Kapitel 6

Winter ade!

Wie Dalia es vorausgesagt hatte, kam der Frühling plötzlich und ohne Vorwarnung.

Die Schneedecke bekam Risse und schmolz zu kleinen Bächen, die den Hang hinunterflossen und eine neu erwachende Landschaft freigaben. Die Vögel folgten kurz darauf. Schon am frühen Morgen war die Luft von ihrem Zwitschern und Zanken erfüllt. Besonders in den Tannen hinter der Hütte zeterten sie oder balzten um ihre Angebeteten.

Die Hütte stand im Schutz der Tannen. Die Bäume hielten die Lawinen auf, die nicht allzu selten an der Hütte vorbei rutschten.

Die Tage wurden länger auf der Alm. Ob es wohl im Tal auch so war? Die Sonne erreichte das Tal nur wenige Stunden zum Höchststand. Wo oben auf den Bergen noch die Abendsonne schien, lag das Tal schon wieder in Schatten gehüllt.

Je dünner das Winterkleid auf den Wiesen wurde, umso mehr Hirten trieben ihr Vieh die Alm hinauf. Ab und zu hielten sie bei Dalia an und brachten ihr Lebensmittel oder Kleinigkeiten aus dem Dorf mit. Sie unterhielten sich dann kurz, und nicht selten warfen sie Teela einen misstrauischen Blick zu.

Als der erste Schnee zu schmelzen begann, hielt Dalia es für das Beste, wenn Teela ihren Kopf bedeckt hielt. Die Wintertage mochten einsam gewesen sein, aber der Frühling würde den einen oder anderen neugierigen Besucher vorbeischicken.

Im Haus war es kein Problem. Wo sie niemand sehen konnte, war das Tuch nicht nötig. Aber draußen?

"Wir wollen doch keine Hühner aufscheuchen", hatte Dalia gesagt. So wie die Hirten sie anstarrten, war das wohl eine gute Idee gewesen.

Die Tiere, die die Hirten mit sich führten, weckten jedoch Teelas Neugierde.

Sie war zwar im Palast aufgewachsen und hatte vom Dorfleben und vor allem vom abgeschnittenen Leben in den Bergen keine Ahnung, aber sie war sicher, dass sie selbst in den abgelegensten Orten Eternias noch nie solche Tiere gesehen hatte.

Ein Hirte trieb Schafe mit dunklem dichten Fell täglich die Alm hinauf. Wenn er vorbeikam, nahm er auch Amade mit, wenn Dalia ihn gerade nicht brauchte. Der Esel steckte jeden Morgen den Kopf aus der Luke, wenn er den Hirten aus der Ferne pfeifen hörte.

Ein anderer führte eine Herde von Tieren vorbei, bei denen Teela nicht sicher war, ob sie Säugetiere waren oder eine Kreuzung zwischen Echsen und Vögeln. Sie liefen auf zwei Beinen. Ihr Körper war mit Federn bedeckt, aber sie hatten kleine Ärmchen anstelle von Flügeln, und ihr Kopf ähnelte dem einer Schnapsschildkröte mit einem sehr scharfen Schnabel. Die Tiere waren zutraulich und neugierig. Etwas zu neugierig für Teelas Empfinden. Eines dieser Tiere kam ihr zu nahe und hätte ihr Kopftuch beinahe heruntergerissen. Im letzten Augenblick konnte sie das Tier abwehren.

Dalia lachte über die Situation hinweg und scheuchte die Tiere wieder zurück auf den Weg. Die alte Frau quasselte unentwegt irgendeine Geschichte vor sich hin, nur um den Hirten von der Situation abzulenken. Dalia nahm das Geheimnis um Teelas rote Haare sehr ernst. Es sollte keiner erfahren, um keinen Preis.

Später fragte Teela sie, welche Tiere das waren. Sie wollte dies nicht vor dem Hirten tun, um ihr Unwissen nicht zu enthüllen. Es genügte ihr, dass Dalia und Tahir sie für zurückgeblieben und dumm hielten. Das musste sich nicht auch noch im Dorf herumsprechen. Dalia hatte einen Namen für die Tiere genannt, aber auch die Bezeichnung kam Teela unbekannt vor.

Mit jedem neuen Tag traute Teela sich längere Spaziergänge zu. Es war eigentlich gar nicht weit, und Spaziergang konnte man das kurze herumhumpeln auch nicht nennen, aber für Teela war es ein Gefühl der Befreiung!

Sie musste nicht mehr in der stickigen Ecke neben dem Kamin liegen, und sie konnte Dalia aus dem Weg gehen. Sie mochte die alte Frau zwar, und sie war ihr unendlich dankbar für die Rettung vor dem Kältetod. Aber sie war nun mal kein Mensch, der es gewohnt war, rund um die Uhr bemuttert und bevormundet zu werden.

Das mochte sie sehr an ihrem Vater: Er war kein Mann vieler Worte und sprach nur dann, wenn es notwendig war. Er mochte es einfach und unkompliziert, so wie sie.

