* Vier Monate zuvor *

Reddington hatte veranlasst das Azari in ihr Apartment verlegt wurde. Von dort aus konnte sie genauso gesund gepflegt werden und hier würde sie sich auch wesentlich wohler fühlen als irgendwo in einer dunklen Lagerhalle, in einer Mobilen Krankenstation. Gerade war der Arzt bei Azari im Zimmer und schaute nach der Wunde. Es ging ihr zumindest schon wesentlich besser. Red würde dafür sorgen, das sie bald eine kleine Physiotherapie starten würde, um ihre Muskeln und vor allem ihre Schulter zu behandeln. Die meiste zwar war sie nur gelegen und sie hatte sehr viel abgenommen. Fast zwei Wochen kam er nun möglichst oft ins Apartment. Er hatte Dembe bei ihr gelassen, damit sie wirklich sicher war. Zumindest hatte dass auch einen guten Effekt gehabt. Beide haben sich angenähert und eine Freundschaft geschlossen. „Raymond?" Dembes Stimme riss ihn aus seinen Gedanken, weshalb er sein Whiskyglas abstellte und ihn ansah. „Es geht ihr wesentlich besser. Du musst dir keine Sorgen um sie machen."
„Ich weiß." Trotzdem war das nicht so einfach. „Du hast mir einmal gesagt dass die Menschen um mich herum sterben. Ich habe viele enge Freunde verloren Dembe."
„Du wirst Azari nicht verlieren. Weil wir vorsichtig sein werden."
„Vorsichtig… Das ist ein sehr Dehnbarer begriff bei uns mein Freund."
„Das ist wahr." Dembe lächelte etwas. „Ich hab jedenfalls alles eingekauft was du brauchst. Azari freut sich schon auf eine richtige Mahlzeit."
„Die Schonkostzeit ist endlich vorüber." Red kannte dieses Gefühl. Schonkost war nicht jeder Manns oder Frau Sache. „Danke."
„Schon gut. Sobald der Arzt gegangen ist, gehe ich auch und komme später wieder." Einfach damit Raymond etwas Zeit alleine mit ihr hatte.
Als der Arzt kurz darauf ins Wohnzimmer kam sprach er ein paar Worte mit Raymond und Dembe. Aber er war sehr Positiv. „Alles ist sehr gut verlaufen. Die Wunde heilt noch ab, aber in ein oder zwei Wochen ist auch das erledigt. Ich habe der jungen Dame ein paar Übungen gezeigt, die sie langsam beginnen kann, bevor ihre Physiotherapie startet. So als kleine Aufwärmung. Schmerztabletten habe ich einmal hier." Er griff in seine Tasche und reichte Raymond eine Dose. Raymond überprüfte jedes Medikament welches Azar verschrieben wurde. Inzwischen traute er einfach nur sehr wenigen. Als Red die Medikamente an sich genommen hatte verabschiedeten sie den Arzt. Dembe brachte ihn zur Türe während Raymond zum Schlafzimmer lief und einmal anklopfte. „Komm rein", hörte er sie sagen, weshalb ein leise eintrat und die Türe hinter sich schloss. „Ich habe hier Schmerzmittel für dich."
„Gott sei Dank", murmelte Azari und stand langsam auf.
„Wir müssen vorsichtig sein, das du nicht abhängig wirst", sagte er ernst. „Ich gebe dir jetzt eine und dann wenn du schlafen gehst."
Azari verstand deine Vorsicht… Sie selbst spürte die innere Unruhe bei dem Gedanken keine Schmerzmittel selbst bei sich zu haben. Also wartete sie bis er bei ihr stand und ihr die Tablette reichte. „Danke Ray." Sie nahm die Tablette in den Mund und musste lächeln als Raymond ihr bereits ein Glas mit Wasser hinhielt. Dankend nahm sie dieses entgegen und trank einen großen Schluck. „Der Arzt sagt ich darf jetzt wieder normal Essen!" erzählte sie und stellte das Glas bei Seite. „Aber das wusstest du bestimmt schon oder?"
Raymond griff sich ihre Handgelenke und betrachtete sie eingehend. „Es geht dir wirklich gut?"
Azari schwieg und senkte kurz ihren Blick. „Es ist nur… Ich musste eben daran denken… Ich glaube es ist besser wenn ich weniger Schmerzmittel nehme Ray. Ich spüre, dass ich Panik bei dem Gedanken habe, keine Schmerzmittel zu bekommen. Darum… Ist es besser wenn du genauer ein Auge darauf hast."
Aber sie hatte es erst gesagt nachdem sie bereits eine Tablette genommen hatte. Ernst nickte er und zog sie dann in seine Arme. „Ich achte darauf." Er würde es Dembe auch sagen, sobald dieser wieder da wäre. „Ich habe gehört du hast Appetit auf etwas Italienisches?" fragte er und löste sich wieder von ihr.
Azari sah zu Raymond hoch und legte ihre Hand an seine Wange, ehe sie ganz leicht nickte. „Aber nur wenn du es kochst."
„Ich verwöhne dich zu sehr", sagte er und musste lachen. Azari mochte es ihn lächeln und lachen zu sehen. Deshalb zog sie ihn sanft zu sich runter und küsste seine warmen Lippen. Sie hörte ihn seufzen und sie spürte wie er den Kuss mit leichtem druck erwiderte. „Ray…"
Reddington wusste dass er sie wollte. Aber er wusste auch, dass die Kleine zu entkräftet war um das mit zumachen. Seine Lippen wanderten von ihrem Mund zu ihrem Kiefer und hinterließ eine heiße spur der Sehnsucht. „Ray…" keuchte sie und schlang ihre Arme um seinen Hals. Raymond vergrub sein Gesicht in ihrem Nacken und küsste sie dort wieder sanft. „Noch nicht", flüsterte er. „Erst wenn du wieder ganz Fit bist."
„Ah…" seufzte sie enttäuscht und löste sich von ihm, damit sie ihn noch einmal küssen konnte. „Ich vermisse dich aber…" murmelte sie. „Können wir nicht ein wenig was… Probieren?"
Raymond musste lachen und schüttelte seinen Kopf. „Das sehen wir. Komm Lass uns Kochen." Er führte sie zur Küche, allerdings schob er sie dort zu eine Stuhl und half ihr sich zu setzten. „Ich möchte dir gerne helfen."
„Du wirst dich erholen", sagte Raymond ernst und blickte zu ihr. „Und lässt dich verwöhnen."
„Hast du nicht noch eben gesagt dass du mich zu sehr verwöhnst?"
Reddington schüttelte amüsiert seinen Kopf und drehte sich nochmal zu ihr um. „Habe ich dir schon einmal von Venedig erzählt?"
„Venedig noch nicht", sagte sie und lehnte sich leicht zurück. „Ah… Venedig ist eine unglaubliche Stadt. Leider ist sie auch so schrecklich gefüllt! Aber es ist trotzdem unheimlich schön."
„Schauen wir uns einmal Venedig zusammen an?"
„Wir können es mit auf die Liste setzten ja. Jedenfalls." Raymond fing an die Sachen zu Ordnen und holte einen Topf herauf. „Ich habe einmal in Venedig eine Frau kennengelernt die überaus gute Pasta machen konnte. Ich glaube ich habe an diesem Wochenende fast zwei Kilo zugenommen", lachte Raymond und sah dann hinter sich zu Azari. „Sie hatte einen Trick im Bezug auf die Pasta angewendet und sie war so Frei, nach viel Überzeugungskraft meinerseits, mir ihren Trick zu verraten."
„Und du wirst mir diesen Trick nicht zufällig verraten?" fragte Azari und stand wieder von ihrem Platz auf, ehe sie auf Raymond zu trat und ihre Hände auf seinen Rücken legte. „Oder muss ich auch Überzeugungsarbeit leisten?"
Raymond hielt inne und holte tief Luft als Azaris Hände um seinen Rücken strichen und an seinen Hüften stoppten. „Vielleicht." Sein Hals wurde trocken. „Aber erst essen wir." Während er also weiter machte, spürte er wie sie ihren Kopf an seinen Rücken legte und so dicht an ihm geschmiegt stand. Dieses Gefühl war so… Seltsam. Angenehmen.
Als die frische Pasta im Wasser kochte wusch Raymond sich die Hände und musterte Azari wieder. Sie holte Teller aus einem Schrank, aber als sie ihre Arme hoch streckte, zuckte sie zusammen. Raymond war innerhalb von einer Sekunde direkt neben ihr, und griff nach den Tellern, die drohten runter zu fallen. Vorsichtig stellte er diese ab und legte dann eine Hand auf ihre verletzte Schulter. „Sobald du dein Training beginnst, wird es langsam besser werden."
„Ah… Ja." Es war nur sehr… Nervenaufreibend. Sie einfach wie immer Bewegen zu können, würde noch etwas brauchen. „Ich bringe die Teller zum Esstisch. Ich werde Vorsichtig sein."
Raymond beobachtete wie sie die Küche verließ. Er konnte verstehen dass sie frustriert war… Eingeschränkt zu sein war keine einfache Sache. Und jetzt verstand er auch ihr Bedürfnis ihm Nahe sein wollen umso besser. Sie wollte Normalität.

