Bisher noch nichts, T^T aber trotzdem 2 weitere Kapis heute
Hoffe euch gefällt diese Kapitel!
LG
Ronjale55
Xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
Im Märchenwald wurde ein Reh im Wald durch eine weiße Kutsche verjagt, die von Soldaten eskortiert wurde. Im Innern saßen Prinz Charming, er hatte blonde Haare und bernsteinfarbene Augen, und Prinzessin Abigail. "Gefällt Euch die Aussicht, meine Liebe?" fragte Charming lächelnd seine Verlobte. Sie entfaltete genervt und eingebildet ihren blauen Fächer, passend zu dem blauen Kleid, das sie trug. Außerdem trug sie ziemlich wertvolle Diamant-Ohrringe. Sie hatte lange lila Haare und blaue Augen. "Ich kenne hübschere. Und wie lange das dauert! Die Trollstrasse wäre schneller gewesen." Die Kutsche ruckelte. "Nicht so holprig gewesen!" Charming überprüfte eine kleine Tasche, die neben ihm lag. "Hört Ihr mir überhaupt zu?" "Natürlich." Der Kutscher brachte die Pferde zum Stehen. "Was ist denn?" fragte Abigail. Charming stieg aus der Kutsche um nachzusehen und ließ die Tasche liegen. Ein umgestürzter Baum versperrte den Weg, den die Soldaten nun inspizierten. "Keine Sorge, nur ein umgestürzter Baum." rief Charming zur Kutsche zurück um Abigail zu beruhigen. Er trat näher. Während er und die Soldaten den Baum untersuchten, landete jemand auf der Kutsche. Jemand in beigefarbenen Kleidern. Charming untersuchte die Bruchstelle und erkannte etwas. "Mylord, was ist denn?" fragte ein Soldat. "Sieh genau hin. Dieser Baum wurde abgesägt. Ein Hinterhalt!" Derjenige, der auf der Kutsche gelandet war, griff nun hinein und klaute die kleine Tasche. Abigail erschrak und schrie auf. Charming und die Soldaten rannten los. Der Dieb, der einen grünen Umhang, samt Kapuze trug, klaute ein Pferd und floh. Charming sprang auf ein anderes und verfolgte ihn. "Bleib stehen!" Er ritt neben ihn und sprang ihn an und katapultierte sich und ihn vom Pferd. Charming rappelte sich auf und eilte zum Dieb, welcher noch auf dem Boden lag, ihm den Rücken zuwandte und sein Gesicht verbarg. "Zeig dein Gesicht, du Feigling!" Charming hob die Faust und zerrte ihm die Kapuze vom Kopf. Es war... Snow White. Sie trug eine braune Fellweste unter dem Umhang. Überrascht ließ er sie los. "Du bist ein Mädchen." "Eine Frau." grinste Snow, tastete nach einem Stein auf dem Waldboden und schlug ihn Charming ins Gesicht. Dann rappelte sie sich hoch und rannte zu ihrem Pferd. "Du kannst dich nicht vor mir verstecken!" schrie Charming ihr wütend nach und hielt sich den blutenden Mund. "Wo du auch bist, ich werde dich immer finden!" Snow sah über die Schulter und lächelte.
Melody saß bei einem Date mit Dr. Charly Whale und nahm abwesend einen Schluck aus ihrer Tasse. " Äh..wo waren wir? Sagten Sie gerade, Sie hätten 15 Kinder?" lachte Charly ungläubig. "Nein! Guter Gott, nein!" sagte sie panisch. Charly lachte. "Nur in meiner Klasse. Ich unterrichte sie. Sie lernen sie morgen kennen, sie kommen im Rahmen des freiwilligen Sozialdienstes in Ihre Praxis." "Ja... das ist ein wirklich.. tolles Programm." Charly hörte nicht mehr zu, da Iris in einer sexy roten Hotpants kellnerte. "Natürlich will ich selbst keine 15 Kinder haben. Ich meine... Ich meine, nicht, dass ich keine Kinder haben will. Ich will Kinder, heiraten, wahre Liebe, all das." Sie schloss die Augen. "Aber das ist selbstverständlich..." Nun bemerkte sie, das Charlys Blick Iris' Hintern galt. "ein ziemlich unpassendes Thema für die erste Verabredung." schloss sie. "Hm?" "Iris!" "Ja, Melody?" "Die Rechnung, bitte."
Traurig lief Melody durch die dunkle, windige Straße bis sie Lisa sah, die in ihrem Käfer saß und Wohnungsanzeigen in der Zeitung durch sah. "Hey. Alles OK?" Lisa sah auf. "Oh, ich hab schon so viel mitgemacht, da kommt im Auto zu schlafen nicht mal unter die Top 10." "Sie schlafen hier?" "Nur wenn ich nichts finde." "Sie wollen also hier bleiben. Kentin zuliebe." lächelte Melody. Lisa stieg aus. "Ja genau. Aber hier gibt es nicht gerade viele Mietangebote. Eigentlich gar keine. Ist das normal?" "Liegt wohl am Fluch." grinste Mel. Lisa seufzte. "Warum sind Sie noch unterwegs?" " Naja, ich bin Lehrerin, nicht Nonne. Ich hatte ein Date..." Sie sah zu Boden. "Sieht ja so aus, als wärs toll gelaufen." "So toll wie es immer bei mir läuft." seufzte Mel. "Hat er wenigstens bezahlt?" Melody schüttelte den Kopf. "Mm-mm." Lisa seufzte. „Naja. Wenn das alles so einfach wäre, wärs ja reizlos. Also, falls Sie nichts finden... ich hätte noch ein Zimmer." bot Melody an. Überrascht sah Lisa sie an. „Danke, aber... für eine Wohngemeinschaft bin ich leider nicht geeignet. Ich bin lieber allein." „Na dann. Gute Nacht." lächelte Melody. „Viel Glück mit Kentin." wünschte sie noch, bevor sie sich auf den Weg machte. „Ja.." Lisa sah ihr nach.
