Kapitel 3: In dem Hermione viele Dinge lernt
Genau um drei Minuten vor acht Uhr klopfte Hermione an Professor Snapes Bürotür.
„Herein", kam die Stimme von drinnen.
Sie drückte die Tür auf.
„Setzen Sie sich", sagte Professor Snape und deutete auf einen Stuhl vor seinem Schreibtisch.
Sie setzte sich.
Er starrte sie an, als sei sie ein Flobberwurm, von dem er überlegte, ob er ihn in Scheiben schneiden oder pulverisieren sollte. Sie erwiderte seinen Blick und hielt die Erinnerung an die vorherige Nacht wie einen Talisman vor sich. Du hast keine Angst vor ihm. Vielleicht war es nicht so einfach, sich daran zu erinnern, wie sie gedacht hatte.
Er klatschte ein Buch vor sie hin. Der vollständige Zauberer, eines der Bücher, die sie gestern durchgeblättert hatte.
„Was", sagte Snape, „haben sie erwartet, daraus zu lernen?" Er lächelte höhnisch. „Wollten Sie ein wenig Cross-Dressing planen, oder was?"
„Nein!" Wie konnte er das von ihr denken? Oh. Er piesackte sie gerade wieder.
„Das Problem bei Büchern über Manieren, Miss Granger", sagte er, „ist, dass sie sich nur mit Themen beschäftigen, von denen angenommen wird, dass sie nicht jeder schon kennt. Meines Wissens hat bisher niemand ein Buch über Reinblütermanieren für Muggelgeborene geschrieben."
Ihr Gesicht wurde heiß. Er wusste, warum sie Zaubereretikette recherchiert hatte. Natürlich wusste er es. Der ganze Vorfall hatte in der großen Halle stattgefunden; warum sollte er ihn nicht bemerkt haben? Er war ein Slytherin, der immer die Schwächen anderer Leute suchte. Sie kämpfte gegen den Drang an, auf den Boden zu sehen. „Warum nicht?"
Seine Augen wurden schmal. „Denken Sie nach, Miss Granger. Oder hatten Sie noch nie einen Gedanken in Ihrem Kopf, der zuvor nicht durch ein Buch gelaufen ist?"
Sie versuchte, die Beleidigung zu ignorieren, und dachte über die Frage nach. „Weil Reinblüter die Notwendigkeit nicht erkennen und Muggelgeborene das Wissen nicht haben. Aber wie ist es bei den Halbblütern?" Die Antwort wurde ihr in dem Moment klar, als sie die Worte aussprach. „Halbblüter erkennen die Notwendigkeit wahrscheinlich auch nicht."
„So, so, ein echter Gedanke", sagte Snape. „Man höre und staune!"
Hermione biss sich auf die Lippen. Es machte keinen Unterschied, dass sie theoretisch Gleichgestellte waren; er war immer noch ein sarkastischer Bastard.
„Ich könnte Ihnen sagen, warum Mr. Weasley und Miss Weasley so aufgebracht über Ihren Haarzauber waren, aber Sie würden sich ohne Zweifel in der Zukunft weiterhin zum Narren machen. Falls Sie überhaupt eine Zukunft mit Mr. Weasley haben, meine ich. Die Weasleys sind keine Malfoys, aber sie sind immer noch Reinblüter, immer noch geneigt, gewisse … Mutmaßungen anzustellen."
Sie errötete. Gehässiger, gehässiger Mann. Warum musste er sie so herausfordern? „Ich weiß, Sir. Das ist der Grund, warum ..." Sie sah weg. Sie liebte Ron wirklich, aber sie stritten sich schon genug über Dinge, die sie beide verstanden. Vorfälle wie der Haarzauber obendrein würden ihre Beziehung unmöglich machen. Sie musste lernen, sie musste wissen, wie sie solche Dinge vermeiden konnte. Fein, wenn es zu diesem Thema keine Bücher gab, würde sie jemanden finden müssen, der es ihr beibrachte. Professor Snape war ein Halbblut; er würde die Kultur wahrscheinlich kennen, aber die Idee, dass er sie Reinblütermanieren lehren könne, war absolut grotesk. Sie begann in Gedanken, eine Liste von Halbblütern durchzugehen, die sie kannte. Das Problem war, dass sie keinen wirklichen Überblick hatte, wer ein Halbblut war und wer nicht. Dies wäre ein Vorurteil in umgekehrter Form gewesen und genauso schlimm, wie die Einstellung der Reinblüter gegenüber Muggelgeborenen.
