„Aber was hat sie denn?" fragte Aram verwirrt und beobachtete wie Cooper sie auf einen Stuhl setzte. Elizabeth brachte eine dünne Decke und legte sie ihr um die Schultern. „Es tut mir leid", sagte Azari endlich und blickte Elizabeth aus fiebrigen Augen an. „Es tut mir so Leid… Es ist meine Schuld."
Liz behielt eine Hand auf Azaris Schultern und musterte sie einen kurzen Moment lang. „Azari du musst dich nicht entschuldigen", sagte Elizabeth möglichst ruhig. „Wenn es um Agnes geht, das war eine Lüge. Meiner Tochter geht es gut."
Azari hatte mühe sie anzusehen und als sie das hörte, musste sie blinzeln. „Was?"
„Agnes geht es gut. Ich war vor einer Stunde erst bei ihr. Sie ist wohlauf."
„Oh…" Azaris Schultern bebten vor Erleichterung. Agnes ging es also gut? Es ging ihr gut?
„Mach dir jetzt darüber keine Gedanken. Wir bringen dich gleich in ein Krankenhaus. Du brauchst dringend einen Arzt." Elizabeth war besorgt über den Zustand in welchem die Frau war. Sie war blass, zitterte und kalter Schweiß lag auf ihrer Haut.
Cooper beobachtete die Situation und sah Aram und Donald an. Letzterer kam mit einer Tasse Tee in der Hand näher und kniete sich bei Azari hin. „Hier du kannst ihn trinken. Er ist nicht mehr Heiß."
„Danke." Azari nahm ihm die Tasse mit beiden Händen ab und trank einen kräftigen Schluck.
„Was ist passiert? Wieso bist du einfach verschwunden und das obwohl du Krank bist?" hakte Don ernst nach. Azari wusste zunächst keine Antwort darauf. Es gab nur eine wirkliche Antwort. Aber zu erst trank sie einen großen Schluck von dem Tee. „Er hätte mich umgebracht. Ich wollte nur… Ich musste Antworten bekommen. Abdul hat gelogen mit der Hoffnung, das Raymond mich töten wird." Wo war er? Jagte er ihr noch hinterher?
„Ich habe Reddington angerufen. Er ist auf dem Weg hier her." Eigentlich hätte er schon da sein müssen.
„Wozu sollte er kommen? Oder arbeitest du doch für ihn? Wenn du das nicht willst, können wir dir helfen. Du kannst Aussteigen." Dons Stimme brachten alle zum Schweigen. Vor allem Azari sah ihn lange an und konnte dann nur ihr Kopfschütteln. „Nein… Nein so ist das nicht", meinte sie müde und trank wieder einen schluck von ihrem Tee. „Müssen wir wirklich warten bis Reddington hier ist?" fragte Aram besorgt und besah sich Azari dabei, wie sie ihre Tasse bei Seite stellte. „Sie muss wirklich zu einem Arzt! Oder ist das egal?"
„Es ist nicht egal", sagte Elizabeth. „Aber ich glaube das wird Reddington selbst übernehmen wollen. Er hat ja sein eigenes Ärzteteam für seine Leute."
Don konnte nicht glauben, dass Azari für Raymond arbeitete und dazu… „Er hatte sie töten wollen, wegen einer Lüge! Und jetzt warten wir auf ihn? Das ist doch bescheuert? Wo steckt er überhaupt?" Don reichte Azari seine Hand und half ihr auf die Beine. „Ich bringe dich zu einem Arzt. Das kann ich mir nicht länger ansehen!" Erschrocken griff Azari mit ihrer freien Hand nach seinem Arm, weil sie sonst ihr halt verloren hätte. Sie musste zu einem Arzt, das stimmte. Aber vorher musste sie unbedingt mit Raymond sprechen… Über so vieles. Über das Baby. Über sein Verhalten. Über ihres. Über das misstrauen… Es war nun mal nicht alles Rosig, aber das er sie hatte töten wollen, für etwas, für eine Tat die sie nie begangen hatte… Das traf sie.
Die Gruppe bekam gar nicht mit, wie der Aufzug sich öffnete und Raymond zusammen mit Dembe näher kam. Als Reddington sah, wie bemüht Ressler um Azari war, verdrehte er fast seine Augen. Natürlich, sie war eine wunderschöne Frau und sie bekam Aufmerksamkeit von vielen Männern. Da waren Aram und Ressler keine Ausnahme. Trotzdem hatte er für so etwas jetzt keine Zeit. Ihm war schlecht. Sein Herz schlug nicht normal. Etwas stimmte nicht mit ihm. Aber er hatte Dembe nichts gesagt, auch wenn dieser sofort merkte gemerkt hatte, dass mit ihm etwas nicht stimmte. Und nun war er ja hier. Er würde Azari zu seinem Arzt bringen und dort würde er auch mal nach sich schauen lassen.
Als Raymond näher gekommen war und Azari sehen konnte, spürte er diese Reue in sich. Vielleicht war es nicht schlecht, dass die junge Frau gesehen hatte wer er noch war. Das er mehr war als nur der freundliche Mann, der sie gerettet hatte. „Donald ich habe sonst nicht dagegen meine Bekanntschaften oder mein Geld zu teilen, aber bei meiner Frau sehe ich das nicht gerne", sprach er den Agenten an und blieb bei ihm und Azari stehen. Er konnte hören wie sie tief Luft holte und ihn so seltsam ansah. Donald sagte irgendetwas, aber das ignorierte er und griff sich Azaris Hand, die sie bereits in seine Richtung streckte. „Ray." Sie wollte so vieles sagen, aber gerade wollte sie nur eines. Ihn umarmen. Deshalb ungeachtet der anderen, legte sie ihre Arme um ihn und schloss ihre Augen. Sie war so erschöpft… Raymond gewährte ihr diese Nähe und küsste ihren Haaransatz. Sie glühte. Immer noch.
„Was… Ich verstehe nicht", sagte Aram und blickte ihn und Azari an. „Deine Frau? Haben wir das richtig verstanden?"
„Ja das habt ihr", sagte Cooper und trat auf Raymond zu, der sich von Azari löste damit er sie ansehen konnte. „Und sie muss jetzt zu einem… Raymond?" Harold kannte Reddington ganz genau. Als er schon an Azari ran getreten war, hatte er sehr blass ausgesehen. „Raymond geht es dir gut?"
Dembe kam sofort näher und besah sich seinen Freund. Also doch. Etwas stimmte tatsächlich nicht mit ihm. Dembe hatte es gleich bemerkt, aber geschwiegen. Er wusste wie Raymond war aber jetzt… Es fiel sogar anderen auf.
