Er gewährte ihr diesen und stöhnte unweigerlich s er ihre Zunge in seinem Mund spürte. Sie schmeckte nach dem herben Geschmack des Feuerwhiskeys und nach, er konnte es nicht besser beschreiben, Hermine. Er spürte eine Hand an seinem Hinterkopf die sich in seinen Haaren verfing und atmete scharf ein als er ihre Nägel spürte die sich sanft in seinen Nacken krallten. Als sie sich auf einmal zurückzog, fiel ihm auf wie passiv er dagesessen ist, mit seinen Händen rechts und links neben ihm auf den Polstersessel.
Er wollte das Gefühl um nichts in der Welt verlieren und sein Körper folgte ihrem. Er hielt ihren Kopf fest und presste seine Lippen etwas zu hart auf ihre. Hermine machte einen Laut den Severus vermutlich niemals vergessen wird.
Der Kuss vertiefte sich und als Hermine seine Schultern zu sich zog um ihm noch näher zu sein verlor er das Gleichgewicht und sank rücklings in den Sessel. Er zog Hermine unabsichtlich mit und sie dachte gar nicht daran den Kuss zu unterbrechen. Severus Herz raste und seine Finger hatten immer noch ein leichtes Zittern als er vorsichtig über ihren Rücken strich, sie presste sich gegen die Berührung und seufzte in seinen Mund. Severus schöpfte aus ihrer Reaktion Mut und packte ihr Hüften um sie noch näher zu ihm zu ziehen. Seine Aktion entlockte Hermine ein Stöhnen welches Severus die Nackenhaare hochstehen ließ. Als sie begann sich an der inzwischen entstandenen Beule in der Hose zu reiben, wusste er, wenn er das Geschehen nicht sofort beenden würde, wäre es zu spät und sie würden etwas tun, was sie vielleicht im nüchternen Zustand bereuen würden.
Severus genoss noch einige Sekunden lang das Gefühl und zog sich schließlich langsam zurück, Hermine wimmerte Enttäuscht und Severus hasste sich und sein Gewissen dafür. Doch die Vorstellung an ihr beschämtes Gesicht und die Reue in ihren Augen waren genug Antrieb um Hermine schließlich sanft weg zu drücken. Er sah ihr kurz in den Augen und bereute es sofort. Die Zurückweisung war ihr anzusehen und er wandte seinen Blick sofort ab. Als sie von ihm herunter kletterte und ihr Gewand gerade strich räusperte er sich und suchte nach den richtigen Worten. Sie kam ihm zu vor und sagte leise „Ich sollte jetzt besser gehen." Severus nickte stumm und begleitete sie mit etwas Sicherheitsabstand zur Tür. Er war gerade dabei ihr diese zu öffnen als sie sich auf die Zehenspitzen stellte und ihn sanft küsste. Severus Körper, der nichts von seiner Moral hielt, reagierte sofort und er schlang seine Arme um sie. Als sich der Kuss ein weiteres mal vertiefte platzierte Hermine ihre Hände auf seiner Brust und schob ihn sanft weg. Severus atmete enttäuscht aus und nickte. Hermine sah zu ihm hoch und die Lust in ihren Augen wurde durch ein Glitzern ersetzt.
„Wenn du denkst ich hätte das bedauernswerte Knacksen deiner Gelenke nicht gehört, hast du dich getäuscht."
Severus sah sie einige Sekunden lang verdutzt an und auf einmal lachte er heiser. Dass sie ihn mit Du angeredet hatte fiel ihm erst viel später auf als er hellwach im Bett lag und den Abend immer wieder in seinen Gedanken durchging. Er schüttelte den Kopf. Wenn ihm jemand das Ende dieses Tages vorhergesagt hätte, hätte er ihn für geisteskrank erklärt.
Doch wie sollte er jetzt reagieren. Was wollte er eigentlich. Er mochte sie, soviel war sicher. Sie war äußerst ansehnlich, Severus mied den Gedanken Wunderschön, soviel war auch klar. Doch wohin sollte das führen. Sie war jung, voller Leben, impulsiv, beliebt und liebenswert. Er war alt, müde und enttäuscht vom Leben und verhasst. Er würde sein Unglück über sie bringen und ihr Leben mit einem Schatten überziehen.
Er hatte seit Lily zwar ein zwei mal versucht Gefühle für eine Frau aufzubauen, jedoch ohne Erfolg. Die wenigen Frauen die sich für ihn interessierten waren nicht mit Intelligenz gesegnet und Severus fand es unmöglich auch nur eine Konversation mit ihnen zuführen ohne andauernd mit den Augen zu rollen.
Severus war sich sehr wohl bewusst, dass sein markantes Aussehen, seine Vergangenheit und sein reserviertes unnahbares Auftreten nicht gerade förderlich bei seiner Suche nach einer Partnerin waren. Doch bevor er sich plagte, blieb er lieber alleine. Er seufzte. Er hatte sich eigentlich schon über ein Jahrzehnt mit seiner Einsamkeit abgefunden und sah bis jetzt auch nie die Notwendigkeit diesen Umstand zu ändern. Doch irgendwas an Hermine war da, was er so noch nicht kannte. Er wusste nicht ob es am Alkohol lag oder an seiner langen Abstinenz von Nähe aber jede Berührung von ihr durchzog ihn bis ins Mark und verursachte ein leichtes Gefühl in seinem Kopf und ein enges in seiner Hose.
Er fühlte sich frei von seinen Grübeleien und seinen dunklen Gedanken die ihn meist Abends quälen und er mochte das Gefühl.
Doch konnte er seine eigenen Gelüste über ihr Glück stellen. Er atmete tief ein. Sie hatte jemanden verdient der ihr eine Zukunft geben konnte und nicht mit seiner Vergangenheit belasten würde. Nein er musste es beenden bevor es anfing, soviel war er ihr schuldig. Severus war noch nicht bewusst, dass es längst angefangen hatte.
