Warnung: In dieser Story geht es um die Beziehung von Minerva und Hermine, während Hermine noch nach Hogwarts geht.
In den späteren Kapiteln könnte es explizit werden.
Don't like don't read!
Dies ist außerdem meine erste Fanfic.
Ich bin dankbar über jede Kritik und freue mich immer über Eure Ratschläge und Tipps!


Harrys Feier verlief ohne Zwischenfälle und als die Schüler am morgen wieder aufstanden, hatte sich der Gemeinschaftsraum wie von Zauberhand aufgeräumt.
Nur eine Schülerin wusste, dass das nicht das Werk der Hauselfen war, sondern einer kleinen grau getigerten Katze, die Nachts stets nochmal nachschaut, ob es allen gut geht.

Als Minerva nach ihrer Nachtschicht im Gryffindor Gemeinschaftsraum nachsehen wollte, on inzwischen alle Schüler in ihren Betten angekommen waren, fand sie Hermine noch hellwach und am aufräumen. Das Mädchen hatte Nerven, dachte sich Minerva, immerhin hatte sie am Vortag stundenlang in einem Zug gesessen, die Zeremonie für die Erstklässler begleitet, eben diese dann durch die Schule geführt und dann noch die erste Patrouille des Jahres gemacht. Dazu kam Harrys Feier und jetzt noch aufräumen. Das ging Minerva gehörig zu weit.

Lautlos verwandelte sich die Katze in die strenge Lehrerin. Diese räusperte sich und zog eine Augenbraue gefährlich in die Höhe.

Hermine war schon beim Klang des Räusperns bewusst, wen sie hinter sich stehen hatte. Langsam drehte sie sich um. Sie überlegte sich keine Ausrede, Professor McGonagall würde es ihr eh nicht abnehmen.

„Professor, welch Überraschung Sie hier zu sehen. Wollten Sie auch die Party besuchen?"

„Miss Granger, haben Sie getrunken?" Ihre Lippe war mal wieder ein Strich und lies die Frau noch bedrohlicher wirken, als sie sowieso schon wirkte.

„Nein, wieso?" Fragte Hermine, doch so wie sie sich verhielt, konnte sie der Frau die Frage nicht übel nehmen. Um nicht noch auffälliger zu schwanken, setzte sie sich schnell hin. Zu schnell, denn anstatt die angepeilte Sofalehne zu treffen, traf sie die tiefer gelegene Sitzfläche. Der Höhenunterschied brachte sie plötzlich aus dem Konzept und so sackte sie in sich zusammen.

„Um Merlins Willen, Kind, wann haben Sie das letzte mal geschlafen?" Fragte McGonagall plötzlich besorgt und setzte sich neben Hermine.

Hermine versuchte der Frage auszuweichen, indem sie sich eindinglich mit ihrem Schnürsenkel beschäftigte und so tat, als sei nichts geschehen.

„Miss Granger, ich frage nicht erneut" sagte Minerva streng, sichtlich ungeduldig.

„Professor, es ist wirklich nichts ernstes, nur heute Nacht ist es etwas zu viel geworden" versuchte Hermine weiterhin dem strengen Blick ihrer Hauslehrerin auszuweichen.

„Miss Granger, ich toleriere ihr Verhalten nicht. Welche Gründe Sie auch immer haben, Sie müssen schlafen!" Sagte Professor McGonagall ernst. Sie vermutete, dass Hermine jetzt schon überarbeitet war.

„Ich habe meinen Schlaf etwas reduziert um mein Tagespensum zu erhöhen, was ist denn schon dabei…"

Professor McGonagall beachtete diese Aussage nicht weiter, sie würde später darauf zurückkommen. Im Moment interessierte sie nur eins.

„Seit wann haben Sie nicht geschlafen?" Fragte sie ruhig. Hermine wusste, dass es keinen Sinn hatte sie anzulügen, es war immerhin niemand geringeres Professor McGonagall.

„Ich habe die Nacht geschlafen bevor wir mit dem Zug angekommen sind. Das wäre letzte Nacht, Professor"

Sichtlich unzufrieden hakte diese nach: „und wie lange haben Sie geschlafen?"

