A/N: Vielen Dank für den lieben Review, Guest! Es hat mich sehr gefreut, ihn zu lesen und ich finde es toll, dass du durch meine Geschichte mehr Deutsch lernst! Viel Spaß mit dem neuen Kapitel!

Mally ~

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„Sie haben sie umgebracht!", beklagte sich der Mann fassungslos, der zu Harriet Jones gehören musste.

Cat starrte entsetzt und voller Sorge um ihre Nachbarn und all die Menschen auf der Erde, die auf den Dächern standen, zum Doctor. Hatte er sie wirklich in den Tod geschickt? Irgendetwas sagte ihr, dass ein Mann wie der Doctor nicht so grausam sein konnte, auch wenn er sich verändert hatte. Rose würde niemals mit einem Tyrannen reisen und doch sah auch die Blondine den Doctor entrüstet an. Cat schaute zwischen beiden kurz hin und her und sie runzelte die Stirn.

Mit erwartungsvollem Gesicht drehte sich der Time Lord zu dem Anführer der Aliens um. „Was meinst du, mein Freund? Sind sie tot?"

„Wir erlauben ihnen zu leben.", gestand der Anführer ernst.

„Erlauben?", rief der Doctor mit amüsiertem Grinsen aus. „Du hast gar keine Wahl.", er kratzte sich kurz am Ohr und wanderte wieder umher. „Blutkontrolle ist nur ein billiger Voodoo-Trick. Jagt einem Angst ein, ist aber harmlos. Ist wie Hypnose.", er stützte sich mit den Händen auf dem Geländer vor ihm ab und auf Cats Gesicht erschien ein erleichtertes Lächeln. „Unter Hypnose geht man vielleicht wie ein Huhn oder singt wie Elvis, aber kein Mensch stirbt dadurch. Der Überlebenswille ist zu stark."

„Die Blutkontrolle war nur eine Möglichkeit der Eroberung.", kommentierte der Anführer. „Ich rufe die Armada und nehme eure Welt mit Gewalt!"

„Wenn du das unbedingt wolltest, könntest du das. Ja, natürlich. Aber wieso?", fragte der Doctor verständnislos und deutete mit einer Hand auf die anwesenden Menschen. „Sie sind so wertvoll, diese Lebewesen. Sie haben Potential! Von Geburt an beginnt das Erlebnis…, wenn wir uns zur Sonne drehen…es gibt mehr zu sehen, als man je sehen kann…mehr zu tun…"

Cat zog ihre Augenbrauen zusammen. Irgendwie erschienen ihr seine Worte vertraut. Er zitiert aus König der Löwen, schoss es der brünetten Frau durch den Kopf und sie verkniff sich ein amüsiertes Schnauben.

„Was red ich da?", fragte der Time Lord sich selbst und überlegte kurz. „Tschuldigung, das ist aus König der Löwen. Aber…", er stieß sich von der Brüstung ab und ging auf den Anführer zu, blieb aber hinter einer Wache stehen. „was ich eigentlich sagen wollte ist: lass die Menschen in Ruhe!"

„Oder was?", hinterfragte der Anführer provokativ.

„Oder…", er entwendete der Wache das Schwert, lief die Empore hinunter und stellte sich vor seine Tardis. „ich fordere dich heraus!", mit dem Schwert in der Hand hob er seinen Arm und die Aliens begannen zu lachen.

Cat verzog ihren Mund etwas. Die Dramatik in den Worten und der Gestik des Doctors erreichte nicht seinen gewünschten Effekt.

„Na, das hat gesessen.", meinte der Doctor. „Geh ich recht in der Annahme, dass du die Zweikampfregeln beherrschst?"

Der Anführer zückte sein Schwert, während der Doctor sich den Morgenmantel vom Körper streifte und Rose, Cat, Mickey und Harriet Jones sowie ihr Assistent dem Anführer zum Doctor folgten.

„Du willst also diese Welt als ihr Champion vertreten?", hakte der Anführer nach.

„Vielen Dank. Ich weiß nicht, wer ich bin, aber die Beschreibung gefällt mir.", antwortete der Doctor und warf Rose seinen blauen Morgenmantel zu, die ihn auffing. „Was ist? Nimmst du meine Herausforderung an? Oder bist du ein crannak pel cassackri salvack?"

