Kapitel 10 - Dagoberts gefährlichste Schätze Teil 2
Als Lena und ich begannen uns umzuschauen, meinte Nikki etwas kleinlaut, dass wir vielleicht noch etwas recherchieren sollten, bevor wir uns an so einem Ort um sahen. Gerade als sie sich umwandte um wieder nach oben zu gehen, erschien Gundel in Lenas Schatten und schüttelte bedrohlich den Kopf. Lena hielt Nikki noch gerade rechtzeitig auf, bevor sie Gundel sehen konnte und packte sie an der Schulter. ,,Es ist also etwas größer als wir dachten.'' Sofort sprang ich ihr zur Seite. ,,Aber wir können den Glückskreuzer trotzdem finden.'' ,,Na gut, aber wir müssen uns etwas Zeit nehmen um zu überlegen welche Tür wir öffnen.'' Lena hörte ihr gar nicht mehr zu und sprang zu einer Tür, auf die Gundel zeigte und riss sie auf.
Der Anblick überraschte uns wohl alle. Im Inneren stand ein großes Einhorn in mitten eines Regenbogens und einer kunterbunten Landschaft. ,,Wieso versteckt Herr Duck ein Einhorn hier drin?'', meinte Lena daraufhin etwas verwirrt. Nikki hörte ihr gar nicht zu und zog vor Begeisterung die Luft ein. Sie war eben doch manchmal ein kleines Mädchen. ,,Schwertpferd'', meinte sie voller Begeisterung. Warte was? Erschrocken rissen Lena und ich die Augen auf als das Einhorn plötzlich überhaupt nicht mehr freundlich schaute und in Angriffsposition ging.
Mit Vollgas rannte es auf uns zu und versuchte uns auf zu spießen, was uns alle drei aufschreien ließ. Lena und ich wichen jeweils nach rechts und links zu den Seiten aus und Nikki rannte zu einer Leiter, die hoch zu einer der Brüstungen führte. Sie kletterte hoch, während das Einhorn ihr dicht auf den Fersen war. Kaum das Nikki die Leiter zur Hälfte hoch war, stieß das Einhorn gegen die Leiter und riss sie in zwei Stücke. Daraufhin fiel Nikki direkt auf den Rücken des Einhorns und jubelte vor Freude.
Dem Einhorn schien dies aber nicht so zu gefallen, weswegen es wild in der Gegend herum sprang und ausschlug, während es versuchte Nikki von seinem Rücken zu schmeißen. Nikki schien dabei den Spaß ihres Lebens zu haben. ,,Da hat jemand wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank'', meinte Gundel als sie sich zu uns gesellte und mit uns verblüfft diesem Schauspiel folgte. Ein bisschen hatte sie vielleicht recht. ,,Zurück und sucht den Glückskreuzer'', meinte sie gerade in dem Moment, in dem Nikki vom Einhorn abgeworfen wurde und es versucht sie auf dem Boden auf zu spießen. ,,Das geht nicht'', weigerte Lena sich. ,,Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, du schätzt deine kleine Freundin mehr als deine eigene Freiheit'', wandte sich Gundel daraufhin misstrauisch an Lena. ,,Oh ich würde alles tun, um dich los zu werden. Das kannst du glauben. Aber ohne Nikki könnten wir uns auf ewig verlaufen.''
In diesem Moment wollte das Einhorn gerade Nikki aufspießen. ,,Oh nein! Nikki fang!'', kam es von Lena, wobei sie ihr reflexartig den Vesuv-Diamant-Dolch zu warf. Nikki fing den Dolch sofort auf und parierte damit den Stich des Horns. Mit dem Dolch konnte Nikki die Oberhand in dem Kampf gewinnen und das Einhorn bis zu der Tür zurück drängen, aus der es gekommen war. Mit einem letzten Tritt beförderte sie es wieder in den Raum dahinter, worauf wir sofort die Tür schlossen und es so wieder einsperrten.