Es war der freiwillige Sozialdienst im Krankenhaus und überall waren die Schulkinder von Melody, sie selbst war auch da. Sie hatten ein Plakat aufgehängt und Mel verteilte wieder Blumen. Sie sah, dass Ken in dem Raum mit John Doe alias Prinz Charming saß. Kentin streckte die Hand aus um ihn zu berühren, da unterbrach Melody ihn. „Kentin! Hilfst du uns ein bisschen beim Dekorieren?" „Wird Mr. Doe denn wieder gesund, Miss Blanchard?" Melody lächelte. „Sein Name ist nicht John Doe, Kentin. So nennt man nur Leute von denen man nicht weiß, wer sie sind." „Wissen Sie denn wer er ist?" Melody schüttelte den Kopf und trat näher. „Nein. Ich stelle ihm nur gelegentlich Blumen hin." „Was hat er denn?" „Ich weiß nicht. Er liegt schon so da, seit ich ehrenamtlich hier arbeite." „Hat er... keine Familie oder Freunde?" Mel schüttelte den Kopf. „Hat sich niemand gemeldet." „Dann... ist er ganz allein.." „Ja. Ziemlich traurig." Kentin sah ihn an, er hatte eine Narbe unter dem Mund, grinste und sah wieder zu Melody. „Und Sie kennen ihn ganz sicher nicht?" „Da bin ich ganz sicher, komm Kentin. Raus mit dir." Sie verstrubbelte ihm kurz die Haare, bevor sie aus dem Raum gingen. Ken warf einen letzten Blick zu „John Doe", dann schloss Mel die durchsichtige Tür.
„Ich hab deinen Vater gefunden." sagte Kentin, öffnete das Märchenbuch an dem Bild, als Charming wütend Snow hinterher rief und die Wunde von dem Steinangriff von ihr hielt. Ken zeigte Lisa das Bild, die neben ihm auf dem Spielplatz-Gerüst-Schloss saß. Lisa öffnete unbehaglich den Mund. „Kentin...!" „Er liegt im Krankenhaus! Im Koma. Siehst du die Narbe? Er hat genau dieselbe!" „Na und, Narben haben viele Leute." „An der gleichen Stelle! Versteh doch, was das bedeutet! Der Fluch trennt sie voneinander. Das Koma. Jetzt ist jeder ohne den anderen. Sagen wir Miss Blanchard, wir haben ihren Prinz Charming gefunden." Lisa hob abwehrend die Hand. „Okay, Kleiner, jemanden erzählen, dass sein Seelenverwandter im Koma liegt, ist nicht sehr hilfreich. Kein Happy End zu kriegen ist schmerzhaft genug, aber jemanden falsche Hoffnungen zu machen, ist noch schlimmer." "Was, wenn ich recht habe? Wir wissen, wer die beiden sind. Jetzt müssen sie es erfahrn." „Und wie soll das, deiner Meinung nach vor sich gehen?" „Es muss ihnen wieder einfallen! Wenn Miss Blanchard ihre Geschichte John Doe vorliest, wird er sich vielleicht wieder erinnern, wer er ist!" Lisa beugte sich vor, atmete ein und dachte kurz nach. „Okay." „Okay?!" fragte Ken überrascht. „Ja, wir machen das. Aber auf meine Art. Ich werde sie fragen."
Melody hatte wieder Kakao vorbereitet, drehte sich zu Lisa um, reichte ihr eine Tasse und sagte: „Sie wollen, dass ich einem Komapatienten vorlese?" „Ja, Kentin glaubt, er hilft ihm sich zu erinnern, wer er war." Lisa lehnte auf der anderen Seite von Melodys Kücheninsel. „Und was denkt er, wer er war?" „Prinz Charming." „Und wenn ich Snow White bin... denkt er... ich... und er..." Lisa grinste. „Er hat eine sehr lebhafte Fantasie, aber das ist der Punkt. Ich kann ihn nicht mit Worten überzeugen, aber wenn er es selbst sieht... Spielen Sie mit, tun Sie was er sagt, dann wird er vielleicht... nur vielleicht.." „...erkennen, dass es wirklich nur Märchen sind." ergänzte Melody. „Das es so was wie Liebe auf den ersten Blick nicht gibt und dann sieht er die Realität so wie sie ist." Sie nahm einen Schluck. „Ja, so was in der Art." „Tja...traurigerweise ist dieser Plan ziemlich genial. Er begreift die Wahrheit und es tut nicht weh." Lisa grinste und holte das Märchenbuch hervor. „Ich hab ihm gesagt, das wir uns alle morgen zum Frühstück bei Granny's treffen und Sie erzählen uns wie's gelaufen ist." „Also. Dann mach ich mich mal bereit für mein Rendezvous. Bei dem mal wieder nur ich rede..."
Melody saß nun auf John Does Bett und hatte das Märchenbuch auf dem Schoß. „Es mag Ihnen seltsam vorkommen, aber... ich tu das für einen...Freund. Also haben Sie bitte etwas Nachsicht." Sie öffnete das Buch und fing an vorzulesen. „Als der Prinz den Dieb auf seinem Pferd durch den finsteren Wald verfolgte, fragte sich seine missgelaunte Verlobte, wie lange es wohl dauern sollte, bis sie endlich ihre Reise würden fortsetzen können... Der Dieb sprang über einen Wacholderbusch... da trafen sich ihre Blicke..." Mel fing an zu lächeln. „Sie brauchten keine Worte um auszusprechen, was sie tief im Herzen empfanden. Denn hier, im Schatten der Trollbrücke ward ihre Liebe geboren. Sie wurden gewahr, was auch immer sie bisher getrennt hatte, sie würden von nun an..." John Doe griff nach ihrer Hand. Melody erschrak und sah ihn an. Seine Augen waren immer noch geschlossen, doch seine Hand lag auf ihrer.
Sie holte Dr. Whale. „Nein, ich bin mir sicher er wacht auf! Er.. er hat nach meiner Hand gegriffen.." Sie lächelte. Charly untersuchte ihn und die Geräte. „Es hat sich nichts verändert, alles so wie immer. Was hatten Sie hier zu suchen?" „Oh, ich hab ihm nur was vorgelesen. Ein Märchen..." „Ah. Vielleicht sind Sie dabei eingenickt und haben das nur geträumt.." „Nein, ich habe nicht geträumt!" beharrte Melody. „Miss Blanchard, ich kann Ihnen nur sagen, was ich sehe und ich sehe nichts. Manchmal gibt es zwar winzige Schwankungen in den Überwachungswerten, vielleicht haben Sie Unregelmäßigkeiten bemerkt.." Mel sah traurig auf den Boden. „.. und fehlinterpretiert. Wieso gehen Sie nicht nach Hause und ruhen sich aus? Falls sich hier was tut, ruf ich Sie an, ok?" Melody nickte, nahm das Buch und verließ den Raum. Charly sah zu Charming, holte sein Handy heraus, wählte und räusperte sich. Laety meldete sich. „Ja?" „Hier ist Dr. Whale. Ich sollte Sie anrufen, wenn sich bei unserem John Doe etwas tut. Das ist eben passiert." Laety stand alarmiert von ihrem Schreibtisch auf. „Was?!" „Eine Ehrenamtliche sagte, er hat nach ihrer Hand gegriffen und wir haben eine Erhöhung der Hirnaktivität festgestellt." „Und wer war diese Helferin?" „Melody Blanchard." Laety legte wütend auf.
