Warnung: In dieser Story geht es um die Beziehung von Minerva und Hermine, während Hermine noch nach Hogwarts geht.
In den späteren Kapiteln könnte es explizit werden.
Don't like don't read!
Dies ist außerdem meine erste Fanfic.
Ich bin dankbar über jede Kritik und freue mich immer über Eure Ratschläge und Tipps!

Sorry, dass das Update so spät kommt, aber durch den Uni-Stress hatte ich weder Zeit zum schreiben, noch zum darüber nachdenken. Als ich dann dieses Kapitel fortsetzen wollte, hatte es bereits 3000 Wörter und ich hatte Sachen reingeschrieben bei denen ich nicht mehr wusste, was ich damit bezwecken wollte... ich durfte also fast ganz von vorne anfangen, aber ich hoffe es ist nun zu Eurer Zufriedenheit!


Es war Sonntag und Hermine nutze den freien Morgen, um etwas auszuschlafen. Trotz der Tränke von Madam Pomfrey war sie nie 100% ausgeruht nach den Nachtschichten. Zu allem Übel hatte sie heute Nacht bereits die nächste, doch eigentlich freute sie sich darauf. Die Zeit vom Korridor bis zu ihrem Bett hatte sie damit gefüllt, sich Fragen für Professor McGongall zu überlegen. Sie wollte die Frau nicht direkt verschrecken, doch gleichzeitig war sie ungemein interessiert am Privatleben ihrer Lehrerin. War sie verheiratet? Hatte sie Kinder? Wie war sie als Schülerin hier auf Hogwarts?

Im Gegensatz zu Hermine war Minerva so früh wie eh und je auf den Beinen. Doch da am Sonntag die Korrespondenzen immer geringer waren als an den anderen Tagen, entschied sie sich dazu, einen Spaziergang zu machen. Eingepackt in ihren langen Mantel, machte sie sich auf den Weg durch das Schloss. Kurz vor dem Eingangstor traf sie auf Dumbledore. Es war keine Seltenheit, dass die beiden sich auf ihren allsonntäglichen Spaziergängen trafen.

„Guten Morgen, Albus" rief die Schottin, gerade bevor Dumbledore durch die Tür gehen wollte.

„Was ein Wunder dich hier zu treffen Minerva" schmunzelte Dumbledore und hielt der Dame die Tür auf.

Minerva lächelte ihn an und hakte sich bei ihm unter. Wer die beiden so sah, könnte denken sie seien mehr als nur Freunde, doch die Ländereien waren um diese Uhrzeit noch wie leergefegt und der dichte Nebel verhinderte die Sicht aus den Turmfenstern. Es hätte ihnen auch nichts ausgemacht, wenn sie so gesehen werden würden.
Wortlos gingen sie ein Stück und Minerva legte ihren Kopf an Albus Schulter. Er war nur ein kleines Stück größer als die Schottin.

„Was Bedrückt dich?" Fragte Albus sanft, nachdem sie eine Weile so gingen.

„Wie kommst du drauf, dass mich etwas bedrückt?" Fragte Minerva und entfernte ihren Kopf von Albus Schulter, um ihn ernst anzuschauen.

Dumbledore hob seine Hand zu Minervas Wange und streichelte sie sanft. Gleichzeitig blickte er ihr versichernd in die Augen und schob ihren Kopf zurück an seine Schulter. Sie setzten sich wieder in Bewegung und Albus führe seine Gedanken aus: „Du siehst nicht unglücklich aus, aber ich spüre, dass dich etwas beschäftigt. Sag es mir, meine Liebe!"

„Ich denke verstärkt über einiges nach, doch ich bezweifle, dass du das alles hören möchtest."

Albus erwiderte nichts und sie gingen zum Schwarzen See und setzten sich auf eine Bank am Ufer. Minerva zog ihren Mantel und Schal enger um ihren dünnen Körper und Albus legte seinen Arm um sie.

„Min, bitte sag es mir"

„Es ist nichts wichtiges Albus, wirklich.."

„Wenn es dich beschäftigt, beschäftigt es mich auch"

Es vergingen einigen Minuten bevor Minerva durch ein tiefes einatmen ankündigte, dass sie sich dazu entschieden hatte, Albus davon zu erzählen.

„Wie gesagt, es ist eigentlich nichts wichtiges.. Ich habe Miss Granger vor ein paar Tagen in einem fürchterlichen Zustand aufgefunden. Sie schläft nicht mehr richtig und ich mache mir sorgen. Sie hat zugestimmt, dass wir uns jetzt einmal wöchentlich zum Tee und zum reden treffen. Dazu sehe ich sie noch täglich im Unterricht und wir haben gemeinsam Nachtschichten, bei denen sich unsere Gebiete so nah liegen, dass wir sie immer gemeinsam machen. Ich verbringe unnatürlich viel Zeit mit einer Schülerin… und.. sie wächst mir immer mehr ans Herz…" beschämt sah die normalerweise so gefasste Hexe zu Boden.

„Minerva, ich verstehe nicht, was dich daran so beschäftigt. Es ist normal, dass Lehrer auch mal Zeit mit ihren Schülern verbringen. Gerade bei dir und Miss Granger versteht es jeder, da sie eine schwierige Zeit am Anfang hatte" versicherte Dumbledore seiner engen Kollegin und besten Freundin.

„Ich weiß nicht, manchmal denke ich, dass wir uns zu nahe stehen und die Bindung zwischen uns zu tief ist…"

„Erinnerst du dich an deine Schulzeit?"

„Was für eine Frage Albus, natürlich!"

„Du und ich standen uns auch näher als wir uns stehen sollten, die Leute haben darüber gesprochen, hat es uns geschadet? Nein. Hat es uns gestört? Nein. Sieh mal, wir sind bis heute eng befreundet und arbeiten zusammen. Niemand spricht mehr über diese Vergangenheit und die Leute vergessen es, sobald es aktuelleren Tratsch gibt." Albus wand seinen Blick vom See ab und blickte seine langjährige Freundin an. Skepsis stand ihr noch immer ins Gesicht geschrieben.