Das Essen war köstlich. Raymond nahm noch einen bissen und blickte dann zu Azari, die ihre Portion schon aufgegessen hatte und nun an ihrem Wasser nippte. Flüchtig wanderte sein Blick über ihren Körper und er fragte sich… Sein Handy klingelte. „Entschuldige", sagte er zu Azari und griff in seine Tasche, ehe er auf die Nummer blickte. Elizabeth. Er zögerte das erste Mal und sah Azari wieder an.
„Es ist Elizabeth oder?" fragte sie sofort nach. „Vielleicht hat sie Probleme mit dem Aktuellen Fall?"
Oder sie steckte in Problemen. Raymonds Herz schlug schneller, weshalb er ran ging. „Lizzy, Kleines. Alles okay bei dir?… Wo bist du? … Ich verstehe… Liz-" als die Leitung abbrach dachte Raymond nicht lange nach und wählte Arams Nummer. Als der junge Mann nach kurzem ran ging, ersparte Reddington es sich große Worte zu verschwenden. „Aram- Lass Elizabeths Handy Orten… Wo wurde es zu Letzt… Wir treffen uns dort." Reddington legte auf und stand zügig auf. „Lizzy steckt in Schwierigkeiten. Ich hätte sie das nicht alleine machen sollen", kaum das er das zu Letzt gesagt hatte, hielt er inne und musterte Azari. „Ich will nicht sagen, dass ich es bereue hier gewesen zu sein."
Azari stand langsam auf und schüttelte ihren Kopf. „Mach dir wegen mir keine Gedanken Ray. Geh und hilf deiner Tochter." Sie trat zu ihm und küsste seine Wange. „Familie ist etwas unheimlich wichtiges Ray. Beschütz was du hast."
„Dembe ist bald wieder hier."
„Nimm ihn lieber mit dir. Du wirst bestimmt jede Hilfe gebrauchen können. Ich räume auf und lege mich dann noch einmal hin. Aber… Melde dich sobald es vorbei ist."
„Ich rufe dich an." Reddington griff sich seinen Hut und blickte noch einmal zu ihr, ehe er das Apartment verließ und direkt sein Handy wieder in die Hände nahm.

