Hallo ihr Lieben! Hat doch länger gedauert, als ich dachte meine vorherige Version dieses Kapitels hatte mir nicht so gut gefallen, deswegen hab ich es umgeschrieben. Viel Spaß beim Lesen!
Ein Plan entsteht… oder Pläne
„Versuche es noch einmal!", ermutigte ich Tracey, die sich ihr Bein rieb, wo sie mein Brandzauber getroffen hatte. Sie nickte und nahm wieder ihre Duellhaltung ein. Sie rief laut: „Protego" Ein blauer Lichtschutz bildete sich vor ihr und ich rief: „Ignio" Traceys Schutzschild hielt. „Sehr gut, versuche ihn aufrechtzuerhalten. Ignio!" Der blaue Schimmer wurde schwächer. „Noch einmal, Anna!", forderte Tracey mich auf. „Ignio!" „Aua!" Neville, der auf dem Sofa saß, seufzte und meinte: „Und das war das zwanzigste Mal." Tracey rieb sich den Arm. Ich setzte mich neben Neville. „Ja und wir werden immer besser! Darum geht es doch!" Tracey nickte und sagte: „Ja, schlimm nur, dass wir uns selber unterrichten müssen." Ich zuckte mit den Schultern und antwortete: „So ist das nun mal!" Tracey nahm einen Schluck von der Limonade, die auf dem Couchtisch stand. „Noch mal?", fragte sie und ich nickte, aber meinte: „Ja, aber diesmal du und Neville. Ich brauche eine Pause." Neville lachte und sagte: „Kein Wunder, du trainierst mit uns durchgehend seit über einer Stunde!"
Ich nahm selbst ein Schluck Limonade und beobachtete die beiden. Der Fortschritt ist deutlich sichtbar, selbst nach nur ein paar Stunden üben. War das Riddles Plan, als er die Position verfluchte? Es wäre genial! In den nächsten Generationen gäbe… nein gibt es nur wenige, die sich tatsächlich wehren können. Also leichte Ziele… Tracey und Neville übten noch einige Zeit weiter. Dann war es Zeit zum Abendessen. Vor der großen Halle trennten wir uns und setzten uns an unsere Haustische. „Nabend Anna. Was hast du die ganze Zeit gemacht? Emily und ich hatten dich gesucht", fragte Lauren. Ich antwortete ihr: „Ich habe mit Neville und Tracey gelernt." „Mit der Slytherin?", fragte Lauren skeptisch. Emily boxte ihr in den Arm und ich funkelte sie böse an und sagte schneidend: „Ja, mit meiner Freundin Tracey und ich mag es überhaupt nicht, wie du über sie urteilst. Du hast sie in Gryffin Coast kennengelernt. Sie ist freundlich, klug und überhaupt nicht böse, also lass deine abfälligen Kommentare, Lauren." Lauren hob abwehrend ihre Hände. „Ist ja gut, sorry." Ich nickte nur und aß dann schweigend weiter.
Ein paar Tage später saß ich in Geschichte und versuchte krampfhaft Binns sinnloses Erzählen von Koboldkriegen auszublenden während ich ein weiteres Kapitel im Buch las und zusammenfasste. Frederick der Großartige… wir sollten ihn und seine Taten durchnehmen und nicht die Koboldkriege 2.0…. Mann Binns halt die Klappe. Ich will mich konzentrieren…. Als die Stunde endlich zu Ende war, hatte ich die wichtigsten Punkte des Kapitels über Frederick den Großartigen aufgeschrieben. Nun muss ich in meiner Freistunde eine Zusammenfassung schreiben. Großartig! Wozu wird Binns eigentlich beschäftigt?
Ein wenig später saß ich am Tisch im Hauptquartier und schrieb konzentriert die Geschichtszusammenfassung. Neville brütete über Zaubertränke und Tracey lernte Kräutertabellen auswendig. Genervt klappte ich mein Geschichtsheft zu und seufzte tief. „Was hast du Anna?", fragte Neville. „Binns!" Tracey lachte leise und nickte verständig. „Wir müssen ihn loswerden!", sagte ich bestimmt. „Loswerden?" „Wir?", fragten Tracey und Neville gleichzeitig. Ich sah die beiden ernst an und antwortete mit fester Stimme: „Ja wir. Binns ist viel zu lange schon Lehrer hier. Es wird Zeit für ihn weiterzuziehen. Ich will einen Lehrer, der uns tatsächlich etwas beibringt und unsere Namen behält." „Kannst es nicht mehr leiden, dass er dich ständig Miss Raven nennt, was?", meinte Tracey neckend. Ich lächelte und meinte: „Unter anderem."
