Disclaimer: Die Charaktere aus Assassins Creed Rouge gehören Ubisoft und ich verdiene kein Geld damit, sondern leihe mir sie nur mal kurz aus. Das gleiche gilt für andere Teile von Assassins Creed.
Kapitel 2
„Wen haben wir denn da", grinste einer der Soldaten uns dreckig an. Er drückte mir die Muskete auf die Brust, ich hatte Glück das kein Bajonett angebracht war. „Aufstehen du kleines dreckiges Gör!" blaffte ein anderer mich jetzt auch noch an. Langsam erhob ich mich von meinem Deckenhaufen und versuchte Anna zu erblicken. Da! Die Soldaten hatten sie schon in eine Ecke geschleift und hielten sie an den Haaren fest. „Küken" wimmerte sie mich an. „Mach was immer sie wollen", gab sie mir einen Rat. Ich nicke kurz, um ihr zu zeigen das ich es verstanden hatte. Die Sassenach schubsten mich in die andere Ecke des Raumes. „Was sollen wir jetzt mit ihnen machen?" fragte ein junger Soldat seinen Vorgesetzten. „Schau zu und lerne, du Vollidiot. Jetzt zeig ich dir, was wir mit kleinen Huren machen", grinste er dreckig und blickt dabei zu Anna. „Nein lasst sie in Ruhe, ihr dreckigen Sassenach!" schrie ich die Männer an. Doch die Rotröcke hielten mich mit festem Griff in der Ecke.
Zwei weitere packten Anna und zerrten sie zu unseren Schlafplatz. Während die zwei sie festhielten, wollte der Anführer über sie herfallen. In meiner Ecke schrie und tobte ich, doch gegen zwei ausgewachsene Männer war ich Machtlos. Einem der beiden reichte es und hielt einfach meinen Kopf fest, damit ich das Geschehen vor mir mit anschauen musste. Anna wehrte sich nach Kräften, aber gegen drei Soldaten hatten sie nicht die geringste Chance. Nach einigen Minuten hörte sie auf zu schreien und lies es über sich ergehen. Aus Scham schloss ich wenigstens meine Augen, aber meine beiden Bewacher sorgten dafür das ich hinsah. So versuchte ich wenigsten alles auszublenden, doch dies gelang mir leider nicht. Die Schreie meiner Freundin und die Geräusche des Soldaten brannten sich in meinen Kopf ein. Als nach schier endlosen Minuten der Rotrock mit Anna fertig war, dachte ich schon, dass ich die nächste werden würde. Doch dieses Schwein interessierte sich nicht für mich. „Und nun da du jetzt offiziell eine Hure bist Mädchen, komme ich öfters bei dir vorbei, aber das nächste mal mehr Einsatz von dir Schätzchen", grinste der Soldat Anna schmierig an.
Als ob diese Worte die Lebensgeister von Anna erweckt hätten, sprang sie vom Lager auf und rammte ihr Signah duh ins Bein des Rotrocks. Dieser schrie vor schmerzen auf und zog seine Pistole. „Du undankbare kleine dreckige Hure, das wirst du mir büßen", sprach er wütend. Dann drückte er einfach ab. Der Schuss klang noch eine ganze Weile in meinen Ohren. Ich blickte in Annas Richtung, doch sie lag regungslos am Boden und starrte mit leeren Blick an die Decke. Dieser Drecksack hatte sie ohne zu zögern erschossen. „Endlich Ruhe", sagt er in die Runde seiner Kameraden, als würden sie bei einem Krug Ale sitzen.