Auch wenn Cat die letzten Worte nicht verstand, es musste eine Beleidigung sein. Der Anführer johlte und hob zeitgleich mit dem Doctor sein Schwert in die Höhe. Die restlichen, roten Aliens jubelten und warteten sicher schon auf einen unterhaltsamen Schwertkampf, bei welchem ihr Anführer gewinnen würde. Cat kannte den Doctor nicht, aber entweder er war ein sehr guter Schwertkämpfer, dass er den Anführer herausforderte oder er war lebensmüde. Zweiteres gefiel der jungen Frau nicht so sehr, während sie zusah, wie beide Kämpfer mit ihren Schwertern knieten.

„Um diesen Planeten?", erkundigte sich der Anführer.

„Um diesen Planeten.", versicherte ihm der Doctor mit ernstem Gesichtsausdruck und beide erhoben sich wieder.

Unter dem Jubel der Aliens und den gebannten Blicken der anwesenden Menschen begann der Schwertkampf. Sie schlugen ihre Schwerter gegeneinander, doch schon bald stolperte der Doctor zurück und fing Roses Blick auf. Sie nickte ihm zu und als sich seine braunen Augen auch auf Cat legten, biss diese sich auf ihre Unterlippe und nickte ihm ebenfalls zu. Er atmete durch und begann einen zweiten Angriff. Das metallene Klirren hallte durch das Raumschiff und Cat sog keuchend Luft in ihre Lungen, als der Doctor strauchelte und nach hinten umfiel. Der Anführer der Aliens holte mit seinem Schwert aus.

„Achtung!", rief Rose panisch und der Doctor huschte knapp zur Seite, um aufzustehen.

„Das hilft echt! Achtung wär mir nie eingefallen, danke!", kommentierte der Doctor sarkastisch und Cat verdrehte ihre Augen.

Er holte mit einem weiteren Schlag aus, doch der Anführer stieß ihm seinen Ellbogen in die Magengrube und der Doctor keuchte auf. Er flüchtete vor den weiteren, ausholenden Schlägen des Aliens und erreichte das Ende eines Ganges.

„Frische Luft gefällig?", fragte er laut und hämmerte mit seiner freien Hand auf den großen, gelben Knopf, der an der höhlenartigen Wand befestigt war.

Gespannt und ängstlich um das Leben des Doctors und das Schicksal des Planeten folgte Cat mit den anderen den Doctor und den Anführer nach draußen. Bang beobachtete Cat den Schwertkampf, ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals und als der Doctor einen weiteren, heftigen Schlag kassierte, war sie drauf und dran einzugreifen. Sie trat einen Schritt nach vorne und der Doctor schaute sie beim Kämpfen an, einen Arm in ihre Richtung ausgestreckt.

„Nicht näher! Wenn du dich einmischst, gewinnt er den Planeten!"

In diesem Moment fing das rote Alien an, sein Schwert bedrohlich zu schwingen. Beide liefen mit einem Kampfesschrei aufeinander zu und Cat schlug ihre Hände auf den Mund, die schon ganz schwitzig waren. Der Doctor und der Anführer stießen sich voneinander ab, nachdem sie sich mit ihren Schwertern nahegekommen waren und vergrößerten den Abstand kurzzeitig wieder. Doch schon bald hörte Cat das Klirren des Metalls erneut, bis der Anführer dem Doctor seinen Ellbogen ins Gesicht haute und er zu Boden fiel. Der Doctor stöhnte vor Schmerzen und mit einem geraden Hieb durchtrennte der Anführer der Aliens dem Doctor seine Schwerthand.

Cat japste ängstlich und erschrocken auf. Ihr Herz machte einen Schlag lang Pause und sie starrte mit großen Augen zu den beiden Kämpfern hinüber. Ungläubig betrachtete der Doctor erst seinen Arm, an welchem bis eben noch seine Hand das Schwert gehalten hatte, und dann das Alien.

„Du hast meine Hand abgehackt.", stellte er fest und Cat fragte sich, warum er nicht vor Schmerzen schrie.

Der Doctor schien gar kein Empfinden dafür zu haben und das rote Alien jubelte grunzend über seinen Sieg. „Ah, Sycorax!"

