III.


Zusätzliche Pairings: Etwas Oliver/Kara


„Okay, verstehe ich das richtig? Jeder auf eurer Erde denkt, dass Oliver Barry ist und Barry Oliver, und außerdem habt ihr Leben, Geschlecht, und Fähigkeiten getauscht? Und ich dachte immer mein Leben ist kompliziert!", seufzte Kara, „Aber immerhin seid ihr zur richtigen Person gekommen. Natürlich helfe ich euch."

„Wir alle helfen euch. Karas Freunde sind auch unsere Freunde", meldete sich Clark zu Wort.

Alle sahen ihn an, und Kara wurde klar, dass sie Barrys und Olivers Situation so verwirrt hatte, dass sie dadurch unhöflich gewesen war. Clark und Lois waren immerhin auch anwesend, und sie hatte die beiden bisher nicht einmal vorgestellt! „Oh, tut mir leid, Barry, Oliver, das sind mein Cousin Clark und seine Gefährtin Lois", erklärte sie schnell.

Nun wirkten Barry und Oliver etwas verwirrt, und Barry fragte etwas eingeschüchtert: „Dein Cousin…? Etwa der …. der Super-Art?"

Clark lachte, als er das hörte. „Ja, aber ihr dürft gerne Clark zu mir sagen!", meinte er.

„Oh, wow, es ist mir eine Ehre dich kennenzulernen. Ich hab schon so viel von dir gehört…", murmelte Barry begeistert und unterbrach sich dann und warf einen irritierten Blick auf Oliver, der neben ihm stand. „Bläst du gerade deine Brust auf?!"

„Ja", knurrte Oliver aus den Mundwinkeln heraus, dem es unangenehm zu sein schien, dass Barry sein lächerliches Alpha-Gehabe laut erwähnt hatte. Offenbar war er weniger begeistert als Barry von Clark und fühlte sich von diesem bedroht. Allerdings….

„Du weißt schon, dass es etwas anderes bedeutet, wenn ein Omega das vor einem Beta tut als wenn ein Alpha es tut, oder?", fragte Barry leise (was vor zwei Kryptoniern nichts brachte, da diese ein Supergehör hatten), und Oliver gab ein unwilliges Geräusch anstelle einer Antwort von sich, während Kara und Clark ein Grinsen austauschte.

„Also das wäre eine Story, die sich zu schreiben lohnen würde. Wenn man schon nicht über Argo City schreiben darf", seufzte Lois, „Macht hier nur weiter. Ich gehe dann mal wieder an die Arbeit…"

„Pass auf die….", begann Clark.

„… fehlende Sprosse in der Leiter auf. Ja, ich weiß. Aber keine Sorge. Selbst, wenn ich fallen sollte, ich weiß, dass du mich auffangen würdest", rief Lois über ihre Schulter hinweg in seine Richtung, und Kara zuckte die Schultern, als Clark ihr einen vielsagenden Blick zuwarf.

Dann wandten sie sich wieder ihren Gästen zu, die inzwischen dazu übergangen waren, gedämpft aber heftig miteinander zu diskutieren.

„Ich sage ja nur, dass du noch nie besonders gut mit den Subtilitäten der Geschlechterinteraktion warst, und dass das nun, da du ein Omega bist, zum Problem werden könnte, und…"

„….Entschuldigung, aber ich bin älter als du und werde doch wohl selbst am besten wissen, wann ich flirte und wann nicht, und brauche wirklich keine Belehrungen von einem Omega, der zwar vergeben ist, aber trotzdem nicht anders kann als allen, denen er begegnet, Hoffnung darauf zu machen, dass sie bei ihm landen könnten…."

„Nennst du mich eine Hure?! Du, der du mehr Ex-Freundinnen hast als andere Menschen in ihrem ganzen Leben kennenlernen?!"

Kara warf Clark einen fragenden Blick zu. „Sollen wir ihnen sagen, dass wir sie hören können?", wollte sie dann laut genug wissen um den Streit ihrer beiden Gäste zu unterbrechen.

