Hallo ihr Lieben! Ein neues Kapitel... an dem ich lange herumgeschrieben habe. Ich war einfach nie wirklich zufrieden ;) Viel Spaß beim Lesen!

Weihnachtsferien

Ich wachte auf und setzte mich langsam auf. Wo bin ich? Ich sah mich um und erkannte den Krankenflügel, dann kam die Erinnerung vom vergangenen Tag wieder hoch und ich lies mich zurück ins Kissen fallen. Lockhart, der Angriff, meine Gedächtnislücken… Tom hat also Gewalt über mich, aber wieso bin ich nicht wie Ginny an fremden Orten aufgewacht? Madam Pomfrey kam aus ihrem Raum und lächelte mich an. „Guten Morgen, Miss Hansen!" „Guten Morgen, Madam!" Madam Pomfrey zückte ihren Zauberstab und lies ihn über mich schwenken. „Alles in Ordnung. Sie können aufstehen und zum Frühstücken in die große Halle hinunter gehen." „Wirklich?", fragte ich verwundert. Madam Pomfrey sah mich prüfend an und nickte. „Ja, ihre Erschöpfung ist durch den Schlaf revidiert. Sollten Sie Schlafprobleme haben, kommen Sie wieder, Miss Hansen." Ich nickte und Madam Pomfrey ging. Ich schlug die Decken zurück und zog mich schnell an.

Als ich unten in der Halle ankam, saßen Harry, Ginny und Ron schon am Gryffindortisch und frühstückten. Da keine Ravenclaws dageblieben waren, setzte ich mich zu ihnen. „Hallo ihr drei, wo ist denn Hermine?" Harry und Ron sahen einander fragend an. Harry murmelte: „Sie ist im Krankenflügel." „Echt? Komisch, ich habe sie gar nicht gesehen!", meinte ich nachdenklich. „Was hast du denn im Krankenflügel gemacht?", fragte Ron mit vollem Mund. Ich wollte gerade antworten, als die Zwillinge ankamen. „Hey, habt ihr das verrückteste Gerücht gehört?!", fragte einer von ihnen und sah uns erwartungsvoll an. „Was denn Fred?", fragte ich gleichgültig. Fred sah mich ungläubig an und sah zu seinem Zwillingsbruder. „Wie machst du das immer?" „Was denn George?", fragte ich amüsiert. „Da" „schon wieder!" „Du schaffst" „es immer" „uns auseinander zu halten!" Ich zuckte mit den Schultern.

Die Zwillinge sahen mich kurz an, aber Ron unterbrach es: „Hey, was isn nun passiert?" „Lockhart ist im Krankenflügel mit verschmolzenen Kiefern!", riefen die Zwillinge triumphierend und hatten durch ihren lauten Ausruf die Aufmerksamkeit aller in der großen Halle auf sich gezogen. „Was?" „Wie?", fragten Harry und Ron gleichzeitig. „Keine" „Ahnung!" „Aber so schnell" „scheint Madam Pomfrey" „keinen Gegenzauber zu finden!" „Wir werden" „also für eine" „Weile" „ohne den großen" „den herausragenden" „den Aufgeblasensten" „den Schmeichelten" „den …. Mir fällt nix mehr ein" „also Bruder mein… ich bin enttäuscht!" Sie wanden sich wieder uns zu und meinten: „Lockhart fällt aus!" „Der Fluch von VgddK hat dieses Jahr schnell zugeschlagen!" Ich blieb still und sah fragend zum Lehrertisch, aber Dumbledore war noch nicht da und Snape sah mich zu scharf an, sodass ich den Blick schnell wieder senkte. „Was mag da passiert sein?", rätselte Ron. Harry sah mich an und fragte: „Hey Anna, du sagtest du warst im Krankenflügel. Hast du ihn gesehen?" Ich nickte. „Weißt du was passiert ist?", fragten nun die Zwillinge aufgeregt. Und nun? Lockhart wird nicht verschweigen, dass ich ihn verhext habe, wenn er erst mal wegen seiner Verbrechen beschuldigt und befragt wird.

Ein Räuspern war zu hören und alle sahen zum Lehrertisch hinauf. Prof. Dumbledore stand dort. „Meine lieben Schüler, so wie ich die Gerüchteküche hier in Hogwarts kenne, ist bestimmt schon bekannt, dass Gilderoy Lockhart mit verschmolzenen Kiefern im Krankenflügel ist." Ein leises Gemurmel war zu hören, aber durch eine erhobene Hand von Dumbledore wurde es wieder still. „Gilderoy Lockhart hat eine Schülerin, Miss Anna Hansen, gestern Mittag bedrängt und bedroht. Daraufhin hat Miss Hansen sich verteidigt. Ich bin mir sicher, dass Madam Pomfrey den Zauber bald aufheben kann und dann wird sich Gilderoy Lockhart den Auroren gegenüber verantworten müssen. Ich danke euch und bitte genießt weiterhin euer Frühstück."