Damit hatten wir die erste Gefahr, die hier unten lauern konnte, gemeistert. ,,Das war echt krass'', sprach Nikki die Untertreibung des Jahrhunderts aus. ,,Wir sollten lieber zurück gehen, ein System entwickeln und heraus finden, wie wir sicher suchen können'', ergänzte sie schließlich. ,,Ein System? Das könnte Monate dauern. Wir müssen den Glückszehner jetzt finden, bevor Herr Duck beschließt ihn zu holen'', platzte es aus Lena heraus, während sie weiter in den Speicher gehen wollte. Ich wollte mich ihr gerade anschließen, als wir von Nikki aufgehalten wurden. ,,Wieso? Wozu die Eile? Folgefrage: Woher hast du überhaupt diesen Diamantdolch?'' Dabei zeigte sie auf den Dolch, welchen sie immer noch in der Hand hielt. Hinter ihr erschien Gundel im Schatten an der Wand und machte mit einer leichten Geste deutlich, dass wir schweigen sollten. In diesem Moment fiel mein Blick wieder auf die Zahlen, die über jeder Tür waren. ,,Hey seht doch. Ein Rätsel'', deutete ich auf die Zahlen über der Tür mit dem Einhorn. Sofort war Nikkis Aufmerksamkeit geweckt und sie vergaß, was sie uns gefragt hatte. ,,6456.'' las sie die Zahlen vor.
Plötzlich stieß sie einen laut der Erkenntnis aus. ,,Oder 6.4.56.'' ,,Äh ja Zahlen'', versuchte Lena zu verschleiern, dass sie überhaupt nicht wusste, was sie meinte. Auch mir war die Lösung schleierhaft. ,,Ein Datum! Am 4 Juli 1956 hat Onkel Dagobert das Schwertpferd gefangen. Und wie ihr sicher noch von meinem Vortrag wisst, war das das Jahr in dem Onkel Dagobert seinen Glückszehner verdient hat…'', wollte Nikki, dass wir die Lösung ergänzten. Leider waren wir ja beide eingeschlafen. Lena versuchte ihr Glück. ,,14...'' Zum Glück wurde sie gleich von Nikki unterbrochen. ,,1877.'' Wobei wir den letzten Teil schnell mitsprachen, damit sie nicht merkte, dass wir keine Ahnung hatten. Sofort packte Nikki uns an den Händen und zog uns hinter sich her.
,,Hier ist es. 1877. Onkel Dagoberts Glückskreuzer'', meinte Nikki als wir vor einer Tür ankamen, über der eben diese Zahl stand. Hinter uns merkten wir, wie Gundel ganz aufgeregt wurde und es gar nicht erwarten konnte, den Kreuzer in die Finger zu bekommen.
Lena und ich gingen zur Tür und als Lena sie einen Spalt öffnete, sahen wir heimlich hinein. Tatsächlich. Da war der Kreuzer. Sofort huschten wir rein, wobei Lena sofort die Tür zu schlug und so Nikki aussperrte. Gundel, die mal wieder in Lenas Schatten aufgetaucht war, war voller Euphorie und Freude. Sie konnte es gar nicht erwarten. Von draußen konnten wir hören wie Nikki nach uns rief.
Wir gingen auf den Kreuzer zu, wobei wir immer weiter von Gundel angestachelt wurden. Der Kreuzer lag auf einem Samtkissen, welches sich auf einer Säule befand, die von einem vielleicht 10 cm tiefen Graben umgeben war. Kurz bevor wir den Kreuzer erreichten, begann Gundels Schatten den ganzen Raum aus zu füllen. Wir sahen uns noch einmal an und dann nahm Lena den Kreuzer vom Kissen.
Sofort begannen in den Schatten rote Blitze zu zucken und der Schatten hüllte Lena vollkommen ein. Ich wollte gerade zu ihr, als der gesamte Schatten im Raum sich in sie zog und aus ihrer Brust zwei Hände auf tauchten. Gundel begann sich von ihr ab zu spalten. Und das wollten wir ja schließlich, oder? Keine Sekunde später stand Gundel getrennt von Lena vor uns. Immer noch in der Gestalt eines Schattens.
