meine Sicht:

Okeee? Theo hat mir ja gesagt, dass mich dieser Clonesoldat mit der Nummer CC-1010 abholt, aber bis jetzt ist er noch nicht aufgetaucht. Punkt 1600 hat er doch gesagt? Und mich noch vorher anmaulen, dass ich pünktlich sein soll. Sowas hab ich echt gern. Ironie ist ein konstanter Begleiter in meinem Leben.

Der große Hangar umfasst die Größe von rund dreißig Kreuzern und ein paar kleineren Jägern. Abgesehen von den Staffeln, die die Kreuzer immer begleiten, haben noch rund fünfzig weitere Staffeln Platz.

Auf den verschiedenen Planeten, die die Republik unterstützen, gibt es noch viele weitere Hangar. Am Anfang der Clonekriege wurde beschlossen, dass sich die gesamten Schiffe nicht an einem Ort befinden sollten. Das wäre für die Separatisten ein gefundenes Fressen gewesen. Außerdem hätte man keine präziseren und spontaneren Taktiken durchführen können.

Aber das spielt ja auch keine Rolle mehr. Laut Cloè Safachckoo sind wir auf dem besten Weg den Krieg zu verlieren. Der Rat streitet dies ab. Aber man merkt bereits erste Anzeichen dafür. Es gibt kaum noch Jünglinge und Padawane und wenn, werden diese sofort an die Front geschickt. Man sieht es ja bei mir. Zudem sind Jedi Friedenswächter und keine Generäle, die an vorderster Stelle mit Clonesoldaten kämpfen. Sollten wir nicht eher verhandeln, als kämpfen? Man sagt die Jedi seien gerecht, aber wo ist bitte die Gerechtigkeit, wenn wir Menschen ausschließlich für den Krieg erschaffen und diese für uns sterben lassen? Dürfen wir uns dann überhaupt noch Jedi nennen? Ich meine, wir sind ein kleiner unbedeutender Teil der Macht, aber wir spielen dennoch Gott?

Ich weiß, dass Krieg die Menschen verändert, aber die Menschen verändern sich noch viel mehr, wenn ihnen langweilig ist. Und aus Langeweile kann sowohl großartiges als auch grausames entstehen. In diesem Fall war es etwas Grausames. Aber Jedi müssen unabhängig bleiben. Ich heiße es auch nicht gut, dass wir vor dem Krieg Teil der Republik waren. Der Jediorden existiert länger als die Republik und am Anfang ging es uns richtig gut. Nach unserem Eintritt kamen die ersten Probleme. Es gab auch unzählige Kämpfe gegen die Sith und meine persönliche Meinung ist, dass wir ohne die Republik besser dran wären. Jedi sind Friedenswächter und Friedenswächter sind nun mal unabhängig.

Es war Pech, dass die Senatorin von Naboo sowie Wan und dieser Skywalker in die Sache mithineingezogen worden sind und damit auch gleich der ganze Orden. Wenn der Orden der Jedi sofort nach diesem Zwischenfall Abstand genommen hätte, wären wir höchstwahrscheinlich noch mit einem blauen Auge davongekommen.

Ich meine ein Jedi, der einen instabilen Geist hatte, da ihn der Hohe Rat der Jedi verstoß, durfte einfach so umherlaufen. Der Orden hätte bei Jedimeister Sifo-Dyas einfach härter durchgreifen müssen. Wir sehen, was bei dieser Inkonsequenz herausgekommen ist. Wir haben eine Clonearmee, Krieg und einst unabhängige Systeme müssen sich entscheiden, ob sie sich der Republik oder den Separatisten anschließen sollen.

Meine persönliche Meinung ist, dass dieser Krieg der Anfang vom Ende ist. Er wird unser Untergang sein. Ich kann nicht sagen, woher ich es weiß. Ich weiß es einfach. Es ist ein unbestimmtes Gefühl.