Vier Stunden später saß Raymond mit Dembe im Auto. Beide starrten in die Nacht hinaus, beide waren vollkommen erledigt. Das Auto stand und fuhr nicht. Die letzte Stunden, waren wirklich angespannt gewesen. Sie hatten dieses Mal niemanden auf ihrer Seite verloren, aber beim nächsten Mal konnte es schon wieder anders aussehen. „Elizabeth geht es gut", sagte Red. „Sie hat mir vorhin geschrieben".
„Das war wirklich knapp gewesen Raymond. Elizabeth hätte sterben können."
„Ja. Das stimmt." Was sollte er dazu sagen? Es Beschönigen? Es schlecht reden? Was sollte er tun?
„Sie ist Zuhause und sicher", sagte Dembe. „Und du kannst jetzt auch nach Hause gehen."
„Welches Heim denn?" fragte Raymond Kopfschüttelnd.
„Zu Azari. Du hast mir gesagt, dass sie dich liebt. Fühlst du den auch so für sie?"
Raymond wollte mit Dembe nicht darüber sprechen. Zumindest nicht im Moment. „Azari braucht mich. Elizabeth braucht mich auch."
„Und wenn du Elizabeth von ihr erzählst, würde es vieles erleichtern", warf Dembe ein.
„Wenn Lizzy das weiß wird es kein Hindernis mehr geben. Azari würde mich begleiten. Die meiste Zeit. Sie würde in Gefahr schweben."
„Aber nur wenn du sie mitnimmst. Sie kann ja bleiben wo sie lebt", sagte Dembe ruhig und musterte Raymond.
„Das ist nicht möglich!", knurrte Red fast schon und sah Dembe an. „Das ist der einzige Grund der mich daran hindert, sie nicht mit da weiter rein zu reißen Dembe. Ich bin zu Egoistisch." Er würde sie bei sich haben wollen. Die eine Grenze durfte er nicht überraschreiten. Nicht solange sie im Moment noch sicher war. Alles würde sich früh genug ändern. „Hast du ihr gesagt dass du sie liebst?" fragte Dembe nach und schaute wieder raus in die Nacht.
Raymond sagte dazu nichts. Er presste seine Lippen zusammen und schloss seine Augen.
„Soweit wie ich das sehe" sagte Dembe. „wird sich etwas an ihrer Situation eh nicht ändern. Es ist nicht so, das du sie aus einem sicheren und behütetem leben geholt hast Raymond. Sie kennt dieses Leben wie du es führst und sie ist glücklich. Du solltest dir langsam Gedanken darum machen, sie weiter in dein Leben zu lassen." Wirklich sicher wäre sie ohnehin nirgendswo. So gesehen war sie bei Raymond sicherer.
„Sie wäre das letzte Mal fast gestorben", sagte Raymond.
„Das war ein Unglück. Und es wird dich, mich oder sie immer treffen können. Normalerweise, würde ich dir raten sie in Ruhe zu lassen, wenn du sie liebst. Aber ihre Situation ist eine andere." Dembe schaltete den Wagen ein und fuhr Raymond zur Azari. Er wusste das Red dort hin wollte und jetzt lag erst einmal nichts dazwischen. Als sie dort ankamen blickte Dembe Raymond an und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Danke Dembe." Raymond schaute seinen Freund jetzt erst so wirklich an. „Wir sprechen uns morgen."
„Das werde wir." Red stieg aus und begab sich ins Gebäude. Er hatte Azari nicht angerufen, weil es schon recht spät war. Und als er letztlich ihre Wohnung betrat, war es sehr leise. Sie schlief also. Deshalb zog er seinen Hut aus und begab sich in die Küche, wo er sich ein Glas Scotch gönnte und seine Augen schloss. Heute hätte er Elizabeth verlieren können. Er hätte wesentlich durchdachter an ihren Fall rangehen sollen und sie nicht sich selbst überlassen dürfen. Hatte Dembe Recht? Wurde es Zeit Elizabeth von Azari zu erzählen? Sobald Azari an seiner Seite auftauchen würde, würden sich viele Dinge ändern. Noch nicht. Noch ein wenig wollte er diesen Frieden hier genießen.

Wie sonst, wenn er hier malübernachtete, legte er sich zu Azari ins Bett. Sie lag auf der Seite, weshalb er sich dicht an sie legte und in Löffelchenhaltung zu ihr ging. Sie fror ganz leicht und sie seufzte als er die Decke über sie beide legte. Red küsste ihren Hinterkopf und schloss dann müde seine Augen. Er hatte vollkommen vergessen wie das war, wenn man nach Hause kam und jemand auf einen wartete. Sein Bett würde nicht mehr Kalt sein.
Azari erwachte am frühen Morgen und sie hatte das Gefühl, als wäre sie eingeklemmt. Es brauchte ein paar Minuten, bis sie verstand dass jemand dicht an ihrem Rücken schlief, große Beine um ihre geschlungen waren. Raymond. Er war also doch noch gekommen? Müde schloss sie wieder ihre Augen und blieb ruhig liegen, damit sie ihn nicht wecken würde. Aber bereits nach wenigen Minuten fühlte sie, wie er sich streckte und seinen Arm fester um ihren Bauch schlang. „Guten Morgen", flüsterte er in ihr Ohr und küsste ihren Nacken.
„Guten Morgen Ray. Habe ich dich geweckt?" er antwortete ihr daraufhin hin, sondern blieb ihr einfach so nah. „Ist alles okay?" überrascht holte Azari tief Luft als Raymond sie plötzlich auf ihren Rücken drehte und sie von Oben herab ansah. Er suchte etwas in ihrem Blick und beugte sich runter um sie dann zu küssen. Verwundert erwiderte sie den Kuss und legte ihre Hand auf seine Schulter, nahe seines Halses und stellte fest dass er kein Shirt trug, wie sonst. „Bist du verletzt?" fragte Azari zwischen den Küssen und versuchte aus seinem Verhalten schlau zu werden. „Oder deine Tochter."
„Es geht mir gut und über Lizzy brauchen wir jetzt nicht sprechen. Alles ist okay."
„Was wird das dann?" fragte sie und musste lachen als seine Finger über ihren Bauch glitten. „Was denkst du?" fragte Raymond zurück und löste den Kuss damit er sie wieder ansehen konnte. Eine junge, schöne Frau lag in seinen Armen. Ihr langes Haar lag vollkommen zerzaust um sie herum und doch, hatte er das Gefühl schon lange nicht mehr etwas so schönes gesehen zu haben.
„Ich denke du bist noch im Halbschlaf." Azari legte ihre Hand an seine Wange und musterte ihn. „Ich bin froh dass es dir gut geht Ray." Raymond küsste ihre Handinnenfläche und baute sich dabei weiter über sie auf. „Das bin ich. Vielleicht." Deshalb beugte er sich runter und küsste sie wesentlich forscher und drängender. Seine Frau schlang ihre Arme um seinen Nacken und erwiderte seinen Kuss entsprechend leidenschaftlich. Raymond nutze dass um sich weiter über sie zu beugen, dabei spreizte er eines ihres Beine mit seinem Knie, damit er sich dazwischen legen konnte. Sie trug nur ein leichtes Nachtkleid, weshalb er mit einer Hand ihr Kleid hochschob und seine Mitte gegen ihre presste. Azaris keuchend ließ sein Blut schneller in die unteren Regionen treiben weshalb er den Kuss kurz löste um Luft holen zu können, ehe er sein Gesicht in ihrem Nacken vergrub um sie dort zu liebkosen und zu verwöhnen. Seine Hand rutschte höher und legte sich auf ihre weiche Brust. Er berührte sie und drückte sanft zu. Allerdings blieb er vorsichtig. Ihre Wunder an der linken Schulter war abgeklebt, aber er wollte ihr nicht unnötig schmerzen bereiten. „Ray!" keuchte sie schwer atmend als er sich immer wieder an ihr rieb. Sie musste bereit für ihn sein. Deshalb rutschte er nun weiter runter, damit er ihr Kleid langsam ausziehen konnte. Er sah sie das erste Mal unbekleidet. Natürlich hatte er sich seine Vorstellung davon gemacht wie sie Nackt aussah aber es nun zu sehen war… Unglaublich.

