Kapitel 3.10 – Die Wahrheit
Severus hatte sich leise einen Stuhl vom Tisch genommen und sich etwa zwei Schritte vom Bett entfernt hingesetzt. Er hatte ein Bein über das andere geschlagen, die Hände auf die Oberschenkel gelegt und wartete. Die Sonne ging auf, es wurde immer heller im Zimmer – Hermine würde bald aufwachen.
Sein Blick lag auf ihrem Bauch. Die dünne Bettdecke, kaum mehr als ein Laken, lag nur halb über ihrer Brust, ihr Hemd war nach oben gerutscht, ein Streifen helle Haut lag über dem Bündchen ihres Slips frei. Über dem Bündchen, das sich eng über eine kleine Wölbung legte.
Severus kannte Hermines Figur. Sie war ein schlanker Mensch, ihr Bauch normalerweise flach, er hatte ihn oft genug geküsst und berührt. Dass er jetzt nicht mehr flach war, lag garantiert nicht an zu viel Essen. Sie hatte eher schlecht gegessen in den letzten Wochen und jetzt wusste Severus auch warum.
Sein Herz schlug heftig in seiner Brust, während er darauf wartete, dass Hermine aufwachte. Natürlich, er hätte sie wecken können. Aber das … Er wollte, dass sie selbst begriff, dass er es wusste. Er wollte sehen, wie diese Erkenntnis in ihren Geist sickerte. Er wollte den Moment beobachten, in dem sie es verstand.
Sie wachte langsam auf. Ihr Atem veränderte sich. Ihre Finger zuckten. Dann holte sie tief Luft und blinzelte. War offensichtlich irritiert von der Helligkeit im Zimmer. Sie drehte den Kopf auf dem Kissen – und entdeckte ihn. „Severus", murmelte sie.
Dann erst fiel ihr die Brille auf.
Ihre Augen wurden größer. Ihr stockte der Atem. Sie schluckte. Dann hob sie den Kopf und sah an sich selbst hinunter. Sah ihren Bauch. Und zog das Laken darüber.
Severus zog eine Augenbraue hoch.
„I-Ich kann dir das erklären", sagte sie und setzte sich auf. Ihre Haare waren ein Nest auf ihrem Hinterkopf. Sie strich sich ein paar einzelne aus dem Gesicht.
„Ich bitte darum", entgegnete Severus kühl.
Sie begegnete seinem Blick. Schluckte wieder. Tränen stiegen ihr in die Augen. „Es … es tut mir so leid, Severus", hauchte sie.
„Ist das deine Erklärung?"
Sie schüttelte den Kopf. Wischte sich die ersten Tränen vom Gesicht. „Nein. Ich … Es …" Sie brach ab. Sie brach einfach ab.
Severus stellte seine Füße nebeneinander auf den Boden und beugte sich nach vorn. „Was, Hermine? Was hast du dir dabei gedacht?", fragte er scharf. „Dachtest du, ich bleibe lange genug blind, um es mir niemals sagen zu müssen? Dachtest du, wir kämen hier bald raus und dann könntest du dich von mir trennen und müsstest mir niemals sagen, dass du ein verdammtes Kind von mir bekommst? Was, Hermine? Was hast du dir dabei gedacht?" Seine Stimme war lauter geworden und als er das letzte Wort aussprach, zuckte sie zusammen.
Ihre Brust bebte vor unterdrücktem Schluchzen, als sie den Blick hob. Ihre Augen, ihre wunderschönen braunen Augen schwammen in Tränen. Er konnte sie nicht komplett klar erkennen, ein bisschen verschwommen war alles an ihr auch jetzt noch. Aber er konnte genug erkennen. Er konnte erkennen, dass ihr Kopf leer war. Dass ihre Gedanken gegen eine Wand gefahren waren und dass sie nicht die geringste Idee hatte, was sie sagen sollte. Er hatte diesen Blick bei zu vielen Schülern gesehen, um ihn nicht zu erkennen.
