Hallo ihr Lieben! Mal ein kürzeres Kapitel, aber das nächste ist schon in Arbeit. Viel Spaß beim lesen!

Eine Idee

Es war Abend und ich saß im Gemeinschaftsraum auf meiner Fensterbank von der ich über den ganzen See und die Ländereien von Hogwarts sehen konnte. Der Oktober hatte begonnen. Schon ein Monat rum. Lauren und Emily spielten Schach. Stephen las in einem Geschichtsbuch. Ich legte mein Buch über Merlin zur Seite und ließ meinen Blick durch den Raum schweifen. Die meisten unterhielten sich leise, machten ihre Hausaufgaben oder spielten Schach oder Karten. Es war wie immer sehr ruhig, obwohl fast alle da waren, nur das Quidditchteam fehlte und ein paar der älteren Schüler. Ich sah auf die Uhr. Kurz vor neun. Ich habe keine Lust mehr zu lesen. Genervt legte ich mein Buch wieder zur Seite und sah wie zwei der jüngeren Mädchen lachend vor einem Sessel standen. Nanu, was ist denn da los?

Die zwei liefen zu ihren Freunden, die an einen der Tische saßen und tuschelten miteinander, dabei zeigten sie immer wieder zu dem Sessel hin. Dort saß ein kleines Mädchen mit hellen fast weißen Haaren. Ist das Luna Lovegood? Ich sah genauer hin. Jap, Luna. Mit Korken als Halskette und einem verträumten Blick. „Die Kleine ist schon extrem merkwürdig", flüsterte mir jemand ins Ohr. Ich zuckte erschrocken zusammen. Stephen hatte sich neben mich gesetzt und sah zu Luna hinüber. Ich nickte, aber meinte: „Ja, schon, aber dieses Getuschel ist nicht schön." Stephen sah zu den anderen Mädchen. Dann sah er zu mir und meinte: „So ist es nun mal, wenn man anders ist." „Was bitte ist denn anders? Und was normal? Ehrlich!", meinte ich ärgerlich. Stephen lächelte mich nur an. „Was?", fragte ich genervt. „Nichts!" Ich nickte. „Aha, na klar!" Stephen grinste und widmete sich wieder seinem Buch.

Ich stand auf und ging an den Mädchen vorbei. Ich hörte ihr Getuschel. „Und ihre Kette, keinerlei Stil." „Ja und ihre Haare, wann hat sie die zum letzten Mal gekämmt?" „Habt ihr ihre Ohrringe gesehen. Sie ist so irre. Echt Loony." „Und ihren Zauberstab…" Ich trat hinter die Mädchen und räusperte mich. Die Mädchen fuhren erschrocken herum. „Seid froh, dass ich noch keine Vertrauensschülerin bin, sonst würde euch dieses Gerede Punkte kosten! Lasst Luna in Ruhe! Verstanden?" Eines der Mädchen entgegnete frech: „Du kannst uns gar nichts verbieten oder befehlen!" „Aber ich schon!", sagte eine strenge Stimme hinter den Mädchen. Ich musste mir ein Grinsen unterdrücken. Tanja White stand dort mit verschränkten Armen und sah die Mädchen streng an. Die Mädchen drucksten herum und murmelten leise Entschuldigungen. Tanja lächelte mich an und ich nickte ihr dankbar zu.

Ich drehte mich um und ging in mein Zimmer. Dort legte ich mich auf mein Bett. Tiger sprang auf meinen Bauch. „Alles klar, Kleine?" Ich setzte mich auf und nahm Tiger in den Arm. „Wer ist hier klein?" Ich knuddelte ihn. Tiger leckte mir übers Gesicht. „Du!" Ich lachte. „Na denn, Großer. Was gibt es für neue Gerüchte in der anderen Welt?" „Nicht viel, Kleine! Nymro, Grom, Merelia, Kalita und die anderen Führer bereiten All Hollows´ Eve vor. Nibbler, Jojo und Draja haben sich noch nicht vertragen, aber da misch ich mich nicht ein, dass müssen die untereinander ausmachen. Hedwig ist noch immer sauer auf Harry. Der scheint sie wirklich nicht gut behandelt zu haben und ich hab die Ratte wieder herumspionieren sehen." Ich nickte nachdenklich. Der Streit zwischen den drein geht jetzt schon über zwei Wochen, Merelia wird bald etwas sagen. Mhm, und Harry konnte nicht viel tun um Hedwigs Situation zu verbessern. Vielleicht sollte ich mal mit ihr reden?! Pettigew! Ich habe keine Ahnung was ich mit dem machen soll?!

