Kapitel 2.13 – Geschmacklose Forderungen

Am Ende des Tages standen drei Phiolen vor Severus auf dem Labortisch und der Umkehrtrank befand sich gerade in der letzten Ruhephasen, die Hermine bei der Zubereitung des Vicissitudo Virtus gemacht hatte. Er war eben mit Hermines Zauberstab aus seinem Zimmer zurückgekehrt und ließ nun acht Tropfen seiner Tränen in eine kleine Schale fallen.

Mit seinem eigenen Zauberstab in der Hand stand er davor, die Zähne so fest aufeinander gebissen, dass ihm der Kiefer schmerzte. Er war immer noch entschlossen, seine Magie für diesen Trank zu opfern, aber er hatte nicht erwartet, dass es ihn so viel Überwindung kosten würde.

Magie …

Sie hatte ihn mit seiner Mutter verbunden. Sie hatte ihn vor seinem Vater geschützt. Sie hatte ihn aus seinem Elternhaus in eine andere Welt geholt und aus ihm den Menschen gemacht, der er heute war. Er identifizierte sich über die Magie, er war stolz darauf, was er konnte.

Aber Magie hatte ihn auch vieles gekostet. Sie hatte ihn dazu verleitet, den falschen Weg zu gehen. Sie hatte ihm Lily genommen – in mehr als einer Hinsicht. Es wäre vermutlich ein besserer Mensch aus ihm geworden, wenn er ein Muggel oder ein Squib gewesen wäre.

Oder auch nicht. Vielleicht wäre er dann Alkoholiker geworden. Severus schnaubte verächtlich. Eigentlich war er sich sogar ziemlich sicher, dass er sein Leben auch als Muggel an die Wand gefahren hätte. Er war einfach der Typ dafür. Warum also festhalten an der Magie?

Ein Ruck ging durch seinen Körper und er legte die Spitze seines Zauberstabes in die Tränen. „Potentia magica relinquat!", knurrte er.

Hitze breitete sich in seinem Körper aus, vom Haaransatz bis in die Zehenspitzen. Für einen Moment fühlte es sich an, als würde sein Körper in Flammen stehen. Severus biss die Zähne aufeinander und keuchte. Dann lief die Hitze wie eine Welle zurück und sammelte sich in seinem Kopf, schien ihn auseinanderzureißen, zu verbrennen, zu vernichten. Jetzt schaffte er es nicht mehr, still zu bleiben. Jetzt stieß er einen kleinen Schrei aus, ehe alles, was ihm den Kopf zu zerreißen drohte, hinab wanderte. Über seinen Hals und die rechte Schulter seinen Arm hinab in die Hand und durch den Zauberstab. Severus atmete heftig. Es fühlte sich an, als würde ein Teil seiner Persönlichkeit der Magie folgen. Der Zauberstab in seiner Hand begann erst zu vibrieren, immer heftiger, so dass es Severus schwer fiel, ihn festzuhalten. Dann ging er plötzlich in Flammen auf und zerbarst.

Schweißtropfen liefen an Severus' Gesicht hinab, die Luft im Labor war drückend heiß und elektrisch aufgeladen. Sein Körper schmerzte, seine Sicht war verschwommen und ihm war schwindelig. Er schwankte und fühlte sich wie nach einem der endlosen Todessertreffen, die der Dunkle Lord manchmal abgehalten hatte. Jene, bei denen sie sechs Stunden und länger bewegungslos ausharren und ihre Treue bezeugen mussten. Er zog den Hocker unter dem Tisch hervor und setzte sich. Ein paar Minuten blieben ihm noch, ehe er weitermachen musste. Ein paar Minuten …

Severus schloss die Augen. Diese Müdigkeit, diese grenzenlose Erschöpfung und die Unfähigkeit, ihr nachzugeben … Er hatte gehofft, sich nie wieder so fühlen zu müssen. Nie wieder, nachdem Hermine ihn befreit hatte. Und hier saß er. Tränen brannten hinter seinen geschlossenen Lidern. Er fühlte sich leer und hoffnungslos. So als hätte er Hermines Therapie nie gemacht. Alles … alles drückte ihn nieder.