Harry, Ron, Fred, George, Ginny und auch Percy sahen mich ungläubig an. Ich zuckte mit den Schultern. „Was ist passiert?", fragten sie alle. Ich seufzte leicht und meinte: „Er hat mich wie immer bedrängt, wollte mich nicht, trotz mehrfacher Aufforderung, in Ruhe lassen. Er hat mich bedroht, seinen Zauberstab gezogen, aber ich war eben schneller. Ehrlich, wen wunderts? Der Typ ist eine komplette Null!" Harry und Ron lachten laut los und die Zwillinge grinsten mich an, nur Percy schüttelte entrüstet den Kopf. „Du hast einen Lehrer angegriffen?" Aber die Zwillinge kamen zu meiner Verteidigung: „Hey, perfekter Präfekt! Hast du Dumbledore nicht gehört?! Er hat sie bedroht! Sie hat sich verteidigt! Aber ehrlich, Kleine! Welchen Zauber hast du verwendet?" Ich zuckte mit den Schultern. „Von einem Freund. Ich wusste nur in etwa was er macht, aber ich finde das Resultat echt super! Dieser selbstverliebte Trottel wird niemanden mehr belästigen!" Ich zwinkerte Harry zu, der breit grinste.

Am Abend dieses Tages stand ich vor Snape in seinem nicht gerade behaglichen Büro. Dieser nahm seinen Zauberstab hervor und wendete sich an mich. „Nun Miss Hansen, Madam Pomfrey hat einen vollständigen Scan durchgeführt, korrekt?" Ich nickte und Snape fuhr fort: „Und sie hat keine Defizite festgestellt. Bis auf Ihre Gedächtnislücken ist alles mit Ihnen in Ordnung! Nun geht es darum, den Grund für diese Gedächtnislücken herauszufinden. Ich werde zunächst einmal, wie der Schulleiter zuvor, in Ihr Gedächtnis eintauchen und mir diese Sperre selbst ansehen." „Wissen Sie mehr über Leglimentik, als Professor Dumbledore, Sir?" Snape sah mich scharf an. „Nein, allerdings ist mein Wissen in der Okklumentik dem von Professor Dumbledore weit überlegen und Ihr Problem, Miss Hansen, ist das der Okklumentik!" Ich nickte und sah ihn fragend an.

„Was?", fragte er genervt. Ich fragte nervös: „Soll ich mich schon wehren, also versuchen Sie aus meinen Gedanken zu entfernen oder nicht?" Snape zog perfekt eine Augenbraue hoch und meinte dann sarkastisch: „Miss Hansen, wenn Sie in einigen Wochen in der Lage sind, mich auszuschließen, wäre das eine Leistung. Was immer der Schulleiter sich auch hieraus verspricht. Sie, Miss Hansen, sind viel zu jung, um Okklumentik zu erlernen!" „Was soll das Ganze denn dann?", fragte ich. Snape sah mich scharf an und ich wich zurück. „Der Sinn liegt darin, die Angriffe zu stoppen und den Attentäter zu fassen, Miss Hansen!", zischte er scharf. Ich nickte beklommen.

Snape deutete auf einen Stuhl und befahl: „Setzen Sie sich!" Ich tat es und er stellte sich mir gegenüber auf. „Augen zu mir!" Ich hob den Kopf und er sprach: „Leglimens!" Sofort spürte ich eine Präsenz in meinem Kopf, aber anders als bei Dumbledore war diese fordernder, schneller, schärfer und kühler. Ich fühlte viel mehr Unbehagen als beim Schulleiter. Snape ging durch meine Gedanken und fand die Gesuchte von Lockhart. Erneut musste ich alles erleben und wie zuvor spürte ich diese Kälte. Snape begann schnell durch meine Gedanken zu gehen, so schnell, dass ich sie nicht einmal mitbekam und er wohl auch nicht. Er schien nach etwas zu suchen und fand es… die Kälte und alle Erlebnisse mit ihr. Erinnerungs-Ich war in der Bibliothek und lernte alleine… Kälte…. Erinnerungs-Ich lag im Bett und schlief... Kälte… Erinnerungs-ich lag wieder im Bett und schlief… Kälte….