Melody saß auf ihrem Bett und schlug das Märchenbuch auf. Bei einem Bild in dem Snow White eine runde Laterne trug, hielt sie inne.
Snow White packte ihr Hab und Gut in einen Sack und hängte sich einen herzförmigen Anhänger um den Hals. Dann verließ sie ihr Versteck, eine Höhle. Sie sah ein letztes Mal zurück und als sie weiterlief trat sie in eine getarnte Falle, ein Netz, das nun hochgezogen wurde. Sie schrie erschrocken auf und versuchte wütend zu entkommen. Charming lachte und trat aus seinem Versteck hervor. Snow knurrte wütend, als sie ihn erkannte. „Ich sagte doch, ich finde dich! Was du auch tust, ich werde dich immer finden." Triumphierend lächelnd blieb er vor der Falle stehen und verschränkte zufrieden die Arme. „Ist das die einzige Art, wie du an Frauen rankommst? Mit einer dämlichen Falle?" „Genau das Richtige für diebischen Abschaum." schoss Charming zurück. Snow lachte höhnisch auf. „Du bist ja n richtiger Prinz Charming. „Ich habe auch einen Namen." Mir egal! Charming passt schon." Er grinste. „Jetzt lass mich runter, Charming!" Der Prinz lachte. „Ich lasse dich frei, wenn du mir den Schmuck wiedergibst, den du mir gestohlen hast." „Ich trag keinen Schmuck." „Natürlich, nicht zu übersehen." „Was soll das bedeuten? Ist das eine Beleidigung?" „Oh, na klar, verzeih. Wie kann ich nur eine abfällige Bemerkung über jemanden machen, der mich BESTOHLEN hat?! Wo ist mein Schmuck?" Snow seufzte, dann lächelte sie. „Ich hab alles verkauft." „Was?!" „Was kümmerts dich, du hast wahrscheinlich noch ganz andere Schätze." sagte sie abfällig. „Diese waren einzigartig. Darunter war ein Ring, der meiner Mutter gehörte und jener Ring war bestimmt für.." „Diese hochnäsige Nervensäge? Deshalb der ganze Aufwand?" „Sie ist meine Verlobte!" Snow hob belustigt die Augenbrauen und lachte. „Dann viel Glück. Was hast du denn dafür bekommen, dass du dieser Vereinigung zugestimmt hast?" grinste sie. „Wie bitte?!" „Ich weiß doch, wie das läuft. Wahre Liebe? Die gibt es nicht. All diese Ehen werden arrangiert und es geht nur ums Geschäft. Und Liebe auf den ersten Blick oder nach dem ersten Kuss ist nur eine Lüge. Lasst mich raten: Ihr Königreich will sich das Eure einverleiben und das ist, was? Ein letzter Versuch einen Krieg zu verhindern?" spottete sie. „So ist das überhaupt nicht! Es ist ein Zusammenschluss, aber das geht dich gar nichts an! Ich sag dir wie's weiter geht." „Mh-mm." „Ich werde dich losschneiden und du bringst mich zu dem, der meinen Schmuck hat. Und dann bekomme ich meinen Ring wieder." „Mm-mm." schüttelte sie den Kopf. „Warum sollte ich?" „Weil du nicht willst, dass ich jemandem erzähle, wer du in Wahrheit bist." Grinsend zog Charming aus der Innentasche seines Hemdes einen Steckbrief von ihr. „Snow White. Hilf mir, meinen Ring wieder zu kriegen oder ich liefere dich den Truppen der Königin aus. Und ich denke mal, die Königin ist nicht so...charmant wie ich." Snow seufzte. „Gut. Dann will ich der „wahren Liebe" nicht im Weg stehen." Charming zog sein Schwert und durchtrennte das Seil, das das Netz hielt. Aufschreiend plumpste Snow zu Boden.
Lisa lief zu Kentin im Grannys und strich über eine neue seidene graue Bluse. „Danke für die Bluse. Gehört die deiner Mom?" Sie setzte sich zu ihm an den Tisch. "Das kriegt die gar nicht mit." "Was denkt sie überhaupt wo du steckst?" "Beim Videospielen." grinste er. "Und sie glaubt das?" "Sie will es glauben, also glaubt sie's." "Na sieh mal an." "Mhm." Mel betrat Grannys. "Da ist sie." flüsterte Kentin aufgeregt. "Hey, keine hohen Erwartungen. Wir fangen gerade erst an, OK?" Melody kam zu ihnen und setzte sich neben Ken auf die Sitzbank. "Er ist aufgewacht." "Was?" fragte Lisa entgeistert. "Ich wusste es!" freute sich Kentin. "Also, nicht richtig aufgewacht, aber er.. er griff nach meiner Hand." "Er erinnert sich!" "Was sagte der Arzt?" fragte Lisa. "Das ich's mir eingebildet hätte, aber ich bin nicht verrückt, ich weiß was passiert ist." "Wir müssen nochmal mal hin. Lesen Sie ihm weiter vor!" Melody sah ihn kurz an, dann nickte sie. "Gehen wir!" Sie standen auf. Verdattert blieb Lisa sitzen. "Wartet...wartet. Was?!" Sie stand auch auf. "Wenn ich durchdringen konnte, wir eine Verbindung hatten..." "Glauben Sie etwa..." "Dass er Prinz Charming ist? Nicht doch! Aber irgendwie, auf irgendeine Art habe ich ihn berührt." lächelte sie und ging Kentin hinterher. Verdutzt folgte Lisa ihnen.