Auf den königlichen Bällen ging es ihr immer viel zu laut zu und mit zu vielen Menschen, die ihr kleines Gemüt mit nur allzu unwichtigen Kleinigkeiten aufplusterten. Gerede, das meist hinter dem Rücken der Betroffenen gehalten wurde. Im Adel war es scheinbar Sitte, schlecht über andere Menschen zu reden, wobei es sich hierbei oft nur um andere Adelige handelte, denn der gemeine Pöbel war nicht von Interesse.

Als Adams Leibwächter musste sie diese Veranstaltungen besuchen so lange der Prinz anwesend war. Er hasste diese Abende genau so sehr wie sie, und sie beneidete ihn nicht um seine Position.

Wenn Teela abends zu Bett ging, war das kein großes Ereignis. Aber wenn der Prinz nach solchen Bällen den Saal verlassen wollte, kam er um die eine oder andere Unterbrechung nicht herum durch diese oder jene Prinzessin von und zu Unwichtig. Aus diesem Grund hatte sie es sich zur Gewohnheit gemacht, Adam ohne viel Aufsehen aus dem Saal zu schleusen. So etwas gehörte zwar nicht zum guten Ton, aber warum musste man Bälle auch am Abend veranstalten und dann noch stundenlang das Ende dessen hinauszögern?

Die geladenen Gäste - meist Adelige oder hochrangige Kaufleute oder Kommandanten - hatten keine Sorgen, spät schlafen zu gehen. Ihr Tag fing nicht um 4:00 Uhr in der Früh wieder an. Sie konnten ausschlafen und mussten sich um nichts anderes als um sich selbst kümmern.

Ein Grund mehr, Adam bei einer baldigen Flucht zu helfen, obwohl sie diesen Müßiggang des Prinzen auch nicht unterstützen wollte. Die Bälle waren diplomatisch wichtig. Das musste Adam früher oder später begreifen.

Nach 20 Stunden Dienst und Arbeit war ihr die Diplomatie und das Gerede von dummschwätzigen Prinzessinnen und Kurtisanen allerdings reichlich egal. Danach zählte nur noch eins: Ihr Bett! Und um dahin zu kommen, musste sie erst den Prinzen aus den gierigen Fingern der weiblichen Gäste befreien.

"Oh, Prinz Adam, habt ihr schon gehört, dass Prinzessin Unwichtighochzwei sich den Knöchel verstaucht hat? Sie war ganz untröstlich, dass sie nicht mitkommen konnte. Ach, das ist ja so was von schade!" - "Hört! Hört!"

Belanglosigkeiten eben, gemischt mit gehässigen Intrigen.

Diese Unehrlichkeit und Boshaftigkeit war Teela von Grund auf zuwider.

Sie mochte die Abende, die sie mit ihrem Vater ausklingen lassen konnte. Es war ruhig und ehrlich.

Sie vermisste diese Zeit.

Am Tag, bevor die Hölle für sie losbrach, hatte Adam noch mit ihr gescherzt. Sie hatte ihn beim faulenzen erwischt und er hatte ihr vorgeworfen, dass sich diese Dinge zwischen ihnen wohl nie ändern würden. Er würde für immer ein Tunichtgut sein und sie würde bis an ihr Lebensende auf ihn aufpassen müssen. Es war ein schlecht gemeinter Scherz, das fiel selbst dem Prinzen auf, sobald die Worte seinen Mund verlassen hatten.

Dennoch…

Wie sehr er sich doch täuschte.

Niedergeschlagen versuchte sie sich abzulenken.

Es hatte keinen Sinn, einer vergangenen Zeit hinterher zu heulen!

Teela stand draußen einige Meter von der Hütte entfernt und atmete die frische, noch kalte Luft ein.

Eines musste sie sich eingestehen: Dieser Ort war wunderschön! Die Berge schlossen das Tal perfekt ein. Es lebten nur wenige Menschen hier und die Natur enthüllte ihr einzigartiges und wohltuendes Gemüt sobald der Schnee geschmolzen war. Wenn sie wieder nach Hause gefunden hatte, musste sie sich den Ort auf ihrer Karte markieren. Hier würde sie gerne unter anderen Umständen wiederkommen. Aber das nächste Mal vielleicht lieber auf die andere Seite des Tals, in der Hoffnung, dass dort niemand lebte.

Sie vergaß alles andere um sie herum und ließ sich auf einem Stein nieder. Dalia hatte ihr wieder den Stab gegeben, mit dem sie immer die Fensterläden aufklappte.

Sie atmete langsam und tief durch und besann sich auf ihre Lektionen in der Akademie: Meditation, strategische Analyse und individuelles Training - welche Einschränkungen hatte sie und welche Übungen würden ihr aus der Situation heraushelfen.

Ein paar Dehnübungen wären ein guter Anfang. Ihr Bein fühlte sich vom vielen Liegen ganz steif an.

Sie musste klein anfangen, denn die Sehnen mussten sich in der langen Zeit verkürzt haben. Das Bein eine längere Zeit zu belasten stellte kein Problem dar. Der Knochen war gut zusammengewachsen. Es waren die Muskeln, die ihr den Dienst versagten.

