Disclaimer: Die Charaktere aus Assassins Creed Rouge gehören Ubisoft und ich verdiene kein Geld damit, sondern leihe mir sie nur mal kurz aus. Das gleiche gilt für andere Teile von Assassins Creed.


Kapitel 5

London, Oktober 1755

Ich stand auf einem der Dächer Londons und schaute mir in aller Ruhe das Treiben auf der Straße unter mir an. Seit der Wette mit John, waren ein paar Jahre ins Land gegangen, fast neun, aber meinen Kakao hatte ich damals trotzdem bekommen. Wenn ich jetzt so zurück denke, hatte mein Mentor recht, was meine Träume anging, sie lösten sich nach und nach auf. Das lag bestimmt mit an seinen Training, ich war in der ersten Woche gleich mehrmals am Tisch eingeschlafen. Aber die völlige Erschöpfung hatte mir geholfen und so machte ich es mir zur Gewohnheit abends noch eine kleine Strecke zu laufen, quer Feld ein und über jedes Hindernis. Obwohl, in der Stadt hieß es bestimmt „quer Stadt ein".

So stand ich hier und dachte ein wenig über die letzten Jahre nach, doch ich musste heute noch einen Auftrag erledigen, also schüttelte ich meinen Kopf, um diese wirren Gedanken loszuwerden. Ich kletterte am nächsten Haus hinunter, um auf die Straße zu gelangen. Mein Ziel hatte ich schon vor Stunden aufgespürt und jetzt würde ich zur Tat schreiten. Mein Opfer hatte sich nicht vom Fleck bewegt, er saß seit geschlagenen drei Stunden im „Golden Fox" und lies sich schön voll laufen. Desto leichter für mich, mein Opfer war immerhin ein Templer und die durfte man nie unterschätzen.

Ich betrat die Taverne und ein wirklich blumiges Aroma kroch mir in die Nase. Mhm lecker! Bier, Schweiß, ungewaschene Menschen und zur Krönung ein Hauch von Erbrochenem, was für ein Bouquet. Toll, dachte ich und schob mich an den gaffenden Idioten vorbei, schnappte mir den nächsten Stuhl und platzierte mich direkt am Tisch meines Opfers. „Und wie geht es Ihnen heute, Master Smith" fragte ich Ihn direkt. „Oh wen haben wir denn da, du bist ja eine ganz schnuckelige. Wie wäre es mit einer kleinen schnellen Nummer hinter der Ecke?" grinste er mich lüstern an. Ich zog meine rechte Augenbraue hoch und wollte ihm am liebsten gleich an die Gurgel. Ja solche Kerle waren der Grund warum ich das andere Geschlecht nicht wirklich mochte, einfach kein Respekt vor Frauen. Diese Kerle dachten, das eine Dame nur zum wärmen des Bettes gut war und um einen wegzustecken.

Ruhig bleiben Faith, dachte ich mir und lächelte mein Gegenüber schüchtern an. „Aber Master Smith, ich hörte sie sind verheiratet?" „Ist doch egal, Schätzchen. Komm ich hab oben ein Zimmer reserviert, für solche schöne Gelegenheiten" lallte er mir zu. „Wie Sie es möchten, aber wären Sie so freundlich mir den Weg zu zeigen?" spielte ich das junge unwissende Mädchen. Er stand auf und torkelte vorne weg. Das war viel zu einfach, stellte ich in Gedanken fest und folgte dem Templer in das obere Stockwerk. „Na dann mal rein mit dir, du geiles Geschöpf" lächelte er dreckig und hielt mir die Tür auf. Hatte ja doch ein kleinen Funken Anstand der Kerl. Ich ging in das Zimmer und mein netter Begleiter stolperte ganz zufällig über die Türschwelle, um mich dann an meinen Hintern zu tatschen. Ruhig Blut, tief durchatmen und diesen Auftrag nicht vermasseln, sagte ich in meinen Gedanken.

