6. Gleise und Schienen

Zwei Jahre später

"Komm schon, Harry! Wir verpassen noch den Zug!" rief Ron, der seiner Schwester hinterher auf die Absperrung zwischen Gleis 9 und 10 zu hastete. Harry rannte ihm nach, so schnell es sein voll gepackter Koffer zuließ. Im Gegensatz zu Ron behielt er dabei aber stets seine Umgebung wachsam im Auge.

Und das war gut so. Denn sonst hätte er den Avada Kedavra vermutlich nicht rechtzeitig kommen sehen, der unvermittelt aus der Menge auf ihn zu raste.

Harry ließ seinen Koffer fallen und sprang flink beiseite; in seinem Kopf ratterten parallel Winkelkalkulationen, Listen von Flüchen und Sirius lange Vorträge über das Kämpfen an dicht bevölkerten Orten herunter.

MUGGEL, drängte sich ein Gedanke in den Vordergrund. EXTREMER KOLLATERALSCHADEN!

Leicht panisch warf Harry Blicke nach allen Seiten und fand sich, wie er befürchtet hatte, nahezu vollständig umzingelt. Doch seine Angreifer waren so freundlich gewesen, ihm ausgerechnet das Portal zum Gleis 9 ¾ frei zu lassen. Sicher steckte dahinter eine finstere Absicht, aber Harry musste es zumindest versuchen. Mit einem hakenschlagenden Sprint erreichte er die nackte Betonwand und wagte einen Hechtsprung. Zu seiner immensen Erleichterung ließ ihn die Barriere passieren und es gelang ihm, auf der Zaubererseite sauber abzurollen.

Hastig blickte er sich erneut um. Familien standen ringsum, kleine Kinder winkten ihren älteren Geschwistern zu, die aus den Fenstern des Hogwarts-Express lehnten und kein Einziger der Erwachsenen hatte auch nur einen Zauberstab in der Hand!

Scheiße.

Harry drehte sich um. Der erste Angreifer war bereits durch die Barriere und hob seinen Zauberstab. Harry sprach einen eiligen Sonorus, und noch während er sich unter einem Cruciatus wegduckte und mit einem Diffindo antwortete brüllte er: "ALLE SOFORT IN DEN ZUG! DIE ERWACHSENEN AUCH! ALLE EINSTEIGEN UND ABFAHREN! TODESSER SIND AM GLEIS!"

Harry hasste es, berühmt zu sein. Egal, wohin er ging, alle guckten ihm nach, wollten mit ihm sprechen, betrachteten ihn als eine Art Gemeinbesitz. Jeder wollte etwas von ihm. Aber es hatte auch Vorteile. War Harry schon vor seinem offiziellen Debüt in der Zaubererwelt berühmt und geachtet gewesen, so hatte sich sein Ruf nur noch verstärkt, als sich herumsprach, dass er schon mit Vierzehn ungesagte Magie beherrschte. Die Wochenenden verbrachte er meist bei Sirius und trainierte mit diesem weiter, und unter der Woche gab er so viel davon wie er nur konnte an seine Geschwister ehrenhalber weiter - also an Ginny, Ron, Fred und George.

Percy schien zu glauben, dass Noten für seine Zukunft wichtiger waren als die Fähigkeit, sich zu verteidigen, und blieb den Treffen fern. Ihre Mitschüler dagegen sahen das anders, vor allem seitdem Voldemort und seine Todesser ihre Planungsphase beendet hatten und regelmäßige Angriffe auf wichtige Orte des magischen öffentlichen Lebens ausführten. Bald kannte jeder Schüler zumindest um zwei Ecken herum jemanden, dessen Opa, Mutter, Bruder, Tochter oder bester Freund von den Todessern umgebracht oder schwer verletzt worden war und die Spannung stieg.

Harry sah sich mit einem ganzen Schwarm von wissbegierigen Schülern konfrontiert, die vom Jungen-der-Lebt Verteidigung lernen wollten. Remus war sicherlich kein schlechter Lehrer, aber er musste in seinen Kursen auch Wissen über dunkle Kreaturen und gefährliche Objekte vermitteln. Harry dagegen konnte sich auf praktische Übungen und Taktik konzentrieren, was bei seinem Publikum sehr gut ankam.

Sirius bekam Wind davon und kündigte spontan seinen gerade erst angetretenen Job als Auror wieder, um sich von Dumbledore als Lehrer für Praktische Verteidigung anheuern zu lassen. Das entlastete Harry und machte Sirius Freude - vermutlich viel zu viel, wenn man es recht bedachte.

Kindskopf.

Nichtsdestotrotz war Harry vor allem bei der jüngeren Generation fest etabliert als "der Junge-der-Lebt und auch noch verdammt viel Ahnung vom Kämpfen hat"; nicht zuletzt weil er bei einem Angriff der Todesser auf Hogsmeade derjenige war, der alle seine Mitschüler durch den Geheimgang im Honigtopf (den Sirius ihm gezeigt hatte) wohl behalten zurück nach Hogwarts geführt hatte.