„Du als Schulleiter solltest eigentlich der erste sein, der mich davon abhält eine private Verbindung zu meinen Schülern zu haben!" Sie blickte ernst drein, doch sie wagte es nicht in sein Gesicht zu sehen. Sie wusste, dass die freundlichen glitzernden Augen und das typische Dumbledore-Lächeln ihre Pfeiler der Vernunft weiter zerbröckeln lassen würden.
Sie fuhr fort:
„Was nun, wenn die Leute es tatsächlich bemerken und anfangen darüber zu tratschen. Was nun, wenn meine Objektivität in Frage gestellt wird. Das geht wirklich gegen alles wofür ich stehe!"

An diesem Punkt drehte Minerva endlich den Kopf und sah exakt das, was sie erwartet hatte. Doch es hatte nicht mehr so viel Einfluss auf sie, jetzt, nachdem sie ihre Zweifel und Sorgen endlich laut ausgesprochen hatte.

„Meine liebe Minerva, niemand… niemand bei klarem Verstand würde es wagen, deine Objektivität in Frage zu stellen. Fahr weiter so fort wie du es bisher getan hast und wenn sich tatsächlich jemand beschweren sollte, handle ich. Du kannst mir vertrauen, wenn ich sage, dass mein Wort im Schulrat ein sehr gewichtiges ist. Ich würde jederzeit für dein Verhalten bürgen und das weißt du. Solange ihr diskret seid, kann euch nichts passieren."

Die beiden schwiegen sich eine Weile an, Minerva hatte langsam keine Argumente mehr und Albus genoss die Sprachlosigkeit seiner Freundin. Er zwinkerte sie an und sagte nur:

„Außerdem müssen wir immer bedenken, wir sprechen hier von einer Freundschaft zwischen einer Schülerin und ihrer Professorin. Nicht von einer heißen Affäre der beiden.."

Er beobachtete genau die Reaktion der Hexe neben ihm, um mögliche Hinweise zu ihrer tatsächlichen Gefühlslage zu erhalten. Minervas erste Reaktion waren weit aufgerissene Augen, in denen man klar lesen konnte ‚Wie kommst du denn auf sowas' doch danach zwang sie ihr Gesicht ausdruckslos zu verbleiben.

Albus würde später sagen, dass es genau dieser Moment war, in dem sie sich verraten hatte. Normalerweise hätte sie gelacht oder ihm wenigstens einen bissigen Kommentar entgegengebracht. Doch das fehlte. Sie war zu sehr bemüht, sich nichts anmerken zu lassen.

Minerva wollte dem Mädchen zwar keinesfalls freundschaftlich näher kommen, doch sie konnte nicht verbergen, dass sie ihr schon sehr nah war und sie ihre eigenen Gefühle nicht mehr verstand.
Albus beschloss seine Freundin nicht weiter zu drängen. Sie hatte heute morgen schon viel preisgegeben und im Moment war es offensichtlich, dass sie noch nicht bereit war über mehr zu sprechen geschweige denn nachzudenken.
So genossen sie noch einige Zeit die Stille des morgens, bis sie gemeinsam ins Schloss zurückkehrten und separat in ihre Büros gingen. Albus hatte Minerva sehr viel zum Nachdenken gegeben und sie brauchte Zeit für sich. Was war nur los mit ihr?


Es war ca. halb zehn als Hermine aufstand und sich fertig machte um zum Frühstück in die Große Halle zu gehen. Sonntags waren nicht so viele Leute auf einmal beim Frühstück, da es sich länger ziehen ließ, weil niemand pünktlich beim Unterricht sein musste.

Minerva machte sich mit dem Gedanken auf den Weg in die Große Halle, dass Hermine vielleicht gar nicht da war. Das hoffte sie sehr, da sie noch an ihrem Gespräch mit Albus zu knabbern hatte und nicht wüsste, wie sie der jungen Hexe gegenüber reagieren würde.
Natürlich, sollte Minerva dieses Glück nicht vergönnt sein und gerade als sie um die Ecke kam und auf die große geöffnete Tür der Halle zuging, kam Miss Granger von der anderen Seite um die Ecke und die beiden trafen genau vor der Tür aufeinander.

„Guten Morgen Professor" sagte Hermine fröhlich, die nichts vom inneren Konflikt ihrer Lehrerin ahnte.

„Miss Granger" antwortete Minerva etwas trocken und nickte in die Richtung der Schülerin. Ihre Augen trafen sich für einen kurzen Moment, doch das reichte Hermine aus, um etwas ungewohntes zu sehen. Die normalerweise so lebendigen und tiefen grünen Augen schienen verschleiert und emotionslos. Das Gesicht der älteren Frau war auch hauptsächlich frei von Anzeichen eines Gefühls, doch Hermine erahnte eine Traurigkeit hinter den hohen Wangenknochen. Besorgt blickte sie hinter ihrer Professorin her, die gerade zum Lehrertisch eilte. Was hatte sie nur? Hermine nahm sich vor, der Sache heute Abend auf den Grund zu gehen.
Vorerst jedoch, erlangte etwas anderes ihre Aufmerksamkeit.

Professor Dumbledore kam schnellen Schrittes durch die Tür. Hinter ihm versuchte Umbridge vergeblich Schritt mit dem großen Zauberer zu halten. Sie schien sehr laut mit ihm zu sprechen, es sah fast so aus als würde sie schreien. Ihr Gesicht war wutverzerrt und äußerst verkrampft. Fast alle Schüler waren inzwischen auf das ungleiche Paar aufmerksam geworden, das nun fast beim Tisch der Lehrer angekommen war, doch niemand verstand auch nur ein Wort. Einer der beiden musste einen starken Muffliato Zauber benutzt zu haben, damit die Konversation privat blieb.

