II.


Zusätzliche Warnings: Zeitlinien-Veränderungen


Zunächst war noch nicht zu vorhergesehen gewesen, dass sie in einer Zelle enden würden.

Als sie in StarLabs auftauchten und Iris, Cisco, Caitlin, Ralph, Sherloque, und Wally erzählten, dass sie Oliver und Barry waren und eben nicht Barry und Oliver, war vor allem die Verwirrung groß. Keiner schien ihnen zu glauben, und Iris betonte für Barrys Geschmack etwas zu deutlich, dass „Oliver Queen" nicht ihr Typ sei. Und niemand schien ihm zuhören zu wollen, sie fragten Oliver, ob er wieder durch die Zeit gereist war, und schienen für jede Antwort immer in Olivers Richtung zu blicken.

„Verdammt noch mal, ich bin Barry! Er ist Oliver!", beschwerte sich Barry schließlich erbost.

„Bist du sicher? Du bist der Alpha hier", meinte Caitlin, „Das ist eindeutig Alpha-Wut."

„Ja, wir haben nicht nur Identitäten getauscht sondern auch Geschlechter", erklärte Barry etwas hilflos.

„So ähnlich wie in Quantum Leap, ja? Ihr seht nur für euch selbst aus wie ihr?", fragte Cisco.

„Nun ja…." Oliver und Barry tauschten einen leicht verzweifelten Blick aus.

„Hört mal", übernahm Iris dann das Kommando, „Das klingt alles verrückt. Und ich weiß nicht, warum ihr denkt ihr seid der jeweils andere, aber wir werden es herausfinden."

Das klang ganz vielversprechend. Wenn man davon absah, dass sie von „denkt ihr seid der jeweils andere" gesprochen hatte. Aber zumindest arbeitete nun jemand an dem Fall, und das war ein Fortschritt. Während Caitlin und Cisco alle möglichen Untersuchungen durchführten, versuchte sich Iris mit Harry Wells, dem Harrison Wells von Erde-2, kurz zu schließen. Doch sie erreichte ihn nicht. Offenbar war er gerade beschäftigt, aber der Versuch brachte Barry auf eine Idee.

„Hör mal, Oliver. Mir ist gerade etwas eingefallen. Nach Flashpoint, als ich die Zeitlinie verändert hatte, war ich zunächst der Einzige, dem die Veränderungen in der Gegenwart aufgefallen sind, bis Harry und Jesse hier aufgetaucht sind. Was, wenn nur Erde-1 von dieser ganzen Geschichte betroffen ist? Wir könnten einfach Kara besuchen und sehen, ob sie uns erkennt", meinte er zu dem Mann, der nun von allen für ihn gehalten wurde.

„Das klingt nach einer guten Idee, aber …."Oliver, der neben Barry stand, sah hinüber zu Iris, die sich mit Sherloque unterhielt, und ab und zu düstere Blicke in seine Richtung warf und besonders düstere in Barrys Richtung, dem sie die Schuld an allem zu geben schien.

„… ich glaube nicht, dass Iris vor hat uns gehen zu lassen", schloss Oliver. Nein, sie wirkte wirklich nicht wie ein Alpha, der seinen Omega, der ihrer Meinung nach gerade einen psychischen Zusammenbruch erlitt, auf eine andere Erde reisen lassen würde.

„Nun dann musst du sie eben davon überzeugen uns gehen zu lassen", meinte Barry.

Oliver sah ihn überrascht an. „Ich? Wieso denn ich?", wollte er wissen.

„Nun, weil sie denkt, du bist ich. Sie hält dich für ihren Omega", erklärte Barry das Offensichtliche.

„Aber …" Oliver suchte offenbar verzweifelt nach einem Gegenargument um nicht mit ihr sprechen zu müssen. „Was soll ich ihr denn bitte sagen?", wollte er wissen.

„Sag ihr, dass sie dich kennt und weiß, dass du immer zu ihr zurückkehren wirst, egal was passiert. Sag ihr … dass sie dein Blitzableiter ist", riet ihm Barry, und als er Olivers Gesichtsausdruck sah, fügte er hinzu, „Das funktioniert immer. Es ist romantisch. Und wahr. Es ist eine Metapher, weil Blitze immer zu Blitzableitern gezogen werden, und … würdest du bitte damit aufhören mich anzusehen, als wäre ich verrückt? So läuft das eben zwischen Seelenverwandten."

