Disclaimer: Die Charaktere aus Assassins Creed Rouge gehören Ubisoft und ich verdiene kein Geld damit, sondern leihe mir sie nur mal kurz aus. Das gleiche gilt für andere Teile von Assassins Creed.


Kapitel 3

Nun war ich schon seit gut drei Monaten bei meinen Rettern. Das waren zum einem Geillis Roberts und ihre Magd Caitriona, welche mich wieder zusammengeflickt hatten und dann war da noch John Williams. Dieser Herr hatte mich gerettet. Er brachte mich auch zu Geillis. Ich kannte Geillis sogar vom sehen her, denn für uns Kinder war sie immer die böse Hexe gewesen. Doch heute wusste ich es besser. Sie war eine ban-lighiche, eine weise Frau und Heilerin. Geillis flickte mich also mit Hilfe ihrer Magd zusammen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Jetzt nach diesen drei Monaten, konnte ich endlich wieder etwas laufen und als Dank half ich den beiden bei ihrer Arbeit. Geillis war wirklich froh über meine Hilfe und so fing sie an mich in ihre Kunst einzuweihen.

Als zweite Person in Geillis Haushalt war noch Caitriona, welche sich um die Hausarbeit kümmerte. Bis auf ihre nervige Stimme war sie ganz nett. Ich mochte es mit ihr in der Küche zu stehen und zusammen das essen zu kochen, denn so lernte ich das auch gleich mit. Und das beste, es macht mir wirklich Spaß, auch wenn ich nicht wusste für was es später gut war.

Der dritte im Bunde, war mein mysteriöser Retter, John Williams. Das erste was an ihm auffiel, war seine wirklich ungewöhnliche Kleidung. Die Farben waren weiß-grau und es sah aus wie eine Art Robe. Er selbst nannte es einen Ornat. Doch neben der Kleidung, war sein Verhalten merkwürdig. Meist in der Nacht verschwand er um dann am nächsten Morgen mit Blut auf der Kleidung aufzutauchen. Ich gebe zu am Anfang hatte ich große Angst vor dem Mann mit den vielen Waffen. Neben einem Schwert an der einen Seite, trug er auf der anderen zwei Pistolen. Doch die außergewöhnlichsten Waffen hatte er in seinen Armschienen versteckt, denn dort waren Klingen eingebaut die man nicht sah. Deshalb nannte John diese Waffe auch versteckte Klinge.

Vom aussehen her war John ein wirklich hübscher Mann, wenn ich das so sagen durfte. Er hatte schulterlange schwarze Haare, die mit einem Band zu einem Zopf gebunden waren. Seine grünen Augen strahlten eine Ruhe aus, was sehr angenehm war. Die Nase war gerade, aber an der Nasenwurzel leicht verknöchert. So etwas hatte ich schon oft bei den Menschen gesehen. Da war die Nase bestimmt irgendwann einmal gebrochen gewesen, denn mein Vater hatte das auch. Der Mund von John war schmal, aber es störte seine Ausstrahlung nicht im geringsten. Woran ich das erkannte? Ganz einfach, so wie Caitriona John anhimmelte, konnte er nur ein Frauenschwarm sein.

Bei der guten Geillis stieß er aber auf Granit. Sie war bestimmt selbst ein Traum für die Männerwelt. Ihre Haare waren von einem schönen rot- blond und reichten bis zu ihren Gesäß. Geillis war zierlich gebaut aber trotz allem kräftig, man sah es ihr überhaupt nicht an. Ihre Augen hatten die gleiche Farbe wie John`s, nur das sie mit ihrem Blick eine wohlige Wärme ausstrahlte, so dass ich mich geliebt fühlte. Sie hatte einen fraulichen Mund und eine schmale Nase, aber für sie passte es einfach.

Und so wurde es immer kälter und winterlicher und ich lernte von meinen Rettern die verschiedensten Dinge. Aber das beste waren immer noch die Unterrichtsstunden bei John, denn er hatte sich vorgenommen mir das lesen, schreiben und rechnen beizubringen. So saßen wir fast jeden Nachmittag in Geillis´s Salon und ich übte fleißig, denn John war wirklich ein sehr geduldiger Lehrer, welcher meine Fragen auch dreimal beantwortete. Das Lesen lag mir wirklich gut und beim schreiben hatte ich eigentlich nur mit dieser blöden Feder zu kämpfen, denn die tropfte immer alles voll. Beim rechnen klappte das eins plus eins schon ganz gut, nur bei multiplizieren hakte es noch ein bisschen. Aber John sagte zu mir das alles eine Frage der Übung war und so legte sich auch langsam die Angst vor ihm.