So konnte der Doctor nicht mehr weiterkämpfen…war das, das Ende des Planeten Erde? Würden die Sycorax – Cat vermutete, der Ausruf des Aliens war der Name seiner Rasse – den Planeten erobern?

Doch der Doctor erhob sich, ein Grinsen auf seinem Gesicht und Cat sah ihn verstört an. „Und jetzt weiß ich, was für ein Mann ich bin. Ich bin ein Glückspilz. Denn zufälligerweise befinde ich mich noch in den ersten fünfzehn Stunden meines Regenerationszyklus.", sagte er. „Das heißt, ich habe genug überschüssige Zellenergie, um das zu tun."

Der Time Lord hob seinen Arm in die Höhe, welchem der Anführer eben noch die Hand abgetrennt hatte. Das Gesicht ein wenig verziehend, war Cat gleichermaßen angewidert wie auch fasziniert, als der Doctor seine rechte Hand einfach nachwachsen ließ, als wäre nie etwas geschehen.

„Was… zur Hölle.", wisperte die brünette Frau überfordert.

„Bist du ein Zauberer?", fragte der Anführer verständnislos.

„Ein Time Lord.", erwiderte der Doctor mit einer Ernsthaftigkeit, die Cat sicher einen Schauer über den Rücken gejagt hätte, wäre die junge Frau nicht so verstört von der Tatsache, dass er sich eine Hand hatte nachwachsen lassen.

Cat drehte sich um und schnappte sich das Schwert einer Wache. „Fang!", schrie sie und der Doctor schaute sie an, während sie das Schwert in einem hohen Bogen zum Time Lord warf.

„Doctor!", rief auch Rose aus.

„Ich bin also doch der Doctor, he?", fragte der Time Lord sie.

„Das will ich doch schwer hoffen.", antwortete die Blondine strahlend.

Der Doctor fing das Schwert auf und drehte sich wieder dem Sycorax-Anführer zu. „Ich verrat dir was. Die neue Hand ist ne Kämpferhand."

Mit enthusiastischen Grinsen griff der Doctor den Anführer an. Cat glaubte seinen Worten sofort, als sie sah, wer dieses Mal die Führung im Schwertkampf übernahm. Der Doctor entwaffnete den Sycorax und schlug ihm mit dem Schwertknauf in den Bauch. Der Anführer fiel zu Boden und der Doctor platzierte das spitze Ende seines Schwertes unterhalb des Kinns des Aliens, um ihn daran zu hindern, wieder aufzustehen.

„Ich hab gewonnen.", erklärte der Doctor düster.

„Dann töte mich.", forderte der Anführer schweratmend.

„Ich verschone dein Leben, wenn du tust, was der Champion befiehlt.", sagte der Time Lord mit fester Stimme. „Verlasst den Planeten und kommt nie wieder. Einverstanden?"

„Ja…", keuchte der Sycorax und der Doctor drückte ihm sein Schwert fester in den Hals.

Cat zog ihre Augenbrauen zusammen.

„Schwör es beim Blute deiner Spezies!", drängte ihn der Doctor.

„Ich schwöre es.", erwiderte das Alien geschlagen und der Doctor zog sein Schwert zurück.

„Das war's dann. Danke! Ciao, mein Freund!", blitzschnell nahm die Stimmung des Time Lords wieder etwas Unbeschwertes an und Cat blinzelte.

Dieser fliegende Wechsel seiner Emotionen und seines Auftretens verwirrte die brünette Frau. Wie konnte ein Mann in der einen Sekunde so begeisterungsfähig und amüsiert sein und in der anderen so finster und gleichgültig?

Der Doctor steckte sein Schwert in den Boden und Harriet Jones begann zu applaudieren. „Bravo!"

„So ist es! Bravo!", jubelte auch Rose und schritt mit seinem Morgenmantel in der Hand auf ihn zu.

Sie half ihm, sich diesen anzuziehen und Cat zögerte einen Augenblick, sich der Erleichterung ebenfalls anzunehmen, die ihren Körper durchflutete. Doch schließlich tat sie es und schloss Mickey mit einem Lächeln im Gesicht in die Arme, der anschließend in einer freundschaftlichen Geste seinen Arm locker auf ihren schmalen Schultern ruhenließ.

