Hier schon Kapitel 2 ^^

Viel Spaß mit diesem Kapitel!

LG

Ronjale55

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Kentin lehnte am Fenster und lachte glücklich, da die Turmuhr weiterlief. Von Viertel nach 8 bis 10 vor 8 am nächsten Morgen.

Melody frühstückte bei sich zuhause und bemerkte auch den Unterschied der Uhr. Lisa wachte auf und schaute aus dem Fenster. Alex ging mit seinem Hund spazieren, Dake fuhr im Polizeiwagen vorbei und Alex begrüßte Leigh Gold, der ihm entgegen kam. Granny hatte Brot gekauft und lief an Iris vorbei, die das Öffnungsschild raus stellte. Dake betrat den Restaurant Teil der Pension und kam an ihnen vorbei. Kentin saß glücklich auf seinem Bett. Laety blätterte im seidenen Pyjama und Morgenmantel durch das Märchenbuch, während sie auf einem Sessel saß. Da war das Bild, als Charming das Schwert nach ihr warf.. dann nichts mehr. Rausgerissen war der Rest. Wütend schlug sie das Buch zu und stürmte zu Kentin ins Zimmer, der sich gerade das Hemd der Schuluniform zuknöpfte. Sie hielt ihm das Buch aufgeklappt hin. „Die fehlenden Seiten. Wo sind sie?" Sie klappte das Buch zu. Kentin drehte sich zu ihr um. „Das Buch ist alt, da fehlt eben was. Ist doch egal." Er ging an ihr vorbei. Sie hielt ihm am Arm fest. „Das du mich für eine böse Königin hältst ist nicht egal. Es verletzt mich, Kentin. Ich bin deine Mutter." „Bist du nicht." Kentin lief weiter und suchte seine Schulsachen zusammen. „Wer denn dann? Etwa diese Lisa Swan?! Ich mag nicht, wie du dich neuerdings verhältst." Ken packte seine Sachen nun auf dem Bett in seine Tasche. „Aber zum Glück wird das jetzt aufhörn." Kentin starrte auf das Bett und vermied Augenkontakt. „Was?" Dann fing die Turmuhr an zu schlagen. Überrascht drehte Laety sich zum Fenster um und Ken schnappte sich seinen Rucksack und lief aus dem Raum.

Es war nun 08:23 Uhr und Laety stand vor der geschlossenen und mit Brettern versperrten Bücherei und starrte zur Uhr hinauf. Alex Faraize kam hinzu. „Hey! Sieh mal an!" Er sah auch zur Uhr und lachte. „Das alte rostige Innenleben hat sich wohl zurecht gebogen, hä?" Sauer drehte Laety sich um und wollte zu einer bissigen Antwort ansetzen, als sie Lisas Käfer sah und ihre Meinung änderte. „Genau. Sieh mal einer an."

Es klopfte an Lisas Zimmertür und Laety stand lächelnd davor mit einem Korb voller blutroter Äpfel. „Wussten Sie, das der Honeycrisp der stärkste und widerstandsfähigste aller Apfelbäume ist? Er übersteht sogar Temperaturen bis -5 Grad und wächst munter weiter." erzählte Laety lächelnd. „Er trotzt jedem Sturm. Ich habe einen, den ich seit meiner Kindheit pflege. Sie haben sicher noch nie etwas köstlicheres gegessen, als seine reifen Früchte." reichte Laety Lisa lächelnd einen Apfel. Verwirrt nahm sie ihn. „Danke." „Sie werden Ihnen die Heimfahrt ein wenig versüßen."

„Ich wollte noch etwas bleiben." sagte Lisa. „Ist das wirklich so eine gute Idee? Kentin hat genug Probleme, auch ohne dass Sie ihn verwirren." „Bei allem Respekt, Frau Bürgermeister, die Tatsache, dass Sie mir in den letzten 12 Stunden zweimal gedroht haben, bestärkt mich nur zu bleiben." lächelte Lisa. „Seit wann sind Äpfel eine Drohung?" lächelte Laety unschuldig. „Ich kann zwischen den Zeilen lesen. Tut mir leid, ich will nur, dass es Kentin gut geht." „Es geht ihm bestens, Schätzchen. Er und seine Probleme sind in sehr guten Händen." „Was bedeutet das?" „Das bedeutet, er ist in Therapie. Alles unter Kontrolle. Glauben Sie mir, Miss Swan, nur eine von uns weiß, was das Beste für Kentin ist." „Ja, ich schätze, damit könnten Sie recht haben." „Besser, Sie gehen jetzt." „Oder was?" fragte Lisa herausfordernd. Laety trat bedrohlich näher an sie heran. „Unterschätzen Sie mich bloß nicht, Miss Swan. Sie haben keine Ahnung, wozu ich fähig bin."

Euer Glück soll nicht länger bestehen! Und wenn es das letzte ist, was ich tue!" Die böse Königin schritt den Gang zurück. „Hey!" rief Charming und warf sein Schwert. Laety verschwand mitsamt dem Schwert und tauchte in ihrem dunklen Schloss wieder auf, wo das Schwert in der Wand stecken blieb. Sie warf sich ihren Zopf zurück und schritt zum Schwert. „Möchtet Ihr etwas zu trinken?" fragte ihr Vater und hielt ihr ein Glas hin. „Sehe ich so aus, als bräuchte ich das?!" fuhr sie ihn an. „Ich wollte nur hilfreich sein." Sie nahm das Glas. „Danke." Hinter ihr in ihrem Spiegel leuchtete dieser plötzlich blau und ein Gesicht tauchte auf. Ihr Magischer Spiegel. „Ihr spracht eine furchtbare Drohung aus." sagte er. Grinsend trat Laety näher zu ihm. „Das Glück aller zerstören? Wie beabsichtigt Ihr dies zu erreichen?" fragte der Spiegel. „Der dunkle Fluch." grinste sie und nahm einen Schluck. Der Spiegel war entsetzt, ebenso wie ihr Vater. Letzterer trat näher an sie heran. „Seid Ihr sicher, Majestät?" „Ihr wolltet ihn doch nie anwenden." fuhr der Spiegel fort. „Außerdem habt Ihr den Fluch weggegeben." sagte ihr Vater. „Ihr habt ihn eingetauscht." ergänzte der Spiegel. „Sie wird nicht erfreut sein." warnte ihr Vater. Laety drehte sich zu ihm um. „Seit wann kümmert mich irgendjemandes Glück außer dem meinen? Bereite die Kutsche vor." Er verbeugte sich. „Ich reise zur verbotenen Festung."