"Ich gehe in den Wald unten am Hang. Die Kräuter sprießen bei dem Wetter sehr gut. Da werde ich ein paar schöne Frischlinge sammeln können. Ich werde nicht lange weg sein. Wenn jemand raufkommt, richte demjenigen aus, dass er morgen wiederkommen soll", rief Dalia ihr vom Eingang der Hütte zu. Die alte Frau hatte sich einen großen geflochtenen Korb auf den Rücken geschnallt, mit dem sie noch kleiner und gebrechlicher wirkte. Ihre kurzen Beine überraschten jedoch mit einem flotten Gang. Schon bald war Dalia nicht mehr zu sehen.

Teela war allein.

So sehr sie die Ruhe genießen wollte, überkam sie auf einmal ein unbändiges Gefühl von Unsicherheit.

Dalia war ihr derzeit einziger Schlüssel zu einer Zivilisation, die ihr fremder nicht vorkommen konnte.

Wann würde die Alte zurückkommen?

In einer Stunde? In zwei?

Oder vielleicht doch erst am Abend?

Abend schien ihr doch logischer als alles andere, warum sonst sollte Teela Besucher auf den nächsten Tag vertrösten?

Erleichtert nahm sie das Kopftuch ab und legte es sich um den Hals. Es stank nicht mehr so erbärmlich wie vor einigen Tagen noch. Teela hatte es an einem Tag zum Bach genommen, der sich eben dort durch schmelzenden Schnee gebildet hatte, und hatte es gewaschen. Dalia hatte keine Seife, das nahm Teela zumindest an, denn sie fragte nicht danach. Außerdem wollte sie ihrer Lebensretterin nicht noch mehr auf der Tasche liegen. Auf dem Weg zum Bach fand sie einen Baum, an dem sich Efeu empor rankte. Davon nahm sie ein paar Blätter und rieb sie in den Stoff hinein. Es funktionierte nicht wie erhofft. Normalerweise müsste sie das Efeu zerkleinern und mit Soda aufkochen, aber das stand ihr nicht zur Verfügung. Also gab sie sich mit dem zufrieden, was ihr gegeben war. Das Efeu wusch zumindest einen Teil des Geruchs heraus und auch die Flecken wurden deutlich heller.

Sie legte sich das Tuch locker um den Hals ohne es zu verknoten, aus Angst sie müsste es schnell wieder um ihren Kopf wickeln. Ihr Ziel heute war die Baumgruppe hinter der Hütte. Es war wie ein kleiner Wald. Dicht an dicht standen die hochgewachsenen Tannen. Es waren so viele, dass man eine Person schnell aus den Augen verlor, wenn man unten stehend hinauf schaute. Von den Tannen aus hatte man allerdings beste Sicht auf die Hütte und den Weg. Falls jemand also hinaufkommen sollte, würde Teela die Person lange vorher schon bemerken.

Zwischen den Bäumen angekommen, legte sie den Stab beiseite.

Ihr Gang war immer noch recht wackelig. Sie biss die Zähne zusammen. Mit ihrer Aufgabe klar vor Augen, fing sie sofort mit ein paar Liegestützen an. Am Tag davor schaffte sie gerade mal fünfzehn von den ehemals hundert, die sie täglich nur zum aufwärmen vor dem Training absolvierte.

Es war frustrierend!

Ihre Arme gaben nach, aber ihr Wille stocherte sie an.

Die Muskeln brannten und sie fühlte sich unsagbar schwach. Als wollte sich der Körper ihr verweigern. So schnell konnte sich doch ihre Kondition nicht zurückgebildet haben! Das war nicht das erste Mal, dass sie für mehrere Wochen ausgefallen war und stattdessen das Krankenlager hüten musste. Aber damals wurde sie medizinisch besser versorgt. Sie wollte Dalia zwar nichts unterstellen, aber die königlichen Ärzte hätten sie schneller wieder auf die Beine gekriegt als hier in der "Wildnis".

Sie kam sich so undankbar vor… aber vor allem ungeduldig!

Heute schaffte sie ganze siebzehn Liegestütze und musste sogleich eine Pause einlegen. Aus der Puste fing sie gleich mit einigen Dehnübungen an, die ihr sofort die Tränen in die Augen trieben. Ihr Bein war wirklich steif und es war höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen. Auch wenn es schmerzhaft war.

Sie biss sich einfach durch die Übungen, obgleich es sich anfühlte, als wenn sie sich ihr Bein erneut brach und ihre Muskeln in Flammen standen.

Die Hütte ließ sie dabei nicht aus dem Blickfeld.

Sie schenkte diesem Aberglauben gegen Rothaarige zwar wenig Beachtung. Es hinterließ aber einen faden Beigeschmack, der sie vorsichtiger werden ließ.

Zwischen den Bäumen gab es eine ebene Stelle, die nicht steil bergauf ging. Der Boden war sehr rutschig. Um sich nicht noch schlimmer zu verletzen, legte sie den Boden mit Zweigen der Nadelbäume aus. Es machte den Boden nicht weniger rutschig, aber so versank sie zumindest nicht im Schneematsch.

