Disclaimer: Die Charaktere aus Assassins Creed Rouge gehören Ubisoft und ich verdiene kein Geld damit, sondern leihe mir sie nur mal kurz aus. Das gleiche gilt für andere Teile von Assassins Creed.
Kapitel 1
Doch leider war es wie fast immer Regen, statt Sonne, die mich weckte. Heute regnete es wie Bindfäden vom Himmel herab und durch die ganze feuchte Luft, war unser Nachtlager klamm. Langsam befreite ich mich aus Annas Umklammerung und stellte dabei fest, das Ihr Fieber gesunken war. Das freute mich ungemein, sodass ich Anna gleich aufweckte. Ich fing an sie zu piesacken und die gute kam langsam zu sich. „Hey aufwachen Anna. Es ist ein wundervoller schottischer Tag heute", sagte ich zu ihr. „Wenn du meinst „Wundervoller schottischer Tag", dann regnet es in strömen, also kann ich diesen Tag ruhig verschlafen", murrte sie leise und rollte sich wie eine Katze zusammen. Damit war für sie also das Gespräch beendet. Mir egal.
Ich stand auf und deckte Anna noch mit meiner Decke zu, so konnte sie wenigstens nicht frieren. Ich verließ unser Zimmer und durchquerte schnell den Flur, als ich auch schon die Stimmen von Dougal und Rupert hörte. Sie gaben mal wieder den Ton an, bei den beiden neuen. Mir war es nur Recht, dann ließen Sie mich wenigstens in Ruhe. Flink kletterte ich die Säule runter, um mich dann zu den Jungs zu begeben. „Madain mhath! Ihr weckt noch Anna, wenn ihr weiter so herumschreit", meckerte ich die beiden an. „Oh ob du was zu sagen hättest!" wollte mir Rupert über den Mund fahren. „Wenn dir was nicht passt, kannst du ja gerne meine Arbeit erledigen!" motzte ich zurück. „War ja nicht so gemeint. Hab nen mordsmäßigen Hunger und halt schlecht Laune", sagt er schon etwas ruhiger. Ich griff in meine Tasche und holte den letzten Kanten des Brotes raus und gab es ihm. „Hier für dich", meinte ich. „Danke Küken", sagte er strahlend und drückte mich fest in seine Arme.
„Schon gut, ich muss jetzt los sonst gibt es heute nichts mehr", meinte ich zu ihm. Rupert ließ mich los und ich nickte Dougal zu, als Zeichen das wir los konnten. Normalerweise war ich mit Anna für die Beschaffung des Essens zuständig, aber da sie krank war, kam Dougal mit. Rupert passte unterdessen auf alles auf.
Als wir Richtung Royal Mile liefen, kamen uns etliche Rotröcke entgegen. Schnell versteckten wir uns in einem Türeingang, denn mit denen war nicht zu spaßen. Wenn die Soldaten uns erwischen würden, hätten wir glatt eine Hand weniger, weil wir halt Diebe waren. Gott sei Dank marschierten sie an uns vorbei, in Richtung Holyrood Palace. In meinen Gehirn, speicherte ich mir heute, diese Gegend zu meiden. Auf der Hälfte der Strecke trennten sich die Wege von Dougal und mir. Er würde sein Glück am Hafen versuchen, während ich den Markt in Angriff nahm. Dort würde es in ein zwei Stunden vor Menschen nur so wimmeln, vor allem da der Regen endlich aufhörte.
So lief ich gemütlich durch kleine Gassen, um etwaigen bestohlen Zeugen aus den Weg zu gehen. Nach 20 Minuten erreichte ich den Markt. Ich liebte Markttage, denn dann waren nicht nur Händler aus Edinburgh, sondern auch Bauern aus dem Umland da. Das hieß es gab frisches Gemüse und vielleicht konnte ich auch etwas Wurst stibitzen. Oder ich machte die altbewährte Bettel- Methode, dann könnte ich mir ein Brot beim Bäcker kaufen. Doch als ich sah das heute sogar einige Adlige mit ihrer Dienerschaft anwesend waren, hatte ich einen Plan gefasst. Langsam schlenderte ich auf eine Seitengasse zu und rempelte dabei ganz aus versehen einige Leute an. Diese fluchten nur und schubsten mich weg. Das ich dabei zufälligerweise ihre Geldbeutel erleichterte, bekamen sie erst viel zu spät mit. Denn dann war ich schon über alle Berge.
