Liz beobachtete wie Azari ihnen Tee einschenkte und sich dann auf die Couch direkt neben Red setzte. Sie konnte es immer noch nicht glauben. Red hatte eine Frau und ihr ein ganzes Jahr lang nichts gesagt? Natürlich würde sie ihn diesbezüglich noch einmal ansprechen, aber im Moment wollte sie dieses Spektakel einfach beobachten. Dembe wirkte entspannt und wenn er das war, sollte sie selbst das auch sein. Darum griff sie sich ihren Tee und roch einmal daran, dabei beobachtete sie wie Raymond zwei von den Tassen nahm und eine Azari reichte. Sie sah nicht unglücklich aus. „Es tut mir Leid", sagte Liz plötzlich und schüttelte ihren Kopf. „Wie habt ihr euch Kennengelernt? Ich meine… Ihr seid seit einem Jahr zusammen… Und niemand weiß etwas?"
Raymond öffnete seinen Mund, aber Azari war da schneller. Vielleicht war es sogar gut das Azari selbst zu Elizabeth sprach. Deshalb lehnte er sich zurück und beobachtete alles zufrieden. „Ray wollte sichergehen, dass ich hier in Frieden leben kann", sagte sie zu ihr und trank einen Schluck von ihrem Tee. Sie lehnte sich etwas vor und musterte Elizabeth. „Er brachte mich hier her und gab mir die Möglichkeit eine Universität zu besuchen. Ich habe dieses Apartment und ein relativ Normales Leben. Sieht man davon ab, dass ich überall hingefahren werde und nie wirklich alleine bin. Ich sehe Ray nur selten", sie drehte sie etwas zu ihm, damit sie ihn ansehen konnte. „Aber dafür freue ich mich jedes Mal ihn wiederzusehen. Er ist mir gegenüber sehr zuvorkommend und hat mir bisher alle meine Wünsche erfüllt."
„Sieht man von dem Mordversuch und der Potentiellen Entführung ab, hatten wir ein gutes Jahr", sagte Raymond amüsiert dazu und stellte seine Tasse ab.
„Mord? Entführung?" Liz stellte ihre Tasse ebenso ab und musterte Azari genau.
„Ja… Das waren… Zwischenfälle. Man hatte versucht Ray zu töten, aber… Ich ging dazwischen. Und vor… Zwei Monaten, hatte man mich entführen wollen. Aber alles ist okay."
„Nichts ist okay. Red sie wurde angeschossen?!"
„Lizzy du weist doch wie es ist", sagte Raymond sofort.
„Du ziehst jemanden in deinen Sumpf rein? Ist dir klar was du angerichtet hast?"
„Er hat nichts getan", sagte Araz sofort beschwichtigend. „Ich kenne das Leben das Raymond führt. Ich komme aus einer Familie die wesentlich Schlimmer ist. Raymond hat zumindest einen Ansatz von Moral."
„Du bist solange gut für ihn wie er dich braucht", sagte Elizabeth ernst. „Das darfst du nicht unterschätzen."
„Ich bin gerührt, das du dir solche Gedanken machst", sagte Azari vollkommen entspannt. „Raymond sagte mir schon, das du dir sorgen machen würdest. Aber ich weiß dass er ein Mörder ist. Das er alles tut damit seine Geschäfte laufen und damit du in Sicherheit bist. Ganz zu Anfang wollte er mich gehen lassen. Ich hätte versuchen können ein Normales Leben zu führen aber ich wollte nicht." Azari sah zu Raymond und griff sich seine Hand. „Ich habe mich in ihn verliebt. Er war so Charmant und anders als die Männer die ich kannte. Er gab mir Freiheit. Er gab mir die Möglichkeit mich zu bilden und er verwöhnt mich mit der schönsten Kunst die ich je gesehen habe." Erst da blickte Azari von Raymond weg und schaute sich in der Wohnung um. „Er gab mir dieses Heim. Unser Heim."
War sie Blind vor Liebe? Elizabeth sah Raymond an und wusste seinen Blick nicht zu deuten, den er Azari zu warf. Liebte er sie? „Aber Kleines." Raymond rückte etwas vor und schüttelte seinen Kopf. „Dein Leben hier habe ich dir zwar ermöglicht, aber es waren alles deine Entscheidungen… Nun abgesehen von der erzwungenen Hochzeit. Aber alles andere danach hast du für dich entschieden."
„Und für uns, wenn man es so sehen will", sagte sie und legte ihre Hand auf sein Bein. „Ich liebe dich Ray, aber lass mich weiter reden."
„Wie du wünscht." Raymond lehnte sich wieder zurück und sah Lizzy an.