Die verbotene Festung thronte zwischen schneebedeckten Bergen.

Laety saß in einem Sessel vor einem Kaminfeuer und Maleficent schenkte sich etwas ein. „Wie geht es dir?" fragte sie. „Es geht mir gut." „Tatsächlich? Wäre ich an deiner Stelle, fände ich es unerträglich, dein kleines Schneeflöckchen so glücklich zu erleben." Maleficent hatte lange blonde Haare und hielt einen Stab in der Hand. Sie setzte sich in den anderen Sessel neben Laety. Auf der anderen Seite stand ein schwarzes Einhorn. „Warst du nicht im gleichen Alter, als du heiraten solltest, bevor sie alles ruiniert hat? Ja, so war es." Sie prostete Laety zu. „Ja, es war das gleiche Alter in dem du warst, als dir die schlafende Prinzessin das Spiel verdarb." lächelte Laety höhnisch. „Meine liebe Maleficent." „Ich ließ mich nicht beirren. Wie du auch, hoffentlich..." „Genug dieser Spielchen! Du weißt, was mich hertreibt." grinste Laety. „Ich brauche meinen Fluch zurück." „Er gehört dir nicht mehr. Geschäft ist Geschäft. Du bekamst dafür meinen Schlaffluch." „Er versagte. Aufgehoben durch einen einfachen Kuss. Nun gib zurück, was mir gehört." „Den dunklen Fluch? Wirklich? Aber du musst wissen, nicht mal dessen unheilige Macht lässt deinen Liebsten von den Toten auferstehen. Leg dir doch ein Haustier zu." Sie streichelte ihr Einhorn. „Die können recht tröstlich sein." Laety zog scharf die Luft ein. „Das Einzige, was mich trösten kann, ist der Schmerz von Snow White." „Heute ist ihre Hochzeitsnacht. Da leidet sie wohl kaum Schmerzen." Laety lehnte sich vor. „Ich will diesen Fluch!" zischte sie bedrohlich." „Ich weiß, du verwahrst ihn in der Kugel an deinem Stab." „Verborgen zum Wohle aller, meine Beste. Gegen den, der dieses Unheil erschaffen hat, wirken wir beide geradezu... moralisch. Wer gab ihn dir eigentlich?" Laety stand auf. „Es geht dich nichts an, woher ich ihn habe." Das Feuer im Kamin loderte plötzlich auf. „Gib ihn mir wieder!" Es wurde windig. „Muss das wirklich sein?" Maleficent saß noch seelenruhig in ihrem Sessel, obwohl klar war, das Laety gleich angreifen würde. „Das muss es wohl leider." Laety holte sich einen Feuerball aus dem Kamin. Maleficent sprang in die hintere Ecke des großen Raumes und Laety warf den Feuerball. Doch Maleficent blockte ihn mit einem magischen, unsichtbaren, doch leicht sichtbaren Schild. Laety bewegte die Waffen, die an der Wand hingen per Magie. Schwerter, Speere, Äxte. Alle reihten sich hinter ihr auf und gingen in Angriffsposition. Das Einhorn wieherte. Es stand nun in der Ecke gegenüber von Laety. Sie grinste böse und richtete die Waffen auf das Einhorn. „NEIN!" rief Maleficent, sprang vor das Einhorn und blockte mit ihrem Schild alle Waffen ab. Wütend sah Laety zum Kronleuchter hoch, der über Maleficent hing, der daraufhin auf sie runterfiel und sie mit seinen Eisenbändern fesselte. Laety schleuderte die nun gefesselte Maleficent gegen die Wand und hob lachend ihren fallengelassenen Stab auf. „Liebe ist Schwäche, Maleficent. Weißt du das nicht?" „Wenn du mich töten willst, dann töte mich!" Laety strich über die Kugel. „Wieso sollte ich das tun? Meine einzige Freundin..." „Du darfst den Fluch nicht anwenden! Gewisse Grenzen dürfen selbst wir nicht überschreiten." Laety drehte den Stab um und zerschmetterte die Kugel auf dem Fußboden, sodass der Fluch herausfiel. „Jede Macht hat nun mal seinen Preis." fuhr Maleficent fort. Laety hob triumphierend die kleine Schriftrolle auf, auf der der Fluch stand. „Der Fluch wird einen hohen Tribut fordern." Laety entrollte die Schriftrolle. „Ein Gefühl der Leere wird dich befallen. Eine Lücke, die du niemals wieder ausfüllen kannst." Laety sah zu ihr. „So möge es sein." Dann drehte sie sich um und schritt aus der verbotenen Festung.