Sie atmete in sich hinein und konzentrierte sich auf die Bewegungsabläufe.

Königin Marlena hatte ihr diese Übungen einmal gezeigt. Sie nannte es Tatschi oder so ähnlich. Der Name war eigentlich vollkommen egal. Sie konnte sich auch nicht mehr ganz genau an den Ablauf erinnern. Die Bewegungen folgten einer bestimmten Reihenfolge. Teela war sicher, dass sie es falsch machte, aber darauf kam es ihr in dem Moment nicht an.

Es beruhigte sie und verhalf ihr zu einer besseren Kondition.

Die Tage zuvor konnte sie nicht die Übergänge zwischen der ersten und zweiten Figur vollenden ohne zu stolpern oder hinzufallen. Es gelang ihr heute viel besser und das erleichterte sie ungemein.

Die ersten drei Figuren waren vollendet, da brach ihr der Schweiß auf der Stirn aus. So schlecht in Form hatte sie sich noch nie gefühlt. Wenn Dalia nun öfter weggehen würde, müsste sie jede Minute mit Trainingsübungen verbringen.

Die Suche nach Adam würde ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Da konnte sie es sich nicht leisten, außer Atem zu geraten, oder wegen Unachtsamkeit auf einem Hang auszurutschen und sich erneut zu verletzen. Das durfte einfach nicht passieren!

Sie hatte also ein klares Ziel vor Augen und war innerlich froh, dass ihr Disziplin und Ordnung schon im frühen Kindesalter eingeimpft wurde.

Die fünfte Figur bedeutete eine Kniebeuge auf einem Bein während das andere zur Seite hin ausgestreckt war. Das schaffte sie nicht. Ihre Knie zitterten so stark, dass sie mittendrin abbrach bevor sich ihre Füße noch zwischen den Zweigen verfangen konnten und sie mit dem Körper in eine andere Richtung stürzte. Zwei verstauchte oder schlimmstenfalls gebrochene Knöchel wollte sie nicht riskieren.

Völlig außer Atem nahm sie sich wieder ihren Stab.

Heute war ein guter Tag, beschloss sie.

Die Luft war angenehm frisch und half ihr mit Sicherheit bei ihrer Genesung.

Ihr Blick war gen Himmel gerichtet.

Der Himmel erstrahlte in einem satten Blau. Nicht eine Wolke war zu sehen.

Noch am frühen Morgen als der Nebel das Tal unter einem dichten Schleier verhüllte, hatte Dalia gemeint, dass dies ein wolkenloser und kalter Tag werden würde. Sie sollte Recht behalten. Manche Bauernweisheiten erwiesen sich doch als hilfreich.

Nun stand sie am Rand des kleinen Fichtenwaldes und ließ sich ungehindert die Sonne aufs Gesicht strahlen. Obwohl es tatsächlich recht frisch blieb an diesem Tag, strahlte die Sonne eine angenehme Wärme aus. Sie genoss die Wärme und schloss für einen Moment die Augen. Der kalte Wind brachte ihre Wangen zum glühen und sie war sicher, dass die Kälte ihr eine jugendliche Röte ins Gesicht zauberte.

Normalerweise hasste sie rote Wangen. Sie sah damit aus wie 15 Jahre.

Adam hatte sie immer damit aufgezogen. So hatte sie es jedenfalls damals immer empfunden. Heute dachte sie mit einem wehmütigen Lächeln daran zurück und fand keinen Hohn in seinen Worten.

Ach, Adam…

Ein Blinken brach sie aus ihrer Lethargie. Es blendete sie aus ihrem Blickwinkel, und das war seltsam. Die Sonne konnte es nicht sein. Sie schien von der anderen Seite des Tals auf sie hinab. Das Blinken kam aus einem der Bäume. Neugierig näherte sie sich der Ursache. Was konnte das sein, das so stark reflektieren konnte? Vielleicht ein Nest einer diebischen Elster, die ihren Hort von Kleinod zusammengetragen hatte. Das Gewirr von Ästen und Zweigen war zu dicht, dass sie etwas erkennen konnte. Sie ging um den Baum herum mit dem Blick nach oben gerichtet, aber sie konnte beim besten Willen nichts außergewöhnliches erkennen. Die Reflektion brach durch die winzigen Lücken, die der Wind für kurze Zeit freigab.

'Merkwürdig!', dachte sie, rieb sich den Nacken und schloss die Augen.

"Du solltest besser aufpassen!" rief eine Männerstimme plötzlich von unten hinauf.

Erschrocken riss sie die Augen auf und schaute hinab.

Tahir stand dort in seinem zerklüfteten Mantel und einem Bündel auf den Rücken geschnürt.

Er war allein, stellte sie erleichtert fest.

Wie viel hatte er gesehen?

Hatte er schon da unten gestanden während sie ihre Übungen gemacht hatte?

Er schaute finster drein mit tief ins Gesicht gezogener Mütze. Sein Blick verhieß nichts Gutes.