„Nicht schlecht für einen Mann im Schlafanzug. Wie Arthur Dent! Das war vielleicht ein netter Mann!", er griff in seinen Morgenmantel und stutzte. „Was haben wir denn da schon wieder?", der Doctor beförderte eine Clementine ans Tageslicht. „Eine Clementine? Oh, der Freund deiner Mutter, der nachts ständig Hunger kriegt.", er und Rose liefen zu den anderen. „Aber gehören die nicht irgendwie zum Weihnachtsfest? Jeder, der Geschenke aufmacht, entdeckt ganz unten, eingewickelt am Boden des Pakets, versteckt, blöde, alte Clementinen. Wer will die schon?"

Cats Lächeln fror ein, als sie sah, wie der Anführer der Sycorax sich erhob, ein Schwert schnappte und hinter des Doctors Rücken einen Angriff wagte.

„Passt auf!", rief sie alarmiert.

Das Gesicht des Doctors war gleichgültig, ja, Cat empfand es als kühl, als er ausholte und die Clementine mit so einer Präzision an den gelben Knopf neben der Tür warf, dass dieser sich betätigte und die Plattform unterhalb der Füße des Anführers weggleiten ließ. Der Anführer fiel schreiend in den Tod und Cat schluckte ihren Schock hinunter.

„Keine zweite Chance. So ein Mann bin ich jetzt.", kommentierte der Doctor finster.

Cat blinzelte erneut, doch sie sagte keinen Ton. Stumm folgten alle dem Doctor und Rose zurück in das Innere des Raumschiffes, direkt vor die Tardis. Der Doctor drehte sich zu den tausenden Aliens herum.

„Nach den uralten Gesetzen des Zweikampfes verbiete ich euch, bis ans Ende aller Zeit erneut hier aufzutauchen.", befahl der Time Lord. „Und wenn ihr durchs Weltall zieht und anderen hiervon berichtet, vom Reichtum dieses Planeten erzählt, von seinem Volk, seinem Potential, wenn ihr von dieser Welt redet…, dann vergesst eins nicht zu erwähnen: die Erde kann sich verteidigen."

Mit einem blauen Schimmern und Surren verschwanden sie vom Raumschiff und tauchten in der Nähe von Jackies Wohnung mitsamt der Tardis wieder auf.

„Wo sind wir?", fragte Rose neugierig, während das Raumschiff über ihren Köpfen dröhnte.

„In der Nähe der Bloxham Road. Sie ist gleich um die Ecke. Wir haben es geschafft!", jubelte Mickey und sprang begeistert auf und ab.

„Moment mal, Moment mal.", sagte der Doctor und gebot Mickey mit einer ausgestreckten Hand in seine Richtung Einhalt.

Erwartungsvoll blickten sie zum Himmel empor, an welchem das Raumschiff soeben mit dröhnendem und kräftig winderzeugendem Start sich von der Erde entfernte. Es vergrößerte den Abstand sehr schnell von der Erdoberfläche und Mickey jubelte erneut.

„Haut ab, ihr Säcke!", rief er freudig und Rose sprang auf seinen Rücken mit einem einstimmenden „Ja! Und lasst euch nie mehr blicken!"

„Die Erde kann sich verteidigen!", wiederholte Mickey des Doctors Worte und Cat blickte nachdenklich zu dem nun grinsenden, braunhaarigen Mann hinüber, während Mickey und Rose sich umarmten.

Doch Cat lächelte wieder, als Mickey sich zu ihr drehte, seine Arme erneut um sie schlang und Rose hinüber zu dem Assistent der Premierministerin hüpfte, um diesen zu umarmen. Die Freude um die Rettung der Erde erreichte die zweiundzwanzigjährige Engländerin nun vollkommen und sie lachte erleichtert, schob den Gedanken um das zwiegespaltene Verhalten des Doctors aus ihrem Kopf. Mickey und sie ließen sich wieder los und plötzlich fand sich Cat in den Armen ihrer besten Freundin wieder, die sie drückte und lachte.

Währenddessen breitete Harriet Jones mit einem strahlenden Lächeln ihre Arme vor dem Doctor aus und sagte, als sie diese wieder fallenließ: „Mein Doctor!"