Severus rümpfte die Nase, stieß scharf die Luft aus und stand auf. Er ging. Nachdem er eine halbe Stunde lang still und beherrscht neben dem Bett gesessen und darauf gewartet hatte, dass sie aufwachte, konnte er es jetzt keine Sekunde länger mehr aushalten.
Das schien sie aus ihrer Starre zu reißen. „Severus!", rief sie und er hörte, wie sie aufstand und ihm hinterherlief. Er war schon halb die Treppe hinunter, als sie am oberen Absatz erschien. „Severus, warte! Bitte, lass es mich erklären!"
Er wirbelte zu ihr herum. „Wie willst du mir das erklären, Hermine?", polterte er. „Du bist schwanger! Und du weißt es seit … wie lange? Einen Monat? Zwei? Jedenfalls lange genug, um es mir zu sagen! Wie willst du mir das erklären?"
„Ich weiß es nicht!", schrie sie. „Ich weiß es einfach nicht. Ich wusste es die ganze Zeit nicht. Severus, bitte!" Sie kam barfuß auf ihn zu, aber er wandte sich ab und lief weiter die Treppen hinunter.
Sein Puls raste, seine Wangen pochten, in seinen Ohren rauschte es. Er wollte schreien und etwas gegen die Wand werfen. Er wollte sie anschreien. In seinem Kopf stapelten sich Worte, Fragen, Gefühle und es fühlte sich an, als würde es ihm den Kopf entzwei reißen. Den Kopf und die Brust und vielleicht auch seinen Magen. Wie … Wie hatte sie das tun können? Wie hatte sie ihm das verschweigen können?
„Severus!"
Er war zum Wohnzimmer abgebogen und sie hatte ihn eingeholt, griff nach seiner Hand. Er entriss sie ihr, als hätte er sich an ihrer Berührung verbrannt. Starrte sie an. Da war so viel Wut in ihm … so viel, er könnte sie gerade eigenhändig erwürgen. „War es Absicht?", zischte er stattdessen. „Wolltest du nur … das von mir?" Oh ja, er wusste, dass er unfair war. Er wusste, dass sie ihn tatsächlich liebte, er hatte es gespürt. Aber er wollte, dass dieser Moment ihr genauso sehr wehtat wie ihm. Er wollte …
… genau diese Reaktion von ihr. Dass sie scharf Luft holte. Dass ihre Tränen auf einmal versiegten. Dass sie einen Schritt zurück stolperte, als hätte er sie gestoßen. „Nein", sagte sie und schüttelte heftig den Kopf. „Wie kommst du nur darauf?" Jetzt runzelte sie die Stirn, jetzt rümpfte sie die Nase. „Glaubst du das tatsächlich?"
Er schnaubte. Sein Blick zuckte hinab zu ihrem Bauch. Etwas schnürte sich um seine Brust zusammen. Ein Kind. Sie bekam ein Kind. Von ihm. Er fuhr sich mit der Hand über das Gesicht und vergaß dabei, dass er eine Brille trug. Er nahm sie ab, bevor sie runterfallen konnte, und seine Sicht wurde wieder gnädig verwaschen und unscharf. Hermine war nicht mehr als sich bewegende Schemen direkt vor ihm. Er wünschte, er könnte genauso einfach ent-sehen, was er nun einmal gesehen hatte.
Hermine berührte seine Arme. „Bitte lass uns reden, Severus. Lass es mich dir erklären."
Wieder machte er sich von ihr los. Setzte die Brille auf. „Jetzt willst du reden?", fragte er bitter. „Ich wollte so oft mit dir reden, Hermine. So oft in den letzten Wochen habe ich dich gefragt, was verdammt noch mal los ist."
Ihr Kinn begann wieder zu zittern. Neue Tränen stiegen ihr in die Augen, liefen über ihre Wangen. Er konnte ihren Herzschlag rasen sehen. „Es tut mir so leid", sagte sie wieder.
„Was genau tut dir leid? Dass du es mir nicht gesagt hast oder dass ich es rausgefunden habe?"