Oliver schüttelte voll tiefer Überzeugung den Kopf. „Ich werde ihr sicher nicht sagen, dass sie mein Blitzableiter ist!", zischte er.

„Nun, dann versuch eben was anderes. Wichtig ist nur, dass du ehrlich bist und aus ganzer Seele meinst, was du sagst. Stell dir einfach vor … du seist ich. Oder dass … sie Felicity ist. Los …. Geh schon!" Barry deutete Oliver mit einer herrischen Gesten zu Iris zu gehen, und der andere Mann kam seiner Aufforderung auch tatsächlich nach, wenn auch seufzend.

Es sieht mir eigentlich gar nicht ähnlich so herrisch zu sein. Da muss wieder mal mein Innerer Alpha durchkommen, fiel ihm auf, während er Oliver dabei beobachtete, wie dieser mit Iris sprach.

„Kaffee?" Barry nahm den dampfenden Becher von Sherloque entgegen. „Du musst uns doch glauben", meinte er zu dem Alpha, „Ich meine, du bist der größte Detektiv des Multiversums, fällt dir nicht auf, dass Barry sich anders verhält als normalerweise?"

Sherloque nickte. „Mais oui, aber das bedeutet nur, dass den armen Omega etwas oder jemand gewaltig verwirrt hat", erwiderte er, „Und dafür kann es viele Gründe geben, die naheliegender sind als … Wechsel der Körper."

Barry seufzte und nahm einen Schluck von seinem Kaffee. „Okay, so verrückt wie diese ganze Nummer ist, muss sie doch einfach einen eigenen Eintrag im Flash-Museum bekommen haben. Wir warten einfach darauf, dass Nora zurückkommt, und fragen sie danach. Dann werdet ihr alle sehen, dass wir recht haben", schlug er dann vor.

Sherloque sah ihn verwundert an. „Was?", wollte Barry wissen, „Was hab ich gesagt?"

„Wer", wollte Sherloque von ihm wissen, „ist Nora?"

Barry sah ihn ungläubig an. Bei allem, was im Moment gerade passierte, hatte er niemals daran gedacht, aber natürlich machte es Sinn Nora West-Allen war aus den Genen von Omega Barry Allen und Alpha Iris West entstanden, einer Kombination, die es nun nicht mehr gab. Das bedeutete aber …. Panik erfasste Barry, und er war kurz davor aufzuschreien, als er auf einmal spürte, wie ihm schwindelig wurde und seine Beine unter ihm nachgaben.

Nora!, lautete sein letzter Gedanke, bevor ihm schwarz vor Augen wurde.


Felicity hat mich damals angerufen, als Oliver verhaftet wurde. Sie hat mir erzählt, wie er diesen Deal hinter ihrem Rücken geschmiedet hat und sich einfach so ohne jede Vorwarnung geoutet hat, und sie damit in Gefahr gebracht hat! Sie und alle anderen. Ich habe es kommen sehen, Barry, und ich war nach diesem Anruf einfach nur so froh, so froh, darüber, dass wir beide ein Team sind. Dass du niemals losziehen würdest und etwas unternehmen würdest ohne vorher mit mir darüber zu sprechen. Und dass ich niemals irgendetwas über deinen Kopf hinweg für uns alle entscheiden würde. Und genau deswegen tut mir das hier so leid, Barry. Aber du bist nicht du selbst, und die anderen sind meiner Meinung, was das hier angeht. Du stehst im Bann dieses Alphas, und wer weiß, was er plant. Nein, Oliver Queen-Ideen sind selten gut. Es tut mir wirklich leid.

Oliver konnte Iris'Worte immer noch in seinen Ohren nachhallen hören, als er in der Zelle wieder zu sich kam. Sie hatte ihm Kaffee gereicht, den er auch getrunken hatte, und der Betäubungsmittel enthalten haben musste. Er hatte nichts gerochen, aber andererseits war er nicht auf die Idee gekommen wie sonst immer an seinem Kaffe zu schnuppern, da er Iris vertraut hatte, weil sein Instinkt ihm gesagt hatte, dass sie sein Alpha war, und dass sie ihm niemals schaden würde.