„Du liebst ihn?" fragte Elizabeth nach. „Auch wenn er alles nur zu seinem Vorteil nutzt und so viel…Älter ist?"
„Er ist ein Mann mit Erfahrung", sagte Azari. „Und wir teilen viele gleiche Interessen. Vorrangig ist doch aber, dass weder er noch ich uns für diese Beziehung irgendwo Rechtfertigen müssen. Was ich dir von meiner Seite aus sagen kann, ist das ich ihn liebe und an seiner Seite bleiben werde."
„Ich glaube ich brauche einen Scotch." Elizabeth holte tief Luft und betrachtete das Pärchen vor sich. „Es… Es freut mich natürlich für euch beide. Also… Wie läuft das weiter mit euch?"
„Sobald Cooper raus hat mit wem Abdul sich trifft, werde ich die Akute Bedrohung für Azari aus dem Weg räumen." Liz nickte und griff sich wieder ihren Tee. „Das schmeckt wirklich gut Azari."
„Danke", lächelte die etwas Jüngere und trank ihren Tee ebenso weiter. „Ich habe gekocht, es müsste genug für alle was da sein. Wir könnten die kleinen Lichter und die Heizung auf der Terrasse anmachen und draußen essen?" Es war zwar etwas Frisch, aber so müsste es ganz angenehm sein.
„Das klingt gut. Ich helfe dir beim Decken", sagte Dembe und stand direkt auf. „Ich kümmere mich um die Terrasse."
„Danke Dembe! Ich mache dann das essen warm." Auch Azari wollte aufstehen, aber bevor sie es tat beugte sie sich kurz vor zu Raymond und küsste seine Wange. „Bis gleich mein Hübscher."
Raymond musste lachen und blickte Azari nach, ehe er selbst seine leere Tasse abstellte. „Red sie ist Blind vor Liebe." Liz besorgte Stimme gab ihm zu denken. Er wusste dass er Liz nicht einfach überzeugen konnte, dass er bezüglich Azari keine falschen Absichten verfolgte, aber er konnte sie ja verstehen. Das alles kam sehr überraschend… „Das… Das war es!" Red blinzelte einmal als sie das so plötzlich sagte. „Aber natürlich! Red! Sie ist es weswegen du so oft abgelenkt gewesen bist oder? Die Person mit der du Ständig Telefoniert und geschrieben hast! Das ergibt jetzt alles einen Sinn! Und vor zwei Monaten… Als du und Dembe mich begleitet habt wegen diesem Fall… Da bist du so plötzlich wieder umgedreht und hast keine Erklärung abgegeben. Ich dachte jemand hätte dir in deine Geschäfte gemischt aber… Dabei hast du Azari retten wollen."
„Ja", sagte Raymond letztlich. Es war ja so. Es gab nichts mehr zu verheimlichen.
„Du hättest es mir sagen können. Se hätte nie entführt werden müssen und…"
„Sie hatte fast ein Jahr ein etwas Normales Leben Lizzy. Sobald sie nun aus meinem Schatten getreten ist, wird sie das so nicht mehr haben. Dieses Apartment. Dieses Leben. Sie wird wie ich auf der Flucht sein. Jeder der nun irgendetwas gegen mich ausrichten will, wird sie Anvisieren. Du bist schon zu Oft wegen mir in Gefahr geraten, aber sie…"
„Du willst sie mit dir nehmen? Du willst alle zwei Tage die Unterkunft wechseln?"
„Also so schlimm ist es nicht mehr. Aber ein ständiger Ortswechsel ist Wichtig."
„Und eure Zukunft? Sie ist Jung. Will sie Kinder? Wie soll das gehen?"
„Ah Lizzy mach dir nicht zu viele Gedanken. Sobald Azari ein Kind will, kann sie eines adoptieren. Aber ich bin mir sicher, sie ist sich bewusst, dass ein Kind in unserem Leben nichts verloren hat. Es wäre zu gefährlich." Raymond wurde ernst und merkte auf als Azari näher kam. Verunsichert sah sie ihm in die Augen, ehe sie Elizabeth ansah. „Kommt, das Essen steht bereit."
„Perfekt!" Raymond erhob sich und kam auf Azari zu, ehe er ihr eine Hand auf die Schulter legte. „Ich freue mich schon auf dein Chicken-Tikka! Das hat es doch auch bei unserer Hochzeit gegeben oder?"
„Ja das stimmt." Azari setzte sich draußen mit ihm hin. Dembe und Elizabeth nahmen kurz darauf auch Platz. „Ihr feiert also bald euren Hochzeitstag?" fragte Elizabeth nach und musterte beide. Das Essen roch köstlich und sie sah wie zufrieden Red mit dem Essen anfing.