Ich fand mich wieder in seinem Büro. Mein Kopf schmerzte furchtbar. Snape sah mich an und gab mir wortlos eine Phiole. „Es scheint zu passieren, wann immer Sie alleine sind." Es war keine Frage, also sah ich ihn nur wortlos an. Snape sprach weiter: „Ich werde einen Monitor-Zauber auf Ihr Bett legen, der mich alarmiert, sobald Sie es verlassen und wer immer Sie kontrolliert, wird diesen Zauber nicht lösen können. Außerdem werden Sie von nun an, bis wir den Attentäter haben, keinen Schritt mehr alleine gehen, Miss Hansen." Ich sah ihn schockiert an. „Keine Widerrede! Da im Moment Weihnachtsferien sind und kaum Schüler hiergeblieben sind, werde ich einen der Hauselfen bitten, ein Auge auf Sie zu haben. Im Moment ist weniger für sie zu tun. Sobald die anderen zurück sind, bleiben Sie in der Gemeinschaft ihres Hauses. Ich werde Prof. Flitwick darüber in Kenntnis setzen. Er soll selbst entscheiden, wie er dies bewerkstelligt."

WAS? Dauerkontrolle! Verdammt nochmal ich bin 17…ne schon 18 Jahre alt! Ich hasse es wie ein kleines Kind behandelt zu werden! Nein! Das kann er doch nicht machen! Sie werden meine Geheimnisse herausfinden! Ich wollte etwas sagen, aber Prof. Snape gab mir nicht die Möglichkeit. „Keine Widerworte! Sie können von Glück sprechen, dass Sie überhaupt noch in Hogwarts sind, junge Dame!" Ich schluckte und schwieg. Snape nickte und fuhr fort: „Nun, zu Ihrem Training. Wir müssen Ihren Geist disziplinieren. Das ist die Grundvoraussetzung für Okklumentik!" Er stellte eine Kerze vor mich und sagte: „Konzentrieren Sie sich auf diese Kerze. Betrachten Sie sie so genau, dass Sie sie selbst mit geschlossenen Augen fest vor sich sehen können." Ich sah kurz zu ihm, dann auf die Kerze. Nach einer Weile sagte Snape: „Ich werde nun in Ihre Gedanken eindringen, halten Sie das Bild der Kerze fest!" Ich nickte. „Leglimens!"

Kerze! Kerze! Andere Bilder erschienen. Neville, Tracey, Tiger… Kerze! Harry und Ron im Zug. Stephen und ich beim Schach spielen. Emily und Matthew im Stall. Kerze! Ich muss mich auf die Kerze konzentrieren. Flitwick, die große Zeremonie im ersten Jahr, Malfoy, Goyle und Crabbe…..

Ich saß schwer atmend vor Snape auf dem Stuhl. Ohne etwas zu sagen, schob er die Kerze wieder in mein Blickfeld. „Konzentrieren Sie sich darauf!" Die Übungen wiederholten sich ewig lang. Irgendwann hatte ich das Gefühl mein Kopf würde gleich aufplatzen und rief: „Ich kann nicht mehr, Sir. Bitte!" Ich hielt mir den Kopf und Snape gab mir mürrisch einen Trank, dann wies er zur Tür und sagte: „Morgen. 18 Uhr! Pünktlich!" Ich nickte und ging.

Ich ging zum Krankenflügel. Madam Pomfrey wollte mich auf Bitten von Dumbledore nochmals durchchecken. Ich trat in den großen Raum. Naja, Halle passt fast besser! „Madam Pomfrey?", fragte ich laut. „Einen Moment, Schätzchen. Setz dich auf eines der Betten!" Ich setze mich auf ein leeres Bett. Da hörte ich ein Rascheln und sah mich um. Im hinteren Raum waren die Betten mit Vorhängen verhüllt, sodass die versteinerten Personen vor neugierigen Blicken geschützt waren. Aber ein Bett weiter vorne war auch verhangen. Neugierig stand ich auf und schob den Vorhang zur Seite. Eine mädchengroße Katze sah mich an. Erschrocken sprang ich ein paar Schritte zurück. Die Katze sah mich überrascht an und rief dann schnell: „Anna, warte ich bin es!" „Hermine?" Das Katzenmädchen nickte. Wow! Im Buch wird das nicht so krass beschrieben. Das ist ja gruselig.