Mein neuestes Anhängsel hatte es echt geschafft die Tür zu schließen und fummelte schon wie ein alter geiler Sack an seiner Hose rum. Jetzt war bei mir das Maß voll und ich wollte mir dieses Schauspiel nicht länger antun. Ich trat an ihn heran und ließ meine versteckte Klinge hervor schnellen, dann packte ich mein überraschtes Opfer und drückte die Klinge an seinen Hals „Was habt Ihr über den Schlüssel raus gefunden, welchen Ihr letztes Jahr einem der unseren abgenommen habt und wer von euch ist jetzt in den Kolonien?", wand ich meine Fragen an Ihn „Du dreckige Schlampe wie kannst du es wagen mir zu drohen! Ich bin einer der obersten im Orden. Das wirst du bereuen." „Sag mir einfach was ich wissen will, Smith" „Von mir wirst du nichts erfahren, Hure!" „Wenn das so ist, dann werde ich mich jetzt mal ein wenig mit dir vergnügen und du kannst sicher sein, es wird wehtun.", sagte ich in einem kalten Ton zu Ihm. Um meine Drohung zu unterstreichen, ließ ich die zweite versteckte Klinge aufblitzen und hielt diese an sein bestes Stück. „Wer hat den Schlüssel?" fragte ich drohend. „Denkst du, du elendes Miststück kannst mir mit so was drohen? Das machst du eh nicht, geh heim und stell dich hinter einen Herd, da gehörst du Weibsbild nämlich hin!" blaffte er mich voll. Na gut, ich hatte Ihn gewarnt, nun wenn er es unbedingt wollte.

Meine Klinge fand spielend den Weg zu seinen Kronjuwelen und der gute Master Smith heulte vor schmerzen auf. Was hatte er denn, ich hatte doch nur kurz zugestochen, also ehrlich so eine Heulsuse. „Du dreckige Hure" schimpfte er weiter und so stach ich noch in Sein zweites Ei. „Und nun beantworte meine Frage oder als nächstes ist dein Schwanz ab." Diese Drohung schien endlich seine Zunge zu lockern. „Das Artefakt ist in den Händen von Haytham Kenway, welcher der neue Großmeister des kolonialen Ritus ist. Doch soweit ich weiß haben sie noch nichts über das Ding herausgefunden. Die Vorläuferstätte erwies sich in dieser Sache auch als ein Reinfall. Bitte lasst mich gehen, ich habe eine Frau und fünf Kinder" „Das träumst du wohl, deine Frau hat einen anderen und die Kinder sind höchstens ein Wunschdenken von dir" und ich stach Ihm direkt in die Halsschlagader. Smiths Augen weiteten sich und er brach zusammen. Mit seiner Hand versuchte er die Blutung zu stoppen, aber es war sinnlos. Er würde in ein paar Augenblicken das zeitliche Segnen. „Ihr habt keine Chance. Dieses Artefakt ist unser und wir werden am Ende die Welt regieren und euer Traum von Freiheit wird platzen wie eine Seifenblase." „Nur das ich nicht von Freiheit träume, Templer". Dann röchelte er ein letztes Mal und es war vorbei. Ich kniete mich neben Ihn und schloss seine Augen „Requiem aeternam dona ei, et lux perpetua luceat ei" sprach ich einige letzte Worte für Ihn und verschwand durch das Fenster.

Schnell wollte ich in unser Hauptquartier, um unseren Großmeister alles zu berichten, denn eigentlich waren es ja gute Neuigkeiten. Der Name des Templers sagte mir auch irgendwas, nur ich konnte mich partu nicht daran erinnern. Ich schüttelte meinen Kopf, um so die Gedanken zu vertreiben und nutzte meinen Seilwerfer, welcher in der rechten versteckten Klinge war, um so schneller über die Dächer Londons zu kommen. Diese nette Konstruktion verdankte unsere Bruderschaft einigen Gelehrten der Royal Society, welche Stammkunden in unserem Versteck waren. Ich blieb auf einem der Dächer stehen und spähte nach unten, es wurde langsam dunkel und die Menschen beeilten sich, dass sie nach Hause kamen, so wie ich auch und zum Glück waren es nur noch drei Straßen bis zu meinem Ziel.