„Was war das denn?" Fragte Hermine ihre Freunde als sie sich am langen Gryffindor Tisch niederließ.

„Keine Ahnung" erwiderte Harry ebenso sprachlos. Ron grunzte nur etwas unverständliches während er das French Toast kaute.

„Er schien ihr nichtmal zuhören zu wollen" bemerkte Hermine verwundert. „Normalerweise ist er so ruhig und geduldig, doch sie scheint ihn sehr zu reizen"

„Stimmt" bestätigte Harry. „So habe ich ihn selten erlebt. Grundsätzlich nimmt er seine Gespräche auch nicht mit in die Große Halle zum Frühstück. Eher würde er es ausfallen lassen.."

„Es schien so, als würde er sich nicht um das Gerede kümmern" wand Ginny ein, „sonst hätte er es tatsächlich nicht hier hergebracht."

„Wahrscheinlich wollte Umbridge mal wieder ein Stück vom Himmel und er hat es sich einfach nicht bieten lassen" schloss Harry das Gespräch.

Er hatte im Moment andere Sorgen. Die Quidditch Saison hatte noch nicht ganz angefangen und schon half er Wood bei der Taktik. Er würde die Mannschaft im nächsten Jahr übernehmen müssten und da bestand Oliver darauf, ihn vorher in die Geheimnisse einzuführen. Leider nahm ihm das zur Zeit jegliche Freizeit. Er nahm einen letzten Bissen und verabschiedete sich von Ginny, Hermine und Ron und lief schnellen Fußes zum Gryffindor-Gemeinschaftsraum.

Die drei wollten heute nach Hogsmeade gehen und dort den Tag verbringen. Dieses Jahr wurden die Hogsmeade Regeln ein bisschen verändert und so hatten ältere Schüler häufiger die Möglichkeit ins Dorf zu gehen.
Es brauchte jedoch kein Genie um zu wissen, dass diese Regelung im Laufe des Schuljahres sowieso noch von Umbridge aufgehoben wurde.

Kurz vor Ende des Frühstücks, kam die Post. Hermine erhielt neben ihrem Tagespropheten heute eine besonders große Menge Post. Sie erkannte ein Päckchen ihrer Eltern und noch zwei weitere Briefe, die sie nicht direkt zuordnen konnte. Sie schlitzte den ersten auf:

Sehr geehrte Miss Granger,
Ich bitte Sie heute um 5 Uhr in mein Büro zu kommen.
Mit freundlichen Grüßen
A. Dumbledore,
Schulleiter

Verwundert über die Einladung des Schulleiters widmete sie sich dem anderen Brief. Schon als sie ihn herumdrehte und ihren Namen sah, wusste sie von wem er kam. Die grüne Tinte und die sauber und ordentlich geschwungene Handschrift verrieten es ihr sofort. Dazu kam noch das Wachssiegel. Nicht so wie bei Dumbledores Brief mit dem Wappen Hogwarts', sondern mit einem anderen Wappen und den umschlungenen Buchstaben MM. Kurz fragte sie sich, ob sie den Brief lieber alleine öffnen sollte, doch warum sollte sie das tun? Also schlitze sie auch den zweiten Umschlag auf.

Liebe Miss Granger,
Ich würde Sie bitten sich heute um 19 Uhr in meinem Büro einzufinden.
Alles weitere besprechen wir dort.
Bitte bringen Sie Ihren Kalender mit.
Mit herzlichen Grüßen,
Minerva McGonagall

Der Brief von Professor McGonagall wirkte direkt ein bisschen weniger formell als der vorherige von Dumbledore. Hermine konnte nicht anders, als jedes Indiz zu bemerken. Das private Siegel wahrscheinlich mit ihrem Familienwappen, die Anrede „Liebe Miss Granger", die „herzlichen" Grüße anstelle der „freundlichen" Grüße und schließlich das ergänzen ihres Vornamens in der letzten Zeile.

Professor Minerva McGonagall

Minerva McGonagall

Minerva

Minerva.


Hermine und Ron waren gerade im Gemeinschaftsraum und warteten dort auf Ginny. Diese kam kurze Zeit später um ihnen mitzuteilen, dass sie kurzfristig absagen müsse, da eine ihrer Freundinnen Probleme hätte und sie ihr beistehen wollte. Also gingen Hermine und Ron alleine nach Hogsmeade. Harry sollte sie dort etwas später im „Die drei Besen" treffen, damit sie gemeinsam ein Butterbier zum Beginn des neuen Schuljahres trinken konnten.
Sie hatten die Uhrzeit extra etwas nach vorne geschoben, damit Hermine keine terminlichen Schwierigkeiten bekam. Termine war auch ihre Aussage, als sie begründete weshalb sie nicht so lange konnte wie geplant.

Es war ungewöhnlich kalt für einen September und so zogen Ron und Hermine ihre Schals enger um ihren Hals um sich vor der stechenden Kälte zu schützen. Vor den Toren Hogwarts' trafen sie auf Seamus, Dean und Parvati, mit denen sie sich zusammenschlossen. Nach einigen Metern bedeutete Ron, dass Hermine sich ein bisschen zurückfallen lassen sollte. Als sie einen kleinen Abstand zu den anderen hatten, schaute Hermine Ron fragend an.

„Hermine… sag mal findest du es nicht komisch, dass Hagrid nicht da ist?" Fragte Ron sichtlich beunruhigt. Der Halbriese war seit Schuljahresbeginn nicht in Hogwarts aufzufinden. Die drei hatten sich zwar gewundert, doch richtig thematisiert hatten sie es nicht.

„Doch schon, wie kommst du darauf?"

„Ich habe das gestern Abend mit Harry besprochen. Was, wenn Umbridge dahinter steckt?" Sagte Ron und schaffte es dabei noch beunruhigter auszusehen.

„Du hast recht. Das könnte sein…" überlegte Hermine still und setzte fort: „Wir wissen alle, was sie von Minderheiten und Halbblütern hält."