"Deine Haare sieht man von weitem wie ein Signalfeuer!" Das machte ihr klar, dass er nicht um ihre Gesundheit besorgt war, sondern einzig und allein um den Ruf, den Dalia hier anscheinend zu verlieren hatte.

"Ich habe aufgepasst! Es hat mich niemand anderes gesehen!" verteidigte sie sich, schnappte sich den Stab und humpelte den matschigen Weg hinunter. Unten angekommen überragte Tahir sie um mindestens anderthalb Köpfe. Ein Größenunterschied, der ihr sehr unbehaglich wurde, wenn er sie so aufgebracht nieder starrte.

Der Hüne sagte nicht viel, aber wenn er sprach, dann fühlte Teela sich stets bevormundet oder entmündigt. Teela konnte sich nicht entscheiden, ob er es einfach nur gut mit ihr meinte und es nicht besser zeigen konnte, oder ob Frauen in seinen Augen keinen Wert hatten. Vielleicht war das noch so eine Unart dieser Region.

Teela konnte es kaum abwarten, das Dorf zu sehen und die Leute dort kennenzulernen. Vielleicht waren Tahir und Dalia nur Ausnahmen und die Bewohner waren nicht ganz so hinterweltlerisch, wie sie von den beiden stets beschrieben wurden.

"Man hätte dich auch weiter unten sehen können", wandte Tahir grimmig ein.

Auf diese Diskussion hatte sie wenig Lust, zumal sie nicht wusste, wie stark er war, und wie es um seine Geduld stand. Sie konnte ihn immer noch schlecht einschätzen. Ihr Instinkt riet ihr, seine Geduld nicht auszureizen. Egal, wie durchtrainiert sie vorher war, in ihrem Zustand hätte sie keine Chance gegen ihn, ob er nun Erfahrungen im Nahkampf hatte, oder ob er einfach nur von grobschlächtiger Natur war. Seine Hand war fast doppelt so groß wie ihr Kopf. Ein Hieb reichte aus, um sie einen Meter zurückzuschleudern.

"Ich werde das nächste Mal besser aufpassen." Die Worte brannten wie Säure auf ihrer Zunge. Es war nicht ihre Art, klein beizugeben. Schon gar nicht, wenn sie sich im Recht fühlte.

"Das wird Dalia entscheiden", sagte er und stapfte einfach auf die Hütte zu, ohne sie noch einmal eines Blickes zu würdigen.

"Dalia hat nicht über mich zu bestimmen!" schwappte es über ihre Lippen bevor sie nachdenken konnte. Sofort hielt sie sich die Hand vor den Mund, als könnten noch weitere unüberlegte Sätze herausfallen.

Tahir blieb stehen und schaute über seine Schulter ohne sich zu ihr umzudrehen.

"Du hast Glück, dass dich Dalianta aufgelesen hat und kein Hirte aus dem Dorf oder einer der Kleriker aus dem Kloster auf dem Bergkamm… Willst du wissen, was sie mit Rothaarigen machen, wenn sie eine erwischen?" Sein Grinsen war zwar halb verdeckt von seiner Schulter, aber sie konnte es in seiner Stimme deutlich wahrnehmen.

Wieder wurde ihr erschreckend bewusst, dass sie mit ihm allein auf der Alm war. Nicht einmal der Esel war da und wann Dalia zurückkam, stand nicht fest. Sie war diesem Fremden schutzlos ausgeliefert. Ein Grund mehr, ihm nicht in die Hütte zu folgen. Ihre Hand griff so fest um den Stab, dass sich ihre Knöchel weiß abzeichneten. Sie war wütend auf ihn und wütend auf seine Meinung über Frauen - oder viel mehr über sie selbst.

Königin Marlena und ihre Tatschi Übungen drängten sich ihr wieder ins Gedächtnis. Sie musste sich kontrollieren und so erinnerte sie sich an ein Mantra aus ihrer Ausbildungszeit als Marlena sie zur Seite genommen hatte, weil sie ihre Laune an ihren Kameraden ausgelassen hatte.

Marlena war ihre Mentorin gewesen in einem der Ausbildungsabschnitte.

Sie brachte Teela ein Mantra bei - eine Lebenseinstellung. Das Mantra war eine Aneinanderreihung von Lauten und Silben, die sie nicht verstand. Marlena sagte ihr, das sei Tinesisch - oder irgendwie so was - ein Erdending eben. Die Worte, die sich nicht als solche anhörten, bedeuteten 'Der Weg ist das Ziel'. Es war ein wohlklingendes Singen ohne bestimmte Melodie und trotzdem hatte es eine beruhigende und sinnige Wirkung.

Teela holte ihre Ruhe aus diesem Mantra in eben diesem Augenblick. Sie fühlte die Erde unter ihren Füßen und machte ihren Stand schwer. Innerlich wappnete sie sich gegen einen Angriff. Äußerlich wirkte sie ungewöhnlich gefasst und ruhig. Ihr Vater wäre stolz auf sie, wenn er sie jetzt sehen könnte.