„Achte weiter auf die Ratte, aber tu ihm nichts an!" Tiger nickte und meinte verschmitzt: „Da sind ich und meine Freunde schon dran. Der wird keine Minute unbewacht bleiben. Das haben wir schon organisiert!" Ich musste lächeln. Tiger und seine kleine Gruppe aus Knieseln und Katzen von Hogwarts. Eine eigene kleine Agentengruppe! „Was ist so lustig?" „Nur ein Gedanke! Nichts Wichtiges!" Ich küsste seinen Kopf und streichelte dann sein Fell. „ich freu mich schon auf All Hallows' Eve!" Ich nickte. „Kommt ihr drei mit und feiert im verborgenen Tal?" ich zuckte mit den Schultern. „Weiß ich noch nicht, muss ich mit Neville und Tracey noch bereden." Tiger nickte verständnisvoll. „Klar und ihr müsst herausfinden, wie ihr unbemerkt verschwinden könnt!" „Eben!"

Ich ließ mich zurück in meine Kissen fallen und sah dann zu meinem Schrank. Soll ich oder doch nicht? Ich schüttelte meinen Kopf und streichelte Tiger, der sich an meine Seite gekuschelt hatte. Nach einer Weile fühlte ich mich dösig und gähnte herzhaft. „ich mach mich mal besser bettfertig, bevor ich noch in voller Montur einschlafe." Widerwillig stand ich auf und zog meinen Schlafanzug an. „Ich geh auf meine Patrouille." „Viel Spaß!", rief ich ihm hinterher. Als ich vom Badezimmer zurückkam, waren Emily und Lauren noch nicht im Zimmer. Es war 20 Minuten vor zehn. Die müssten bald kommen. Ich sah wieder zu meinem Schrank und ging hin. Eigentlich sollte ich nicht, aber… Ich zog das in ledergebunde Tagebuch heraus und schlug es auf. Nichts zu sehen…

Ich setzte mich an meinem Schreibtisch und öffnete das Tintenfässchen. Ich sollte das wirklich nicht tun… Ich lehnte mich zurück in meinen Stuhl und betrachtete das Tagebuch, das unschuldig und harmlos dort auf meinem Tisch vor mir lag. Nur noch einmal, wird schon nichts passieren. Ich nahm meine Feder, tunkte sie in das Tintenfass und schrieb ins Tagebuch. „Hallo Tom!" Erst passierte nichts, dann „Hallo Anna, lange nichts von dir gehört. Wie geht es dir?" „Ganz gut, denke ich!" „Mhm, nicht wirklich eine Antwort. Entweder geht es einem gut oder nicht, wenn nicht, läuft irgendetwas nichts so, wie man wünscht. Was ist es?" Ich seufzte. „Einiges"

Nach einer Weile erschienen leuchtende Buchstaben: „Nämlich…" Ich seufzte wieder, aber fing an zu schreiben. „Also am schlimmsten ist mein Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste. Er ist ein Trottel, nicht in der Lage auch nur ein Zauber zu vollführen." „Wieso ist er denn dann eingestellt worden?" „Weil die Position verflucht ist und er der einzige war, der sich beworben hatte." „Mhm, und ihr lernt nichts bei ihm?!" „Nein, nichts!" „Kannst du einen Schutzzauber und einen Entwaffnungszauber?" „Protego und Expelliarmus?" „Zum Beispiel" „Ja" „Na das ist ja schon ein guter Anfang!" „Ja, aber eben nicht mehr!" „Dagegen kann man etwas tun! Welche Art von Protego kennst du?" „Nur Protego, ich weiß, dass es noch Protego maxima gibt, aber den kann ich nicht." „Dann übe ihn mit Freunden gegen den Entwaffnungszauber, denn das Wichtigste ist, dass du niemals deinen Zauberstab verlierst. Ohne ihn bist du machtlos und die zweite wichtige Regel. Drehe deinem Gegner niemals den Rücken zu! Höchstens um ihn in die Falle zu locken, aber auch nur dann, wenn du dir sicher bist!" Das klingt gut. Neville, Tracey und ich könnten im Hauptquartier üben! „Danke für den Tipp, Tom!" „Gern geschehen!"