Dann wandte er sich an mich. „Nun zu dir, kleines Gör. Leider bist du Zeuge unserer Spielchen und deshalb musst du das gleiche Schicksal wie deine Hurenfreundin teilen. Du verstehst das doch sicher", sagt er eiskalt zu mir. „Aber da ich heute bester Laune bin, darfst du dir deine Todesart aussuchen, Balg", machte er mir als Vorschlag. Da musste ich nicht lange überlegen, denn mit der Pistole wäre ich sofort tot. „Wenn das so ist, würde ich gern durch einen Dolch sterben", antworte ich ihm mit erhobenen Haupt. „Oh erstechen, da hast du ne gute aber schmerzvolle Todesart gewählt. Bedenke jedoch, ich werde dich nicht gleich töten, sondern noch etwas Spaß mit dir haben", sagte er trocken zu mir und fing dann an mich mit seinem Dolch langsam zu quälen. Erst schnitt er mich an der Schulter, dann am Bein, Rücken, Arme und Bauch. Ich spürte nur noch schmerzen im ganzen Körper und meine Sinne begannen langsam zu schwinden, als ich endlich in die Dunkelheit abdriftete. Diese Dunkelheit rettete mich vor den Schmerzen und Qualen und so konnte ich von der Welt gehen.
Hitze erweckte mich wieder zum Leben, besser gesagt sehr viel Hitze. Ich war also noch am Leben. Langsam versuchte ich mich aufzurichten, aber mein Körper wollte mir partu nicht gehorchen. Doch ich musste mich bewegen. Die Hitze wurde immer schlimmer, denn diese Bastarde hatten unser Versteck angezündet, um sämtliche Beweise zu vernichten. Mit aller Kraft, die noch in mir war, kam ich auf meine Knie und fing an um mein Leben zu krabbeln. Stück für Stück erreichte ich das Fenster, wo ich mich am Fensterbrett hochzog. Als ich halbwegs stand, öffnete ich das Fenster mit zittrigen Händen und setzte mich auf die Fensterbank. Es wäre so einfach diesen Schmerz loszuwerden, einfach springen. Doch mit einen letzten Blick in den Raum, sah ich Anna liegen und mir war klar das sie gewollt hätte das ich lebe. Ja ich musste überleben, um diese Ungerechtigkeit zu rächen. Ich würde diese Schweinehunde finden und sie ihrer gerechten Strafe zuführen, aber zuerst musste ich hier raus.
Durch die Wut beflügelt mobilisierte ich meine letzten Kräfte und kletterte hinaus. Schritt für Schritt, immer die Wand hinunter, schön an den ausgebrochen Fugen festhalten. Das ging ganz gut, als plötzlich der Putz abbröckelte und ich die letzten Meter runter stürzte. Da lag ich nun und versuchte mich krampfhaft aufzurichten, aber mein Körper wollte nicht mehr. Ich hatte meine ganze Kraft verbraucht und die Schmerzen vernebelten mir immer mehr die Sinne. Mit einem mal hatte ich das Gefühl zu schweben, so weit war es also schon gekommen. Jetzt fing ich an zu halluzinieren und dachte ich schwebte. Ein Glück kam wieder diese wundervolle Dunkelheit, in der es kein Leid und keine Schmerzen gab.
Ich lief durch Edinburgh und an meiner Seite war meine Mutter. Sie hielt mich an der Hand und wir blieben vor einem Geschäft stehen. Im Schaufenster lagen lauter bunte Süßigkeiten. „Na los mein kleiner Spatz, such dir aus was du willst", sagt meine Mutter lächelnd zu mir. „Wirklich?" fragte ich sie ungläubig. „ Aber natürlich, komm wir gehen rein",sagte sie weiter. „Dann will ich die Karamellbonbons", sprach ich meinen Wunsch aus. „Na los geh rein, ich bin gleich hinter dir mein kleiner Spatz", sagt sie noch während sie mich durch die Ladentür schob. Doch als ich durch die Tür ging, verschwand der Laden und ich stand im Salon meines Elternhauses. Ich blickte hoch und sah meinen Vater. Er lächelte mich an „Komm zu mir kleiner Spatz", sagte er und breitete seine Arme aus. „Nein du hast mich im Stich gelassen und mich einfach abgeschoben seit Mama tot ist", schrie ich ihn an. Er blickte traurig „Ich hatte keine andere Wahl, ich musste dein Leben beschützen, kleiner Spatz", versuchte er mir zu erklären. Doch ich drehte mich um und rannte weg.