„Premierministerin.", erwiderte der Doctor mindestens genauso glücklich.

Sie umarmten sich kurz und Rose ließ auch wieder von Cat ab, die mit einem Grinsen die Premierministerin und den Doctor beobachtete.

„Ohne Zweifel noch derselbe Mann.", erklärte Harriet, machte eine künstlerische Pause und drehte sich zu dem verschwindenden Raumschiff um, ein paar Schritte nach vorne laufend und emporblickend. „Gibt es im All noch mehr von denen?"

„Die Sycorax sind nicht die einzigen.", erzählte der Doctor. „Es existieren viele Arten. Tausende von Spezies. Und die Menschheit zieht ihre Aufmerksamkeit auf sich.", Harriet sah plötzlich sehr nachdenklich aus und das ließ Cats Grinsen verschwinden. „Jeden Tag schickt ihr Raumsonden ab, Meldungen und Signale. Dieser Planet ist so voller Lärm. Ihr erregt Aufsehen. Mehr und mehr. Gewöhnt euch lieber daran."

Cat sah in das ernste Gesicht der Premierministerin und zog ihre schmalen Augenbrauen zusammen.

„Rose!", schrie da mit einem Mal Jackie Tyler laut.

„Mum!", rief Rose glücklich zurück.

„Wenn man vom Teufel spricht…", witzelte der Doctor und Cat sah hinüber zu Jackie, die mit ausgebreiteten Armen auf ihre Tochter zu rannte, die auch auf Jackie zulief.

„Oh mein Gott! Da bist du ja!", quietschte Roses Mutter und schloss ihre Tochter mit breitem, erleichterten Lächeln in die Arme.

„Er hat's geschafft, Mum. Er ist der Doctor und er hat's geschafft!", sagte Rose zu Jackie und Cat und Mickey liefen auf beide zu. „Das verdanken wir dir! Es war der Tee! Der hat ihn geheilt!"

„Ne schöne Tasse Tee. Mehr war nicht nötig.", bestätigte der Doctor grinsend.

„Siehst du, ich hab's gewusst!", sagte Jackie und Rose schlang ihren Arm um deren Schultern.

„Er ist wie neu!", meinte Rose lachend.

„Ist er's wirklich?", erkundigte sich Jackie mit neugierigem Ausdruck, als sie sich zu viert dem Doctor wieder näherten. „Ich werd mich schon dran gewöhnen."

„Hm.", machte der Time Lord.

„Oh mein Gott, unsere Wahnsinns-Premierministerin!", fiel es Jackie mit einem Mal auf und Cat grinste schief.

„Kommen Sie her!", sagte der Doctor da begeistert, hob seine Arme und Jackie lief in die Arme des Time Lords sowie Cat, Mickey und Rose.

„Der Tee hat Wunder gewirkt!", kommentierte der Doctor lächelnd, als sie sich wieder voneinander lösten und er Cat mit einem kurzen Blick ansah, bevor er zu Jackie sah. „Was war denn das für eine Sorte?"

„Eine Spezialmischung.", erklärte Jackie grinsend. „Gott sei Dank ist alles gut gegangen!", sie machte eine kurze Pause und schaute alle vorwurfsvoll an. „Ihr habt mich zurückgelassen!"

Der Doctor stupste Cat an und diese schaute zu ihm. „Danke, Cat."

Verwirrung mischte sich in den Ausdruck der brünetten Frau. „Für was?"

„Dass du dich so…naja, gesorgt und mir das Schwert zugeworfen hast.", erklärte sich der Doctor und Cat errötete leicht.

„Nicht der Rede wert.", sagte sie mit einer Hand abwinkend und lächelte.

Der Doctor sah sie noch kurz an, drehte seinen Kopf aber dann zu Premierministerin mit einem Grinsen auf den Lippen um, um sich dann wieder der Konversation der anderen anzuschließen. Cat zuckte erschrocken zusammen, als mit einem Mal ein grüner Laser am Horizont entlangzuckte. Panisch blickte sie nach oben, nur um zu sehen, wie sich noch vier weitere Laser bildeten, die in einem Großen mündeten und geradewegs auf das Raumschiff zielten, das am Himmel nur noch als kleiner Punkt zu sehen war. Ein Beben erschütterte die Erde, als eine gigantische Explosion am Horizont zu sehen war und Cat sah voller Horror zu, wie das Raumschiff in all seine Bestandteile zersprang.

