Disclaimer: Die Charaktere aus Assassins Creed Rouge gehören Ubisoft und ich verdiene kein Geld damit, sondern leihe mir sie nur mal kurz aus. Das gleiche gilt für andere Teile von Assassins Creed.


Kapitel 7

Langsam liefen Shay und ich die Stufen in den Tempel der Vorläufer hinab. „Das ist also einer Ihrer Tempel", murmelte Shay. „Ob wir den Apfel schnell finden werden? Was meinst du, mo chride?", fragte ich ihn. „Das werden wir bestimmt gleich herausfinden", meinte er ruhig zu mir. Wie konnte er in so einer Situation nur so ruhig bleiben. Ich selbst war ganz aufgeregt, man erkundete nicht jeden Tag einen Tempel von denen die vor uns kamen. Mit bedächtigen Schritten erreichten wir die Haupthalle und standen erst mal vor einem Abgrund und dahinter sahen wir, in der Mitte der Halle, eine riesige Säule, welche von einem sonderbaren Leuchten strahlte. Ich überlegte noch wie wir am besten hinüber kamen, als wie von Zauberei große Platten einen Weg formten. Der Lärm den diese Platten machten war ohrenbetäubend, das laute knacken und knarren spürte ich bis in meine Knochen und es war eins der unangenehmsten Geräusche die ich bis dato gehört hatte. Nach ein paar Minuten wurde es endlich wieder still und der Weg zu der mittleren Säule war begehbar.

Shay trat als erstes auf die Platten und näherte sich so der Säule. Ich atmete tief durch und trabte schön hinter ihm her. „Nur nichts hier drinnen berühren", dachte ich mir, denn dieser Ort wurde regelrecht von einer staken Macht durchflutet und vor dieser hatte ich irgendwie Angst. Am liebsten hätte ich Shay am Arm gepackt und wir wären auf und davon, aber anscheinend war er für diese Art von Schwingungen immun. So waren wir, schneller als mir lieb war, an der Säule angekommen, welche nun scheinbar noch heller schien.

Mein Partner trat genau an die Säule und da gab es einen Ruck und dieses Ding öffnete sich. Im Innern schwebte eine Art goldene Kugel. „Sieht einem Stern ähnlicher als einem Apfel", meinte ich. „Da hast du Recht, aber laut unserem Meister soll man damit die Menschen kontrollieren können. Es darf also nicht in die Hände der Templer fallen", und mit diesen Worten griff Shay nach dem Artefakt. Doch anstatt schön weiter in Shay's Hand zu leuchten, beschloss das Ding sich einfach aufzulösen. „Wieso", mehr brachte ich nicht hervor, denn in dem Moment begann die Erde zu beben. „Wir müssen raus hier, Faith!", mit diesen Worten holte Shay mich aus meiner Starre. So schnell wie ich konnte rannte ich den Weg zum Eingang zurück. Zuerst wieder über den Weg mit den verschiebbaren Platten, welche so stark vibrierten, das ich ohne Shay's Hilfe in den Abgrund gefallen wäre. Als wir diesen Abschnitt geschafft hatten, mussten wir die Treppe erklimmen, von der leider nicht mehr viel übrig war. Große Felsen blockierten uns den Weg und so mussten wir im Slalom klettern um wieder an die Oberfläche zu gelangen. Das wir immer wieder neue Risse im Boden überspringen mussten, machte die Flucht nicht leichter. Nach den vielen Gefahren erreichten wir den Ausgang des Tempels, die Kirche.

Als wir endlich zurück in der Kirche waren, war von dieser nicht mehr viel übrig, „Shay" „Ja Faith, das war ich, weil ich diesen Apfel unbedingt berühren musste", meinte er mit vorwurfsvoller Stimme. „Du kannst absolut nichts für diese Zerstörung" „Doch." „Das können wir später noch bereden, mo chride. Lass uns erst mal von hier verschwinden, auch wenn ich nicht weiß wohin", beendete ich unsere Diskussion. „Gut, im Hafen liegt mein Schiff, damit kommen wir von hier weg." „Du hast ein Schiff?", fragte ich ihn überrascht, doch Shay war schon losgelaufen und so blieb mir nichts anderes übrig als ihm hinterher zu eilen. Schon wieder.

Durch eine einstürzende Stadt zu rennen, erforderte meine komplette Aufmerksamkeit, um nicht von herunter fallenden Trümmern erschlagen zu werden. „Beeil dich ein bisschen Prinzessin", meckerte mich mein Partner nun schon zum dritten mal an, weil er auf mich warten musste. Konnte ja nicht jeder so um die eins neunzig sein, facto hatte der Herr längere Beine als ich, mit meinen eins fünfundsechzig. „Da lang", sagte er noch kurz, bevor ich zum dritten mal an diesem Tag hinter ihm herlief. Wir rannten unter eingestürzten Mauern hindurch und nutzen die Trümmer um auf die Hausdächer zu gelangen, um so schneller durch die Stadt zu kommen.