Zu ihrer aller Glück hatten Harrys Mitschüler ihre Eltern zu großen Teilen von ihren Ansichten überzeugen können, was einige positive Nebeneffekte hatte. Vor allem einer davon war im Moment ein wahrer Segen: Wenn Harry Befehle gab, dann wurden diese befolgt.

In Windeseile leerte sich Gleis 9 ¾, die Lok stieß ein gellendes Pfeifen aus und der Zug rauschte mit ratternden Rädern in einer Dampfwolke davon. Auch Ron und Ginny waren offenbar eingestiegen. Harry fühlte sich zugleich alleingelassen und zutiefst erleichtert. Seine Ziehgeschwister hatten noch nicht gelernt zu apparieren und wären dem Angriff hilflos ausgeliefert gewesen. Er dagegen konnte im Notfall fliehen, was sicher keiner der Todesser von einem angehenden Sechstklässler erwarten würde.

Zurück blieben also Harry, drei Todesser und... Voldemort höchst persönlich.

Harry schluckte. Noch nie war er dem selbsternannten "Dunklen Lord" direkt im Kampf gegenüber gestanden. Sein Herz rutschte ihm in die Hose und am liebsten wäre er zur Ratte geworden. Aber zum einen hätte ihm das auf dem weit offenen Bahnsteig ohne Schlupflöcher nicht viel gebracht und zum anderen hätte er damit seinen zweiten Joker verspielt. Er stand dem mächtigsten und dunkelsten Zauberer seit Grindelwald gegenüber; da konnte er alle Vorteile brauchen, die das Leben ihm gönnte.

Er hatte absolut nicht vor, hier zu sterben.

Mit verbissener Miene verlagerte Harry sein Gewicht auf die Zehenspitzen und beugte sich leicht vor, den Zauberstab fest in der rechten Hand und bereit, jeden Augenblick auszuweichen, einen Schildzauber zu sprechen oder zum Gegenangriff überzugehen.

Voldemort schritt ihm langsam entgegen, gelassen als habe er alle Zeit der Welt. Harry schluckte. Die Gewissheit des Dunklen Lords, dass ihm sein Opfer nicht entkommen konnte, ließ Harry an seiner eigenen Einschätzung der Lage zweifeln. Hatten die Todesser den Ausgang zum Muggelteil des Bahnhofs gesperrt? Lag gar ein Anti-Disapparier-Fluch über Gleis 9 ¾?

In diesem Moment ging Sirius ganzes Training mal einfach den Bach runter und Harry wollte nur noch eines: weg! Er drehte sich auf dem linken Fuß...

Und prallte von einem unsichtbaren Schild ab. Anti-Disapparier-Fluch.

Harrys schluckte schwer. Einen Moment stand er einfach nur bedröppelt da und sah zu, wie ein fies grinsender Voldemort immer näher kam. Hinter dem Dunklen Lord hielt einer seiner Handlanger seinen Zauberstab etwas fester als die übrigen und hatte einen sehr konzentrierten Blick; Harry konnte sich denken, dass der wohl den Fluch aufrecht erhielt. Es wäre ja schön, wenn er mit diesem Wissen etwas anfangen könnte, aber leider standen zwischen ihm und diesem Todesser zwei seiner Kollegen sowie Voldemort selbst. Harry zermarterte sich verzweifelt das Hirn nach einem Ausweg, doch es wollte ihm einfach nichts einfallen.

Da spürte er, wie seine rechte Tasche sich selbstständig machte. Ein rascher Blick nach unten zeigte ihm Krätze, der sich mühselig berappelte, um die geräumige Jackentasche durch den schmalen Schlitz am oberen Ende zu verlassen. Ungläubig sah Harry zu, wie sein langjähriger Freund einen Satz zu Boden machte und auf flinken Rattenbeinen den Abgang machte.

Echt jetzt?!

Klar, Harry würde Voldemort auch lieber nicht gegenüberstehen. Aber nach allem, was sie mit einander durchgemacht hätten, hatte er von Peter wirklich mehr erwartet, als dass er ihn einfach so im Stich ließ. Tränen brannten in Harrys Augen und er fühlte sich unglaublich mutlos.

Voldemort sah es und fing an, leise zu lachen. "Harry Potter, verraten vom rückgratlosesten aller Verräter! Hach, es ist immer wieder eine Freude, Wurmschwanz bei der Arbeit zuzusehen!"

Harry blieb stumm. Er hatte zu viel Mühe damit, einfach nur die Tränen zurückzuhalten, als dass ihm jetzt noch eine schlagfertige Antwort eingefallen wäre. Er wusste, dass es sinnlos war, aber als Voldemort auf drei Schritte an ihn herangekommen war, setze Harry trotz allem zu einem weiteren, verzweifelten Disapparationsversuch an. Er verlagerte sein Gewicht auf den linken Fuß...