„Was ist das? Was passiert da?", fragte Rose überfordert und der Doctor drehte sich mit kühlen Ausdruck im Gesicht zur Premierministerin um.

Cat folgte seinem Blick und ihr Herz setzte einen Schlag lang aus. War Harriet Jones wirklich imstande…?

„Das war Mord, Harriet.", sagte der Doctor mit schwach unterdrücktem Zorn in seiner Stimme.

„Wir haben uns nur verteidigt.", meinte die Premierministerin und Cat verzog angewidert ihr Gesicht. „Eine Weiterentwicklung von Alien-Technologie. Sie kam aus einem Raumschiff, das auf die Erde fiel."

„Aber sie haben sich zurückgezogen!", platzte aus Cat vorwurfsvoll und verärgert hinaus. Ihre Stimme bebte und sie schloss ihre Hände zu Fäusten. Wie hatte sie diese Frau wählen können?

„Sie haben es selbst gesagt, Doctor. Sie fliegen durch das All und erzählen anderen von der Erde. Tut mir leid, Doctor, aber Sie sind nicht immer da. Sie kommen und gehen. Wir waren heute in Gefahr. Mr Llewellyn und der Major, sie wurden ermordet! Direkt vor unseren Augen, während Sie geschlafen haben. Das heißt, dass wir uns leider selbst verteidigen müssen.", rechtfertigte sich die Premierministerin.

„Großbritanniens goldenes Zeitalter.", sagte der Doctor bitter.

„Alles hat seinen Preis.", erwiderte Harriet.

„Es war wohl die falsche Warnung. Ich hätte ihnen raten sollen zu fliehen, so schnell sie können und sich zu verstecken, weil die Erdmonster anmarschieren, die sogenannten Menschen!", erzählte der Doctor düster.

„Ich bin deren Repräsentant. Meine Pflicht ist, in ihrem Namen zu handeln.", bemerkte Harriet an und Cat ging voller Zorn ein paar Schritte nach vorn.

„Nein!", rief sie erzürnt aus. „Nein, Sie sind vielleicht die Repräsentantin Großbritanniens, aber Sie sprechen nicht für die gesamte Menschheit! Das war keine Verteidigung, das war Mord, Mrs Jones und niemand gab Ihnen das Recht, so etwas zu tun!"

„Du hast doch keine Ahnung, wovon du redest, Kind.", entgegnete Harriet ungehalten und Cat hob ihre Augenbrauen.

„Ach, hab ich nicht? Stellen Sie sich mal vor, es wären Menschen gewesen, die kapituliert hätten – hätten Sie die auch so kaltherzig umgebracht, wie Sie es bei den Sycorax angeordnet haben?!"

Einen Augenblick zögerte die Premierministerin. „Ja.", sagte sie. „Wenn es dem Gesamtwohl gedient hätte, ja."

Cat spürte, wie ihr Hals sich zuschnürte und erste Tränen aus ihren Augenwinkeln schlüpften. Sie zitterte und als sich mit einem Mal die Hand des Doctors auf ihre Schulter legte, atmete sie durch und beruhigte sich leicht. Er schenkte ihr einen kurzen Blick und widmete sich dann wieder Harriet Jones.

„Ich hätte Sie aufhalten müssen.", fuhr der Doctor fort.

„Zu was hätte Sie das werden lassen, Doctor? Zu einer weiteren Alien-Bedrohung?", blaffte die Premierministerin zurück.

„Halt.", sagte der Doctor provokativ und ließ Cat los, als er ein paar Schritte auf Harriet zulief. „Fordern Sie mich nicht heraus, Harriet Jones, denn ich bin ein völlig neuer Mann. Ich könnte Ihre Regierung mit einem einzigen Wort stürzen."

„Sie sind der bemerkenswerteste Mann, den ich je getroffen habe, aber ich glaube nicht, dass Sie so etwas bewirken können.", erwiderte die Premierministerin.

„Sie haben recht. Eines wird nicht reichen.", bestätigte der Doctor. „Sechs schon."