„Hast du schon eine Idee?", unterbrach uns Neville. Ich schüttelte den Kopf und antwortete: „Nein, aber ich denk mir was aus. Vielleicht würde der Schulrat helfen oder die Eltern?!" „Denkst du es wird so einfach?", fragte Neville skeptisch. „Bestimmt nicht", warf Tracey ein. „Sonst hätte es bestimmt schon jemand geschafft", beendete ich ihren Satz mit einem Schmunzeln. Tracey lachte, nickte und fügte hinzu: „Aber wir werden die ersten sein." Ich nickte und legte meine Hand in die Mitte des Tisches. „Zusammen?" „Zusammen", bestätigte Tracey und legte ihre Hand auf meine. Wir beide sahen zu Neville, der zögernd dasaß. Er überlegte einen Moment, dann aber legte er auch seine Hand auf unsere und sagte: „Zusammen."
Am nächsten Morgen kam die Eulenpost so wie immer, aber diesmal bekam ich Post. Ein großer Uhu flog zu mir und ließ einen Brief auf meinen Teller fallen. „Das ist Camides. Vaters Eule!", rief Emily überrascht. Camides landete und Emily schnürte ein kleines Paket seiner linken Kralle. Ich sah sie fragend an. „Es ist für mich und Matthew", antwortete sie. Ich nickte und öffnete den Brief.
Anna,
meine Gemahlin und ich hoffen, dass es dir gut geht. Mary-Anne und auch ich würden gern mehr Kontakt halten, wenn du das auch möchtest. Leider ist der Grund meines Schreibens nicht nur reine Freundschaft und Neugier. Gestern Morgen haben mich die Hauselfen darüber informiert, dass Stormy nicht mehr in seiner Box und auch nicht auf den Koppeln zu finden ist. Wir haben die ganze Gegend abgesucht, aber er war nirgends zu finden. Es tut mir sehr leid! Du sagtest zwar, dass er frei sein möchte und sehr wahrscheinlich nicht bleiben würde, aber nachdem er Wochen hier auf dem Gestüt geblieben ist, hatte ich angenommen, er würde bleiben. Anscheinend ein Irrtum. Mach dir bitte nicht zu große Sorgen. Stormy ist sehr widerstandsfähig und wird auch alleine zurechtkommen. Wenn sich etwas Neues ergibt, werde ich mich auf jeden Fall bei dir melden.
Mit freundlichen Grüßen und Hoffnung auf Antwort
Lord Richard.
Ich senkte den Brief. Alle starrten mich gespannt an. Ich schüttelte nur den Kopf und meinte: „Stormy hat sich entschieden das Gestüt Windsor zu verlassen." „Er ist weg?!", rief Emily aus. Einige Köpfe drehten sich zu uns um und Emily senkte schnell ihre Stimme. „Oh, Anna. Das tut mir leid." Ich nickte und meinte: „Er ist ein Wildpferd. Frei zu sein, ist sein Recht. Es ist in Ordnung. Ich habe schon lange mit so einem Brief gerechnet." Die anderen sahen sich ratlos an, als ich aufstand und die große Halle verließ. Neville kam schnell hinter mir her und fragte: „Was ist los Anna?" Ich zeigte ihm den Brief. Neville las schweigend, dann gab er mir den Brief zurück. „Bist du okay?" ich nickte. „Wirklich?", presste er. Ich schüttelte meinen Kopf. „Ich weiß nicht", gab ich zu. Ich dachte Cuairt würde wirklich bleiben. Er ist fort ohne Abschied. Das hätte ich nicht gedacht…
Neville umarmte mich kurz. „Er wollte doch frei sein. Deswegen habt ihr doch an dem Turnier überhaupt teilgenommen." Ich nickte, aber meinte traurig: „Ja, aber so ganz ohne Abschied." Neville nickte mitfühlend. „Vielleicht siehst du ihn mal wieder", meinte er aufmunternd. Ich nickte leicht. „Hallo ihr zwei. Habt ihr keinen Unterricht?", fragte Tracey, die gerade hinter uns aufgetaucht ist. Ich schüttelte den Kopf. „Nein, erste hab ich frei." „Ich auch" „Super das macht drei. Wollen wir im HQ üben?" Neville und ich nickten zustimmend. Auf dem Weg dorthin, erzählte ich Tracey vom Brief und dessen Inhalt. Sie rieb mir mitfühlend über den Arm und sagte: „Jetzt ist er endlich wieder frei. Du hast ihm seinen größten Wunsch erfüllt. Sei stolz!" Ich lächelte sie an und nickte. Sie hat recht! Keine trüben Gedanken mehr!