„Ray?" Azari legte ihre Hand an seine Wange und schaute ihm ganz genau in die Augen. Als diese flackerten, spürte sie wie sich ihr Herz zusammenzog. „Ray!"
Dembe war schnell zur Hand. Er fing Raymond auf und setzte ihn auf den freien Stuhl. „Ich rufe deinen Arzt hier her."
„E-Es ist okay", sagte Raymond und griff sich nach seinem Hemd. Azari beugte sich sofort runter und löste die Krawatte von seinem Hals. „Helft ihm! Etwas stimmt nicht!"
Elizabeth stand im ersten Moment wie angewurzelt da und konnte nur beobachten was Harold, Dembe und der Rest da taten. Hatte er einen Herzanfall? Es sah danach aus. Alles sah danach aus.
„Ray!" inzwischen lag Raymond auf dem Boden, während die Anderen versuchten ihn zu stabilisieren. Sie kniete direkt neben seinem Kopf und berührte seine Wange. „Ray bitte…"
„Schon okay", sagte er mit flachem Atem und versuchte sie anzusehen.
„Was ist passiert?" fragte Harold Dembe während er sich weiter um Reddington kümmerte.
„Ich dachte er hat nur ein Schwächeanfall", sagte Dembe und blickte flüchtig zu Azari. „Wir fanden ihr Handy an einem Fluss. Raymond dachte sie wäre gesprungen. Als dann aber dein Anruf kam… Ich glaube da ist es passiert."
„Ein Herzanfall", vermutete Harold. „Ist euer Arzt unterwegs?"
„Er ist gleich da", sagte Dembe und schaute Raymond an. Er wollte ihm sagen, dass alles gut werden würde, aber als er sah wie Raymond versuchte mit Azari zu reden, hielt er sich zurück.
Azari griff nach seiner Hand, die er in ihre Richtung streckte und drückte diese fest. „Dir darf nichts passieren", flehte sie ihn leise an. „Ich muss dir so vieles sagen Ray. Bitte." Ihr Verstand wollte sich abschalten, aber sie kämpfte mit all ihrer Kraft, dass sie das jetzt nicht einfach verpassen würde. Er gab ihr keine Antwort mehr. Er sah sie zwar an, aber ihm fehlte wohl jede Kraft um selbst zu sprechen. Tränen sammelten sich in ihren Augen und langsam beugte sie sich runter, damit sie ihn auf den Mund küssen konnte, anschließend küsste sie seine Stirn und weinte, als er nicht mehr reagierte. „Sein herz hat ausgesetzt!" Donald übernahm es weiter zu machen. Rhythmisch drückte er Raymond auf die Brust und hoffte, dass bald der Arzt da war.
Als Azari spürte, dass man sie von ihm weg zog, versuchte sie sich zu wehren, aber ihr fehlte jegliche Kraft dazu. „Der Arzt nimmt ihn jetzt mir", sagte Elizabeth. „Wir fahren mit. Okay? Du musst nochmal Kraft sammeln."
„Ich will ihn nicht verlieren. Er muss sich erst entschuldigen", sagte sie halb Panisch und schaute Elizabeth an. „Und ich muss ihm sagen, dass ich Schwanger bin."
Elizabeth starrte Azari einen Moment lang an und war froh, als Dembe sofort an ihrer beider Seiten trat. „Du bist Schwanger?" fragte Dembe und legte eine Hand auf Azaris Schulter und erlangte so ihre volle Aufmerksamkeit. Aber Azari bestätigte ihn nicht. Ihre Gedanken waren belagert von Raymond. „Er wird wieder Gesund oder Dembe? Er wird Gesund?"
„Ich hoffe es. Raymond ist sehr stark. Aber Elizabeth hat Recht. Wir müssen jetzt los. Du brauchst auch einen Arzt."
Als die Gruppe fort war, musste Aram sich setzten und holte tief Luft. „Du meine Güte…"
„Da sagst du was." Ressler sah auf seine Hände runter und hing seinen Gedanken nach. „Reddingtons Ehefrau also. Damit habe ich nicht gerechnet."
„Ich auch nicht. U-Und sie bekommt ein Baby von ihm", warf Aram dazu noch ein und konnte das alles kaum fassen. Reddington hatte einen Herzanfall, Azari war fürchterlich Krank und Schwanger und Abdul war Tod. Was war dass nur für ein Tag. „Ich bin vollkommen erledigt", murmelte er weiter und fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht.
Dembe stand eine Stunde später mit Elizabeth und Cooper in einer Lagerhalle und blickten auf die zwei mobilen Krankenstationen, in welcher Reddington und Azari behandelt wurden. Dembe wusste nicht was er fühlen sollte. Er war nervös und angespannt. Raymond war nicht mehr 30. Das alles war kein Spaß. „Er war erschüttert von vornerein", sagte er leise. „Der angebliche verrat war für ihn schwer zu verdauen. Dann sie möglicherweise verloren zu haben…"
„Er wird kämpfen", sagte Harold dazu. „So wie immer."
„Ich will nicht dass ihm etwas passiert", flüsterte Elizabeth und verschränkte ihre Arme vor der Brust. Beide Ärzte waren beschäftigt. Noch hatten sie keine Infos und noch mussten sie Bangen.
„Es wird es schaffen", sagte Dembe zu ihr und holte tief Luft. „Raymond hat endlich etwas für sich. Das wird er sich nicht kaputt machen. All die Jahre habe ich nur gesehen, wie er alles für dich tun wollte. Jetzt hat er noch etwas in seinem Leben gefunden, dass er lieben kann."
„Sie ist also Schwanger", sagte Cooper dazu. „Wusste Raymond nichts davon?"
„Nein, keiner wusste es", sagte Dembe. „Aber darum war sie so nachdenklich. Jetzt macht es Sinn für mich."
„Red hat ihr gesagt, das er keine Kinder mehr will", erzählte Elizabeth. „Wir haben Gestern darüber gesprochen, zufällig. Und er sagte das Azari verstehen würde, das er keine Kinder mehr wollte. Ich glaube… Das hat sie obendrein verunsichert."
„Und erklärt ihr Handeln", sagte Harold und stoppte als einer der Ärzte aus der Station kam. Es war Azaris Arzt. „Und?" fragte Elizabeth sofort nervös. „Geht es ihr gut?"
Der Arzt kam bei den dreien zum stehen und sah erst Elizabeth an, ehe er Dembe anschaute. „Es hat lange gedauert weil ich sie Gründlich untersuchen musste. Ihren Babys geht es soweit gut, allerdings hat sich eine Zyste in ihrem Unterleib gebildet. Darum ist sie so Krank. Wir bereiten sie auf eine Operation vor. Für sie besteht im Moment eine Lebensgefahr. Die Ungeborenen könnten durch die OP Schaden nehmen. Wir haben aber keine andere Wahl als zu operieren und es muss schnell gehen. Ansonsten könnten wir sie auch verlieren."