Es kostete ihn beinahe mehr Kraft, als er hatte, die Augen wieder zu öffnen und sich auf seine zitternden Beine zu stemmen. Magie war mehr als ein Werkzeug. Magie war Lebensenergie. Magie war eine Quelle im Körper eines Magiers. Er hatte davon in Das magische Potential gelesen. Er hatte gewusst, dass er sich so fühlen würde. Aber verdammt

Severus holte tief Luft, hielt sie einen Moment lang an und ließ sie langsam wieder aus seinen Lungen entweichen. Er hatte jetzt keine Zeit dafür. Die Ruhepause näherte sich ihrem Ende entgegen und es war ungewiss, wie stabil die Verbindung aus Tränen und Magie war. Also zog er die Tränen in eine Pipette und ließ erst drei Tropfen und nach einer kurzen Pause drei weitere davon in den Trank fallen. Er begann zu brodeln und zu kochen, obwohl er über keinem Feuer mehr hing. Weißer Nebel stieg daraus auf und mit jedem Tropfen, der in den Trank fiel, fühlte Severus sich schwächer. Als würde die Magie seinen Körper erst jetzt tatsächlich verlassen.

Als der Trank sich wieder beruhigt hatte, legte er mit zitternden Händen die Pipette und die Schale beiseite, sank zurück auf den Hocker und griff nach dem Stärkungstrank, den er vorher bereit gestellt hatte. Er hätte sich einen stärkeren brauen sollen. Der, den er Hermine gegeben hatte, war schon stark und vor allem hatte er keine Nebenwirkungen. Aber es gab noch stärkere. Stärkungstränke, für die man einen Preis zahlen musste. Meistens etwas Lebenszeit. Das hier würde ihm leichter fallen, wenn er einen davon zubereitet hätte.

Nachdem der Trank also seine mittelmäßige Wirkung entfaltet hatte und Severus sich zumindest wieder so fühlte, als würden seine Beine ihn tragen, stand er auf und stieg die Treppe hinauf, rief von der offenen Tür aus nach Adia.

„Was?", fragte sie hörbar genervt aus dem Wohnzimmer. Severus hatte sie den ganzen Tag lang ignoriert.

„Komm mit", grollte er und stieg die Treppe wieder hinunter.

„Ich schlafe nicht im Labor mit dir!", rief sie ihm hinterher.

Severus verdrehte die Augen, antwortete aber nicht. Er blieb vor dem Kessel stehen und wartete, dass sie ihm folgen würde. Was sie nach kurzer Zeit auch tat. Als sie vor ihm stand und ihn erwartungsvoll ansah, nahm er Hermines Zauberstab und hielt ihn ihr hin. „Beschreibe mit dem Zauberstab einen Kreis über dem Kessel und sage Reverto origo", wies er sie an.

Adia griff nur zögernd nach dem Zauberstab. „Warum soll ich das tun?"

„Keine Fragen", entgegnete Severus und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Und wenn ich es nicht tue?", stellte sie trotzdem eine weitere.

Er antwortete ihr mit einem Blick, dem selbst Albus manches Mal ausgewichen war. Adia knickte darunter ein. Sie schluckte und dann tat sie, was er ihr gesagt hatte.

Der inzwischen farblose Trank begann zu glühen. Warm und golden. Dann erlosch es plötzlich und er sah aus wie pures Wasser.

„Und jetzt?", fragte Adia.

Severus nahm ihr den Zauberstab aus der Hand. „Jetzt kannst du in mein Zimmer gehen und dort auf mich warten."

Sie zog die Augenbrauen hoch. „In dein Zimmer?"

„Spreche ich Parsel?", fragte er ungeduldig.

Adia hob abwehrend die Hände in die Höhe, drehte sich um und verließ das Labor.

Severus sah ihr einen Moment hinterher, ehe er den fertigen Umkehrtrank in zwei Phiolen abfüllte. Sie würden nur eine Dosis davon brauchen, aber er würde sich hüten, den Rest wegzukippen. Er würde eine verdammte Abhandlung über dieses Experiment schreiben und vielleicht brauchte er die Reste dafür noch.

Er ließ sich mehr Zeit beim Aufräumen des Labors, als er unter normalen Umständen benötigt hätte. Er nutzte sie, um seinen Geist zu leeren und sich vorzubereiten auf das, was er nun würde tun müssen. Und um sich noch ein bisschen zu erholen vom Verlust seiner Magie. Aber hauptsächlich, um sich vorzubereiten. Er seufzte und rieb sich die Stirn. Es war nur Sex, er hatte in all den Jahren seiner Spionage schlimmeres tun müssen. Es war nur Sex.

Severus ging hinüber zum Vorratsschrank, bevor er das Labor verließ. Nahm einen Schmerztrank; ihm tat immer noch der Kopf weh. Und eine Dosis des Tranks gegen Übelkeit. Danach fühlte er sich fast wieder menschlich. Fünf Phiolen nahm er mit, dann schaltete er das Licht im Labor aus und stieg die Treppe hinauf.