„Hör mal, Du hast doch einen guten Draht zu McGonagall. Kannst du sie nicht mal fragen?" Schlug er ihr verzweifelt vor.

„Ron, warum fragst du sie nicht einfach selber?" Fragte Hermine leicht erbost. Sie mochte es nicht, wenn man es so darstellte als sei sie mit ihren Lehrern befreundet. Selbst wenn es eigentlich fast zutraf, nervte es sie zutiefst.

„Also hör mal! Mir würde sie gar nichts anvertrauen. Sie hasst mich!" Schoss Ron. Sie wurden langsam so laut, dass sich die drei anderen Gryffindors umdrehten und sie interessiert ansahen.

„Sie hasst dich doch nicht. Würdest du einfach mal deine Hausaufgaben machen und zu den Nachtschichten erscheinen, würde sie dich vielleicht eine wenig mehr schätzen als sie es momentan tut." Erklärte Hermine in einem gedämpften Ton.
Ron erwiderte nicht und begann plötzlich sehr abgelenkt die schönen Häuser Hogsmeads zu betrachten. Hermine fiel seine Verlegenheit auf und beschloss, ihn nicht weiter zu ärgern.
„Ich werde sehen was ich aus ihr herausbekommen kann" beantwortete sie seine vorherige Frage und lächelte ihn an. Er begriff ihre Umsicht und lächelte zurück. Sie schlossen zu den anderen auf und beteiligten sich an deren Konversation, bis sie beim „Drei Besen" angelangt waren und sich gemeinsam einen Tisch suchten.

Hermine verließ die Gruppe noch kurz, um sich Tinte und Pergament im Dorf zu kaufen und machte einen kurzen Abstecher zum Honigtopf, wo sie auf Neville und Luna traf, die sie direkt einlud mit in die Gaststätte zu kommen.
Zu dritt machten sie sich auf den Weg die Dorfstraße hinunter und sahen gerade noch einige Lehrer mit unter anderen Professor McGonagall, Professor Flitwick und Madam Hoch in den Pub eintreten. Hermine hoffte inständig, dass die Lehrer sich einen Tisch nahmen, der weit von ihrem Tisch entfernt war, da sie die komische Situation mit Professor McGonagall nicht ertragen würde. Sie hatte sie zwar in ihr Büro gebeten, doch Hermine erinnerte sich an die abweisende Haltung ihrer Lehrerin als sie sich heut morgen vor der Großen Halle begegnet sind.

Luna, Neville und Hermine betraten den Pub und gingen zum Tisch mit den anderen. Hermine, die als letzte hineingekommen war, hatte keine andere Wahl, als sich auf den letzten freien Platz am Tisch zu setzen. Sie saß nun, an der langen Seite des Tisches mittig und blickte direkt geradeaus in die durchdringend grünen Augen von niemand anderem als Minerva McGonagall. War ja klar dachte sich Hermine. Am Tisch der Schüler, saßen Neville und Ron gegenüber von Hermine, doch die beiden hatten eine größere Lücke zwischen den Schultern, die Hermine und Minerva ein sehr weites Feld zur Augenkommunikation gab. Es herrschte Spannung zwischen den beiden und man spürte es auch auf diese Distanz. Beide hofften individuell, dass es niemand der anderen Leute am Tisch merkte.


Nach einigen Getränken und einer kleinen Malzeit, verabschiedeten sich Dean und Seamus. Ron hatte sich mehrfach mit Seamus angelegt, da dieser Harry nicht glaubte, dass Voldemort wieder auferstanden ist. Luna war mit Parvati bereits vor dem Essen gegangen, da Parvati ihr den neuen Shop im Dorf zeigen wollte. Er verkaufte die seltsamsten Instrumente und magischen Artikel und traf damit genau Lunas Geschmack.
Neville und Ron saßen noch mit Hermine am Tisch und gemeinsam warteten sie auf Harry. Ron und Hermine stritten sich über die Hausaufgaben-Vereinbarung von der Ron schwor, dass sie sie getroffen hatten. Hermine jedoch, hatte noch nie davon gehört, dass sie einen Handschlag darauf gegeben haben soll, Harry und Ron jede zweite Woche freiwillig ihre Hausaufgaben zum Abschreiben zu geben.
Neville war derweil tief in ein Gespräch mit Professor Sprout vertieft. Ihre gemeinsame Begeisterung für Kräuterkunde verband sie. Neville musste sich halb über den Gang lehnen, um mit Pomona sprechen zu können. Als Professor Flitwick aus seiner Unterhaltung mit Minerva und Madam Hooch aufblickte und das sah, schlug er beiden Gruppen vor, sich einfach zusammen an einen Tisch zu setzen. Neville stimmte freudig zu und auch die Lehrer schienen nichts dagegen zu haben.

Ron saß ein bisschen unwohl auf seinem Platz und fragte sich, ob er einfach aufstehen und gehen sollte. Jetzt verbrachten sie auch noch die Freizeit mit ihren Professoren, schlimmer ging es wohl nicht. Noch mieser als Ron blickten Hermine und Minerva drein. Doch da alle anderen sich bereits umgesetzt hatten, blieb ihnen nichts anderes übrig. Da sie zudem zu lange gezögert hatten, mussten sie auch noch gegenüber sitzen, schon wieder. Madam Hooch, die bereits leicht beschwipst war, wankte zur Theke um sich eine weitere Flasche Feuerwhisky und weitere Gläser zu holen. Pomona und Neville steckten noch in ihrer Unterhaltung, die inzwischen auch Filius in seinen Bann gezogen hatte. Zu dritt diskutierten sie, in wie fern Zauberkunst beim Transport von fragilen Pflanzen helfen konnte. Das ließ Minerva, Hermine und Ron übrig, die sich anschwiegen, aber nicht wagten sich in die Augen zu sehen. Hermine wusste nicht, weshalb Minerva heute morgen so reagierte, doch sie wollte nicht vor den anderen fragen. Es war schlichtweg angespannt zwischen ihnen und Hermine begriff es nicht. Sie hatten gestern Abend noch so viel Spaß gehabt…