Zwei weitere Wochen waren vergangen und Halloween stand kurz vor der Tür. Ich hatte jeden Tag Ausschau gehalten auf dem Balkon unseres Hauptquartieres in der Hoffnung das Cuairt vielleicht doch hier auftauchte. Tom hatte mir noch ein paar Zauber gegeben, die ich lernen sollte unter anderem ein Seifenzauber. Irgendwo sind seine Ideen genial. Ein einfacher Haushaltszauber mit dem man normalerweise putzt, als Verteidigung in einem Duell. Der Gegner verliert seine Balance und ich behalte sie. „Hältst du wieder Ausschau?", fragte mich eine Stimme hinter mir. Erschrocken drehte ich mich um. „Neville! Man du hast mich erschreckt." „Entschuldige." „Schon gut." „Du bist seit ein paar Tagen recht schweigsam. Ist was?" „Nichts! Wirklich Neville!" Neville sah mich kritisch an. Ich wich seinem Blick nicht aus. Er hat schon recht, aber um mit Tom in Ruhe schreiben zu können, brauchte ich Abgeschiedenheit. „Du machst dir Sorgen um Stormy." Ich seufzte und nickte. „Kann ich etwas tun?" Ich schüttelte den Kopf und seufzte: „Nein, ich fürchte nicht." „Anna, bitte rede mit mir. Du bist so zurückgezogen in den letzten Tagen." „Manchmal braucht man eben Zeit für sich, Neville", sagte ich leise. Neville nickte nur.
Am Abend saß ich an meinem Schreibtisch in meinem Zimmer und schrieb mit Tom. „Guten Abend, Tom!" „Guten Abend, Anna", kam die prompte Antwort. Ich musste lächeln. „Ist dein Pferd aufgetaucht?" „Nein." „Das tut mir leid, Anna. Wahre Freunde kommen zurück! Immer!" „Sicher?" „Ja!" Ich schrieb eine Zeitlang nicht und starrte nur auf die Seite. „Was ist mit dir Anna?" Ich wollte etwas schreiben, aber da kam mir eine Idee. Mal sehen, wie klug du wirklich bist Tom? Ich schrieb nichts und wartete. „Anna?" …. „ANNA!" „Was ist?", schrieb ich kurz. „Du musst auf andere Gedanken kommen! Hast du die neuen Zauber schon gelernt?" „Ja, den Seifenzauber, den Abwehrzauber, den Blendzauber und den Rauchzauber." „Sehr gut. Das nur in knapp zwei Wochen. Hast du deine ganze Freizeit darauf konzentriert?" „Ja, womit sollte ich sie sonst verbringen? Hier kann man nirgendwo schwimmen. Nur fliegen, auf zweitklassigen Besen und mein Pferd ist auch nicht hier und selbst wenn dürfte er nicht bleiben."
„Du hast mal erwähnt, dass du gerne geschwommen bist. Das stimmt, ich erinner mich." „Ja, aber so großartig Hogwarts auch ist, es hat keine Schwimmhalle, wie sie in jedem besseren Internat bei den Menschen gibt." „…" „Was denn?" „Nun ja, du bist auf einer magischen Schule. Für jedes Problem gibt es eine Lösung." „Und die wäre…" „Kreiere deine eigene Schwimmhalle." „Ich bin in der 2. Nicht 5. Klasse. Ich mag ja dank dir einige mehr Zauber beherrschen, aber ich kann keinen Pool herbeizaubern." „Du unterschätzt dich! Tue das niemals!" „Kennst du in Hogwarts einen Ort, der ein Schwimmbecken beinhalten kann?" „In den Kerkern gibt es jede Menge leere Räume, wo niemand einen sucht. Ein einfacher Bluttarnzauber und niemand außer dir kann dann dort hinein." „Bluttarnzauber. Blutmagie. Tom, die ist illegal!" „Dummköpfe!" „Wer?" „Das Ministerium." „Stimmt, Fudge ist ein Idiot und er hat kein Rückgrat!" „Finde einen leeren Raum und ich werde dir erklären wie ein Bluttarnzauber funktioniert." „Das musst du auch. Darüber werde ich vermutlich nichts in der Bibliothek finden oder höchstens in der verbotenen Abteilung, aber ob mir Madam Pince ein Buch darüber ausleiht, bezweifle ich." „Ignoranz!" „Kein Kommentar." Ich schlug das Buch zu. Okay er hat nichts vom Raum der Wünsche erzählt. Ob er nicht weiß, wozu dieser Raum fähig ist. Vielleicht ist er nur zufällig darauf gestoßen und er kennt nur diesen Rumpelraum. Vielleicht wird es Zeit, dass ich diesen wundersamen Raum einmal aufsuche und wirklich in eine Schwimmhalle verwandle. Ein paar Runden im kühlen Wasser würde mir guttun. Ich legte mich auf mein Bett und schloss erschöpft die Augen.
