Severus Snape wusste, dass die Zeit gegen ihn arbeitete. Wenn er Voldemort weiterhin vertröstete würde er misstrauisch werden. Es war kein gutes Zeichen, dass er Lucius zu ihm geschickt hatte. Dennoch musste er zunächst diesen einen Abstecher machen, den er hier gerade unternahm. Er trug seine alte Lederjacke und ging den Weg vor sich entlang. Die Wollmütze hatte er tief ins Gesicht gezogen. In seiner Hand erleuchtete eine Taschenlampe den Weg. Magie hätte ihn nur verraten. Er kannte den Weg. Er war schon oft mit Jason hier gewesen. Sie hatten sich den Ort gemeinsam ausgesucht. Für den Fall, das der Dunkle Lord wieder auferstehen würde. Es war ein tollkühner Plan, den sie vor Jahren ersonnen hatten. Ein Plan den weder Dumbledore, das Ministerium oder Voldemort je erfahren durften. Das verdammte Schicksal der Welt hing davon ab.

Er öffnete die behäbige Stahltür, die den Weg in das Innere des Berges offenbarte. In der Zwischenschleuse gingen die Lichter an. Er legte den großen Hebel an der Wand um und betrat das Innere der Anlage. Hinter der nächsten Tür wartete Jason Murlahey.

„Hast dir ja ganz schön Zeit gelassen.", sagte er.

„War nicht zu vermeiden.", sagte Severus.

Jason nickte und sie gingen in den Teil des Bunkers in die Mannschaftsquartiere waren. Dort warteten bereits John und Jennifer auf ihn. Seine Frau umarmte ihn sobald er den Raum betrat. Sie hatten sich fast ein Jahr lang nicht gesehen.

„Geht es dir gut?", fragte sie.

„So gut es die Umstände zulassen.", antwortete Severus.

„Also?", fragte John. „Was soll das alles?"

Severus wusste, dass sie Fragen hatten, die er beantworten musste. Dass sie ihm vertrauten war wichtig für alles, was Folgen würde. Insbesondere John.

„Also schön.", sagte Severus. „Jason hat den Mund gehalten?"

„Geschwiegen wie ein Grab.", fügte Murlahey hinzu.

„Ich habe nicht vor für Dumbledore, Voldemort oder sonstwen den Heldentod zu sterben. Mit anderen Worten, ich habe einen Plan. Damit der gelingt brauche ich allerdings eure Unterstützung. Das hier ..." Severus machte eine ausschweifende Geste in die Umgebung. „... ist Teil eins dieses Plans. Eine abgelegene Operationsbasis, groß genug um darin eine kleine Armee zu versammeln."

John und Jennifer tauschten Blicke aus.

„Du willst eine Armee aufstellen?", schloss seine Frau.

„Sowas in der Art. Und zwar eine mit der niemand rechnet. Dumbledore will, dass wir alle fein abwarten und uns zur Not abschlachten lassen bis er den entscheidenden Zug machen kann. Ich habe gelernt, dass man im Zweifel Dumbledore genauso wenig vertrauen kann wie Voldemort. Sie spielen dieses Spiel schon ziemlich lange, doch anders als beim letzten Mal habe ich nicht vor eine ihrer Schachfiguren zu sein."

„Okay, und wie willst du das anstellen?", fragte John.

„Auch, wenn es manchmal nicht so scheint, ich habe noch Kontakte. Leute, die mir was schulden und Freunde, die das Ganze ebenso beenden wollen wie ich. Ein für alle mal. Ich muss Dumbledore und Voldemort hinhalten. Lange genug um meinen Zug zu machen."

„Verdammt!", sagte John. „Wie lange plant ihr das schon?"

„Lange genug.", antwortete Severus.

„Wusstest du davon?", wandte sich John an seine Mutter.

„Nicht in diesem Ausmaß.", versuchte sie ihren Sohn zu beschwichtigen.

„Pff!", machte John ungehalten.

„Ich weiß, das kommt alles etwas unerwartet, aber ihr müsst mir … uns … vertrauen.", sagte Severus.

„Du weißt schon, dass du völlig größenwahnsinnig bist, ja?", sagte John. Murlahey begann neben ihm leise zu lachen.

„Ja, ich werde mich gegen alle stellen und sie hintergehen. Dieser Krieg wird kommen, ob wir wollen oder nicht. Ich habe es mir nicht ausgesucht ein General zu sein, aber ich muss, damit dieser Wahnsinn ein für allemal aufhört!"

„Du willst das durchziehen?", sagte John.

