Während Harry mit der Aufklärung und Verfolgung des Erbes alle Hände voll zu tun hatte und Hermine verzweifelt versuchte gemeinsam mit Minerva wieder Ordnung in Hogwarts herzustellen, kam Severus nicht drum herum seinen Kopf über Weasley zu zermartern.
Immer wieder sprach Harry mit ihm über seine Vergangenheit, wie die Freundschaft entstanden ist, wie sie damals beinahe zerbrochen wäre und wie das Zusammenleben auf der Flucht ausgesehen hat. Allmählich konnte er sich ein Bild von dem Weasley machen. Auch wenn er es nur ungern zugab, der Weasley tat ihm tatsächlich leid. Er war vieles, aber nicht von Grund auf bösartig. Im Gegenteil, er riskierte sein Leben für seine Freunde, und das ohne zu zögern. Seine Beweggründe waren ihm vollends klar. Doch irgedetwas stimme nicht.
Jemand hatte Weasleys Schwächen eiskalt ausgenutzt und ist immer noch auf freiem Fuss. Es musste jemand sein der ihn kannte. Anders konnte es sich Severus nicht erklären. Er bezweifelte, dass Weasley sich in ein Pub gestellt hat und Mitglieder des Erbes einfach so angeworben hat. Es wäre viel zu riskant. Weasleys Anhörung war in wenigen Tagen, die Klatschzeitschriften konnten sich vor Vorfreude gar nicht halten.
Alle waren gespannt was er zu sagen hat. Und er würde reden, dessen war Severus sich sicher. Weasley würde nicht riskieren, dass seine Familie sowie Harry und Hermine ihn als das ultimative Böse ansahen. Doch bisher war er verdächtig schweigsam. Severus würde sein Gespür liebend gerne ignorieren doch er konnte nicht.
Seine Alarmglocken schrillten gerade zu auf beim Gedanken an dieses Erbe.
„Severus.. hör auf."
Severus schrak zusammen. Er war so tief in Gedanken versunken, dass er Hermine gar nicht bemerkt hatte.
Unschuldig blickte er auf und betrachtete sie.
„Mit was?"
Sie schenkte ihm ein schiefes Grinsen, welches er viel zu selten sah in letzter Zeit.
„Mit dem Grübeln. Genießen wir doch einfach den Abend. Du und ich. Ohne Intrigen und dem ganzen Theater."
Severus nickte eifrig, doch konnte nicht anders als sofort wieder an Pugsby zu denken. Was hatte er in seinen Erinnerungen geseh-
Auf einmal wurden seine Gedanken von einem Kuss unterbrochen. Hermine platzierte sich auf seinem Schoß und schmiegte sich an ihn. Sie küsste ihn so eifrig, dass ihm der Atem fehlte. Es war zu lange her, dass sie die Nacht miteinander verbrachten.
Viel zu lange.
Severus spürte sofort seine Reaktion auf sie. Durch den ganzen Trubel war die Lust auf anderes eher zweitrangig. Nun ja, es war nicht so, dass Severus nicht daran dachte. Doch seine Avancen wurden nicht erwidert. Das verstand er natürlich vollends, wenn auch ein wenig enttäuscht. Aber es gefiel ihm auch diese Rolle einzunehmen.
Er war nicht nur ihr Geliebter sondern auch ihr Vertrauter. Er hörte ihr zu, tröstete sie und sprach ihr Mut zu. Eine Position die weitaus schwieriger zum einnehmen war als die eines Bettgefährten.
Als Hermine sich an seiner Hose zu schaffen machte und ihn streichelte stöhnte er laut auf. Es war wirklich zu lange her. Er hatte das Gefühl, dass er jeder zeit explodieren könnte. Und als ihre Küsse weiter südlich wanderten, und ihre Lippen ein paar Mal seine Spitze berührten, geschah zu seinem Horror genau das.
Kurz, intensiv und viel zu früh explodierte er. Der Genuss war durch die Scham verschwunden und er weigerte sich seine Augen zu öffnen.
Verdammt Severus. Du elender Teenager. Du hast dich selbst wiedermal an Peinlichkeit übertroffen. Bravo.
Hermine kicherte leise und ließ die Sauerei mit einem Wisch ihres Zauberstabes verschwinden. Dann nahm sie eine Hand und zog ihn in Richtung des Schlafzimmers. Verwirrt stammelte Severus „Was hast du vor?"
Ohne sich umzudrehen lachte sie auf, ein Klang der sein Herz höher schlagen ließ, und rief in den Raum vor sich hinein
„Du bist vielleicht schon fertig, ich aber nicht."
Sie drehte sich um und sah ihn verführerisch in die Augen. Dann ließ sie sich auf die weiche Matratze fallen und zog ihn mit sich. Severus hatte sein Pulver zwar im wahrsten Sinne schon verschossen, aber er würde seine Pflichten als Partner gewissenhaft wahrnehmen und sich um ihre Bedürfnisse kümmern. Grinsend küsste er sie. Was tat man nicht alles für die Liebe.