Emily und Lauren kamen ins Zimmer und ich klappte das Tagebuch schnell zu. „Hallo, Anna! Ich dachte du schläfst schon", sagte Lauren. Ich schüttelte schnell meinen Kopf und legte das Buch in meinen Schrank zurück. Dann kroch ich in mein Bett. Lauren und Emily machten sich auch bettfertig und 10 Minuten später war das Licht aus. „Gute Nacht ihr Lieben", wünschte uns Emily. „Nacht, schlaft gut", murmelte Lauren und ich meinte gähnend: „Jup, süße Träume."

Am nächsten Tag saß ich alleine in der Bibliothek und durchforstete die Regalreihen nach Ideen, wie ich die Horkruxe vernichten konnte ohne das Objekt zu zerstören. Es muss noch eine andere Möglichkeit geben! Ich will nicht, dass Harry sein Leben opfert! Und die Kette, der Pokal, das Diadem und auch der Ring sind unschätzbar wertvoll. Ich will sie nicht zerstören, wäre doch schön, wenn man sie erhalten könnte. „Hallo Anna", hörte ich plötzlich eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich um und sah Harry dort stehen. „Hallo Harry, alles klar?" „Ganz gut, naja eigentlich", druckste er herum. Er setzte sich an einen der Tische die längs der Regale standen. Ich seufzte. Wie ich sehe, immer noch nicht besser. Na, mal sehen, ob Merelias Rat hilft.

„Seit wann gehst du freiwillig in die Bibliothek oder ist Hermine auch hier?" Ich sah mich suchend um. „Nein, Hermine sitzt vorne und macht ihre Hausaufgaben. Ich habe dich gesehen und wir haben solange uns nicht unterhalten." Ich setzte mich neben ihn und nickte. „Ja, stimmt. In den letzten Wochen war es recht stressig und du hast ja auch nur wenig Zeit." Harry wurde leicht rot und nickte. „Ja, meine Strafarbeiten…", murmelte er. „Hey, Harry, es ist vorbei. Deine Strafarbeiten sind vorbei und die Weasley sind dir doch nicht böse, oder?" „Nein, aber trotzdem. Ich hab ihnen so viele Schwierigkeiten gemacht und…" „Also erstens warst du das nicht allein, sondern mit Ron", unterbrach ich ihn. „Und zweitens hast du dich entschuldigt, oder?" „Ja natürlich." „Na denn" „Aber ich fühl mich trotzdem nicht gut." Ich zuckte mit den Schultern und meinte: „Vielleicht, weil du nur gesagt hast oder geschrieben hast, dass es dir leidtut, vielleicht musst du es zeigen." Harry blickte auf und fragte: „Wie denn?" Ich zuckte wieder mit den Schultern. „Keine Ahnung, dass musst du selber rausfinden."

Harry nickte ergeben. Ich stand auf und wollte gehen, dann drehte ich mich nochmals um. Vielleicht, es wäre eine Möglichkeit. „Harry, vielleicht zeigst du es in dem du dich naja an die Regeln hälst und gute Noten schreibst, dein Quidditchttaining ernst nimmst, eben sowas." Harry nickte abermals und lächelte wieder. Ich lächelte zurück und ging wieder durch die Reihen auf der Suche nach Inspiration. Nach was soll ich bloß suchen? Ich glaub kaum, dass diese Art von Magie in irgendwelchen Büchern steht, die hier für mich erreichbar sind. In der verbotenen Abteilung vielleicht? Oder ich roll es von hinten auf und such etwas über das Gift… ja wieso nicht! Mit neuen Mut suchte ich die Regale nach Büchern über Gifte, Gegengifte und Schlangen. Mit einem ganzen Stapel Bücher setzte ich mich an einen der Tische und begann zu lesen.