Unangenehm berührt wandten sie sich den Kryptonieren zu. „Hi", meinte Barry etwas hilflos.

„Also", meinte Clark, „ich habe ein bisschen Erfahrung mit Körpertausch-Szenarien. Einmal haben ein Freund und ich Körper getauscht und mussten trotzdem weiter unseren Gegner, der dafür verantwortlich war, bekämpfen. Also haben wir uns gegenseitig etwas dabei unter die Arme gegriffen mit unseren neuen Körpern klarzukommen…"

Kara nickte. „Das klingt nach einem guten Vorschlag", meinte sie.

„Na ja, ich nehme an keiner kennt hier kennt die Speed Force besser als ich, und die ganzen verrückten Green Arrow-Tricks sind wohl Olivers Fachgebiet", räumte Barry ein und warf Oliver einen fragenden Blick zu.

„Nein", meinte dieser nur kurzangebunden und stapfte dann davon, aus der Scheune hinaus.

„Zum Glück sind wir in Smallville. Er wird nicht weit kommen", bemerkte Clark.

„Ich glaube, ich habe seine Gefühle verletzt. Und das, obwohl er mich zuerst beleidigt hat", seufzte Barry, „Vermutlich sollte ich …." Er wäre fast über seine eigenen Füße gestolpert. „Verdammt! Das vergesse ich immer wieder!", rief er wütend aus, „Kein Speed mehr!"

„Ich rede mit Oliver", meinte Kara, „Bleib du hier und …. versuch etwas weniger Alpha und mehr Barry zu sein." Barry sah sie betroffen an, und dann war sie auch schon weg und machte sich auf die Suche nach Oliver Queen, dem neuesten Omega in ihrer Bekanntschaft.


„Tja, also…." Barry warf Clark einen etwas misstrauischen Blick zu. Er war alleine mit Karas Cousin, dem berühmten Superman. Es war eine Sache zu behaupten, man würde ihn gar nicht so beeindruckend finden, eine andere ihm tatsächlich gegenüber zu stehen. Als er Kara kennengelernt hatte, als er vor einigen Jahren unabsichtlich auf Erde-38 gestrandet gewesen war, hatte er über den Mann aus Stahl nachgelesen. Und es war schon schwer von diesem nicht beeindruckt zu sein.

Clark schenkte Barry ein mildes Lächeln. „Kara spricht oft von dir. Sie hält große Stücke auf dich", meinte er.

„Und ich halte große Stücke auf sie. Ich meine, sie ist toll. Es gibt nichts, was sie nicht schaffen kann", erklärte Barry ehrlich.

„Ja, daran solltest du sie bei Gelegenheit vielleicht einmal erinnern", meinte Clark, „Dieses Jahr ist nicht immer leicht für sie verlaufen."

„Mhm…." Barry wusste nicht, über was er sonst noch mit diesem Mann sprechen konnte. Meine Güte, das ist doch lächerlich, er ist auch nur ein Beta wie jeder andere auch. Ja, er kommt von einem anderen Planeten, und ist mindestens doppelt so lange wie alle anderen, die ich kenne, im Superheldengeschäft, aber … Na toll, jetzt fühle ich mich noch mehr befangen….

„Gratulation übrigens zur Schwangerschaft", meinte er dann etwas hilflos.

„Oh ja, das ist…" Clarks Miene verfiel. „So glücklich ich darüber bin- und ich bin glücklich - desto mehr muss ich zugeben, dass es mir schon etwas Angst einjagt. Zu wissen, dass ich Vater werde, meine ich. Mein Dad hat alles richtig gemacht, und ich wünschte wirklich, er wäre hier, so dass ich ihn um Rat fragen kann. Ich meine, Mom wird hilfreich sein, das weiß ich. Und Kara natürlich. Aber trotzdem, Superman zu sein und zugleich ein Vater…. Ich bin mir nicht so sicher, ob ich das schaffen kann", gab er zu, und mit einem Schlag wirkte er doch sehr menschlich auf Barry.