Ich nutzte einige Vorsprünge, um schneller auf die Erde zu gelangen und landete genau neben Jack. Er dreht sich zu mir um und grinste mich an „Hast aber lange gebraucht, kleine Lady" „Du sollst mich nicht kleine Lady nennen" sagte ich zerknirscht zu Ihm. Jack war nur drei Jahre älter als ich und so etwas wie ein älterer Bruder, welcher einen gerne ärgerte. Der gute war um die 1,75 Meter groß und hatte lange blonde Haare, die immer geflochten waren. Seine Augen waren Mandelförmig und grün, die Nase etwas zu lang und der Mund schmal. Zuletzt zierte noch ein kleiner Bart sein Gesicht, der aber nicht richtig wachsen wollte. „Schon gut Faith, mir ist halt langweilig, Wache stehen in einem Hinterhof, wo ein großer Zaun drum ist, finde ich nutzlos." maulte Jack noch weiter, aber ich ignorierte Ihn und verschwand durch den Eingang. Drinnen wurde ich sogleich von unserem Rekruten Adam begrüßt. „Sollst gleich in sein Büro, kleine Lady" Ich nickte Ihm nur zu und lief an der Küche vorbei, in das Arbeitszimmer unseres Meisters.

Ohne anzuklopfen öffnete ich die Tür und dort am Schreibtisch saß er, wie immer in seine Papiere vertieft. „Schreibst du wieder Briefe in die ganze Welt, Mentor?" Er hob den Kopf und lächelte mich an „Hätte ich gewusst das dieser Job nur aus Papierkram besteht, hätte ich abgelehnt." „Du hattest doch eh kein Mitspracherecht, bei deiner Wahl" entgegnete ich unseren Großmeister. Er schaute mich an und sein lächeln wurde breiter. „Wie ich sehe lebst du noch, also hast du es geschafft und was wissen die Templer über unser Artefakt?" „Das gute Stück ist in den Kolonien, aber soweit wussten wir es ja. Der dortige Großmeister hat das Ding.", fing ich an „Und weiter kleine Lady?", drängte mein Großmeister ungeduldig. „Der Großmeister dort ist Haytham Kenway, aber sie haben noch nichts über den Schlüssel herausgefunden, Ihre Vorläuferstätte hat sich als Sackgasse herausgestellt." beendete ich meinen Bericht. „Nun dies muss ich Achilles mitteilen, denn Kenway ist ein harter Brocken und listig wie eine Schlange.", murmelte er in seinen nichtvorhanden Bart.

Was ist mit Kenway?", fragte eine weibliche Stimme von der Tür her. „Ist ein Glück in den Kolonien, Jenny" antwortete mein Meister beiläufig auf Jennys Frage. „Schade, denn er ist einer der wenigen Templer die gut aussehen und der dazu noch ein Gentleman ist. Nicht wie die anderen." „Jenny!" ermahnte der Meister sie. „Ja, was ist denn so schlimm daran oder bist du etwa eifersüchtig, mein Lieber?" „Ihr könnt euch gerne streiten, aber ich geh schon mal was essen", sagte ich einfach und wollte schnell aus dem Zimmer fliehen. „Kleine Lady, komm nach dem Essen nochmal her, ich habe dann einen neuen Auftrag für dich." Ich hob kurz meine Hand, als Zeichen das ich Ihn gehört hatte und verschwand in Richtung Badezimmer, denn ich wollte unbedingt den Geruch von dieser Taverne loswerden.

Bevor ich in das Bad ging, holte ich mir frische Kleidung aus meinen Zimmer. Im Bad angekommen zog ich meinen Ornat aus und packte ihn in den Korb mit der dreckigen Wäsche. Nicht nur ich hatte mich in diesen neun Jahren verändert, sondern auch meine Kleidung. Der Ornat war nicht mehr weiß, sondern grau, aber an den Rändern noch weiß und um die Hüfte trug ich eine rote Schärpe mit dem Assassinen -symbol. Natürlich waren die Stiefel, passend zu dem Rest, in schwarz-grau gehalten mit einer Schnalle, welche wieder das Zeichen unserer Bruderschaft trug. Meine Waffen waren fein säuberlich auf einem Hocker platziert. Neben meinen zwei versteckten Klingen, trug ich noch einen Säbel, einen Dolch, Wurfmesser und zwei Pistolen. Stopp ich hatte mein sgian dhu vergessen. Das war ganz nach Brauch in meinem Stiefel versteckt, man konnte ja nie wissen wann so etwas gebraucht würde.