Ein Schrei ertönte, dann ein Fluch und ein schmerzerfülltes Quieken.

Harrys Kopf fuhr herum. Er hatte es nicht beobachtet, doch er konnte sich lebhaft vorstellen, wie Krätze dem Halter des Anti-Disapparier-Fluchs in die Zauberstabhand gebissen hatte, denn er sah gerade noch, wie Krätze panisch quiekend durch die Luft flog, während der Todesser seine schmerzende Hand schüttelte.

Im Bruchteil einer Sekunde reagierte Harry und vollendete seine Drehung. Urplötzlich fand er sich vor dem Bahnhofsgebäude wieder.

Kein Disapparierschild mehr. Hah!

Harry wurde warm ums Herz. Krätze hatte ihn nicht im Stich gelassen! Und er war Voldemort entkommen, und Krätze hatte gewiss schon einen sicheren Winkel erreicht und war vor den Todessern sicher. Erleichtert lachte Harry auf.

Das Lachen verging ihm gehörig, als mit lautem Krachen drei Todesser und Voldemort selbst um ihn herum erschienen.

Die können meiner Disappartion folgen? Scheiße!

Mit wachsender Panik apparierte Harry erneut. Und wieder. Und wieder. Jedes Mal wurde er dabei hektischer und irrationaler. Einmal fand er sich oben auf dem Dach Big Bens wieder, wo er gehörig ins Rutschen kam und schnell wieder apparieren musste, ehe er hinunter fiel. Er wusste nicht, ob Voldemort und seine Anhänger ebenfalls auf dem Turm landeten oder unten auf der Straße und es war ihm auch egal. Nur weg!

Ein weiterer Satz brachte ihn in irgendjemandes Wohnküche. Die Frau sah ihn verdutzt an, zu verwirrt um auch nur zu schreien. Aus dem unbeachtet herabsinkenden Wasserkocher lief ein Schwall heißes Wasser auf den Boden.

"Sorry!" rief Harry und verschwand wieder. Noch in der Drehung für die Apparation hörte er erneut ein vierfaches Krachen und wusste, dass die arme Frau soeben düstere Gesellschaft bekommen hatte. Er wollte hoffen, dass die Todesser sie in Ruhe ließen, doch ein kleiner Teil von ihm konnte sich der Hoffnung nicht erwehren, dass sie an die Dame so viel Zeit verschwenden würden, dass sie seine Spur verloren.

Scham gesellte sich zu Harrys Panik und beim nächsten Sprung konnte er sich endgültig nicht mehr helfen: Als er sich urplötzlich in einem dunklen Gang wiederfand, verwandelte er sich instinktiv in eine Ratte.

Und erstarrte.

Mit tosendem Rattern kam ein gleißendes Licht aus der Dunkelheit. Das bekannte vierfache Krachen ertönte. Es war wie ein fleischgewordener Alptraum: Blutrünstige Verfolger hinter ihm, ein rasendes, unbekanntes Gefährt vor ihm, dass sich mit wahnsinniger Geschwindigkeit näherte.

Fünkchen rollte sich ganz klein zusammen, schloss die Augen und bibberte.

Die Tube toste über ihn hinweg. Dann war Stille.

Langsam, gaaanz langsam hob Fünkchen seinen Kopf und blickte in der Dunkelheit umher. Rechts und links von ihm glaubte er die Schienen leicht in der fast vollständigen Dunkelheit leuchten zu sehen. Über ihm wehte ein modriger Wind durch den Gewölbegang. Die Stille war vollkommen. Fünkchen konnte keine Anzeichen von menschlichem Leben ausmachen.

Hatten die Todesser seine Fährte verloren?

Misstrauisch tapste Fünkchen ein paar Schritte vorwärts, schnupperte, dann blieb er wieder stehen und lauschte angestrengt. Nichts. Vorsichtig, gaaanz behutsam, machte sich Fünkchen auf den Weg. Er bog bei der nächsten Gelegenheit von der Hauptroute ab in ein schmales Rohr, in das gerade so eine Ratte passte. Er kannte diese Rohre; das waren Regenabzugsrinnen und mit etwas Pech konnten sie lebensgefährlich werden. Fünkchen hoffte inständig, dass es jetzt keinen spontanen Wolkenbruch gab und er trockenen Fußes das andere Ende erreichte.

Das Wunder geschah und Fünkchen tauchte zwei Stunden später aus einem Kanaldeckel auf eine kleine Seitenstraße auf. Er war sich ziemlich sicher, dass ihm die Todesser nicht gefolgt sein konnte. Trotzdem lief er noch zwei weitere Stunden als Ratte herum, ehe er die Rückverwandlung wagte und nach Grimmauld Place apparierte.