Raymond saß am Bett Ende und war noch dabei seine Atmung zu beruhigen. Er war nun mal nicht mehr der Jüngste, und doch was dieses Erlebnis wundervoll gewesen. Als Azari wieder ins Zimmer kam, nur mit einem Laken um sich geschlungen, sah er zu ihr auf. „Geht es dir gut?"
„Ja… Hier." Sie setzte sich zu ihm und reichte ihm ein Glas Milch. „Das… Ist so bei uns. Es steht für Fruchtbarkeit."
„Fruchtbarkeit", Raymond musste lachen und den Kopfschütteln. Allerdings nahm er das Glas entgegen und trank einen schluck, ehe er ihr das Glas an den Mund legte um ihr beim trinken zu helfen. Als Azari davon getrunken hatte stellte Raymond das Glas zu Boden und sah sie wieder an. „Du hast geblutet. Ist es okay?" er konnte beobachten wie sie verlegen wurde. „Das ist etwas vollkommen normales Azari. Schließlich hast du noch nie mit jemandem geschlafen."
„Ja… Und ich bereue es fast schon. Das solche Gefühle entstehen können…" Sie sah zurück auf das Bett und blickte auf die zerwühlten Decken. „Es hat mir gefallen. Es hat mir mit dir gefallen." Azari sah Raymond wieder an und legte ihre Hand auf seinen Oberschenkel. „Ich will das wieder tun."
„Wieder? Vielleicht solltest du dich erst einmal ausruhen."
„Raymond." Azari stand auf und ließ den Laken fallen, ehe sie sich Breitbeinig auf seinen Schoß setzte. „Es gibt so vieles das wir beide noch probieren müssen", flüsterte sie und küsste ihn direkt wieder. „Und ich will es jedes Mal probieren, wenn wir uns sehen."
Raymond erwiderte ihren Kuss und legte seine Hände auf ihre Hüften. Seine Manneskraft wuchs wieder heran und er wusste, dass er diesen Tag nicht außerhalb des Bettes verbringen würde.

* Drei Monate zuvor *

Spätsommer. Es herrschte eine frische Luft, aber die Sonne schien angenehm warm, weshalb die Mischung geradezu perfekt war. Sie trug ein Knielanges Kleid. Raymond hatte es ihr vor wenigen Tagen geschenkt und sie beschloss es für ihn anzuziehen. Sie selbst hatte sich so langsam an diese anderen Kleider gewöhnt. Sie waren offen aber wunderschön. Azari hörte wie jemand etwas zum Trinken einschenkte und drehte sich deshalb um. Dembe reicht ihr ein Glas von dem Shake den sie gemacht hatte. „Hier du solltest mehr trinken."
„Ich habe schon ein Glas von dem Shake gehabt. Du und Raymond solltet ihn trinken. Bei diesem Wetter ist es perfekt." Trotzdem kam sie näher und nahm das Glas an sich, ehe sie sich zu Dembe setzte. Raymond saß auf einen bequemen Gartensessel und Sonnte sich ein wenig. „Deinen Bruder zu bekommen wird nicht einfach Azari", hörte sie ihn sagen. „Ich brauch jedes noch so kleine Detail über ihn und seine Geschäftsleute."
„Sein Geschäft läuft gut", sagte Azari ruhig dazu und trank einen Schluck. „Wäre es nicht Sinnvoller seine Geschäfte zu übernehmen, anstelle sie zu zerschlagen?"
„Es ist schwer das zu Kontrollieren", sagte Raymond. „Eine Tatsache die mir durchaus durch den Kopf geht, aber es bergen sich viele Gefahren. Ich brauchte einen Vertreter. Einen der für mich alles in Kontrolle behält."
„Dafür brauchst du jemandem den du trauen kannst. Ich verstehe." Dazu durfte es kein Außenstehender sein, sondern musste jemand sein, der alles kannte. Dem die anderen vertrauten.
„Ich denke aber darüber nach einige wichtige Handelspartner deines Bruders abzuwerben."
„Ich schreibe dir nachher alle Wichtigen Dinge auf", schlug sie vor. „Wer was macht und Wofür verantwortlich ist."
„Gut." Raymond setzte sich etwas vor und griff sich sein Glas. „Das klingt doch viel versprechend."
„Das tut es", sagte Dembe und sah an seine Seite runter. Azari hing ihren Gedanken nach, als würde sie die Liste bereits in ihrem Kopf zusammenstellen. Die kleine Narbe an ihrer Schulter zeigte noch eine starke Röte, aber mit der Zeit würde auch das vergehen.