Laety stand im Wald um ein Lagerfeuer zusammen mit den niederträchtigsten und bösartigsten Märchenfiguren, die aber immer verloren hatten. Zwei ihrer Wachen und ihr Vater, der einen Sack hielt, standen neben ihr. „Sind wir es nicht leid, immer die Verlierer zu sein? Darum habe ich euch gerufen. Das unser Kummer ein Ende hat." fing Laety an. Sogar ein Riese war unter ihnen. Laety warf etwas ins Feuer. „Heute ist der Sieg auf unserer Seite." Ihr Vater reichte ihr ein Bündel. „Wir erschaffen uns ein besseres Reich. Einen Platz an dem wir die Sieger sein werden." „Wo wir glücklich sind?" fragte eine blinde Hexe. „Das verspreche ich." lächelte Laety. „Aber zuvor brauche ich etwas von euch. Eine Haarlocke, von jenen mit den dunkelsten Seelen. Ihr müsst mir vertrauen. Denn tut ihr's nicht, kann ich euch überzeugen." Sie lächelte böse und erhob leicht ihre Hände. Der Wald wuchs weiter und formte einen Käfig aus Ästen um sie alle herum. Jeder rupfte sich sofort ängstlich ein Haar aus. „Kluge Entscheidung." Laety ging herum und sammelte sie in einem Behälter. Danach verschwand der Käfig wieder. Sie schüttete den Inhalt ins Feuer. „Nun benötige ich noch eine letzte Zutat." Ihr Vater hielt ihr ein geöffnetes Kästchen hin. „Das Herz meines einst so geliebten Rosses." Sie holte es heraus. „Ein prächtiges Geschöpf, dessen Abschied unserem Sieg den Weg bereitet. Entfesselt sei mein ganzer Zorn!" Sie warf das Herz ins Feuer. Es fing an sich die lila Rauchwolke mit grünen Blitzen zu bilden und stark zu winden. Laety schloss triumphierend die Augen, doch die Wolke verblasste. Ein böser Zwerg, beinah ein Gnom, lachte. „Hahahaha! Nun, viel habt Ihr ja nicht gerade entfesselt!" Er lachte weiter und deutete mit dem Finger auf sie. Eine Bewegung ihrer Hand ließ ihn zu Stein werden. Wütend kehrte Laety dem Ort den Rücken zu.

In ihrem Garten stand der versteinerte Zwerg als Statue. Laety war in ihrem Garten bei ihrem Apfelbaum und pflückte Äpfel. „Der Mirror hat wieder zugeschlagen!" rief Dajan Glass, der Journalist der Stadt und... der magische Spiegel! Er hielt eine Zeitung in der Hand, auf deren Titelseite Lisa prangte, als Verbrecherfoto. „Sie kommen spät." „Verzeihung. Dafür mit der neuesten Ausgabe. Und so gekonnt hab ich selten jemanden auseinander genommen." sagte Dajan zufrieden. Laety nahm die Zeitung und überflog das Titelblatt. „Das hab ich nicht von Ihnen verlangt. Was wissen wir über sie?" Dajan stellte sich vor sie. „Nun, um ehrlich zu sein, nicht viel. Sie hat als Kind sehr viel Zeit in Heimen verbracht.." Laety stöhnte auf und ging wieder zu ihrem Baum. „S..S..Sie hatte damals wohl gewisse Schwierigkeiten, aber an Details kommt man nicht ran. Inzwischen ist sie sauber. Ist viel rumgekommen." Laety pflückte einen weiteren Apfel und strich über ihn. „Das Einzige, was ich sicher weiß, ist sie bleibt nie lang an einem Ort." „Das hat sich anscheinend geändert." sagte sie und legte den Apfel in ihren Korb. „Wussten Sie, dass sie ähm, Kentin bekam, als sie in Phoenix war? Wie kam der Junge nach Maine?" „Wenn ich Sie gerade richtig verstehe, haben Sie nichts von Wert gefunden. Was heißt: Sie haben keinen Wert für mich, Dajan. Wissen Sie, wie ich mit Dingen verfahre, die für mich wertlos sind?" Sie lächelte. „Ich werfe sie weg." „Äh..ich such weiter." Er verließ hastig den Garten.

Lisa hatte auch die Zeitung vor sich liegen und Laetys Apfel in der Hand. „Fremde zerstört historisches Schild." Sie wollte gerade in den Apfel beißen, als Iris ihr einen Kakao hinstellte. „Bittesehr." „Danke.. Aber das hab ich gar nicht bestellt." „Ja, ich weiß. Du hast wohl einen Verehrer." lächelte Iris. Lisa sah zu Dake, der an einem Tisch saß. Dann nahm sie den Kakao mit und ging zu ihm. „Ah, Sie bleiben uns also erhalten." lächelte er. „Richtig kombiniert. Gute Polizeiarbeit." „Für den Tourismus erfreulich, für unserer Beschilderung leider nicht. Das war... nur n' Witz." sagte Dake, als Lisa nicht lachte, doch sie hob mitleidig die Augenbrauen. „Sie haben doch ein Schild umgefahren..." „Hören Sie, nett das Sie mich auf nen Kakao einladen und beeindruckend, dass Sie wissen, das ich Zimt auf der Sahne mag, was viele verabscheuen. Aber ich bin nicht zum Flirten hier, also danke." Sie stellte ihm den Kakao hin. „Oder besser, nein danke." Dake schüttelte den Kopf. „Der ist nicht von mir." „Ich war's!" rief Kentin, der ein paar Tische hinter Dake saß. „Und ich mag Zimt auch." Er stand auf. „Hast du keine Schule?" fragte Lisa. „Ach, ich bin zehn. Komm mit."

Kentin und Lisa liefen über die Straße. „Was ist das Problem zwischen dir und deiner Mom?" fragte Lisa. „Es geht nicht um sie und mich, sondern um ihren Fluch. Wir beide müssen ihn brechen! Zum Glück hab ich einen Plan." Lisa hatte immer noch Laetys Apfel in der Hand und spielte damit herum. „Schritt 1: Einen Plan braucht einen Namen. Ich schlage vor: Operation Cobra." „Cobra? Das hat ja nun gar nichts mit Märchen zu tun." „Genau! Das ist ein Deckname, um die Königin in die Irre zu führen." „Also jeder hier ist eine Märchenfigur, sie wissen es nur nicht." „Das liegt am Fluch. Die Zeit wurde angehalten. Bis du gekommen bist." Lisa wollte in den Apfel beißen. „Hey! Von wem hast du den?!" „Von deiner Mom." „Iss den bloß nicht!" Ken schnappte sich den Apfel und warf ihn hinter sich. „Äh...okay. Äh.. und erinnern sie sich an früher?" „Überhaupt nicht! Die haben keinen Schimmer. Frag irgendwen irgendwas." „Die Leute laufen also seit Jahrzehnten wie benebelt umher, sie altern nicht, leben ohne Erinnerung, sind in einer verfluchten Stadt, wissen es aber nicht." Kentin grinste glücklich. „Du hast es kapiert." Lisa lächelte amüsiert. „Deswegen brauchen wir dich. Weil nur du den Fluch aufheben kannst." „Weil ich die Tochter von Snow White und ihrem Prinzen bin?" „Ja! Und augenblicklich sind wir klar im Vorteil. Meine Mom hat keine Ahnung. Ich hab den Teil rausgerissen, in dem du auftauchst." Er holte die Seiten aus seinem Rucksack und gab sie Lisa. „Da siehst du's! Deine Mutter ist Snow White!" „Oh, Kleiner!" lachte Lisa. „Schon klar, der Held glaubt es am Anfang nie. Wenn er das täte, wäre die Geschichte ja langweilig. Die Seiten sind der Beweis. Behalt sie, lies sie. Aber das Wichtigste ist: Lass sie bloß meine Mom nicht sehen! Das wäre gefährlich! Wenn sie herausfindet, wer du bist... dann bist du in Gefahr."