Dembe presste seine Lippen zusammen als er das hörte. „Dann macht es. Und erlaubt euch keine Fehler."
Der Arzt sah Dembe entsprechend als, als er die Drohung vernahm, bevor er aber zurück eilen konnte, hielt Elizabeth ihn auf. „Ungeborene? Sie bekommt zwei Kinder?"
„Genau genommen sind es Drillinge", sagte der Arzt. „Gerade deshalb ist ihr Zustand so Heikel."
„Ich… Ich verstehe." Als der Arzt gegangen war, sah Elizabeth Dembe an. „Drillinge! Das ist…"
„Eine wundervolle Nachricht. Raymond wird sich darüber freuen." Wenn er es denn schaffte.
„Das sind tatsächlich schöne Nachrichten", fand Cooper und behielt die Krankenstation im Auge. Aber es blieb offen, wie die OP ausgehen würde.
Raymond erwachte mit einem schlag. Er öffnete seine Augen und sah sich verwirrt um. Die Krankenstation. Wieso war er in einer Krankenstation? „Hey…" Elizabeths Stimme beruhigte ihn sofort. „Du bist endlich wach."
„Elizabeth…Was ist… passiert?" fragte er mit trockenem Hals.
„Du hattest einen Herzstillstand. Der Arzt hat dich zurückgeholt. Jetzt geht es dir besser oder?" fragte Elizabeth und drückte seine Hand.
„Ein Herzinfarkt?" fragte Raymond leise nach.
„Ein leichter. Vermutlich durch Schock. Dein Kreislauf hat es nicht mitgemacht, aber die Positive Nachricht ist du wirst dich erholen."
„Hm…" Raymond presste seine Lippen zusammen und versuchte seine Gedanken zu Ordnen, ehe er direkt probierte aufzustehen. „Stopp! Du musst liegen blieben! Keine Aufregung und keine Anstrengung für dich."
„Ist gut." Raymond gab schnell nach aber nur mit dem Hintergedanken sofort aufzustehen, sobald Elizabeth aus dieser Station war. „Wo ist Dembe? Was ist mi Azari?"
„Dembe ist bei ihr. Sie schläft im Moment noch, aber sie wird es schaffen."
„Was hatte sie?" fragte Raymond und schaute sich um, „Wo ist ihr Arzt?"
„Der Arzt bespricht sich mit deinem Arzt Red. Ihr beiden habt uns ziemliche Kopfschmerzen bereitet."
„Was hat sie?" Raymond musste sich zusammenreißen nicht sofort aufzustehen.
„Sie hatte eine verdrehte Zyste im Unterleib. Sie wurde operiert und es geht ihr besser." Ihm zusagen, das er Vater wurde, war nicht ihre Aufgabe. Sie wusste, das Azari es sich wünschte es ihm selbst sagen zu können. Deshalb lächelte sie und beugte sich runter damit sie seine Wange küssen konnte. „Sie war fast durchgedreht als du zusammengebrochen bist."
Was kurz vor seiner Bewusstlosigkeit war, wusste Raymond nicht mehr genau. Das einzige woran er sich erinnerte war, das er unbedingt zu seiner Frau gewollt hatte. „Ich muss zu ihr." Raymond setzte sich nun doch auf und zog all die Kabel von seinem Körper, ehe er tief Luft holte. Seine Brust verkrampfte sich, aber das war ihm gleichgültig. „Red!" Elizabeth stützte ihn sofort, aber er schob sie von sich und stand dann auf. Einmal sah er sich um und erblickte sein Hemd an der Wand hängen, weshalb er dort mühsam rüber lief und sich dieses Anzog. „Sie ist auch hier?"
„J-Ja sie liegt eine Station weiter." Elizabeth beschloss ihm nicht reinzureden. Reddington hatte ohne hin seinen eigenen Kopf. Also öffnete sie für ihn die Plane, damit er raus treten konnte. Er konnte Harold dort stehen sehen. Ihre Blicke kreuzten sich zwar kurz, aber Red steuerte direkt die nächste mobile Krankenstation an. „Ich warte hier", sagte Elizabeth zu ihm. „Okay?"
Red blieb noch einmal stehen und drehte sich zu ihr um. „Ich wollte dich nicht beunruhigen Lizzy."
„Ich weiß." Trotzdem kam Elizabeth auf ihn zu und umarmte ihn einmal fest. „Schon gut Lizzy." Raymond küsste ihren Haaransatz und legte einen Arm um sie. „Du musst aufhören mir solche Angst zu machen", bat sie ihn und löste sich langsam damit sie ihn ansehen konnte. „Ich liebe dich."
Raymond blinzelte einmal und beugte sich dann runter damit er ihre Wange küssen konnte. „Ich liebe dich auch Lizzy." Er liebte sie sehr, aber jetzt musste er zu Jemanden den er auch liebte. Auf eine andere ganz besondere Weise. Deshalb drehte er sich um und begab sich in die Station. Dembe saß auf einem Stuhl direkt neben Azaris Bett und stand sofort auf, als er ihn sah. „Raymond!" Erleichtert kam Dembe auf ihn zu und umarmte ihn einmal fest. „Dembe, es tut gut dich zu sehen."
„Wie fühlst du dich Raymond? Du solltest noch liegen. Du hattest einen leichten Herzanfall."
„Ich weiß, ich bin im Bilde. Aber mach dir wegen mir keine Gedanken. Ich habe schon schlimmeres überstanden."
Dembe legte eine Hand auf Raymonds Schulter und drückte diese leicht. „Ich bin froh dich wieder auf den Beinen zu sehen."
„Danke mein Freund."
„Ich lasse euch beide alleine. Azari müsste bald aufwachen."