„Bis zum bitteren Ende. Es gibt keinen Platz für Spielchen mehr. Das hier ist tödlicher ernst, John. Deshalb bleibt ihr auch hier und helft Jason. Und bevor du wieder aufbegehrst, gefährlich wird es noch früh genug, das müssen wir nicht extra provozieren."

John öffnete den Mund und schloss ihn sogleich wieder, weil sein Vater ihm zuvor gekommen war.

„Severus hat recht, John.", pflichtete Murlahey ihm bei.

„Okay, ihr habt gewonnen.", entgegnete John. „Ich bin brav."

„Das wollte ich hören.", sagte Severus. „Jason, hast du alles vorbereitet?"

„Oh, natürlich. Entschuldigt uns kurz.", sagte Murlahey und ging mit Severus im Schlepptau einige Gänge weiter, die Treppe hinauf und zu einer verschlossenen Stahltür an der das Metallschild mit der Aufschrift „GENERAL OFFICE" pragte.

Das Büro des Generals, wie passend das doch war. Und geräumig. Es gab neben einem Bürotisch noch ein Bett – keine Feldliege wie unten in den Mannschaftsräumen – und sogar ein eigenes Bad. Die Briten wollten halt auch in der atomaren Apokalypse ein Minimum an englischen Lebensstandart genießen. Ganz besonders die Generalität.

„Du musstest es wieder übertreiben, was?", fragte Severus.

„Einer der Vorteile an einem Militärbunker, der für das Ende der Welt ausgestattet ist."

Severus sagte nichts und ging zum Schreibtisch. Auf dem stand eine alte Schreibmaschine, die sogar noch funktionstüchtig war.

„Wow, das ist ja retro.", bemerkte er als er auf den Tasten herumtippte.

„Ist besser als alles mit der Hand zu schreiben. Ich kenn' ja deine Sauklaue."

„He, das ist Hogwartslehrer-Schönschrift!", entgegnete Severus.

„Na klar.", sagte Jason. „Für Jennifer und John hab ich auch einen Raum, damit ihr eure Ruhe habt. Noch ist hier ja genug Platz."

„Du hast wie immer an alles gedacht.", sagte Severus und riss sich von der alten Schreibmaschine los.

Jason ging los und zeigte den anderen ihre Räume. Severus setzte sich auf den Stuhl hinter seinen Schreibtisch. Er schloss kurz die Augen und rieb sich seine Nasenwurzel. Severus hätte loslachen können. Sein Sohn hatte recht. Es war der helle Wahnsinn, was sie hier taten. Wahrscheinlich würden sie dabei auch alle draufgehen. Dennoch gab es für ihn keinen anderen Ausweg. Lieber kämpfend untergehen als auf Knien. Er würde sicher nicht vor Voldemort oder Dumbledore um sein Leben winseln.

Es klopfte an der Tür. Severus sah auf. Jennifer trat in das Büro ein und schloss die Tür hinter sich.

„Wie geht es dir?", fragte sie.

„Beschissen.", antwortete er frei heraus.

„Ich bin nur froh, dass du noch lebst.", sagte Jennifer.

Severus erhob sich und trat an seine Frau heran. Er nahm ihre Hände. Sie hatten sich eine Ewigkeit nicht mehr gesehen. Das ganze letzte Jahr war er immer im Einsatz gewesen. An eine Verschnaufpause war nicht zu denken. Und jetzt wo er wenigstens für ein paar Stunden innehalten konnte fühlte es sich seltsam an. Leer. Ungewiss. Der Stress mit dem Trimagischen Turnier und Voldemorts Rückkehr hatte auch dafür gesorgt, dass er über viele Dinge nicht nachdenken konnte.

Severus lehnte seinen Kopf an ihre Schulter und atmete tief durch. Er spürte wie sie ihn umarmte. Es war seltsam jetzt wieder diese Innigkeiten zu spüren. Als würde sich ein Schleier in seinem Kopf lichten. Severus nahm ihren Kopf in seine Hände und küsste sie. Es war lange her, dass er das getan hatte. Dennoch riss er sich von ihr los. Das war weder der richtige Zeitpunkt noch der Ort um so etwas zu tun.

„Sev ...", sagte Jennifer und nahm seinen Arm.

„Wenn ich einen Fehler mache, dann könnte ich morgen tot sein."

Diese Sorge hatte er immer. Nur dieses Mal war sie viel greifbarer als in all den anderen Jahren als er Harry Potter in all diese lebensgefährlichen Situationen hinterher jagte in der Hoffnung das Leben des Jungen schützen zu können. Nein, ab jetzt war es persönlich.