Lisa und Ken waren nun in der Nähe seiner Schule. „Ich muss weiter. Aber ich komm wieder. Und dann fangen wir an. Ich wusste, dass du mir glaubst!"

„Wer sagt das?" rief sie ihm lächelnd hinterher. „Warum wärst du sonst hier?" Er lief lächelnd an Melody vorbei und zum Bus. Mel sah Lisa und kam zu ihr. „Schön, dass Kentin wieder lachen kann." „An mir liegt's nicht." „Sie sind noch hier. Und? Weiß es die Bürgermeisterin?" "Oh, na sicher... Was ist mit ihr? Sie ist nicht besonders umgänglich, wer hat sie gewählt?" „Sie war hier schon immer die Bürgermeisterin. Keiner hat es je gewagt gegen sie anzutreten. Man könnte fast sagen... die Leute.." Melody seufzte. „fürchten sie. Vielleicht war es dumm von mir, Kentin das Buch zu geben, er hält sie seitdem für die böse Königin." „Und für wen hält er Sie?" Mel lachte. „Das ist albern." Lisa lachte auch. „Ich höre heut nichts anderes. Raus damit." „Snow White." Lisa starrte sie entsetzt an. „Irgendwie verrückt.." fuhr Mel fort. Es klingelte. „Welche Figur sind Sie?" „Ich komm nicht drin vor... Können Sie mir helfen? Laety meinte, Kentin wär in Therapie. Wo finde ich seinen Arzt?"

Lisa klopfte an die offenen Tür von Dr. Alex Faraize und beugte sich lächelnd rein. „Hallo." Alex stand auf. „Lisa Swan, ich hab..." Er nahm die Zeitung vom Tisch. „grade über Sie gelesen. Lassen Sie mich raten, Sie kommen wegen posttraumatischem Stress. Diese Diagnose ist kostenlos." Lisa lachte auf. „Nein, ich bin wegen Kentin hier." „Tut mir leid, aber ich darf über Patienten.." „Ich weiß, entschuldigen Sie! Ich..." Lisa setzte sich auf die Armlehnen des Sofas das im Raum stand. „Sagen Sie nur eins: Diese Märchenbesessenheit. Woher kommt denn so was? Er glaubt fest, jeder sei eine Märchenfigur aus seinem Buch, das ist...verrückt." Alex lächelte. „Ich hoffe in seiner Gegenwart sagen Sie sowas nicht. Schon das Wort verrückt kann bereits Schaden anrichten. Wissen Sie, diese Geschichten... sind seine Sprache. E-E-Er weiß nicht, wie er komplexe Emotionen ausdrücken soll, also übersetzt er sie, so gut er kann. So kommuniziert er. Und er nutzt das Buch, um besser mit seinen Problemen klarzukommen." „Aber er hat das Buch seit über einem Monat. War er denn schon vorher Ihr Patient?" „Ah...ja, war er." „Dann ist es Laety, nicht wahr?" „Äh, seine Mutter ist eine... sehr komplizierte Frau und äh, all die Jahre waren ihre Versuche Zugang zu Kentin zu kriegen, ziemlich erfolglos." Alex ging zum Aktenschrank, zog eine Schublade hervor und holte Kens Akte heraus. „Werfen Sie einen Blick in die Akte." Er reichte sie ihr. „Dann verstehen Sie's." „Wieso tun Sie das?" „Nun, er redet viel über Sie. Sie sind wohl... wichtig für ihn." „Danke." „Bringen Sie sie... nur wieder zurück, ja?" Alex ging zur Tür und hielt sie ihr auf. „Und Miss Swan: Bitte seien Sie dem Jungen zuliebe vorsichtig, wenn er Sie an seinen Fantasien teilhaben lässt. Seine Vorstellungskraft zu zerstören... wäre verheerend." Lisa nickte und ging. Alex schloss die Tür und ging schnurstracks zum Kabeltelefon und rief jemanden an. „Sie hatten recht, sie war eben hier." Es war Laety. Sie saß in ihrem Büro. „Hat sie die Akte mitgenommen?" „Ja. Woher wussten Sie, dass sie mich aufsucht?" Laety lächelte böse. „Wer, glauben Sie, hat sie auf die Idee gebracht?"

Lisa lag auf ihrem Bett und ging Kentins Akte durch, als es an der Tür klopfte. Sie öffnete und Dake stand davor. „Hallöchen. Falls Sie sich wegen der Bitte-nicht-stören-Schilder Sorgen machen, die sind alle noch heil." „Eigentlich komme ich wegen Dr. Alex Faraize. Sie beide hatten da wohl vorher einen Auseinandersetzung." Lisa stemmte die Hände in die Hüften. „Nein." „Ich war auch verwundert, ich kenne Sie doch als schüchtern und äußert einfühlsam." Lisa grinste. „Er sagte, Sie wollten Kentins Akte einsehen und als er nein sagte, kamen Sie wieder und haben sie gestohlen." „Er selbst hat sie mir gegeben." „Leider erzählt er die Geschichte anders. Darf ich mich mal umsehen, oder brauch ich einen Durchsuchungsbefehl?" Resigniert öffnete Lisa die Tür ganz, seufzte, ging zum Bett und deutete darauf. „Suchen Sie vielleicht das hier?!" „Sie sind sehr zuvorkommend." grinste er. „Ich fürchte, Miss Swan, ich muss Sie erneut verhaften." Er holte die Handschellen raus und legte sie ihr an. „Sie wissen, dass ich reingelegt wurde, oder?" „Und darf ich auch fragen, von wem?"

