meine Sicht:
Mittlerweile haben sich Yelms Team und ich um einen kleinen Holotisch versammelt. Verdammt. Verdammt, das sieht gar nicht gut für uns aus. Warum muss gleich mein erster Einsatz so ein komplizierter sein? Hätte es nicht auch was leichteres sein können? Zum Beispiel Personenschutz oder irgendwas Banaleres?
Mit gerunzelter Stirn und verschränkten Armen fixiere ich die Hologrammschiffe der Simulation. Es ist echt zum Verrücktwerden. Sieben gegnerische Kreuzer plus Commandoschiff plus uns noch unbekannte Streitkräfte, die vom Boden zur Verstärkung nach oben geschickt werden können. Und was haben wir? Drei Kreuzer, eine Jägerstaffel und keine Verstärkung. Eine Jägerstaffel!? Ein schwieriges, wenn nicht sogar unmögliches Unterfangen.
Bedrückt wende ich das Wort an Yelm: "Was wissen wir über den Befehlshaber der Blockade? Ist er skrupellos oder lässt er mit sich verhandeln?" Yelm kratzt sich am Kopf, bevor er antwortet: "Naja, wir wissen fast gar nichts über ihn, außer dass es sich um einen Admiral handelt, der vom Planeten Secundus Ando kommt und ein Harch ist. Außerdem ist er sehr gerissen. Die erste Kontaktaufnahme von General Kenobi hat er abgelehnt. Dann hat so ziemlich gleich unser Angriff auf die Blockade begonnen. Innerhalb kürzester Zeit mussten wir uns mit enormen Verlusten zurückziehen. Kurz danach hat er eine Kontaktaufnahme über einen offenen Kanal gestartet; General Kenobi und Admiral Aila haben angenommen. Er hat sich als Admiral Trench, den größten und intelligentesten Angriffsführer der Separatisten vorgestellt, der noch nie besiegt wude. Zudem hat er uns mitgeteilt, dass wenn wir die Blockade weiter angreifen sollten, er sämtliche Bewohner von Daihlya töten wird."
Leicht schüttle ich den Kopf: "Wow, der ist ja echt von sich überzeugt" nachdenklich fahre ich fort, "er ist also ein Harch. Die sind vorallem für ihre Listigkeit bekannt und wenn ich es noch richtig im Kopf habe, dann ist er eine Art Spinnenmensch mit acht Augen und Fangklauen im Gesicht."
Etwas angewidert verziehen Yelms Männer ihre Gesichter. Ja, ich kann es vollkommen verstehen. Ich habe nämlich ein Krabbeltiere-Trauma. Ich will echt niemand die Schuld dafür geben, aber Theo ist Schuld. Als ich noch ein kleines Mädchen war, hat er immer kleine Krabbeltiere, vorzugsweise fette haarige Spinnen, in mein Bett oder sogar in mein Esses getan, wenn ich gerade nicht hingeschaut habe. Theo war früher ein richtiges Herzchen...nicht.
Mit gerunzelter Stirn fixiere ich die Holoschiffe. Hach, es ist zum Verrücktwerden.
Ein unmögliches Unterfangen ist noch unmöglicher geworden. Aber vielleicht kann ich Trench für mein Vorhaben verwenden. Wenn ich...ja...das könnte vielleicht funktionieren. Leicht lächle ich und schaue in die Runde. Die Clone scheinen mich gar nicht wahrzunehmen. In Gedanken versunken blicken sie ebenfalls auf die Anordnung der gegnerischen Schiffe. Glücklicherweise haben sie noch nicht bemerkt, dass ich einen Plan habe, so kann ich sie ganz in Ruhe beobachten und mir ein Urteil über meine Truppe bilden.
Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Glänzer, aber das liegt daran, dass ihre Highlights nicht so auffällig, wie bei den anderen Legionen sind. Die Highlights meiner Truppe sind bei genauerem Hinsehen silbern und lassen ihre Rüstungen edler erscheinen. Sie scheinen sich auch blind auf den jeweils anderen verlassen zu können. Das ist im Gefecht schon mal sehr viel Wert. Sie diskutieren auch untereinander über einen möglichen Gegenangriff gegen die Separatisten und verlassen sich nicht nur auf einen vorgeschlagenen Plan von ihrem jeweiligen Vorgesetzten, sondern machen sich auch ebenfalls Gedanken.
Am Anfang hatte ich die Befürchtung, dass sie Befehle stumm wie Droiden ausführen, aber diese Zweifel haben sie schnell verstreut. Ich habe hier fünfzehn hochmotivierte Clone, die den Bewohnern auf der Planetenoberfläche helfen wollen und jetzt nur noch auf den Angriffsbefehl warten, um ihr Können unter Beweis zu stellen.
Einer der Clone schaut von den Holgrammen zu mir auf. Er scheint wohl bemerkt zu haben, dass ich sie beobachte. Lecht lächle ich ihn an, bis er es zaghaft beantwortet und sich auch gleich dann köpfschüttelnt abwendet. Komischer Kautz, aber mir soll es recht sein.
Etwas zucke ich zusammen, als mir jemand in die linke Seite tippt. Leicht wende ich meine Kopf und schaue Yelm an. Ah, er scheint sich also auch seine Gedanken zu machen und hat nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen noch einige Zweifel.
"Was gibt es Yelm?" Die anderen Clone horchen auf. Anscheinend ist er sehr unter ihnen geschätzt und seine Meinung ihnen sehr wichtig.
"Commander, habt Ihr schon einen Plan, wie wir angreifen können? Ich weiß, unsere Chancen sind nicht gerade die Besten. Ich möchte Euch auch nicht zu nahe treten oder Eure Fähigkeiten in Frage stellen, aber geht bitte nicht leichtsinnig mit dem Leben meiner Männer um. Wir kommen gerade noch von der anderen Weltraumschlacht, da wir nach dorthin ausgeliehen wurden. General Kenobi hat uns dann nach dieser verlustreichen Schlacht zurückbeordert, damit wir Trench angreifen können." Verunsichert sieht er mich an. Nein falsch, Verunsicherung ist es nicht. Es ist eine Mischung zwischen Erschöpfung und Angst aus der Konsequenz seiner Worte.
Plötzlich lache ich los. Ok, es ist vielleicht etwas gemein und ich bringe ihn damit in Verlegenheit, aber es ist einfach zu lustig. "Tut mir leid" bringe ich mühsam hervor, bevor ich wieder ernst werde, "ich bin nicht Krell, Yelm. Mir bedeutet das Leben meiner Truppe etwas. Ja, ich weiß, dass ihr davor bei General Krell zur Unterstützung wart und er auch gerne mal über Leichen geht, um den Sieg davonzutragen. Wirklich, keine Sorge. Ich bin nicht so, wie er. Außerdem habe ich schon einen Plaln, bei dem höchstwahrscheinlich alle überleben werden." Ich kann verwunderte bis hin zu ungläubigen Gesichtern sehen.
Meine rechte Hand lege ich auf Yelms Schulter. "Aber dazu brauche ich euer Vertrauen" ich blicke in jedes einzelne Gesicht unserer Runde, "euer aller Vertrauen, ansonsten wird es uns nicht gelingen die Blockade zu durchbrechen."
"Ihr könnt Euch immer auf uns verlassen Commander." Es war der Clone von vorher, der den Kopf geschüttelt hat, nachdem ich ihn angelächelt habe. Von den anderen Clonen kommt zustimmendes Gemurmel und auch Yelm lächelt mich an. So kann ja nur mein Plan aufgehen. Auf positive Art und Weise versteht sich natürlich.
Leicht lächle ich in die Runde. Ja, diesen Männern kann ich vertrauen. Das ist meine Truppe.
Euphorisch klatsche ich zweimal in die Hände: "Dann lasst uns gleich mit der Gegenoffensive anfangen."