„Nun, zwischen zwei bis drei Stunden, aber garantiert eher drei, wirklich Professor" versicherte Hermine mit ausladendem Kopfnicken.

„Wie lange haben Sie ihren Schlaf schon „reduziert"?" Bohrte Professor McGonagall weiter nach. Sie machte sich ernsthafte Sorgen um ihre beste Schülerin.

„Ich habe seit Beginn der Ferien damit angefangen. Am Anfang, weil ich nicht schlafen konnte aber inzwischen wache ich nach drei Stunden auf, weil mein Unterbewusstsein mir sagt, dass ich die Zeit such produktiver nutzen kann…"

„Was für ein Schwachsinn! Wie kommen Sie nur darauf? Sie brauchen Ihren Schlaf. Ich nehme an Sie wissen, dass Sie das schnellstmöglich in den Griff kriegen müssen?" Minerva wurde langsam ungehalten.

Sie sorgte sich zwar, doch verstand sie die Beweggründe für das ganze nicht.
Hermine antwortete nicht und so fuhr sie fort: „Miss Granger, wir werden Ihre Besuche bei mir auf einmal pro Woche erhöhten. Dann können Sie mit mir sprechen. Außerdem erwarte ich Sie heute um fünf Uhr in meinem Büro, dann erzählen Sie mir ausführlich wie Sie zu diesem Verhalten kommen und wir überlegen gemeinsam, wie wir das in den Griff bekommen."

Hermine reagierte wieder nicht und erst als Professor McGonagall aufstand, rührte sie sich wieder.

„Professor, es tut mir leid.."

Minervas Augen weiteten sich, bevor sie Hermines Arm nahm und ruhig sagte: „Es muss Ihnen nicht leid tun, aber wir müssen Sie unbedingt wieder hinkriegen, was meinen Sie?"

Die beiden lächelten sich kurz an, bevor Minerva Hermine wieder in das Sofa drückte.

„Sie bleiben hier sitzen, ich gehe kurz in meine Räume und hole Ihnen einen Trank. Sie rühren sich nicht vom Fleck!" Gab Minerva mit einem Augenzwinkern zum besten und verschwand als lautlose Katze.

Einige Minuten später, Hermine saß noch immer bewegungslos auf dem Sofa, kam Professor McGonagall wieder. Sie half Hermine auf und führte sie zur Treppe zu den Mädchenschlafsälen.

Hermine drehte sich zur Seite um sich von Professor McGonagall zu verabschieden und um sich zu bedanken, doch diese ging zielstrebig weiter.
Als sie bei Hermines Einzelzimmer ankamen, Hermine hatte das im Zuge des Vertrauensschüleramtes erhalten, öffnete Professor McGonagall die Tür und lies sie beide herein. Der Raum war wegen der Form des Turmes rund und lag direkt unterm Dach. Vor einem großen Fenster stand ein Doppelbett mit dunkelroten Vorhängen. Gegenüber des Bettes stand ein Schreibtisch, der bereits vollgestapelt war mit Hermines Unterlagen.

Minerva machte sich die mentale Notiz, der eifrigen Schülerin einen Tisch zu besorgen, damit sie die Materialien besser ordnen konnte und gleichzeitig noch platz zum arbeiten hatte. An der Wand mit der Tür, die von Bett bis zum Schreibtisch ging, standen Regale, die sich magisch an die Wandform angepasst hatten und bereits voll waren mit Büchern. Hermine hatte hervorragende Arbeit geleistet. Die gegenüberliegende Wand zeigte eine Tür, hinter der ein kleines privates Badezimmer lag. Der Raum wurde offensichtlich magisch vom Schulleiter erweitert, denn von außen war das Bad nicht zu sehen. Trotzdem hatte es ein schönes Fenster für Tageslicht.
Im Hauptraum setze sich Hermine auf das Bett und starrte an die Wand. Ihr Koffer stand noch unberührt neben dem Kleiderschrank neben der Tür zum Bad.

„Miss Granger, macht es Ihnen etwas aus, wenn ich selbst Hand anlege?" Fragte Professor McGonagall lächelnd.