* Zwei Monate zuvor *

„Ich schaffe es heute nicht mehr in die Stadt. … Nein, aber… Ist gut. Wir sehen uns bald wieder." Reddington legte auf und sah direkt in Elizabeths Gesicht. Sie sah ihn skeptisch an. „Wieder eines der Geschäfte?"
„So in etwa." Raymond lächelte für sich und griff nach der Akte die ihm Liz reichte. „Ah unser kleiner tüchtiger Saubermacher. Mr. Clean wird dann engagiert, wenn besonders Schmutzige Tatorte entstehen. Er ist an sich Unwichtig, aber seine Kundenliste kann für euch Interessant werden."
„Hm…" Elizabeth merkte auf als Reddington Handy wieder klingelte. Dieses Mal legte er die Mappe bei Seite und nahm an, während er wieder zum anderen Ende des Jets lief um alleine Telefonieren zu können. „Hallo Kleines…", Red setzte sich und spannte sich sofort an, als er die Stimme am anderen Ende der Leitung hörte. Er umklammerte seine Sitzlehne und verzog keine Miene mehr. „Wie komme ich zu der Ehre? … Ich bin… Sie bleibt. Haben Sie das Verstanden? … Sag ihm dass ich das nicht auf mich sitzen lassen werde. … Ich will sie sprechen", drängte er leise. „Wenn Sie…", als die Verbindung abbrach spürte Red wie er in Schweiß ausgebrochen war. Reddington blickte den Gang entlang und suchte den Blickkontakt zu Dembe. Es brauchte nicht lange bis dieser von seinem Platz aufstand und zu ihm rüber lief. „Raymond ist alles in Ordnung?" fragte der große Afrikaner und beugte sich zu ihm runter.
„Einer von Sheerazis Männern ist bei Azari", sagte Raymond.
„Was?" Dembe holte tief Luft und setzte sich dann neben Raymond hin. „Was ist mit Azari?"
„Er lässt mich nicht mit ihr sprechen. Ich muss sofort handeln."
„Ist es wegen deiner Aktion?"
„Er weiß das ich es war." Anders konnte Raymond sich das nicht erklären. Nach Monaten war Abdul also dahinter gekommen, dass er Infos aus dem Mann seiner Schwester gequetscht hatte. Und nicht nur von ihm sondern auch von Azari… Infos mit denen Raymond auch entsprechend etwas angefangen hatte. Züge um Abdul zu zermürben und seine Grundsteine zum wackeln zu bringen. Er hatte ihm erheblichen Schaden zugefügt. „Azari hat ihn verraten, er wird das klären wollen." Und was das bedeutete wusste Raymond. Und er hielt absolut nichts davon wenn jemand nicht Loyal war, aber Azaris Umstände waren anders. Ihr Bruder war nicht Fair- Nach allem was er von Abduls Leuten gehört hatte, war dieser Erbarmungslos und Eiskalt. Ehre kannte er nicht, nur eines. Macht.
„Wir müssen umkehren", sagte Dembe und blickte zu Liz rüber. „Es wird Zeit mit ihr zu sprechen…"
„Nein. Ich kläre das selbst. Weit wird der Kerl nicht mit ihr kommen." Raymond wusste das Azari in Gefahr war, aber Elizabeth wollte er genauso wenig alleine lassen.
„Raymond ich bleibe bei Elizabeth. Ich passe auf sie auf." Raymond erhob sich langsam, damit er zurück zu Elizabeth konnte, bevor er aber ging, leget er schweigend eine Hand auf Dembes Schulter.

„Ist alles okay? Du wirkst so ernst." Elizabeth musterte Raymond, der unentwegt aus dem Fenster schaute. Se würden gleich laden und Raymond sah so aus als würde er gleich durchdrehen.
„Ich muss leider wieder zurückfliegen", sagte Raymond plötzlich und blickte Elizabeth an. „Dembe wird bei dir bleiben und alle nötigen Informationen einsammeln."
„Aber wo musst du hin? Und warum? Vielleicht können wir dir helfen?"
„Nein Lizzy. Damit komme ich alleine klar. Es ist halb so wild."
Halb so Wild… So sah es für Elizabeth nicht aus. „Falls doch etwas ist, melde dich bei Cooper", sagte sie ruhig.