Im Krankenhaus rannte Ken voraus zu John Does Zimmer."Sie haben Recht, da passiert was!" rief er. Sheriff Dake stand vor der Tür. "Kentin! Geh nicht weiter." "Was ist los? Geht's um John Doe, geht's ihm gut?" fragte Melody besorgt. Dake seufzte und sah sie ernst an. "Er ist weg." Lisa verschränkte die Arme und Dake gab den Blick in das Zimmer frei. Am leeren Bett von John Doe stand Laety.
Sie verließ den Raum und lächelte fragend. "Was haben Sie hier zu suchen? Und du?" Sie griff nach Kentins Arm und zog ihn zu sich. "Ich dachte, du bist in der Spielhalle. Seit wann belügst du mich?" "Was ist mit John Doe los? Hat ihn jemand... mitgenommen?" fragte Melody besorgt. "Wissen wir noch nicht. Seine Schläuche waren rausgerissen, es muss aber kein Kampf gewesen sein." antwortete Dake. "Was hast du getan?!" rief Ken anklagend und sah Laety an. "Du denkst, ich hatte was damit zu tun?" "Schon eigenartig, dass die Bürgermeisterin hier ist." meldete Lisa sich zu Wort. "Ich bin nur hier, weil ich sein Notfallkontakt bin." "Sie kennen ihn?" fragte Mel überrascht. "Ich habe ihn gefunden. Vor Jahren, am Straßenrand und ohne Ausweis. Ich habe ihn hierher gebracht." antwortete Laety. Dr. Whale trat zu ihnen. "Sie hat ihm das Leben gerettet." "Wird er wieder gesund?" fragte Melody besorgt. "Gesund? Der Mann wurde jahrelang ständig überwacht und künstlich ernährt. Er muss schnellstens hierher zurück, sonst bleibt seine... Gesundheit für immer ein Wunschtraum." sagte Charly. "Dann hören wir auf zu quatschen und fangen an zu suchen." meinte Lisa und wollte sich auf den Weg machen. "Das werden wir tun. Halten Sie sich da raus, Schätzchen." stoppte Laety sie. Lisa wandte sich wieder zu ihr um. "Und da ich Sie ja leider nicht von meinem Sohn fernhalten kann, werde ich wohl meinen Sohn von Ihnen fernhalten müssen." Sie nahm Kentin bei der Hand und ging zu Lisa. "Viel Spaß mit der Bluse. Denn was anderes kriegen Sie nicht." Laety wandte sich zu Dake. "Sheriff. Finden Sie John Doe. Sie haben Dr. Whale gehört. Wir haben nicht viel Zeit." Dake nickte und Laety ging mit Kentin im Schlepptau. Dake seufzte. "Doktor, wann haben Sie ihn das letzte Mal gesehen?" "Vor etwa 12 Stunden." "Dann checken wir diesen Zeitraum mal..." sagte Dake.
Nun waren Dake, Lisa und Melody im Überwachungsraum in dem Leroy und ein Wachmann, der aussah wie Sleepy, passenderweise gähnte er gerade, Dienst hatten. Auf seinem Schild stand Walter. "Sie beide hatten als einzige Dienst hier? Und Sie haben nichts gesehen?" fragte Dake. "Rein gar nichts." antwortete Walter. "Ist irgendwer vorbeigelaufen?" fragte Lisa. "Ich hab nichts gesehen." sagte Wes. Dake stieß frustriert die Luft aus. "Miss Blanchard, ist Ihnen was aufgefallen, als Sie mit Ihrer Klasse hier waren?" "Ich glaube nicht.." Lisa trat vor und nahm das Video genauer unter die Lupe. "Das ist nicht das richtige Band! Das ist doch die Station, die Kentins Klasse dekoriert hat. Wäre das von letzter Nacht, würden überall Plakate hängen." erkannte Lisa. "Pff. Du bist wieder eingepennt." sagte Leroy anklagend und deutete zu Walter. "Du verpetzt mich?" Leroy zuckte mit den Schultern. "Ich will nicht dafür gefeuert werden." "Dafür trink ich nicht in der Arbeit!" "Gentleman, das reicht! Wo ist das richtige Band?" fragte Dake.
Sie legten es ein und tatsächlich: Darauf war zu sehen, wie John Doe durch eine Tür verschwand. Melody seufzte erleichtert. "Er ist allein weggegangen. Es geht ihm gut." lächelte sie. "Das ist 4 Stunden her. Wohin führt diese Tür?" fragte Lisa. "Richtung Wald." sagte Leroy. Erschrocken sahen Melody und Lisa ihn an.
Snow White und Prinz Charming waren auf dem Weg durch den Wald, um Charmings Schmuck zu holen. Er verhielt sich sehr gentlemanlike ihr gegenüber, hielt ihr die Hand hin und half ihr den Rest des Weges über einen Baumstamm zu balancieren. Er trug ihren Sack mit den Habseligkeiten. Dann waren sie wieder auf normalem Boden und gingen weiter. Snow drehte den herzförmigen Anhänger in ihren Händen, ihr grüner Umhang steckte im Sack. Charming sah es. "Von wegen, keinen Schmuck tragen. Und was ist das da?!" "Geht dich nichts an." Charming nahm es ihr weg. Snow schrie auf. "Vorsicht! Das ist eine Waffe!" "Was? Staub? Wie kann Staub eine Waffe sein?" fragte er. "Feenstaub!" Snow versuchte es ihm wegzunehmen, aber er zog es weg. "Ich dachte, das wär was Gutes." "Wenn er von einer guten Fee kommt, aber der hier ist tödlich. Er verwandelt den furchterregendsten Gegner in etwas, das man leicht bezwingen kann." Sie versuchte es wieder, jedoch ohne Erfolg. "Wieso hast du mich verschont?" fragte er grinsend und steckte den Anhänger in eine Innentasche seines Hemdes. "Zu schade für dich." Er lachte und sie drehte ihm den Rücken zu und lief weiter. "Er ist schwer zu bekommen. Ich brauche ihn für eine bestimmte Person." "Ah. Die Königin. Du hast sehr viel Zorn in dir, Snow." "Auf diesen Plakaten stehen nur Lügen. Dennoch befahl sie ihrem Jäger, mir das Herz herauszuschneiden." "Was ist geschehen?" "Naja, nicht jeder ist ein gefühlskalter Adliger. Er hatte Mitleid und ließ mich ziehen. Seit dem verstecke ich mich hier im Wald und versuche mir so viel zusammenzurauben, das ich von hier weg kann. In ein anderes Königreich flüchten. Wo mich keiner findet. Wo mir niemand wehtut." "Klingt einsam." Snow grinste und blieb stehen. "Immer noch besser, als eine Zwangsheirat." "Ich beraube keine Unschuldigen!" "Bis heute habe ich nur die Königin bestohlen, ich dachte es wäre einer ihrer Kutschen. Niemand sonst fährt hier entlang!" "Es ist der schönere Weg." "Tja, Glück für mich. Alles was ich tue, Charming, dient einzig meinem Überleben. Sie will mich tot sehen." Sie gingen weiter. "Was hast du...getan, dass sie so wütend auf dich ist?" "Sie beschuldigt mich, dass ich ihr Leben zerstört habe." "Hast du das?" "Ja."