„Danke." Raymond blickte Dembe nach, ehe er sich zu Azaris Seite begab und sich mühsam setzte. Sofort griff er nach ihrer Hand und musterte sie. „Es tut mir Leid", sagte er und küsste ihren Handrücken. „Ich hätte dir vertrauen müssen. Ich hätte mich um dich kümmern müssen. Aber ich habe versagt", er hatte sie im Stich gelassen. „Ich hoffe du kannst mir das vergeben Azari." Nachdenklich schloss er seine Augen und behielt ihre Hand fest in seiner. Sein Blick schweifte von ihrem Gesicht zu einer Akte die auf einem kleinen Tisch neben seinem Stuhl lag. Zunächst ignorierte er dieses und küsste wieder ihre Hand. „Dembe hat mir gesagt das ich dir vertrauen soll. Er mag dich", erzählte Raymond. „Und ich glaube Elizabeth mag dich auch. Ich habe Rot gesehen als ich hörte dass Agnes entführt worden sein soll. Elizabeth und Agnes bedeuten mir alles." Raymond hob seine freie Hand und strich ihr sanft durch das Haar. „Aber du bedeutest mir auch alles. Und ich habe dich enttäuscht." Nachdenklich fuhr er ihr weiter durch das Haar, bis er schließlich doch noch einmal auf die Akte sah und diese dann letztlich in seine Hände nahm. Er wollte wissen, was genau die Ärzte mit ihr gemacht haben. Also fing er an zu lesen. „Raymond?" Weit war er nicht gekommen. Sofort schloss er die Akte und legte sie bei Seite damit er Azari ansehen konnte. „Du bist wach", sagte er erleichtert und legte seine Hand an ihre Stirn. „Dein Fieber ist runtergegangen. Das ist gut."
„Wie geht es dir?" fragte sie zurück und versuchte sich etwas zubewegen, aber ein Stechen in ihrem Bauch ließ sie inne halten. Warum tat das weh? Ihr Herzschlag beschleunigte sich, während ihre Gedanken sich überschlugen und sofort legte sie eine Hand auf ihren Bauch. Sie spürte einen Verband. „Was ist das?" fragte sie panisch und man hörte deutlich an den Geräten, an welchen sie angeschlossen war, wie schnell ihr Puls hochschoss.
„Ganz ruhig", sagte Raymond sofort beruhigend und legte eine Hand auf ihre Schulter. „Hol tief Luft. Es ist alles okay. Du bst operiert worden. Das Problem ist beseitigt. Du wirst wieder Gesund."
„D-Das Problem?" Azaris Stimme brach zitternd ab. Das Problem? War ihr Kind weg? Einfach so? War sie deshalb Krank gewesen? Sie hatte es doch erst erfahren! „Warum?" flüsterte sie und hob ihre Hand damit sie diese auf ihre Augen legen konnte, ehe sie anfing zu weinen.
Vollkommen verwirrt schaute Raymond sie an und fragte sich ob sie schmerzen hatte. Erst wollte er den Arzt rufen, aber dann stand er auf und setzte sich auf ihre Bett kannte, ehe er eine Hand an ihre nasse Wange legte. „Wein nicht Liebes. Hast du schmerzen? Soll ich den Arzt holen?"
„Nein", schluchzte sie und wollte sich einfach nur zusammenrollen, aber sie konnte nicht. „Ist es weil ich dich töten wollte?" fragte Raymond nach. „Es tut mir Leid. Ich wollte dich nicht…"
„Es geht nicht um dich!" fuhr Azari ihn an und schaffte es nicht ihren Kummer zurückzuhalten. Sie dachte gar nicht darüber nach, wie Raymond sich fühlte oder was ihm durch den Kopf ging. Als sie spürte wie er sich leicht runter beugte und sie in seine Arme zog, klammerte sie sich an ihm und weinte an seiner Brust weiter. „Ich wollte es…" sagte sie und versuchte ihr Beben zu unterdrücken. Sie musste es ihm sagen. Jetzt wo das Kind verloren war, sowieso. Deshalb holte sie mehrmals tief Luft und blieb so in seinen Armen, bis sie vernünftig sprechen konnte. „Ich habe mich so sehr… So sehr gefreut. Ich wollte… ich wusste du wolltest es nicht aber ich habe mich so gefreut!"
„Azari sprich mit mir." Raymond wurde aus dem ganzen nicht Schlau. Wieso reagierte sie so wegen dieser Operation? Ob sie sich noch unter dem Einfluss von Schmerzmittel befand?
„I-Ich wollte dich überraschen", erzählte sie zitternd und klammerte sich fester an ihm. „Ich war im Park, weil ich mir Gedanken gemacht habe wie ich es dir sage. Ich… ich war in einem Laden und habe Kleider gekauft und Schuhe. Ich habe eine kleine Überraschungstüte gemacht um sie dir zu geben. Ich wusste du magst Geschenke und Überraschungen."
Raymond fuhr ihr sanft über den Rücken und wurde immer noch nicht aus all dem Schlau. „A-Aber es kümmert dich ja nicht einmal! Es ist dir egal!"
„Was… Azari wovon sprichst du?"
„Das Problem", flüsterte sie. „Dir ist es vollkommen egal dass es weg gemacht wurde. Es war unser Baby. Und du nennst es ein Problem!" warf sie ihm vor und wollte sich lösen weil sie plötzlich wütend wurde. Er konnte das sofort erkennen, aber er gab sie nicht frei. Sein Kopf hämmerte wie verrückt, weil er ihre Worte begreifen musste. Erst als sie aufhörte sich zu wehren und einfach nur noch weinte, löste er sich langsam von ihr und legte sie zurück auf das Bett, damit er von Oben auf sie runter schauen konnte. „Du bist Schwanger." Sie war Schwanger? Er wurde Vater? Die Zyste. Raymond legte vorsichtig eine Hand auf ihren Bauch und hörte wie sie wieder aufschluchzte. „Azari du hattest eine Operation, weil du eine gefährliche Zyste hattest. Und die ist jetzt weg, Beruhig dich und sprich mit mir. Du bist Schwanger?" fragte er noch einmal nach und sah wie sie verstummte und ihn mit tränennassen Augen ansah. Sie wirkte so verwirrt wie er. „E-Eine Zyste?"
„Ja das Problem… Du bekommst ein Baby?"
„Ja", sagte sie Atemlos und sah sich um. „Wo ist der Arzt? Ich muss wissen was mit dem Baby ist!"
„Ich…" Raymond blinzelte einmal und griff sich dann sofort wieder die Akte, ehe er diese überflog und tief Luft holte. „Dem Baby geht es gut. Die Operation ist gut verlaufen aber…" Trotzdem drückte er einen Knopf um einen Arzt hier her zu rufen. Er legte die Akte bei Seite und musterte sie seltsam.
„Dem Baby geht es gut?"
„Ja… Ich…" Er war verwirrt. Überrascht und Verwirrt. Aber dann griff er sich ihre Hand mit beiden Händen und küsste diese lange. „Das sind wundervolle Neuigkeiten Azari." Und alleine mit diesem Satz nahm er ihr mehrere Steine vom Herzen. „Ray…"
„Du brauchst viel Ruhe. Sehr viel Ruhe." Als der Arzt rein kam blickte Raymond zu diesem und deutete auf die Akte. „Du sagst mir ganz genau was sie hat und wie es ihr geht."