Laety stolzierte zu Melodys Klasse, die gerade im Freien, vor der Schule unterrichtet wurde. Melody las vor: „Kohlensäure und Wasser verbinden sich!" Santana räusperte sich und Mel sah, ebenso wie Ken, auf. Sie klappte das Buch zu und ging zu ihr. „Darf ich mit meinem Sohn sprechen?" lächelte Laety. „Wir sind mitten im Unterricht. Ist es wichtig?" Laety starrte sie an. „Denken Sie, ich wäre hier, wenn nicht?!" Sie ging zu Kentin und nahm ihn beiseite. Sie gingen auf den Schulhof. „Kentin, Süßer, ich habe traurige Neuigkeiten. Die Frau, die du hergebracht hast, ist verhaftet worden. Sie ist in Dr. Faraizes Praxis eingebrochen, um seine Akten zu stehlen. Sie ist eine Betrügerin. Sie will etwas über uns rauskriegen, sodass sie uns damit erpressen kann. Nur deshalb ist sie hiergeblieben. Es tut mir leid." „Nein, tut es nicht." Verletzt sah sie ihn an. „Ich weiß, dass du etwas anderes denkst. Aber alles was ich will, ist dich zu beschützen. Ich meine es nur gut. Du wirst schon sehen. Alles kommt wieder in Ordnung." Es klingelte. „Ich muss wieder zum Unterricht." Kentin lief zur Schule.

Erneut wurde Lisa abgelichtet. „Sie wissen, dass der Seelenklempner lügt?" fragte sie Dake. „Nach links bitte. Warum sollte er?" „Die Bürgermeisterin hat ihn angestiftet, sie muss was gegen ihn in der Hand haben. Er hat Angst vor ihr, wie alle in diesem...Kaff." Dake deutete zur anderen Seite und Lisa drehte sich. „Andere Seite bitte. Laety wirkt vielleicht ein wenig furchteinflößend, aber ich glaube nicht, dass sie jemanden reinlegen würde." „Wie weit würde sie gehen? Wo hat sie ihre Finger drin?" „Na überall. Sie ist Bürgermeisterin." „Etwa auch bei der Polizei?" „Hey!" Ken kam mit Melody. „Kentin...Kentin, was machst du hier?" fragte Dake überrascht. „Seine Mutter hat ihm alles erzählt." sagte Mel. „Na klar hat sie das. Kentin, was immer sie dir erzählt hat..." setzte Lisa an. „Du bist ein Genie!" „Was?" „Ich weiß schon, was du vorhattest: Es ging um Informationen. Für... Operation Cobra." „Entschuldigung, ich kann nicht folgen." sagte Dake verwirrt. „Das ist nur für Eingeweihte, Sheriff. Und ich darf Sie hiermit einweihen, dass Miss Blanchard die Kaution bezahlt." „Tatsächlich?" fragte Lisa. „Wieso?" „Ich...äh.. vertraue Ihnen." sagte Melody. Ken sah grinsend von ihr zu Lisa. „Fein. Runter mit den Handschellen." Sie hielt Dake die Hände hin. „Ich muss was erledigen."

Laety saß in ihrem Büro und arbeitete, als sie eine Kettensäge hörte. Erschrocken sah sie aus dem Fenster und sah, wie Lisa eine Hälfte ihres Apfelbaumes fällen wollte. Sie stürmte nach unten. „Was zur Hölle tun Sie da?!" „Äpfel pflücken." antwortet Lisa gelassen und ließ die Kettensäge fallen. „Sind Sie noch bei Trost?!" „Ich schon. Aber Sie nicht, wenn Sie denken, Sie würden mich mit derart miesen kleinen Tricks einschüchtern. Wenn Sie sowas noch mal versuchen, komme ich wieder und mache Kleinholz. Sie können sich überhaupt nicht vorstellen, wozu ich fähig bin." zitierte Lisa sie. „Sie sind dran." sagte sie, während sie den Garten verließ. Wütend starrte Laety ihr hinterher.

Laety stand wieder vor der Stelle, an der der Fluch nicht geklappt hatte. Ihr Vater kam zu ihr. „Vielleicht ist es am Besten so. Die Mächte, die Ihr heraufbeschwört mögen unbeherrschbar sein." Laety sah ihn an. „Oh, jetzt versuchst du mich zu beschützen?" „Dafür bin ich hier." „Ich weiß. Das tut keiner außer dir." „Euch beizustehen ist mein Leben." „Dann hilf mir zu ergründen, warum der Fluch unwirksam ist!" „Wenn Ihr das wissen wollt, müsst Ihr Euch an die Person wenden, die ihn Euch ursprünglich gab. Rache ist ein dunkler, einsamer Weg und wer ihn eingeschlagen hat, der findet nie mehr zurück." Spöttisch sah sie ihn an. „Wohin sollte ich schon zurückkehren?"