Sie kamen zu einem Fluss, Snow hob einige Äste von einem Baum beiseite und sagte: "Ich hab Durst. Darf ich?" Charming nickte. "Sicher. Aber beeil dich." Sie traten näher heran und Snow schöpfte sich mit der Hand Wasser aus dem Fluss und trank es. Sie sah zu Charming, der sich auch hinkniete und einen Schluck nahm. Sie stand auf und als er aufstand, rammte sie ihr Knie gegen seine Brust und schubste ihn in den Fluss. Er wurde weg getrieben, da er überrumpelt war. Sie kramte ein kleines Täschchen aus dem Sack und rannte los. Als sie auf der Straße ankam, blieb sie stehen und wollte in die andere Richtung weiterlaufen, doch dort standen 3 schwarze Soldaten der Königin auf schwarzen Pferden. Erschrocken blieb sie stehen. Der mittlere Soldat, dessen Gesicht man als einzigstes sehen konnte, lachte auf, während die anderen 2 hinter Snow ritten um ihr den Fluchtweg zu versperren. "Ha. Na, wen haben wir denn da?" Snow griff reflexartig nach ihrem Anhänger, der doch nicht mehr um ihren Hals hing. Der Soldat stieg böse lächelnd vom Pferd. "Das Versteckspiel ist zu Ende. Die Königin will dein Herz." Er zog einen übel aussehenden spitzen Dolch aus der Scheide und kam auf sie zu. "Und wir werden sie nicht enttäuschen..."
Dake, Melody und Lisa stapften durch den dunklen Wald auf der Suche nach John Doe. Lisa trug nun ihre rote Lederjacke über Laetys Bluse. Dake blieb stehen. "Was ist denn?" fragte Mel. "Die Spur endet hier." sagte Dake. "Ach und ich dachte, Fährtenlesen sei Ihre Spezialität." sagte Lisa spöttisch. "Einen Moment, ja? Stören Sie mich nicht. Ich habs gleich." "Schon gut. Tschuldigung." Melody wandte sich zu Lisa. "War es nicht auch mal Ihr Job, Leute wiederzufinden?" "Klar, nur...die Leute, die ich suche, finde ich an Orten wie...Vegas." "Ah." "Und nur sehr selten im Wald." "Ne interessante Arbeit, Leute aufzuspüren. Wie kommt man dazu?" "Menschen hab ich eigentlich schon immer gesucht. So lange ich zurück denke." "Wie kamen Sie dazu? Ihre Eltern?" Lisa sah erschrocken zu Melody. "Kentin sagte mir, dass Sie... dass Ihre Vergangenheit seiner in gewisser Weise ähnlich war. Haben Sie sie je gefunden?" "Hängt davon ab, wen Sie fragen..." Sie hörten zerbrechende Äste und drehten sich erschrocken um. Kentin kam angerannt, eine große gelbe Taschenlampe in der Hand. "Kentin!" "Habt ihr ihn schon gefunden?!" "Noch nicht, aber du dürftest gar nicht hier sein.." sagte Lisa. "Ich kann helfen! Ich weiß, wo er hingeht." "Und wohin?" fragte Melody. "Er ist auf der Suche nach Ihnen."
Snow White wurde von einem der 2 anderen Soldaten gegen einen Baum gedrückt, während der Soldat mit dem Dolch seinen Dolch schärfte und näher trat. "Halt sie fest." Der dritte Soldat saß noch auf seinem Pferd. Er hob seinen Dolch hoch über seinen Kopf und wollte gerade zustoßen, als ihn ein Dolch im Rücken traf und er zusammenbrach. Charming stand auf einer Anhöhe, zog sein Schwert und lief zum Soldaten, der Snow White festhielt. Dieser zog sein Schwert, ließ sie los und stellte sich Charming. Charming kämpfte gegen ihn und Snow sah zu. Dann bemerkte sie ein unbemanntes Pferd in der Nähe und rannte darauf zu, um zu flüchten. Doch der Reiter bemerkte es und schnappte sie sich, bevor sie das Pferd erreicht hatte und legte sie quer vor sich über den Pferderücken, sodass sie dich nicht wehren konnte. "Nein!" rief sie entsetzt. Charming fegte seinem Gegner gerade die Beine weg und bemerkte dann Snows Entführung. Schnell schnappte er sich den Bogen und Köcher voller Pfeile, der an einem anderen Sattel hing und rannte los. Als er einen guten Platz zum Schießen gefunden hatte, blieb er stehen und zielte. Der Reiter war schon ein gutes Stück entfernt doch Charmings Pfeil traf ihn trotzdem und er fiel vom Pferd. Snow richtete sich auf und hielt nach ein paar Metern an und stieg erschöpft ab. Charming lief zu ihr. "Geht es dir gut?" fragte er außer Atem. "Du..hast mich gerettet..." sagte sie überrascht. "Das schien mir ehrenhaft zu sein. Bereit?" "Wofür?" "Meinen Schmuck." "Ja! Du musst ja zu einer Hochzeit." fiel es Snow wieder ein. "Die Trolle, an die ich ihn verkauft habe, leben hinter dem nächsten Hügel, aber Vorsicht." "Wegen der Trolle?" "Du hast wohl noch keinen getroffen." "Das sind doch nur kleine Menschen.." Snow lachte. "Du meinst wohl Zwerge. Zeig bloß Respekt, sonst schneiden sie dir ganz schnell deine Hand ab." Charming seufzte. "Dann bringen wir es mal hinter uns." "Ja, wir haben ja später noch was vor, also gehen wir." "Du musst ja noch ein einsames kleines Königreich finden." "Und du musst eine ringlose Verlobte besänftigen."