Ich flüsterte leise: „Der Vielsafttrank?" Hermine nickte ergeben. Ich schüttelte den Kopf. „Aber wieso bist du eine Katze? Ich habe Ron und Harry heute Morgen gesehen und ihnen ging es gut? Hast nur du den Trank verwendet?" Hermine schüttelte nun selbst den Kopf. Ich sah sie beeindruckt an und flüsterte wieder: „Du hast es geschafft und ein Trank auf UTZ-Niveau gebraut. Wahnsinn Hermine!" Das ist wirklich unglaublich. Im Buch hörte sich das nur nach etwas Schwerem an, aber jetzt bin ich selber in dieser Welt und weiß, wie gefährlich und herausfordernd Zaubertränke Brauen wirklich ist. Dass sie das geschafft hat?! Wahnsinn! Hermine lächelte leicht und meinte in einer hohen samtigen Stimme: „Ja, es hat funktioniert, aber mein Haar war das einer Katze. Leider!" Sie blickte traurig auf ihre Hände. Ich hätte das verhindern sollen. Nicht das Brauen, aber ich hätte Hermine warnen sollen. Wieso habe ich das nicht getan? Ich seufzte leicht Tom! und schüttelte bedauernd meinen Kopf. „Tut mir leid, Hermine, aber ich bin davon überzeugt, dass Madam Pomfrey dich wieder hinbekommt." Hermine zuckte mit den Schultern. „Ja, aber es wird Wochen dauern. Ich werde so viel verpassen!" Ich musste ein Lachen unterdrücken. Typisch Hermine!

„Ach, keine Panik! Harry und Ron werden dich bestimmt versorgen und wenn du möchtest, komme ich auch vorbei und du kannst mir alle Fragen stellen, die du möchtest. Harry und Ron werden dahingehend wohl nicht so hilfreich sein. Sie sind gute Freunde, aber die Schule interessiert sie nur zweitrangig." „Stimmt leider! Danke Anna!" Sie sah mich nun selbst kritisch an und fragte: „Alles in Ordnung bei dir selbst? Du warst gestern Mittag hier und hast dann bis heute Morgen geschlafen! Und ich habe gehört, wie sich Prof. Dumbledore mit Madam Pomfrey unterhalten hat. Du hast Prof. Lockhart angegriffen?!" „Den Professor kannst du dir sparen Hermine." Sie wollte was sagen, aber ich unterbrach sie hastig. „Hermine, Lockhart hat mich bedroht, nachdem ich blöderweise ein Geheimnis von ihm offengelegt habe."

Hermine sah mich neugierig an und fragte: „Was für ein Geheimnis?" „Er hat illegale Zauber verwendet." Hermine zog überrascht die Luft ein. „Wirklich, aber in seinen Büchern..." „Hermine, ich weiß, dass Lockhart in vielen Dingen gelogen hat und ich habe seine Methode, Bestien zu besiegen, recherchiert. In vielen seiner Abenteuer können die Dinge nicht so abgelaufen sein, wie er sie beschreibt, aber das ist nebensächlich und vielleicht künstlerische Freiheit. Viel wichtiger ist: Er hat sein Lächeln verzaubert!" „Sein Lächeln?" Ich nickte ernst. „Ja, sein Lächeln war so verzaubert, dass alle weiblichen Wesen dieses Planeten ihn unwiderstehlich finden. Denk doch daran, wie alle anderen Mädchen immer bei ihm reagieren, aber die Jungs sind einfach nur genervt." Hermine dachte kurze Zeit nach und meinte: „Naja, schon, aber nicht alle Jungs waren genervt." Ich zuckte mit den Schultern und meinte: „Ich weiß nicht genau, wie der Zauber funktioniert, aber ich weiß, dass er verboten ist und das schon seit Jahrhunderten!"

„Du hast ihn damit konfrontiert?" Ich nickte. „Das war nicht gerade klug", tadelte sie mich. Ich grinste schief und meinte leichthin: „Nein, eher mutig oder dumm. Ich bin mir da selbst nicht so sicher." „Welchen Zauber hast du verwendet? Madam Pomfrey hat große Schwierigkeiten den Zauber aufzuheben." Ich zuckte mit den Achseln. Ich habe ihn von einem… Freund, mit dem ich schreibe. Die lateinischen Worte bedeuten soviel wie abschließen für immer, stets verschmolzen sein. Ich wollte das er den Mund hält! Ich konnte sein Gefasel und Getue nicht mehr aushalten!" Madam Pomfrey kam aus ihrem Hinterzimmer und rief: „Miss Hansen?" Ich stand von Hermines Bett auf und kam hinter dem Vorhang hervor. „Ich bin hier Madam." „Ah, komm Kleines! Ich checke dich schnell durch und dann kannst du gehen oder Miss Granger noch etwas Gesellschaft leisten!" Ich nickte und setzte mich auf ein Bett. Madam Pomfrey überprüfte alles nochmals und lächelte dann. „Alles in Ordnung. Ihre Kopfschmerzen werden nachlassen, aber ich möchte Ihnen nicht noch einen Trank geben." Ich nickte und setzte mich nochmals zu Hermine. Wir mieden das Thema Lockhart und unterhielten uns stattdessen über die Aufsätze, die wir über die Ferien schreiben mussten.