In Rumpelstilzchens Zelle krochen einige Ratten herum und ein roter Apfel lag auch dort. „Wir sind ganz unter uns, meine Liebe. Also zeig dich ruhig!" sang er wieder. Einer der Ratten verwandelte sich mit viel Rauch in Laety und sie knackte mit dem Nacken. „Ah." „Ahahahaha..." kicherte Rumpelstilzchen. „Der Fluch, den du mir einst gabst, zeigt keine Wirkung." Sie hatte die Schriftrolle dabei. „Oh...so sorgenvoll." Er rieb sich die Hände. „So so sorgenvoll." sang er. „Wie Snow White und ihr frischgebackener Gatte." „Was?" „Auch sie haben mich besucht." Rumpel steckte seinen Kopf durch das Gitter. Sogar seine Augen erinnerten an Reptilien. „Sie waren sehr beunruhigt. Wegen Euch. Und des Fluchs." Laety trat näher zu ihm. „Was hast du ihnen erzählt?" „Die Wahrheit! Das nichts die Dunkelheit aufhalten kann. Mit Ausnahme ihres noch ungeborenen Kindes. Wisst Ihr, ganz egal wie mächtig, jeden Fluch kann man brechen." Er grinste. „Ihr Kind ist der Schlüssel. Aber zuerst muss der Fluch natürlich ausgesprochen werden." „Sag, was hab ich falsch gemacht?" „Das hat seinen Preis." „Was willst du?" „Ganz einfach: In diesem neuen Land solls mir wohlergehen. Ich will ein gutes Leben." „Na gut, ich gebe dir Ländereien, gebe dir Reichtum." „Ich war noch nicht fertig." sang Rumpelstilzchen. „Ich will mehr." „Du willst immer mehr." „Ja...ja. Sollte ich.. in diesem neuen Land, je an Euch herantreten, dürft Ihr mir keinen meiner Wünsche abschlagen! Ihr habt zu tun, was immer ich verlange! Ich muss nur sagen: Bit-te!" sang er in einer schrillen Stimme. „Hah...!" „Dir ist doch klar, dass du dich an all dies gar nicht mehr erinnern wirst." „Wer trüge dann einen Schaden davon?" Laety lächelte. „Es gilt." Kichernd wich Rumpelstilzchen in seine Zelle zurück. „Wie verleihe ich nun diesem Fluch Wirkung?" „Opfert zuallererst ein Herz." „Ich opferte schon mein geliebtes Ross." Rumpel sprang nach vorn und packte sie an der Kehle. „Ein Pferd?! Wir sprechen hier vom Fluch aller Flüche und Ihr haltet ein Pferd für ausreichend?! Große Macht verlangt große Opfer. Ihr braucht ein Herz, das um ein Vielfaches kostbarer ist, verstanden?" „Sag, wie hoch der Preis ist." „Das Herz dessen, was Ihr am meisten liebt." Laety riss sich los. „Was ich am meisten liebte, starb wegen Snow White!" „Oh...fällt Euch niemand ein, den Ihr aufrichtig liebt? Dieser Fluch ist eben keine Kleinigkeit. Wollt Ihr Vergeltung, dann zahlt Ihr. Dazu müsst Ihr Euch nur eine einfache Frage stellen: Wie weit seid Ihr bereit zu gehen?" Sie beugte sich vor. „So weit es nötig ist." „Dann verschwendet doch bitte nicht weiter unsere Zeit und tut es. Ihr wisst doch, was Ihr liebt." Er beugte sich vor und flüsterte: „Geht und tötet es."

Lisa schloss ihre Zimmertür auf und trat ein, als Granny sie ansprach. „Miss Swan? Es ist mir furchtbar unangenehm, ich muss Sie bitten auszuziehen. Es gibt hier wohl ein Keine-Verbrecher-Gesetz..." Lisa grinste verstehend. „Offenbar so eine städtische Verordnung." „Und das Büro der Bürgermeisterin hat Sie darauf aufmerksam gemacht." „Sie dürfen Ihre Sachen abholen, aber müssen Ihren Zimmerschlüssel abgeben." Lisa reichte ihr den Schlüssel.

Laety sammelte ihre Äpfel vom Rasen und der Sheriff kam dazu. Sie schnaubte. „Sie hat städtisches Eigentum zerstört. Sie gehört eingesperrt." „Schon wieder?" seufzte Dake. „Was soll das heißen?" „Ich glaube einfach nicht, dass es richtig ist, sie zu verhaften." Entsetzt starrte Laety ihn an und stand auf. „Lassen wir den Baum mal beiseite. Aber diese Akte hat sie keinesfalls gestohlen." „Oh, ist das so?" „Sie wirkte sehr überrascht, als ich sie darauf angesprochen habe." „Sie hatte Angst erwischt zu werden." sagte Laety und hob erneut ihre Äpfel auf. „Oder sie wurde reingelegt. In dem Fall hätte gelogen. Was nahelegt, dass ihn irgendjemand darum gebeten hat." sagte Dake. Wütend stand Laety wieder auf. „Können wir wirklich sicher sein, dass sein Gewissen nicht am Ende die Oberhand behält?" „Trübt da etwa eine romantische Ader das Urteilsvermögen? Damit eins klar ist: Ich bestimme hier wer Sheriff ist! Und das könnte schon morgen jemand anders sein." „Wenn ich sie wieder verhaften soll, dann tu ich das." „Gut." „Aber sie wird keine Ruhe geben. Und das heißt, die Auseinandersetzungen werden womöglich weiter eskalieren und vielleicht gelingt es auch sie zu vertreiben." „Es gelingt mir ganz sicher! Es geht hier um meinen Sohn. Ich will nur das Beste für ihn!" „Das hab ich schon verstanden.. aber falls dieser Krieg nicht aufhört, dann befürchte ich, dass Kentin den größten Schaden davonträgt." Traurig stieß Laety die Luft aus.

Lisa lief durch die Straße und versuchte ihre graue Cardigan Jacke überzuziehen. Sie sah zu ihrem Käfer und bemerkte, dass er eine Autokralle hatte. Ihr Handy klingelte und sie ging ran, während sie über die Straße zu ihrem Auto lief. „Ja?" Es war Laety. „Miss Swan, ich würde Ihnen gerne weiter Schwierigkeiten machen, aber... dadurch würde Ihr Verlangen nicht abzureisen, wahrscheinlich noch stärker." „Darauf können Sie wetten!" „Nun, dann ist es wohl an der Zeit Frieden zu schließen." Lisa war bei ihrem Auto angekommen und öffnete die Tür um ihre Lederjacke und die Märchenseiten von Kentin hineinzuwerfen. „Warum fahren Sie nicht zu mir ins Büro?" Wütend schlug Lisa die Autotür zu, was Laety hörte. „Oder Sie gehen. Was Sie bevorzugen." Lisa legte auf und lief kopfschüttelnd los.

