Türe öffnete und sie zu einem Bett führte.
„Hier kannst du dich hinsetzen. Brauchst du noch etwas? Sonst hole ich Madamme Pomfrey.", fragte er.
„Danke. Könnte ich bitte etwas Wasser haben?", meinte sie leise.
„Natürlich.", sagte Harry, bevor er ein Glas heraufbeschwor, es mit Wasser füllte und ihre Hand an das Glas führte.
„Danke.", sagte sie, nachdem sie das Glas ausgetrunken hatte.
„Kein Problem. Ich bin gleich wieder da. Ich hole nur Madamme Pomfrey.", meinte Harry, stand auf und ging zur Bürotüre von Madamme Pomfrey.
„Madamme Pomfrey?", fragte er.
„Mr. Potter. Was haben sie dieses mal angestellt?", fragte die Krankenschwester erschöpft.
„Nichts Madamme. Ich habe Ihnen aber wohl gerade eine neue Patientin gebracht.", antwortete er.
„Ich komme sofort. Führen sie mich hin.", ordnete sie an.
Harry führte Madamme Pomfrey zu dem Bett, auf dem Daphne saß, die unfokussiert vor sich hin starrte.
„Was ist denn passiert Ms. Greengrass?", fragte Madamme Pomfrey an Daphne gewandt.
„Ich wurde von einem Fluch von einem Todesser getroffen und kann nicht mehr sehen. Meine „Freunde" brachten mich zur Eingangstreppe, wo sie mich stehen ließen und davonliefen. Dort saß ich dann bis Harry mich hier her brachte.", antwortete sie leise und schüchtern.
„Lass mich mal sehen, was wir da machen können.", antwortete die Heilerin.
„Was werden sie jetzt tun?", fragte Daphne die Heilerin.
„Ich sende jetzt einen Diagnosezauber auf Ihre Augen um herauszufinden, was genau passiert ist. Oh. Das ist nicht gut. Legen sie sich bitte einmal hin. Das könnte etwas dauern.", antworte Madamme Pomfrey.
Daphne legte sich vorsichtig auf das Bett und fragte dann: „Madamme Pomfrey?"
„Die ist gerade in ihrem Büro Tränke holen. Brauchst du irgend etwas?", fragte Harry sie.
„Ach so. Ich habe meinen Zauberstab irgendwo auf den Ländereien verloren und wollte sie fragen, ob sie ihn suchen lassen könnte.", antwortete Daphne leise.
„Aktio Zauberstab von Daphne Greengrass!", rief Harry und ein elegannter Zauberstab flog in seine ausgestreckte Hand. „Hier bitteschön.", sagte er und hielt ihn ihr mit dem Griff voran an ihre Hand.
„Danke Harry.", sagte sie.
„Gerne. Ich helfe gerne.", antwortete Harry.
„Auch uns Slytherins? Ich dachte immer, du magst uns nicht besonders.", fragte sie unsicher.
„Das stimmt nicht ganz. OK. Schon ein bisschen. Aber eigentlich habe ich kein wirkliches Problem mit euch. Gut Malfoy ist einfach unausstehlich und Tomiboy ist auch nicht gerade mein Lieblingsonkel. Aber abtgesehen von diesen zweien und ihren Anhängern habe ich mit euch kein Problem.", antwortete er leicht grinsend.
„Wer ist Tomiboy?", fragte sie.
„Tomiboy heißt eigentlich Tom Marvolo Riddle. Du kennst ihn aber wahrscheinlich eher als Lord Voldemort, Du weißt schon wer, der Unnenbare, der Dunkle Lord und so weiter. Tom Marvolo Riddle war ein Schüler hier in Hogwarts. Er schloss sein siebtes Schuljahr im Jahr 1944 ab, arbeitete dann bei Borgin und Burkes, bevor er versuchte, die Stelle als Verteidigungslehrer an sich zu reißen. Als das nicht gelang, verschwand er für einige Jahre, nur um gegen Ende der 60er-Jahre wieder aufzutauchen. Mit einem neuen Gesicht, einem neuen Namen und einem Haufen nerviger Todesser.", antwortete er.
„So Tom Marvolo Riddle suchte sich einfach einen neuen Namen und wurde zum Terror der gesamten britischen Zaubererwelt? Ohne dass jemand jemals seine Herkunft hinterfragte?", fragte sie ungläubig.
„Jep. Genau so. Er war übrigens nicht einmal ein Reinblut. Er war der Sohn von Merope Gaunt einer Squiptochter der Gaunts und Tom Riddle, einem Muggel, der von Merope einen Liebestrank verabreicht bekam und sie heiratete. Als sie dann stoppte, ihm den Liebestrank zu geben, verließ er sie und Merope starb bei der Geburt von Tom in einem Weisenhaus in London. Übrigens, der Name Tom Marvolo Riddle kann direkt in I am Lord Voldemort umgeformt werden. Und Voldemort heißt nichts anderes als Flug vom Tod. Tomiboy dachte nämlich wirklich, er seih unsterblich.", antwortete Harry.
„Um das also einmal zusammenzufassen. Der ach so gefürchtete, reinblütige Dunkle Lord, der obendrein noch von Slytherin abstammt, ist der Sohn einer Squip und eines Muggels, also ein Halbblut, mit offensichtlichen kindischen Minderwertigkeitskomplexen und viel zu viel Selbstvertrauen. Und Malfoy, Nott, Parkinson, Crabbe, Goyle, Lesstrange und mein Vater haben alle die Roben eines Halbblutes geküsst und sich von ihm foltern lassen?", fragte sie ungläubig.