„All die Jahre habe ich versucht euch zu schützen und jetzt bin ich wieder mittendrin."

„Mach das nicht.", sagte Jennifer streng.

„Was?"

„Dich absondern.", antwortete seine Frau. „Selbst wenn es unsere letzte gemeinsame Nacht wäre ..."

Sie strich ihm sanft über die Wange. Severus ergriff ihre Hand. Seine Gefühle waren auf einmal so chaotisch. Er wusste das er in ein paar Stunden wieder bei Voldemort auf der Matte stehen musste. Und er fürchtete sich vor jeder Begegnung mit diesem Bastard. Doch er durfte sich nie etwas anmerken lassen. Keine Gefühle. Funktionieren wie ein Uhrwerk. Das war der Trick. Diese Maschinerie in seinem Kopf abzuschalten wurde von mal zu mal schwieriger. Severus kannte das von früher. Wenn man nicht aufpasste zog es einen mit hinab in den Abgrund, den Tom Riddle einst für sich geschaffen hatte.

Severus schüttelte nur gedankenverloren den Kopf. Wo würde das alles hinführen?

Nun war es Jennifer, die ihn küsste. Sie legte die Arme um ihn und zog ihn zu sich heran. Severus schloss die Augen.

Scheißdrauf, dachte er. Angst würde nicht bestimmen, was er tat und wer er war. Dieses Mal nicht.

„Warte.", sagte er und ging zur Tür, um sie verriegeln. Severus zog die Jacke aus und hängte sie über den Stuhl.

„Wir haben noch etwas Zeit.", sagte er an Jennifer gewandt.

„Genau das wollte ich hören.", entgegnete sie ihm.

Severus ließ sich auf dem Bett nieder und wartete auf seine Frau. Jennifer setzte sich neben ihn und öffnete ihm das Hemd. Sie küsste ihn auf sein Schlüsselbein. Er genoss es. Wie lange hatte er das nicht mehr gespürt?

Er strich ihr durch ihr Haar und genoss jeden ihrer sanften Küsse auf seiner Brust. Severus ließ sich sein Hemd von den Schultern gleiten und seufze. Er ließ sich nach hinten fallen. Jennifer setzte sich auf ihn und knabberte an seinen Brustwarzen. Severus' Hände glitten unter ihren Pullover. Er erkundete ihren Bauch und nahm ihre Brüste. Seine Finger glitten über ihre harten Brustwarzen und er spürte die plötzliche Enge in seiner Hose.

„Ich will dich.", sagte Severus. Sein Unterleib begann sich verlangend an ihr zu reiben. Er öffnete seinen Gürtel und zog seine Hose nach unten. Sie küssten sich zärtlich und doch voller gegenseitigem Verlangen.

Wenn er morgen sterben sollte, dann wollte er diese Stunden mit ihr so sehr genießen wie er konnte. Severus setzte sich auf, packte Jennifers Hintern und bugsierte sie unter sich auf dem Bett. Er zog ihr die Hose herunter und entledigte sich dem Rest seiner eigenen. Langsam beugte er sich über sie und vergrub sein Gesicht in dem krausen Haar zwischen ihren Beinen. Er küsste ihre intimste und heißeste Stelle. Jennifer seufze genüsslich. Sie warf den Kopf zurück und ihre Finger glitten durch sein Haar. Severus tauchte wieder über ihr auf und er spürte wie sie sein steifes Glied voller Vorfreude streichelte. Er zog ihr ihren Pullover über ihren Kopf aus und küsste ihre Brüste. Seine Lippen umschlossen ihre Brustwarzen und er sog genüsslich daran. Wieder küssten sie sich. Dieses Mal jedoch wesentlich leidenschaftlicher. Voller gegenseitiger Erregung berührten sich ihre Lippen.

Severus drang sanft in ihren Schoß. Voller gewollter Langsamkeit stieß er in sie. Er küsste ihren Hals. Jennifer schloss die Augen, stöhnte wohlig unter seinen Bewegungen. Severus nahm ihr Gesicht in seine Hände und küsste sie erneut. Seine Stirn ruhte auf der ihren. Sie spürten ihren gegenseitigen erregten Atem. Jennifer umklammerte seine Hüfte mit ihren Beinen und zog ihn dichter an sich heran. Seine Stöße in sie nahmen an Fahrt an. Er wollte sie so sehr. Wollte Dinge mit ihr tun. Severus baute sich über ihm auf, sah ihr fest ins Gesicht und genoss es Jennifer dabei zuzusehen wie sich ihr Gesicht voller Lust verzerrte.