Einen, zwei, drei Herzschläge lang wartete er ab, aber Hermine stand nur da und schwieg. Dann drehte er sich um und ging nach draußen. Hinaus in die kühle Morgenluft. Fast erwartete er, dass sie wieder seinen Namen rief, aber das tat sie nicht.
Sie hatten den ganzen Tag lang nicht ein Wort miteinander geredet. Hermine hätte gern. Sie hatte sich mehrmals in seiner Nähe herumgedrückt, am Türrahmen oder auf dem Flur, auf der drittletzten Stufe der Treppe, die zum Labor hinabführte. Sie war permanent da und er hatte sie permanent ignoriert.
Er wusste, dass er sich unangebracht verhielt. Er wusste, dass sie das klären mussten. Aber etwas tief in seinem Magen brannte so heftig, wenn er sie nur ansah, dass es ihm den Atem raubte.
Am Nachmittag hatte er versucht, sich mit Schach abzulenken. Filius hatte ein Spiel begonnen und er hatte mitgespielt. Dann war Hermine an der Wohnzimmertür aufgetaucht. Das Gesicht rotfleckig, Tränen in den Augen. Sie rang die Hände. Er hatte sie finster angesehen und sie war gegangen.
Severus hatte die Augen geschlossen, aber dieses Brennen in seinem Magen war so heftig geworden, dass er ein Knurren ausgestoßen und die Figuren vom Schachbrett gefegt hatte. Mit heftig pochendem Herzen hatte er minutenlang da gesessen, die Augen geschlossen. Und als er geblinzelt hatte, waren die Schachfiguren durch die Luft geflogen und auf ihre Plätze zurückgekehrt. Severus hatte geschnaubt, den Schmerz geschluckt und weitergespielt.
Spät am Abend saß er nun im dunklen Wohnzimmer am Esstisch. Die Terrassentür stand offen, die Abendluft drang ins Haus und kühlte sein erhitztes Gemüt. Er hatte die Brille abgenommen und vor sich auf den Tisch gelegt, das Gesicht hinter den Händen. Ihm taten die Nase und die Ohren weh, da wo die Brille gesessen hatte. Sie war ein Fremdkörper in seinem Gesicht. Und nicht nur das. Sie beschlug, wenn er etwas Heißes trank. Sie rutschte ihm andauernd von der Nase. Und es waren ständig Flecken auf den Gläsern, selbst wenn er sie nicht berührt hatte. Er seufzte schwer.
„Severus?"
Er zuckte zusammen und hob den Blick. Dunkelheit. Verschwommene Dunkelheit. Aber irgendetwas bewegte sich neben ihm. Das war dann wohl Hermine. Er griff sich an die Nasenwurzel. „Was?", fragte er müde.
Sie zog den Stuhl gegenüber von ihm unter dem Tisch hervor und setzte sich. Jetzt war sie ein Schatten vor der offenen Terrassentür. „Bitte lass mich wenigstens versuchen, es dir zu erklären", bat sie. Es standen schon wieder Tränen in ihrer Stimme.
Er wischte mit der Hand durch die Luft und schloss die Augen. Viel sah er ohnehin nicht und er wollte diese Brille nicht wieder aufsetzen. Er hatte mehr gesehen, als er hatte sehen wollen.
„Als ich … es gemerkt habe, war der Unfall erst wenige Tage her. Es ging dir schlecht. Du hast getrunken. Ich … ich hab mich nicht getraut, dir davon zu erzählen. Ich dachte, ich … warte noch eine Weile. Bis es dir besser geht. Bis du … dich daran gewöhnt hast." Sie schwieg einige Sekunden lang. „Aber jedes Mal, wenn ich dich ansah … hat mich der Mut verlassen. Ich wusste nicht, wie ich dir das erklären sollte. Ich verstehe nicht, wie es passieren konnte." Sie atmete zitternd aus.
Severus schnaubte. „Ich kann dir sagen, wie es passieren konnte", grollte er.