Ron saß einfach nur teilnahmslos daneben, doch er wunderte sich auch nicht. Nach ein paar Minuten stand er auf und ging zu Madam Hooch um über Quidditch zu philosophieren.
Nachdem Rolanda und Ron an der Theke verblieben waren, um näher an der Quelle zu sein und eine halbe Stunde verging, kam endlich Harry. Er war Hermines Rettung, doch anstatt sich mit an den Tisch zu setzen, ging er zu Ron und Madam Hooch an die Bar.
Eine weitere halbe stunde später beschloss die Gruppe, sich aufzulösen. Hermine trennte sich Harry und Ron auf der Dorfstraße, weil die beiden noch Scherzartikel einkaufen wollten. Hermine hatte bereits eingekauft.
Auf dem Weg hoch nach Hogwarts sah Hermine eine einsame Figur in Richtung Schloss laufen. Die anderen waren offensichtlich noch sitzen geblieben.
Sie beeilte sich um die Person einzuholen.

„Professor…" rief Hermine „Warten Sie bitte auf mich." Hermine legte noch einen Schritt zu und war kurz darauf bei der Person angekommen.
Ohne zu sprechen, machten sie sich gemeinsam auf den Weg hoch zum Schloss, bis Hermine die Stille durchbrach.

„Professor, was haben Sie? Sie waren heute morgen so abweisend mir gegenüber" fragte Hermine leise und blieb abrupt stehen. Professor McGonagall tat es ihr gleich und drehte sich zu ihr. Innerlich am kämpfen, ob sie nun die Wahrheit sagen sollte. Doch sie würde ihre Prinzipien nicht vernachlässigen.

„Ich bin mir nicht so sicher, ob das was wir tun richtig ist." antwortete sie schlicht und hatte wieder diesen Vorhang vor den Augen.

„Was tun wir?" Fragte Hermine, doch sie wusste genau, worauf Minerva hinaus wollte.

„Das hier. Das zwischen uns. Ich bin Ihre Professorin und Sie meine Schülerin. Eine tiefere private Beziehung wäre falsch."

„Aber Professor, das können Sie nicht machen" versuchte Hermine schwach zu kontern.

„Es tut mit leid."

„Nein!" Sagte Hermine plötzlich. Sie wurde langsam sauer. „Das werden Sie jetzt nicht tun! Professor, wir verstehen uns sehr gut, wir teilen die gleichen Interessen und ich werde nicht zusehen, wie sie dieses einmaliges Verständnis zwischen uns wegwerfen, nur weil Sie es unangebracht finden! Es gehören zwei zu einer Freundschaft, Sie können diese Entscheidung nicht alleine treffen und ich werde es nicht akzeptieren. Wir tun nichts verbotenes.."

Als sie Minervas traurige Augen sah, wurde ihr Ton weicher „Ich mag Sie und möchte Sie näher kennenlernen. Wir sind sowieso diskret und dass wir bereits eine enge Bindung haben, können Sie nicht leugnen. Werfen Sie das bitte nicht weg."
Hermines Worte waren eine Bitte und als sie sie formulierte, fingen ihre Augen an zu tränen. Minerva, die ihre Zweifel wieder wegpackte, riss sich zusammen und umarmte das Mädchen.

Hermine schluchzte in Minervas Mantel weiter „Ich brauche Sie doch" und da begriff Minerva erst, wie wichtig sie für das Mädchen war, dessen Eltern nichts mit ihrer Welt anfangen konnten und dessen Mitschüler mehrere intellektuelle Stufen unter ihr waren. Minerva drückte Hermine fester an sich und flüsterte beruhigende Worte in die lockigen Haare.

Keine der beiden ahnte, dass sie von oben von kristallblauen Augen beobachtet wurden.


Mit entschieden besserer Laune machte sich Hermine am späten Nachmittag auf den Weg zu Professor Dumbledore. Um Punkt fünf Uhr klopfte sie an die Bürotür des Schulleiters.

Die Tür öffnete sich wie von Geisterhand (also eher weniger durch Geisterhand, als durch Zauberstabhand) und der Schulleiter erhob sich von seinem Stuhl hinter dem Schreibtisch.

„Ah Miss Granger, pünktlich wie immer. Komme Sie herein!" Sagte er freundlich und wies auf einen der Besucherstühle.

„Dankeschön, Professor" sagte Hermine und setze sich. Professor Dumbledore tat es ihr gleich und schaute sie freundlich an.

„Sie wundern sich sicherlich, warum ich Sie hergebeten habe…"

Als Hermine nickte fuhr er fort.

„Nun Sie sind Gryffindor-Vertrauensschülerin und haben durchaus gute Aussichten auf das Amt der Schulsprecherin im siebten Jahr. Wie Sie sicherlich wissen, haben schon viele vor Ihnen dieses Amt bekleidet. Ihnen dürften einige Weasleys bekannt sein und auch ich selber hatte das Amt inne. Auch Professor McGonagall war Schulsprecherin" ergänzte Albus und achtete genau auf Hermines Reaktion.

Diese lächelte bei der Erwähnung ihrer Lieblingslehrerin. Albus entging das nicht.

„Nun.. zurück zu meinem Anliegen. Ich und Professor McGonagall haben uns die Liste der diesjährigen Vertrauensschüler angeschaut und haben Sie für die fähigste Person befunden; Wir wollten Sie fragen, ob Sie die Leitung des Sozialkomitees übernehmen würden."

Hermines Mund öffnete sich und es sprudelten unendlich vielen Fragen heraus. Doch Dumbledore hielt ruhig die Hand hoch um sie schmunzelnd zum Schweigen zu kriegen.