Am nächsten Abend übten Snape und ich wieder bis mir der Kopf so weh tat, dass mir schlecht war. Ich schleppte mich in den Krankenflügel und bekam von Madam Pomfrey einen Schmerztrank. „Besser?", fragte sie mich und ich nickte als die Trommeln schwächer wurden. „Miss Hansen, was für einen Zauber haben Sie auf Lockhart angewendet? Wir können ihn erst den Auroren übergeben, wenn er sprechen kann!" Ich nickte, aber sagte: „Ich weiß Madam, aber ich kenne keinen Gegenzauber. Es waren lateinische Worte, die so viel bedeuten wie stets verschlossen und für immer verschmolzen oder so. Es tut mir leid, mehr kann ich Ihnen nicht sagen."

Madam Pomfrey sah mich ernst an und sagte: „Aus welchem Buch haben Sie ihn denn?" Ich sah zu Boden. Ich kann nicht wie bei Hermine sagen, dass es ein Brieffreund war. Dumbledore wird sofort hellhörig werden. „Ich weiß es nicht mehr. Ich habe so viele Bücher gelesen!" Madam Pomfrey nickte verständlich. „Nun keine Sorgen, es wird so zwar etwas länger dauern, aber ich liebe Herausforderungen!" Ich lächelte sie an und sie lächelte zurück. „Wo ist er überhaupt?" Madam Pomfrey sah mich verständig an und sagte: „In einem isolierten Zimmer. Er wird Ihnen nicht nochmals zu nahekommen!" Sie denken ich bin das Opfer! Ich nickte und ging diesmal ohne Hermine zu besuchen, denn diese spuckte gerade lauter Fellbälle und wollte bestimmt keine Gesellschaft!

Am darauffolgenden Tag stellte Snape vor mich eine Vase mit Blumen. Snape und Blumen? Ich versuchte es, aber die Erinnerungen kamen noch schneller, und es war viel schwieriger, mich wieder auf das Bild der Blumenvase zu konzentrieren, als auf die Kerze. Snape sah mich abfällig an. „Hoffnungslos! Gehen Sie, Miss Hansen!" Ich ging. Na toll, wir haben die Wiederholung von Harrys fünftem Jahr. Ich hab wirklich das Gefühl, Snape hält das alles hier für sinnlos, aber was soll ich nur tun? Im Buch wurde nie beschrieben, wie das alles funktioniert. Aber es geht doch in die Richtung Meditation? Vielleicht sollte ich mal der Bibliothek einen Besuch abstatten!

Am nächsten Abend war ich wieder nicht in der Lage, das Bild der Blumenvase zu halten und Snape sah eine Menge Momente mit mir und meinen Freunden. Fast vorwurfsvoll sah er mich an, als er mich am Ende der Übung fortschickte. Ernsthaft, das ist doch nicht meine Schuld! Wenn es so einfach wäre, würde Okklumentik in Hogwarts gelehrt werden! Außerdem… Ich stockte an der Tür und meine Miene wurde ernst. Ich drehte ich mich um Okay, vielleicht ist das hier jetzt Suizid, aber wenn das so weitergeht wird es nicht funktionieren…. Also los! und meinte: „Sir, vielleicht funktioniert Wasser." Snape sah wütend auf und fragte aufgebracht: „Wollen Sie mir sagen, wie ich Sie unterrichten soll!" „Nein, natürlich nicht, Sir. Allerdings habe ich in einem Buch über Meditationsübungen gelesen, dass es hilfreich ist, wenn man ein Image nimmt, dass einem sehr vertraut ist." Snape schnaubte nur und ich ging schnell. Meine Güte, sprich von einem gottesgleichen Ego! Es war doch nur ein Vorschlag!

Ich ging den Gang alleine entlang und seufzte, als ich das Echo von kleinen Schritten hinter mir hörte. Ich drehte mich um und sah ein kleines Wesen mit großen Ohren und Augen und einem weißen Geschirrtuch als Kittel. „Du musst mir wirklich überall hin folgen, nicht wahr?", fragte ich genervt. Das kleine Wesen wrang seine Hände und meinte mit piepsiger Stimme: „Das sind die Anordnungen von Professor Meister Snape. Milly darf nicht ungehorsam sein. Tut Milly sehr leid Miss." Ich seufzte leicht und sagte: „Ist schon gut. Ich bin ganz froh um die Gesellschaft, aber könntest du dann neben mir laufen und nicht hinter mir herschleichen? Ich fühle mich dabei unwohl!" „Natürlich Miss! Milly kann das sehr gerne tun." Das kleine Wesen schritt schnell neben mich. Ich sagte erleichtert: „Danke, Milly!" Milly sagte leise: „Miss braucht sich nicht bei Milly zu bedanken. Milly dient gerne und Milly ist gute Elfin." „Das werde ich nicht bestreiten. Wie lange dienst du schon?", fragte ich neugierig. Vielleicht muss ich mich nicht wie eine Gefangene fühlen. Vielleicht kann diese Hauselfin eine Art Freundin werden, so wie Dobby…. Oder Dobby ist die Ausnahme!