In dem Moment, in dem Gundel sich vollkommen von ihr trennte, stürzte Lena, weswegen ich sofort zu ihr ging um ihr auf zu helfen. ,,Das fühlte sich gut an. Mit dem Glückskreuzer in meinen Händen, steht mir jetzt rein gar nichts mehr im Wege!'', rief Gundel aus und verfiel in ein böses Lachen.
Das war der Moment, in dem uns bewusst wurde, welchen großen Fehler wir begangen hatten. Zu zweit sprangen wir auf und rannten in Richtung Tür, wurden aber keine Sekunde später von Magie gefesselt. Gundel zog uns bis auf ein paar Zentimeter wieder zu sich heran und packte uns am Kragen. ,,Warte, du hast eine Umarmung verdient'', wandte sie sich an Lena, die vor Panik Tränen in den Augen hatte.
In diesem Moment hörten wir ein Rumsen und sahen wie Nikki mit Hilfe des Vesuv-Diamant-Dolches ein Loch in die Tür geschnitten hatte. ,,Ein Diamant-Dolch zerschneidet alles!'', meinte sie voller Begeisterung. Dann sah sie auf. ,,Wartet, was ist denn hier los? Ist das...?'' ,,Jap. Das Omen deines Untergangs'', versuchte Gundel ihr Angst zu machen. Da sah Nikki, dass der Kreuzer nicht mehr auf seinem Kissen lag. Wütend schrie sie Gundel an, sie solle ihn zurück geben und attackierte sie mit dem Dolch. Aber der Dolch ging einfach durch ihren Schattenkörper hindurch und richtete gar nichts aus.
Gundel zog sich zurück, sodass sie wieder direkt hinter uns stand. ,,Lena, Marcel lauft'', rief Nikki uns zu und ging in Angriffshaltung. ,,Wieso? Sie arbeiten für mich'', konnte es Gundel nicht lassen, während sie die Arme auf Lenas Schultern legte. Nikkis Gesichtsausdruck in diesem Moment werde ich wohl niemals vergessen. Erst kam das Entsetzen, dann die Erkenntnis und zum Schluss nur noch enormer Schmerz. Sowohl Lena und als auch ich konnten ihrem Blick nicht standhalten und wanden den unsern ab. Das schien für sie die letzte Bestätigung zu sein. Nikki wandte sich um und wollte in die Halle zurück laufen, wobei sie nach Herrn Duck rief.
Aber sie hatte die Rechnung ohne Gundel gemacht. Sofort schoss die alte Hexe einen Schwall roter Magie in ihrer Richtung ab, welche sie sofort erfasste und sie in eine kleine rosa Puppe verwandelte. Scheiße, das lief hier alles aus dem Ruder. Verzweifelt rief Lena nach ihrem Namen, wurde aber gleich von Gundel unterbrochen. ,,Sie mischt sich immer wieder ein. Wir müssen ihr ein Glöckchen umhängen oder so.''
Jetzt war es mir genug. Ich konzentrierte Magie in meinen Ringen, um Gundel davon ab zu halten noch mehr Schaden an zu richten. Leider schien sie mein Vorhaben zu bemerken, und bevor ich reagieren konnte schoss sie zwei Ladungen Magie auf mich ab. Sofort wurde ich durch den Raum geschleudert und landete an der Wand neben der Tür. Meine Handgelenke waren mit magischen Fesseln an die Wand gefesselt. Ihre Magie war einfach zu stark. Ich konnte mich weder bewegen, noch eigene Magie einsetzten. Da sah man eben, dass Gundel die größere Erfahrung hatte.