Cooper war tatsächlich eine Option. Als Raymond stunden später in einem Auto saß und auf dem Weg zum Apartment war gingen ihm tausende Gedanken durch den Kopf. Er hatte Azari nicht mehr auf dem Telefon erreichen können. Er hatte versuchte Azaris Fahrer zu erreichen, aber auch dieser meldete sich nicht. Raymond rechnete nun mit allem. Wirklich mit allem. Erst hatte er jemanden mit einmischen wollen, aber die Gefahr war zu Groß, dass Abduls Handlanger sich mit denjenigen nicht zufrieden gab. Er hatte Azaris Leben nicht aufs Spiel setzten wollen. Nicht für so wenig. Nervös bis er sich auf seine Lippe und blickte aus dem Fenster. „Sobald wir da sind wir ein Team sich Bereit machen. Sie kommen mit mir mit", sagte Reddington zu Fahrer und wartete bis dieser Anweisung an sein Team gab. Alleine kam er nicht hier her. Dumm war er schließlich nicht.
Als sie ankamen zog er seine Waffe und ging als erster vor. Sheerazi würde büßen. Koste es was es wolle.
Raymond spürte sein Herz schneller schlagen. Der Gang war voll mit seinen Leuten. Sheerazis Mann hätte keinen Ausweg. Stumm deutete er den anderen an zu warten, während er langsam und leise auf die Apartmenttüre zu schritt und diese mit seinem Schlüssel öffnete. Zunächst spähte er hinein. Er hörte absolut keinen Ton. Konzentriert schritt er weiter rein und ging mit gezückter Waffe voran. Plötzlich, wie aus dem Nichts, sah er nur noch eine Vase gegen ihn fliegen. Nur weil seine Reflexe so gut waren konnte er ausweichen und die Person festhalten, die diese Vase geworfen hatte. Azari starrte ihn panisch an und da holte er erleichtert Luft. „Es geht dir gut!"
„R-Ray! Ray du bist es! Gott sei dank!" Azari fiel ihm direkt um den Hals und hielt sich gut fest. Raymond steckte mit einer Hand die Waffe ein, während er mit der anderen die junge Frau festhielt. Sein Team stand im Flur verwirrt von dem was los war. Deshalb deutete Raymond der Gruppe an, erst einmal reinzukommen. „Azari wo ist er hin?" fragte Raymond. „Ich dachte er würde dich töten", oder entführen. Oder…
„Ray er…" Azari löste sich von ihm. „Er liegt im Badezimmer".
„Im Bad?" Er deutete seinen Männern an nachzusehen. „Was ist passiert?"
„Er wollte mich angreifen. Er wollte mich zu Abdul bringen und… Ich musste Handeln."
„Reddington", der bewaffnete Mann kam zurück und schüttelte seinen Kopf. „Er ist Tod."
Tod? Reddington musterte Azari die noch ganz außer sich war. „Er hatte mich fesseln wollen", erzählte sie. „Und ich musste doch etwas tun."
„Was hast du mit ihm gemacht?"
„Ich habe sein Genick gebrochen. Ich habe ihn im Bad umgebracht."
Das brauchte viel Kraft. „Hauptsache ist es, das dir nichts passiert ist Kleines." Er zog sie wieder zu sich und sah zu seinen Männern. „Ruft die Reinigungskräfte an und wartet bis die hier Fertig sind. Ruft mich an sobald das erledigt ist."
„Kein Problem Mr. Reddington." Der Mann sah Azari an ehe er sein Handy zückte und sich umdrehte.
„Und wir werden jetzt erst einmal etwas Essen gehen. Solche Aufregungen machen mich immer irgendwie Hungrig."
„Red…" Azari sah zu ihm hoch und musterte ihn genau. „Er hat bestimmt noch mehr Personen geschickt."
„Vielleicht. Aber mach dir jetzt erst einmal keine Sorgen. Meine Männer kümmern sich darum."
Azari war noch viel zu durch den Wind, aber sie wusste das Raymond anders tickte und das auf so viele verschiedenen Weisen. „Ich kenne da einen netten kleinen Burger Laden, direkt hier um die Ecke. Wir sind so selten ausgegangen, da sollten wir uns das gönnen." Reddington führte Azari von dem Apartment weg und begab sich mit ihr im Dunkeln zu dem Restaurant. Es war ein kleiner Laden. Viele konnten dort nicht Platznehmen aber für sie Zwei war noch was übrig. „Setzten wir uns hier hin." Er führte sie an einen Tisch, weit an der Ecke. Es gab eine flache Bank die an der Wand befestigt war und einen Stuhl. Raymond beschloss sich mit ihr zusammen auf die Bank zu setzten. „Von hier aus hat man alles im Blick. Und man kann schneller über den Hinterausgang fliehen", sagte er leise und nebenbei, ehe er Azari ansah. Sie wirkte aufgeregt. Aber nicht so aufgeregt wie eine Frau es in ihrer Situation sein sollte. Azari kam doch eben aus einer raueren Umgebung. Sie kannte den Alltag von Mord und Gewalt, auch wenn sie so etwas nicht erleben sollte.
Als ein Kellner auf sie zukam noch bevor er mit Azari reden konnte, setzte Raymond sein lächeln auf und blickte kurz in die Karte. „Was dürfen wir Ihnen bringen?"
„Ach wissen Sie wie schwer das ist?" sagte Reddington und presse seine Lippen nachdenklich zusammen. „Ich kann mich nicht zwischen dem Chicken-Chilli Burger oder einem Klassischen Hamburger entscheiden. Oder was meinst du liebes?" Reddington zeigte ihr die Karte und legte seine freie Hand auf ihren Rücken. „Oder was können Sie uns empfehlen?" fragte Red den Kellner.
Der junge Mann musterte beide und Red konnte sehen wie er sich fragte, warum eine so junge Frau mit ihm hier zusammen war und dazu in so einen billigen Restaurant. Der Mann öffnete seinen Mund und deutete auf die Karte. „Der Chicken-Chilli ist sehr beliebt. Es gibt dazu Fritten und ein Getränk. Wenn die das Jumbo Menü wählen. Aber ich empfehle ihnen das Pärchen Menü weil, sie dadurch nochmal was sparen."
„Das klingt doch Fabelhaft dann nehmen wir das Pärchen Paket mit den Chicken Burger, Fritten und… Cola."
„Alles Klar Sir."
Azari wartete bis der Kellner weg war, ehe sie sich weiter zu Raymond drehte um ihn besser ansehen zu können. „Ich wollte dir keine Probleme machen Raymond. Es tut mir Leid."
„Es tut dir Leid? Aber Unsinn! Es hätte wesentlich schlimmer enden können Kleines. Wie lange… Was ist passiert?" fragte er leise und sah ernst zu ihr runter. Seine Hand ruhte noch an ihrem Rücken und er konnte sehen wie sie sich sehr zusammen nahm. Ein Schock war am Ende doch ein Schock. „Kurz nachdem wir Telefoniert hatten, hatte es an der Türe geklopft. Ich dachte es wäre die alte Nachbarin, die am Ende des Ganges Wohnt. Ihr war schon einmal eine Katze entlaufen und… Jedenfalls sah ihr durch den Türspion, aber ich konnte niemanden sehen. Ich habe die Türe aufgemacht und da hat er mich überwältigt. Azim. Ein handlanger meines Bruders. Er wollte dich sprechen."
Raymond beobachtete wie sie ihre wunden Handgelenke griff und beugte sich nun selbst runter, damit er ihre Stirn küssen konnte. „Er fesselte mich und rief dich an. Er wollte Informationen haben…"
„Warum ist er mit dir dort geblieben? Es war Dumm von ihm zu bleiben…"
„Er wollte mit mir weg. Aber als er mit Abdul Telefoniert hatte, konnte ich mich befreien und dann flüchtete ich ins Bad aber er… Ich habe ihn zu Boden gerissen und sein Genick gebrochen."
„Jemandem das Genick zu brechen ist nicht einfach. Es verlangt Übung und Kraft. Dinge die ich dir zugegeben nicht zugetraut habe. Aber eines traue ich dir zu. Den Wille es zu tun."
„Er wollte das ich für Abdul Singe. Das ich dich Verrate. Das kam für mich nicht in Frage. Niemals."
„Hör mir zu." Reddington verstand sehr wohl was sie ihm damit sagen wollte und griff deshalb nun nach ihren beiden Händen und hielt diese fest. „Wenn so etwas, Gott bewahre, wieder passiert dann riskier nicht dein Leben und nicht deine Gesundheit. Ich finde dich so oder so. Egal wo du bist. Ich will nicht, das ich dich verlieren könnte, weil du dich hattest…"
„Wehren müssen? Ich wäre niemals Freiwillig mitgegangen Ray und das kannst du nicht entscheiden." Raymond blinzelte als sie das sagte und schaute sie einmal genauer an. Er schon ihre Gereiztheit auf die Situation die Stunden zuvor geschehen war. „Er ist seit Stunden Tod", sagte Azari. „Mein Telefon… Er hatte es kaputt gemacht und seines ist im Kampf kaputt gegangen. Darum konnte ich dir nicht Bescheid sagen. Ich wusste aber… Das du kommst." Azari drückte seine Hände, ehe sie sich vorbeugte und seine Wange küsste. „Danke dass du gekommen bist."
„Du musst dich nicht bedanken." Raymond legte seine Hand an ihren Hinterkopf und küsste ihre Stirn wieder. Das hätte alles auch anders ausgehen können. „So hier ist ihr Pärchen Menü."
„Wunderbar!" sagte Raymond leise und küsste nochmal Azaris Wange, ehe er den Kellner ansah und auf sein Essen runter blickte. „Das sieht doch Köstlich aus."
„Oh ja." Azari griff nach den Fritten und nahm sie in den Mund. „Ich hatte Hunger…" erst jetzt viel es ihr so wirklich auf. Deshalb griff sie nach dem Burger und biss ein großes Stück ab. „Und? Schmeckt es dir denn?"
„Mir ja", lächelte sie und bis direkt noch einmal ab.
Raymond machte es ihr gleich und merkte auf als sie ihm eine der Fritten hinhielt. Amüsiert aß er von ihrer Hand und genoss sein Essen in angenehmes Schweigen. Er würde mit Cooper reden müssen. Es wurde Zeit Azari aus dem Schatten zu holen, aber nur damit sie wirklich sicher war.
„Das war wirklich gut."
„Du hast deinen ganzen Burger geschafft!" lachte Raymond und beobachtete wie sie die übrigen Fritten verdrückte. „Ich kann dir ja noch einen für Unterwegs bestellen?"
„Oh nein. Ich bin satt, aber Danke."
Raymond trank einen Schluck von seiner Cola und lehnte sich zurück, damit er mit ihren Haaren spielen konnte. Als er eine SMS bekam sah Raymond darauf. „Für heute Nacht gehen wir ins Hotel. Jerome wird uns gleich abholen. Er hat die Notfalltasche im Auto." Raymond winkte den Kellner zu sich und beglich die Rechnung, ehe er Aufstand und Azari seine Hand reichte. „Lass uns gehen."