Ich sehe mich im großen Hangar um. Überall laufen beschäftigte Clone herum, die etliche große Kisten hin und her schleppen. Wahrscheinlich rüsten sie ein Versorgungsschiff aus, dass unsere Verbündete unterstützen soll. Clone marschieren an mir vorbei in Richtung eines Kreuzers. Wiederum andere Clone laufen beschäftigt in kleinen Gruppen umher. Bei so viel geballter Energie etwas zu tun, komme ich mir etwas fehl am Platz vor.

Während ich meinen Blick umher schweifen lasse, kommt ein Clone zielstrebig auf mich zu. Seine Rüstung ist wie bei den anderen Clonen klassisch weiß, aber er hat noch einige rote Highlights auf ihr. Zudem trägt er einen Gehrock, der vorne offen ist und bis zu den Knien reicht. Cloè Safachckoo hat die verschiedenen Einheiten mit unterschiedlichen Farben gekennzeichnet, so hat Skywalker blau, Wan gelb beziehungsweise gold und Meister Plo Koon grau. Die rote Einheit ist die Coruscantwache, die direkt dem Senat unterstellt ist und eher weniger Kontakt zu dem Jediorden hat.

Mittlerweile steht die Coruscantwache direkt vor mit. Ich muss leicht nach oben schauen, da er rund einen halben Kopf größer ist, als ich. Er salutiert vor mir.

„Commander. Seid Ihr der Jedipadawan, der zur 212. gebracht werden soll?"

„Sehr wohl." Ich schaue ihn an. Durch die Macht spüre ich förmlich, wie ihm ein großer Stein vom Herzen fällt. Wahrscheinlich wusste er nicht so genau, an welchen Padawan er sich wenden soll, da sich hier für gewöhnlich immer ein paar aufhalten.

„Hier entlang Commander." Er deutet mit seiner rechten Hand an ihm zu folgen. Ich lasse meinen Blick weiterumher schweifen.

Soll ich ein Gespräch mit ihm anfangen? Ich meine, wir schweigen uns wahrscheinlich solange an, bis wir auf dem Kreuzer sind. Kommt doch auch etwas komisch rüber, oder? Etwas hochnäsig meiner Meinung nach. Aber wie soll ich am besten mit ihm ein Gespräch anfangen? Über das Wetter zu reden macht keinen Sinn. Darüber reden nur alte Leute. Außerdem ist das „Wetter" auf Coruscant immer gleich, da es beeinflusst wird. Über den Krieg? Auch nicht gut. Er könnte es vielleicht falsch verstehen und vielleicht will er auch an der Front kämpfen, aber er ist hier stationiert. Da würde ich den Finger nur noch tiefer in die Wunde legen. Ich hab keine Ahnung. Vielleicht wie seine Ausbildung auf Kamino war? Genau, das ist gut! Ein perfektes Thema!

Ehe ich den Clone darauf ansprechen konnte, kam er mir auch schon zuvor.

„Commander, es mag sich jetzt vielleicht etwas unverschämt anhören, aber muss man Euch kennen?"

Geschockt bleibe ich stehen und schaue ihn mit offenem Mund an. Direkt sein kann er. Er hält ebenfalls an und stottert verlegen: „Es war nicht so gemeint, wie ich es ausgedrückt habe. Was ich ursprünglich meinte. Euer Gesicht sagt mir gar nichts und Ihr scheint auch noch nicht ein festes Mitglied der 212. zu sein."

Durch den Helm spüre ich, dass er etwas verlegen ist und seine Frage bereut. Ich lächle.

„Alles gut. Nein, mich muss man nicht unbedingt kennen, so wie Ihr es formuliert habt."