Hermine verstand nicht was ihre Lehrerin meinte, doch sie nickte mit einem ausbaufähigen Lächeln.

Im Handumdrehen waren Hermines Sachen im Kleiderschrank verteilt und der Koffer unterm Bett verstaut. Hermines Klamotten hatten sich in ein kurzes dunkelrotes Nachthemd verwandelt. Es bestand vollständig aus Seide und die Öffnungen an Armen, Oberschenkeln und Dekolleté waren mit Spitze verfeinert.
Bevor Hermine sich fragen konnte, was sie hier gerade trägt, denn sie besaß so etwas nicht, hatte Professor McGonagall ihre getragene Kleidung bereits zur Wäsche geschickt und ihre Haare gekämmt und geflochten für die Nacht. Das ganze tat sie, ohne sich von ihren Standpunkt an der geschlossenen Tür zu bewegen. Nur Handbewegungen implizierten, dass sie gerade einige komplizierte Zauber ausführte.

„Miss Granger, ich habe ihre Räume nun mit einigen Zaubern geschützt. Aber machen Sie sich keine sorgen, die Tür wird Sie hereinlassen. So nun schlafen Sie mal."

Hermine zog die Bettdecke zurück und ließ sich nieder. Als sie gerade dabei war, sich hinzulegen, kam auch schon Professor McGonagall und deckte sie zärtlich zu. Sie setzte sich auf die Bettkante und sah Hermine eindringlich aus ihren smaragdgrünen Augen an.

„Das hier Miss Granger ist ein Trank für einen traumlosen Trank. Sie werden ruhig schlafen und dabei ein bisschen Ruhe erlangen".

Sie gab Hermine eine dunkelblaue Flüssigkeit. Hermine trank sie und legte den Kopf auf das Kissen. Das letzte an das sie sich erinnern sollte, waren die liebenswürdigen grünen Augen ihrer Mentorin, die ohne dass Hermine es wusste, neben ihr saß, bis sie endlich in einen tiefen Schlaf gefallen war.

Minerva sah noch eine Weile auf die schönen Gesichtszüge der Schülerin und fragte sich, wie sie Hermine von dieser Schiene herunterkriegen sollte. Sehr wohl wusste sie, weshalb Hermine auf ihren Schlaf verzichtete, doch sie wollte es von Hermine selber hören, damit ihr bewusst wurde, wie unsinnig ihr vorhaben ist.

Bevor sie sich in ihre eigenen Räume machte, räumte sie mit einem Wisch ihres Zauberstabs den Gemeinschaftsraum auf und hinterließ den Elfen ein nettes Dankeschön.

Niemand sah, wie eine grau getigerte Katze den Gryffindorturm verließ und sich durch die dunklen Gänge Hogwarts in ihre Räume begab.


Am morgen gingen die Schüler zum Frühstück als sei nichts geschehen, doch die Feier zu Harrys Rückkehr war das Gespräch der ganzen Schule. Besonders die Slytherins schienen schlechtlaunig zu sein, alle anderen Häuser freuten sich mit den Gryffindors über die gelungene Party und machten schon Pläne auch in ihren Gemeinschaftsräumen die ein oder andere Feierlichkeit auszurichten.

Fred und George wurden umkreist von Schülerscharen, die allesamt die neuen Indoor-Feuerwerkskörper kaufen wollten. Bei den jungen Mädchen war besonders das Harry-Potter-Gesicht beliebt, doch am meisten Zuspruch bekam die Darstellung von Hogwarts.

Hermine bekam von dem ganzen Trubel noch nichts mit. Sie hatte länger als üblich geschlafen und war etwas spät dran, als sie morgens durch die Gänge zur großen Halle lief. Zu spät kommen wollte sie keinesfalls, da heute morgen die Stundenpläne verteilt werden sollen.

„Hermine, da bischt du ja. Wir ham unsch schon gefragt, wo du schteckst" begrüßte Ron sie am Gryffindortisch. Das Essen war offensichtlich schon aufgetragen, aber Professor McGonagall war noch nicht in Sicht. Seltsam, war sie doch normalerweise so akkurat und pünktlich.