„Miss Granger", sagte Snape, „passen Sie auf!"
Sie wandte ihren Blick zurück auf sein Gesicht.
„Worüber haben taggeträumt, Miss Granger?"
„Ich habe darüber nachgedacht, welches Halbblut mich die Reinblut-Gepflogenheiten lehren könnte."
Er hob eine Augenbraue. „Sie glauben nicht, dass ich dafür kompetent wäre?"
„Mit allem nötigen Respekt, Sir", gab sie zurück, „‚gute Manieren' und ‚Professor Snape' sind kaum Dinge, die man im selben Atemzug erwähnen würde." Und weshalb würden Sie sie mich überhaupt unterrichten wollen?
Seine Augen funkelten. „Nur, weil ich unhöflich bin, bedeutet das nicht, dass ich nicht höflich sein kann. Man muss die Regeln beherrschen, um zu wissen, wie man sie am besten bricht."
„Oder man könnte einfach keine Lust haben, die Regeln zu lernen", sagte Hermione. „Sir."
„Miss Granger, dieses eine Mal werde ich Ihre Unverschämtheit übersehen", sagte Snape. „Haben Sie die Vorstellung, dass ein Spion seine ganze Zeit damit zubringt, in dunklen Ecken zu lauern und Abhörzauber zu werfen? Ein Spion muss interagieren, er muss wahrnehmen, was gesagt wird, und was unausgesprochen bleibt und wissen, was dies bedeutet. Und, nur um das Offensichtliche zu betonen, die Todesser waren größtenteils Reinblüter."
Logisch, da hatte er recht. „Bieten Sie mir an, mich zu unterrichten, Sir?"
Er grinste. „Warum sollte ich meine kostbare Zeit darauf verschwenden, Ihre gesellschaftlichen Unzulänglichkeiten zu kompensieren?"
Sie hob ihr Kinn. „Warum weisen Sie dann darauf hin, dass Sie kompetent wären, mich zu unterrichten?"
Snape seufzte. „Ich hatte vergessen, dass Gryffindors etwa so zartfühlend sind wie Klatscher."
Oh. Er bot tatsächlich an, sie zu unterrichten. Aber nur, wenn sie ihn dafür entlohnte. „Ich bin es nicht gewöhnt, mit Slytherins zu verhandeln, Sir. Gibt es etwas, womit ich Sie für Ihre Zeit entschädigen könnte? Zaubertrankzutaten vorbereiten? Kessel schrubben?"
„Dafür ist Nachsitzen da", sagte Snape.
„Zaubertränke brauen?"
„Ich braue gerne Zaubertränke", sagte Snape.
Sie ließ ihre Augen auf der Suche nach einer Eingebung durch sein Büro schweifen. Was zu tun hasste Professor Snape? Die Flasche mit roter Tinte fiel ihr ins Auge. „Aufsätze korrigieren?"
„Sie wären zu weichherzig."
Sie schüttelte den Kopf. „Nein, Sir. Ich wäre fair."
„Ah, ja, der Gryffindor-Sinn für Fair Play." Er legte die Finger vor seinem Gesicht aneinander und maß sie mit seinem Blick. Dann neigte er ihr seinen Kopf zu. „Na schön, Ich werde Sie unterrichten."
„Danke, Sir."
Er grinste. „Ich habe Ihnen meine Bedingungen noch nicht mitgeteilt."
Ups.
„Für jede Stunde Unterricht werden Sie eine Stunde Erst- und Zweitklässleraufsätze korrigieren. Unterricht wird einmal in der Woche stattfinden. Ihre Abschlussprüfung zum Thema" – sein Mund zeigte ein kleines Kräuseln – „wird auf dem Ministeriumsball im Mai sein."
„Abschlussprüfung, Sir?"
„An dem Ball werden Reinblüter teilnehmen, Miss Granger. Leute wie die Malfoys. Wenn Sie deren Anforderungen genügen, werde ich glauben, dass sie meinem Unterricht genügend Aufmerksamkeit gewidmet haben."
Sie wollte die Malfoys nicht beeindrucken; sie waren den Schmutz unter ihren Füßen nicht wert. Sie wollte nur lernen, wie sie mit Ron weiterkommen konnte.
„Haben Sie Angst, kleine Gryffindor?" schnurrte Snape. „Wollen Sie deren Vorurteile festigen, dass Schlammblüter allesamt ungehobelte Barbaren sind?"