„Eh… Sicher Mr. Reddington. Natürlich." Der Arzt griff sich die Akte und zog zwei drei Bilder heraus, ehe er die beiden ansah. „Zu erst einmal. Azari hatte eine entzündete Zyste in ihrem Unterleib. Es befand sich zu Nahe an den Ungeborenen deshalb mussten wir sehr Vorsichtig sein. Aber wir konnten die Zyste entfernen ohne die Drillinge zu gefährden. Unsere junge Patientin muss jetzt aber für ein paar Wochen Bettruhe halten. Die Schwangerschaft kann anstrengend werden und das alleine ohne den Eingriff den wir machen mussten. Aber… Das Fieber ist Gesunken und auch die übrigen Beschwerden werden verschwinden. Hier." Der Arzt zeigte das erste Ultraschallbild von der Zyste. „Hier sieht man wie Groß diese bereits war. Und hier ist ein Bild nachdem Eingriff. Es ist alles weg." Er gab Raymond die Bilder, die er auch Azari reichte, aber diese starrte den Arzt einfach nur an. „Und hier ein Bild von den Drillingen. Es geht ihnen gut, soweit wie man sehen kann. Sie sind war etwas Klein für ihr Alter aber, dass ist Normal."
Raymond nahm das dritte Bild an sich und schaute das Ultraschallbild sehr lange an. Drei. Es waren ganz deutlich drei… Sein Herz schlug schwer in seiner Brust, aber nicht weil er ein Schock hatte. Sondern weil er sich freute. Er sah den Arzt nicht mehr an, sondern winkte ihn erst einmal weg. Als er alleine mit Azari war, schaute er sie lange an und reichte ihr das Bild. „Es sind Drei."
Azari schaute auf das Bild und hielt sich dann eine Hand vor dem Mund. Sie war… Schockiert. Damit hatte sie absolut nicht gerechnet. Absolut nicht! „Ray! Drillinge?"
„Ja." Raymond fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht und stand langsam auf. „Azari…" Er wollte ihr erst sagen, dass sie gleich hätte mit ihm sprechen sollen. Er wäre auf so viele Weisen, viel Nachsichtiger mit ihr umgegangen. „Wusstest du das es wahrscheinlicher ist einen sechser im Lotto zu gewinnen, als eine Mehrfachschwangerschaft zu haben?" er sah sie an und war beruhigt als sie lächelte. Ihre Augen waren gerötet vom weinen aber sie war zumindest nicht mehr traurig. „Du wirst von jetzt an, sehr gut auf dich aufpassen."
„Ich ahne, dass du schon dafür sorgen wirst", sagte sie.
„Und du wirst mir erzählen, welche Tricks du noch alles drauf hast. Du scheinst ein Faible dafür zu haben anderen das Genick zu brechen."
Azari musste lächeln und schüttelte leicht ihren Kopf. „Ich musste ihn büßen lassen."
„Das habe ich deutlich gesehen. Dennoch. Es tut mir Leid", sagte er ihr nun noch einmal und setzte sich auf den Stuhl der neben ihrem Bett stand. „Ich habe dir vertrauen müssen. Ich hätte dir vertrauen müssen, nachdem du bereits eine Kugel für mich abgefangen hast."
„Ray denk jetzt nicht darüber nach." Sie hielt ihm ihre Hand hin, die er sofort annahm und drückte. „Du musst dich erholen. Du bist vor meinen Augen zusammengebrochen. Ich… Ich dachte ich würde dich verlieren. Dieses Gefühl war so… Ich dachte mir würde der Boden unter den Füßen weggerissen werden. Ich wollte lieber das du ewig wütend auf mich bist, als das ich dich verlieren könnte."
Raymond musterte sie eingehend und fuhr mit seinem Finger über ihren Handrücken. „Was hattest du Ray?"
„Einen leichten Herzanfall. Aber es ist alles okay. Sie mussten nicht operieren."
„Oh Gott…" Azari wollte sich automatisch aufsetzten, aber das stechen in ihrem Unterleib wurde dadurch nur stärker, weshalb sie es sein ließ und seine Hand dafür nur noch stärker drückte. „Ich glaube wir beide werden die nächste Zeit das Bett hüten müssen."
„Ich bin absolut nicht der typ der einfach im Bett bleibt" fing er an und blickte ihr in die Augen. „Aber wenn du dabei bist, klingt es gar nicht mal so schlecht."
Azari wusste das er das zwar sagte, aber garantiert nicht länger wie ein oder zwei Tage aushielt. Wenn überhaupt. Dennoch lächelte sie. „Ist Dembe hier? Wir sollten es ihm sagen", fand sie. „Er kann doch gut mit Kindern umgehen oder? Ich wüsste niemanden wem ich sie sonst anvertrauen sollte."
Raymond musste lachen und schüttelte seinen Kopf. „Das werden ein paar aufregende Monate, kleines."
„Wir müssen so vieles vorbereiten Raymond", murmelte Azari plötzlich. „Wir brauchen alles Dreifach. Ist unser Apartment überhaupt dazu geeignet?"
„Die ganze Kunst", fing Raymond an und betrachtete Azari genauer. „Wir müssen alles weit oben an den Wänden anbringen."
„Darüber machst du dir Sorgen?" fragte Azari lachend und versuchte gleich wieder sich zu beruhigen, weil ihr Bauch zu sehr zog. „Ich mache mir um vieles Gedanken, aber keine Sorgen." Raymond blickte auf ihren Bauch und wurde doch nachdenklich. Er wusste nicht wie viel Zeit ihm mit diesem Geschenk blieb. Er war nicht mehr Jung, aber er hoffte das ihm genug Zeit blieb um viele Wichtige Ereignisse seiner Kinder zu sehen. Was für ein Eigenartiges Gefühl das war. Kinder. „Elizabeth und Dembe sollten es erfahren", fand Raymond und griff auch mit seiner anderen Hand nach ihrer, damit er ihre Hand fest in seiner halten konnte. „Aber zu erst bleibe ich hier."
Azari musterte ihn lächelnd und schüttelte seinen Kopf. „Wir müssen so vieles besprechen Ray. Über dich. Über mich."
„Jeder trägt das eine oder andere Geheimnis mit sich", fand Raymond. „Und nicht jedes muss aufgedeckt werden."
„Hast du Elizabeth die Wahrheit gesagt? Über dich?" fragte Azari nach und drückte seine Hände mit ihrer. „Wichtig ist nur, wer man jetzt ist, nicht wer man war. Darum werde ich dir auch deine Geheimnisse lassen."
Azari verkniff sich ein lächeln und schloss ihre Augen. „Sie liebt dich, aber sie misstraut dir auch."
„Wir haben viel durchgemacht Azari. Elizabeth und ich…"
„Du bist ihr Vater Raymond. Ihr richtiger Vater, und sie gibt sich nur mit der Vorstellung zufrieden, dass du sie wie einer behandelst."