Ron und Harry unterhielten sich über Quidditsch, während Hermine und Ginny sich über den neuen französischen Austauschschüler unterhielten. Jaques hatte die Party gestern ziemlich aufgemischt und auch jetzt saß er am Tisch und wurde ähnlich wie Fred und George von den Mädchen nur so umkreist.

Als selbst Ginny sich wunderte, dass sie ihre Stundenpläne noch nicht hatten, kam wie aufs Stichwort Professor McGonagall in ihrem grünen Roben um die Ecke und betrat anmutig die große Halle. Hinter ihr erkannte Hermine Ellen Peare, dich sich lächelnd von der Lehrerin verabschiedete und sich zu ihren Freundinnen setzte. Als sie Hermine erblickte, kam sie zu ihr gelaufen und sprudelte direkt freudig los „danke dass Du mir gestern Abend so geholfen hast. Ich bin heute morgen sehr früh zu Professor McGonagall gegangen und habe mit ihr gesprochen. Sie hat sich ganz toll um mich gekümmert und ich fühle mich schon viel wohler!" Sie fiel Hermine kurz um den Hals, bis sie sich verabschiedete und wieder zu ihren Freunden eilte.

Professor McGonagall machte sich an die Arbeit und besprach mit den einzelnen Schülern ihre Stundenpläne. Sie dachte an Filius, der die Pläne seinen Schülern von Zauberhand zukommen lies, doch sie bevorzugte das persönliche. Auch wenn es sehr zeitintensiv war, konnten so Probleme direkt besprochen werden und Minerva bekam einen Einblick in die Schüler und ihren Tagesablauf. Außerdem hatte Albus es zu ihrer Zeit auch so gemacht und sie war immer sehr zufrieden.

Als sie zu Hermine und ihren Freunden kam, spannte Minerva etwas an. Sie besprach mit ihnen die Stundenpläne und fragte sehr provokativ, wie die Party war. Ron verschluckte sich in dem Zuge und wurde puterrot. Ob vor husten oder vor Scham, es brachte Minerva fast zum lächeln. Harry schaute beschäftigt in der großen Halle umher.

Nur Ginny war mutig genug um darauf zu antworten: „Sehr schön, danke der Nachfrage. Warum waren Sie denn nicht da?" Fragte sie ebenso provokativ wie die Professorin und erntete einen spitzbübischen Blick.

Hermine hatte sich den Austausch stumm angesehen, doch blieb still. Als Professor McGonagall zu ihr kam wegen des Stundenplanes, hatte sie dieses seltsame Gefühl. Gestern war etwas vorgefallen, doch egal wie sehr sie sich anstrengte, sich konnte sich nicht mehr dran erinnern.

Die Nachtschicht und die Feier hatte sie noch im Gedächtnis, doch was danach passiert ist, wusste sie nicht mehr. Doch heute morgen wachte sie in einem fremden Nachthemd auf und ihr Koffer war bereits ausgeräumt. Hatte sie das gestern Nacht noch gemacht? Doch das erklärt das seltsame Nachthemd nicht. Auch der Geruch nach Lavendel und Ingwer war ihr unbekannt. Vielleicht war einer der Hauselfen in ihren Räumen? Warum hatte sie die Farbe grün im Hinterkopf?

„Miss Granger..?"

Oh Gott. Professor McGonagall hatte mit ihr gesprochen und sie hatte es nicht mitgekriegt.

„gibt es noch fragen bezüglich ihrer Stunden?"

Hermine schüttelte stumm den Kopf und sah sich das Pergament das erste Mal richtig an.

„Sie kommen bitte heute um fünf Uhr in mein Büro" sagte Professor McGonagall streng und sah Hermine seltsam an.

Hermine nickte, packte ihre Sachen und ging schnell in ihre Räume. Harry, Ron und Ginny blieben noch sitzen

„Was war das denn?" Fragte Harry

„Ich weiß es nicht. Als wir eben über Jaques gesprochen haben, war sie noch so wie immer."