„Ich beginne damit mich... zu entschuldigen, Miss Swan." Laety setzte sich in den Sessel gegenüber von Lisa, die mit angezogenen Knien auf dem Sofa saß. „Was?" fragte sie überrascht. „Ich muss die Tatsache, dass Sie hierbleiben wollen akzeptieren." „Genau, das will ich." „Aber Sie wollen mir meinen Sohn wegnehmen." „Okay, das eins klar ist: Ich habe nicht vor ihn jemandem wegzunehmen." „Aber warum sind Sie dann hier?" „Ich weiß, ich habe mich nicht wie eine Mutter verhalten. Aber ich habe ihn geboren und inzwischen fühl ich mich verantwortlich, ich will sicher sein, dass es ihm gut geht. Je mehr Sie mich vertreiben wollen, desto größer wird mein Widerstand, besonders, wenn ich seine Schwierigkeiten sehe." „Sie glauben, er hat Schwierigkeiten?" „Er ist in Therapie. Ich konnte zwar nur ein paar Seiten lesen, bevor Sie mich verhaften ließen, aber Sie wissen vielleicht...Er denkt, jeder in dieser Stadt sei eine Figur aus einem Märchen." „Denken Sie das auch?" „Wieso sollte ich? Der arme Junge kann nicht zwischen Fantasie und Realität unterscheiden und seine Verwirrung nimmt zu. Das ist verrückt." „Du hältst mich für verrückt?!" erklang Kens verletzte Stimme, der in der Tür stand. „Kentin!" Lisa stand auf und wollte zu ihm rennen, doch Ken rannte weg. Lisa blieb stehen und stemmte wütend die Hände in die Hüfte. „Wie lange stand er da?" „Lange genug." „Und Sie haben das gewusst." Wütend drehte Lisa sich zu Laety um, die triumphierend lächelnd immer noch seelenruhig in ihrem Sessel saß. „Weiß ich, dass mein Sohn jeden Donnerstag pünktlich um 17 Uhr in mein Büro kommt, damit ich mit ihm vor seiner Therapiesitzung etwas essen gehen kann? Sicher weiß ich das. Ich bin seine Mutter." Sie legte ihre Arme auf die Lehnen ihres Sessels und sagte: „Sie sind dran." „So was herzloses! Wie sind Sie nur so geworden?" Lisa verließ den Raum.

Laety schritt durch einen Gang ihres Schlosses, der von Spiegeln übersät war, in denen sie nun der Magische Spiegel verfolgte. „Was ist? Habt Ihr Antworten? So erzählt doch! Euer Majestät? Euer Majestät!" Laetys Vater erleuchtete die Kerzen in dem Raum, in dem Laety das Schwert in der Wand stecken gehabt hatte. Ein Kamin brannte auch. Laety schritt hinein und ging an ihrem Vater vorbei, der sie ansprach. „Sagte Euch Rumpelstilzchen was Ihr wissen wolltet?" „Ja." antwortete Santana ohne ihn anzusehen. „Und?" Sie blieb stehen. „Ich weiß nicht, ob ich es sagen soll...Ich habe Zweifel." Sie lief nervös Richtung Spiegel. „Vermag ich zu helfen? Was wird von Euch verlangt?" „Das Herz desjenigen zu opfern, den ich am meisten liebe..." „Meines." Traurig und verzweifelt schloss sie die Augen, dann drehte sie sich zu ihm um. „Vater, ich bin so ratlos..." „Mein Liebling. Bitte. Vielleicht muss es gar nicht sein." „Aber irgendetwas muss ich tun." „Lass alles hinter dir! Es mag eigennützig klingen, aber... du musst den Fluch nicht aussprechen." „Dennoch kann ich so nicht mehr weiterleben! Was mir Snow White angetan hat! Was sie mir weggenommen hat! Es frisst mich auf, Vater.. Allein schon ihre Existenz verspottet mich. Sie muss bestraft werden." „Wenn der Preis eine Lücke ist, die nie gefüllt werden kann, wieso nur? Denk bitte nicht mehr an Snow White und beginne neu! Wagen wir ein neues Leben." „Wie wäre dieses Leben?! All das, wofür ich gelebt habe wird verloren sein! All meine Macht wird schwinden und der letzte Rest meiner Würde!" zischte sie. „Macht ist verlockend, aber Liebe auch. Du kannst wieder Liebe finden." Sie fiel ihm in den Arm und schluchzte. „Ich will doch nur ein bisschen Glück." „Das Glück findet dich. Das weiß ich gewiss. Und wenn es erst mal da ist, werden wir beide wieder froh sein."

Eine Träne rollte Laetys Wange hinab. „Aber du musst dich entscheiden." fuhr ihr Vater fort. Sie schloss die Augen und eine weitere Träne entkam ihr. „Du hast wohl recht." Sie löste sich aus der Umarmung und lächelte ihn an. „Ich werde glücklich sein. Jedoch nicht hier." Und sie riss ihm das Herz heraus und er fiel tot zu Boden. „Verzeih mir.." hauchte sie.

Es klopfte an Melodys Tür und sie öffnete. Lisa stand davor. „Hey." seufzte sie. „Ich wollte mich bedanken und ähm.. Ihnen das Geld zurückgeben." Sie reichte Melody einen Umschlag. „Wollen Sie vielleicht reden?" fragte Mel und ließ sie rein. Sie machte ihr und sich einen Kakao und holte Kekse. „Ist das Zimt?" fragte Lisa, nachdem sie einen Schluck genommen hatte. „Oh, tut mir leid, ich hätte fragen sollen, das ist ein Tick von mir. Stört es Sie?" „Überhaupt nicht." Mel bot ihr die Kekse an. „Nein, danke. Als Sie meine Kaution stellten, sagten Sie, Sie vertrauen mir. Wieso?" Melody nahm einen Schluck von ihrem Kakao. „Ich bin von Ihrer Unschuld überzeugt." „Was den Diebstahl betrifft oder überhaupt?" hakte Lisa nach. „Suchen Sie sich was aus." lächelte Mel. Lisa lachte. „Unerheblich, ob ich etwas getan oder nicht getan habe... ich reise ab. Danke für alles, aber ich glaube es ist besser so. Wenn ich bleibe, wird Kentin nur wieder verletzt. „Was würde passieren, wenn Sie gehen? Wenn Sie wirklich nur an sein Wohlergehen denken, dann bleiben Sie besser hier. Sie sorgen sich um ihn. Wer soll Kentin beschützen, wenn Sie es nicht tun?"