Das Haus war verlassen. Harry schleppte sich müde durch die Türe und wollte eigentlich nur unter die Dusche und dann in sein Bett. Aber er konnte sich denken, dass in Hogwarts alles seinetwegen in Aufruhr war. Vor allem die Weasleys, und natürlich Sirius. Da begleitete er einmal Harry nicht zum Zug sondern reiste ein paar Tage früher nach Hogwarts, um seinen Unterricht vorzubereiten – und dann das.

Also biss Harry die Zähne zusammen und schleppte sich zum Kamin. "Professor Black's Büro, Hogwarts", zwang er sich sehr klar zu sprechen. Die Flammen loderten blau. Harry steckte den Kopf hinein. "Sirius?", rief er. "Sirius, kannst du bitte den Kamin aufmachen? Ich möchte rein."

Es war nicht Sirius, sondern Remus, der kurz darauf in Harrys Blickfeld erschien. "Harry, oh gütiger Merlin! Du hast keine Ahnung wie schön es ist, dich zu sehen, Kleiner!"

"Ist Sirius nicht da?", fragte Harry müde.

"Nein, er sucht dich", antwortete Remus. "So wie auch so ziemlich alle anderen. Ich musste da bleiben und den Kamin bewachen, weil ich heute zu wacklig auf den Beinen bin. Verfluchter Vollmond", grummelte der Rumtreiber in seinen nicht vorhandenen Bart. Dann erhellte sich sein Gesicht. "Dafür bin ich der erste, der dich wohlbehalten zu sehen bekommt! - Entschuldige, ich lasse dich ja warten!" Mit einer raschen Geste seines Zauberstabs entriegelte Remus die Verbindung.

Harry zog seinen Kopf zurück und trat in den Kamin. Gleich darauf wurde er von Remus fest in die Arme gezogen. "Ich bin so froh, dass es dir gut geht, Harry!"

Harry ging es genauso, und die warme Umarmung gab seiner mühsam bewahrten Selbstbeherrschung den Rest. Er klappte in Remus Armen weinend zusammen. Remus ging vortrefflich damit um. Er ließ die Suchtrupps Suchtrupps sein und kümmerte sich erst einmal darum, Harry noch fester zu umarmen, bis er sich ausgeweint hatte. Dann machte Remus ihm eine schöne heiße Schokolade, und erst der Teenager mit seinem warmen Getränk und einer Decke über den Schultern auf dem Sofa eingekuschelt saß, ging Remus zum Kamin, um Madam Pomfrey zu rufen. "Harry ist zurück und er hat einen ziemlichen Schock erlitten." Mehr brauchte er nicht zu sagen. Keine zwei Minuten später stand die Heilerin mit einer Tasche voller Tränke unter dem Arm in Sirius Büro und übernahm die Fürsorge für Harry.

Und Remus machte sich an die Aufgabe, einen Patronus nach dem anderen loszuschicken, um die Suche nach Harry zu beenden.


Der Hogwartsexpress traf ein, Dumbledore verkündete freudig, dass alle dem Angriff auf Gleis 9 ¾ unbeschadet entronnen waren und das Festmahl nahm seinen Lauf. Harry nahm nicht daran teil. Er verbrachte lieber den Abend als Fünkchen, eng an Krätze gekuschelt auf Sirius Sofa, während sein Pate daneben saß und ihm immer wieder sanft übers Fell strich.

Sirius war auf Harrys Bitte hin nach London gefloht und dann zum Bahnhof appariert, um Peter zu suchen. Dank seiner Hundenase hatte er ihn bald aufgestöbert und Peters Sorge um Harry hatte die Ratte dazu getrieben, tatsächlich ihre Deckung zu verlassen und zu Sirius zu kommen, obwohl Peter Tatze - zurecht - immer noch misstraute.

Sirius war Peter aber in dem Moment herzlich egal, der Ex-Sträfling sammelte seinen verräterischen einstigen Freund bloß für Harry ein und wollte so schnell wie möglich zurück zu seinem Patensohn, um endlich zu erfahren, was mit diesem geschehen war.

Doch kaum war er wieder zurück, hatte Harry Krätze erleichtert an sich gedrückt und war dann zu Fünkchen geworden, um mit der anderen Ratte zu kuscheln. Sirius fühlte sich übergangen. Aber er konnte sehen, wie Fünkchen in seinem Nest aus Decken zitterte und verzweifelt Krätzes Nähe suchte. Also schluckte er widerstrebend den bissigen Kommentar runter, der ihm auf der Zunge lag, und setzte sich einfach nur stumm neben die beiden. Harry war gerade mit Voldemort zusammengetroffen und stand unter Schock. Da mussten Sirius eigene Bedürfnisse und Meinungen jetzt einfach mal hinten anstehen. Wichtig war im Moment nur, dass es Harry gut ging.