Ich schreckte hoch, als Tiger auf meinen Bauch sprang. „Na du, ist doch noch etwas früh zum Schlafen." Ich stöhnte und drehte mich zur Seite. Tiger sprang leichtfüßig neben mir aufs Bett und dann wieder auf meine Schulter. „Tiger?!", rief ich genervt. „Bist du schon müde?", fragte dieser besorgt. Ich setzte mich auf und Tiger fiel rücklings in meinen Schoß. Ich musste kichern, nahm ihn hoch und setzte ihn richtig wieder hin. „Ich schmiegte mein Gesicht in sein Fell und meinte: „Nein, eigentlich nicht. Gibt es was Neues im Tal?" „Ich war gar nicht im Tal. Ich war auf Patrouille", entgegnete Tiger. „Was gibt es also neues in Hogwarts?", fragte ich. Tiger begann seinen Bericht.
„Der Schönling bewundert sich dauernd im Spiegel und unterschreibt Autotramdinger…" „Autogrammkarten", berichtigte ich ihn lächelnd. „Autogrammkarten, okay. Wozu sind die gut?" „Damit er sich selbst wertschätzen kann, schätze ich". Antwortete ich. Tiger nickte nur und fuhr weiter mit seinem Bericht: „Die Gorillas sind ständig mit dem Angeber zusammen, aber sie lassen Tracey in Ruhe. Sie ist im Moment mit der Eisprinzessin Daphne Greengrass in der grünen Halle und spielen Schach. Die Ratte ist im roten Turm auf dem Bett des Rotschopfs. Neville schreibt mit dem Buchwurm Briefe nach Hause. Der Rotschopf und die Narbe spielen dieses Spiel, wo es immer kracht. Der rote Raum ist wirklich sehr laut. Hier ist es immer so schön ruhig und auch in der grünen Halle ist es ruhig, aber nicht so angenehm, nicht so entspannend." Ich nickte und lächelte. Ich habe meinen eigenen kleinen Spion und seine Spitznamen sind lustig.
„Wollen wir uns in unseren entspannten ruhigen Gemeinschaftsraum setzen und lesen?", fragte ich. Tiger schnurrte zustimmend. Ich nahm ihn hoch und trug ihn runter in den Gemeinschaftsraum. Stephen sah auf, als ich mich auf meinen Lieblingsplatz auf der gepolsterten Fensterbank setzte. Ich lächelte ihm freundlich zu und er nickte mir zu. „Anna, spielst du eine Partie Schach mit mir?", fragte Emily vom Tisch her, an dem sie mit Lauren und Kevin saß. Ich nickte, aber bevor ich aufstehen konnte, hatte Emily sich schon zu mir gesetzt und baute das Schachbrett zwischen uns auf.