Bevor er zu Adia in sein Zimmer ging, stellte er drei der fünf Phiolen im Wohnzimmer auf den Tisch. Eine davon beinhaltete den Umkehrtrank für den Vicissitudo Virtus, die zweite eine weitere Dosis Stärkungstrank für Hermine, die letzte den ersten von ihren Therapietränken. Er hatte die mit ihr besprochenen Anpassungen vorgenommen, sowie ein paar Zutatenmengen leicht reduziert oder erhöht und zwei der Zubereitungsschritte verändert. Sie würde jetzt ihr eigenes Versuchskaninchen sein, was er nur fair fand. Aber vermutlich würde sie damit weniger Probleme haben als er.

Schließlich fand er keinen Grund mehr, um Adia noch länger warten zu lassen. Sie stand am Fenster, als er das Zimmer betrat, und wandte sich zu ihm um, die Arme vor der Brust verschränkt. Aber ihr Gesichtsausdruck hatte nichts Ungeduldiges oder Gereiztes an sich. Sie sah ihn mit großen Augen an, beinahe so, als bekäme sie nun doch etwas Respekt vor ihrem eigenen Wunsch.

„Hast du deine Meinung geändert?", fragte Severus.

Sie schüttelte den Kopf. „Nein."

Er presste die Lippen aufeinander, dann hielt er ihr eine der Phiolen hin. „Trink das."

„Was ist das?", fragte sie, nahm ihm das Gefäß aber aus der Hand.

„Verhütungstrank."

Sie kniff die Augen ein bisschen zusammen. „Das ist kein Schlaftrank, damit du mir diesen Umkehrtrank anders einflößen kannst?"

„Du musst den Umkehrtrank freiwillig nehmen, es würde mir also nichts bringen, dich zu betäuben", erinnerte er sie geduldiger, als er sich fühlte. Er hatte über diese Option nachgedacht. Er hatte sich gewünscht, es wäre eine Option. Aber das war es nicht und in der Phiole, die er ihr gegeben hatte, war tatsächlich nur ein Verhütungstrank.

Sie beschloss ihm zu glauben, denn sie entkorkte die Phiole und trank den Inhalt in zwei großen Schlucken.

Severus zog derweil die letzte Phiole hervor und seufzte, als er sie öffnete.

„Was ist das?", fragte Adia.

Er schloss kurz die Augen und zwang den aufsteigenden Ärger zurück. „Ein Aphrodisiakum", entgegnete er trocken.

Adia schnaubte. „So hässlich bin ich nun auch wieder nicht!"

„Nein!", schnappte er ungehalten, „Aber meine letzten Erfahrungen mit Sex sind nicht unbedingt die besten!" Er brauchte ein bisschen flüssigen Beistand, um das hier hinzubekommen.

Severus hob die Phiole gerade an seine Lippen, als Adia einen Schritt auf ihn zutrat und ihre warme Hand auf seine legte. „Nicht."

Ihr Blick traf ihn unerwartet tief.

„Lass es uns erst so versuchen. Ich will sehen, wie … ich auf dich wirke."

Severus sah sie an, die Phiole unverwandt kurz vor seinem Mund. Er schluckte. Dann ließ er die Hand sinken und steckte den Korken zurück in den Flaschenhals.

Vor den Fenstern dämmerte es und auf dieser Seite des Hauses war es noch etwas dunkler als auf der anderen. Das schwindende Licht zeichnete Adias Gesichtszüge weicher, als sie ihm die Phiole aus der Hand nahm und hinter sich auf den Tisch stellte. Ihre Hand war warm, als sie dabei seine berührte. Warm und weich. Adia hielt seinen Blick fest, sie blinzelte nicht einmal.

Severus' Muskeln spannten sich an, als sie ihre Hände auf seine Brust legte. „Ist das okay?", fragte sie.

Er schnaubte, schüttelte ganz leicht den Kopf. „Nichts hieran ist okay", grollte er.

Sie war so nah. Er konnte ihren Atem am Ausschnitt seines Hemdes spüren und nahm zum ersten Mal bewusst ihren Geruch wahr. Severus' Körper handelte, ehe er sich dessen bewusst wurde: Er trat einen Schritt zurück und griff nach ihren Handgelenken.

Adia zuckte zusammen und sah ihn mit großen Augen an. Aber sie sagte nichts.