Er manipulierte sie; sie wusste, er manipulierte sie. Aber dennoch hatte er recht. Es würde ihr gut gefallen, sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen, ihnen ihre Überheblichkeit in die Gesichter zu schlagen.
„Ich habe keine Angst, Sir", sagte sie. „Ich mache es."
„Also gut, Miss Granger, wir werden am nächsten Freitag beginnen. In der Zwischenzeit haben Sie ein Nachsitzen abzuarbeiten. Er erhob sich und wandte sich Richtung Tür zum Tränkeklassenzimmer.
„Ich habe eine Frage, Sir."
Er wandte sich ihr wieder zu und hob eine Augenbraue.
„Warum waren Ron und Ginny so aufgebracht, als ich den Haarzauber auf Harry geworfen habe?"
„Haarzauber, Miss Granger, besonders, wenn sie auf ein Mitglied des anderen Geschlechts geworfen werden, sind lediglich nahen Verwandten vorbehalten oder Menschen, mit denen man in einer intimen Beziehung steht – oder stehen möchte."
Hermiones Augen wurden weit. „Oh." Sie runzelte die Stirn. „Aber warum? Ich meine, warum Haarzauber?"
„Denken Sie darüber nach, Miss Granger. Und ich meine denken. Argumentieren, nicht nachforschen. Ich erwarte nächsten Freitag Ihre Antwort."
Sie verbrachte die nächste Stunde damit, Kessel zu schrubben und nachzudenken.
Professor Snape stapelte den Stoß Aufsätze aufeinander, die er Miss Granger korrigieren zu lassen plante. Es war wahrscheinlich besser, ihr zuerst ihren Unterricht zu erteilen und sie die Korrekturarbeit anschließend erledigen zu lassen; schließlich war das Korrigieren nur eine Ausrede, der Unterricht war der wichtige Teil, auch wenn sie das nicht wusste.
Sie kam genau pünktlich, mit ihrer Büchertasche über der Schulter. Er zeigte auf den Sessel, und sie setzte sich.
„Nun, Miss Granger, haben Sie eine Antwort für mich?"
„Ja, Sir." Und sie zog eine Rolle Pergament aus ihrer Tasche.
Er verdrehte die Augen, schnappte das Pergament aus ihrer Hand und riss es entzwei. Ihren Protest ignorierte er. „Ich habe Sie nicht um einen Aufsatz gebeten, Miss Granger. Ich habe sie gebeten nachzudenken. Für diese Lektionen wird es kein Pergament und keine Federn geben. Ich erwarte, dass sie sich ohne zu schreiben erinnern und ohne Notizen antworten. Wenn Sie sich Notizen machen müssen, tun Sie das anderswo, und verbrennen Sie sie vor der nächsten Unterrichtsstunde."
Ihre Augen weiteten sich, und ihr Mund öffnete sich, um erneut zu protestieren.
„Ich kenne Ihre Lernmethoden, Miss Granger. Sie werden hierfür nicht büffeln. Sie werden dies mit der gleichen Leichtigkeit beherrschen, wie Sie lesen können. Denn das ist das Wissensniveau, gegen das Sie antreten werden." Was hatte er sich dabei gedacht? Er hatte seine Karriere in die Hände dieses jungen Dings gelegt, dieser naiven Gryffindornärrin, die dachte, dass es im Leben um Fair Play ging. Die Tatsache, dass es ihm Befriedigung schenken würde, ihre Illusionen zu zerstören, war nicht wichtig; dennoch musste es getan werden. Drohend rückte er näher. „Sie werden dies ernstnehmen, verstehen Sie?"
Sie nickte. „Ja, Sir."
Er lehnte sich zurück. „Also, Miss Granger, wie lautet Ihre Antwort auf das Rätsel mit dem Haarzauber? Das heißt, falls Sie sich erinnern?"
„Vielsafttrank", antwortete sie, „verwendet Haar als finale Zutat. Während viele schwarzmagische Tränke Blut verwenden, können manche außerdem jeden beliebigen Teil des Opfers gebrauchen wie Haar oder Fingernägel. Folglich will man niemanden etwas mit seinem Haar tun lassen, es sei denn, man vertraut ihm."
Er neigte seinen Kopf, ohne ihr direkt zuzunicken. „Korrekt, aber nicht komplett. Zusätzlich wird es als erotisch betrachtet, das Haar seines Liebsten zu … liebkosen. Daher gelten Haarzauber im weiteren Sinne als ... intim."