„Nein!", sagte sie heftig, „Nein, das kannst du nicht! Ich bin nicht dumm, Severus. Ich weiß, wie man schwanger wird. Damals … da hab ich den Verhütungstrank vergessen. Damals war es meine Schuld. Aber jetzt … ich hab ihn nicht vergessen, Severus! Und du warst dabei, als ich ihn gebraut habe!" Ihr Atem ging schnell. „Ich hab ihn nicht vergessen! Ich weiß nicht, warum ich schwanger bin! Und ich … wusste nicht, wie ich dir das erklären sollte."
Er schwieg. Ja, er war dabei gewesen, als sie den Trank zubereitet hatte. Nicht mit voller Aufmerksamkeit, aber aufmerksam genug. Sie hatte keinen Fehler gemacht.
Schließlich fuhr sie fort: „Ich weiß, dass du keine Kinder willst. Jedenfalls … nicht jetzt. Du hast immer so sehr darauf geachtet, dass ich den Trank nehme. Ich wusste, dass … Ich hatte Angst, dich zu verlieren. Ich hatte Angst, dass du mich verlässt, wenn du erfährst, dass … ich es irgendwie geschafft habe, schwanger zu werden. Ich hatte Angst, dass du genau das denkst, was du mir heute morgen vorgeworfen hast. Dass ich nur mit dir geschlafen habe, weil ich ein Kind wollte. Aber das stimmt nicht, Severus!" Sie griff nach seinen Händen, die jetzt vor ihm auf der Tischplatte lagen. Er ließ es zu. „Hörst du? Das stimmt nicht! Ich liebe dich! Deswegen bin ich mit dir zusammen. Deswegen hab ich mit dir geschlafen. Und ich hätte dir zuliebe auch auf Kinder verzichtet. So wichtig war mir das nie. Aber …"
Er schluckte und rieb seine Zunge gegen den Gaumen. „Aber jetzt ist alles anders", sagte er hohl.
„Ja. Ich weiß nicht, wie das passieren konnte, aber jetzt bin ich schwanger. Und ich will dieses Kind. Und ich will dich. Und ich hab Angst, dass …" Sie unterbrach sich und ihre Stimme klang wackelig, als sie weitersprach. „Ich hab Angst, dass ich nicht beides haben kann." Sie nahm eine ihrer Hände weg, vielleicht wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht. „Ich hatte nicht die Kraft, mich dem zu stellen. Ich hatte nicht die Kraft, dich zu riskieren."
„Du hättest es mir sagen müssen", beharrte er hohl.
„Ich weiß."
Sie hätte es … Sie hätte … Der Gedanke verlor sich in seinem Kopf, genauso wie das Brennen in seinem Magen. Nur Leere blieb zurück. Er fühlte sich wund. Nicht körperlich, aber emotional. Er spürte, wie sein Körper schwer wurde. Ein gewaltiges Gewicht schien auf seine Schultern zu sinken und ihn auf die Tischplatte zu pressen.
Er hob den Blick. Ihr Gesicht war nur ein schwarzer Fleck vor dem grauen Rechteck, das die Terrassentür war. Als wäre es gar nicht Hermine. Als wäre sie gar nicht da. Das Atem fiel ihm schwer bei diesem Gedanken. Er wünschte, er könnte sich gar nicht mehr vorstellen, wie es wäre, ohne sie zu leben. Aber er konnte es und die Vorstellung war grausam.
Severus stand auf, ohne Hermines Hand loszulassen. Zog sie von ihrem Stuhl und in seine Arme. Er hielt sie so fest, wie er sie seit Wochen nicht mehr gehalten hatte. Und sagte: „Ich kann ohne meine Magie leben. Ich kann ohne meine Sehkraft leben. Aber ich kann nicht ohne dich leben, Hermine. Nicht mehr. Niemals wieder."
Sie schluchzte laut auf und für einen Moment gaben ihre Knie unter ihr nach und er musste sie noch fester halten, damit sie ihm nicht entglitt. Dann fing sie sich und schlang ihre Arme um seine Brust. Weinte so heftig, als hätte er sich gerade von ihr getrennt und nicht geschworen, bei ihr zu bleiben. In diesem Moment, als er sie in den Armen hielt, wurde ihm bewusst, unter was für einem Druck sie in den letzten Wochen gestanden hatte. Wie groß ihre Angst, wie verzweifelt sie gewesen war. Und plötzlich war es egal, dass sie geschwiegen hatte. Plötzlich war es nicht mehr wichtig. Plötzlich wollte er nur noch, dass es ihr wieder gut ging.