„Milly dient seit fast elf Jahren Hogwarts, Miss!" „Wow, das ist schon lange. Gefällt es dir?" „Ohja, Miss. Milly mag Hogwarts. Milly wurde hier geboren!" Ich blieb stehen und sah die kleine Hauselfin an. „Du wurdest hier geboren? Leben deine Eltern hier auch?" Die kleine Elfin nickte heftig mit ihrem Kopf, sodass ihre Ohren wackelten. „Ja, Miss. Millys ganze Familie arbeitet hier Miss, seit Jahrhunderten dienen wir Hogwarts, Miss!" Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet! „Seit Jahrhunderten schon. Das ist wirklich lange. Ich habe mal gelesen, dass Hauselfen ihre Magie durch den Bund mit ihrem Meister verstärken. Ist Dumbledore dein Meister?" Die Elfin schüttelte nun den Kopf: „Nein, Miss. Milly ist an Hogwarts gebunden, aber Professoren sind Meister von Hogwarts." „Man kann auch an ein Objekt gebunden sein?", fragte ich erstaunt. „Nicht Objekt, Miss. Ort! Hogwarts-Elfen sind sehr angesehen, weil sie mächtig sind", erklärte Milly stolz. Jup, das macht Sinn. Hogwart Magie ist bestimmt mächtig, weil sie schon so lange besteht, länger als jeder Zauberer oder Hexe hoffen kann zu bestehen. Ich ging mit Milly zusammen zurück in den Turm. Ich muss eine Möglichkeit finden, das Buch hier wegzuschaffen, aber wie?

Interessanterweise stellte mir Snape nach unserem kleinen Disput am nächsten Abend tatsächlich eine Schale mit Wasser vor die Nase. „Wenn Sie glauben, es damit besser zu können, Miss Hansen", sagte er so herablassend, dass ich mir auf die Zunge beißen musste, um nichts Abfälliges zu sagen. Allerdings gab mir der Erfolg später Recht. Zugegeben, ich konnte mich nicht immer auf die Schale mit Wasser konzentrieren, aber Wasser war kein Problem. Snape beendete den Zauber, schnitt eine Grimasse und meinte: „Na endlich zeigen Sie Fortschritte und vergeuden nicht meine ganze Zeit!" Ich biss mir wieder auf die Zunge. Ganz ruhig, Anna! Tief ein und ausatmen. Er will dich nur provozieren! Ich lächelte leicht und sagte freundlich: „Es scheint, das Buch hatte recht!" Snapes Grinsen verschwand und er rief zischend: „Leglimens!" Ich spürte einen stechenden Schmerz in meinem Kopf, aber konzentrierte mich sofort auf das Wasser. Die Kühle, die es mir immer brachte. Die Ruhe, sanft durch ein Becken zu schwimmen. Die Schmerzen, wie sie einfach davon schwammen! Snape schickte mich an diesem Abend fort und meinte, dass ich mich nach Neujahr am 02. Januar wieder um 18 Uhr bei ihm melden sollte. Ich verließ sein Büro mit einem zufriedenen Lächeln.

Im Ravenclawturm setzte ich mich an meinen Schreibtisch und kramte Pergament und Federkiel hervor. Ich seufzte, sah auf das leere Pergament und setzte den Kiel an zum Schreiben:

Lieber Neville,

wie war Weihnachten bei dir? Bei mir war es ziemlich ereignisreich! Ich hatte dir und Tracey gesagt, dass ich Abstand brauchen würde und ich muss zugeben, in den letzten Wochen war ich irgendwie nicht ich selbst. Wie sich herausgestellt hat, war das richtig, zumindest irgendwie. Es ist etwas passiert! Etwas schlimmes! Bitte flipp nicht aus und erzähle es bitte niemanden, aber ich glaube… nein ich weiß, dass ich für die Angriffe verantwortlich bin. Etwas kontrolliert mich und dieses etwas hat auch Lockhart angegriffen, als er mich am Weihnachtsmorgen wieder bedrängte. Sein Kiefer ist verschmolzen und er kann keinen Ton herausbringen. Madam Pomfrey und der Schulleiter haben noch keine Möglichkeit gefunden, diesen Zauber aufzuheben. Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man fast lachen! Snape unterrichtet mich, sodass wir herausfinden können, wie ich kontrolliert werde. Jedenfalls… du sagtest, ein Brief genüge und du würdest kommen… Ich brauche dich! Die Einsamkeit hilft nicht! Bitte komm und hilf mir!