Am nächsten Morgen war Samstag. „Anna, kommst du nicht zum Switchballspiel?", fragte Emily, als ich die Treppen nach oben gehen wollte nach dem Frühstück. Ich seufzte innerlich. Eigentlich habe ich keine Lust. Ich hab schon zweimal das Training sausen lassen. Aber ich kann mich wohl kaum um ein Spiel drücken und mein Team im Stich lassen. „Nein, Emily. Ich wollte mich nur umziehen." Emily nickte erleichtert. Das Spiel war anstrengend und mein Team hatte alle Mühe Laurens Team zu bezwingen. Aber am Ende waren wir siegreich. „Das war entsetzlich anstrengend!", stöhnte Pavarti und ich konnte nur erschöpf nicken. Lauren kam auf uns zu und rief: „Hey, Anna! Das war ein fantastisches Spiel! Glückwunsch, aber nächstes Mal siegt mein Team." Ich lachte und meinte: „Na dann viel Glück!" Pavarti und ich setzten uns auf eine Bank am Rande des Spielfeldes. Emily wärmte sich gerade auf, denn ihr Team würde als nächstes spielen. „Viel Glück!", rief ich ihr zu. Sie winkte mir zu. Ich raffte mich auf und ging zum Ravenclawturm um mich zu duschen und umzuziehen.
Als ich in frischer Kleidung auf dem Weg zurück zum Spielfeld war, kam mir eine Idee. Alle sind beschäftigt, vielleicht sollte ich den Raum der Wünsche jetzt suchen. Keiner wird mich vermissen! Ich lief in den 7. Stock. Okay gegenüber von irgendeinem Wandteppich oder war es ein Portrait? Ich lief die Gänge des 7. Stockes herum. Hier ist der Eingang zu Ravenclaw. Ich lief den Korridor an Prof. Flitwicks Büro vorbei. Überall waren Türen zu leeren Räumen und zwischendurch hingen Portraits, Teppiche, zwischendurch auch eine Rüstung. Aber nirgendwo war gegenüber genug Platz damit eine Tür auftauchen konnte. Urhg! Es ist wahrscheinlich nicht hilfreich, dass ich die Bilder vom Film im Kopf habe. Die waren zwar ganz gut, aber nicht komplett korrekt. Ein Film kann wohl nie mit der Realität mithalten!
Ich lief weiter die Gänge entlang. Am Astronomieturm vorbei, dann kam ich zum Nordturm. Hier geht es zu Trelawny! Nach einigen Kurven und Gängen kam ich zum Westturm und dem Durchgang zur Eulerei. Hier irgendwo muss es doch sein. Verflixt nochmal! Ich ging genervt einen langen Gang entlang. Auf einer Seite hing ein riesiger Wandteppich mit einem sehr merkwürdigen gekleideten Zauberer darauf. Ob das Barnabie oder wie auch immer ist? Versuch macht klug! Ich drehte mich um und ging drei Mal vor der gegenüberliegenden Wand auf und ab. Ich wünsche mir ein Schwimmbad für mich allein. Ich wünsche mir ein Schwimmbad für mich allein. Ich wünsche mir ein Schwimmbad für mich allein.
Eine Tür entstand in der Wand. Ich blieb kurz fassungslos stehen. Es hat funktioniert? Ich hab ihn gefunden?! Wahnsinn! Schnell sah ich nach links und rechts und ging dann durch die Tür und schloss sie schnell. Als ich mich umdrehte stand ich vor einem großen 50m langen Schwimmbecken das von Palmen, die in Blumentöpfen standen umsäumt wurden. Eine kleine Oase. Wahnsinn, mitten im nassen Schottland! Außerdem hatte das Becken einen Sprungturm, ein 1m-Brett und eine große Wasserrutsche. Ich kniete mich hin und fasste ins Wasser. Nicht zu kalt und nicht zu warm. Unglaublich! Ich bräuchte nur jetzt meinen Badeanzug. Ich sah ein Leuchten links neben mir. Auf einem der Liegestühle, die am Rand des Schwimmbecken standen, lag mein Badeanzug und ein großes weiches blaues Badetuch. Mhm, so wie die Duschhandtücher im Turm. Hat der Raum meinen Wunsch erfüllt? Ich zuckte mit den Schultern und zog mich um in einer Umkleide um. Dann duschte ich mich schnell an einer Dusche, die aus der Wand herausragte und glitt ins Wasser. Es war wunderbar. Schnell und routiniert schwamm ich meine Runden im Becken und schaffte endlich, dass was ich die ganze Zeit vergeblich versucht hatte, meine Gedanken abzuschalten.