Er nahm ihr Gesicht in seine Hände und küsste ihre Stirn. Sie war heiß, beinahe fiebrig unter seinen Lippen. Dann suchte er in der Dunkelheit nach ihren Lippen und schmeckte ihre Tränen auf seiner Zunge. „Ich liebe dich", flüsterte Hermine. Ihre Finger waren kalt auf seiner Brust, selbst durch den Stoff seines Hemdes hindurch. Sie zitterte.
Severus nickte. „Lass uns ins Bett gehen", sagte er und nachdem er die Terrassentür geschlossen hatte, taten sie genau das.
Kurz darauf lag sie an seiner Seite und er hielt sie fest, als könne er sie sonst verlieren. Als wäre er es gewesen, der die ganze Zeit um sie gefürchtet hatte. Und da wurde ihm bewusst, dass er genau das getan hatte. Er hatte genauso wie Hermine die ganze Zeit Angst gehabt, sie zu verlieren. Er hatte vielleicht nicht genauso gelitten wie sie, aber er hatte ihre Angst geteilt. Er hatte gemerkt, wie sie ihm entglitten war und nichts, das er getan hatte, hatte das stoppen können.
Er atmete langsam aus, als Adrenalin durch seinen Körper pulsierte. Sein Kinn an ihrer Stirn, seine Hand auf ihrem Rücken. Presste sie an sich und weckte sie ein kleines bisschen wieder auf. „Ich liebe dich auch", murmelte er in ihre Haare.
Hermine atmete scharf ein und hielt die Luft an. Als wollte sie diesen Moment genauso festhalten wie ihn. Aber er zog vorbei und sie musste wieder ausatmen und die Zeit lief weiter und zog sie mit sich.
Zeit.
Severus schluckte. „Bei Merlin, ich hoffe, Albus holt uns rechtzeitig hier raus."
Am nächsten Morgen war es Hermine, die ihn weckte. Beziehungsweise ihr Mund. Ihr Mund auf seinen Brustwarzen. Ihr Mund auf seinem Bauch. Ihr Mund an seinem …
Severus stöhnte und riss sie Augen auf. Er krallte die Hände in die Matratze und hob den Kopf, um an sich hinabsehen zu können. Aber er sah nur verschwommene Flecken. Etwas davon war seine Haut, etwas anderes vermutlich Hermines Haare. Er wollte nach seiner Brille tasten, aber sie leckte langsam an der Unterseite seines Schafts entlang und eine Welle der Erregung ließ ihn erzittern. „Herm-mine!", stöhnte er und vergaß die Brille. Er musste nicht sehen, was sie da tat. Es war auch ungesehen gut. So gut!
„Guten Morgen", murmelte sie unschuldig, während ihre Hand seine Hoden massierte. Zärtlich und langsam. Dann tanzte ihre Zunge wieder über seine Eichel und er seufzte. Bog seinen Rücken durch und presste seine Erektion tiefer in ihren Mund. Er griff in ihre Haare; sie waren etwas verknotet nach der Nacht, aber so weich.
Severus atmete schwer, seine Beine zitterten und alles, alles in ihm zog sich zusammen. Sie rieb ihre Zunge über ihn, ein bisschen rau, ließ ihre Zähne über seine Haut gleiten. Seufzte leise. „Bei Salazar!", stöhnte Severus, als der Klang ihrer Stimme eine heiße Welle aus Lust direkt in seine Körpermitte rollen ließ. Sein Penis zuckte und Hermines Finger fanden wieder diesen Punkt ein Stück unterhalb seiner Hoden. Er lachte kehlig.