Tahir drehte sich nicht zu ihr um. Er grummelte ein 'hmpf' und ging dann in die Hütte hinein. Ihr war so als würde er noch etwas sagen. Es klang wie ein Gemurmel oder ein fluchen, aber sie konnte die Bedeutung seiner Worte nicht ausmachen.

Trotzig blieb sie draußen stehen.

Um weiteren Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen, wickelte sie das Tuch wieder fest um ihren Kopf. Sie verstand die Welt nicht mehr. Es waren doch nur Haare!

Tahir kam ihr ungelegen.

Sie wollte den Tag nutzen und wieder zu ihrer alten Form zurückfinden. Aber gleichzeitig wollte sie keinen wissen lassen, zu was sie fähig war.

In der Zeit, in der sie das Bett hüten musste oder sich ein wenig in der Hütte bewegen konnte, hatte sie nichts über sich selbst preisgegeben. Sie kannte diese Leute nicht. Auch wenn sie ihr das Leben gerettet haben und anscheinend alles taten, um ihre Genesung zu beschleunigen, blieb Teela misstrauisch.

Sei es um die Art wie die beiden miteinander umgingen oder die Art Behausung in dieser unwirklichen Umgebung oder die Geschichten, die sie Teela erzählten. Alles zusammen bewirkte eine Alarmbereitschaft in ihr, die sie sich nicht erklären konnte.

Die Leute hatten ihr nichts getan, und trotzdem sträubte sich ein Teil in ihr, sich den beiden anzuvertrauen.

Sie zwang sich zur Entspannung und setzte sich auf die Bank vor der Hütte. Ein Leben auf ständiger Anspannung war anstrengend. Ihre Genesung konnte sie nicht schnell genug herbeisehnen! Dieser Ort war zwar wunderschön, aber er tat ihr nicht gut.

Seine Schritte wirkten unheimlich laut in ihren überempfindlichen Ohren. Die Angst schmeckte bitter und ließ sich nur schwer herunterschlucken. Wenn er wollte, könnte er mit ihr alles machen und sie konnte nur wenig dagegen unternehmen.

Er kam die Treppe herunter. Der Kies und Matsch fiel von seinen Stiefeln und sammelte sich unter der Treppe. Das Bündel hatte er von seinem Rücken geschnallt und in der Hütte zurückgelassen.

Mit einem schweren Grummeln ließ er sich neben ihr auf die Bank fallen.

Die Holzbalken wackelten und bogen sich unter seinem Gewicht.

"Du bist aufbrausend und hitzköpfig. Das kann dich in Schwierigkeiten bringen", war alles, was er für eine Weile von sich gab.

Sie blieb angespannt und fühlte sich trotzdem schlecht deswegen. Ihre Hände umklammerten immer noch den Stab und ihr Atem ging nun kürzer und sehr kontrolliert.

Über ihren Köpfen zwitscherten die Vögel unbesorgt. Die Natur erwachte und schien sich lange und ausgiebig Zeit zu lassen, wie ein lange hinaus gezögertes Gähnen und Strecken nach einem viel zu langen Schlaf. Der Wind blieb in den oberen Regionen trotzdem unbarmherzig. Teela zog ihre Kutte enger um sich.

Plötzlich stand er auf. Seine Bewegung alarmierte Teela aufs äußerste.

Mit dem Rücken zu ihr gewandt sagte er: "Tu, was du nicht lassen kannst!" und machte sich stapfend auf den Weg Richtung Dorf.

Er würde Dalia auf dem Rückweg begegnen und ihr alles erzählen. Das wollte sie verhindern.

"Erzähl mir bitte von den Leuten auf dem Bergkamm… Wie nanntest du sie? Keriger?" fragte sie auf einmal.

Tahir blieb tatsächlich stehen. Dieses Mal drehte er sich auch zu ihr um und starrte sie verwirrt an.

"Kleriker", korrigierte er sie.

"Ja, genau. Kleriker!" wiederholte sie dumpf. Angst schwang in ihrer Stimme mit und sie hasste sich dafür. "Wer sind diese Kleriker? Dalia hat sie mit keinem Wort erwähnt." Sie hoffte inständig, dass er ihre Angst nicht heraushören konnte.

Der Hüne wog sein Gewicht von einem Bein auf das andere als könne er sich nicht entscheiden.

"Ich meine, gehören sie auch zum Dorf oder was machen sie? Ich habe von diesen Klerikern noch nie gehört", versuchte sie ihn in ein Geflecht von Worten einzuwickeln, damit er nicht bemerkte, dass sie ihn eigentlich nur von seinem Weg abhalten wollte.

Verlegen schob er den Kies mit seiner Stiefelspitze vor sich her. "Die Kleriker sind religiöse Spinner! Glauben an Humbug und Götter, die nichts können."

"Was meinst du mit 'Götter, die nichts können'?" hakte Teela nach.

"Ihre Götter sind schwach und verdienen keine Verehrung. Es sind nur Götzen. Von außen schimmern und blenden sie und innen sind sie hohl. Alles heiße Luft." Tahir war ein einfacher Mensch, der mit simplen Worten sprach und diese mit Gestiken untermauerte.