,,Was tust du denn da?'', rief Lena anklagend zu Gundel. ,,Genau das, was du die ganze Zeit getan hast. Ich benutze die kleine und manipuliere sie. Und er war mir die ganze Zeit schon lästig'', meinte sie und warf als letztes einen verächtlichen Blick auf mich. ,,Hier, ich demonstriere dir die erfreuliche Ironie.'' Dabei lies sie ihre Hand in die Wand eintauchen, wodurch sie Schattenhafter wurde und die Wand entlang kroch. Bei Nikki angekommen, entsprangen ihrer Hand kleine Fäden, die Nikki wie eine Marionette an sich banden. Sofort ließ sie die Puppe auf Lena zu schweben. ,,Onkel Dagobert dies, Onkel Dagobert das, Schleifchen. Hi ich bin Nikola'', ahmte Gundel ihre Stimme mehr schlecht als recht nach. ,,Ihr Name ist Nikki!'', rief Lena ihrer Tante voller Hass zu. ,,Wen kümmert's? Ich meine dich nicht, oder? Du hast sie nur benutzt, wie ein Werkzeug'', machte Gundel einfach weiter. Währenddessen wurde Nikki in ihrer Puppenform einfach weiter von ihr durch den Raum bewegt. Lena versuchte ihr aus zu weichen, stolperte dabei und viel zu Boden. Schnell stand sie wieder auf und ging ein paar Schritte zurück. Mir blieb keine Wahl, als alles von der Wand aus mit an zu sehen.
,,Was ist los? Vermisst du deine Freundin? Die Herrscherin der Dias?'', machte Gundel weiter und tat so, als würde ihr Nikki Lob aussprechen. Sie ließ die Puppe weiter auf Lena zu schweben, was sie veranlasste ein paar Schritte zurück zu gehen, wodurch sie der Tür und damit auch mir immer näher kamen. ,,Jetzt gib mir den Glückskreuzer'', befahl Gundel schlussendlich, wobei sie direkt vor Lena die Puppe die Hand auf halten lies. ,,Ich tue gar nichts, bis du Nikki zurück verwandelt und Marcel befreit hast'', weigerte sich Lena sofort. Das war die richtige Entscheidung. Wer weiß, was die alte Hexe sonst noch alles tun könnte. ,,Tut mir leid. Ich habe mich wohl verhört. Sagst du deiner Meisterin, was sie tun soll?'', fragte Gundel voller Zorn. ,Das klingt nicht nach jemanden, der seine Freiheit will oder Nina?'' Dabei lies sie Nikki den Kopf schütteln.
,,Versuchen wir es nochmal.'' Dabei warf sie Nikki einfach in die Ecke. Bedrohlich kam sie auf Lena zu und wollte ihr den Kreuzer abnehmen. ,,Gib mir den Glückskreuzer'', sagt sie, wobei ihre Stimme immer bedrohlicher wurde. Zum Glück war Lenas Anhänger mit der gleichen Magie erfüllt, weswegen ein Kraftfeld Gundel davon abhielt, sich ihr zu nähern. ,,Nein! Ich bin nicht mehr deine Marionette!'', rief ihr Lena entgegen. ,,Ach wirklich? Zum Glück habe ich eine Ersatz'', meinte die Hexe voller Schadenfreude und benutzte wieder Nikki als Marionette. Sie ließ ihre kleine Puppenhand eine Faust bilden und schoss mit der gesamten Puppe auf Lena zu. Sie musste mehrere Schläge einstecken, wobei die Puppe immer weiter, diesmal mit perfekter Nikki Stimme, ihr die schlimmsten Sachen an den Kopf warf: ,,Du bist nicht meine Freundin. Du bist ein Feigling. Eine Verräterin.''
Während dieses kleinen Kampfes versuchte ich mich immer weiter zu befreien, aber die Magie von der alten Hexe war viel zu stark. So konnte ich nur mit ansehen, was sich weiter im Raum ab spielte. Lena stolperte und landete genau auf dem heraus geschnittenen Teil der Tür. Ihr Anhänger begann zu leuchten, worauf Lena weiterhin versuchte Nikki zurück zu holen. ,,Nein. Nikki das bist nicht du.'' Aber ihre Worte schienen gar nicht zu ihr durch zu dringen. ,,Ich weiß was du bist. Ein Monster, genau wie deine Tante!'', rief die Puppe aus und flog erneut auf Lena zu. Ohne es zu wollen, aktivierte sich ihr Anhänger und entließ ein enorme Menge purer Magie, die die Puppe einhüllte und sie regelrecht pulverisierte. Zurück blieb nur eine verbrannte rosane Schleife, die langsam zu Boden sank. ,,Ups. Sie ist weg'', kam es noch von Gundel, bevor Lena und ich entsetzt aufschrien. Dann wachten wir auf.