Wir rannten über die Hausdächer und von unter uns hörten wir die Einwohner Lissabons rufen und verzweifelt schreien. Doch wir konnten auf diese Leute keine Rücksicht nehmen. So ging es immer weiter über die Dächer und wir mussten höllisch aufpassen, dass wir nicht von herabfallenden Trümmern erschlagen wurden oder durch Risse im Bauwerk nach unten fielen. Leider konnten wir uns von einem Dach eines Hauses nicht rechtzeitig retten und stürzen so in die Tiefe. Ich schaffte es mich relativ gut abzurollen und hatte somit den Sturz gut überstanden. Als ich mich wieder aufraffte, blickte ich in die toten Augen eines Mannes, welcher unter den Trümmern begraben war. Ich schaute weg und suchte Shay. Er war zu meinen Pech leider nirgends zu sehen. „Faith", hörte ich meinen Namen. „Shay. Cimar a tha thu?" „Ich weiß zwar nicht was das heißt, aber ich bin unverletzt. Wie geht es dir Prinzessin?" „Ganz gut nur ein paar kleine Kratzer, aber ich muss mir einen anderen Weg hier raus suchen. Shay du musst aber weiter gehen." „Aber Faith, ich lasse dich doch nicht hier zurück" „Doch, oder willst du das noch mehr Menschen sterben, Sag deiner Bruderschaft, dass sie aufhören sollen diese Artefakte zu suchen" „Okay", sagte er etwas widerwillig. „Faith bitte bleibe am Leben, tu es für mich... und dich." „Keine Angst mo chride, ich bin hart im nehmen" „Das ist gut, wir werden uns wiedersehen Schwester" „Shay darf ich dir noch einen Tipp geben" „Ja" „Mach diesen lächerlichen Bart ab, das steht dir nicht. „Du musst wohl immer das letzte Wort haben Prinzessin?" „Nur ab und zu und jetzt verschwinde, mo chride", sagte ich und wand mich der Wand hinter mir zu.

Ich kletterte diese hinauf und schaute mich kurz um, doch Shay sah ich nicht mehr und so hoffte ich das er es wenigstens schaffen würde. Wie konnte nur dieses Unglück geschehen, wir wollten doch nur die Welt verbessern und nicht tausende Unschuldige töten. Doch dies geschah leider gerade in Lissabon und da fasste ich den Entschluss diesen Menschen zu helfen. Vielleicht könnte ich wenigsten die Opferzahlen ein wenig verringern. Zuerst musste ich ein meine Unterkunft und dort meine andere Ausrüstung holen, damit ich überhaupt loslegen konnte. Ich lief los und wich wieder den Steinen und Trümmern aus, um fünf Minuten später an meiner Behausung anzukommen. Ich rannte schnell durch die Tür, die Treppe hinauf und stürmte in mein Zimmer. Dort nahm ich meine Umhängetasche und stopfte noch meinen restlichen Krempel rein. Kaum das ich das Haus verlassen hatte, stürzte es ein. Puh, da hatte ich echt Schwein gehabt. Einen letzten Blick auf das Meer werfend, wollte ich eigentlich loslegen, aber ich hatte ein seltsames Bauchgefühl. Ich schüttelte kurz meinen Kopf und verdrängte diese Ahnung. Ohne weitere Überlegungen rannte ich wieder in Richtung Stadt.

Die Beben hatten zum größten Teil aufgehört und ich versorgte gerade einen kleinen Jungen, welcher sich das Bein gebrochen hatte. Seine Mutter hockte neben ihm und sprach dem kleinen Mut zu, als die Leute um uns panisch worden. Ich unterbrach die Behandlung und blickte zu den Menschen. Blöd wenn man der Landessprache nicht mächtig war, aber so wie die Menschen sich verhielten, war etwas schlimmes im Anmarsch. Ich schaute zu der Mutter, aber sie lief schon in Richtung Osten. Ich versuchte mich durch die Menschenmasse zu drängen und wurde dabei ganz schön hin und her geschubst. Ich drängte mich zu einer eingestürzten Wand und kletterte auf höheres Terrain, dort hatte ich einen besseren Überblick. Ich schaute mich um und wunderte mich, im Hafen war kaum noch Wasser. Von so etwas hatte ich noch nie gehört, das konnte nichts gutes bedeuten. Ich lief weiter in östliche Richtung und die Schreie der Menschen wurden lauter. Als ich mich kurz wieder umdrehte, sah ich, dass das Wasser zurückkam um sich dann im Hafen zu brechen. Doch wie sonst zurück zu fließen, trat das Meer über das Hafenbecken und suchte sich seinen Weg durch die Stadt.

Ich rannte weiter über die Dächer und erblickte zum Glück eine Kirche vor mir. Das konnte meine Rettung sein. Erschöpft sprang ich wieder runter auf die Straße und lief die letzten Meter ebenerdig weiter. Vor der Kirche benutzte ich den Seilwerfer und dann war ich endlich auf dem Dach. Das Wasser stieg immer mehr an und langsam wurde es eng, das Dach schien nicht hoch genug zu sein und auf den Turm der Kirche konnte ich leider auch nicht, der hatte schon einen sechzig Grad Winkel. Bevor mir etwas neues einfiel, hatte mich das Wasser schon erwischt und ich ging unter. Ich versuchte wieder an die Oberfläche zu kommen, doch ich war der Kraft des Wassers hilflos ausgeliefert. Als ich endlich die Oberfläche wieder erreichte, füllte ich meine Lungen mit der dringend benötigten Luft und versuchte zur nächsten Erhöhung zu schwimmen. Mit letzter Kraft hielt ich mich an der nächsten Wand fest und plötzlich steckte mir jemand eine Hand hin. Ohne lange zu überlegen griff ich diese und wurde nach oben gezogen.

Mein Retter entpuppte sich als ein älterer Herr. Ich hatte wirklich eine großzügigen Schutzengel, dachte ich und blickt mich um. Neben mir waren auf dem Dach noch zwei Männer, drei Frauen mit ihren Kindern und die Frau mit den kleinen Jungen, welcher immer noch sein Bein hielt. Ich griff in meine Tasche, welche wie durch ein Wunder immer noch um meine Schulter hing, und holte ein paar Verbände raus. Auch wenn diese nass waren, zum stützen würden sie reichen. Ich verband das Bein meines kleinen Patienten und hoffte in meinen Herzen das Shay es lebend zu seinem Schiff geschafft hatte.

Übersetzung: Cimar a tha thu- Wie geht es dir