„Er ist Morgen", sagte Dembe plötzlich.
„Morgen? Verstehe." Elizabeth beschloss das Essen zu genießen und merkte erst wieder auf, als ihr Handy klingelte. „Keen. Ja?… Was?… Ja… Ich werde kommen… Ich bringe ihn mit." Elizabeth legte auf und schaute Reddington an. „Das war Cooper. Er will das wir kommen."
„Oh?" Reddington trank einen Schluck Wasser und stand daraufhin auf. „Azari liebes. Mach dich Aufbruch bereit. Wir kümmern uns um das hier." Dembe stand sofort auf und griff sich die ersten Teller. Raymond wollte sich Azaris Teller nehmen, als ihm auffiel, dass sie kaum etwas gegessen hatte. Aber gut. Das lag wohl an der Aufregung.
„Okay." Azari stand auf und machte sich direkt auf dem Weg in ihr Schlafzimmer. Dort holte sie tief Luft und überlegte was sie anziehen sollte. Er wollte keine Kinder. Sie hatte gehofft, dass er vielleicht nur überzeugt werden müsste, aber… Sie konnte es ja nachvollziehen. Er würde das Kind weggeben, damit dieses Kind einfach in Sicherheit wäre… Aber sie selbst… Was sollte sie davon halten? Nach kurzer Überlegung zog sie sich eine lockere schwarze Anzugshose an und eine passende weiße Bluse. Oben drüber zog sie ein Jackett an und suchte noch passende schwarze Schuhe. Anschließend kam sie zurück ins Wohnzimmer und stellte fest das alles soweit waren. Deshalb griff sie sich Reddingtons Hut und setzte ihm diesen auf. „Jetzt können wir los", lächelte sie.

Ressler besah sich die Unterlagen die sie zum Fall Sheerazi in den letzten Stunden zusammen getragen hatten. Er fragte sich in wie weit das hier Reddington wieder helfen würde um weitere Netzwerke aufzubauen. Oder war das hier nur ein kleines Geschäft für ihn um an etwas anderes ran zu kommen das noch in ferner Zukunft lag. Elizabeth und Reddington würden gleich kommen. Cooper hatte sie kontaktiert um ihre Strategie zu besprechen.
Sheerazi handelte mit Waffen und er war ein Unterhändler zwischen vielen Terroristen. Er war ein verdammt großer Fisch. Ein großer Fisch der viele kleine Fische um sich gescharrt hatte. Fische die Reddington ganz schnell umdrehen könnte. Mehr Macht für ihn. „Also gut", Coopers Stimme ließ ihn aufmerken. „Haben Sie noch etwas gefunden?"
„Ja und nein. Aber Elizabeth ist gleich hier, dann besprechen wir uns zusammen."
Für Cooper war das alles beunruhigend. Reddington hatte Bomben erwähnt. Bomben dessen Anschlagziele unklar wären. Dafür waren sie hier. Um die Käufer zu kriegen und die Potentialen weiteren Käufer, die diese Bomben einsetzten wollten. Soweit er das hatte beobachten können, hatte Sheerazi bisher keinen Fuß in Amerika gefasst. Das hier wäre sein erster großer Auftrag. Vielleicht war es einmalig. Vielleicht wollte er jemand anderen verdrängen und Cooper fragte sich ob Raymond dieser andere wäre. Oder sonst jemand. Es spielte keine Rolle. Jemand wie Sheerazi brauchten sie hier nicht. Es gab genug Probleme."
„Da sind sie." Don drehte sich zum Fahrstuhl als dieser sich in Gang setzte und die Türen sich öffneten. Liz und Red gingen voran. Aber… Hinter den beiden war Dembe und jemand Fremdes. „Wer ist das?" fragte Donald sofort und kam etwas auf die Gruppe zu. „Ihr könnt doch nicht einfach irgendwelche Personen hier anschleppen!"
„Ganz ruhig Donald", sagte Reddington entspannt.
„Ich würde auch gerne wissen was das soll? Ist Sie das Druckmittel Elizabeth?" Cooper sah musterte die junge Frau und sah dann Elizabeth an.
„Ehrlich gesagt… Keine Ahnung aber… Das ist Azari Sheerazi. Die Schwester von Abdul Sheerazi unserem Ziel." Elizabeth hielt es für vorerst besser nicht von der Beziehung zwischen Red und Azari zu erzählen. Im Moment mussten sie sich eh alle Konzentrieren.
Don musterte die junge Frau. Sie hatte langes dickes braunes Haar und hypnotisierende Grüne Augen. Sie war eine wunderschöne Frau wenn man davon absah, dass sie die Schwester ihrer Zielperson war.