„Ihr Vater ist Tod", sagte Raymond ruhig. „Damals ist er gestorben und ich bin daraus entstanden."
Azari öffnete ihre Augen wieder damit sie Raymond ansehen konnte. „Ich respektiere, dass du deine Gründe hast, es ihr nicht zusagen. Es ist okay."
Raymond löste seine Hände von ihrer und sah sie nun seltsam an. „Du musst Hunger haben. Bestimmt gibt es etwas Suppe für dich." Darum stand er langsam auf und sah zu ihr runter. „Ich bin gleich wieder da."
„Raymond du solltest nicht laufen", sagte Dembe besorgt und kam auf seinen Freund zu, nachdem dieser aus Azaris Station kam. „Ich werde Vater Dembe", sagte Raymond hingegen als erstes. „Du musst zwei Havanna Zigarren besorgen und einen guten Whisky! Entschuldige drei Zigarren." Sein Blick glitt zu Harold der nun auch näher kam und den Kopfschüttelte. „Wo ist denn Elizabeth?" fragte Reddington als nächstes und sah sich um.
„Mrs. Keen wollte etwas erledigen. Sie kommt aber gleich wieder", sagte Harold. „Du hast also erfahren dass du Vater wirst?"
„Ihr wusstet es?" Raymond sah Dembe an, der daraufhin nicht, aber Harold sprach weiter.
„Ja. Der Arzt teilte es uns mit. Wir drei waren ziemlich überrascht als wir das hörten aber… Trotz allem. Meine Glückwünsche. Geht es Azari den gut? Sie ist wach?"
„Danke Harold. Azari geht es gut. Sie wird die nächsten Wochen und Monate Großteils das Bett hüten, aber es geht ihr gut."
„Das sind gute Nachrichten Raymond." Dembe trat zu Reddington und umarmte ihn einmal vorsichtig. „Ich wünsche dir und deiner Familie nur das Beste. Es wird alles gut werden."
„Sie wird es Schaffen", sagte Raymond sofort.
„Und du auch", fand Harold. „Raymond du hattest einen leichten Herzanfall… Du musst dich ausruhen. Zigarre rauchen kann man auch noch einander mal. Komm.- Setz dich", bat Harold ihn und deutete auf einen von zwei Stühlen die an der Seite standen. Raymond wirkte aber sofort ab. „Schon gut. Ich wollte nur sehen ob es etwas zu Essen für Azari gibt."
„Und auch essen für dich", sagte Dembe ernst. „Setz dich wieder zu ihr. Ich bringe euch gleich etwas."
„Danke Dembe."
Elizabeth kam fast zwei Stunden später wieder. Harold war nicht mehr da und Dembe saß auf einem Stuhl in der Lagerhalle. Er wirkte vollkommen erschöpft, aber das war auch nicht verwunderlich. Niemand hatte seit dem Vortag geschlafen und dann diese Zwischenfälle… „Ist er bei ihr?"
„Ja", sagte Dembe und blickte auf die Tüte die sich in der Hand hielt. „Was hast du da?"
„Ein Geschenk", sagte Elizabeth und zeigte Dembe was sie gekauft hatte. Drei Stoffdinosaurier. Sie waren in Mintgrün, Hellgrau und Beige. „Ich habe erst mal neutrale Farben genommen weil wir ja noch nicht wissen, was es wird."
„Das sind schöne Geschenke", fand Dembe. „Die beiden werden sich bestimmt darüber freuen."
„Ich kann es kaum glauben", sagte Elizabeth. „Red wird Vater. Hast du schon mit ihm gesprochen?"
„Ja das haben Harold und ich. Er freut sich sehr über die Schwangerschaft", sagte Dembe „Er und Azari haben auch schon gegessen. Beiden geht es den Umständen entsprechend gut."
„Das ist schön zu hören. Ich denke, ich sehe mal nach den beiden." Elizabeth trat auf die Mobile Krankenstation zu und trat dann leise ein. „Hey…" sagte sie zu beiden und lächelte. „Wie ich sehe geht es euch beiden besser."
„Lizzy." Raymond stand auf und trat auf seine Tochter zu. „Schön dass du noch einmal gekommen bist."
„Aber natürlich! Ich wollte mich doch davon überzeugen, ob es euch gut geht."
„Das ist sehr freundlich von dir Elizabeth", sagte Azari müde und lächelte. „Aber ja uns geht es gut."
„Ich habe euch etwas gekauft. Es ist ein kleines Geschenk", sagte Liz und kam näher an das Bett während sie die Dinosaurier herausholte und diese An Azari weiter gab und Raymond. „Ich wollte es euch nur vorbei bringen und euch sagen, dass ich mich sehr für euch beide freue. Das wird ein neuer Abschnitt."
„Oh sieh nur Azari." Raymond zeigte ihr den Stegosaurier.
„Das sind tolle Stofftiere. Danke Elizabeth. Ich bin mir sicher, die Babys werden damit viel Spaß haben."
Elizabeth musste breit lächelnd und sah Raymond wieder an. „Und du musst dich auch ausruhen", bat sie ihn. „Du weist das du auf dich aufpassen musst."
„Das werde ich auch. Dembe und Azari haben da bereits ihr Auge drauf. Mach dir deshalb keine Gedanken."
„Und sonst?" fragte Elizabeth nach. „Ich nehme an ihr werdet bald die Station verlassen?"
„Morgen bringe ich Azari in ein Safe House", sagte Reddington. „Und dort wird sie sich erholen können."
* 4 Wochen später*
Azari lag auf ihrer neuen bequemen Couch im Safe House, während sie sich entspannte. Die letzten Wochen waren wirklich anstrengend gewesen. Ihre Narbe verheilte gut und auch die Schwangerschaft verlief gut nach Plan. Dembe war nun fast Rund um die Uhr bei ihr, wenn Raymond mal nicht selbst da sein konnte. Aber auch er hatte die Ruhe gebraucht um sich zu erholen. Gerade befand er sich im Wald und machte einen Power Walk, um sein Herz wieder zu stärken. Dembe stand am Fenster und blickte hinaus in den Wald. „Er müsste in fünf Minuten wieder hier sein", sagte Azari und blickte zu dem großen Afrikaner rüber. „Er hat es Gestern auch geschafft."
„Er übertreibt es", fand Dembe. „Und das macht mir sorgen."
„Er schafft das. Du kennst ihn."
„Da hast du Recht." Dembe schritt von dem Wohnzimmer rüber zur Offenen Wohnküche und schenkte für Azari Wasser in ein Glas. Anschließend brachte er es ihr und stellte es auf den Tisch. „Du musst viel Trinken. Raymond hat gesagt das du jetzt mehr Blutproduzierst und deshalb durstiger sein kannst."