Ganz allmählich schien sich Harry wieder zu beruhigen. Fünkchen zitterte kaum noch und begann, die Nase wieder aus Krätzes Bauchfell herauszuziehen, wo er sich bisher versteckt hatte. Beide Ratten schüttelten sich, streckten sich und wurden langsam wieder munter.

Das Festmahl musste vor wenigen Minuten erst begonnen haben und eigentlich sollten alle Bewohner des Schlosses in der Großen Halle versammelt sein. Daher zuckten alle drei Personen auf dem Sofa - der Mensch und die beiden Ratten - heftig zusammen, als es auf einmal stürmisch an der Türe klopfte.

"Harry? Harry! Professor Black, lassen Sie uns rein! Geht es Harry gut?"

Die Weasleys. Natürlich.

Fünkchen schnaubte kurz belustigt, dann verwandelte er sich wieder in Harry. "Lass sie rein, Sirius."

Sirius beäugte ihn kritisch. "Ich kann sie auch wegschicken, wenn du gerade Ruhe brauchst."

Harry seufzte. "Ruhe wäre jetzt schön, aber das kann ich ihnen nicht antun. Sie haben meinen Befehl befolgt und mich mit Voldemort alleine gelassen, Sirius."

Sirius nickte knapp. Einen Kameraden dem Feind hilflos auszuliefern, weil man sonst die Mission gefährden würde, war für ihn als Ex-Auroren kein unbekanntes Konzept. Er hatte es nie tun müssen, war aber im Training darauf vorbereitet worden und wusste, was das einem Menschen antun konnte.

Wortlos ging er zur Türe und öffnete. Herein purzelten erstaunlicher Weise nicht nur Ginny, Ron und die Zwillinge - einer über den Anderen, mit Ron ganz am Boden des Stapels -, sondern auch Percy.

Harry lächelte. Hatte der steifste aller Weasleys also doch ein Herz. "Hi Leute", sagte er leise.

Ron spannte fluchend alle Muskeln an, um sich aus dem Berg von Weasleys hervorzuziehen und klappte dann frustriert wieder zusammen. Fred und George schienen tierischen Spaß daran zu haben, sich gegenseitig am Aufstehen zu hindern, während Ginny einfach nur geplättet zwischen ihren Brüdern lag und langsam rot anlief. Percy war der erste, der tatsächlich auch aufstehen konnte, und tat das so schnell, wie es ihm würdevoll möglich war. Sollte niemand sagen, dass Percy Weasley seine Contenance verlor, nur weil er auf einem Haufen seiner Geschwister auf Professor Blacks Teppich gelandet war!

Harry lachte. Die Weasleys waren eine wundervoll lebenslustige Familie und ihre verschiedenen Schrullen und Eigenheiten waren genau das, was er nach seinem schrecklichen Tag brauchte!

Sirius packte zwei Arme und zog die Zwillinge auf die Beine. Dann nahm er Ginny bei den Hüften und lupfte sie von Ron herunter, um sie wieder auf ihre eigenen Füße zu stellen. Harry war inzwischen aufgestanden und half Ron vom Boden hoch.

"Alles klar, Kumpel?", fragte er kameradschaftlich.

Ron nickte mit hochrotem Kopf. Ihm war der ganze Auftritt sichtbar peinlich. Oder vielleicht war es auch nur Wut auf seine Geschwister. Trotz allem gelang es ihm, seinen Fokus auf Harry zu behalten. "Und bei dir, Harry?"

"Ganz ehrlich?" sagte Harry. "Ich bin ganz schön durch den Wind. Das war Voldemort, Ron!"

"Du-weißt-schon-wer!", korrigierte Ron entsetzt.

Harry rollte die Augen. "Ja ja, schon gut. Ich gebe ja zu, er ist wirklich furchteinflößend. Aber verdammt, Ron, wenn du ihm einen Titel gibst, wird das auch nicht besser."

Ron grummelte etwas Unverständliches, legte das Thema aber zugunsten der sehr viel spannenderen Frage beiseite: "Und was ist passiert? Wie bist du ihm entkommen? Ist er tot?"

Harry lachte. Es war kein nettes Lachen. "Ron. Ich bin sechzehn. Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich einen ausgewachsenen Zauberer von Voldemorts Kaliber besiegen könnte!" Zugegeben, es war ein bisschen gemein, aber Harry störte sich ausreichend an Rons Zusammenzucken bei der bloßen Nennung des Namens, dass er ihn von der Reaktion entwöhnen wollte. Die Zwillinge kamen ja auch damit klar. "Ich bin froh, dass ich mit dem Leben davongekommen bin!", setze er noch hinzu.

"Und wie hast du das geschafft?", fragte jetzt Sirius, der endlich die ganze Geschichte hören wollte.