Ich stelle mich von Angesicht zu Angesicht vor ihn hin und strecke meine rechte Hand zu ihm aus. Der Clonesoldat betrachtet diese zögernd, bis er mir diese schließlich schüttelt. Sein Händedruck ist weder zu stark, noch zu lasch, also für das Gegenüber angenehm. Als sich unsere Hände treffen, spüre ich sämtliche Emotionen, die er jemals gefühlt hat. Bedingungslose Treue zur Republik. Kameradschaft und Liebe zu seinen Brüdern. Sein Wunsch als Individuum anerkannt zu werden und für seine Arbeit auch mal gelobt zu werden.

Ich war schon seit ich ein kleines Mädchen bin sehr machsensitiv. Dadurch wurde ich auch von meinem Meister für die Auserwählte gehalten. Da ist es auch schon mal vorgekommen, dass es mit Skywalker Konflikte gab oder dass Konflikte mit seinem Namen im Zusammenhang standen.

Flashback

Theo stubst mich an.

„Schon gehört Cassy. Dieser Junge Anakin Skywalker soll ja der Auserwählte sein."

Mann!!! Warum muss immer jeder mit diesem Thema anfangen?! Es nervt langsam. Jeder, wirklich jeder im Tempel redet darüber seit er angekommen ist und das war vor sechs Jahren. Der Rat hält ihn für den Auserwählten. Sämtliche Jünglinge und Padawane denken, dass ich es bin. Können sich alle mal darüber einigen, wer es ist? Sozusagen eine zentrale Maßnahme, damit der Orden nach außen eine Meinung vertritt. Mir persönlich ist es egal, wer es ist. Ok, ganz egal ist es auch nicht. Ich will es nicht sein. Da kommen nur Probleme auf einen zu. Du musst immer höflich und gewissenhaft sein. Du hast keine wirkliche Freizeit, da du ständig an deinen Fähigkeiten arbeiten musst. Ok, so viel Freizeit habe ich jetzt auch nicht. Ständig stehen irgendwelche Missionen mit meinem Meister an. Obwohl ich erst zehn Jahre alt bin, wurde ich schon in den Stand eines Padawans erhoben und habe einen Meister. Jeder Jedi im Tempel begegnet dir kritisch oder mit Argwohn. Von Jünglingen und Padawanen wirst du gemieden. Sie denken, dass du dich für etwas besseres hältst, was eigentlich nicht stimmt.

Ich seufze: „Du, keine Ahnung. Um ehrlich zu sein, interessiert es mich auch nicht wirklich. Ich will es nicht sein. Können wir bitte dieses Thema ein für alle Mal sein lassen?"

Betrübt schaue ich meinen besten Freund an. Dieser lächelt mich an. „Versprochen."

Lustlos stochere ich in meinem Essen rum. Heute gibt es sowas wie Porée. Es hat eine Farbmischung aus grau, gelb und es lässt sich auch nicht wirklich definieren, was es ist, da es geschmacksneutral ist. Die Jedi leben ja eher, ja sagen wir mal etwas gemäßigt und einfach. Auf materielle Dinge wird nicht besonders viel Wert gelegt.

Gelangweilt sehe ich meinen besten Freund an. Auf den ersten Blick handelt es sich nur um einen durchschnittlichen Jungen mit dunkelblonden längeren Haaren, die er sich eigentlich auch mal wieder schneiden müsste, grüne Augen mit vielen kleinen goldenen Sprenkeln und einen durchtrainierten Körper. Wenn er kein Jedi wäre, hätte er bestimmt eine Freundin. Immer, wenn wir zusammen draußen in den Straßen von Coruscant umherlaufen, wird er von allen Mädchen und Frauen angeschmachtet. Gefühlt jedes Mal bekomme ich einen Heulkrampf, da ich mich vor Lachen wegschmeißen muss. Mein Lachen ist ihm immer unangenehm und er droht mir an, dass wir nie wieder zusammen in die Stadt gehen. Bis jetzt hat es aber noch nie wahr gemacht.

„Wollen wir nachher noch unser Match weiterführen. Du liegst fünf Niederlagen hinter mir." Grinsend schaut mich Theo an. Ja, er kann gemein sein und manchmal auch den Macho raushängen lassen, aber es ist nie böse gemeint und schon gar nicht gegen mich.