„Ich mache mir irgendwie sorgen. Sie ist so anders, als sei sie nie richtig da.."

„Ach Quatsch" warf Ron ein „das ist Hermine, die war schon immer seltsam"

„RON" maulten Ginny und Harry gleichzeitig, doch der dachte sich dabei nichts und schaufelte weiterhin Rührei in seinen Mund.

Professor McGonagall hörte dieses Gespräch als sie mit Fred darüber diskutierte, ob er tatsächlich Verwandlung belegen müsste. Sie machte sich genauso sorgen um Hermine wie Harry. Hermine schien die Ereignisse von dieser Nacht vergessen zu haben. Sie würde später nochmal nachhaken.

Den Tag über fiel Hermine vermehrt auf, dass Professor McGonagall sie beobachtete. Beim Mittagessen, im Unterricht und auch, wenn sie sich zufällig auf den Gängen sahen, betrachtete die Lehrerin sie eindringlich.

Um kurz vor fünf Uhr Nachmittags, ihre Freunde waren gerade auf dem Weg nach draußen, ging Hermine zum Büro von Professor McGonagall. Um Punkt fünf Uhr klopfte sie an die schwere Eichentür.

„Herein!" Ertönte es von innen.

Als Hermine die Tür öffnete, saß Professor McGonagall hinter ihrem Schreibtisch und schaute nicht auf. Sie schien gerade einen Brief zu schreiben, jedenfalls saß eine ungeduldige Eule auf dem Fensterbrett, die alle paar Sekunden fragend ihren Schnabel öffnete.

„Setzen Sie sich kurz, Miss Granger, ich bin gleich fertig" forderte McGonagall sie auf.

Hermine setze sich auf einen der unbequemen Besucherstühle. Sie blickte durch den Raum, den sie in den Jahren hier unzählige Male betreten hatte. Er hatte kaum eine persönliche Note und war offensichtlich auf produktives Arbeiten anstatt auf Wohlfühlen ausgerichtet.

Nach kurzer Zeit schloss Professor McGonagall den Brief und versiegelte ihn magisch mit dem Hogwarts-Wappen. Sie nahm ihre Brille ab und erhob sich. Hermine schaute sie fragend an.
„Wir gehen heute in meine privaten Räume. Ich habe das Gefühl, dass das angebrachter wäre" erklärte Professor McGonagall.

Hermine erhob sich und folgte ihrer Lehrerin durch den räum und vor ein Regal. Mit einer kurzen Handbewegung schob sich das Regal vor und öffnete den Weg durch einen Torbogen in die privaten Räume der Professorin. Typisch schlechter Muggelfilm über Zauberer dachte sich Hermine und musste lächeln.

Obwohl Hermine und Professor McGonagall sich regelmäßig zum Tee trafen, war Hermine noch nie in diesen Räumlichkeiten. Ihre Beziehung ging nie weiter als zum Sofa im Büro der älteren Frau.

Minervas private Räume spiegelten entschieden mehr ihre Persönlichkeit ab. Der Wohnraum bestand aus einem unteren Bereich, der die Wände rechts und links voller Bücherregale hatte. Die Wand durch die Hermine und Minerva gerade gegangen waren, hielt ebenso Bücherregale. Die Wand links hatte keine durchgehenden Regale, sondern drei große Lücken, die für drei deckenhohe Fenster vorgesehen waren. Die rechte Wand hatte nur eine große Lücke in der Mitte der Wand, um Platz für einen Kamin zu schaffen. Darüber prangte das Gryffindor-Wappen in seiner ganzen Pracht. Der Rest des Wohnraumes war in dunklem reichen Holz und dunklem grün gehalten.
In der Mitte des unteren Bereichs stand eine Sitzgruppe aus Mahagoni, bezogen mit gemütlichen dunkelgrünen Polstern.

Auf der Seite gegenüber der Tür führen einige wenige Treppenstufen in den oberen Bereich des Raumes. Hier stand ein großer Mahagoni Esstisch. An der linken Wand befanden sich wieder drei Fenster, die Wand bestand also aus insgesamt sechs Fenstern und ermöglichten dem Raum so, viel natürliches Licht zu erhalten. Die rechte Wand trug eine große Tür, die wahrscheinlich die offizielle Eingangstür war.