„Ich werde Ihnen die Aufgaben kurz erläutern, aber seien Sie gewiss, Sie müssen es nicht übernehmen. Ich weiß, Sie haben viel stress und deswegen wollte Minerva eigentlich nicht, dass wir es Ihnen antragen, aber ich denke es wird eine gelungene Ablenkung für Sie darstellen."

Hermines Augen hatten plötzlich einen traurigen Schimmer, als sie hörte, dass Professor McGonagall ursprünglich nicht wollte, dass sie dieses Amt übernahm. Auch das entging Albus nicht.

„Also: Das Sozialkomitee besteht aus zehn Schülern. Diese stellen Sie als Leiterin zusammen. Fünf davon sind Vertrauensschüler und fünf sind andere Schüler, die Sie für geeignet halten. Wenn Sie weniger als fünf Vertrauensschüler auswählen wollen, ist das auf Rücksprache natürlich auch möglich. Nun, es gibt dieses Gremium schon länger, doch das Team des letzten Jahres hat sich fürchterlich zerstritten und deshalb wollte niemand weitermachen; Sie kennen vielleicht den Leiter, da er aktuell im sechsten Schuljahr ist. Die Schüler aus dem siebten Jahr haben wichtigeres zu tun. Da bleibt nun noch Ihr Jahr, Miss Granger, und hier sind wir nun"

Er machte eine Pause und stand auf und ging zu einem Regal. Er zog ein altes Buch heraus. Als er sich wieder setze, stellte Hermine fest, dass es ein Fotoalbum war.

„‚Das Komitee' wie es umgangssprachlich hier abgekürzt wird, ist zum Beispiel für die Planung von feierlichen Bällen oder anderen Veranstaltung verantwortlich. Jeder Leiter und jedes Mitglied kann natürlich auch eigene Vorschläge einbringen und umsetzen. Hier habe ich einige Fotos des Komitees und ihrer Projekte durch die Jahre. Vielleicht hilft es Ihnen, aber ich bin sicher, dass Sie sich sehr schnell eingewöhnen. Bei Fragen können Sie natürlich immer zu mir oder einem Lehrer ihrer Wahl kommen!"

Er reichte Hermine das Album.

„Professor, darf ich es mir eine gewisse Zeit ausborgen?"

„Ja natürlich;" lächelte der Schulleiter „haben Sie noch fragen?"

„Nein, erstaunlicherweise im Moment nicht, Sir…"

„Sie können sich natürlich Zeit nehmen um zu überlegen, ob Sie diese Aufgabe auf sich nehmen möchten, aber lassen Sie sich nicht zu lange Zeit, es gibt einen Winterball zu organisieren" bemerkte Dumbledore zwinkernd.

„Professor ich glaube, ich brauche keine Zeit zum überlegen. Ich mache es!" sagte Hermine und strahlte vor Freude.
Die beiden Sprachen noch ein bisschen über Hermiones neue Aufgabe, als Dumbledore plötzlich etwas einfiel, dass er bisher vergessen hatte zu erwähnen.

„Ach so Miss Granger, da wäre noch etwas. Das Komitee hat immer einen Lehrer als zweite Leitung dabei. Es ist auch Ihre Aufgabe beziehungsweise Ihr vergnügen, diesen Auszuwählen."

Als wäre Hermine nicht schon glücklich genug gewesen, intensivierte sich dieses Gefühl augenblicklich. Ihre Augen strahlten noch mehr Freude aus als sowieso schon.

„Professor Dumbledore, Sir, worauf sollte ich dabei achten?" Fragte Hermine, obwohl sie natürlich schon die perfekte Person im Kopf hatte.

„Nun der Professor sollte in der Lage sein sie zu unterstützen bei Ihren Ideen und Projekten und es sollte jemand sein, der auch damit umgehen kann. Die Wahl liegt, wie bereits gesagt, allein bei Ihnen, doch es dürfte Ihnen klar sein, dass es bessere und schlechtere Wahlen gibt" erläuterte Dumbledore mit einem Schmunzeln.

„Ich werde es mir gut überlegen. Soll ich es zuerst mit Ihnen besprechen oder lieber direkt zu der Lehrkraft gehen die ich für angemessen halte?"

„Da ich hinter jedem meiner Lehrer voll und ganz stehe, müssen Sie es nicht zuerst mit mir absprechen, aber behalten Sie im Hinterkopf, dass der von Ihnen ausgewählte Professor auch ablehnen könnte. Vielen haben so schrecklich viel zu tun…"

„Alles klar, danke Sir. Wenn das alles wäre, würde ich dann jetzt gehen" sagte Hermine, erhob sich und schob das Fotoalbum in ihrem Armen zurecht.
Dumbledore bot ihr noch ein Zitronenbonbon an bevor er sie zur Tür geleitete und sie verabschiedete.


Da Sie noch ein wenig Zeit vor ihrem Termin mit Professor McGonagall hatte, machte sich Hermine auf in ihr Zimmer um sich Gedanken um das Komitee zu machen. Sie hatte bereits zahlreiche Ideen und auch die Besetzung war ihr schon fast klar. Nachher würde sie direkt Professor McGonagall fragen, ob sie die Leitung übernehmen würde. Sie war zwar stellvertretende Schulleiterin und hatte wahrscheinlich sogar mehr zu tun als Dumbledore selber, doch wie schon Minerva und Albus bei Miss Granger dachten, so dachte Hermine, dass Professor McGonagall diese Art von Ablenkung gerade gelegen kommen würde.


19 Uhr konnte für Hermine gar nicht schnell genug kommen. Zehn Minuten vorher griff sie ihren Kalender, den Professor McGonagall gewünscht hatte, und sie packte das Fotoalbum, das sie sich von Dumbledore ausgeliehen hatte. Sie hatte sich die Worte praktisch schon zurechtgelegt um ihr das Komitee anzubieten.