Nach einer weiteren ertragreichen Stunde, kaufte ich bei einem Bauern ein paar Zwiebeln, Steckrüben und etwas Kohl. Die nette Bäuerin schenkte mir dann sogar noch einen Apfel. Ich liebe Äpfel, diese waren so schön süß und saftig. Bei so was war ich dann aber auch egoistisch, denn Obst teilte ich nur ganz selten, obwohl ich sonst alles mit den anderen teilte. Sie waren jetzt meine Familie und diese musste ich mit aller Kraft beschützen. So lief ich mit meinen Einkauf über die Royal Mile zurück, denn es war bereits später Nachmittag und die anderen hatten bestimmt Hunger.
Am Ende der Straße traf ich auf Dougal, „Hast ja ne fette Beute gemacht Küken", sagte er mit stolzen Ton in der Stimme. „Tja gewusst wie Dougal und bei dir?" fragte ich ihn direkt. Dougal hob seine Hand und hielt drei fette Fische hoch. „Sieht nach einem Festmahl heute aus, Küken", meinte er grinsend. „Da hast du recht. Los sonst bekommen wir noch ne Husche ab!" griente ich zurück. Zusammen liefen wir eilig zum Versteck zurück, doch die ersten Tropfen kamen bereits vom Himmel. Also hieß es rennen was das Zeug hält.
Beim Versteck angekommen waren wir dann leider doch bis auf die Knochen durchgeweicht. Immerhin mussten wir heute nicht mehr los. Als wir dann zum hinteren Zimmer kamen, hatten die anderen bereits ein Feuer entfacht und einen Kessel Wasser aufgesetzt. „Leute", meinte Dougal „Heute gibt es ein Festmahl". „Das ist ja super!", kreischten die Neuen und Rupert nahm uns die Sachen ab, damit wir uns erst mal am Feuer trocken konnten. „Oh ihr seid wieder zurück", hörte ich Anna´s Stimme. „Anna dir scheint es wieder besser zu gehen", strahlte ich sie an. „Aye, der Schlaf hat mir gut getan. In zwei Tagen sollte ich wieder fit sein und dann müssen wir unbedingt Wintervorräte sammeln und wenigstens einen Raum dicht kriegen", meinte sie sogleich. „Da hast du Recht Anna, denn die nette alte Dame vom letzten Jahr lebt ja nicht mehr", meinte Dougal und zwinkerte mir zu. Ja die nette, alte Dame war meine Großtante. Dougal, Anna und Rupert hatten letztes Jahr inoffiziell im Haus mit gewohnt. Ich glaubte aber das es meine Tante gewusst hatte, wie sonst hätte ich den Haushalt in einer Stunde erledigen können und futterte aber dabei wie eine siebenköpfige Raupe. Nein Anna hatte Recht, wir mussten für den Winter planen, sonst würden wir sterben. „Ja das sind gute Vorschläge Anna", meinte ich. „Aber können wir das nach der Raubtierfütterung klären"? Als Bestätigung für meine Worte fing mein Magen an laut zu knurren. „Du hast Recht Küken, auf geht's. Einer nimmt die Fische aus, zwei putzen das Gemüse. Aber der Kohl und die Wurst sind für Morgen, wehe ihr rührt sie an". verteilte Anna ihre Befehle. Diese wurden zugleich ausgeführt, wobei Dougal und ich ausruhen konnten.
Ja erst mal am Feuer trocknen und die Füße wärmen. Nichts ist schlimmer als kalte Füße. Während die anderen also das Essen zubereiteten, hing ich mal wieder meinen Gedanken nach. Heute waren in der Stadt ganz schön viele Soldaten unterwegs, da war doch bestimmt was vorgefallen. Nur was? Ich sollte mich in den nächsten Tagen unbedingt umhören. Das konnte ich wirklich gut, wie eine kleine graue Maus sammelte ich Informationen, um uns zu schützten. „Hey Küken komm zu dir!" maulte Anna mich voll. „Das Essen wird kalt." „Oh ja doch, kann ich nicht mal fünf Minuten nachdenken", motzte ich zurück. „Du warst jetzt seit einer geschlagenen Stunde eine Salzsäule, Küken. Von wegen fünf Minuten", kam Anna´s Antwort prompt. „Ist ja schon gut. Gib mir einfach meine Schale. Ich habe keine Lust auf Streit". beruhigte ich mich langsam wieder „Hier und lass es dir schmecken", grinste sie mich an.