„Dein Vater ist ein Todesser?", fragte Harry erstaunt.
„Ja, leider. Ich sollte auch eine werden. Aber das hast du ja jetzt erfolgreich verhindert. Ist das ein Problem?", fragte sie am Ende wieder unsicher.
„Du wirkst nicht wie der Typ Person der gerne foltert, tötet oder generell Voldemort folgt. Also wohl eher nein. Außerdem hast du mir noch nichts getan, obwohl du schon viele Möglichkeiten hattest jetzt wo du deinen Zauberstab wieder hast.", antwortete Harry ruhig.
„Danke. Ich hatte Sorge, du würdest mich jetzt auch alleine lassen.", meinte sie.
„Ms. Greengrass?", fragte Madamme Pomfrey auf einmal.
„Ja Madamme Pomfrey?", fragte Daphne.
„Es tut mir Leid, Ihnen das mitteilen zu müssen, aber man kann Ihre Augen leider nicht heilen. Es tut mir Leid.", meinte sie mitfühlend.
„Nein.", wisperte Daphne und begann zu weinen.
Harry dachte nicht lange nach, sondern zog sie einfach in seine Arme.
„Was ist hier los? Was soll das heißen, man kann sie nicht heilen?", donnerte eine wütende Männerstimme durch den Saal.
Daphne klammerte sich nun an Harry fest und wisperte unverständliche Wörter vor sich hin, während Madamme Pomfrey versuchte, dem Mann die Situation zu erklären.
„Das kann doch nicht wahr sein. Wozu habe ich dich erzogen? Erst willst du dich dem Dunklen Lord nicht anschließen, dann kämpfst du aktiv für Hogwarts und gegen die Seite deines eigenen Vaters, wirst unheilbar verletzt und liegst nun in den Armen dieses verdammten Potters. Sag mir. Warum sollte ich dich nicht jetzt sofort verstoßen?", donnerte der Mann, der offensichtlich Daphnes Vater war.
„Ich ... Ich ... Ich ...", versuchte Daphne etwas zu sagen, wurde aber von ihrem Vater unterbrochen.
„Schweig! Ich als Mr. Ares Zeus Greengrass verstoße hiermit meine anwesende Tochter Daphne Lisa Greengrass aus der Familie. Du sollst keinen Zugriff mehr auf unser Haus und Vermögen haben und von nun an keinen Nachnamen mehr tragen. So seih es!", rief Ares Greengrass, bevor ihn und Daphne ein Blitz verband und der Ring der Greengrasserbin von Daphnes Finger verschwand.
„Nein.", wisperte Daphne, bevor sie vollkommen zusammenbrach und weinte.
Harry hielt sie einfach nur mit einer Hand fest, während Mr. Greengrass seinen Zauberstab erneut hob und damit auf sie zielte.
„Krucio!", rief er und zielte mit seinem Stab auf Daphne.
Harry reagierte blitzschnell. Er sprang auf, drehte im Sprung sich und Daphne um und fing den Fluch für Daphne ab, bevor er vor Schmerzen zusammenbrach. Er biss die Zähne zusammen um nicht zu schreien und hoffte einfach nur, dass Mr. Greengrass den Fluch bald enden würde.
Als der Fluch nach einigen Sekunden schließlich unterbrochen wurde, drückte Harry sich nach oben, drehte sich um und entwaffnete Mr. Greengrass stablos.
„Also ich wusste ja schon, dass sie Ihre Tochter offensichtlich nicht sehr schätzen, aber dass sie sie mit einem Unverzeihlichen Fluch quählen würden ist sogar für sie ziemlich bodenlos oder?", fragte Harry in einem bedrohlichen Ton.
„Du hast mir nichts zu sagen. Außerdem ist dieses Mädchen nicht meine Tochter Potter!", rief Mr. Greengrass.
„Stupor, Impedimenta, Inkarzerus!", murmelte Harry einfach und Mr. Greengrass war fertig verpackt um von den Auroren abgeholt zu werden.
„Hat er dir irgendetwas getan Daphne?", fragte Harry.
„Nein. Danke Harry. Ich schulde dir etwas.", murmelte Daphne.
„Kein Ding. Du schuldest mir nichts. Das habe ich gerne für dich gemacht.", meinte Harry.
„Aber was soll ich jetzt machen, wo ich keine Familie mehr habe und noch nicht einmal etwas sehen kann?", fragte sie verzweifelt.
„Fürs erste könnte ich dich mit zu mir nehmen, sobald du entlassen wirst und wir können dann weiter überlegen. Möchtest du das?", meinte Harry.
„Das würdest du tun? Für mich? Ich habe doch nicht einmal einen Nachnamen.", fragte Daphne in Unglauben und Schock.
„Natürlich Daphne. Ein weiser Mann sagte einst: „Liebe deinen nächsten wie dich selbst." Und: „Was du dem geringsten meiner Brüder getan hast, dass hast du mir getan.", du siehst also, ich tue es gerne, sofern das für dich passt.", antwortete Harry.
„Ja natürlich.", antwortete Daphne schon ruhiger.
„Gut. Dann ruhe dich noch etwas aus. Wir können dann bald in mein Haus apparieren.", meinte Harry.