Harry bedeutete allen, sich zu setzen. Er selbst kehrte zu Krätze aufs Sofa zurück und zog die Ratte in seinen Schoß. Dann erzählte er allen, wie Krätze heldenhaft den Anti-Disapparations-Fluch unterbrochen hatte - außer ein paar blauen Flecken hatte er sich bei dem Stunt zum Glück nichts getan - und wie Harry dann hektisch kreuz und quer durch London appariert war.

"…und dann fand ich mich plötzlich auf den Gleisen der Tube wieder und wurde zum Glück gerade noch rechtzeitig zur Ratte. Es kam nämlich genau in dem Moment ein Zug. Das hätte böse enden können... Über dem ganzen Lärm müssen die Todesser wohl meine Spur verloren haben. Ich habe sicherheitshalber noch eine Weile nicht gezaubert und bin ein paar Stunden als Ratte umhergelaufen, bevor ich mich auf den Heimweg gemacht habe. Scheinbar hat das gut funktioniert und ich habe es sicher zurück nach Hogwarts geschafft. Sirius hat dann Krätze eingesammelt und seitdem sitzen wir hier und ich versuche, den Schock zu verdauen." Er lächelte schief. "Hätte schlimmer laufen können."

Sirius stand auf und kniete sich vor Harry hin. Einen Moment lang starrten sich die beiden Männer wortlos an. Dann zog Sirius Harry in eine gewaltige Umarmung.

Harry umarmte ihn genauso fest zurück. Beim Erzählen war ihm das Adrenalin wieder in die Adern geschossen und auch die Tränen standen wieder in seinen Augen. Voldemort sollte man wirklich nicht auf einen Sechzehnjährigen loslassen, verdammt noch mal! Harry würde zu gerne ein Wörtchen mit dem Autor seiner Lebensgeschichte reden, denn das war einfach nicht in Ordnung.

"Tut mir leid, dass wir nicht da waren um dir zu helfen", hörte Harry ein kleinlaute Stimme sagen. Er blickte auf und sah fünf recht bedröppelte Weasleys vor dem Sofa stehen.

Harry lachte ungläubig. "Fred, sag mal hakt's bei dir?! Keiner von euch kann apparieren! Was glaubst du wäre passiert, wenn ihr mit mir dort geblieben wärt?"

Mehr braucht er nicht zu sagen. Jeder von ihnen konnte sich lebhaft ausmalen, wie die kleine Gruppe von Schülern den vier ausgewachsenen Schwarzmagiern gegenübergestanden und von denen auseinander genommen worden wäre. Und Harry? Der hätte entweder seine Freunde im Stich lassen können oder selbst da bleiben. Es war nicht schwer, herauszufinden wie das ausgegangen wäre.

"Ich bin froh, dass wir alle noch am Leben sind", sagte Harry leise. "Danke, dass ihr auf mich gehört und Leine gezogen habt. So ätzend das auch ist, so war es tatsächlich am besten."

"Es fühlt sich trotzdem scheiße an", klagte Fred unzufrieden.

"Das kannst du laut sagen!", fiel Harry inbrünstig ein. "Ändert aber nichts daran, dass es so am besten war."

Sirius schaute mit feuchten Augen in die Runde. "Kinder, ich bin stolz auf euch. Auf jeden einzelnen. Wenn ihr nicht genau das getan hättet, was ihr getan habt, säßen wir jetzt vermutlich alle nicht hier, sondern würden mindestens ein Begräbnis vorbereiten. Und du!" Er beugte sich zu Krätze herunter, der sich vorsichtig näher an Harry drückte.

Sirius Gesicht war grimmig, doch seine Worte waren absolut ruhig. "Ich war enttäuscht und zutiefst verletzt, als du Lily und James verraten hast. Ich habe dich gehasst, all die Jahre in Azkaban, und als ich dich dann endlich zu fassen bekam, wollte ich dich am liebsten umbringen. Ich konnte nicht verstehen, was Harry an dir findet, und ich hatte vergessen, wer du einmal für mich gewesen warst.

"Jetzt weiß ich es wieder. Du warst mal einer der Rumtreiber. Mein Freund. Jemand, dem ich absolut vertraut habe. Das ist verloren gegangen, wegen deiner Feigheit und wegen dem ganzen verdammten Krieg. Aber vorhin habe ich Harry zugehört und der Krätze, den er da beschreibt... das ist mein Freund von früher. Das ist der Peter Pettigrew, den ich kenne."

Tränen standen jetzt nicht mehr nur in Harrys und Sirius Augen.

"Danke, dass du Harry gerettet hast", sagte Sirius ernst. "Und... willkommen zurück, Peter. Du hast mir gefehlt."

Krätze reckte zögerlich die Nase in Sirius Richtung und als Sirius seine Hand nach ihm ausstreckte, hielt er still und ließ es zu, dass Sirius ihm ein paarmal sanft über den Rücken strich.

"Ooh, wie rührend," flüsterte Fred - zu laut, als dass irgendjemand ihm abnehmen konnte, dass seine Worte nur für seinen Bruder bestimmt waren. "Was meinst du, wann ist die Hochzeit?"