Ich weiß nicht, wie viel Zeit vergangen war, aber irgendwann setzte ich mich erschöpft an den Beckenrand. Ich glaube, dass hier wird mein absoluter Lieblingsort! Ich ging mich duschen, zog meine Alltagskleidung wieder an und verließ den Raum der Wünsche. Ich sah zu, wie die Tür wieder im Nichts verschwand. Okay, jetzt noch ein Versuch! Ich ging wieder an der Wand entlang. Ich brauche den Raum, den Tom Riddle damals fand. Ich brauche den Raum, den Tom Riddle damals fand. Ich brauche den Raum, den Tom Riddle damals fand. Wieder erschien eine Tür. Ich zog sie schnell auf und trat vorsichtig hinein. Was ich dort sah, übertraf alles, was ich bis jetzt in der magischen Welt gesehen hatte. Eine Halle so groß, dass man ihre Ausmaße nicht einmal schätzen konnte. Türme von Büchern, Stühlen, Kommoden, Tischen und anderen Möbelstücken ragten meterhoch in die Luft. Das die so stehen können, ist reine Magie. Nach physikalischen Gesetzen hätten, die längst umfallen müssen. Sehr vorsichtig schlängelte ich mich durch die schmalen Nischen zwischen den Sachen, immer die Eingangstür im Auge behalten. Ich brauche einen griechischen Wollfaden hier!
Ich sah mich um. Überall auf den Tischen und anderen Ablageflächen lagen Bücher, Zeitschriften, Hefte, Pergamentrollen, Federn und anderer Krimskrams. Kein Wunder, dass Tom dachte, dass hier wäre ein gutes Versteck. Hier findet man ja nichts wieder?! Das ist wie die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen! Ich hatte mich noch etwas weiter in den Raum vorgewagt. Ein Buch lag auf einem dreibeinigen Schemel und ich schlug es vorsichtig auf. „Magische Rituale und andere Zirkel, 1356", las ich bevor die Seite zu Staub zerfiel. Upps! Wie lange ist das hier schon das nicht wissende Fundlager von Hogwarts? Ich sah in einer Schublade in einer alten Eichenkommode einen kleinen Lederbeutel. Interessiert nahm ich ihn und schüttelte ihn leicht. Es klimperte darin. Neugierig machte ich ihn auf und sah etwas Goldenes darin glitzern. Galleonen? Ich schüttete den Inhalt auf den Boden und tatsächlich es waren 10 goldene Münzen. Wahrscheinlich hat irgendein Schüler, das irgendwann mal verloren und die Elfen haben es hierhergebracht, da auf dem Beutel keinen Initialen stehen. Also war es kein Ravenclaw! Professor Flitwick hat uns geraten auch auf alle Taschen unsere Initiale eingravieren zu lassen. Ist das Fundunterschlagung, wenn ich es behalte? Eigentlich nicht. Ich nahm das Gold und steckte es in meine Hosentasche. Seufzend sah ich mich um. Besser ich gehe und lass mich mal wieder bei meinen Freunden blicken, bevor die noch eine Suchaktion starten. Ich fand den Weg zurück zur Tür und blickte mich nochmal um. Auf jeden Fall das nächste Mal einen Wollfaden, dann kann ich mehr erkunden.
Am Abend schrieb ich wieder mit Tom, so wie inzwischen an jedem Abend. Die einzige Zeit, die ich für mich hatte, zumindest zum Teil, denn Tiger, Emily und Lauren drängten mich immer wieder in Gesellschaft. Langsam nervte es mich. Tom lehrte mich so viele Dinge über die Zauberwelt, vor allem ihre Politik und Machtspiele. Inzwischen spielten wir ein Spiel, das er nannte: was würdest du tun? Er beschrieb ein Szenario und ich sollte ihm erklären, was ich entscheiden oder tun würde. Danach erklärte mir warum manche meiner Ansätze nicht gut waren oder was ich noch in Betracht ziehen sollte. Es war sehr lehrreich und ich freute mich immer auf die Stunde mit ihm.
All Hallows´Eve war gekommen. Aber diesmal wird es keine böse Überraschung geben. Neville, Tracey und ich wollten da es Samstag war, den ganzen Tag im verborgenen Tal verbringen. Wir hatten leider keine Möglichkeiten gefunden den Abend oder gar die Nacht dort zu verbringen. Gerade stolperte Neville über eine Wurzel, als wir auf dem Weg dorthin waren. „Vorsicht", Tracey fing ihn auf und stütze ihn ab. „Hast du dich verletzt?", fragte ich. „Nein. Zum Glück nicht!", meinte Neville. „Glaubt ihr, dass es ähnlich wird, wie das Beltane-Fest?", fragte Tracey ein wenig außer Atem. Neville zuckte mit den Schultern und meinte: „Keine Ahnung, leider können wir nicht den ganzen Abend dort verbringen." „Ehrlich gesagt, ich nicht. Es ist schon schwierig genug ständig Ausreden für den Nachmittag zu finden", antwortete Tracey.