John erzählte mir auch aus früheren Zeiten, von jemanden mit dem Namen Altaïr Ibn-La'Ahad und das dieser die Bruderschaft der Assassinen revolutionierte. Ich lernte auch etwas über das Credo der Bruderschaft, so sollte man seine Klinge von Fleisch der Unschuldigen fern halten, sich in der Masse verbergen und niemals die Bruderschaft verraten. Aber das wichtigste war der Leitfaden der Assassinen, denn nichts ist wahr, alles ist erlaubt. Das bedeutete das niemand sagen kann was richtig oder falsch ist, weil niemand die Wahrheit kennt. Davon erzählte John oft und ob ich es wollte oder nicht, ich merkte es mir.

Es war ein verschneiter Dienstag Nachmittag, als John mich plötzlich fragte, ob ich nicht seine Schülerin werden wollte. „Ich weiß nicht", sagte ich ehrlich zu ihm. „Ich meine du bist wirklich ein super Lehrer und so, aber ich habe Angst vor diesen ganzen Waffen. Das müsste ich dann doch bestimmt lernen?" „Das müsstest du allerdings, aber mit der Zeit ist das nicht mehr so schlimm, Faith," antwortete er mir ruhig. „Dann John, glaube ich nicht das ich das kann. Ich muss leider ablehnen". sagte ich zu ihm. „Wenn das deine Meinung ist, werde ich es akzeptieren, Faith. Aber wenn du deine Meinung doch noch änderst, dann steht mein Angebot noch", gab er mir die Möglichkeit mich später noch zu entscheiden. „Und nun ist es glaube ich Zeit für das Abendessen, kleine Lady. Geh und hilf Caitriona. Wir machen morgen mit dem Unterricht weiter", beendete er die Lektionen und entließ mich.

Damit war der Unterricht beendet und ich ging durch den Flur, vorbei an Geillis Arbeitsraum, in die Küche. Dort sagte ich Caitriona, dass ich gerne helfen wollte das Abendessen aufzutischen. So stand ich vor der Kochstelle und fügte der Soße noch ein paar getrocknete Küchenkräuter hinzu. Die Soße musste nur noch etwas köcheln, dann war sie fertig. In der Zeit hatte unsere liebe Caitriona den Hasen auf einer Platte zerlegt und machte sich an das Gemüse. Ich nahm vier Teller aus einen kleinen Schrank und brachte diese ins Speisezimmer, um alles auf dem Esstisch zu verteilen. Als nächstes holte ich die Fleischplatte, das Gemüse und zum Schluss die Soße. „Sagst du bitte den beiden Bescheid, das wir essen können", gab mir Caitriona als Auftrag. „Bin schon Unterwegs", sagte ich und rannte in Richtung Dachboden, denn dort hatte Geillis ihre Vorratskammer. „Geillis das Essen ist fertig", rief ich und platzte in den Raum. „Du hast ja heute eine Energie, a leannan. Hilf mir schnell diese Schafgarbe abzunehmen, dann können wir essen", lächelte sie mich an. Ich nahm ein Behältnis aus einem Schrank und begann das Kraut hinein zu tun. Nach fünf Minuten waren wir damit fertig, als mir einfiel das ich noch John zum essen holen musste. Schnell rannte ich in den Salon, aber er war nicht mehr da. Ich ging zum Fenster und schaute nach draußen.

Im Stall brannte Licht und so ging ich aus der Haustür, über den Hof zum Stall. „John?", trat ich fragend ein. Doch leider bekam ich keine Antwort. Ich ging nun vollends in den Stall und sah das sein Pferd fehlte. Geknickt lief ich zum Haus zurück, um den beiden Damen zu sagen, dass wir nur zu dritt essen würden.