Der Eintopf war echt lecker, auch wenn es etwas an Gewürzen mangelte. Aber wie sagt man so schön, einen geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Als wir dann fertig gefuttert hatten, setzten wir uns um das Feuer. „ Also wir sollten jetzt besprechen was wir noch alles vor dem Winter erledigen müssen", begann Dougal das Thema erneut. „ Als erstes wäre ein Zugfreier Raum nicht schlecht", meinte sein kleiner Bruder. „Da hast du Recht. Wie wäre es wenn wir uns die Steine der nördlichen Mauer dafür nehmen", schlug ich vor. „Guter Einfall, Küken", bestätigte Anna meine Idee. „Und wir brauchen noch Holz und Torf für das Feuer. Folglich müssen wir einen Vorrat anlegen und zwar dort wo es trocken ist". „Ins nasse legen wir das doch nicht, hältst du uns für doof, Anna? Ich schlage vor das sich Rupert und die neuen darum kümmern. Du liebe Anna und Ich versuchen diesen Raum abzudichten und unser kleines Küken macht Ihre übliche Aufgabe. Nur Faith, denk dran wir brauchen haltbares Essen und Geld, falls es knapp wird", erteilte Dougal die Befehle. Damit hatte ich die wichtigste Aufgabe, denn wenn ich versagen würde, wäre der Rest geliefert. Eine Große Verantwortung aber ich wusste das ich es schaffen konnte, nein musste.
Wir unterhielten uns noch eine Weile und als die beiden kleinen schon im sitzen einschliefen, deckten wir das Feuer ab und begaben uns zu den Nachtlagern. Die kleinen schliefen mit Dougal und Rupert im Raum, wo wir eh schon waren, sie hatten es somit nicht weit zu ihren Betten. Anna und ich sagten allen noch eine gute Nacht und gingen auf den Flur. Von der fehlenden Wand zog ein eisiger Wind ins Gebäude. Ja wir mussten schnell alles abdichten, denn der Winter kam bestimmt früh dieses Jahr. Anna kletterte die Säule hinauf und ich hinterher. Es gab zwar eine Treppe, aber um diese zu benutzen, hätten wir über einige Trümmer laufen müssen und das war viel zu umständlich. In unseren Raum angekommen, legten wir uns auch gleich in die Decken und kuschelten uns eng aneinander. „Schlaf gut mein kleines Küken", murmelte Anna noch leise, dann war sie auch schon eingeschlafen.
Während ich noch wach lag, sah ich zu Anna und beobachtete sie beim schlafen. Sie war wirklich hübsch. Anna hatten lange rote Haare und schöne lange Wimpern. Ihre Haut war blass, wie es in dieser Gegend üblich war aber es passte zu ihr. Vor allem weil dadurch ihre dunklen Augen richtig auffielen. Anna´s Nase war zwar etwas schmal, aber es passte zu ihren blass-rosa Lippen. Alles in allem war Anna wirklich schön, nicht so wie ich. Ich hatte auch lange Harre aber die Farbe war ein dunkelblond bis hellbraun, also nicht besonderes. Dazu kam eine Stupsnase, leicht geschwungene Lippen und blaue Augen. Meine Augen, fand ich waren das einzige schöne an mir. Wenn das Licht richtig stand oder aber ich verdammt glücklich war, leuchteten sie strahlend blau. Der Rest war halt so lala. Zu dünn und dadurch sah mein Kopf viel zu groß aus, aber war ja auch kein Wunder, denn wir hatten nicht genügend zu essen. Sonst wäre es bestimmt anders.
Mit solchen Gedanken und noch anderen fiel ich ins Reich der Träume und malte mir dort ein besseres Leben aus. Ich hatte bestimmt gerade mal eine Stunde geschlafen, als mich ein lautes rumpeln weckte. Schnell schlug ich die Augen auf und sah in den Lauf einer Muskete, welche auf mich gerichtet war, Scheiße Soldaten!