Severus blieb einige Sekunden lang bewegungslos stehen, während er wartete, dass sein Herzschlag sich beruhigte. Dann lockerte er den Griff um ihre Handgelenke und und strich mit den Daumen über ihre Handflächen. Ließ seine Finger zwischen ihre gleiten und gab sich und ihr Zeit, um sich an den fremden Körperkontakt zu gewöhnen. Er sah hinab auf ihre Hände, sah die feinen Narben, die ihr Mordversuch auf den Handgelenken hinterlassen hatte. Sie waren noch gerötet. Severus verspannte sich.

Plötzlich schloss Adia die Augen und holte scharf Luft.

„Was ist los?", fragte er.

„Hermine tobt", murmelte sie.

Nun schloss auch Severus kurz die Augen. „Schließ sie aus."

Adia schnaubte. „Du weißt schon, dass das hier bald ihre Erinnerung sein wird?"

Er zog nur die Augenbrauen hoch. Natürlich wusste er das. Aber deswegen wollte er sie jetzt trotzdem nicht dabei haben.

Adia seufzte leise und runzelte die Stirn, während sie was auch immer tat, um Hermine von diesem Moment auszuschließen. Ihre Hände in seinen spannten sich dabei an. Dann nickte sie. „Okay."

Severus nickte knapp. Er brauchte ein paar Herzschläge, ehe er sich wieder auf Adia konzentrieren konnte.

Sie schluckte. Die Ader an ihrem Hals pochte schnell und für einen Moment flackerte ihr Blick hinab auf ihre Hände und das, was er mit ihnen tat. Das war offensichtlich nicht das, was sie sich unter Verführung vorstellte, aber es funktionierte. Sie schien fasziniert.

Schließlich löste er eine Hand aus der Verschränkung und legte zwei Finger unter ihr Kinn. In ihrem Gesicht stand nichts mehr von der skrupellosen Spionin, die ihn zu dem hier erpresst hatte. Ihr Gesicht war das eines Mädchens, das hoffte, man würde ihm nicht wehtun. Severus runzelte die Stirn und spürte sich freudlos lächeln. „Oh Adia", murmelte er und schnalzte mit der Zunge.

Ihr Gesichtsausdruck wurde härter, aber bevor sie etwas dazu sagen konnte, beugte er sich vor und legte seine Lippen auf ihre. Sie schnappte überrascht nach Luft und versteifte sich etwas, aber sie überwand ihren kleinen Schreck schnell und lehnte sich in diesen Kuss.

Küssen war offensichtlich etwas, das sie schon erlebt hatte. Sie gewann an Selbstsicherheit und ließ ihre freie Hand in seine Haare gleiten. Severus verdrehte die Augen und wanderte mit den Lippen von ihrem Mund zu ihrem Hals. Er achtete sorgfältig darauf, keine Spuren auf ihrer Haut zu hinterlassen, Hermine würde das hassen. Seine freie Hand fand den Saum ihres T-Shirts und er schlüpfte darunter und legte sie auf ihren Rücken. Adia bog sich ihm entgegen und den Kopf in den Nacken, während seine Zungenspitze über ihr Schlüsselbein kreiste. Ihr warmer Geruch umhüllte ihn.

Aber sie hat ihn geküsst und er hatte seine Hände unter ihrem Shirt. Mich schaudert es so sehr.

Severus erstarrte für einen Moment mitten in der Bewegung, als ihm Hermines Worte aus dem Tagebuch in den Sinn kamen. Er schluckte, schüttelte ganz leicht den Kopf und nahm nun auch seine andere Hand zur Hilfe, um Adia das T-Shirt auszuziehen.

Ihre Haare flossen über ihren Rücken, ihre Brust hob und senkte sich schnell und Severus ließ es zu, dass sie ihm mit fahrigen Fingern das Hemd aufknöpfte. Jetzt waren ihre Hände etwas kühl, als sie sie auf seine Brust legte, er zuckte unmerklich darunter zusammen. Sie glitten über seinen Bauch und seine Taille auf seinen Rücken und wieder trat Severus instinktiv einen Schritt zurück. „Nicht!", sagte er und rümpfte die Nase.

Adia schluckte. „Okay." Sie zog ihre Hände zurück und ihm das Hemd aus der Hose, ehe sie es von seinen Schultern streifte. Ihre Blicke glitten über seinen nackten Oberkörper und seine Arme. An der vernarbten Haut seines Unterarms blieben sie kurz hängen und er sah sie schlucken.