„Sie ist die Schwester von… Verstehe. Ich nehme an sie dient als Quelle?" fragte Cooper
„Das tut sie", sagte Reddington ohne scheu. „Also? Was haben wir?
Azari hielt sich vorrangig zurück und beobachtete die Gruppe nur schweigend. Es war besser manchmal zu Schweigen und die Fremden um sie herum zu beobachten. Ihr Blick glitt öfters zu Reddington, der aber ganz in seinem Element war. Als sie dann aber Dembes Hand auf ihrer Schulter spürte, sah sie lächelnd zu ihm hoch. „Alles okay bei dir?" fragte er leise nach.
„Ja… Es ist nur… Spannend. Wie ein gutes Buch."
Dembe musste lächeln als er das hörte und drückte ihre Schulter ganz leicht. Azari war um diesen Kontakt sehr Dankbar. Trotzdem besah sie sich wieder die Gruppe. Der Gruppenanführer, Cooper schien ein aufrichtiger Mann zu sein. Die anderen beiden Männer konnte sie da weniger einschätzen, weil diese sich ebenso sehr zurückhielten. Als ihr Blick auf Aram hängen blieb musterte sie ihn und schaute weg, als auch er sie ansah. Das war also die Task Force. Reddingtons Team um schlechte Menschen zu bekommen. Menschen die so schlimm waren wie Sheerazi oder ihr Ehemann.
„Er ist mit falschen Papieren an Board gegangen. Aber die Kameras haben ihn erkannt. Wir könnten ihn am Flughafen abfangen", sagte Cooper und Donald sprach direkt weiter.
„Aber wir brauchen nicht nur ihn sondern auch die Käufer, also was machen wir?"
„Wenn wir ihn einfach beschatten?" sagte Elizabeth. „Oder nah genug rankommen um ihm ein Sender unterzujubeln?"
„Das müsste gehen", sagte Aram. „Ich könnte ihn auf dem Bildschirm behalten und uns weniger Gefahr aussetzten."
„Gut wäre es wenn wir wüssten wo genau er hingehen würde. Welches Hotel. Welches Restaurant. Dann könnten wir es vorbereiten", sagte Ressler nachdenklich.
Elizabeth drehte sich direkt um und sah Azari an. „Hat dein Bruder dir gegenüber irgendwann mal erwähnt, wo er hingehen würde? Irgendetwas?"
Azari dachte bereits über Möglichkeiten nach. „Er ist kein Fan der USA", sagte sie schließlich und schaute Liz in die Augen. „Er würde sich nie in eines der guten Hotels einquartieren. Er würde unter seines gleichen bleiben wollen. Aber es gibt hier in der Stadt zu viele Möglichkeiten."
„Wie gut ist den Ihre Verbindung zu ihrem Bruder? Haben Sie die Möglichkeit in zu Kontaktieren?" fragte Cooper und kam etwas näher. Azari blieb ruhig und presste ihre Lippen zusammen. „Ich kann ihn nicht ausstehen. Aber… Er versucht mich oft zu erreichen. Er weiß dass ich in der Stadt bin. Vielleicht wird er es versuchen und mich anzurufen." Sie war sich da sogar sicher.
„Wenn die Möglichkeit besteht sollten wir Ihr Telefon anzapfen", sagte Aram und räusperte sich einmal." Also ich eh… Ich bin Aram Mojtabai. Ich kümmere mich hier das ganze Technische", lächelte er und spürte wie er ins Schwitzen kam. Ressler verdrehte sofort seine Augen und schaute Azari nun ebenso an. „Wer garantiert uns das Sie nicht ein Doppeltes spiel spielen?"
„Ich garantiere das. Ach kommen Sie schon Donald! Wieso immer diese ganze Feindseligkeit? Azari ist hier um zu helfen." Sie könnte jetzt auch irgendwo in Cuba in Sicherheit sein, weit weg von diesem Problem.
„Sie ist Okay", sagte Elizabeth zu Cooper und Ressler.
„Ich denke Sie kann für sich selbst sprechen." Donald kam näher und musterte Azari prüfend. Andere würden ins Schwitzen kommen aber sie hielt seinem Blick stand.
„Ich bin auf einen anderen Kontinent geflohen, um vor meinem Bruder in Sicherheit zu sein. Ich würde jetzt wesentlich lieber wieder den Kontinent wechseln. Aber ich bin hier. Weil das ganze aufhören muss. Abdul ist ein schrecklicher, erbarmungsloser Mensch. Er hat vielen das Leben genommen. Er muss aufgehalten werden. Darum bin ich hier."
Ressler musterte die schöne Frau ganz genau und drehte sich dann wieder zu Cooper um.