Anders als ich Felicity und William geschadet habe. Offenbar hat jeder es kommen sehen, dass sie mich verlassen wird, außer mir. Iris hatte gesagt, dass Oliver Queen-Ideen niemals gut waren, und das stritt er auch gar nicht ab, aber das alles hatte er getan, weil er seine Familie und Freunde, sein Rudel, retten wollte. Er hatte es aus Liebe getan, nicht aus Stolz heraus.

John verstand das. William verstand es. Curtis, Rene, und Dinah verstanden es. Thea und Roy verstanden es. Aber …. Felicity hatte es nicht verstanden, und deswegen war sie gegangen. Barry und Iris waren also ein Team, es hatte eine Zeit gegeben, in der Oliver gedacht hatte, dass er und Felicity ebenfalls ein Team waren. Doch nun …..

„Oliver!", zischte Barry ihm zu.

„Iris wird dir glauben, ja?", spottete Oliver und richtete sich mühsam auf. Sie waren in einer der Zellen in der Pipeline eingesperrt worden und mit Handschellen gefesselt.

„Du bist doch derjenige, der den Blitzableiter nicht verwenden wollte", gab Barry beleidigt zurück, „Der Kräftedämpfer ist an, wir sitzen fest."

„Toll. Ich habe dir ja gesagt, dass es keine gute Idee ist andere ins Vertrauen zu ziehen", meinte Oliver nur dazu, „Aber du glaubst ja immer daran, dass es ein Happy End geben wird."

„Woher hätte ich wissen sollen, dass sie uns betäuben?!", verteidigte sich Barry, „Offenbar denken sie, dass wir verrückt sind, und haben uns zu unserem eigenen Schutz eingesperrt!"

„Oh ja, ich kann ihre Fürsorge deutlich spüren!"

„Du bist hässlich, wenn du spottest", warf Barry ihm vor.

Oliver seufzte. „Wir haben dringendere Probleme als die Frage, wessen Schuld es ist, dass wir hier festsitzen", meinte er dann.

„Ja, genau. Es ist furchtbar. Nora gibt es nicht mehr, da du jetzt Iris' Omega bist. Das würde ein vollkommen anderes Kind ergeben", erklärte Barry mit belegter Stimme, „Wir müssen das in Ordnung bringen und zwar schnell!"

Oliver dachte nach. Wer war Nora noch gleich? Ach ja, Barrys Tochter aus der Zukunft-

„Moment, willst du damit sagen, dass es keinen William mehr gibt!", rief Oliver erschrocken aus. Sein Sohn – ausgelöscht, da er nun Barrys Sohn wäre. „Lasst uns hier raus! Ich muss zu meinem Sohn!", schrie er, doch keiner reagierte.

„Okay, keine Panik, Ollie. Lass uns nachdenken, wie wir hier….", begann Barry, aber Oliver hatte nicht vor sich beruhigen zu lassen. „Mein Kind braucht mich!", brüllte er und sprang gegen die Glaswand der Zelle. Und landete unsanft am Boden. Barry drückte ihn zu Boden und versuchte ihn ruhig zu halten, und normalerweise sollte er dazu überhaupt nicht in der Lage sein, doch Oliver atmete Alpha-Pheromone ein, die beruhigend auf ihn wirkten und dafür sorgten, dass sich sein Puls wieder normalisierte.

„Es geht schon wieder", behauptete Oliver nach ein paar Minuten.

„Das denke ich nicht", widersprach ihm Barry und drückte ihn immer noch zu Boden.

William, ich kann nicht glauben, dass ich erst jetzt an ihn denke!

Sie verharrte noch länger in dieser Position, bis Barry ihm auf die Beine half. Doch was sollten sie nun tun?

„Was machst du nur für Sachen, Junge?" Joe West, Barrys Omega-Vater, stand vor der Zelle und sein Blick galt allerdings Oliver. „Wieso willst du unbedingt Oliver Queen sein?"

„Ich wollte niemals Oliver Queen sein!", behauptete Barry.

„Ich rede mit meinem Sohn, Oliver", sagte Joe zu ihm.