„Ich hab noch Pläne", informierte sie ihn mit dunkler Stimme, so tief, so voller Verlangen, wie er sie noch niemals zuvor gehört hatte. Und oh! Sie erregte ihn damit mindestens so sehr wie er sie und als ihr heißer Mund sich wieder um ihn schloss und saugte und ihn verwöhnte, riss der trockene Höhepunkt ihn mit sich. Er stieß mit der Hüfte vorwärts, zwei, drei, vier Mal und zitterte, rollte die Zehen zusammen, atmete heftig und hörte sein Blut in seinen Ohren rauschen.
Hermines Gesicht, ein verschwommener Fleck umgeben von einem Kranz aus Braun, erschien in seinem Blickfeld. Ihre Hand massierte seinen immer noch steifen Schaft und nun tastete er doch nach seiner Brille. Er wollte sie sehen. Richtig sehen. Severus stöhnte, als er sie sich endlich aufgesetzt hatte. „Da bist du ja", murmelte er.
„Hey", entgegnete Hermine und kam über ihn, küsste ihn, hungrig und heiß. „Du hast mir so gefehlt", sagte sie gegen seine Lippen.
Severus' Hand glitt an ihrem Körper hinab, in ihren Slip und zwischen ihre Beine, zwischen ihre Schamlippen. Sie war so feucht, dass er mühelos in sie eindringen konnte. Hermine riss den Mund auf, stöhnte. „Ich merke es", grollte er dicht an ihrem Ohr und sie erschauderte. „War nicht meine Schuld."
Hermine wimmerte, biss sich auf die Unterlippe. Sie stützte sich links und rechts von ihm in die Matratze, während er ihre Klitoris mit dem Daumen massierte und mit zwei Fingern tief in sie glitt und diesen Punkt suchte – und fand. Sie schrie leise, drängte sich ihm entgegen. „Severus", hauchte sie, die Augen geschlossen, den Kopf in den Nacken gelegt. „Ja, genau da! Mmhh!"
Er feixte und legte seine freie Hand in ihren Nacken, zog ihren Kopf zu sich herunter und küsste sie. Ihre Haare kitzelten sein Gesicht, ihr Geruch, dieser neue Geruch stieg ihm in die Nase und er musste seine Beckenbodenmuskeln anspannen, um nicht sofort wieder zu kommen. Sie machte ihn wahnsinnig! Die Lust in ihrem Gesicht zu sehen, sie an seinen Fingern zu spüren, in ihrer Stimme zu hören – sie war so wunderschön, dass es ihm den Verstand raubte.
Und dann schnippste er mit dem Daumennagel über ihre Klitoris und Hermine biss im Affekt in seine Lippe, als ihr Orgasmus sie so plötzlich erfasste. Sie erzitterte über ihm, wimmerte und konnte sich kaum aufrecht halten. „Lass los", sagte er dicht an ihrem Ohr und sie tat es. Ließ sich auf ihn sinken, das Gesicht heiß an seinem Hals. Sie stöhnte tief und lang, rieb ihre Nase gegen seine Haut.
„Du riechst so gut", seufzte sie. „Ich hab das vorher nie so intensiv wahrgenommen, aber … Merlin, du riechst so gut, Severus." Sie leckte über seinen Hals, als wollte ihn kosten. Als müsste sie schauen, ob er genauso gut schmeckte, wie er roch. Und dann saugte sie wieder an seiner Haut und verpasste ihm den nächsten verdammten Knutschfleck!
Severus seufzte, verdrehte die Augen zur Decke. Ihr Gewicht auf ihm, ihre Wärme, ihre Zunge an seinem Hals. Ihr Mund, der gerade eben noch zwischen seinen Beinen gewesen war. Und dann plötzlich der Gedanke, dass sie schwanger war. Schwanger mit seinem Kind. Severus' Hände glitten in ihre Haare und er hob ihren Kopf, bis er ihr in die Augen sehen konnte. „Du", sagte er. Nur dieses eine Wort und er klang dabei beinahe fassungslos. Fassungslos, weil sie tatsächlich sein Bett teilte. Weil sie tatsächlich ihn wollte und er sie und sie einander nach all den Wochen endlich wiedergefunden hatten.