„Wir werden das Handy überwachen", sagte Cooper und nickte Aram zu. „Du kümmerst dich darum. Elizabeth? Du und Ressler werden am Flughafen die Situation beobachten. Und Sie Reddington. Ich muss Sie sprechen."
„Sicher aber ich kann nicht all zulange bleiben." Reddington sah flüchtig zu Dembe, ehe er Cooper rauf in sein Büro folgte. Donald beobachtete wie Reddington rauf in das Büro ging, anschließend sah er Keen an. „In Vier Stunden fahren wir los. Bis dahin sollten wir uns noch ein paar Informationen von Azari holen."
„Wie wäre es erst einmal mit Kaffee?" fragte Aram und sah von einem zum anderen. „Ich meine das wird eine lange Nacht werden."
„Gerne Aram", sagte Dembe zu ihm und blickte dann Azari an. „Du kannst Ressler ruhig sagen, was du weist. Alles kann helfen."
„Ich weiß. Es ist Wichtig."
„Wir könnten in mein Büro?" Schlug Elizabeth vor. Dort könnten sie nochmal ein Brainstorming machen. Je nach dem. Aber mit Azaris Hilfe könnte sie ein besseres Profil von Abdul erstellen. Außerdem… Wollte sie auch eines von Azari machen. Welche normal denkende Frau, würde mit Reddington Verheiratet sein wollen? Und sogar von Gefühlen sprechen?

Raymond holte aus seiner Innentasche zwei Zigarren raus, als sie das Büro betreten und sich gesetzt hatten. Cooper hob eine Augenbraue und musterte Reddington genauer. „Ich denke das ist nicht der Richtige Augenblick…"
„Doch das ist er!" sagte Raymond zuversichtlich und beobachtete wie Cooper nach einem Moment etwas Scotch für ihn in ein Glas kippte und ihm reichte. Red nahm den Scotch gerne entgegen und trank einen kleinen Schluck. „Es ist nur noch eine Frage der Zeit und Geduld bis wir Abdul haben. Ein Problem weniger."
„Und darum die Zigarren?" Cooper betrachtete seine und hob eine Augenbraue an. „Das ist eine verdammt gute Zigarre."
„Nein mein Freund." Reddington erhob sich und zündete dabei seine Zigarre an, ehe er an die Glasscheibe trat um hinter zu sehen. Die Gruppe betrat Elizabeths Büro. Also lief alles wie geplant. Azari würde Informationen preisgeben und ihren Zweck erfüllen. Und er würde sich Die Kontaktpersonen von Abdul in die Tasche stecken.
„Und was ist es dann?" Cooper zog an seiner Zigarre und schloss einmal seine Augen. Das war wirklich, wirklich gut. Als Reddington sich wieder setzte betrachtete Cooper ihn wieder genauer.
„Mein Hochzeitstag. In genau Drei Minuten", Reddington sah auf die Uhr im Raum und schaute Cooper wieder an.
„Ihr Hochzeitstag…" verwirrt schüttelte Cooper seinen Kopf. „Was genau… Ich verstehe nicht ganz."
„Keine Glückwünsche? Oh Cooper…" Reddington schüttelte seinen Kopf und zog wieder an seiner Zigarre. „Mein Einjähriges. Genau genommen unseres. Azari ist meine Frau."
„Was?!" Cooper wusste im ersten Moment nicht was er sagen sollte. „Azari…" wiederholte er. „Abdul Schwester ist Ihre Frau?"
„Ja. Ist das so überraschend?"
„Das… Ist es." Cooper stand auf und schenkte sich nun ebenso ein Glas Scotch ein. „Ein Jahr sagen Sie?"
„Ich habe sie aus allem rausgehalten, aber jetzt geht das nicht mehr."
„Wegen ihrem Bruder. Ist er darum hier?!"
„Nein. Nein damit hat das nur wenig zu tun wobei…" Red presste nachdenklich seine Lippen zusammen und zuckte dann mit seinen Schultern. „Wobei er sie mir überlassen hat, mit dem Hintergedanken, dass sie mich ausspioniert. Nur hat der Liebe Sheerazi die Rechnung ohne seine Schwester gemacht."
Cooper trank einen kräftigen Schluck und setzte sich dann wieder. „Aber anstelle dessen hat sie ihnen Bericht erstattet?"
„Das hat sie", sagte Raymond und nahm sich wieder einen Schluck von seinem Drink. „Ich lasse Azari erst einmal hier, bis ihr Bruder in Gewahrsam ist."
„Ja…" Cooper musterte Reddington wieder und seufzte dann leicht. „Sie sind immer für eine Überraschung gut… Weiß Elizabeta es?"