Oben und unten waren nur durch die Stufen getrennt, nicht durch eine Wand und so konnte Minerva von oben gut sehen, wie Hermine immer noch wie angewurzelt in der Tür stand.

„Nun kommen Sie schon rein, es zieht" sagte Professor McGonagall scharf und bewegte sich auf den Kamin hinterm Esstisch zu. Nachdem sie das Feuer entfacht hatte, ging sie oben durch eine Tür an der Kaminwand und kam nach einigen Minuten umgezogen wieder.

Sie trug nun einen dunkelgrünen Kashmir Rollkragenpullover und schwarze Hosen. Hermine konnte nicht anders als ihre unglaublich schmale Figur zu bemerken, die ihr unter den normalen Roben der Hexe noch nie so aufgefallen waren. Professor McGonagall hatte offensichtlich einen Körper der sich sehen lassen konnte.

Sie entfachte auch das Feuer im Wohnbereich und setzte sich neben Hermine auf das Sofa.

„Tee?" Fragte sie das Mädchen, das völlig unüblich wieder nur nickte. Minerva goss den beiden etwas ein und lehnte sich zurück in die Kissen.

„Sie wissen nicht mehr, was heute Nacht passiert ist, oder?" Hakte die Professorin nach. Hermine richtete die Augen beschämt zu Boden und schüttelte den Kopf

„Miss Granger, dass muss Ihnen nicht unangenehm sein. Dass sind manchmal Nebenwirkungen des Trankes den ich ihnen gegeben habe. Besonders dann, wenn die Person in der Zeit davor wenig geschlafen hat." versicherte Professor McGonagall.

„Professor, könnten Sie mir bitte zusammenfassen was passiert ist?" Drängte Hermine leicht. Sie konnte es nicht ertragen, nicht zu wissen, worauf die andere Frau anspielte.

Minerva fasste es ihr so leicht wie möglich zusammen und lies alle Einzelheiten weg, die das Mädchen beschämen könnten. Sie wollte, dass Hermine sich ihr öffnete und nicht das Gegenteil.„… wir haben danach beschlossen, unsere Treffen nun einmal pro Woche abzuhalten und Sie wollten mir erzählen, weshalb Sie ihren Schlaf so ungesund reduziert haben" schloss Minerva schließlich ab und blickte Hermine auffordernd an.

„Es ist wirklich nichts Professor, ich hatte schlicht Schwierigkeiten zu Schlafen" versuchte Hermine es abzuwenden

„Miss Granger, Sie mögen das zwar vergessen haben, aber wir waren gestern schon weiter" drängte McGonagall sie weiter „und jetzt lügen Sie nicht weiter, sondern spucken Sie es aus!" Die Professorin wurde langsam ungeduldig.

„Nun.." stammelte die sonst so selbstbewusste Hexe los „Ich glaube ich habe Angst zu versagen. Ich bin immer Klassenbeste, aber seit letztem Jahr habe ich Angst, dass ich Sie und die andere Professoren enttäuschen könnte. Ich habe angst, mal nicht perfekte Hausaufgaben abzugeben oder eine Frage falsch zu beantworten. Um das zu verhindern habe ich vorgearbeitet…" gab sie zu und blickte weiterhin zu Boden.

„Oh Miss Granger.. Hermine, denken Sie doch nicht sowas. Wir alle standen mal am Anfang und mussten es lernen. Sie sind so clever, niemand würde Sie für eine falsche Antwort ächten" sagte Minerva lachend.

Hermine blickte sie jedoch unglücklich an.

„Miss Granger ich meine es ernst. Sie machen sich viel zu viel Druck" bestätigte Minerva ihre vorherige Aussage.

Plötzlich brach Hermine in Tränen aus und Minerva konnte nicht anders, als ihren Tee, sowie Hermines Tee auf den Tisch zu stellen und das Mädchen zu umarmen. Zuerst rührte sie sich nicht, doch irgendwann erwiderte sie die Umarmung und genoss die Nähe und den Trost.