Müde kam ich an diesem Abend nach dem Abendessen im Gemeinschaftsraum an. Ich setzte mich zu Stephen, der wieder in einem Buch las und schlug das letzte Buch, das ich noch nicht durchgeforstet hatte. vergessene Elixiere und andere Tränke „Interessanter Lesestoff", meinte Stephen. Ich nickte nur müde. „Für welche Hausarbeit ist das?" „Für keine. Ich interessiere mich einfach dafür." Stephen lächelte und sagte: „Ich dachte schon Professor Snape hätte dir eine Sonderaufgabe gegeben." Ich schüttelte meinen Kopf: „Nein, aber vielleicht hilft es für Zaubertränke." „Schaden kann es nicht", antwortete Stephen. Emily und Lauren kamen dazu. „Hey ihr zwei, wollen wir Schnippschnapp spielen?" Ich nickte und Stephen sagte: „Klar, gerne!" Den Rest des Abends spielten wir Karten.

Um 22 Uhr legten wir uns in unsere Betten, aber ich konnte nicht einschlafen. Immer wieder sah ich zu meinem Kleiderschrank. Irgendwann setzte ich mich auf und holte das Tagebuch hervor. Ich setzte mich zurück in mein Bett, zusammen mit einer Feder und einem Tintenfass. Ich zog die Vorhänge um mein Bett zu und hob meinen Zauberstab. „Lumos sphera undare" Ein heller Lichtball erschien und schwebte knapp über meinem Kopf. Dieser Spruch ist einfach genial. Ich klappte das Buch auf und schrieb: „Abend, Tom." „Hallo Anna! Solltest du nicht schlafen?" „Woher weißt du wie viel Uhr es ist?" „Wusste ich nicht, aber jetzt weiß ich, es ist spät! Probleme?" „Der Lehrer ist immer noch inkompetent, aber ich glaube ich konnte meinem Freund helfen." „Das freut mich zu hören. Schon den Protego geübt?" „Noch nicht. Hatte keine Zeit." „Warst du es nicht, die sich beschwert hat, dass euer Lehrer euch nichts beibringt? Anna, das Stichwort ist Eigeninitiative! Du musst aktiv werden!" „Ja, aber Selbstverteidigung ist nun mal nicht mein einziges Fach!" „Welches Fach lenkt dich ab?" Mhm. Vielleicht finde ich die Antwort beim Problem selbst. „Zaubertränke" „Ein interessantes Fach. Bist du darin gut?" „Ziemlich. Ich finde das Fach sehr interessant und nützlich. Im Moment recherchiere ich Gifte und Gegengifte."

„Das ist Stoff der vierten oder fünften Klasse. Du bist definitiv jünger!" „Bin ich, aber wie gesagt, ich bin gut und es ist eine Herausforderung!" „Löblich. Was genau, versuchst du heraus zu finden. Vielleicht kann ich helfen." „Wäre das nicht schummeln?" „Nein, du hast nur eine weitere Informationsquelle konsultiert." Ich nickte. Da hat er wohl recht! „Ich will eine List von besonderen Giften und ihren Gegengiften erstellen." „Interessant, wozu?" „Weil das eines der Themen war und das einzige, von dem ich dachte, dass ich auch Informationen in der Bibliothek finden würde. Aber meine Liste enthält bis jetzt nur normale Infos, wie zum Beispiel das Gift Muscarin aus den meisten Pilzen und sein Gegengift Atropin aus der Tollkirsche; das Gift Atropin kann nur mit dem Gegengift von Calabarbohnen neutralisiert werden und nicht mit Muscarin. Das Gift der Calabarbohnen widerum kann man allerdings entgegenwirken mit dem Gift Atropin der Tollkirsche. Aber das ist nur so null acht fünfzehn. Ich will was Spezielles! Vielleicht das ultimative Gegengift!"

„Das ist schon imposant für eine Schülerin der unteren Jahrgangsstufen. Dürfte ich einen Rat geben?" „Bitte" „Phönixtränen! Sie sind das ultimative Gegengift!" NATÜRLICH! Phönixtränen! Ein Versuch ist es wert! „Danke, das recherchiere ich!" Schnell klappte ich das Tagebuch zu und legte es in den Schrank zurück. „Nox" Der Lichtball erlosch und ich legte mich zufrieden ins Bett. Jetzt kann ich schlafen!

Jetzt hat Anna endlich eine Idee! Mal sehen, wie sie sie umsetzen kann. Bis zum nächsten Mal ;)