„Oh ja.", stöhnte sie. „Fester."

Severus nahm ihre Schenkel und presste sie dichter an sich heran. Er wurde schneller. Stöhnte. Schloss die Augen. Jennifers Hände umfassten seinen Hintern. Drückten ihn noch näher an sie heran.

„Ah, ah, ja, lass mich nach oben.", sagte sie. Severus hielt kurz inne und rollte sich mit ihr auf den Rücken. Jennifer warf den Kopf zurück und begann auf ihm zu reiten. Sie beugte sich über ihn. Severus vergrub sein Gesicht zwischen ihren Brüsten und er glitt mit seiner Zunge ihre Haut entlang. In dem heftigen Rhythmus in dem sie auf ihm ritt stieß er in sie. Jennifer griff hinter sich und massierte seinen Hoden. Severus stöhnte, warf seinen Kopf zurück und kniff die Augen zu. Er spürte wie sein Inneres explodierte und er sich in einem heftigen Stoß in sie ergoss. Jennifers Bewegungen auf ihm wurden langsamer. Sie sahen einander an und lachten. Erneut küssten sie sich.

„Ich liebe dich.", sagte Severus. Er setzte sich auf und umarmte sie.

Wie oft hatte er sich nach diesen Normalitäten gesehnt in den letzten Jahren? Seine Sehnsucht nach einem Ende des ewigen Versteckens und danach endlich so leben zu können wie alle anderen auch.

„Ich wüsste nicht, was ich ohne dich tun sollte.", sagte er.

„Ich auch nicht.", antwortete Jennifer.

Sie erhob sich und ließ ihn langsam aus sich gleiten. Severus nahm die Decke und breite sie über sie beide aus. Er drehte sich auf sie Seite und schmiegte sich an den feuchten Körper seiner Frau. Sie kuschelten sich aneinander, tauschten Zärtlichkeiten aus. Alles, um zu vergessen, dass es morgen schon vorbei sein könnte.

Wenn er sich jemals fragte warum er das alles über sich ergehen ließ, dann brauchte er sich nur an diese kostbaren Momente mit seiner Frau zu erinnern. Er kämpfte nicht nur für sich, sondern auch dafür, dass diese Augenblicke endlich normal sein würden. Dafür, dass es irgendwann egal war wen er liebte und warum. Der rassistische Wahn hatte ihn sein ganzes Leben lang begleitet und ihm viel genommen. Manches davon war auch seine eigene Schuld, doch er würde nicht zulassen, dass dieser sinnlose Krieg noch einmal sein Leben - und das von so vielen anderen – brutal zerreißen würde. Er würde sie stoppen und wenn es das Letzte war, was er tun würde. Selbst wenn er dabei sterben musste.

Jennifer hatte sich neben ihm eingerollt. Severus küsste zärtlich ihren Nacken und sie drehte sich zu ihm um.

„Ich muss los.", sagte er.

Jennifer strich ihm sanft über die Wange.

„Bleib am Leben, ja?", sagte sie.

„Was anderes hatte ich nicht vor.", antwortete Severus und küsste sie zum Abschied.

Er erhob sich und zog sich an. Schweren Herzens entriegelte er die Tür und ging davon. Im Gang begegnete er Jason, der ihn schief angrinste.

„Na?", sagte er. „Hast du das Bett getestet?"

„Ach, halt die Klappe!", entgegnete Severus, konnte sich das Lachen jedoch nicht verkneifen.

„Gehst du zurück?", fragte Jason nun jedoch mit vollem ernst.

„Ja, er erwartet mich. Wünsch mir Glück.", sagte Severus und verließ den Bunker. Draußen apparierte er direkt in den Vorsaal des Anwesens des Dunklen Lords.

Es war merkwürdig ruhig im Haus. Fast so als ob niemand da wäre. Dagegen sprachen jedoch die hell erleuchteten Lampen und ein Wurmschwanz, der wie eine bessere Putze mit einem Lappen den Parkettboden wischte. Als er Severus entdeckte gab er einmal mehr einen seiner typischen Quiecker wieder. Er wusste schon warum seine Animagusgestalt eine Ratte war.

Severus ignorierte ihn und betrat den Salon in dem der Dunkle Lord vor dem Kamin auf und ab schritt. Um seine Schultern gelegt hatte er seine Schlange Nagini und sprach leise in Parsel mit ihr.

„Ah, Severus ...", sagte Voldemort und blickte zu ihm auf.

„Ich bin hier wie gewünscht."