Azari fühlte sich wie betäubt. Sie hatte schon oft das Genick eines Menschen brechen gehört, es selbst aber zu tun war etwas anderes. Hierbei war es einfach ein Notweniges Übel gewesen. Etwas was sie zum Überleben hatte tun müssen. Als sie das relativ normale Hotelzimmer betraten sah sie sich einmal um und ihr Blick blieb an Raymond hängen. Er legte die Tasche auf das Bett und hatte sein Handy am Hörer. „Elizabeth! Wie geht es dir? … Läuft alles gut? Dembe geht nicht an sein Telefon… Verstehe Ja… Gib ihn mir." Raymond wartete und als Dembe ran ging klärte er mit ihm geschwind die Situation. „Der Angreifer ist Tod. Meine Leute kümmern sich um den Rest. Azari und ich werden erst einmal untertauchen. Ruf mich an, wenn es Probleme gibt… Ach und Dembe… Pass auf meine Lizzy auf." Red legte auf und steckte sein Handy ein. Er atmete gerade tief aus, als Azari auf ihn zu kam und ihn umarmte. „Ich wollte dich vorhin nicht Anzicken. Ich weiß du meinst es nur gut mit mir."
Raymond legte seine Hände auf ihre Schultern und löste sie leicht von sich. „Das war ein sehr langer Tag meine Liebe. Es ist okay."
„Du hättest bei deiner Tochter sein müssen. Ich wollte nicht…"
„Du hast diesen Angriff auf dich nicht geplant. Ich hätte mehr Schutz für dich zurücklassen sollen. Aber das alles bleibt nicht ungestraft. Ich werde deinen Bruder zur Rechenschaft ziehen."
Azari holte tief Luft und nickte. „Ja… Ich werde Duschen gehen", sagte sie leise. „Und dann lege ich mich hin."
„Lass dir Zeit." Raymond löste sich von ihr und beobachtete wie Azari in das angrenzende Bad lief. Red trat noch einmal zur Türe und ging sicher das sie wirklich abgeschlossen war. Danach zog er sich sein Jackett aus und legte dieses über einen Stuhl. „Ray?" hörte er plötzlich Azari rufen, weshalb er ins Bad trat. Durch das heiße Wasser, herrschte eine Dampfige Luft im kleinen Bad weshalb er auch nicht viel von Azari sehen konnte, hinter dieser Glasscheibe. „Gibt es ein Problem Liebes?"
„Ja!" rief sie während sie unter dem Wasserstrahl war. „Du fehlst mir hier."
Raymond blinzelte einmal verwirrt und musste dann lachen. Unter der Dusche… Wann hatte er das zu Letzt unter der Dusche probiert? Langsam zog er sich seine Sachen aus und trat dann an die Duschkabine, ehe er diese öffnete und eintrat. Das Wasser war angenehm warm und Azari so zu sehen ließ sein altes Blut in Wallung geraten. „Woher die Idee?" fragte er und legte seine Hände auf ihre Hüften und bevor Azari etwas sagen konnte drängte er sie an die Fliesen und zog ihre Beine hoch, damit sie diese um seine Hüften legen konnte. „Wie gesagt. Ich bin Neugierig." Azari schlang ihre Arme um seinen Nacken und legte ihren Kopf leicht an die Seite, als Ray sie dort auch schon küsste.

Kaum das sie in Bad ihren Spaß angefangen haben, führte Raymond Azari küssend aus dem Bad und hoffte das sie beide noch das Bett erreichen würden. „Hier", sagte Azari gegen seine Lippen und Raymond gab ihr sofort nach. Kurz vor dem Bett ging er mit ihr zu Boden und hatte keine Scheu sie auf seinen Schoß zu setzten. Azari hatte es genauso eilig wie er. Sie griff ihn an seiner Männlichkeit und führte ihn in sich ein. Stöhnend warf sie ihren Kopf in den Nacken und bewegte sich animalisch mit ihm. Sie würde nach dem langen Vorspiel im Bad nicht lange brauchen um die Lust über sie einfallen zu lassen.
Mit einem leichten Aufschrei bewegte sie ihre Hüften Unkontrolliert auf seinen und musste danach mehrfach tief Luft holen. „Oh… Wenn ich… Davon einen Herzinfarkt bekomme, lohnt es sich zumindest", keuchte Raymond und lehnte seine Stirn an ihre Schulter. Azari schlang ihre Arme um seine Schultern und musste lächeln. „Du darfst noch sehr lange keinen Herzinfarkt bekomme. Was mache ich ohne deine Liebe?"
Raymond blinzelte einmal und schaute seiner Frau in die Augen. „Ich bin wesentlich Älter als du Azari. Bist du dir sicher…"
„Raymond für ein zurück ist es zu spät. Ich liebe dich." Sie lehnte ihre Stirn an seine. „Ich Liebe dich wirklich."
„Das beweist du mir bereits." Sie hatte eine Kugel für ihn abgefangen. Raymond löste sich etwas aus der innigen Umarmung und musterte sie entsprechend. „Ich liebe dich auch Kleines."
Azari legte ihre Hand an seine Wange und stand dann langsam auf. Raymond beobachtete wie sie Nackt zur Tasche lief und sich ihre Kleidung heraussuchte.