Im Wald war noch düsterer geworden. Lisa hielt Kens Taschenlampe und bildete die Nachhut. Dake lief mit einer eigenen voraus und Melody hielt auch eine und lief mit Kentin in der Mitte. "Sie haben ihn aufgeweckt. Sie haben ihn als letzte gesehen. Und jetzt will er Sie finden!" Kentin blieb stehen, Lisa überholte ihn, blieb neben Mel stehen, die sich zu Ken umdrehte. "Kentin.. es geht nicht um mich, er... er hat sich verlaufen und ist verwirrt. Er lag lange Zeit im Koma." "Aber er liebt Sie! Hören Sie auf ihn zu verfolgen, dann wird er Sie finden!" beschwörte Kentin sie. "Kleiner, du musst nach Hause." mischte Lisa sich ein. "Wo ist deine Mom? Sie bringt mich um und dann dich und dann mich nochmal." "Sie hat mich nach Hause gebracht. Dann ist sie weggegangen." "Wir müssen dich auf der Stelle zurückbringen." "Nein!" "Leute!" hörten sie Dake rufen und liefen zu ihm. Er hatte John Does Band gefunden auf dem sein Name stand. "Ist das..." "Blut." ergänzte Lisa düster.
Snow White und Prinz Charming saßen auf dem Pferd und kamen endlich zur Trollbrücke. Sie stiegen ab. Snow drehte das Pferd und schlug ihm auf den Hintern, sodass es in den Wald hinein rannte. "Trolle mögen keine Pferde." erklärte sie und stieß die Luft aus. "Ab hier laufen wir. Folge mir. Und sei bloß leise." warnte sie. Sie kamen zur Steinbrücke, die in der Mitte abbrach und nur notdürftig mit Holzplanken ein Übergang geschaffen war. "Wo sind sie?" fragte Charming. "Oh, sie sind da." antwortete Snow und legte Goldmünzen auf eine der Mauern. Und aus dem Nebel unterhalb der Brücke tauchten die Trolle auf. Grüne, hässliche Männer mit riesigen aus dem Mund herausragenden Zähnen. 3 Stück. Der Anführer tauchte vor ihnen auf, die anderen hinter Snow und Charming. Nervös drehte der Prinz sich um. "Schon gut. Ich kenne sie." beruhigte Snow White ihn. "Was machst du hier? Der Handel war abgeschlossen." sagte der Anführer der Trolle mit einer gruseligen tiefen Stimme und deutete mit seinem Messer auf sie. "Ich möchte einen neuen machen." Der Troll zeigte auf Charming. "Vor ihm spreche ich nicht! Wer ist der Kerl?" "Er gehört zu mir." "Woah, wie nett. Zu dir? Dann ist ja alles bestens..." "Ach, er ist ein Niemand! Hör zu: Ich will den Schmuck, den ich dir verkaufte zurückkaufen." "Wer ist das?!" Der Troll wurde immer misstrauischer. Snow trat zwischen ihn und Charming. "Mach dir darüber keine Gedanken. Hör zu: Du bekommst all dein Geld wieder. Gib mir einzig den Ring. Das andere kannst du behalten." Der Anführer sah zum Troll links von Charming, welcher ihm nun den Beutel reichte. "Wir danken euch...für eure Hilfe." sagte Charming. "Er ist nervös... Das ist ein Hinterhalt!" brüllte der Anführer. "Ist es nicht!" rief Snow. "Ein Adliger! Ergreift ihn!" Der Anführer packte sich Snow und Charming zog sein Schwert. "Lasst sie los!" "Nein!" Charming verlor sein Schwert und wurde gegen die Mauer gedrückt, auf der noch immer die Goldmünzen lagen. "Ihr könnt mir vertrauen! Vertraut mir! Wollte ich euch reinlegen, hätt' ich's getan! Lasst ihn!" "Die Zeit der Geschäfte ist vorbei. Durchsucht ihn!" Der Sack wurde ausgeschüttet und unter Charming Hemd fand ein Troll den Feenstaub, doch ließ ihn achtlos fallen. Dann wurden Charming und Snow zur anderen Mauer gestoßen. Ein Troll hielt Snow sein Schwert an die Kehle und ihr Steckbrief wurde gefunden. Der Troll lachte böse und zeigte es dem Anführer, der auch anfing zu lachen. "Snow White. Eine hohe Belohnung. Packt sie!" Charming hob sein Schwert vom Boden auf und schlug das Schwert weg, das Snow bedrohte. Sie drehte sich weg und Charming kämpfte weiter. "Lauf! Ich folge dir!" Snow lief los und schnappte sich ihren Anhänger und die Tasche mit dem Schmuck, die auf dem Boden lagen. Charming trat einen der Trolle an der unbefestigten Stelle hinunter. Er fiel aufschreiend in den Fluss, der sehr weit entfernt unter der Brücke war. Dann wollte Charming über die Holzplanke rennen, doch ein neuer Troll tauchte auf und packte ihn am Fuß, sodass er hinfiel. Sie zerrten ihn zurück. Snow rannte weiter in den Wald und bemerkte nicht, dass er ihr nicht folgte. "Mir nach! Sie kennen den Wald längst nicht so gut wie ich." lächelte sie und sah zurück. Dann bemerkte sie, dass die Trolle ihn hatten. Sie sah zwischen der Sicherheit des Waldes und Charming hin und her. "Ich..."
Charming wehrte sich so gut er konnte, doch er hatte keine Chance. Er lag am Boden und sie waren zu dritt. Einer trat auf seine Schwerthand, was ihn zwang das Schwert los zulassen. Der Anführer hob es auf und die anderen zerrten ihn auf die Knie. Sie wollten ihm den Kopf abschlagen. "Adeliges Blut ist das süßeste von allen." sagte der Anführer und hob das Schwert. Doch er verschwand in einer Rauchwolke und tauchte als Käfer wieder auf. Snows Feenstaub. Sie stand da, starrte auf den Käfer und als die anderen Trolle sie angreifen wollten, erschrak sie und bewarf sie schnell auch damit. Charming richtete sich auf und nahm sein Schwert. "Du...du hast mich gerettet." "Das schien mir ehrenhaft zu sein." zitierte sie ihn lächelnd. "Was ist mit deiner bestimmten Person?" Snow warf den nun leeren Anhänger weg und zuckte mit den Schultern. "Da fällt mir schon noch was ein." "Danke." Charming steckte sein Schwert in die Scheide und Snow sammelte ihre Sachen ein, die im Sack gewesen waren. Charming hob den Sack auf. "Außerdem... lass ich doch nicht Prinz Charming sterben." grinste die und tat ihre Sachen in den Sack. "Ich sagte doch, ich hab einen Namen. Ich heiße James." "Erfreut dich kennenzulernen." lächelte Snow. "Wir sollten gehen, vielleicht kommen noch mehr." Charming schulterte den vollen Sack und lief los, doch dann sah er die Goldmünzen auf der Mauer liegen und nahm sie mit. Er zertrat einen der Käfer.