Severus legte den Kopf in den Nacken, seine Zungenspitze fuhr über seine Lippen und er drehte sie an der Schulter herum, so dass sie mit dem Rücken zu ihm stand. Er öffnete den Verschluss ihres BHs und schob die Träger von ihren Schultern. Mit einer Hand strich er ihr das Haar nach vorn und beugte sich vor, um ihren Nacken zu küssen. Ihre Muskeln waren angespannt und sie wusste offensichtlich nicht, was sie jetzt mit ihren Händen machen sollte, denn sie griff schon wieder in seine Haare.

„Könntest du bitte meine Haare in Ruhe lassen?", grollte Severus dicht an ihrem Ohr.

Adia schnaufte. „Darf ich dich überhaupt irgendwo anfassen?"

„Noch nicht."

Sie ließ ihre Hände sinken und verschränkte die Arme vor der Brust.

Severus stieß die Luft durch seine Nase, ehe er wieder ihren Nacken und ihre Schulter küsste. Er spürte ihren Groll schwinden. Sie lehnte sich gegen ihn und legte ihren Kopf auf seine Schulter. Sie erlaubte es ihm, den BH endgültig von ihren Armen zu ziehen; er warf ihn zu dem T-Shirt auf den Boden. Seine Finger wanderten über ihren flachen Bauch, er spürte ihre Muskeln zucken und als er ihren Hosenbund gefunden hatte, glitt er ein Stück hinein, bis seine Finger die Locken ihrer Scham fanden. Adia seufzte leise.

Er öffnete ihre Hose und schob Jeans und Slip zusammen über ihren Po. Adia spreizte die Beine ein Stück, zum einen damit der Stoff zu Boden gleiten konnte, zum anderen damit seine Finger ihren Weg zurück fanden. Aber Severus packte sie an den Hüften und presste sie gegen sich. Adia keuchte überrascht, ehe sie sich an ihm rieb. Seine Augenlider flatterten, während seine Zungenspitze die zarte Haut hinter ihrem Ohr reizte. Vielleicht würde er das hier tatsächlich auch ohne flüssigen Beistand hinbekommen. Mit der Beherrschung würde er jedenfalls keine Schwierigkeiten haben.

Severus' Hand glitt langsam an ihrem Arm hinab und er verschränkte wieder seine Finger mit ihren und zog sie mit sich zum Bett hinüber. Er geleitete sie an sich vorbei und Adia setzte sich, rutschte ein Stück hinauf und zog ihn auf sich. Sie fing seine Lippen ein und küsste ihn, aber ihre Hände ließ sie tatsächlich bei sich. Sie fasste ihn nicht an.

Zentimeter für Zentimeter erkundete Severus ihren Oberkörper mit seinen Lippen und ihre Beine mit den Händen. Ihre Brustwarzen, die Falte unter ihrer Brust, ihr Bauchnabel – alles fand seine Beachtung. Adias Hände strichen über die Matratze, die zog das dünne Laken zusammen, mit dem er sich nachts zudeckte, legte den Kopf in den Nacken und stöhnte leise, dann sank sie vollständig auf den Rücken und ließ los.

Severus kniete sich vor das Bett und spreizte ihre Beine. Die Innenseiten ihrer Oberschenkel waren warm und weich, er rieb seine Wange dagegen, die ein bisschen rau war vom nachwachsenden Bart. Es war seine Nase, die als erstes über ihre Schamlippen strich und ihren intensiven würzigen Geruch inhalierte, ehe seine Zunge folgte. Er umkreiste ihre Klitoris mit der Spitze, kratzte mit den Zähnen darüber und zog die Augenbrauen hoch, als er Adia einen erstickten Schrei ausstoßen hörte. Und dann verließ er ihre Klitoris und leckte tiefer, glitt ein bisschen in sie und schickte einen stummen Dank an wen auch immer, dass Adia zwar einen jungfräulichen Geist, aber keinen jungfräulichen Körper bekommen hatte.

Severus schloss die Augen und ließ sich ein wenig tragen von ihrem Geschmack, ihrem Geruch und ihrem Stöhnen. Er hatte schon immer eine Schwäche dafür gehabt. Für die Momente, in denen eine Frau so unter ihm lag und sich ihrer Lust hingab. Für die Hitze, die sich im Zimmer und zwischen ihnen aufbaute. Und von seiner eigenen Erregung, die sich langsam einstellte. Beinahe konnte er vergessen, welche Umstände ihn an diesen Punkt gebracht hatten. Beinahe, denn …

meine Haut ist kurz vor dem Abschälen. Und trotzdem fühle ich mich noch dreckig.