"Welche Götter beten sie denn an?" fragte sie weiter. Ihre Taktik funktionierte - fürs erste.

"Sie beten keine Götter an. Das ist ja das Falsche an ihnen. Sie beten Menschen an, die wirklich gelebt haben sollen. Keine übermächtigen Geister oder Schöpfer, sondern einfache Menschen. Das ist blanke Blasphemie!" Tahir machte ihr Angst. Er konnte sich in Rage reden und dabei wilder gestikulieren. Sein Körper wirkte wie ein Wasserkessel, der überzukochen drohte.

"Denkt jeder so über diese Kleriker?" fragte Teela und rutschte auf der Bank nervös hin und her, wenn er ihr zu nahe kam.

"Nicht jeder, aber viele. Sie sind unnütze Pfeifen, die keiner bei sich haben will."

"Also leben sie dort oben allein, weil sie keiner akzeptiert?" fragte sie skeptisch.

"Keine Ahnung. Hab nie einen von denen gesehen", gab er schließlich achselzuckend zu.

"Woher weißt du dann, dass es sie gibt?" bohrte sie weiter.

"Das weiß man hier eben!" Genau so gut hätte er ihr weismachen können, dass der Himmel grün ist und bisher keiner raufgesehen hat, weil ja jeder weiß, dass der Himmel grün ist, ohne hinaufzuschauen. Ein gefährliches Halbwissen gespickt mit Ignoranz und Faulheit.

"Kommen diese Kleriker nicht einmal runter ins Dorf? Um Lebensmittel zu kaufen oder einfachen Handel zu betreiben?" Teela gab nicht auf. Das Thema schien von Anfang an recht einseitig zu sein. Dass er keine Lust auf ihr Fragespielchen hatte, musste er ihr nicht sagen.

"Du stellst zu viele Fragen für eine Frau."

Da war es wieder: Diese Missgunst gegenüber dem weiblichen Geschlecht. Sie beneidete die Frauen im Dorf keineswegs. Wie eingeschränkt sie leben mussten, ohne sich frei entfalten zu dürfen.

Ein schlechtes Gefühl befiel sie. Sie hatte damals oft gejammert, wenn ihr Vater sie zum Unterricht schickte oder ihr nicht sofort all ihre Fragen beantwortete und sie stattdessen dazu aufforderte, die Antworten selbst herauszufinden. Jetzt war sie ihm unendlich dankbar für die Freiheit, welche er ihr angedeihen ließ. Sie war von Natur aus sehr neugierig und ihr Vater verstand es, ihren Entdeckergeist zu motivieren, auch wenn das kleine Mädchen in ihr eigentlich nur spielen wollte. Die Mädchen und Frauen des Dorfes hatten sicherlich keine dieser Freiheiten und Privilegien.

Es war erstaunlich still.

Tahir warf ihr einen verlegenen Blick zu, der das Blut in ihren Adern gefrieren ließ. Sie hatte es zugelassen, dass sie in ihren Gedanken versinkt, während er vor ihr stand und sie von oben bis unten musterte. Es gefiel ihr überhaupt nicht, was sie in seinen Augen erkannte.

"Wo kommst du eigentlich her?" fragte er schließlich.

"Was…? Wieso…"

"Du stellst zu viele Fragen. Du weißt nichts über diese Gegend, nichts über unseren König, einfach gar nichts!" stellte er fest, und als sie ihm eine Antwort schuldig blieb grinste er hämisch. "Was denn? Du löcherst mich mit Fragen. Bleibt dir wohl die Spucke weg, wenn das Spielchen anders herum geht, was?"

Sie schwieg weiterhin.

"Du wirst doch wohl wissen, wo zum Henker dein Dorf auf dieser lausigen Welt ist", steigerte er sich weiter in seine gefährliche Wissbegierigkeit hinein.

"Mein Dorf existiert nicht mehr!" schrie sie ihn mit einer solchen zornigen Stimme an, dass es sie selbst überraschte. Hoffentlich bemerkte er ihr Zucken nicht und fraß die Geschichte als selbsterklärend. Jetzt wollte sie ihre wahre Herkunft erst recht nicht verraten.

Ein misstrauisches 'Hmpf' war die einzige Antwort, die er darauf gab.

"Und wo war das, wenn es nicht mehr existiert, muss es ja mal irgendwo gewesen sein. Aus welchem Königreich kommst du! Und wieso spionierst du uns aus?"

Aus dieser Richtung kam also der Wind! Was konnte sie darauf nur antworten? Es musste so schnell wie möglich eine glaubhafte Geschichte aufgetischt werden, wenn sie diesen Tag überleben wollte. Verdammt! Warum war ihr der Gedanke nicht schon vorher gekommen! Das war Teil ihrer Ausbildung gewesen, für den Fall einer Gefangennahme während eines Kampfes.