„Bist du dir sicher? Ich will dich nicht vom Lernen abhalten." Leicht beuge ich mich zu ihm rüber und flüstere: „Du weißt schon. Deine Padawanprüfung und du willst auch Tempelwache werden, da musst du besonders gut abschneiden." Es ist noch nicht öffentlich, aber Theo hat vor einer Woche seine Meisterin Shaak Ti gebeten, dass er die Abschlussprüfung jetzt machen möchte und für diese bereit ist. Mit diesem Abschluss möchte er sich auf die Ausbildung zur Tempelwache bewerben. Im ersten Moment war sie höchstwahrscheinlich geschockt, es sich aber nicht anmerken lassen, ob sie es auch wirklich war. Laut Theos Aussage wird sie mit dem Rat in dieser Hinsicht sprechen. Bis jetzt kann leider noch keine Rückmeldung, aber ich weiß, dass er das Zeug dazu hat.

„Jaja, stress mich nicht. Also, willst du jetzt oder nicht? Sonst frag ich Skywalker."

Empört schnappe ich nach Luft. „Das wagst du nicht! Du weißt ganz genau, dass ich den Typ nicht leiden kann. Er ist ein arrogantes selbstverliebtes Arschloch. Schön. Meinetwegen können wir trainieren, aber heul nicht rum, wenn du die Prüfung nicht bestehst, weil du zu faul zum Lernen bist. Dumm bist du ja nicht, nur unheimlich faul."

Mit dem breitesten Grinsen schaut er mich an.

„Ich schaff das schon, oh große Meisterin Shaw."

Flashback Ende

Ein bisschen erinnert mich der Clone vor mir an meinen besten Freund. Lächelt schaue ich ihm ins Gesicht.

„Ich bin Cassy Shaw. Wie ist Euer Name?"

Die Hand des Clones versteift sich und ich höre ihn schlucken.

„Ich bin CC-1010, Commander."

Lächelnd verdrehe ich meine Augen. „Den Namen, nicht die Dienstnummer."

„Aber natürlich. Verzeiht Commander. Eigentlich sind die Nummern unsere Namen, aber ich werde von allen Fox genannt."

„Na dann, freut mich Euch kennenzulernen Commander Fox und auf gute Zusammenarbeit. Ich glaube wir sollten uns beeilen, damit ich noch halbwegs pünktlich komme. Ihr könnt auch meine Hand wieder los lassen, " füge ich lächelnd hinzu. Ertappt lässt Fox diese sogleich wieder los, als würde sie unter Strom stehen und marschiert los. Mit drei schnellen Schritten bin ich wieder an seiner Seite.

Durch die Macht spüre ich, dass die Sache von gerade eben ihm unangenehm ist. Ich seufze. Mit meiner linken Hand greife ich nach seinem rechten Unterarm und halte ihn zum Stehenbleiben an.

„Fox, das von gerade eben ist nicht so schlimm, wie Ihr vielleicht denkt. Ich bin Euch nicht böse. Andere Leute hätten ein Problem damit, ich aber nicht. Außerdem müsst Ihr auch nicht so förmlich sein. Wir sind durch das sogenannte Band der Macht miteinander verbunden. Ich weiß nicht genau, was die jeweiligen Voraussetzungen für die Entstehungen sind, aber es bringt die Leute auf eine persönlichere Ebene. Bei mir könnt Ihr so sein, wie Ihr wollt. Wir können uns auch übrigens Duzen."

Gespannt schaue ich ihn an.

„Ok. Ähm, freut mich dich kennenzulernen Cass."

Zögernd streckt er mir eine rechte Hand entgegen. Aufmerksam ist er, sonst hätte er sich nicht bei unserer ersten Begrüßung erinnern können, dass ich Rechtshänder bin.

„Ich darf doch Cass sagen?"

Lachend schlage ich ein: „Du doch immer Fox."