Ken saß bei Alex in der Therapiestunde, hielt Alex' Regenschirm und starrte auf den Boden.

„Und du willst wirklich nicht darüber reden? Du weißt, der Schirm ist so was wie mein Glücksbringer. Glaubst du deshalb, ich wär Jiminy Cricket?" „Ich glaube an überhaupt nichts mehr." Resigniert legte Ken den Schirm weg und lehnte sich erschöpft zurück. Lisa kam herein, die Seiten in der Hand. „Miss Swan! Hören Sie, es tut mir leid, die Bürgermeisterin hat..." „Ich weiß. Keine Sorge, ich versteh schon. Kentin, es tut mir leid." „Mit dir rede ich nich mehr." „Wenn sie erfährt, dass Sie hier sind.." „Ist mir egal." Lisa ging vor Ken in die Hocke. „Kentin, der einzige Grund aus dem ich geblieben bin, bist du. Ich wollte dich gern kennenlernen." „Du hältst mich für verrückt!" „Nein, ich halte den Fluch für verrückt! Und wie, aber...das bedeutet nicht, dass es ihn nicht gibt." Ken sah sie immer noch nicht an. Lisa seufzte. „Es fällt mir schwer daran zu glauben, aber auf dieser Welt gibt es so viele verrückte Sachen. Was weiß ich schon, vielleicht ist alles wahr." „Aber du sagtest zu meiner Mom..." „Nur was sie hören sollte. Aber ich weiß, falls der Fluch wirklich echt ist, können wir ihn nur brechen, wenn es uns gelingt die böse Königin.." Nun sah Kentin sie endlich an. „..davon zu überzeugen, dass wir nicht daran glauben. Denn dann wird sie uns in Ruhe lassen. Darum geht es doch in Operation Cobra, oder?" Alex lächelte und Kentin fing auch an zu lächeln. „Wir legen eine falsche Fährte." Ken setzte sich auf. „Wirklich gut!" „Ich hab die Seiten gelesen und du hast recht, es ist gefährlich. Und wir können nur eines tun, damit sie sie nie zu sehen kriegt." Und Lisa stand auf und warf die Seiten in das Feuer, das im Kamin brannte. Sie stieß die Luft aus, drehte sich zu Ken um und sagte: „Jetzt sind wir im Vorteil." Kentin sprang auf und umarmte sie fest. Lisa erwiderte die Umarmung. „Ich hab gewusst, dass du mir glauben würdest." „Genau das hab ich vor." Sie löste sich aus der Umarmung und hielt ihn eine Armeslänge von sich weg und sagte: „Und nichts, nicht mal ein Fluch, hält mich davon ab." Ken lächelte glücklich und umarmte sie erneut.

Laety war bei der Stelle, an der der Fluch gewirkt werden sollte, das Feuer brannte und sie warf das Herz ihres Vaters hinein. Und tatsächlich zeigte es Wirkung und der Fluch ging los.

Später ging sie zum Grab ihres Vaters und legte eine schwarze Rose darauf. Auf dem Grabstein stand Kentin..geliebter Vater...

Glücklich lief Kentin mit Lisa durch die dunkle Straße.

Laety versuchte den Schaden an ihrem Baum zu minimieren, als Leigh Gold zu ihr trat. „Hier sieht's ja schlimm aus." sagte er. „Nicht mehr lange. Was kann ich für Sie tun, Mr. Gold?" „Ich war in der Gegend und dachte, ich schau mal vorbei. Ich freu mich, dass Sie bester Laune sind." Laety lachte. „Nun, es war ein guter Tag. Ich habe die Stadt von einem unerwünschtem Ärgernis befreit." „Lisa Swan? Wirklich?" „Ja. Wahrscheinlich ist sie bereits auf dem Weg nach Boston." Leigh pflückte einen Apfel. „Oh...da wär ich mir nicht so sicher." grinste er. „Sie ging vorher mit Ihrem Jungen die Hauptstraße runter. Sahen aus, wie die allerdicksten Freunde." „Was?!" „Besser, Sie wären zu mir gekommen. Falls Miss Swan ein Problem für Sie ist, bin ich gern bereit zu helfen, aber natürlich nicht umsonst." Laety lachte. „Ich habe nicht vor, mit Ihnen weiterhin Geschäfte zu machen." sagte sie und wandte ihm den Rücken zu. „Denken Sie da an was Bestimmtes?" fragte Leigh. Erschrocken sah sie zu ihm. „Das wissen Sie genau!" „Oh, richtig ja... Ich habe Ihnen den Jungen gebracht. Kentin... übrigens ein äußerst hübscher Name. Wie sind Sie auf ihn gekommen?" Laety drehte sich etwas erkennend zu ihm um. „Wollten Sie, dass sie hierher kommt?! Das scheint Ihnen zu gefallen, nicht wahr? Sie haben Kentin doch nicht zufällig gefunden." „Was wollen Sie damit sagen?" „Woher haben Sie ihn?" Leigh lächelte leicht. „Wissen Sie etwas?" „Ich habe keine Ahnung, wovon Sie sprechen." sagte er. „Das glaub ich nicht.." Leigh grinste schief. „Wer ist diese Frau, seine Mutter, diese... Lisa Swan?" „Ich würde sagen, Sie bilden sich ein, genau zu wissen, wer sie ist. Jetzt muss ich wirklich gehen." Leigh wandte sich zum Gehen, doch Laety versperrte ihm den Weg. „Sagen Sie mir, was Sie über sie wissen!" „Ich werde Ihnen gar nichts sagen. Ich schlage vor, Sie entschuldigen mich. Bitte." Er biss in den Apfel, warf ihn am Gartentor hinter sich und ließ sie erschüttert zurück.

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Joa, erinnert er sich, oder nicht? o.o

Morgen kommt schon das nä, ich mach täglich, hab einiges aufzuholen ^^