Sein Geist versäumte es nicht, weitere von Hermines Worten hochzuspülen. Übelkeit rollte über ihn hinweg wie eine heißkalte Welle. Er schloss die Augen und versuchte, seinen Geist zu leeren. Sich auf diesen Moment zu konzentrieren und sich später mit den Konsequenzen zu befassen. Aber er hörte nicht auf, Adia zu verwöhnen. Er konnte das, er musste sich nur konzentrieren.

Aber erst Adias lauter werdendes Stöhnen und schließlich ihre Schenkel, die für einen Moment seinen Kopf einklemmten, als sie zitternd ihren Höhepunkt erreichte, lenkten ihn genug ab, um den Gedanken an Hermine loszulassen.

Mit einem leisen Grollen zog er ihre Beine auseinander und sah zu ihr auf. Ihr Gesicht war verschwitzt und gerötet, die Lippen geschwollen, die Augen glasig. „Wow", hauchte sie und Severus ließ sie in einem Nachhall der Lust erzittern, als er nochmal über ihre Schamlippen leckte. Sie stöhnte und setzte sich ein bisschen auf, stützte sich auf ihre Unterarme. „Ich beginne zu verstehen, warum alle so scharf darauf sind."

Er sah sie an und sagte: „Die Männer, die du für Sex ins Auge gefasst hattest, hätten so was nicht mit dir getan."

Sie zog die Augenbrauen hoch. „Warum tust du es?" In ihrem Blick stand der Zusatz: Wo ich dir doch keinen Grund dafür gegeben habe.

Severus schluckte und wandte den Blick ab. „Das hier wird bald Hermines Erinnerung sein." Wenn er sie schon vergewaltigte, dann konnte er es wenigstens so angenehm wie möglich tun.

Adia legte eine Hand auf seinen Oberarm und bedeutete ihm, zu ihr hochzukommen. Severus tat es, vermied es aber weiterhin, ihr in die Augen zu schauen. Als Adia seine Hose öffnete, schloss er sie sogar komplett. Seine Arme zitterten unter seinem Gewicht.

Ich werde dafür sorgen, dass du diese Lektion nie wieder vergisst. Es wird dich dein restliches, armseliges Leben lang genauso quälen, wie es mich gequält hat.

Oh, okay. Er schnaubte. Wenn nicht Hermine, dann eben Lucius. Severus stieß sich ab und setzte sich neben Adia auf die Bettkante, fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht. Es machte ihn nervös, dass sie jetzt hinter ihm saß, aber über ihr zu sein, war gerade genauso indiskutabel.

„Severus?"

Er hob eine Hand, bedeutete ihr zu schweigen. Er brauchte nur einen Moment.

Bevor das beklemmende Gefühl in seiner Brust sich noch weiter aufbauen konnte, zwang er sich, tief ein und langsam wieder auszuatmen. Sein ganzer Oberkörper schien unter seinem Herzschlag zu beben. Er schluckte. Schluckte nochmal. Ihm wurde erst bewusst, dass er die Augen geschlossen hatte, als die Matratze neben ihm schwankte. Adia hockte vor ihm, als er blinzelte.

„Darf ich dich anfassen?", fragte sie mit einer Sanftheit in der Stimme, die er bei ihr noch niemals gehört hatte.

Er schnaubte leise. „Daran wird kein Weg vorbeiführen, wenn du das hier nicht vorzeitig abbrichst." Er schwieg kurz und fügte dann hinzu: „Wirst du das hier vorzeitig abbrechen, Adia?"

Sie schüttelte den Kopf. „Nein."

„So weit geht das Mitgefühl dann wohl doch nicht", grollte er und rümpfte die Nase.

Sie seufzte. „Wie wäre es denn, wenn wir jetzt hier aufhören?", fragte sie. „Wenn du dich hieran erinnerst mit der Gewissheit, es nicht geschafft zu haben. Würdest du dich jemals wieder trauen, es darauf ankommen zu lassen?"

„Das ist nicht dein Problem", zischte er.

„Stimmt", gab sie zu. „Aber vielleicht kann das hier etwas Bedeutendes sein, das ich in der kurzen Zeit, die ich noch habe, tun kann."

„Das ist die Art Bedeutendes, das du tun willst? Andere zum Sex zwingen?", fragte er verächtlich.

Sie schwieg. Nur ihrem Gesichtsausdruck konnte er ansehen, dass seine Worte sie getroffen hatten.

Severus wandte den Blick zur Zimmerdecke. „Lass es uns hinter uns bringen", murmelte er.