Oliver seufzte. „Ich denke nicht, dass irgendjemand auf dieser Welt im Moment besonders gerne Oliver Queen ist", meinte er. Verlassen von seiner Partnerin, sein Kind aus der Existenz gelöscht, von seinen Verbündeten als Feind betrachtet, der den armen kleinen Omega Barry verwirrte, Schoßhund der Regierung …. Nein, das war kein Leben, das man haben wollte.

„Mhm", machte Joe, und Oliver konnte Barrys mitleidigen Blick auf sich spüren. Verdammt!

„Nehmen wir an es wäre eine Freaky Friday-Situation. Dann würde Barry Allen auch nicht Barry Allen sein wollen?", wollte der ältere Omega dann wissen.

„Nein, das ist", begann Barry und verstummte dann, als würde er darüber nachdenken.

„Ich glaube nicht, dass es so einfach ist", behauptete Oliver, „Ich meine, Barry hat doch alles, oder etwa nicht?" Er warf einen Blick auf Barry, der ihm einen erstaunlich verletzten Blick zuwarf. Trotzdem … so einfach konnte es doch nicht sein, oder?

Joe aber schien zufrieden und ließ sie wieder alleine zurück.

„Okay", seufzte Oliver, „Und was jetzt?"


Die Tatsache, dass sowohl Oliver als auch Barry Erfahrungen mit Gefängnissen und den Ausbruch aus diesen gesammelt hatten, stellte sich letztlich als Vorteil heraus. Gemeinsam konnte sie die Toilette auseinandernehmen (nun ja, eigentlich erklärte Oliver Barry, er müsse sich dafür den Daumen ausrenken, was Barry zuerst gar nicht tun wollte, solange bis ihn Olivers Drängen so wütend machte, dass er es trotzdem tat, und dann aus einer seiner Handschellen herausschlüpfen konnte, um dann die Toilette auseinanderzunehmen), mit dem entfernten Rohr die Elektrik ihrer Zelle kurzschließen, und dann konnte Oliver sie aus der Zelle phasen (nun ja, eigentlich konnte er das zunächst nicht, egal wie oft Barry ihm versuchte zu erklären, wie es ging, bis er Barrys immer noch ausgerenkten Daumen sah, zu lachen begann, und sie beide dadurch doch noch aus der Zelle phasen konnte).

Nun galt es zu Erde-38 zu kommen, doch ohne Ciscos Hilfe, brauchten sie dafür einen der mechanischen Dimensions-Breacher. Und das bedeutete, dass sie StarLabs durchsuchen mussten. Obwohl jeder von Barrys Instinkten dagegen war sich zu trennen, teilten sie sich auf um schneller voran zu kommen.

„Suchst du das hier?"

Barry wirbelte herum, als Iris hinter ihm stand. Normalerweise sollte ihre Gegenwart ihn nicht in Alarmbereitschaft versetzen, doch nun …. waren die Dinge anders. Sie waren beide Alphas, und sie beide hatten unterschiedliche Prioritäten –sie war nicht mehr sein Alpha, sie war sein Feind. Das war es zumindest, was ihm sein Instinkt sagte. Und Barry hasste es. So sollte es nicht sein. Das hier war Iris, seine Iris! Und sie hielt den Dimensions-Breacher in der Hand.

Barry rief sich in Erinnerung, was diese Frau ihm bedeutete. Wer sie war. „Ich weiß, du glaubst mir nicht", erklärte er dann, „Aber ich bin Barry. Ich wünschte, du könntest es in meinen Augen sehen, aber …. Ich weiß, dass es nicht so einfach ist. Aber ich bin es. Und du bist Iris, meine Iris. Als meine Mutter getötet wurde und mein Vater verhaftet wurde, nahm Joe mich mit zu euch nach Hause. Du hast in deinem Pyjama aus uns gewartet, und du bist die Treppen hinuntergekommen und hast uns begrüßt. Und ich habe dir gesagt, dass mein Dad unschuldig ist, und du – als erste und für lange Zeit einzige Person – hast darauf geantwortet…"

„… ich glaube dir", murmelte Iris.