Lisa, Melody und die anderen waren nun an der Trollbrücke, eigentlich Tollbridge, deutsch Zollbrücke oder Mautbrücke angekommen. Sie sahen sich am Flussufer um. Ein Wolf heulte. "Oh Gott! Wo ist er, sehen Sie ihn?" fragte Melody panisch. "Die Spur endet am Fluss." sagte Dake. Melody leuchtete verzweifelt alles ab und fand ihn im Wasser liegend. "Oh mein Gott!" Sie rannte zu ihm. "Oh mein Gott, oh mein Gott!" rief sie panisch. Dake benutzte sein Funkgerät. "Einen Krankenwagen, zur alten Mautbrücke, sofort!" Die Erwachsenen trugen ihn aus dem Wasser, während Kentin geschockt am Ufer stand und zusah. "Langsam, langsam, langsam!" rief Lisa. "Jetzt zieh!" "Los weiter! Ah, wartet, nicht so schnell! Langsam, langsam!" rief Mel und sie legten ihn ab. "Oh nein, nein, nein, nein, nein! Nein, nein, ich hab dich gefunden! " rief Melody panisch und hielt sein Gesicht. "Alles wird gut!" "Gleich kommt Hilfe." sagte Dake. "Geht es ihm gut?" rief Ken ängstlich. "Kentin!" Lisa rannte zu ihm. "Wird er denn wieder?!" Sie nahm ihn in den Arm, damit er nicht hinsehen musste. "Kentin, sieh nicht hin, okay?! Nicht hinsehen!" Melody lauschte nach John Does Atem. "Komm zu uns zurück! Komm zu mir zurück..." flüsterte sie. Dann fing sie schluchzend eine Herzdruckmassage an. Doch es nütze nichts. Schließlich machte sie eine Mund-zu-Mund-Beatmung, was indirekt ein Kuss war. Der wirkte und John Doe hustete Wasser. Glücklich stützte sie seinen Kopf. "Du hast mich gerettet." sagte er. Sie lächelte unter Tränen. "Sie hats geschafft! Sie hats geschafft!" freute Kentin sich. "Sie hat ihn aufgeweckt!" "Ja, Kleiner. Das hat sie..." "OK.." hauchte John Doe. "Wer bist du?" fragte Melody. "Ich weiß nicht." Nun ertönten die Sirenen des Rettungswagens. "Ist schon gut." lächelte Mel. "Du wird wieder gesund."
Nun war John Doe im Krankenhaus und wurde von den Sanitätern in einem Krankenbett hineingefahren. Charly übernahm und die Krankenschwestern schlossen vor Lisa, Mel, Dake und Ken die Tür von seinem Zimmer. Sie sahen aufgeregt zu. Plötzlich kam eine Frau mit kurzen lila Haaren angerannt. "Nathaniel?!" Sie trat ein und ging zu seinem Bett. "Nathaniel, bist du das?" Charly wollte sie aufhalten, doch sie ging trotzdem zum Bett und legte dem verwirrten Nathaniel eine Hand auf die Schulter. Es war Prinzessin Abigail. "Entschuldigen Sie bitte, Ma'am, Sie dürfen hier nicht rein...bitte..." "Oh mein Gott..." lächelte sie glücklich. "Sie dürfen hier jetzt nicht rein! Sie dürfen hier nicht rein, Ma'am..." Charly zog sie sanft aber bestimmt von Nath weg. "Warten Sie kurz da drüben." "Wer ist das?" fragte Melody. "Seine Frau!" ertönte Laetys Stimme und sie wandten sich zu ihr um. Erschrocken sah Mel sie an.
James und Snow White waren wieder auf einer Wiese in der Nähe von Prinzessin Abigails Schloss. Snow lachte und Charming lies den Sack zu Boden. "Also..Oh, wahrscheinlich willst du das." Er holte ein Säckchen unter seinem Hemd hervor. "Oh, klar, das Gold. Danke." Sie befestigte es an ihrem Gürtel. "Und, ähm... ohne das kannst du nicht heiraten." sagte Snow und zog das Täschchen unter ihrem Arm hervor und reichte es ihm. "Ah." Er öffnete es und nahm den Ring heraus. Er war silbern und hatte einen grünen Stein. "Schmuck steht dir ja nicht." sagte James. "Es gibt nur eine Möglichkeit, das rauszufinden." sagte sie, schnappte sich den Ring und streifte ihn sich über den Ringfinger. Sie schaute darauf. Er passte ihr perfekt und stand ihr auch. Charming lächelte. Sie sah zu ihm, dann wieder zum Ring. "Äh, nein.. passt nicht zu mir." Sie zog ihn ab und hielt ihn ihm hin. "Ich bin mir sicher, deiner Verlobten gefällt er." lächelte sie. "Ja.." Er lächelte und nahm ihn. "Weißt du, falls du mehr brauchst, behalte den Rest, ich benötige nur den Ring." "Oh nein," lächelte Snow bescheiden "ich brauche nichts, danke." Sie sah ihn an, dann klopfte sie auf ihr Goldsäckchen. "Wir haben beide was wir wollten.." Charming lächelte. "Also...sei vorsichtig, wohin du auch gehst. Falls du mal in Not bist..." "Findest du mich." ergänzte sie verträumt. "Immer." sagte er. "Das könnte ich fast glauben." grinste sie. Er lächelte und sie hob den Sack auf. "Auf Wiedersehen, Snow White." "Auf Wiedersehen, Prinz Charming." sagte sie und machte einen kleinen Knicks. "Ich sagte doch: James." "Nein. Charming find ich besser." grinste sie. Sie lachten und sie ging los Richtung Wald. Er sah ihr kurz hinterher, dann drehte er sich auch um und ging Richtung Schloss. Snow warf auch einen Blick zurück. Sie lächelte leicht traurig, dann ging sie weiter.