Adia stand auf und er tat es ihr gleich. Sie hob die Hand, legte sie an seine Wange und küsste ihn, im Vergleich zu vorher sehr zurückhaltend. Vorsichtig strich ihre Zungenspitze über seine Lippen und erst, als er seinen Mund ein bisschen öffnete, wagte sie sich weiter vorwärts und begegnete seiner Zunge. Sie musste sich selbst auf seinen Lippen schmecken; er jedenfalls nahm sie noch sehr deutlich wahr.

Sie schob die Hosen von seinen Hüften, aber bevor ihre Hände nach seinem Penis tasten konnten, dirigierte er sie wieder hinauf auf seine Brust. Ja, er war ganz ohne flüssigen Beistand und trotz ihrer kurzen Auseinandersetzung eben erregt, aber wenn sie ihn anfassen würde wie Bellatrix ihn angefasst hatte, dann war das hier vorbei und das würde er um Hermines Willen nicht riskieren.

Severus drehte sie herum und schob sie zurück aufs Bett. Er folgte ihr, ohne den Kuss zu unterbrechen. Ihre Schenkel legten sich warm an seine Hüften, während seine Erektion an ihrer feuchten Scham entlangstrich. Sie stöhnte gegen seinen Mund, presste ihn mit den Beinen fester gegen sich.

„Bitte", wimmerte sie, als sie den Kuss unterbrachen.

Er schnaubte leise, brachte sich in Position und drang in sie ein. Ihre Hitze war überwältigend, instinktiv schloss er die Augen. Aber dann sah er Bellatrix vor sich und riss sie wieder auf. Sein Herz trommelte in seiner Brust, aber er konnte nicht mehr sagen, ob es wegen der Bilder war, die sich ihm aufdrängten, oder wegen der Erregung, die sich in ihm aufbaute.

Er beobachtete Adia, wie sie sich auf die Unterlippe biss, den Kopf in den Nacken legte und mit jedem seiner Stöße stöhnte. Ja, sie war definitiv für Sex erschaffen worden. Sie hatte die Macht, seinen Geist zu fokussieren. Und weil Hermine irgendwo in ihr steckte, hatte er trotz allem, was sie ihm abverlangte, immer noch das Bedürfnis, ihr so viel Vergnügen wie möglich zu bereiten. Er tastete zwischen ihren Körpern nach ihrer Klitoris und begann, sie mit seinem Daumen zu massieren.

Adia riss die Augen auf und schnappte nach Luft, stieß einen hellen Ton der Überraschung aus. Er spürte ihre Muskeln um ihn zittern, als ein kleiner Höhepunkt sie unerwartet überrollte. Severus feixte, verlangsamte seine Bewegungen und verlor sich für ein paar Sekunden in ihrem Anblick.

Er hatte in seinem Leben nicht viel Sex gehabt. Hauptsächlich hatte es ihm an Möglichkeiten gemangelt, vor allem aber an der Lust. In den Kreisen, in denen er sich bewegt hatte, waren die Frauen entweder zu alt, zu jung, zu verrückt oder zu bösartig gewesen, um sein Interesse zu wecken. Aber wann immer sich die Gelegenheit ergeben hatte, war er absolut überwältigt gewesen von der weiblichen Lust. Von ihrer Schönheit auf dem Höhepunkt ihrer Erregung, von der Fähigkeit, einen Orgasmus nach dem nächsten zu haben, von ihrem Geruch, ihrem Geschmack, den Lauten, die sie dabei ausstießen.

Und wenn er nur einen winzigen Moment lang ehrlich zu sich war, dann musste er gestehen, dass Adia wunderschön war. In einem anderen Leben, unter anderen Voraussetzungen … hätte er sie aufrichtig begehren können.

„Was tust du?", fragte Adia in seine Gedanken hinein.

Er blinzelte. „Ich sehe dich an", grollte er, bevor er langsam wieder anfing, sich in ihr zu bewegen.

„Und was siehst du?", fragte sie kurzatmig.

„Dich." Er stockte, als ein warmer Schauer durch seinen Körper rieselte. Sie war so heiß um ihn, fühlte sich so gut an. „Ich verabscheue … verabscheue zutiefst, wer du bist und was du Hermine antust …" Sie wimmerte unter ihm und krallte ihre Finger in seine Schultern. „… aber bei Merlin, du bist für das hier gemacht, Adia." Er beugte sich hinab und küsste ihren Hals, biss leicht in ihre zarte Haut und stöhnte, als sie keuchte. Er wünschte, er könnte fester zubeißen. Er wünschte, er könnte Spuren hinterlassen und ihr ein kleines bisschen wehtun. Gerade genug, dass sie es genießen könnte.