Ich sah sie erstaunt und fragte: „Wieso?" Neville sah verwirrt aus und meinte: „Ich sag einfach, ich war bei euch und keiner fragt mehr weiter." Ich nickte bestätigend und fügte hinzu: „Ja, bei mir genauso. Emily und Stephen sagen schon lange nichts mehr, seit dem Sommer haben sie wohl verstanden, dass wir beste Freunde sind." Neville lächelte, aber Tracey seufzte tief. „Bei mir ist das leider nicht so." „Was meinst du? Crabbe und Goyle haben seit einer Ewigkeit keinen Gemeinheiten mehr versucht", sagte ich. „Sie nicht, nein. Seit ich enger mit Daphne befreundet bin lassen sie mich in Ruhe. Naja, manchmal macht Malfoy noch eine Spitze gegen mich, aber recht selten. Das du diese Weltmeisterschaft gewonnen hast, imponiert wirklich viele. Respekt ist etwas das Slytherin akzeptiert."
Ich schüttelte ungläubig den Kopf. Das kann nicht wahr sein. Letztes Jahr war ich noch ein Schlammblut und jetzt habe ich mir Respekt verdient. „Und wem musst du dann Rechenschaft abgeben?", fragte Neville. „Professor Snape." „Dem?" „Warum?", fragten Neville und ich gleichzeitig. Tracey erzählte: „Professor Snape hat mir einen Vortrag gehalten über Loyalität gegenüber dem eigenen Haus." Ich musste mir ein Lachen verkneifen. Eigentlich sollte Snape eine solche Freundschaft unterstützen, wurde er doch von seinen Lehrern damals total im Stich gelassen. Vielleicht wäre die Freundschaft mit Lily sonst anders verlaufen. Er sollte Tracey helfen, nicht blockieren. „Das tut mir leid, Tracey. Wenn wir dir irgendwie helfen können, sag es. Ja?" Tracey nickte und lächelte.
Wir waren am magischen Durchgang angekommen. Ich legte meine Hand auf die Wand und sie öffnete sich. Wir liefen durch den Tunnel und kamen an der Plattform an. Neville blieb kurz stehen und sagte: „Der Ausblick von hier ist doch jedes Mal atemberaubend." Ich blieb ebenfalls stehen und hielt kurz inne. Er hat Recht! Die Sonne strahlte über die Bergkuppen direkt ins Tal und auf den großen glitzernden See. Der Wind wehte sanft und leicht über die Wiesen und durch den großen Wald. Tracey und Neville stiegen bereits den Pfad hinab und ich folgte ihnen schnell.
Am Versammlungsplatz waren schon viele Wesen versammelt. Ich sah Tiger, der mit den magischen Otterkinder spielte. Merelia stand mit Kalita am großen Gong. Wir gingen dort hin und verneigten uns höflich vor Kalita. Diese lächelte freundlich. „Guten Tag, Kinder. Ich freue mich euch hier an All Hallows Eve begrüßen zu können." Wir bedankten uns und Neville ergriff das Wort: „Leider können wir nur bis zum Abend bleiben. Unseren Lehrern würde es auffallen, wenn wir nicht zum Festessen erscheinen würden." Kalita, Merelia und Grom, der dazu getreten war, nickten verständig. Merelia erwiderte: „Natürlich! Genießt die Atmosphäre und entspannt euch!" Wir nickten, ich und Tracey knicksten, Neville verbeugte sich und dann entfernten wir uns.
Kalita hatte mich die ganze Zeit fest im Auge behalten und jetzt sprach sie leise mit Merelia. Was haben die denn? Nimbia, ein Wassergeistmädchen kam zu uns und rief erfreut: „Hallo ihr drei! Schön euch wieder zu sehen! Anna wollen wir spielen?" Ich nickte und ging mit ihr. Die anderen Wassergeister tollten bereits im Wasser herum. Ich setzte mich an den Rand des Sees und begann mit meinen Kräften zu spielen. Ich erschuf kleine Wasserfontänen und -spiralen, durch die Nimbia und ihre Freunde fröhlich sprangen und tauchten. Normalerweise fand ich das sehr lustig, aber heute nervte es mich.