„Faith mein kleines Mäuschen, wo ist denn unser guter Mr. Williams bei diesem Wetter hin?", fragte mich Caitriona. Gerade in dem Moment als ich ihr antworten wollte stand Geillis hinter mir. „Caitriona das geht dich nichts an. Jetzt ab mit dir in die Küche und hebe John was vom Braten auf. Faith ich will mit dir nach dem Essen noch etwas wichtiges besprechen.", sagte sie in einem etwas scharfen Ton. So hatte ich Geillis noch nie erlebt, denn sie war sonst eine herzensgute Frau. Caitriona kannte so ein Verhalten von ihrer Herrin schon und verschwand mit einem Knicks in der Küche. „A leannan, komm setz dich und iss, bevor das Fleisch noch ganz kalt ist.", sagte sie wieder mit einem lächeln zu mir. Das lies ich mir nicht zweimal sagen und so stürzte ich mich auf das Essen. „Faith Sitz gerade am Tisch, du bist eine Dame und kein Mehlsack.", nörgelte sie mich voll. Also setzte ich mich mit geraden Rücken hin nahm das Besteck ordentlich in die Hände. „Siehst du, geht doch und denke daran das Besteck geht zum Mund und nicht der Mund zum Besteck.", sagte sie schon etwas ruhiger. Dadurch das Geillis immer was an mir zu meckern hatte, dauerte das Essen um so länger. Wer wollte den schon eine Dame werden, ich nicht, dachte ich und lies es einfach über mich ergehen.

Nach gut einer halben Stunde Qual, entließ mich Geillis. „Faith," rief sie mich nochmal zurück. Ich blieb stehen und wandte mich zu ihr. „Was gibt es?", fragte ich sie „Geh bitte gleich in deine Kammer, wir müssen noch die Salbe auftragen und dann reden wir.", bat sie mich. „Okay, ich hole nur noch mein Buch aus dem Salon, du weist schon das über die Heilkräuter.", meinte ich zu ihr. „Ist gut, a leannan." Damit war ich endgültig entlassen und so ging ich in das gegenüberliegende Zimmer, schnappte mir das Buch vom Tisch und lief die Treppe hinauf, in den ersten Stock. Die Tür am Ende des Flurs gehörte zu meinen Zimmer. Nachdem ich die Tür geöffnet hatte, schlug mir die Wärme des Feuers entgegen. Mein Buch legte ich auf den Tisch ab und setzte mich aufs Bett, um auf Geillis zu warten.

Keine paar Minuten später klopfte es und sie betrat den Raum. „Zieh dein Kleid aus, a leannan." sagte sie zu mir und holte einen Tiegel mit der Salbe aus der Tasche. „Weißt du aus was diese Salbe besteht, Faith?" fragte sie mich. „Aus Schmalz, Schafgarbe, Myrre und etwas Knoblauch alles um die Wundheilung zu beschleunigen. Außerdem hilft es gegen die Entzündungen und die Substanzen schützen noch vor weiteren Infektionen.", erklärte ich Geillis. „Gut ich sehe du lernst schnell. Deine Verletzungen sind bis auf eine auch alle gut geheilt.", lobte sie mich und fing an die Salbe auf meinen Bauch aufzutragen. „Geillis darf ich dich was fragen?" „Um was geht es denn, a leannan?", wollte sie meine Frage wissen. Ich atmete ein paar mal tief durch bevor ich es mich traute diese Frage zu stellen „Kann ich denn irgendwann mal Kinder kriegen?", nun war es raus. Geillis schaute mich traurig an. „Nun das kann ich dir nicht genau sagen, wir wissen es erst in ein paar Jahren, wenn deine Blutungen einsetzen. Vorher kann ich dir dazu nichts sagen.", antwortete sie mir ehrlich. „Und der Rest wird auch immer zu sehen sein, oder?" wollte ich weiter von ihr wissen. „Leider ja, aber diese Narben werden verblassen, auch die in deiner Seele. Am besten ist es wenn du dich jemanden anvertraust, aber das kannst du für dich selbst entscheiden.", redete sie weiter. Ich nickte nur und war auf einmal müde. Das sagte ich Geillis auch und sie deckte mich zu und gab mir noch einen gute Nacht Kuss. Als sie das Zimmer verließ löschte sie die Kerze und deckte das Feuer ab. Doch da war ich schon in meinem Traumreich.