Epilog:
07. Mai 1998:
„Das sind dann bitte 200 Euro.", sagte die Verkäuferin, als sie den Blindenstock und die neue aufklappbare Uhr für Daphne in eine Tasche packte.
„Bitte.", meinte Harry, als er das Geld überreichte.
„Danke Harry.", meinte Daphne dankbar.
„Gerne. Hier sind dein Stock und die Uhr Daphne."

31. Juli 1998:
„Alles Gute zum Geburtstag Harry.", sagte Daphne, als Harry in die Küche trat. „Ich habe aber leider kein Geschenk für dich."
„Danke Daphne. Du musst mir nichts schenken. Mich freut es, dass du glücklich bist.", antwortete Harry.

02. Mai 1999 „Heute ist es genau ein Jahr her, dass du mir geholfen hast Harry.", meinte Daphne am Frühstückstisch. „Und genau ein Jahr, dass Ron und Hermine dich stehen ließen, weil du einer Slytherin halfst."
„Ja. Schon ein ganzes Jahr ist vergangen. Man kann es kaum glauben. Aber ob du es glaubst oder nicht, die beiden fehlen mir kein bisschen. Ich habe in dir eine so viel bessere Freundin gefunden.", antwortete Harry lächelnd. „Aber wie geht es dir heute? Mit deinem Vater und so?"
„Er ist nicht mein Vater. Er hat seine Tochter wegen einer Beeinträchtigung aufgegeben und wollte mich mit dem Krucio belegen. Er ist nicht mein Vater und wird es auch nie sein.", meinte Daphne.

31. August 1999:
Harry und Daphne saßen auf einer Bank an der Themse. Rechts von ihnen die Tower Bridge und hinter ihnen erhob sich der Tower of London weit über das Themseufer.
„Ich liebe dich Harry", wisperte Daphne als sie sich näher zu ihm lehnte und ihn küsste.
Harry zog Daphne noch näher zu sich heran und küsste sie mit Leidenschaft zurück.
„Ich liebe dich auch Daphne.", murmelte er gegen ihren Mund.

05. Oktober 1999:
„Möchtest du Daphne Lisa Greengrass den hier anwesenden Harry James Potter zu deinem Mann nehmen?", fragte der Pfarrer der St. Magrids Church nahe der Westminster Abby.
„Ja, ich will.", antwortete Daphne.
„Und möchtest du Harry James Potter die hier anwesende Daphne Lisa Greengrass zu deiner Frau nehmen?", fragte der Pfarrer nun an Harry gewandt.
„Ja, ich will.", antwortete Harry.
„Somit erkläre ich sie zu Mann und Frau. Sie dürfen die Braut jetzt küssen."
Und harry tat genau das zu dem lauten Applaus von Neville, Hannah, Susan und anderen größtenteils neuen Freunde des Paares.
Alles war endlich gut.