„…Ich.. ich gehöre hier nicht,.. nicht hin." Schluchzte sie weiter und wiederholte die Worte der kleinen Miss Peare.

„Shh.. Miss Granger, diese Worte möchte ich nie wieder aus Ihrem Mund hören. Sie sind die begabteste junge Hexe die mir seit langem untergekommen ist." Sie drückte Hermine fester an sich, während diese in ihre Halsbeuge weinte.

Plötzlich ertönte ein lautes Klopfen im Raum.

Die Hexen schreckten aus der innigen Umarmung auf und während Minerva ihre Kleidung richtete, wischte Hermine sich das Gesicht und versuchte so normal wie üblich auszusehen.
Um sich nicht doch irgendwie zu verraten, drehte sie sich zum Fenster, um die Person am offiziellen Eingang nicht ansehen zu müssen.
Minerva blickte ein letztes Mal zu Hermine um sich zu versichern, dass alles in Ordnung scheint und öffnete schließlich die Tür.

„Chrm, chrm…" ertönte es von der anderen Seite. „Wie lange wollen Sie mich hier warten lassen, Minerva?" ätzte die rosa gekleidete Frau los und kam ohne Aufforderung in den Raum.

Professor McGonagall wusste nicht wie ihr geschah, mit solch respektlosem verhalten hatte sie nicht gerechnet.

„Kommen Sie doch herein" betonte sie stechend und schloss die Tür hinter der bereits eingetretenen Frau.

„Was haben wir denn da? Granger, was tun Sie hier?"

„Das geht Sie gar nichts an, Dolores!" Schoss es aus McGonagall bevor Hermine auch nur den Mund öffnen konnte. „Was wollen Sie? Wie sie sehen bin ich beschäftigt, also halten Sie sich kurz" sagte Minerva und schaute die andere Lehrerin mit einem liebeswürdigen Lächeln an. Nur ihre Augen spiegelten den Hass, den sie empfand wieder.

„Nun, das würde ich gerne mit Ihnen persönlich besprechen. Miss Granger, wenn Sie nun bitte gehen würden"

„Was fällt Ihnen ein Miss Granger aus meinen privaten Räumen zu schmeißen?! Ich glaube Sie gehen nun und was immer Sie mit mir besprechen wollen, kann bis morgen warten"
Damit schob Minerva Professor Umbridge aus ihren Räumen und schloss die Tür.

„Das wird ein Nachspiel haben Minerva! Verlassen Sie sich auf meine Worte!" Konnte durch die geschlossene Tür gehört werden.

Ein lautes lachen durchbrach die Stille. Hermine hatte aufgehört zu weinen und amüsierte sich ehrlich über die Situation vor ihren Augen.

„Amüsieren Sie sich Miss Granger?" Fragte Minerva gespielt ernst und begann auch zu lachen.

Das war das erste Mal, dass Hermine Professor McGonagall herzhaft lachen hörte und sie hoffte, es öfter hören zu dürfen.

Gemeinsam saßen sie noch einige Zeit auf dem Sofa und sprachen miteinander, bis sie schließlich gemeinsam zum Abendessen aufbrachen, nachdem Minerva sich wieder normal angekleidet hatte.

In der großen Halle trennten sich ihre Wege.
Wie am morgen Miss Peare bedankte sich Hermine und ging zu ihren Freuden, während Professor McGonagall durch die Haustische zum Lehrertisch ging. Dabei hörte sie noch Ginny fragen, wie es Hermine gehe und diese antwortete, dass es ihr jetzt besser gehe. Diese Aussage freute Minerva so sehr, dass sie lächeln musste während sie auf den Lehrertisch und ihren Platz neben Albus zuschritt.

Diese Nacht hatte Hermine keine Nachtschicht und auch ihre Hausaufgaben schon erledigt, so dass sie früh ins Bett ging und über das Gespräch mit Professor McGonagall nachdachte. Sie hoffte inständig, die Lehrerin irgendwann besser kennenlernen zu können.

To be continued.
Ich würde mich sehr über eine kurze Rückmeldung freuen!