Da es Wochenende war hatte sie den Tag über ihre Muggelkleidung getragen, doch da sie heute eine Nachtschicht hatte, trug sie inzwischen wieder ihre Schuluniform, wie Dumbledore es sich am Anfang des Jahres gewünscht hatte. Sie sollten auch mit ihrer Kleidung vorbildlich sein.
Hermine wollte sich heute Abend eigentlich hübsch anziehen mit einer dunkelroten Bluse und einer schwarzen Hose, ein Ensemble dass sie reifer und erwachsener wirken lassen sollte, doch dann war ihr die Nachtschicht wieder eingefallen und sie verwarf ihre Pläne.

Genauso pünktlich wie heute Nachmittag bei Dumbledore, klopfte Hermine um Punkt sieben an die Tür der stellvertretenden Schulleiterin. Im Gegensatz zu Dumbledores Tür, ging diese nicht magisch auf, sondern von Hand.
Dahinter erschien eine lächelnde Minerva McGonagall, die Hermine erst musterte bevor sie sie herein bat.

„Miss Granger, schön Sie so pünktlich zu sehen" sagte Professor McGonagall mit einem anerkennenden Lächeln. Sie liebte Pünktlichkeit.
Hermine machte Anstalten zum Schreibtisch ihrer Professorin zu gehen. Doch die andere Frau fasste sie leicht an der Schulter an um sie zu unterbrechen.

„Miss Granger, wir hatten uns bereits näher kennengelernt" lachte sie und zeigte in Richtung ihrer privaten Räume. Ebendiese Räume, in denen sie so unwirsch von Umbridge unterbrochen wurden. Ebendiese Räume, in denen sich ein Lehrer nicht mehr mit seinen Schülern aufhalten durfte.

Doch Minerva gab nichts auf die Dekrete und bewegte sich bereits vorwärts.

Nachdem sie durch die Tür getreten waren, bedeutete Professor McGonagall Hermine sich auf eins der Sofas zu setzen. Sie selber kam auch kurze Zeit später, nachdem sie den beiden eine Tasse Tee geholt hatte.

„Wie ich sehe haben Sie Ihren Kalender mitgebracht, sehr gut" bemerkte Minerva und lehnte sich gegen die Lehne der Couch während sie Hermine ansah.

„Wieso sollte ich ihn mitbringen?" fragte diese neugierig.

„Ich dachte ich helfe Ihnen ein wenig mit der Organisation Ihres Schuljahres und außerdem sagte Professor Dumbledore mir, dass Sie sich entschieden haben das Komitee zu übernehmen" sagte Professor McGonagall und klang dabei fast erfreut.

„Aber das habe ich doch erst vor wenigen Stunden überhaupt erfahren.." bemerkte Hermine verwundert.

„Nun, da ich wusste, dass Albus es Ihnen vorschlagen würde, habe ich mir schon gedacht, dass Sie es annehmen werden" und diesmal lächelte sie tatsächlich.

Hermine reagierte mit einem ihrer strahlenden Lächeln und öffnete ihren Kalender.

Sie lehnte sich vor und zog den Tisch ein wenig an sie heran, aber sie musste sich ziemlich runterlehnen und den Rücken krümmen um an das kurzbeinige Holzbrett heranzukommen.

Minerva reagierte promt als die das sah und stand auf.
„Ich glaube es ist besser Miss Granger, wenn wir das an einem richtigen Tisch erledigen. Ich möchte nicht, dass sie sich den Rücken verrenken" sprach sie behutsam und geleitete Hermine, die inzwischen ebenfalls aufgestanden war, zum Esstisch im oberen Bereich des Raumes.

Minerva setzte sich vor Kopf, da dies ihr üblicher Platz war, wenn sie den Tisch gebrauchte und Hermine nahm sich den Platz rechts neben ihr und öffnete zum wiederholten Male ihren Kalender.

Minerva lehnte sich rüber um besser sehen zu können und so verbrachten sie die nächsten 45 Minuten damit, die Prüfungen einzutragen, geeignete Lernzeiträume zu finden und gleichzeitig Platz für das Komitee zu schaffen. Auch die Nachtschichten trugen sie akribisch ein.

„Da wäre noch etwas, das mir sehr wichtig ist Miss Granger.." begann Professor McGonagall während Hermine noch einige Eintragungen machte. Minerva lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück, betrachtete ihre Schülerin eindringlich und wartete bis diese fertig war.

„Was wäre das denn, Professor?" fragte Hermine und hob den Kopf.

„Unsere Treffen. Wir hatten beschlossen sie einmal die Woche abzuhalten und ich bestehe darauf. Sie brauchen die Ablenkung und Sie brauchen jemanden mit dem Sie sprechen können. Sollten Sie jemanden gefunden haben, dem Sie sich öffnen können, dann sagen Sie mir Bescheid, doch bis dahin, sehen wir uns jede Woche zum Tee!" erklärte Minerva scharf. Es war ihr offensichtlich sehr wichtig und sie wollte, dass dieser Nachdruck auch bei Hermine ankommt. Sie sollte dringend wissen, dass sich jemand um sie sorgt und kümmert.
Doch als Minerva Miss Grangers Gesicht war, erkannte sie den Schock den sie bei der Schülerin aufgelöst hatte… war sie vielleicht doch ein bisschen zu hart in ihrer Wortwahl?
Sie schob noch freundlicher hinterher: „Sie können auch Ihre Bücher zum lernen oder lesen mitbringen. Wir müssen nicht sprechen, doch wenn Sie etwas belastet, bin ich hier um Ihnen zu helfen."

„Danke" sagte Hermine schlicht und sah ein wenig überrumpelt aus.

Die beiden saßen eine Weile schweigend da. Minerva starrte ins Feuer und war tief in Gedanken versunken, während Hermine Minerva anstarrte. Sie musterte die Frau eindringlich, wie sie es schon so viele Male zuvor getan hatte.