„Ich habe es ihr vor ein paar Stunden erzählt. So. Dembe und ich müssen los und…"
„Stopp. Erst einmal muss ich noch etwas klären bevor Sie gehen."
„Warum wundert mich das jetzt nicht?" murmelte Red und lächelte dann.

„Er mag Fisch", sagte Azari während die anderen sie regelrecht anstarrten. Dembe saß auf einem Stuhl etwas abseits und sie war froh dass Elizabeth in ihrer Nähe war. „Und er liebt Sushi. Wenn er wo essen gehen würde, dann in einem guten Sushi Restaurant. Aber… Ich denke das Beste ist, wenn man sich an seine Fersen heftet. Er hat keine Ahnung das Red mit dem FBI zusammenarbeitet." Das war ein klarer Vorteil. „Aber er wird trotzdem sehr Vorsichtig sein. Er wird sich denken können, das Reddington über sein kommen Bescheid weiß."
„Das ist doch schon mal sehr gut. Ich schaue nachher mal ob und welches für ihn in Frage käme", sagte Aram und reichte Azari eine Tasse mit Kaffee.
Azari nahm die Tasse dankend entgegen und roch einmal daran, allerdings drehte sich ihr der Magen sofort um, weshalb sie in leichten Schweiß ausbrach und die Tasse auf Elizabeths Tisch abstellte. „Wo ist denn ein Bad?" fragte sie Raymonds Tochter und presste ihre Lippen zusammen. „Du bist ja ganz blass Azari… Ist alles okay? Das Bad… Komm ich zeige es dir." Elizabeth zeigte Azari den Weg dort hin, während die Männer zurückblieben.
„War mein Kaffee nicht mehr gut?" fragte Aram sich und roch an seinem eigenen. Dembe musste etwas lächeln und schüttelte seinen Kopf. „Azari mag Kaffee nicht sonderlich. Und wenn dann nur ganz Speziellen." Raymond hatte sie zu sehr verwöhnt mit diesen ganzen Luxus Kaffees. Da schmeckte ihr wohl normaler Kaffee einfach nicht. Aber er dachte sich auch nichts weiter dabei.
„Du kennst sie genauer Dembe?" fragte Donald nach. „Irgendwie… Sie ist so Still."
„Sie hat nicht viele Freunde", sagte Dembe. „Und rechnet fast Ständig damit überfallen oder angeschossen zu werden. Sie ist nur unheimlich vorsichtig."
„Sie wurde angeschossen?" hakte Aram nach.
„Ja", sagte Dembe ehrlich. „Und man hatte sie entführen wollen. Aber sie hat sich daraus retten können. Ihr Bruder steckte dahinter. Raymond versprach ihr Sicherheit."
„Also kann man ihr trauen?" murmelte Don mehr für sich selbst und dachte darüber nach.

„Geht es wieder?" Elizabeth hatte Azaris Haare gehalten, während sie sich übergeben hatte. Das war kein schöner Anblick, aber die junge Frau hatte Hilfe gebraucht und Elizabeth war niemand, die Jemanden ihre Hilfe verweigerte. „Danke." Azari spülte sich ihren Mund und trocknete sich dann ihre Hände ab, ehe sie Elizabeth wieder ansah. „Der Geruch von Kaffee… ich vertrage ihn nicht mehr so wirklich."
„Nicht mehr?" Liz hob ihre Augenbrauen höher und verließ mit ihr das Bad. Auf dem Weg zu ihrem Büro, betrachtete sie die junge Frau genauer. Azari gab ihr keine Antwort darauf, aber sie drängte auch nicht nach einer. „Ich habe bei mir ein paar Kekse stehen, vielleicht solltest du etwas essen?"
„Ehrlich gesagt bin ich einfach nur unheimlich müde", gab Azari zu.
„Müde?" sie betrat mit ihr das Büro und dachte nach.
„Wer ist müde?" fragte Aram nach.
„Azari. Das war ein aufregender Tag für sie. Nicht wahr?"
„Definitiv" Azari lächelte leicht und sah dann Dembe an. „Geht es dir gut Azari?" er kam auf sie zu und legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Du bist sehr blass."
„Die Aufregung", sagte sie zu ihm. „Aber ich kann noch helfen."
„Sie sollten schlafen", sagte Ressler nach einem Moment. „Ich habe eine bequeme Couch bei mir stehen. Ein zwei Stunden schlaf, könnte man einrichten lassen."
„Das klingt doch gut", sagte Elizabeth und schaute Azari an. „Du bist hier auf jeden Fall sicher. Ruh dich ruhig aus. Jetzt können wir und vor allem du ohne hin nichts tun."