Barry nickte. „Ich wünschte, du würdest mir auch jetzt glauben", meinte er eindringlich. Iris sah ihn abwägend an. Und zum ersten Mal seit dieser Wahnsinn begonnen hatte, sah sie ihn wirklich an. Und nicht den Mann, den sie für Oliver Queen hielt.

Und dann reichte sie ihm den Breacher. „Hier, nimm ihn, bevor ich meine Meinung ändere", sagte sie.

„Danke", meinte Barry und nahm das Gerät entgegen, „Du wirst es nicht bereuen." Und er hoffte, dass er mit dieser Behauptung auch recht hatte.


Erde-38

„Ich wurde einfach noch niemals von jemanden so direkt konfrontiert. Ich meine, abgesehen von Cat. Aber Cat hat mir dabei wenigstens Angst gemacht, aber Baker, der macht mich nur wütend. Außerdem ging es ihm um nichts. Cat ging es immer um Storys oder Standpunkte, und sie war von ihrer Perspektive aus gesehen damit immer im Recht, aber Baker … es war als wollte er einfach nur Dominanz demonstrieren. Beweisen, dass auf sein Wort hin die Verteidigerin dieses Planeten springt und dabei noch fragt wie hoch. Natürlich weiß er nicht, dass Supergirl ein Omega ist. Aber ich finde, das ist keine Entschuldigung. Auf jeden Fall bin ich damit nun meinen Job beim DEO los, zumindest vorübergehend. J'onn versucht das alles wieder gerade zu biegen, aber als Alien hat er zur Zeit keinen sehr guten Stand in Washington", erklärte Kara, „Ich meine, ich habe mich doch richtig entschieden, oder Clark?"

Sie saßen auf der Kent-Farm in Smallville auf der Ladefläche eines alten Jeeps, jeder mit einer Flasche Cidre in der Hand, und unterhielten sich gerade, während Lois in der Scheune damit beschäftigt war überlaut morsche Balken zu reparieren. Und dabei sehr laut fluchte.

Kara mochte Clarks Gefährtin, sie hatte sie schon immer gemocht, aber Momente wie diese erinnerten sie daran, warum es so war. Sie bewunderte Lois nicht nur als Journalistin, sondern auch als Mensch. Sie war überhaupt nicht handwerklich begabt, gab aber trotzdem niemals auf und wollte immer selbst Hand anlegen. Kara mochte Leute wie sie. Wie Clark war Lois ein Beta, genau wie Baker, aber im Gegensatz zum augenblicklichen Präsidenten dachten weder Lois Lane noch Clark Kent alias Superman, dass sie das überlegen machen würde.

„Natürlich. Unsere Geheimidentität ist das Wichtigste, was wir haben. Clark Kent ist das Wichtigste für mich. Er hat mir Lois Lane eingebracht. Keiner kann dir einfach so ins Gesicht sagen, dass du ihm sagen musst, wer du bist. Nicht nach allem, was du für diesen Planeten getan hast. Nicht nach dem Kryptonit-Zwischenfall", meinte Clark überzeugt, „Aber, was ich an der ganzen Sache nicht verstehe, ist, dass ich immer gedacht habe, dass man im DEO weiß, dass du Kara Danvers bist."

Kara Danvers, Omega und Heldin, erwiderte darauf: „Nun, natürlich weiß jeder dort, wer ich bin, aber J'onn hat es seit meiner Adoption durch die Danvers aus den offiziellen Akten herausgehalten. Es gibt nirgendwo ein Dokument, das belegt, dass Kara Danvers und Supergirl ein- und dieselbe Person sind. Und ich nehme an, dass die meisten Agenten, wenn man sie dazu befragen würde, das auch niemanden verraten würden, nicht einmal den Präsidenten. Und was Kara Danvers Besuche im DEO angeht, die mit Überwachsungskameras festgehalten wurde, die könnten auch nur bedeuten, dass sie ihre Schwester Alex oder ihren Gefährten Mon-El besucht."

Clark trank einen Schluck und zog eine nachdenkliche Miene. „Aber was ist mit Mon-El? Der arbeitet doch immer noch für das DEO, oder nicht?", fragte er dann.