Wir lagen auf dem Boden draußen in der Halle. Nikki war gerade dabei uns auf zu wecken. Ohne zu zögern vielen wir ihr beide um den Hals. Es tat einfach gut, sie völlig unversehrt zu sehen. Dann wurde uns die Gefahr wieder bewusst, in der wir uns eben noch befanden. ,,Wo ist der Glückskreuzer?'', wandte ich mich an Nikki. ,,Den gibt es gar nicht. Den gab es nie'', erwiderte sie und zeigte in den Raum hinein. Als wir ihrem Blick folgten, sahen wir in dem Raum, wo wir gegen Gundel gekämpft hatten einen schwebenden Traumfänger. ,,Ich habe euch doch von dem Traumfänger erzählt. Genau der hat euch hinein gezogen...'' ,,in meinen schlimmsten Alptraum.'' ergänzte Lena ihren Satz. ,,Oh ihr habt zu gehört. Genau genommen hat er euch wohl gleichzeitig erwischt und euch so gezeigt, was für euch beide zusammen der schlimmste Alptraum gewesen wäre'', ergänzte Nikki noch.
Kurz sahen Lena und ich uns an, und eines war uns beiden klar. Das was wir gesehen hatten, durften wir niemals zu lassen. ,,Ich hatte den falschen Code. Der hier ist der 01.08.77. Wir brauchen 1877. Los kommt'', versuchte Nikki uns hinter ihr her zu ziehen. Nach einem kurzen Blick zu mir, wobei ich ihr zu nickte, erwiderte Lena nur. ,,Nein. Ich bin fertig. Verschwinden wir, bevor noch etwas Schlimmes passiert.'' Und zusammen gingen wir zurück Richtung Wendeltreppe. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Gundel versuchte sich irgendwo fest zu halten um uns auf zu halten. Aber in ihrer Schattenform ging das zum Glück nicht.
Auf dem Weg zur Wendeltreppe wandte sich irgendwann Nikki an uns. ,,Wisst ihr. Das hat Spaß gemacht, aber ich bin froh, dass wir aufgehört haben. Die ganze Sache hat mich etwas nervös gemacht.'' ,,Wissen wir, und es tut uns leid, dass wir dich irgendwie dazu gezwungen haben'', entschuldigte ich mich bei ihr.
In diesem Moment trat Herr Duck aus genau dem Raum, an dem wir gerade vorbei gehen wollten. ,,Bei meiner Hutschnur, was macht ihr den hier drin?'', wandte er sich auch gleich an uns, als er uns entdeckte. Wir konnten erst nichts sagen, bis Nikkis Blick auf die Zahlenkombination über der Tür fiel. 0001. ,,Natürlich! Der Kreuzer Nummer eins war in der Kammer Nummer eins. Äh Klaro'', dabei schlug sie sich selbst die Hand gegen die Stirn. ,,Niemand kommt darauf in der ersten nachzusehen'', meinte Herr Duck mit einem leichten Schmunzeln. ,,Aber ihr solltet überhaupt nicht nach sehen. Der 'andere Speicher' ist nämlich viel zu gefährlich'', ergänzter er etwas wütender. ,,Ich bin Schuld. Wir wollten Ihren Glückskreuzer sehen und haben Sie sagen hören, er wäre hier drinnen und…'', versuchte Lena Nikki in Schutz zu nehmen, wurde aber am Ende von ihr unterbrochen. ,,Tut uns leid Onkel Dagobert.''