Liebe Grüße Anna

Ich las mir den Brief abermals durch und legte ihn beiseite. Dann nahm ich ein weiteres Pergament hervor und schrieb:

Hallo Tracey,

wie sind deine Ferien? Geht es dir und deiner Schwester gut? Meine sind sehr ereignisreich. Lockhart wird uns im nächsten Semester nicht mehr unterrichten. Das sind die positiven Neuigkeiten! Aber freu dich nicht zu früh, es gibt leider auch schlechte. Was ich dir nun schreibe, behalte bitte für dich! Das ist ein Geheimnis der Uniques! Ich werde kontrolliert. Dieses Gefühl von mir, dass ich irgendwie nicht ich selbst bin, hat sich bestätigt. Ich brauche deine Hilfe! Ich bitte dich ungern darum, denn ich weiß wie sehr du die Zeit mit deiner Schwester genießt, aber könntest du früher nach Hogwarts zurückkehren? Bitte!

Liebe Grüße auch an deine Schwester, Anna

Ich legte auch diesen Brief zur Seite und zauberte aus zwei weiteren Bögen Umschläge. Zufrieden steckte ich die trockenen Briefe in die Umschläge und adressierte sie. Morgen ist Silvester. Sie werden die Briefe wohl nicht vor Neujahr bekommen, aber wenn sie herkommen können, dann haben wir noch eine ganze Woche zusammen, bevor die Schule wieder losgeht. Am nächsten Morgen ging ich wieder mit Milly zusammen zum Eulenturm. Eine mir sehr bekannte Eule kam zu mir geflogen. „Hallo Mystery! Bringst du ein paar Briefe von mir zu meinen Freunden?" „Gerne, Kleines!", schuhute Mystery und streckte ein Bein hin, an dem ich Traceys Brief befestigte. Dann nahm sie Nevilles Brief in den Schnabel und flog davon.

Bevor ich gehen konnte, kam mir jemand im Eingang entgegen. „Harry", rief ich überrascht. „Hallo Anna!", begrüßte er mich. Plop! Ich drehte mich überrascht um und sah, dass Milly fort war. Was soll das denn? Wo ist sie hin? Ich dachte sie soll mich im Auge behalten?! Harry blickte an mir vorbei und fragte: „Was war das denn?" „Milly", antwortete ich ihm. „Wer ist Milly?", fragte Harry und ging an mir vorbei in den Turm. Hedwig flog zu ihm herab und er streichelte ihr Gefieder. Ich ging zu ihm und sagte: „Sie ist eine Hauselfin hier in Hogwarts." „Ein Hauself?", fragte Harry entsetzt. „Ja, was hast du denn Harry?" „Ein Hauself hat versucht, mich umzubringen!" Dobby! „Das tun Hauselfen nicht! Sie dienen uns." Harry sah mich zweifelnd an. „Wirklich, Harry! Milly dient hier in Hogwarts mit ihrer Familie und ist glücklich!" „Dobby ist es nicht. Seine Familie muss furchtbar sein! Böse!", sagte Harry.

„Ist Dobby der Hauself, den du kennst?", fragte ich. Harry nickte. „Und der versucht, dich zu töten, weil seine Familie ihm das befohlen hat?", hakte ich nach. Harry schüttelte den Kopf und erklärte: „Er will mich retten. Er kam im Sommer und sagte etwas Böses käme nach Hogwarts. Der Erbe Slytherin - er wusste davon." „Was hat er dir noch erzählt?", fragte ich neugierig. „Nichts, er kann es nicht, wenn ich ihn dränge, schlägt er sich mit irgendwas selbst oder haut seinen Kopf irgendwo gegen. Verrückt!" Ich nickte. Harry streichelte Hedwig weiter. Ich sah mich vorsichtig um. Milly war wirklich nirgendwo zu sehen. Vielleicht ist sie unsichtbar? „Sag mal Harry", begann ich. Harry sah mich fragend an. „Was hat euch Draco eigentlich erzählt?" Vielleicht haben sie mehr erfahren, als im Buch. Harry sah mich mit großen Augen an. „Woher?" Ich erklärte ihm leise: „Ich hab den Trank vor Wochen entdeckt und auch wenn es eine blöde Idee war, war es eine beeindruckende Leistung von Hermine." Harry nickte und flüsterte: „Malfoy weiß nichts. Er spielt sich nur auf. Das einzige, was er erzählt hat ist, dass die Kammer vor 50 Jahren schon einmal geöffnet wurde und dass damals eine Muggelgeborene umkam." „Mhm, und da Hogwarts nicht geschlossen wurde, müssen sie den Schuldigen gefunden haben." Harry nickte und sagte: „Ja, er vermutet, sie sind noch in Askaban." Ich schauderte leicht. Harry sah mich neugierig an und fragte: „Was ist Askaban?" „Das Zauberergefängnis", antwortete ich ihm. Und ich könnte schon auf dem Weg dorthin sein, wenn Malfoy Senior von alldem erfährt. Besser Lockhart bleibt noch ne Weile stumm bis ich das Tagebuch zerstört habe.