George flüsterte ebenso laut zurück: "Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist. Denk nur mal, wie dann der Nachwuchs aussehen würde... Außerdem ist Professor Black mit Professor Lupin zusammen."

"Aber man kann doch mehr als einen Menschen lieben. Und immerhin waren sie schon als Jugendliche eng miteinander liiert." Fred tat jetzt nicht mal mehr so, als ob er flüsterte.

"Ein Hoch auf die Polyamorie!" Rief George laut aus.

Es war total daneben, aber Harry lachte trotzdem. Percy schimpfte, Ron lief rot an und Ginny tat heldenhaft so, als habe sie von alledem nichts gehört. Der Bann war gebrochen.


Später am Abend fand ein Treffen des Orden des Phönix statt, bei dem Harry noch einmal von seinen Erlebnissen berichtete. Es ging jetzt schon etwas besser, doch als einige Mitglieder ihr Mitleid bekundeten, brannten ihm wieder die Tränen in den Augen und er war froh, dass Dumbledore in diesem Moment das Wort wieder an sich nahm und die Aufmerksamkeit des Ordens auf die Frage lenkte, wie man die Schüler bei der Anreise zum Hogwartsexpress zukünftig besser schützen könnte.

Wie die Todesser Harrys Apparationsspur hatten folgen können, und warum sie sie dann so plötzlich verloren hatten, konnte sich niemand so recht erklären. Lag es an Harrys Animagusform? Wirkte ihre Methode der Aufspürung nur bei Zauberern in Menschengestalt? Einige der älteren Mitglieder, die sich bereits im Ruhestand befanden, versprachen das Thema bis zum nächsten Treffen zu recherchieren.

Schließlich wurde das Treffen vertagt und es blieben nur Harry und Sirius in Dumbledores Büro zurück.

"Ich habe noch eine wichtige Neuigkeit", begann Harry. "Über der Panik am Gleis hatte ich es fast vergessen, aber jetzt fällt es mir wieder ein. Zum Glück hatte ich das in der Tasche und nicht im Koffer." Den hatte Sirius leider nicht gefunden, als er sich auf die Suche nach Krätze gemacht hatte. Vermutlich hatten die Todesser ihn mitgenommen oder zerstört.

Harry langte in seine rechte Hosentasche und zog ein silbernes Medaillon hervor, auf dem aus grünen Steinen ein "S" abgebildet war.

Dumbledore und Sirius stockte der Atem. "Ist das noch eine Fälschung oder...?"

Harry lächelte grimmig. "Das hier ist echt. Kreacher hat es mir gegeben."

"Kreacher?!", rief Sirius erstaunt aus.

"Die Geschichte wird dir nicht gefallen", warnte Harry seinen Paten vor. "Es geht um deinen Bruder Regulus..."


Dumbledore nahm den Horcrux an sich, um ihn bei nächster Gelegenheit in einem öden Stück unfruchtbaren Lands mit Dämonsfeuer zu vernichten. Wieder einmal würden die Muggel auf irgendeinem entfernten Hof von neuen, plötzlich ausbrechenden Geysiren mitten in Island berichten. Oder, überlegte sich Dumbledore verschmitzt, vielleicht wäre es auch an der Zeit, dass Nessie begann, Feuer zu spucken.

Das war der fünfte Horcrux. Dumbledore hatte die Theorie mit den Horcruxen entwickelt, nachdem klar wurde, dass Professor Quirrell von Voldemorts Geist besessen gewesen war. Als Madam Pomfrey ihn dann zwei Jahre später informierte, dass Harry oft unter sonderbaren Alpträumen litt, seit er wieder menschliche Form angenommen hatte, war für den Schulleiter die Sache klar gewesen.

Infolge eines extrem gruseligen Experiments mit einem Dementoren - Harry wollte in seinem Leben nie wieder einem dieser Wesen begegnen! - konnten sie bestätigen, dass in Harry tatsächlich ein Parasit gewohnt hatte: ein Teil von Voldemort Seele. Den hatte der Dementor verspeist, doch Dumbledore fürchtete, dass es noch weitere Teile gab. Und er sollte Recht behalten.

Fünkchen und Krätze spielten, sehr zu Sirius Leidwesen, eine fundamentale Rolle beim Diebstahl des Tagebuchs eines gewissen Tom Riddles aus dem geheimen Safe des Lords Malfoy.

"Was genau meinst du, wenn du sagst, du bist als Ratte durch die alte Latrine der Malfoys in ihr Herrenhaus gekrochen?"

"Damit meine ich: Ich bin als Ratte durch die alte Latrine der Malfoys in ihr Herrenhaus gekrochen", antwortete Harry seelenruhig. "Und jetzt entschuldige mich, ich brauche eine Dusche."