Endlich hatte ich alle Sachen von mir abgelegt, um in die Wanne rutschen zu können und dort blieb ich bis das Wasser zu kalt wurde, dann erst kletterte ich aus der Wanne um mich abzutrocknen. In den Jahren war ich natürlich gewachsen, vor allem meine Oberweite regte mich schon ein bisschen auf, denn die Kerle mussten dort immer als erstes hinschauen. Jenny meinte sie wären perfekt, etwas mehr als eine Hand voll. Obwohl es kam dabei bestimmt auf die Größe der Hand an. Der Rest meines Körpers war gut trainiert, nur am Bauch gab es ein kleines Polster, was aber nicht wirklich auffiel. Jenny sagte immer, das meine Figur weiblich war und ich sollte mich nicht darüber beschweren. Danach besah ich mich im Spiegel, nur um festzustellen das noch alles beim alten war und diese Narben immer noch leicht zu sehen waren. Ich drehte dem Spiegel meinen Rücken zu und schlüpfte in ein ziemlich bequemes Kleid, ein ganz einfaches ohne irgendwelchen Zierrat.

Als ich dann nach einer kleinen Ewigkeit in die Küche ging, war der Rest unserer kleinen Familie schon fast fertig mit dem Essen. „Du kommst zu spät, Prinzessin. Sei froh das ich immer genug koche, denn hier isst ja jeder wie eine Siebenköpfige Raupe.", wurde mein kommen von unsere guten Fee Wilma begrüßt, welche mir dazu einen kühlen Blick schenkte. Wilma konnte mich seit dem ersten Tag nicht leiden, sie fühlte sich unserem König Georg treu ergeben und ich als Schottin passte da nicht zu ihrem perfekten Bild, denn sie dachte ich wäre ein Spion der Jakobiten. Anfangs störte mich das, aber mittlerweile stand ich über solchen Sachen und wenn es drauf ankam konnte ich sogar eine englische Lady sein, wenn ich es denn wollte.

Ich grinste sie nur an und setzte mich neben Jack. Neben mir gab es noch zwei andere vollwertige Assassinen, einer davon war Jack und Charles der andere, doch er hatte eine Mission im Norden des Königreiches. Zu uns drei Assassinen kamen noch unsere zwei Rekruten hinzu, wovon Adam einer und Jenny die andere war. Jenny hatte einen Sonderstatus, Ihr gehörte unser Hauptquartier. Zum Schluss gab es dann noch John, welcher unser jetziger Großmeister und Oberhaupt der englischen Assassinen war. Unsere Familie war zwar klein aber wir konnten uns trotz allem gegen die Templer behaupten. In letzten halben Jahr hatten wir drei von Ihnen erledigt, also sah es für uns gar nicht mal so schlecht aus.

Während ich noch so überlegte, wollte mich Wilma schon vom Tisch weg scheuchen, die anderen hatten schon lange Ihr Mahl beendet. So stand ich einfach auf und verließ die Küche, mit Wilmas Gemecker im Ohr. Aber es war mir egal. Als ich heute zum dritten Mal vor der Bürotür des Meisters stand, zweifelte ich langsam an mir, gab es denn niemand anderen der so was machen konnte, Jack zum Beispiel. Ich atmete noch einmal tief durch und öffnete die Tür.

Da bist du ja endlich kleine Lady.", wurde ich von John begrüßt. „Was gibt es denn so wichtiges Großmeister?" „Ich habe einen Brief aus den Kolonien erhalten, indem Achilles schreibt, das er wahrscheinlich einen Edenapfel gefunden hat. Er möchte das ich eine Assassine zu diesem Ort schicke und diese besagte Assassine trifft sich dann Vorort mit seinem Zögling und gemeinsam führt ihr diesen heiklen Auftrag aus. Also kleine Lady, wen soll ich deiner Meinung nach schicken?" „John, als erstes hast du vorhin gesagt das du einen Auftrag für mich hast und gerade eben erwähntest du ein Frau in deiner Beschreibung und da du nur eine weibliche voll ausgebildete Assassine hast, kann das nur ich es sein. Oder liege ich falsch?" „Wie immer hast du eine gute Auffassungsgabe, deshalb wirst du in zwei Tagen nach Lissabon aufbrechen und dich dann mit deinem Partner treffen. Er kennt übrigens ein bisschen die Stadt und weiß wo Ihr ungefähr suchen müsst." „Dann fang ich mal an zu packen" und so ging ich aus dem Büro und steuerte mein Zimmer an. Na dann auf nach Lissabon und ich betete das alles gut geht.