Hermine war froh, dass Professor McGonagall um sie herum ihre Mauern gesenkt hatte. Während Minerva gedankenverloren in die Gegend starrte, konnte Hermine gar nicht fassen wie viel sie aus dem Gesicht der normalerweise so kontrollierten Hexe ablesen konnte. In der Öffentlichkeit wäre sie nie so offen, doch hier bei Hermine schien es ihr nichts auszumachen… oder sie hatte schlichtweg vergessen, dass Hermine noch neben ihr saß.

Hermine räusperte sich, um auf sich aufmerksam zu machen.
Langsam fokussierten Minervas Augen wieder ihre Umgebung und sie drehte sich wieder voll zu Hermine.

„Wo waren wir?.. Achso, ja. Also, Ihre freien Nächte sind am Montag und am Donnerstag. Also dachte ich, es wäre am sinnvollsten, wenn wir Montags oder Donnerstags vereinbaren."

„Ja das passt mir. Wenn es Ihnen passt, wäre mir Montags lieber, da ich da wenige Hausaufgaben kriege und ich vieles vorher am Wochenende erledigen konnte" gab Hermine zu. Sie wollte Professor McGonagall nicht drängen, doch Montags war passte ihr besser, da Mittwochs das Komitee zusammentreffen würde.
Sie wollte ihre Professorin noch fragen, doch angenommen sie nahm an, dann wäre es sinnvoller sich vor den Komiteetreffen zu sehen und nicht danach, auch angenommen, sie würden eng zusammenarbeiten als leitende Schülerin und leitende Lehrerin. So konnten die beiden vieles im Vorhinein besprechen und gemeinsam an einem Strang ziehen.

„Montag Nachmittags habe ich für gewöhnlich Konferenzen.." startete Minerva, und schon jetzt wurde Hermine wieder unsicher. „ … doch ich halte Montags für einen guten Tag. Macht es Ihnen etwas aus, wenn wir den Tee auf abends verlegen? So um 19 Uhr?"

„Ausgezeichnet" strahlte Hermine und machte sich daran die Tage und Termine zu markieren.

Als sie die Organisation von Hermines Schuljahr hinter sich hatten, begaben die beiden Hexen sich wieder auf das Sofa. Minerva am linken Ende und Hermine am rechten, so hatten sie es sich bereits angewöhnt.

„Professor, ich hätte da noch eine Frage beziehungsweise ein Angebot"

Minerva nickte und bedeutete ihr fortzusetzen und sah sie aufmerksam an.

„Nun Sie wissen ich habe das Komitee übernommen und ich habe mir schon Gedanken gemacht, wer die richtigen Schüler sind um das Komitee so effektiv wie möglich zu gestalten und Professor Dumbledore sagte ich müsste auch noch eine Leitung von Seiten der Lehrer aussuchen. Seien Sie versichert, ich weiß, dass Sie viel zu tun haben, doch Sie waren meine erste Idee und wenn ich ehrlich bin, denke ich, Sie sind die einzige Person, die ich für geeignet halten würde. Ich behauptet dass die männlichen Lehrer da eher abgeneigt sind, doch ich würde Professor Snape für mehr als unzumutbar halten, Professor Flitwick ist ein wenig zu nett und Hagrid auch eher ungeeignet. Professor Sprout ist nicht organisiert genug, Professor Hooch hat kein Interesse an sowas, Professor Trelawney ist genauso unzumutbar wie Snape. Nun ich muss Ihnen jetzt nicht jeden einzelnen aufzählen, doch es wäre schön wenn Sie es sich überlegen würden, Sie sind nämlich organisiert, sozial, leidenschaftlich und kompetent.. ich könnte ihnen jetzt noch mehr Ihrer Eigenschaften aufzählen sich ich denke ich habe schon genug gesagt. Also wenn Sie drüber nachdenken würden…" brabbelte Hermine los.

Sie war so beschäftigt, dass sie nichtmal mitbekam, wie schwer es ihre Lehrerin hatte, nicht laut loszulachen.

„Miss Granger, ich mache es sehr gerne. Ich denke es ist eine gute Ablenkung zu meinem Schulalltag" lächelte sie.

Sie verbrachten noch einige Zeit auf dem Sofa vor dem brennenden Kaminfeuer. Sie saßen inzwischen beide in der Mitte und blätterten durch das Fotoalbum, dass Hermine von Dumbledore mitgebrachte hatte.
Minerva konnte Anekdoten zu einigen der Aufnahmen erzählen. Die beiden lachten ausgiebig, bis Minerva ging um sich umzuziehen und wieder ihre strenge Persona auspackte. Die beiden machten sich gemeinsam auf den Weg ihre Nachtschicht zu beginnen.

Sie sprachen diese Nacht wenig miteinander. Beide noch gedanklich am Tag hängend und müde wegen der vielen Ereignisse. Sie beschlossen auch das „Spiel" das Hermine die nacht zuvor vorgeschlagen hatte, auf ein anders Mal zu verschieben, doch Hermine machte klar, dass sie keinen Abstand von er Idee nehmen würde.
Minerva antwortete mit einem „Ich hätte nichts anderes von Ihnen erwartet, Miss Granger" und lächelte wieder.

Sie hatte unnatürlich viel in letzter Zeit gelächelt und das hauptsächlich in der Gegenwarte von Herm… Miss Granger. Sie musste aufpassen, nicht alle ihre Mauern umzureißen und die junge Frau nicht zu nah an sich rankommen zu lassen, denn sie war zwar nicht wie die anderen Schüler, und doch war sie nur eine Schülerin, die sie am Ende des nächsten Jahres verlassen würde, wie alle anderen Schüler auch. Als Lehrerin kann man, darf man sein Herz nicht an seine Schüler hängen, denn das wäre immer schmerzhaft am Ende.

Sie konversierten noch ein wenig, bevor Minerva Hermine zum Gryffindor-Turm brachte. Sie wünschten sich eine gute Nacht und gingen ihre getrennten Wege.


To be continued.
Ich würde mich sehr über eine kurze Rückmeldung freuen!