„Das ist sehr Aufmerksam von dir." Azari setzte sich langsam auf und griff sich ihr Glas. Sie war tatsächlich ziemlich Durstig.
„Ich fahre nachher in die Stadt und hole uns heute etwas zum Essen", sagte Dembe. „Worauf hast du Appetit?"
„Hm…" Azari nippte an ihrem Glas und dachte lange nach. „Ich hätte Lust auf Chinesisch."
„Chinesisch ist eine gute Wahl." Dembe begab sich wieder zum Fenster und als er Raymond sah seufzte er erleichtert. „Er ist jetzt hier. Er sieht Fit aus."
„Siehst du." Das Safe House lag mitten Wald, fast 40 Kilometer entfernt von allem Leben. Es war ein wundervolles Haus. Es war Klein, aber Gemütlich und Warm. Gerade jetzt im Winter war es ein schöner Anblick. „Wenn du in die Stadt fährst kannst du mir noch Schokoeis mitbringen?"
„Alles was du möchtest." Dembe lächelte warm und sah zur Türe als Raymond rein kam. „Uh… Ist das schön Warm hier", sagte er und zog sich seine Wollmütze und seine Jacke aus. „Ich mache mich frisch und komme dann zu euch."
„Ist gut!" rief Azari ihm zu und beobachtete wie er in ihr gemeinsames Schlafzimmer ging.
„Ich fahre dann auch gleich los. Falls ihr noch etwas benötigt, ruft mich einfach an."
„Das werden wir." Als Dembe schließlich ging, öffnete Azari eine Wolldecke die bei ihr auf dem Sofa lag und kuschelte sich in dieser ein. Jetzt herrschte Stille. Nur das Feuer im Kamin konnte sie lodern hören. Was war das nur für eine schöne und entspannte Ruhe. Seit Vier Wochen genossen sie dieses Paradies bereits. Einmal die Woche brachte Dembe einen Arzt hier her, der sie und Raymond in Augenschein nahm, aber es verlief alles gut. Bei ihnen beiden. „Und hast du genug getrunken?" fragte Raymond als er aus dem Zimmer kam und direkt zur Küche lief. „Oder soll ich dir Wasser bringen?"
„Dembe war vorhin so Frei gewesen." Azari deutete auf den Platz neben sich und sofort kam Raymond auf sie zu und trank einen schluck von seinem Wasser. „Ich vermisse Scotch."
„Du wirst es überleben." Azari lehnte sich sofort an ihn, als er einen Arm um ihre Schultern legte.
„Wie war deine Runde Heute?"
„Außer das mir fast der Hintern eingefroren ist, war es sehr Produktiv."
„Ray…" Azari schloss ihre Augen und legte ihre Hand auf seine Brust. „Ich bin froh dass du dich so gut erholst."
Raymond stellte sein leeres Glas ab und küsste dann den Haaransatz seiner Frau. „Wir haben viel vor, da muss ich noch eine weile Mithalten können."
„Wie wird es weiter laufen?" fragte sie ihn leise.
„Nun wir werden unser Buch weiter lesen", sagte Raymond.
„Ich meine… In der Zukunft. Was wird mit unseren Kindern sein?" waren sie sicher. Das war es was sie wissen wollte. Raymond hatte darüber natürlich schon nachgedacht. Er hatte sehr Gründlich darüber nachgedacht. „Es wird so weiterlaufen wie bisher", sagte er daher nur ungenau und rieb ihren Oberarm ganz leicht. „Konzentrier du dich nur auf die Drillinge. Um den Rest kümmere ich mich."
„Elizabeth hat heute Angerufen und wollte dich sprechen. Es geht wohl um einen Fall. Sie ruft heute Abend noch einmal an."
Raymond nickte dazu. Aus den ganzen Fällen zog er sich mehr und mehr zurück. Elizabeth wusste inzwischen genug um selbst klar zukommen. Er fütterte sie hingegen nur mit Namen. Vielleicht kam sie aber in einem Fall nicht weiter. Er würde es sich auf jeden Fall anhören. „Jetzt haben wir so viel Zeit zusammen und können uns trotzdem nicht Nahe sein…" als Raymond sie das sagen hörte und spürte wie sie ihm weiter über die Brust fuhr, musste er lächeln. „Bald liebes."
„Erst muss es dir ganz besser gehen", sagte sie. „Und wir dürften es auch dann nicht übertreiben, wegen der Schwangerschaft."
„Das Bedürfnis nach etwas zu haben und dieses Bedürfnis nicht stillen zu können ist unerträglich."
Azari drückte ihre Lippen sanft an seinen Hals und schloss ihre Augen. Sie waren sich natürlich nahe und teilten kleine zärtlichkeiten. Aber ihr Körper wollte so unbedingt mehr als das haben. Sie wollte ihn in sich spüren und er war so Gewaltig… Sie konnte ihn tief Luft holen hören, weshalb sie lächelte und weiter seinen Hals liebkoste. „Darf ich dich berühren Ray?"
Reddington musste schlucken und sein Verstand arbeitete wie verrückt. Was wollte sie? Ihn berühren? Er spürte da schon wie ihre Hand über seinen Bauch runter zu seinem Bein fuhr. Waren es die Hormone? Er hatte gelesen das Frauen eine erhörte Lust verspüren konnten, nur war er nicht dazu in der Lage… Naja… Zumindest was den Akt an sich anging. Aber gegenseitige Berührungen konnten einen auch sehr zufriedenstellen. „Du darfst mit mir machen, was du möchtest Azari." Sie war Neugierig. Das hatte sie ihm schnell bewiesen, aber so etwas hatte sie bisher noch nie getan. Als sie seinen Gürtel öffnete und dann seine Hose, schloss er seine Augen und ließ sich ganz auf diese Empfindungen ein, die sie ihm da schenkte. Ihre Hand die in seine Hose rutschte umfasste ihn mit Leichtigkeit und er konnte hören wie tief sie Luft holte. Ihr gefiel das und er wollte sich erst recht nicht beschweren. „Fester?" fragte sie plötzlich und biss ihm ins Ohrläppchen. Red öffnete seine Augen und sah Azari sofort ernst an. Er konnte nicht warten. Ohne Probleme drückte er sie zurück auf die Couch und zog ihr dabei schon ihre Hose runter. „Ray?"
„Shh…" Sagte er nur und beugte sich bereits über sie. „Wir probieren es."
„Wir probieren es", bestätigte Azari ihn und spreizte ihre Beine weiter, damit er mehr Platz hatte. Irgendwo erregte es sie noch mehr, dass er sich nicht mal die Mühe machte seine Hose komplett auszuziehen. So Eilig er es auch hatte, jetzt wurde er vorsichtig. „Sieh mich an."