„Ohh ja", hauchte sie, als er diesen Punkt in ihrem Inneren traf.

Severus grollte kehlig. „Ich verstehe, warum du das hier erleben musstest, bevor du mit Hermine verschmilzt, auch …" Er schloss kurz die Augen, als sie ihre Muskeln um ihn anspannte. „… auch wenn ich keine Worte finde für das Ausmaß an Hass, das ich deswegen für dich empfinde." Seine Stöße wurden schneller, gingen tiefer. Ihr Stöhnen wurde lauter, sie presste ihn mit den Beinen bei jedem Stoß an sich, klammerte sich an seinen Rücken. Kurz bevor er selbst den Punkt erreichte, von dem aus es kein Zurück mehr geben würde, hielt er inne, sah sie an und sagte: „Ich hasse dich, Adia Whitmore. Und ich hasse, was du mich zu tun zwingst. Aber du bist zweifellos geschaffen für das hier."

Adia stieß ein trockenes Schluchzen aus und fing seine Lippen mit ihren ein. Und während Severus noch einige Male in sie stieß, massierte er wieder ihre Klitoris und ließ sich von ihrem Orgasmus mitreißen. Er versteifte sich über ihr, riss den Mund auf und ergoss sich in heißen Schüben in ihr, bevor er sich von ihr rollte und heftig atmend neben ihr zur Ruhe kam.

Mit geschlossenen Augen lauschte er seinem allmählich langsamer werdenden Herzschlag und ihrem Atem neben sich. Lange Minuten zogen vorbei, bevor Adia sich neben ihm aufsetzte. Er blinzelte. Inzwischen war es fast vollkommen dunkel geworden, aber er konnte sie noch erkennen.

Und sie offensichtlich auch ihn, denn sie sagte: „Du siehst nicht so zufrieden aus, wie ich es nach dem, was du gesagt hast, erwartet hätte."

Severus rümpfte die Nase. „Ich hatte gerade gegen Hermines ausdrücklichen Wunsch Sex mit dir. Auch wenn es viele überraschen dürfte, ich stehe nicht auf Vergewaltigungen."

Adia schnaufte und zog sein Laken vor ihren nackten Oberkörper. „Das hier war nicht so sehr gegen Hermines Willen, wie sie es dich glauben machen wollte."

Severus sah sie scharf an.

Sie lachte freudlos. „Oh komm schon, Severus!", sagte sie. „Fandest du es nicht ein bisschen übertrieben, wie sehr sie sich gegen das hier gewehrt hat? Ich weiß, du bist ihr ehemaliger Lehrer und … ich weiß nicht, doppelt so alt wie sie? Aber es ist jetzt nicht so, als ob ich verlangt hätte, Sex mit Lucius Malfoy zu haben. Du hast auf der richtigen Seite gekämpft, du bist offensichtlich ein Gentleman, wenn auch ein knurriger. Du siehst nicht so schlecht aus und sie weiß, dass du das hier niemals wieder erwähnen würdest, weder ihr gegenüber noch jemand anderem gegenüber. Es war außerdem nicht ihr Körper, also muss sie sich noch nicht mal schämen, wenn du sie das nächste Mal anschaust." Adia unterbrach sich kurz. „Angesichts der Tatsache, dass es ihr das Leben retten wird, war ihre Gegenwehr schon ein bisschen … heftig, findest du nicht?"

Severus atmete langgezogen aus. „Darum geht es nicht. Das einzige, was relevant ist, ist, dass sie das hier nicht wollte."

„Du wolltest es auch nicht, aber ich würde meine rechte Hand darauf verwetten, dass du trotzdem deinen Spaß dabei hattest."

„Pass auf, dass du die Wette nicht verlierst", grollte Severus. Dann streckte er sich nach seinem Nachtschrank und schaltete das Licht an. „Geh duschen, Adia. Gründlich. Zieh dir frische Sachen an und komm in einer Stunde nach unten ins Wohnzimmer."

Sie schluckte. Dann nickte sie und stieg aus dem Bett. Ohne sich großartig um ihre Nacktheit zu kümmern, sammelte sie ihre Klamotten ein und verließ sein Zimmer.

Severus setzte sich auf und wischte sich über das Gesicht. Der Geruch von Sex lag dick und schwer in der Luft. Er rümpfte die Nase. Dann stand er auf und öffnete das Fenster, ehe er ins Bad ging.