„Das kaufe ich Ihnen nicht ab.", antwortete Harriet.

„Sechs Worte.", wiederholte sich der Doctor kühl.

„Schluss damit!", forderte sie.

„Sechs.", echote er drohend.

Ihr Gesichtsausdruck änderte sich von einem überzeugten zu einem ängstlichen und Cat wischte sich ihre Tränen aus dem Gesicht. Sie atmete erneut durch und biss sich anschließend auf ihre so oder so schon rissige Unterlippe. Der Doctor lief zu Harriets Assistenten hinüber, nahm ihm seinen Ohrtelefon heraus und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Der Assistent schaute den Doctor skeptisch an und blickte dann hinüber zur Premierministerin, während der Doctor wieder zu Cat, Rose, Jackie und Mickey stieß. Ohne weitere Worte verließen sie den Platz.

„Doctor!", rief Harriet ängstlich. „Doctor, was haben Sie zu Alex gesagt? Welche sechs Worte, Doctor? Doctor!"

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Cat half Jackie beim Zubereiten eines Weihnachtsessens, das sie von den neueren Ereignissen gehörig ablenken sollte. Es dauerte eine Weile, aber als sie gerade beim Verteilen des Essens waren, öffnete der Doctor die Wohnungstür. Er war die Zeit der Vorbereitung über in der Tardis gewesen, um sich einen neuen Kleidungsstil zuzulegen, hatte Rose aber versprochen, pünktlich zum Dinner anwesend zu sein. Und dort stand er auch und Cat beteuerte, dass er umwerfend aussah. Er hatte seine verwuschelten, braunen Haare mit einer Menge Gel gebändigt und trug statt dem Schlafanzug samt Morgenmantel nun einen dunkelbraunen Nadelstreifenanzug mit ebenfalls dunkelbrauner Krawatte und weißem Hemd darunter. Über diesem trug er einen langen, braunen Trenchcoat und um sein formelles Aussehen aufzulockern, hatte er cremefarbene Chucks an seinen Füßen. Cat schmunzelte leicht. Offenbar mochte der Doctor Chucks genau wie Cat, die nahezu jeden Tag welche trug.

Ihr Herzschlag beschleunigte sich ein wenig, als sie den Doctor so musterte, doch sie entschied es zu ignorieren, da sein Lächeln Rose galt.

Sie verbrachten einen amüsanten Abend zusammen, aßen das festliche Dinner, das Jackie und Cat zubereitet hatten und freuten sich über die Knallbonbons, die jedem eine knallig-farbige Krone aus Krepppapier bescherten. Schließlich aber lief ein Interview über Harriet Jones im Fernsehen und es zeigte sich, dass der Doctor mit seiner Drohung wohl recht behalten sollte. Er betrachtete Harriet im Fernsehen wieder mit einem harten Gesichtsausdruck, denselben Ausdruck, den Cat schon öfter an diesem Tag bei ihm gesehen hatte. Dieser Ausdruck, dieses Verhalten löste in ihr Sorge aus. Der Doctor war ein guter Mann, aber diese Seite an ihm war bedenklich.

Bev rief an und berichtete Jackie, sie sollten nach draußen gehen. Deshalb zogen sie sich alle ihre dicken Winterjacken an und stellten erstaunt fest, dass es zu schneien begonnen hatte. Überall am Horizont stoben goldene Funken entlang, die wie Meteore aussahen und Cat bekam ein mulmiges Gefühl.

„Oh, ist das schön! Was sind das? Meteore?", fragte Rose strahlend, während Cat sich neben die Tardis stellte.

Sie lenkte ihre Augen auf den Doctor und als sie bemerkte, wie ernst er dreinblickte, bestätigte sich ihr Verdacht.

„Das ist das Raumschiff, das dort oben auseinanderbricht.", erklärte er, die Hände in den Hosentaschen vergraben und blieb neben Cat stehen. „Das ist kein Schnee, das ist Asche."

„Dann finde ich es nicht mehr so schön.", meinte Rose bedrückt und stellte sich auf die andere Seite neben ihn.

„Und das ist ein anderer Planet Erde. Keiner kann mehr leugnen, dass es Aliens gibt. Jeder hat sie gesehen.", sprach er. „Alles ist jetzt anders."