Sie muss sich beim Sturz ihr Training aus dem Kopf geschlagen haben…

Jetzt half nur eines, und sie hoffte inständig, dass Tahir dumm genug war, um ihr Schauspiel zu schlucken.

Sie verzog das Gesicht und spürte die Hitze in ihre Wangen sprießen. Dann schluchzte sie laut auf und unter bebender Stimme sagte sie: "Ich weiß es nicht! Unser Dorf war klein! Wir hatten keine Ahnung von Königen und all so was! Wir waren einfache Bauern und eines Morgens kamen Reiter und haben uns abgeschlachtet! Sie steckten alles in Brand! Ich bin die einzige Überlebende…" Dann brach ihre Stimme ab und sie verbarg ihr Gesicht in ihren Händen. Denn insgeheim wusste sie, dass sie nicht auf Kommando Tränen weinen konnte, um glaubhaft zu wirken.

Jeder auch nur halbwegs emotional entwickelter Mensch würde Barmherzigkeit zeigen oder zumindest ein wenig Anteilnahme. Aber sie hörte von Tahir nichts dergleichen. Stattdessen schnaufte er verächtlich und seine Stimme blieb kalt und unbeeindruckt: "Unabhängige Dörfer… So etwas dummes gehört auch bestraft." Dann hörte sie ihn näherkommen. "Deine Eltern haben dich schlecht erzogen. Du weißt nicht, wo dein Platz ist."

Ihr Plan ging nicht auf und sie verfluchte diesen Kerl noch während sie hinter ihren Händen weiter schluchzte.

Gerade als sie dachte, dass ihre letzte Stunde angebrochen wäre, hörte sie kleinere Schritte auf sie zukommen.

"Tahir, du Unhold! Was machst du hier! Scher dich weg von dem Mädchen!" Dalia kam schnell den Weg hinauf gestiefelt. Sie war so außer Atem, sie musste den Rest des Weges mit ihren kurzen Beinen gelaufen sein.

Erleichtert atmete Teela auf. Als sie endlich die Hände von ihren Augen nahm, sah sie wie Dalia den Hünen mit einem Zweig voller junger Blätter verdrosch und ihn quasi fortjagte. Tahir war wenig beeindruckt von Dalias Gebaren. Ihre Hiebe wehrte er mit halbherzigen Bewegungen ab. Sie traf ihn zwar mit dem Zweig, aber es machte ihm herzlich wenig aus.

Trotzdem ging er fort ohne sich noch einmal umzublicken.

Das war knapp.

Zu knapp!

Als er endlich außer Sichtweite war, kam Dalia wie eine Ente auf sie zugewatschelt.

"Ich hoffe, der Bengel hat dich nicht belästigt. Hör nicht auf ihn. Er ist ein Bauerntrampel! Dir scheint es ja wieder richtig gut zu gehen. Wenn du magst, kannst du mich morgen ins Dorf begleiten. Ich habe ein paar wichtige Erledigungen zu machen", redete die Alte wieder wie in einem Schwall.

Teela hörte ihr mit nur einem Ohr zu. Gedanklich war sie immer noch benommen von der Bedrohung, die von diesem großen Muskelpaket ausging. Ihr Instinkt hatte sie also nicht getäuscht.

Das war kein großer Trost für sie.


A/N:

Hello, and welcome to nanowrimo2018! ;)

I am really sorry, that this chapter contains not much action. A broken bone is not that easy to ignore and I am also not the person to skip events so I had to come up with something.

Plus: I am currently participating in many word wars on the nanowrimo forums, which means that I write a lot, but that does not mean that the written words make any sense...

So even if nothing really happened in this chapter, you still get a hint of how desperate Teela's situation is and how much she has to rely on people she doesn't really know or trust.

TheSorceressQueen:

I actually feel a little bit bad about not revealing anything important in this chapter :D I fear that you have to wait a little bit more, sorryyyy! Hope you still like it! ^^'

Lanafalcon:

I really like your theories and I have to admit that perhaps one of your assumptions are correct. But I am not telling you which one and to what extent.

Bingo:

I know that german is not the easiest language to learn. Keep going! You're doing a good job! :)

And to all:

I just wanted to give you a glimpse of my muse, i.e. my inspirations and such.

You can find me on youtube: Gabriel667

There are just two videos, one of Babylon 5 and one of me scribbling some stupid hair. So that's not really important, but I use youtube to create writing music lists. So there are 2 lists from the last two years of nanowrimo and one which is actually the music I am listening to when I write this story.

So if you are curious and want to know which kind of music person I am, find my on youtube. :)

Also I would like to know if you like that :D

And in addition to that: This story is also heavily inspired by an anime called Serei no Moribito. If you are not an anime person, just ignore that I mentioned this. I love animes, but I am not into mainstream animes like Naruto or Pokemon. My anime favorites are usually heavily influenced by historical backgrounds. It's not the teenie kind of animes .

Serei no Moribito is based on a novel and it tells the story of a 30yo woman who works as a free bodyguard. I highly recommend it! :)

So that's it for now. Hope you liked this chapter even though it was long and uneventful. The next ones will get a little more rough. I promise!