Als ich stehen blieb, war ich in der Küche meiner Tante. Ich drehte mich einmal um mich selbst aber mein Vater war verschwunden. Doch auf der anderen Seite des Küchentisches stand Anna. Sie grinste mich breit an „ Wo warst du Küken? Dougal, Rupert und ich haben dich schon überall gesucht." Wie konnte das sein, ich hatte doch Anna sterben sehen, genauso wie meine Mutter. „Anna was machst du hier, du bist doch tot", fragte ich sie geschockt. „Tot, du spinnst doch. So schnell sterbe ich nicht, hast wohl schlecht geträumt, Küken", sagte sie leicht eingeschnappt. „Aber du warst tot, die Sassenach haben dich ermordet", versuchte ich es ihr verständlich zu machen. „Küken!" sagt Anna jetzt allmählich genervt. „Wenn du nicht sofort mit diesem blöden Gelabere von Tod aufhörst, muss ich dir was gegen den Kopf werfen, damit du wieder richtig denken kannst. Und jetzt bewege deinen Arsch zu mir, Dougal wartet schon. Er wollte uns was tolles zeigen!" „Ja du hast Recht, habe bestimmt nur geträumt", gab ich zu. Als ich den ersten Schritt in ihre Richtung gehen wollte, fing es in meinen Bauch an wie verrückt zu brennen. Aber nicht nur der Bauch, sondern auch auf meiner Schulter und am Rücken. Das Brennen breitete sich über meinen ganzen Körper aus und ich dachte ich würde in Flammen stehen. Ich blickte zu meiner Freundin, doch sie lag jetzt vor mir, mit starren Blick zur Decke.
Auf einmal spürte ich einen Druck auf meinen Brustkorb und in der Umgebung hörte ich undeutliche Stimmen. „Es steht schlecht um die Kleine, John. Sie wird die Nacht wahrscheinlich nicht überleben". „Doch das Kind ist eine Kämpfernatur, wie ihre Eltern, sie wird es schaffen, Geillis", antwortete die Tiefe Stimme eines Mannes. „Dein Wort in Gottes Ohr, John." Mehr bekam ich nicht mit, denn ich fiel wieder in die Dunkelheit. Aber es war gut so und so merkte ich das noch Leben in mir steckte.
Wie lange ich in dieser Dunkelheit wanderte, wusste ich nicht, doch mein Körper schien wieder Kraft zu tanken, welche ich so dringend benötigte. Mit Hilfe dieser Kraft schaffte ich es schließlich meine Augen aufzuschlagen. Doch dies war ein gewaltiger Fehler, denn gleißendes Licht blendete mich und schnell kniff ich die Augen wieder zusammen. So für ein paar Sekunden, dann versuchte ich es nochmals. Diese Aktion tat ich solange, bis ich mich an das Licht wieder gewöhnt hatte. „Oh welch ein Wunder, du bist aufgewacht meine Kleine", sagte eine mir fremde Stimme. Vor meinem Blickfeld zeigte sich eine Frau in mittleren Alter. „Wir dachten schon das du für immer schlafen wolltest. Das muss ich gleich John erzählen. John!" rief die Frau aufgebracht und rannte aus dem Raum. Ich hörte ihr rufen durchs ganze Haus schallen. Sie rief immer wieder das ich aufgewacht sei. Genervt schloss ich die Augen und versuchte diese sehr penetrante Stimme auszublenden. Dann waren die Sassenach anscheinend kein Traum gewesen, dachte ich und fing an leise zu weinen. Dougal, Rupert, die beiden Kleinen und Anna, alle waren sie von mir gegangen. Nur ich war noch in dieser grausamen Welt gefangen. Ich hätte mit ihnen gehen sollen, doch das Schicksal hatte wohl andere Pläne mit mir.