„Ja, schon, aber Mon-Els zivile Identität Mike Matthews wurde vom DEO für ihn erschaffen und ist in den Akten verzeichnet. Er ist Mon-El von Daxam, Mike ist ein Konstrukt, das er kaum benutzt", erklärte Kara, „Natürlich hat er angeboten zu kündigen, aber ich wollte nicht, dass er meinetwegen seinen Job aufgibt. Und ohne offizielle Hilfe von Supergirl, brauchen Alex und die anderen ihn mehr denn je."

„Irgendwie hatte ich ja immer angenommen, dass die diversen Regierungen der Welt durch die heutige Software sowieso wissen, wer wir sind", seufzte Clark, „Aber offenbar habe ich ihnen mehr zugetraut als sie verdient haben."

Nun war es an Kara zu seufzen. „Vielleicht wissen sie es in Wahrheit ja auch. Wie gesagt, es war ein Versuch mich zu dominieren, und auf so was reagiere ich nun mal nicht besonders erfreut", meinte sie, „Ist ein Omega-Ding."

Clark nickte wissend. „Vielleicht rede ich einmal selbst mit Baker. Agent Liberty wurde vor allem deinetwegen verhaftet, und ich fühle mich schlecht, weil ich dich damit allein gelassen habe. Ich meine, ich war ja schon auf Argo. Aber ich wollte Lois unbedingt zeigen, wo ich herkomme. Und gemeinsam mit ihr das alles zu entdecken, meine eigene Kultur zum ersten Mal kennenlernen, mein eigenes Volk kennenlernen mit ihr an meiner Seite, alles durch ihre Augen zu sehen war einfach .. berauschend", erklärte er, „Aber es war auch egoistisch."

Kara schüttelte den Kopf. „Oh, nein, Clark, das war es gar nicht. Nichts in diesem Universum ist wichtiger als die Liebe. Glaub mir, ich weiß das. Immerhin war ich auch schon einige Male auf Argo und immer mit Mon-El. Und natürlich habe ich mich gefreut meine Mutter und meine Freunde wieder zu sehen, aber viel mehr hat es mich gefreut ihm das alles zeigen zu können. Ich kann also verstehen, dass du dich hast hinreißen lassen. Und diese Wasserfälle sind ein ziemlich starkes Aphrodisiakum, nicht wahr?" Sie zwinkerte ihrem Cousin verschwörerisch zu.

Dieser errötete und wollte etwas sagen, doch dann erstarrte sie beide, weil sie etwas hörten. Stimmen, die Kara kannte, und so schnell sie als Kryptonier konnten, sausten sie in die Scheune um Lois davon abzuhalten ihre Besucher mit einem riesigen Hammer zu erschlagen.

Kara stellte sich zwischen den hammerschwingenden Beta und ihre Besucher. „Wow, wow, Lois, ganz ruhig. Sie sagen die Wahrheit. Das sind Freunde. Das sind Oliver und Barry", sie deutete auf die beiden Männer und warf den beiden dann einen verwirrten Blick zu, „Die … Wieso riecht ihr so sehr nacheinander? Habt ihr etwa … Oh, mein Gott, habt ihr Iris miteinander betrogen?!"

Kara funkelte die beiden Männer wütend an. Wenn Oliver sich an Barry vergriffen hatte, dann …. „Was? Nein, nein, keine Sorge", rief Barry schnell, „Aber du, ähm, du weißt, dass ich Barry bin und er Oliver?"

Kara runzelte die Stirn. „Natürlich", erwiderte sie, „Warum sollte ich das denn nicht wissen?"

Die beiden Männer tauschten einen vielsagenden Blick aus und meinten: „Nun ja…." Und dann begann Olivers Hand zu zittern, schneller als das menschliche Auge es sehen konnte, aber für das kryptonische Auge gerade noch langsam genug.

„Oh", machte Kara, „Das ist allerdings neu."


A/N: Ja, wie ihr seht, bin kein besonders großer Fan der „Supergirl, sag uns wer du bist"-Storyline, weil sie absolut keinen Sinn macht, warum habe ich hier weitschweifig ausgeführt.

Wie ihr seht, ging sich dieses Kapitel doch noch schnell vor Weihnachten aus, das nächste wird aber vermutlich wirklich erst im neuen Jahr kommen.

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