Sie warf einen schnellen Blick auf sein Haar, strähnig und fettig, wie es war. Klugerweise gab sie keinen Kommentar ab.
Nein, Miss Granger, dachte er, ich habe keine Liebste, die gerne meine Locken berühren würde. Das hatte ich nie. Und das werde ich nie. Ihr Haar war im Nacken mit einem einfachen Band zusammengebunden. Die Frisur stand ihr besser als die wilde Mähne, die sie normalerweise trug, oder der dichte, strenge Zopf, den sie am Tag des Zwischenfalls getragen hatte, und der ihr Haar aussehen ließ, als würde es auf einer Streckbank gefoltert. Du bist nicht hier, um über Miss Grangers Haar zu sinnieren. Wechsele das Thema. „Beim Frühstück heute Morgen haben Sie Evanesco geworfen, um etwas Verschüttetes zu beseitigen. Dies wird als niveaulos und ungehobelt angesehen. Warum?"
Mit gerunzelter Stirn dachte sie nach. Dann blickte sie finster drein. „Hauselfen."
„Erklären Sie das näher."
„Es wird als niveaulos angesehen, weil man von Hauselfen erwartet, dass sie Verschüttetes beseitigen, aber arme Familien wie die Weasleys haben keine Hauselfen."
„Sagen Sie mir, Miss Granger, woher haben sie die dumme und unangebrachte Idee, dass Hauselfen befreit werden sollten?"
„Das ist offensichtlich! Sie sind Sklaven! Es ist Unrecht, irgendjemanden zu versklaven, egal, ob menschlich oder nicht!"
„Würden Sie Pferde als versklavt betrachten?"
„Das ist anders", sagte sie. „Sie sind dumme Tiere, keine denkenden Wesen."
„Dennoch müssen sie tun, was ihnen gesagt wird; sie werden bestraft, wenn sie es nicht tun, und alles, was sie dafür bekommen, sind Essen und Unterkunft. Oder sind Sie dumm genug zu behaupten, dass Pferde weder einen Willen noch Gefühle haben? Oder dass es ihnen besser ginge, wenn sie sich alleine durchschlagen?"
„Natürlich nicht! Aber es ist nicht so, als ob Hauselfen nicht in der Lage wären, für sich selbst zu sorgen, wenn man bedenkt, dass sie sich tatsächlich um Menschen kümmern!"
„Da liegt Ihr Denkfehler", sagte er. „Wie viele Hauselfen kennen sie persönlich?"
„Drei."
„Also führten diese drei Beispiele Sie zu dem Schluss, dass Hauselfen versklavt sind. Erklären Sie Ihre Begründung. Für alle drei."
„Dobby wollte befreit werden! Die Malfoys waren grausam und unterstützten Voldemort, und Voldemort hasste Hauselfen und hätte ihnen schreckliche Dinge angetan. Dobby wollte Harry retten."
„Dobby wollte Mr. Potter dienen", korrigierte Snape.
„Aber zumindest hatte er die Freiheit zu wählen!"
„Und dennoch wählte er, nach Hogwarts zu kommen und zu arbeiten, statt seine Freiheit zu nutzen und durch die Welt zu streifen."
„Er war dankbar."
„Das auch. Nächstes Beispiel", forderte Snape.
„Winky", sagte sie, die Stirn in Falten. „Sie wurde freigelassen, aber sie hasste es. Sie war Barty Crouch Jr. ergeben, obwohl er böse war. Das verstehe ich nicht."
„Nicht alle Hauselfen haben Gryffindortendenzen", sagte Snape. „Natürlich würden Sie Dobby mehr dafür respektieren, dass er seinen Master verraten hat, weil es das Richtige war, als Winky, die loyal um jeden Preis war."
„Aber –"
„Was denken Sie über Narcissa Malfoys Verhalten während der Schlacht von Hogwarts?"
„Sie hat richtig gehandelt."
„Nein, das hat sie nicht. Sie hat ihre Prinzipien verraten, um ihren Sohn zu retten."
Er konnte sehen, wie sich die Rädchen in ihrem Kopf drehten.
„Sagen Sie, Winky liebte ihren Master? Wie eine Mutter ihren Sohn liebt?"
„Sie haben selbst das Wort ‚ergeben', gebraucht, nicht wahr?" sagte Snape. „Nächstes Beispiel."