Rose sah auf ihre Hände. „Und was ist mit dir? Was machst du als Nächstes?"

„Naja.", sagte der Doctor und schaute zur blauen Notrufzelle. „die Tardis wartet. Ich flieg weiter."

„Ganz allein?", hakte Rose nach und er sah sie wieder an.

„Willst du mitkommen?", fragte er sie.

„Ja.", antwortete Rose.

„Echt?", erkundigte er sich.

„Ja!", bestätigte Rose noch einmal.

„Ich dachte…", er nickte nachdenklich zur Seite. „weil ich ein anderer bin…"

„Und ich dachte…, weil du ein anderer bist, willst du mich nicht mehr dabeihaben.", erklärte Rose.

„Oh, ich hätt' dich gern dabei.", sagte er grinsend.

„Okay!", Rose strahlte.

„Dich hält hier nichts mehr, oder?", erkundigte sich Mickey in einem bitteren Ton und Cat drehte sich zu ihm um.

„Da draußen gibt's so viel zu sehen…", erzählte ihm Rose. „So viel zu erleben…ich kann nicht anders."

Mickey grinste starr und ein zynischer Ausdruck lag in seinem Gesicht. Cat verzog mitleidig ihren Mund. „Ja.", sagte er.

„Ihr seid doch verrückt.", stieß Jackie aus, ihre Arme um ihren Körper geschlungen. „Alle beide. Ihr steht anscheinend auf Schwierigkeiten."

Begeistert näherte sich der Doctor Jackie. „Schwierigkeiten gibt's nur ab und zu.", flötete er und legte ihr einen Arm um die Schulter, als er in den Nachthimmel sah. „Da oben warten Abenteuer auf uns. Für mich ist das alles brandneu. All diese Planeten, Lebensformen und Horizonte…", er blickte wieder zu Jackie hinab. „…die hab ich mit diesen Augen, noch nicht gesehen."

„Echt?", fragte Cat plötzlich, ein begeistertes Funkeln in ihren Augen.

Der Doctor blickte zu ihr und lief zu ihr hinüber. „Möchtest du es sehen?"

„Andere Planeten?", hakte die brünette Frau nach, ein Lächeln auf ihren Lippen und der Doctor nickte.

„Einfach alles.", korrigierte er sie. „Also?"

Cat grinste, zögerte aber einen Moment. Sie erinnerte sich an das Hin und Her seiner Verhaltensweisen und fragte sich, ob er sich immer so verhielt oder ob er diese düstere Seite ablegen konnte. Sie sah zu Rose hinüber, die ihr ein zustimmendes Lächeln schenkte. Cat nickte schließlich. „Ja."

Der Doctor grinste breiter und bot ihr seine linke Hand an, die sie ergriff. Sie war warm und weich und Cat schmunzelte sanft. Der Doctor schaute erst sie und dann Rose an. „Ich garantiere euch, es wird fantastisch."

Er bot Rose seine andere Hand an, die sie amüsiert musterte. „Deine Hand. Das war echt ne gruselige Nummer.", meinte Rose grinsend, aber auch leicht angewidert.

Er wackelte mit den Fingern und es dauerte ein paar Sekunden, bis Rose sie schließlich ergriff und sie gemeinsam zum ascheregnenden Himmel hinaufsahen. Rose näherte sich dem Doctor, schmiegte sich leicht an seine Seite und Cats Herz sank leicht, als sie diese flirtende Geste registrierte.

„Und wo fliegen wir zuerst hin?", fragte Rose.

„Ähm…", machte er grübelnd und hob die Hand, mit welcher er Cats hielt in die Luft, auf einen Stern zeigend. „Zu dem Stern…, nein, warte…", er suchte mit ihren haltenden Händen nach einem bestimmten Stern. Erwartungsvoll hob Cat ihre Augenbrauen und folgte mit den Augen ihren beiden Händen. Schließlich fand er ihn. „Zu dem Stern."

„Zu dem?", hakte Rose nach, ihre freie Hand auf den Stern deutend, auf welchen der Doctor zeigte und ihr Blick suchte Cats.

„Zu dem.", bestätigte Cat lächelnd.