Harry rollte mit seinen Augen und meinte: „Ja, das hat Malfoy auch gesagt, aber wieso schaust du, als ob du einen Geist gesehen hast? Es ist doch nur ein Gefängnis!" Ich schüttelte meinen Kopf und meinte: „Es ist kein normales Gefängnis Harry. Seine Wächter sind seelenlose Wesen, die einem alles Glück und Hoffnung nehmen. Wer länger dort ist, verliert irgendwann den Verstand." Nun schauderte Harry auch. „Das ist furchtbar, aber wenn der Täter von damals für ein Tod verantwortlich ist, dann… naja ist doch besser, er ist weggesperrt." Da sagst du was. Es darf diesmal keine Toten geben! Sonst ende ich noch wie Hagrid! „Siehst du dir nachher auch das Feuerwerk an?", fragte ich Harry, um das Thema zu wechseln. Harry nickte aufgeregt.

„Oh ja, ich liebe das Feuerwerk. Das letzte Jahr war unglaublich, findest du nicht?" Ich nickte. Ja, lebendiges Feuerwerk. Ich bin gespannt, was dieses Jahr passiert! „Na dann sehen wir uns ja heute Abend", verabschiedete ich mich. Ich verließ den Turm und als ich wieder im Hauptgebäude ankam hörte ich ein lautes Plop. Ich drehte mich um und Milly stand da. „Wo warst du gerade?", fragte ich neugierig. „Junge Miss war nicht alleine. Milly soll auf junge Miss aufpassen, wenn sie alleine ist." Aha, das ist interessant! Da ergeben sich ja plötzlich Möglichkeiten! Ich ging zurück in den Turm und machte meine Hausaufgaben. Dann ging ich in den Krankenflügel und leistete Hermine für ein paar Stunden Gesellschaft. Am Abend gab es ein Festessen in der großen Halle, dass ich mit den Weasleys verbrachte. Ginny war sehr lustig und lebensfroh. Zumindest das konnte ich damit verändern! Diesmal wird sie nicht in Gefahr geraten!

Kurz vor Mitternacht gingen wir nach draußen vor das Eingangsportal und zählten gemeinsam von 10 rückwärts. Dann begann das magischste Spektakel von allem. Rote, grüne, blaue, orange, gelbe und weiße Sterne schossen in den Himmel und explodierten jeweils in tausend neue kleine Sterne, die den ganzen Himmel erleuchteten. Dies wiederholte sich mehrfach mit den verschiedensten Formen. Dann schoss eine helle weiße Kugel in den Himmel und entfaltete sich in einen silbernen Pegasus, der am Himmel entlang galoppierte und aus dessen Schweif regenbogenfarbene Schlieren entkamen und bunte Regenbögen an den Himmel zauberten. Mehrere weitere Kugeln flogen in den Himmel und bald galoppierte eine ganze Herde über uns. Das Spektakel endete mit allen Pferden, die an einen Punkt galoppierten und sich einem silberglitzernden Unendlich-Zeichen verwandelten. Alle klatschten Beifall und jubelten. Prof. Dumbledore trat vor uns und sagte: „Vielen Dank meine Lieben, dies ist immer ein großer Spaß für mich. Ich wünsche uns allen ein erfolgreiches, aufregendes und lehrreiches Jahr und dass es friedvoller beginnt, als es geendet hat! Magie ist unendlich, vergesst es nie!" Alle waren kurz still und sahen zu dem Zeichen im Himmel. „Und nun ab in die Betten! Ein neuer Tag und ein neues Jahr warten auf uns!"

Hat es euch gefallen? Gut! Anna wird sich also anfangen gegen Tom zu wehren. Endlich! :) Bis zum nächsten Mal, eure Mel