* Ein Monat zuvor *

Azari fühlte sich nicht gut. Bereits in den letzten vier Wochen war ihr nicht ganz wohl gewesen aber jetzt spürte sie es wesentlich deutlicher. Natürlich fragte sie sich warum das so war. Raymond war seit einigen Tagen nicht im Apartment gewesen, aber dafür gesellte Dembe oder Jerome ihr viel Gesellschaft. Sie lernte immer mehr Menschen aus seiner Organisation kennen und sie wusste wie Bedeutsam es war, das er das tat. Im Moment lag sie im Bett und drehte sich von einer auf die andere Seite. Sie musste mit Raymond sprechen. Über verschiedenes. Ihre gemeinsame Zukunft. Wie das alles weiter laufen würde und… Langsam stand sie auf und betrachtete sich im Spiegel. Was… Azari holte tief Luft und legte eine Hand auf ihren Bauch. Sie etwas nur ein wenig zugenommen aber… Ihre Periode… Sie hatte ihre Periode verschwitzt. Wann war sie zu Letzt gewesen? Vier… Fünf… Sechs-Acht Wochen? Aber auch da waren es nur sehr leichte Blutungen. War es möglich… „Dembe?" Azari trat auf den Flur raus und sah den großen Mann aus der Küche kommen. „Alles okay bei dir?"
„Ja aber ich müsste etwas einkaufen gehen. Würdest du mich begleiten?"
„Sicher. Wann möchtest du los?"
„In einer halben Stunde."

Ja. Sie musste mit Raymond reden. Sie war froh das Dembe außerhalb der Drogerie gewartet hatte, damit sie etwas Privatsphäre bekam. Im Haus hatte sie sich nichts anmerken lassen und erst spät am Abend als sie alleine waren hatte sie den Schwangerschaftstest gemacht. Und es war relativ schnell ersichtlich dass er Positiv war. Damit hatte sie nicht gerechnet. Gut und sie und Raymond hatte absolut ungeschützten Verkehr gehabt aber… Sie hatte geglaubt, weil er so viel Älter war, wäre es schwieriger… Aber jetzt hatte sie das Ergebnis. Wann würde Raymond kommen? Nachdenklich setzte sie sich auf das Bett und wählte seine Nummer. „Azari du bist noch wach?"
„Ja und du fährst Auto?"
„Haha nein. Ich werde gefahren. Schade eigentlich. Ich fahre selbst sehr gerne."
„Wann kommst du nach Hause?"
Raymond fühlte sich seltsam das zu hören. Zu Hause… „Ich denke in werde in vier Tagen da sein."
„Vier Tage? Das erscheint mir irgendwie immer länger", seufzte sie.
„Was ist denn los?" Raymond sah raus in die Nacht und wartete auf ihre Antwort.
„Nein nichts es ist nur… Ich vermisse dich."
„Ich vermisse dich auch. Azari du solltest schlafen. Ich rufe morgenfrüh an."
„Ich verstehe", er war wohl an seinem Fahrziel angekommen. „Und achte auf dich."
„Du auch."

Einige Tage später war Raymond tatsächlich gekommen. Zusammen saßen sie auf der Terrasse und blickten dem Sonnenuntergang entgegen. „Und Elizabeth? Geht es ihr gut?"
„Ja es geht ihr gut. Wir hatten wieder einen Erfolgreichen Fall."
„Wann lerne ich sie kennen?"
„Bald schon. Ich warte nur noch auf den passenden Moment."
Raymond legte seinen Arm um Azaris Schultern damit sie sich an ihn lehnen konnte. „Das freut mich. Elizabeth, ist sie dein einziges Kind?"
„Ja… Und. Nein. Ich habe eine Tochter ihr Name ist Jennifer. Aber wir haben keinen Kontakt zu ihrem Schutz."
„Oh…" Azari legte ihre Hand auf seine Brust und schloss ihre Augen. „Du hast also zwei Kinder?"
„Ja das habe ich." Red sah zu ihr runter. „Wieso frägst du? Denkst du über Kinder nach?"
„Ehrlich gesagt ja. Aber ich frage mich ob das Richtig wäre." Raymond holte tief Luft und schüttelte seinen Kopf. „Ich will ehrlich sein. Ich möchte keine weiteren Kinder. Jennifer… Elizabeth… Sie bereiten mir unheimliche Kopfschmerzen. Jen ist zwar sicher aber meine Lizzy nicht. Sie wird von jeder Seite beschossen und nur wegen ihr und meiner Freiheit, habe ich diese Organisation aufgebaut. Mein ganzes Leben dreht sich um ihren Schutz", er blickte leicht an seine Seite runter. „Ich habe zugegeben mit jemanden wie dir nicht gerechnet. Aber ich will es nicht riskieren müssen. Ich bin auch einfach nicht mehr die Jüngste. Wenn du dir irgendwann ein Kind wünscht, kannst du ja eines Adoptieren."
„Aber es wäre in meiner Verantwortung. Du würdest dich nicht einmischen?"
„Ich mag Kinder", sagte Raymond sofort." Aber es wäre deine Beschäftigung. Wie auch immer. Was Kinder angeht… Nein Eigene will ich nicht mehr haben. Das passt mir Aktuell nicht in den Plan." Er spürte wie Azari ihm einen Kuss auf die Wange gab. „Ich verstehe. Dann müssen wir in Zukunft einfach besser aufpassen. Bevor ein Unglück passiert."
„Oh ganz klar", lachte Raymond und griff sich ihre Hand. „Lass uns über etwas anderes reden."
„Worüber möchtest du den reden?"
„Die Sterne", sagte Raymond und blickte zu dem ersten Hellleuchtenden Stern am Himmel. „Es gibt wundervolle Geschichten, über die Sterne.

* Ein paar Stunden bevor Azari Elizabeth traf *

Sie hatte raus müssen. Sie hatte alleine sein müssen. Ihr machte Raymonds Meinung sorgen. Er wollte kein weiteres Kind und trotzdem, hatte sie sein Kind in ihrem Bauch. Darum hatte sie laufen müssen. Als sie den Spielplatz nur wenige Blocks von ihrer Wohnung gefunden hatte, hatte sie sich dort hingesetzt und sich überlegt, wie das in Zukunft wäre. Dürfte ihr Kind auf Spielplätze spielen? Würde Reddington sie oder ihn verstecken? Würde er ihr das Baby wegnehmen, damit es sicher war? Sie wollte es behalten. Sie hatte nachgedacht es weg zumachen, aber der Gedanke war nichts für sie. Sie musste endlich mit ihm sprechen und sie war Stolz darauf, Schwanger zu sein. Sie wollte sich freuen und sie wusste, dass er sich auch freuen würde. Er wäre nicht begeistert aber er würde sich dann schon noch freuen.
Sie musste es ihm heute sagen. Natürlich war sie ausgebüchst. Raymond wollte nicht dass sie alleine unterwegs war und sie konnte es verstehen, aber die Zeit hatte sie einfach gebraucht.