,,Dir sollte mittlerweile klar sein, dass du nur fragen musst, wenn du etwas wissen möchtest. Sei ehrlich zu mir Kleine. Was, wenn du dich verlaufen und verletzt hättest? Oder der Drache dich gefressen hätte?'', tadelte Herr Duck sie. Sofort lief Nikki zu ihm und umarmte ihn. Das schien Herrn Duck zu besänftigen und zusammen mit Nikki ging er zur Wendeltreppe und stieg mit ihr hinauf. Das einzige, was wir noch hörten, war, wie Nikki etwas enttäuscht fragte: ,,Ohm man. Hier gibt es einen Drachen?''
Kaum das die beiden außer Sicht waren, erschien Gundel wieder in Lenas Schatten. ,,Oh die sind weg. Hör auf deine Tante und schnapp dir den Kreuzer. Schnapp dir den Kreuzer. Schnapp dir den Kreuzer'', versuchte sie uns dazu zu bringen ihr den Kreutzer zu holen. ,,Nein, Familienmitglieder sollten sich helfen, nicht als Geisel halten'', platzte es aus Lena raus. ,,Sie wenden sich gegen dich. Nennen dich ein Monster'', versuchte Gundel sie zu überzeugen. ,,Du bist hier das Monster. Und ich kenne den richtigen Jäger, der dich erledigen wird'', meinte Lena und rannte zur Wendeltreppe, die Herr Duck und Nikki schon zur Hälfte hinauf gestiegen waren. Ich folgte ihr sofort.
,,Entschuldigen Sie Herr Duck. Es gibt da etwas, was ich ihnen sagen muss. Meine Tante ist Gun...'' Plötzlich huschte ein schwarzer Schatten über ihre Augen und sie schien nicht mehr sprechen zu können. Ich wollte gerade etwas sagen, da sprach sie stockend weiter. ,,wütend... dass .. ich ...mich... nicht... bei.. ihr.. gemeldet habe. Ich muss leider gehen.'' ,,Gut dann kommt Kinder, bringen wir euch nach Hause zu euren Familien'', war Herr Ducks Antwort, wonach er mit Nikki auch die letzten Stufen hinauf stieg. Ich war zu verwirrt um zu reagieren. Geschockt sah ich, wie Lena sich nicht mehr bewegen konnte und zu Boden ging. Sofort fuhr Gundels Schatten in sie hinein, woraufhin ihre Augen Pechschwarz wurden. ,,Ich wusste nicht, dass ich das kann. Klasse! Während sich die Finsternis erhebt, wachsen meine Kräfte'', sprach sie mit einer Mischung aus ihrer und Gundels Stimme.
Scheiße! Gundel hatte die Kontrolle über ihren Körper übernommen. ,,HERR D...'' versuchte ich mich an Herrn Duck zu wenden, aber kaum, dass ich nach ihm rufen wollte, legte sich ein Band aus schwarzen Schatten über meinen Mund und begann mich am ganzen Körper zu fesseln. ,,Nein du kommst mir nicht mehr in die Quere'', kam es von Gundel, deren Augen wieder die Farben von Lenas Augen angenommen hatten, mit Lenas Stimme.
Kaum das sie das sagte, spürte ich wie mein Körper immer schwerer wurde und zu schrumpfen begann. Mein Geist wurde aus meinem Körper geworfen und ich musste mit ansehen, wie eben dieser auf Handgröße schrumpfte und am Ende nur noch eine Holzfigur an seiner Stelle stand.
Gundel nahm die Figur und sagte. ,,Jetzt wirst du mir keine Probleme mehr bereiten.'' Schließlich steckte sie die Figur in ihre Tasche und lief den anderen hinter her.
Na toll. Lena war in ihrem eigenen Körper gefangen. Ich war nur noch eine Holzfigur die alles mit ansehen aber nicht eingreifen konnte. Und die Ducks waren vollkommen ahnungslos, in welcher Gefahr sie schwebten. Wer konnte Gundel jetzt noch auf halten?