„Ja. Da hast du wohl recht." Dennoch sah Azari Dembe an und als dieser nickte, trat Ressler an die Türe. „Komm ich zeige Ihnen wo wo."
„Danke." Azar verließ die Gruppe und folgte Don zu seinem Büro. Er hatte eine kleine Couch aber für sie genügte es. „Hier ist noch eine Decke."
„Vielen Dank Mr. Ressler."
„Miss Sheerazi. Sie können Donald sagen." Don musterte die Frau vor sich. Sie wirkte plötzlich so schwach und Krank. Er war ihr gegenüber natürlich skeptisch. Das war er mit allen Personen die er nicht kannte, aber trotzdem gefiel sie ihm. Sie war wunderschön und schien einiges durchgemacht zu haben. „Macht es dir zu schaffen, dass Reddington denen Bruder töten wird? Denn das wird er tun. Je nachdem was er mit Abdul zu klären hat, wird er entweder uns übergeben oder stirbt."
Azari musterte Don genauer und griff sich langsam die Decke. „Es ist eine seltsame Art und Weise um ein Gespräch fortzuführen, aber… Du kannst mich einfach Azari nennen", fand sie und setzte sich auf die Couch, da ihre Beine sie nicht mehr lange tragen konnten. Ressler fiel das natürlich sofort auf, weshalb er etwas näher kam. „Geht es dir nicht gut?"
„Es liegt nicht an der Aufregung", sagte Azari und dachte noch einmal darüber nach. „Vielleicht doch", sagte sie etwas müde lächelnd. „Ich habe meinen Bruder seit einem Jahr nicht gesehen und ich wollte ihn auf nie wieder sehen. Abdul hat schreckliche Dinge getan."
„Menschen in seiner Branche neigen dazu", sagte Donald und setzte sich nach einem Moment zu ihr. „Dein Bruder was ist er für eine Person?"
„Weitere Befragungen zu ihm?" fragte sie leise nach und sah auf die Decke in ihren Händen runter. „Mein Bruder macht alles um seinen Vorteil aus etwas zu ziehen. Er hat vor einigen Jahren meine kleine Schwester an einen alten Mann verkauft. Sie war erst 14." Azari schaute Donald an und presste ihre Lippen zusammen. „Ich hasse ihn. Er hat meine Mutter misshandelt. Ich glaube er hat auch meinen Vater auf dem Gewissen. Er ist abstoßend."
„Und du konntest fliehen", Donald musterte sie prüfend. Wie hatte sie fliehen können? Wie war sie bei Reddington gelandet?
„Red hat mich gerettet", sagte sie Atemlos und schüttelte ihren Kopf. „Reddington ist anders. Er ist auch ein Verbrecher aber er ist anders. Ihr kennt ihn doch schon wesentlich länger als ich. Du musst wissen was ich meine."
„Er hat dich rausgeholt um sich selbst einen Vorteil gegenüber Abdul zu verschaffen."
„Ja haha", Azari musste lachen und schüttelte ihren Kopf. „Das hat er ganz bestimmt"
Ressler spürte einen Blitz in seinem Magen als er Azari hatte lachen hören. Im ersten Moment wusste er auch nichts damit anzufangen. „Ich muss mich ausruhen Donald. Wir können unser Gespräch über Abdul und Raymond gerne später weiter führen", bat sie ihn. Ressler erhob sich sofort und nickte. „Natürlich. Auf meinem Tisch steht eine geschlossene Wasserfalsche, falls du Durst bekommst."
„Danke." Azar wartete bis Ressler gegangen war, ehe sie sich hinlegte und die Decke über sich ausbreitete. Heute war ihr Hochzeitstag und sie hoffte, dass mit Raymond nichts geschehen würde. Ihr Bruder war kein Idiot und Ray… Sie hoffte er würde ihren Bruder nicht unterschätzen.

„Schläft sie?" fragte Aram sofort nach als Ressler zurückgekommen war.
„Ja sie ruht sich aus. Ich glaube sie ist sehr Nervös… Wo ist Dembe?"
„Er ist eben gegangen. Zusammen mit Red", sagte Elizabeth und schaute ebenso auf zu Donald. „Geht es ihr den besser?"
„Sie wirkte nicht gut", meinte Don nachdenklich. „Aber vielleicht hilft ihr ja ein wenig schlaf."
„Sie ist wunderschön, findet ihr nicht auch?" fragte Aram Gedankenverloren.
„Darüber denkst du gerade nach?" fragte Donald und musterte Aram. „Wir müssen uns konzentrieren und wenn der Fall geschlossen ist, bleibt eh zu klären was mit Azari passiert."
Elizabeth musste lächeln als sie das hörte. „Ich denke Azari hat bereits einen Plan für sich."