Hermine nahm seine Hand und küsste seine Handfläche. Dann seine Finger. Und dann nahm sie sie in den Mund und schmeckte sich selbst darauf. Sie seufzte und rieb sich gegen ihn. „Da ist zu viel Stoff", murmelte sie, zog sich das Hemd über den Kopf und ließ sich von Severus den Slip von den Hüften schieben. Er selbst hatte nur in Unterhose geschlafen und die hatte sie ihm schon bis zu den Knien heruntergezogen, bevor sie ihn auf diese wundervolle Art geweckt hatte.
„Besser?", raunte er, als ihre Haut seine berührte.
„Besser!" Ihre Augen waren dunkler, als sie zwischen seinen Beine nach seiner Erektion griff und sich über ihm positionierte. Aber dann hielt sie nochmal inne. „Ist das okay, Severus?"
Er nickte. „Es ist perfekt." Nein, Bellatrix würde dieses Mal nicht mit ihnen im Bett sein. Niemals wieder, wenn es nach ihm ging.
Hermine ließ ihn in sich gleiten und setzte sich auf. Begann sich zu bewegen. Ihre Brüste wippten im Takt. Severus legte seine Hände darauf und massierte vorsichtig ihre Brustwarzen. Sie waren dunkler, als er sie in Erinnerung hatte. Hermine seufzte und bog sich ihm entgegen. Merlin, sie war so heiß um ihn. Er keuchte und setzte sich auf. Eroberte ihren Mund, zog sie an sich und spürte die leichte Wölbung ihres Bauches gegen seinen eigenen, vermutlich nur weil er sie eben noch gesehen hatte; so weit fortgeschritten war ihre Schwangerschaft noch nicht.
Severus unterstützte ihre Bewegungen, begegnete ihr auf halber Strecke und diesmal fand seine eigene Hand diesen Punkt zwischen seinen Hoden und seinem Anus und er presste fest darauf, als er seinen Orgasmus kommen spürte. Er wollte noch nicht, dass das hier vorbei war. Sie hatten zu viel nachzuholen, zu lange gewartet.
Er riss den Mund auf und stöhnte kehlig, seine Muskeln zogen sich zusammen, zitterten, zuckten. Hermine sah ihm dabei zu, biss sich wieder auf die Unterlippe und seufzte. Strich ihm durch die Haare, während er schwer atmete und sich zu sammeln versuchte. „Du siehst so verletzlich aus, wenn du kommst", sagte sie leise.
„Du machst mich verletzlich", entgegnete er. „Verletzlich und weich und sentimental." Seine Stimme vibrierte durch seinen Körper und durch ihren, er begann sich wieder zu bewegen und bei jedem Wort stieß er in sie. „Bei dir vergesse ich, ich selbst zu sein. Bei dir bin ich ein anderer Mensch, Mia."
„Mia", seufzte sie und hielt sich an seinen Schultern fest.
„Ja", hauchte er, seine Nasenspitze strich über die kleine Kuhle unter ihrem Hals, seine Zunge folgte ihr, Hermine schauderte. „Du bist mein. Mia!" Sie schrie leise auf, grub die Fingernägel in seine Haut und ihre Muskeln zitterten um seinen Schaft. Er knurrte und saugte an ihren Hals. Wenn er einen verdammten Knutschfleck hatte, dann würde sie auch einen bekommen!
Sie schlang ihre Arme um seinen Hals und er hörte sie schwer atmen. „Dein", nuschelte sie. Ihre Finger glitten in seine Nackenhaare, es kitzelte und eine Gänsehaut überzog seinen Rücken. Ein schwerer Moschusduft lag in der Luft, seiner und ihrer. Sie blieb auf ihm sitzen und ließ den Nachhall ihres Orgasmus durch ihren Körper klingen. Seine verdammte Brille beschlug mal wieder von der Hitze ihres Körpers an seinem.
Als Hermine sich aufrichtete und ihn ansah, kicherte sie. „Warte", murmelte sie und griff an ihm vorbei nach ihrem Zauberstab. Sie tippte gegen seine Brille und sagte: „Impervio!" Der Nebel auf seiner Brille verschwand. „Ich will deine Augen sehen."