„Ray…"
„Sieh mich an." Als Azari ihm in die Augen schaute, machte er endlich das was er tun wollte.
* weitere Wochen später *
„Und bewegen sie sich gut?" Liz war mit Agnes raus zu Raymond gefahren. Sie hatte ihn nun schon drei Monate nicht gesehen und das war… Seltsam. Es fühlte sich einfach seltsam an. Nach allem was war… nach allem durch das sie beide gegangen waren, ihn jetzt nicht mehr zu sehen fühlte sich wie Leere an. Er fehlte ihr. Ihr und Agnes.
„Sie machen es mir nicht leicht", sagte Azari und fuhr mit ihrer Hand über ihren großen Bauch. Sie war nun in der 24 Woche. Die Drillinge kämpften in ihrem Unterleib um Platz und sie hatte mit den Nachfolgen zu kämpfen. „Ich kann es mir kaum Vorstellen. Mit Agnes war es schon schwierig aber gleich Drei?"
„Raymond ist deswegen sehr besorgt", sagte Azari leise. „Er vermisst dich und Agnes und mein Zustand lässt ihn nur noch grauer werden."
Liz musste lächeln als sie das hörte. „Wir vermissen ihn auch sehr. Agnes hatte sich gerade an ihn gewöhnt und dann… Aber ist es besser so. Für dich und für ihn."
„Du machst es jetzt oder?" fragte Azari nach und musterte Elizabeth. „Du kümmerst dich um seine Angelegenheiten."
Liz sagte erst einmal nichts dazu. „Meine Hauptaufgabe ist Agnes und dann kommt das FBI. Aber… Ja. Ich gehe ihm zur Hand solange er sich eine Auszeit nimmt. Die ganzen letzten Jahre mit ihm… Er hat mich überall hin mitgenommen und mir Dinge gezeigt die ich so nie getan hätte. Er hat mich darauf vorbereitet."
„Weis das FBI das du… Ein Doppeltes Spiel spielst?"
„Nein. Noch nicht." Elizabeth war sich bewusst, dass diese Angelegenheit noch nicht vorüber wäre. Sie müsste sich dem Ganzen noch stellen.
„Manchmal frage ich mich was er noch plant", sagte Azari leise. „Wie er mit dir umgeht, mit Agnes. Was für Pläne er für dich hat… Ich frage mich was meine Kinder erwarten wird."
„Machst du dir sorgen?"
„Nein… Nicht in diesem Sinne. Raymond liebt seine Kinder. Er liebt dich. Er liebt auch Jennifer. Und Agnes. Er wird das weiter gut machen."
Liz musterte Azari und folgte ihrem Blick. Agnes saß auf Raymond Schoß und erzählte ihm etwas. Er hörte ihr Aufmerksam zu und war ganz auf sie konzentriert. „Jennifer hasst ihn. Stimmt das?"
„Sie… hatte es nicht leicht. Aber sie hatte irgendwo abgeschlossen nachdem wir… Nun ja Erfuhren dass dieser Reddington nicht unser leiblicher Vater war. Er hatte sie gesucht. Eine lange Zeitlang aber Erfolglos. Und als er sie fand, wollte sie ihn nicht mehr sehen."
„Er hat es mir erzählt", sagte Azari. „Aber geht es ihr gut?"
„Wir haben nicht viel Kontakt", sagte Liz. „Aber es geht ihr gut. Raymond weiß das."
„Er denkt immer öfters über euch beide nach."
„Ich bin froh, dass er hier bei dir ist", sagte Liz und blickte auf ihren Bauch. „Darf ich?"
„Oh, ja sicher. Sie bewegen sich gerade" Azari legte ihre Hand bei Seite, damit Elizabeth ihren großen Bauch berühren konnte. „Sie sind richtig Aktiv!"
„Ja das sind sie." Azari merkte auf und stand dann plötzlich auf. „Und jetzt liegen mir bestimmt Zwei auf meiner Blase. Ich komme gleich wieder." Liz musste lachen und beobachtete wie Mühsam Azari zum Bad lief. Sie selbst sah wieder zu Reddington und fragte sich aber auch, was dieser nun weiter plante.
* Ein paar Wochen später *
Es war mitten in der Nacht, aber weder Azari noch Reddington schliefen. Der Frühling würde bald einbrechen und auch der Schnee war bereits am schmelzen. Es war März. Ein schöner Monat. Ein Monat der so viel kälte zurückließ um Wärme empfangen zu können. „Die Kleinen sind wach", flüsterte sie in die Stille der Dunkelheit. Nur Sekunden darauf spürte sie Raymonds Hand auf ihrem Bauch. „Ich glaube sie werden Sportlerinnen."
„Das denke ich auch." Azari musste lachen und holte dann tief Luft.
„Hast du schmerzen?"
„Nein, nicht wirklich. Es ist schwer einzuschätzen, was die Drillinge verursachen und was nicht." Sie hörte ihn lachen, weshalb sie in seine Richtung sah. „Es wird bald soweit sein, nicht wahr?" fragte sie leise. „Ich kann mich kaum noch bewegen."
„Wenn es soweit ist, wird alles vorbereitet sein. Du wirst dafür in ein exzellentes Krankenhaus kommen. Die oberste Etage wird Renoviert. Ich habe dafür gesorgt das alles für dich vorbereitet wird."
„Wenn ich ein ganz normales Leben geführt hätte, würde ich das hier als verrückt bezeichnen. Hm…" Azari krümmte sich einmal und holte tief Luft. „Waren das wieder die Kinder?" Raymond setzte sich auf und schaltete ein Nachtlicht ein. „I-ich weiß nicht."
Red zog die Decke runter und hielt den Atem an, als er ihr Nachtkleid sah. Es färbte sich Rot. „Azari…" Er schaute sie wieder an und stand dann sofort auf. „Wir müssen dich in das Krankenhaus bringen. Ich hole Dembe dann fahren wir los."
„Aber du hast gesagt das es noch nicht Fertig ist!"
„Azari." Raymond sah noch einmal zu ihr runter, während er sich seine Hose anzog. „Alles wird bereit sein. Dembe!" rief er dann und verließ sein Schlafzimmer um zu seinem Freund rüber zu laufen. Dembes Türe ging bereits auf, „Raymond ist es soweit?"
„Wir müssen sofort los fahren."
„Ich bereite alles vor." Dembe ging noch einmal in sein Zimmer, während Raymond zurück zu Azari ging und ihr aus dem Bett half. Ein Rollstuhl stand für den Notfall bereit und als sie darin saß, schob er sie bereits los.