„Ob sie in der Stadt bleibt?" fragte Don seinen Freund Aram und tippte mit seinem Finger auf den Tisch.
„Oh vielleicht finde ich raus wo sie Wohnt?" sagte Aram und schritt aus dem Büro, damit er zu seinem Computer laufen konnte. „Leute!" sagte Elizabeth und folgte Aram, nachdem auch Don hinter her gelaufen war. „Leute wir müssen uns auf den Fall konzentrieren, Azari ist eh-" Elizabeth seufzte weil die beiden Jungs ihr nicht zu hörten.
Cooper bekam nur teilweise etwas von dem mit, als er sich der Gruppe nährte und blieb neben Liz stehen. „Was haben die beiden? Eine Spur wegen Abdul?"
„Nein", sagte Elizabeth leise. „Sie wollen alles über Azari rausfinden. Ich glaube die beiden finden sie ganz ‚Hübsch'."
Cooper blinzelte einmal und musste lächeln. Leicht beugte er sich in Elizabeths Richtung und behielt die beiden Männer im Auge. „Sind die beiden sich bewusst, das sich mit Raymond prügeln müssen, wenn sie sich ihr nähren?"
Elizabeth sah sofort Cooper an. „Hat Raymond mit dir gesprochen?"
„Ja… Ich war schockiert", gab Cooper zu. „Aber auch nicht wirklich überrascht. Sehen wir was passiert wenn wir diesen Abdul erst einmal haben. Wo ist Mrs. Reddington denn?"
„Das stimmt." Sie müssten erst einmal abwarten. „Sie ruht sich aus. Ressler hat ihr seine Couch angeboten. Ihr ging es vorhin nicht so gut."
„Ihr ging es nicht gut?" Cooper sah in Richtung des Büros von Ressler und hing seinen Gedanken nach. „Was hatte sie denn?"
„Keine Ahnung", Liz hob ihre Schultern leicht an. „Aram hat uns allen Kaffee gemacht und als sie an ihrem gerochen hat ist ihr Kreislauf etwas eingebrochen. Sie musste sich übergeben und brach in Schweiß aus. Das war alles etwas viel für sie."
„Einfach ist es auch immerhin nicht. Ihr Bruder, so schlimm er auch ist, ist ihr Bruder und er wird bestimmt kein gutes Ende für sich bekommen. Und Dazu ist heute ihr Hochzeitstag mit Reddington."
„Sie haben heute Hochzeitstag…"
„Wir sollten in meinem Büro weiter reden", schlug Cooper vor und ging bereits los. Liz sah zu Aram und Don, aber beide waren noch ganz mit sich selbst beschäftigt. Deshalb folgte sie Cooper in sein Büro und holte einmal tief Luft. „Haben Sie hier geraucht?"
„Reddington hatte sich auf seinen Hochzeitstag einstimmen wollen…" murmelte Cooper und setzte sich auf seinen Platz. Elizabeth tat es ihm gleich und musterte ihn. „Ich habe es erst Gestern Erfahren", erzählte sie. „Und ich konnte es nicht glauben. Red hat mich zu diesem Apartment gebracht in welchem Azari seit einem Jahr lebt. Ihr habe mit ihr gesprochen und beide beobachtet. Ich dachte ich würde Reddington kennen. Aber sie hat mir erzählt, was sie für ihn empfindet und er ist total auf se fixiert. Ich habe Ihnen doch erzählt das Red sich eigenartig Verhält. Die Telefonate und die Nachrichten. Er war immer abgelenkt. Ich dachte er würde mir etwas Verheimlichen, das er Krank wäre aber das… Ich denke nicht dass er mit ihr spielt. Er mag sie. Sonst hätte er sie nicht so Versteckt."
„Und jetzt ist sie das nicht mehr." Cooper blickte auf das Glas von Reddington. Er hatte es noch nicht weggestellt. „Und du bist dir sicher, dass er sie nicht nur wegen diesem Sheerazi benutzt? Typisch wäre es für ihn."
„Das stimmt. Aber ich habe gesehen, wie die beiden miteinander umgehen. Er mag sie. Ich weiß das." Liz musste lächeln. „Auch wenn Azari so Jung ist, ich freue mich für beide."
„Reddington kann äußerst Charmant sein. Ich bezweifle, dass ihm überhaupt eine Frau so leicht wiederstehen kann."
Elizabeth musste lachen als sie das hörte. „Ich denke, ich werde mit Ressler so langsam losgehen. Die erste Maschine landete um Vier Uhr. Du wirst Azari im Blick behalten?"
„Aber sicher." Cooper überlegte gegeben falls einen Arzt dazu zu holen, sollte es ihr nachher nicht besser gehen.