„Und?", fragte der Dunkle Lord als sei klar welche Frage er stellen würde.

„Potter ist bereit.", antwortete Severus.

„Hmm.", machte Voldemort und trat auf ihn zu. „Ich hoffe das stimmt. Mancher zweifelte schon an deiner Loyalität."

„Ich bin euch treu ergeben.", sagte Severus.

„Natürlich.", sagte der Dunkle Lord und mit einem Mal verspürte Severus einen heftigen Schmerz in seinem Kopf. Gerade noch im letzten Augenblick konnte er Voldemorts Attacke auf seine Gedanken abwehren. Allerdings nicht vollständig. Vor seinem geistigen Auge blitzte ein Bild auf wie er und Jennifer miteinander schliefen.

„Das ist interessant.", sagte Voldemort und lächelte schief.

Severus verfluchte sich selbst, dass er diesen Angriff nicht hatte kommen sehen. All die Jahre und nun hatte es dieser eine Augenblick ausgerechnet aus seinem Kopf in die Hände des wahrhaft einzigen Menschen geschafft, der gerade dieses Bild hätte niemals sehen sollen.

„Wer ist die Frau?", fragte der Dunkle Lord als ginge ihn das irgendetwas an.

„Nur eine Bekanntschaft.", antwortete Severus.

„So?", machte Voldemort.

„Sexueller Art, wenn ihr versteht.", fügte Severus noch hinzu.

Der Dunkle Lord lächelte und strich Nagini fast schon zärtlich über den Kopf. Er sagte etwas in Parsel und die Schlange glitt von seinen Schultern davon.

„Ich verstehe.", sagte Voldemort. „Ich hoffe nur, dass derartige Unternehmungen dich nicht ablenken."

„Nein, gewiss nicht. Ich hoffe nur, Ihr versteht, dass Potters Vorbereitung schwierig war. Das Ministerium hat überall Spione. Wenn ich zu offensiv vorgehe scheitert die ganze Unternehmung."

„Gewiss ist dir klar, dass ich es ebenso verstehe meine Agenten beim Ministerium zu halten? Also hör auf mir etwas vorzuspielen, Severus.", sagte der Dunkle Lord scharf.

„Meine Loyalität steht nicht zur Debatte.", entgegnete Severus.

„Das entscheide ich!", fuhr Voldemort ihn an.

„Gut, dann sagt mir wer an mir zweifelt? Ist es Lucius? Einer der Carrows?", fragte Severus direkt. „Gibt es immer noch diese lächerlichen Gerüchte, die schon seit fünfzehn Jahren die Runde machen?"

„Du verteidigst dich wie ein Löwe.", bemerkte der Dunkle Lord lächelnd.

„Das muss ich ja leider immer wieder. Dabei sollte ich doch längst gezeigt haben zu wem ich stehe, oder? Ihr müsstet selbst wissen, dass alles rund um Harry Potter eine delikate Angelegenheit ist. Dass es so lange gedauert hat ihn für unsere Zwecke vorzubereiten hat nichts mit mangelnder Liebe zu unserer Sache zu tun, das kann ich versichern."

„Crucio!", rief Voldemort und Severus wurde unvermittelt vor Schmerz von den Füßen gerissen. Der Dunkle Lord beugte sich zu ihm herunter und sprach ganz leise: „Mein lieber Severus, du solltest mich doch besser kennen. Du weißt was ich mit Lügnern mache, oder?"

Severus setzte sich unter Schmerzenslauten auf und nickte.

„Ich lüge nicht.", entgegnete er außer Atem.

„Das will ich hoffen. Um deinetwillen.", sagte Voldemort und erhob sich. „Jetzt geh mir aus den Augen."

Severus erhob sich und ging hinaus. Der Crucio hatte ihn mit voller Wucht getroffen. Jede Faser in seinem Körper zitterte noch unter den langsam abklingenden Schmerzen. Im Vorsaal musste er sich auf einen Stuhl setzen, da er fürchtete seine Beine würden ihm versagen.

„Ist wohl nicht so gut gelaufen?", quieckte Wurmschwanz, der noch immer damit beschäftigt war den Boden zu wischen.

„Was geht dich das an?", sagte Severus.

„Oh, wir kriegen alle unsere angemessene Strafe."

„Und was ist deine?", fragte Severus.

Wurmschwanz funkelte ihn finster an. Ein Blick wie Severus ihn von dem früheren Peter Pettigrew gar nicht kannte. Er erwiderte nichts auf seine Frage. Schweigen war auch eine Antwort.

Severus erhob sich und disapperierte.