Das Tagebuch wiederum brachte Dumbledore auf den Gedanken, das Waisenhaus des jungen Riddles genauer unter die Lupe zu nehmen, was ihm im ersten Versuch dank Sirius Begleitung nur einen Blick auf das Medallion im Kelch einbrachte, sowie eine Probe des Trankes im Kelch. Sirius gelang es, Dumbledore zu überreden dass sie den Versuch an der Stelle abbrachen und sich die Zeit nahmen, bis Snape ein Gegengift brauen konnte. Erst dann begaben sich die zwei Männer erneut zur Höhle mit den Inferi und "retteten" das Medaillon. Nach all der Aufregung und dem Warten waren die beiden (und auch Harry, der nicht hatte mitkommen dürfen, aber zumindest auf dem Laufenden gehalten wurde) reichlich verbittert, als es sich als eine Fälschung herausstellte.

"Sturmböen, Blutopfer, Inferi und ein Trank von Snape, und das alles für eine Fälschung?!" spuckte Sirius erbost.

Harry, der nicht dabei gewesen war, fand es zwar auch doof, konnte die ganze Sache aber mit etwas mehr Ruhe betrachten. "Hey, immerhin habt ihr euch dabei nichts getan. Stell dir mal vor, einer von euch hätte das Zeug getrunken!"

Sirius strafte ihn mit einem verächtlichen Blick. "Für wie dumm hältst du uns eigentlich?"

Snape für seinen Teil stellte sich als deutlich cleverer heraus als Harry und seine Weasley-Geschwister bisher angenommen hatten und kam nach der Geschichte mit dem Gegengift von selbst dahinter, was Dumbledore und Sirius da eigentlich trieben. Auf Kosten seiner Spionagetätigkeit brachte er einem verdutzten Dumbledore eines Nachts nicht nur weitere Informationen, sondern auch den Pokal von Helga Hufflepuff.

"Severus, was bringst du mir da?", hatte Dumbledore milde interessiert gefragt.

Mit gewohnt dramatischer Geste hatte Snape die fluchdichte Plane zurückgeschlagen, in der er den Horcrux transportiert hatte, und Dumbledore den Pokal vor Augen gehalten. "Das ist der Pokal von Helga Hufflepuff, frisch aus Bellas Gringotts-Verlies. Die Angeberin sollte wirklich irgendwann einmal Bescheidenheit lernen." Er lächelte, schmallippig und selbstzufrieden. Ganz nebenbei merkte er an. "Einer von Voldemorts sechs Horcruxen."

"Severus!"

Düsteren Blickes starrte der Tränkelehrer den Schulleiter an. "Glaubtest du wirklich, du könntest das lange vor mir geheim halten, Albus?"

Dumbledore schlug die Augen nieder. "Es tut mir leid, Severus. Aber mit deiner Position als Spion..."

Snape nickte knapp. "Nun gut. Als Spion kann ich ab sofort aber nicht mehr arbeiten, ich bin aufgeflogen. Also, darf ich jetzt bei eurer Schatzsuche mitspielen?"

Dumbledore lachte überrascht auf. Und willigte ein. "Zu deiner Information: es waren sieben."

"Sieben?!", fragte Snape überrascht. "Dem Dunklen Lord zufolge gibt es nur sechs."

"Ja", bestätigte Dumbledore mit funkelnden Augen, erfreut darüber, in dem Gespräch wieder die Oberhand zu haben. "Von einem wusste er selbst nichts, und hätte er es gewusst, hätte er wesentlich eifriger nach Harry gesucht."

"Potter ist ein Horcrux?!"

"War, Severus, war. Beachte das Präteritum in meiner Aussage 'es waren sieben'."

"Selbstgefälliger alter Narr", grummelte Snape, doch er lehnte sich entspannt in seinem Sessel zurück, um sich von Dumbledore die ganze Geschichte erzählen zu lassen.

Infolge der Erweiterung des Horcrux-Teams um Snapes Person war der Schulleiter nicht allein, als er den Ring der Familie Gaunt fand, und hatte auch keine Gelegenheit, in Versuchung zu geraten. Denn anstatt lange zu fackeln beschloss Snape, lieber gleich die ganze marode Hütte der Gaunts mitsamt dem Ring abzufackeln. Zurück blieb ein leicht rußgeschwärzter, aber fluchfreier Stein der Auferstehung und ein arg konsternierter Albus Dumbledore, der seinen nur noch zur Hälfte vorhandenen, qualmenden Bart löschte. Sirius, der an dem Abend noch einen Kurs abzuhalten hatte und deshalb nicht hatte mitkommen können, lachte herzlich als er die beiden später traf.

Dank Kreacher hatten sie nun endlich auch das echte Medallion. Jetzt fehlten nur noch das Diadem von Rowena Ravenclaw und, wenn Dumbledores Theorie stimmte, Voldemorts Schlange Nagini.