Charly untersuchte Nathaniel und Melody drehte sich zu Laety um. "Er heißt Nathaniel Nolan. Und das ist seine Frau, Viola." grinste diese. "Und wenn ich sehe, wie sehr sie sich freut, lässt das mich meinen Ärger vergessen." Sie warf Lisa einen Blick zu und wandte sich dann zu ihrem Sohn. "Über deine Insubordination reden wir später. Weißt du was Insubordination bedeutet?" Kentin schüttelte den Kopf. "Das du Hausarrest kriegst." Viola kam aus dem Zimmer und Mel drehte sich zu ihr um. "Danke." sagte sie zu Mel. "Danke, dass Sie Nathaniel gefunden haben." "Ähm...ich.." Melody sah zu Boden, dann wieder zu Viola. "Was ich nicht verstehe: Sie...Sie wussten gar nicht, dass er hier im Koma lag?" "Vor einigen Jahren hatten Nathaniel und ich... eine schwere Krise. Es war meine Schuld, das weiß ich jetzt. Ich war bei der Lösung unserer Probleme keine Hilfe. Ich sagte, wenn ihm was nicht passt, kann er gehen." Mel schloss kurz traurig ihre Augen. "Und das tat er. Ich hab ihn nicht aufgehalten. Das war der schlimmste Fehler meines Lebens." Lisa beugte sich auf ihrem Stuhl vor. "Sie haben ihn nicht gesucht?" Kentin sah auch zu Viola. "Ich dachte die ganze Zeit, er hätte die Stadt verlassen. Nun ist klar, wieso ich nichts mehr gehört hab." antwortete Viola. Laety lächelte leicht zufrieden. "Jetzt kann ich tun, was ich schon vor Jahren hätte tun sollen: Mich entschuldigen. Wir haben eine zweite Chance gekriegt." lächelte Viola. Lisa lächelte leicht zurück. "Das ist wirklich schön." sagte Melody lächelnd, obwohl sie eigentlich weinen wollte. Charly kam heraus. "Es ist beinah wie ein Wunder." sagte er. "Geht es ihm gut?" fragte Viola. "Körperlich ist er auf dem Weg der Besserung, sein Erinnerungsvermögen macht mir Sorgen. Wir werden...Geduld haben müssen." "Was hat ihn geweckt?" fragte Melody. "Dafür haben wir keine Erklärung. Irgendwas ist passiert." "Er ist aufgestanden und wollte ne Runde spazieren gehn?" fragte Lisa skeptisch. "Er ist aufgewacht, er war verwirrt und sein erster Instinkt schien wohl zu sein, nach etwas zu suchen.." sagte Charly. "Nach jemand." verbesserte Kentin. Laety sah kurz zu ihm. "Darf ich zu ihm?" fragte Viola. "Ja, sicher." "Kentin, wir gehen." sagte Laety. Ken stand auf, lief bis zu Mel und rief: "Warte. Ich brauch meinen Rucksack." Er holte ihn und flüsterte Melody zu: "Glauben Sie denen bloß nicht! Er hat nämlich nur nach Ihnen gesucht." "Kentin..." "Er ist doch zur Brücke gegangen, genau wie am Ende der Geschichte!" "Kentin, das hat er getan, weil ich ihm das zuletzt aus dem Buch vorgelesen habe." "Nein. Sondern weil Sie zusammengehören!" "Kentin." sagte Laety wartend. Ken verließ mit ihr dem Raum. Nachdenklich blieb Lisa erst sitzen, dann rannte sie ihnen hinterher. "Bürgermeisterin!" "Geh schon zum Auto." sagte Laety zu Ken, der gehorchte. Dann drehte sie sich zu Lisa um. "Miss Swan, Sie sollten meine Gutmütigkeit nicht weiter herausfordern." "Verzeihung, aber diese Mrs Nolan... Ihre ganze Geschichte stinkt doch zum Himmel! Die ganze Zeit liegt hier ein John Doe im Koma und niemand setzt das in die Zeitung, keine Suchaktionen? Irgendwas stimmt hier nicht." "Und was, glauben Sie, könnte dahinter stecken? Wieso sollte Mrs Nolan lügen?" lachte Laety. "Oder vermuten Sie, ich hätte sie verflucht?" sagte sie ironisch. "Ich halte es für reichlich seltsam, dass Sie all die Jahre sein Notfallkontakt waren, doch erst jetzt haben Sie ihn ausfindig gemacht?!" "Tja, diese Stadt ist größer, als Sie denken. Hier kann durchaus jemand verloren gehen. Hier können einem noch wesentlich schlimmere Dinge widerfahren..." "Und da es Ihnen in den Kram passte, haben Sie das Rätsel gelöst." Laety grinste. "Dank Ihnen. Dieses Überwachungsband... brachte uns auf eine Idee. Also haben wir viele alte Bänder durchgesehen. Wir fanden heraus, das Mr. Doe im Schlaf gesprochen hat. Er rief nach einer Viola. Danach war es einfach, das Puzzle zusammenzusetzen. Und ich dachte Sie und Melody würden sich darüber freuen. " lächelte sie. "Die wahre Liebe hat gesiegt. Also genießen Sie den Moment, Schätzchen. Wären Sie nicht gewesen, hätten die beiden nie wieder zueinander gefunden. Deshalb werd ich Ihnen Ihre fortlaufende Unhöflichkeit auch verzeihen. Denn all das, hat mich wieder einmal an etwas Wichtiges erinnert: Wie dankbar ich bin, dass ich Kentin habe. Denn wenn man niemanden hat, tja... das ist der denkbar schlimmste Fluch."
In Nathaniels Zimmer umarmte Viola ihn und er erwiderte zögernd die Umarmung. Traurig beobachtete Melody es und Nath sah sie. Sie lächelte kurz und sah dann auf ihren Ring am Finger, den sie drehte. Es war der Ring, den Charming wiederhaben wollte.
Melody saß traurig und nachdenklich auf ihrer Treppe in ihrer Wohnung und drehte schon wieder den Ring. Es klopfte an der Tür. Sie öffnete und Lisa stand davor. "Lisa." sagte sie überrascht. "Entschuldigen Sie...die späte Störung...aber ist... das freie Zimmer noch zu haben?" Mel lächelte und ließ sie herein.