„Kreacher", sagte sie. „Er war wirklich schrecklich und fies und unheimlich. Er sprach mit sich selbst, als wären wir nicht dabei. Er hasste Sirius und wollte Mrs. Blacks Portrait gehorchen. Aber er machte eine einhundertachtig Grad Kehrtwende, als wir ihm halfen, den letzten Wunsch von Regulus Black zu erfüllen. Jetzt ist er sehr viel glücklicher."
„Wen, glauben Sie also, hielt er für seinen Master?"
„Regulus Black", sagte sie langsam. „Nur war er tot, und Kreacher konnte seinen letzten Befehl nicht ausführen. Und in diesem Haus war er zehn Jahre lang eingeschlossen, mit nichts als dem geistesgestörten Portrait als Gesellschaft." Sie unterdrückte ein Schaudern. „Bei Mrs. Black festzusitzen, würde für jeden genügen, um verrückt zu werden."
„Nicht allein die Anwesenheit von Mrs. Black, wenngleich sie sicher nicht hilfreich war", sagte Snape. „Wie ging es Kreacher, nachdem sein letzter Befehl ausgeführt war? Wie war seine Einstellung?"
„Er war ... glücklich", räumte sie ein.
„Sogar in Anwesenheit von Mrs. Blacks Portrait?"
„Ja."
„Welche Schlüsse ziehen Sie aus diesen Beispielen?"
„Dass Hauselfen sich gebraucht fühlen möchten, dass sie es brauchen, sich um jemanden zu kümmern. Sogar Dobby, denn obwohl er Mr. Malfoy nicht gehorchen wollte, wollte er Harry beschützen."
„Beurteilen Sie nicht-Menschen nicht nach Muggelmaßstäben, Miss Granger", sagte er. „Sie haben ihre eigenen Kulturen, ihre eigene Art und Weise, die Welt zu betrachten. Nur weil Hauselfen die Körpergröße von Kindern haben, bedeutet das nicht, dass sie bevormundet werden sollten, oder dass ihnen gesagt werden sollte, was das Beste für sie ist, als ob sie das nicht besser wüssten als Sie."
„Aber sie reden so kindlich", sagte sie.
Er hob eine Augenbraue. „Und was bringt Sie zu der Annahme, dass Englisch ihre Muttersprache ist? Flächendeckend sind die grammatikalischen Fehler von Hauselfen sind bei weitem zu einheitlich, um das Ergebnis von Dummheit zu sein."
„Daran habe ich nie gedacht."
„Die meisten Leute denken nicht daran", sagte Snape. „Andererseits denken die meisten Leute überhaupt nicht." Er sah sie scharf an. „Ich erwarte mehr von Ihnen."
Den Rest der Stunde verbrachten sie damit, wie man mit Hauselfen interagierte: welche Dinge man tun und lassen sollte, wie man Anordnungen und Dank am besten formulierte und die Frage von Bestrafungen. Bei jedem Punkt forderte er sie heraus, die Prinzipien der üblichen Praxis zu begründen. Wenn er sie dazu bringen konnte, ihre Mutmaßungen beim Thema Benehmen zu hinterfragen, würde er sie vielleicht aus ihrer Selbstgefälligkeit bei anderen Dingen rütteln. Es irritierte ihn. Sie war nicht dumm; als es um den Krieg ging, war sie in der Lage gewesen, kreativ zu denken. Wenn es jedoch um Zaubertränke ging, war sie so einfallslos wie Hagrids Halbbruder Grawp.
„Ihre Aufgabe für diese Woche", sagte Snape, „ist erstens, sich bei den Hauselfen von Hogwarts für GEIFER zu entschuldigen, oder wie immer das hieß."
„ .R." sagte sie. „Bund für Elfenrechte."
Er starrte sie wegen der Unterbrechung zornig an. Sie starrte ruhig auf ihn zurück.
„Ja, diese hohlköpfige Idiotie, wie immer Sie sie nannten. Sie müssen die Elfen davon überzeugen, dass Sie niemals wieder so etwas tun werden", sagte er. „Zweitens werde ich die Schulleiterin bitten, Ihnen eine Hauselfe zuzuteilen, und Sie müssen alles üben, was wir heute Abend besprochen haben. Dies wird eine fortlaufende Aufgabe, bis ich es für angebracht halte, sie zu beenden. Verstanden?"
Sie nickte.
„Jetzt", sagte er, indem er auf den Stapel auf seinem Schreibtisch zeigte, „glaube ich, haben Sie einige Aufsätze zu korrigieren."