„Was ist denn los, Anna?", fragte Nimbia und schwamm an den Rand, wo ich saß. Ich zuckte mit meinen Schultern und meinte: „Nichts, Nimbia." Nimbia sah mich unschlüssig an und erklärte dann: „Du bist in letzter Zeit so distanziert." Ich zuckte nur mit den Schultern und sagte: „Na und? Die Schule ist im Moment stressig und ich habe nur wenig Freizeit oder Zeit für mich." Nimbia nickte verständig und antwortete: „Ja, das macht Sinn. Entschuldige." Ich nickte und meinte: „Kein Problem!" Ich ließ die Wasserspiralen springen. Nimbia lachte, tauchte und sprang durch die Wasserhindernisse, die ich erzeugte, hindurch.
Kalita war nähergetreten und sagte mit fürsorglicher Stimme: „Deine Manipulation der Wasserkraft wird immer beeindruckender! Du machst wirklich Fortschritte." Als ich nicht mehr reagierte, als sie wortlos anzusehen, fragte sie besorgte: „Ist alles in Ordnung bei dir, Anna?" Ich seufzte irritiert, rollte meine Augen und meinte: „Ja natürlich, eure Majestät." Kalita sah mich kritisch an. Ich wendete mich von ihr ab und konzentrierte mich wieder auf das Wasser. Die Fontänen wurden kurzzeitig meterhoch. Ein erstauntes Murmeln ging durch die Menge, die in der Nähe herumstanden und -saßen. Kalita zog erschrocken die Luft ein. „Anna!", rief sie aus. „Benutze niemals Wut oder Hass um diese Fähigkeit zu kontrollieren. Magie reagiert das sehr unvorhersehbar! Du könntest jemanden verletzten." Ich zog meine Kontrolle über das Wasser zurück und stand auf.
Kalita stieß erleichtert Luft aus und wand sich wieder an mich. „Anna, lass uns reden. Merelia kam früher zu mir und erzählte mir, dass du dich veränderst und ich sehe es jetzt auch. Ich möchte mit dir darüber sprechen!" Sie sah mich ernst an und ich erwiderte kalt ihren Blick. :Und wenn ich nicht will!: „Und wenn ich nicht will!" „Anna, ich möchte dir helfen. Du bist mächtig. Deine Kontrolle über das Wasser nach nur wenigen Monaten, zeigt mir das! Du musst mehr denn je lernen deine Gefühle und damit die Magie zu kontrollieren. Sonst gerät es außer Kontrolle!" :Noch mehr Lektionen, noch mehr Leute, die über mich bestimmen wollen. Da hätte ich auch gleich bei meinem Onkel bleiben können!: Genervt rief ich aus: „Noch mehr Lektionen, noch mehr Leute, die über mich bestimmen wollen. Da hätte ich auch gleich bei meinem Onkel bleiben können!" Kalita machte große Augen und rief laut: „Anna!"
Ich stutzte und blinkte ein paar Mal mit den Augen. Was ist passiert? Hatte ich ein Black-out? Wieso stehe ich? Gerade habe ich doch noch gesessen. Warum sieht Kalita so streng aus? „Anna, etwas ist mit dir! Du bist nicht mehr du! Ich kann dir helfen!" :Ich will deine Hilfe nicht! Lasst mich doch einfach in Ruhe!: „Ich möchte deine Hilfe nicht. Bitte lass mich einfach in Ruhe!" „Nein!", sagte Kalita streng und griff nach meiner Hand. Ich trat zurück. :Lasst mich einfach für ne Weile in Ruhe. Das wird mir einfach zu viel!: „Lass mich in für eine Weile in Ruhe. Ich brauche eine Pause. Es wird mir zu viel. Schule, Switchball, meine Freunde, Musikstunden, Lernen und das hier. Es ist zu viel! Ich habe das Gefühl mein Kopf platzt!" Kalita nickte und sagte: „Ja, nimm dir Zeit und komm wieder zu dir! Wisse aber, dass ich immer hier sein werde um dir zu helfen!" Merelia trat auch heran und bestätigte: „Wie auch ich, Anna! Du bist nicht allein!" Ich nickte, knickste, sah noch einmal zu Neville und Tracey, die geschockt dastanden und lief dann zurück nach Hogwarts.
Halloween kommt... Freut euch darauf. Read&Review