Severus neigte seinen Kopf. Seitdem er gestern die Brille in der Speisekammer gefunden hatte, hatte er sich noch nicht einmal im Spiegel angesehen. „Sehen sie aus wie vorher?", fragte er.
Hermine nickte. „Ja. Wie vorher. Dunkel wie zwei schwarze Löcher. Ich will hineinfallen und nie wieder auftauchen." Sie legte ihre Lippen auf seine.
Er stöhnte gegen ihren Mund. Begrüßte ihre Zunge in seinem und umtanzte sie hungrig. Dann spannte er seinen Körper an und rollte sich mit Hermine herum, so dass er über ihr war. Sie kiekste überrascht, keuchte und lächelte. Ihr Zauberstab rutschte aus ihrer Hand und fiel klappernd auf den Boden.
Severus glitt ein bisschen aus ihr heraus und langsam wieder hinein. Sie war so nass, dass er keinerlei Widerstand spürte, nur ihre hirnverdrehende Hitze und Enge um seine Erektion. Er begehrte sie so sehr, dass es beinahe wehtat – sowohl in seiner Brust, als auch in seinen Hoden, die sich zusammenzogen. Er hielt inne, wartete ein paar Sekunden. Noch nicht. Lehnte seine Stirn gegen ihre. „Du machst mich fertig", murmelte er. „Ich bin verdammte zweiundvierzig Jahre alt und fühle mich wie ein elender Teenager, wenn du unter mir liegst. Hemmungslos und unbeherrscht und hoffnungslos verliebt."
Hermine wimmerte und drängte ihm ihr Becken entgegen. „Sev… Severus", stammelte sie, „Mach weiter, hör nicht auf!"
Er grollte tief in seiner Kehle und suchte nach ihrer Klitoris. Massierte sie, kniff zärtlich hinein, rieb mit dem Fingernagel darüber, bis sie unter ihm zuckte und schrie. Hermine bog sich ihm entgegen und er stieß noch drei, vier, fünfmal in sie und dann … dann übertrat er den Punkt, von dem an es kein Zurück mehr gab. Seine Hoden zogen sich zusammen und er versteifte sich über ihr und sie … sie war noch nicht soweit. Aber sie sah ihn an, ganz genau, so als könnte sie etwas verpassen, wenn sie es nur wagte zu blinzeln. Severus ergoss sich heiß in ihr, sein Atem zitterte, seine Lippen zitterten, alles an ihm zitterte. Für einen Moment wurde ihm schwarz vor Augen und seine Arme gaben unter seinem Gewicht nach. Er sank neben sie, ein Arm über ihrem Bauch. „Es tut mir leid", murmelte er.
„Was?", fragte sie und strich über sein Gesicht.
„Zu früh", grollte er gegen ihre Haut.
Sie hob sein Gesicht, bis er sie ansah, und lächelte. „Es war perfekt. Du hier mit mir … dass wir diese Dinge tun … das ist perfekt. Und dich dabei zu beobachten, ist genauso gut, wie es selbst zu erleben. Ich liebe es, wie du aussiehst, wenn du kommst." Sie beugte sich zu ihm und küsste seine Nase. Severus zog eine Augenbraue hoch. Sie lachte. „Zu mädchenhaft?", fragte sie leise.
„Definitiv", knurrte er.
Also fing sie seine Lippen ein und das war besser. Viel besser. Die Erregung ebbte langsam ab und hinterließ ihn müde und erschöpft. Seine Lider wurden schwer. Er nahm die Brille ab und legte sie zurück auf den Nachtschrank. Zog Hermine an sich und legte ein Bein zwischen ihre.
„Sag bloß, du willst noch schlafen", sagte sie und strich mit ihren Fingerspitzen über seinen Arm.
„Ich sagte doch, du machst mich fertig", murmelte er gegen ihre Schläfe.
„Wie unanständig von mir."
„Sehr." Und dann zog der Schlaf ihn mit sich.