„Nun ja, ich schätze, man muss abwägen. Und darauf hoffen, dass das Kind versteht, dass man die Dinge, die man tut, vor allem auch für das Kind tut. Und man muss zurückstecken. Oder sogar in Betracht ziehen ganz aufzuhören, auch wenn man das eigentlich nicht kann, wenn man Kräfte hat, die nur wenige andere ebenfalls besitzen", meinte Barry und dachte an Nora. Wie so oft in letzter Zeit. Und die altbekannte Hilflosigkeit stieg in ihm auf. Ich will sie nicht im Stich lassen. Iris und Nora und ihren anderen Dad, wer immer das auch sein wird. Aber … ich bin der Flash. Was für ein Vorbild wäre ich für sie, wenn ich einfach aufgeben würde? Ich meine ja, es gibt Wally, und Ralph, und Cisco, und Caitlin, und Mari und ihre Schwester, und die Legends, aber …. Was wenn es manche Ding gibt, die nur ich tun kann?

„Hast du ein Kind, Barry?", wollte Clark wissen.

„Ja, ich meine, nein, ich meine, es ist kompliziert", räumte Barry ein, „Zeitreisen, und jetzt auch noch das hier." Er deutete an sich herab. „Vielleicht habe ich jetzt ein vollkommen anderes Kind." Dieser Gedanke war ihm bisher noch nicht gekommen. Sherloque war wegen Noras Idee für ihr Team rekrutiert worden. Gab es nun ein Oliver-Iris-Kind, das anstellte von Nora dafür verantwortlich war, dass er nach Erde-1 gekommen war? Und hatte Barry irgendwo dort draußen ein Kind anstellte von Olivers William?

Und löschen wir die aus, wenn wir alles wieder in Ordnung bringen? Das war ein problematischer Gedanke, über den Barry lieber gar nicht erst weiter nachsinnen wollte.

„Ach ja, das. Mit so was habe ich auch Erfahrung", meinte Clark (gab es irgendetwas mit dem dieser Beta es noch nicht zu tun gehabt hatte?!), „Ich habe gelernt, dass es das Beste ist einfach darauf zu vertrauen, dass am Ende alles gut werden wird. Dass alles so enden wird, wie es enden soll. Und meistens endet es dann auch so. Körpertausch, korrumpierte Zeitlinie, was auch immer, im Endeffekt habe ich aus allem etwas gelernt."

Vielleicht stimmte das ja. Vielleicht konnte Barry wirklich etwas aus dieser ganzen Sache hier lernen. Joe schien auch dieser Meinung gewesen zu sein. Joe, der gedacht hatte, dass Barry aus irgendwelchen Gründen nicht mehr Barry Allen hatte sein wollen.

„Ein Kind muss man vor allem lieben. Das klingt jetzt klischeebelastet und zu einfach, aber im Grunde ist es nicht viel schwerer: Man muss es nur lieben, und dafür sorgen, dass es weiß, dass man es liebt - alles andere fügt sich von alleine. Joes Liebe hat mich durch die dunkelsten Stunden gebracht, und ich hoffe, dass meine Liebe Nora dabei geholfen hat ein paar von ihren dunkelsten Momenten zu überwinden", erklärte Barry, „Und am Ende von Tag ist nur das wichtig. Viel wichtiger als ob man seine eigenen Worte oder die von jemand anderen verwendet um ihr Phasen beizubringen."

„Das klingt weise, Barry", behauptete Clark. Barry zuckte die Schultern. „Ich hätte Oliver nicht anschreien und beschimpfen dürfen. Er hat mich verletzt, und deswegen war ich wütend. Normerlweise tut es vor allem weh, und die Wut vergeht so schnell wie sie gekommen ist. Nur der Schmerz bleibt. Aber jetzt…"

„Wut an sich ist kein schlechter Antrieb, Barry, man muss sie nur konstruktiv nutzen, und darf sich von ihr nicht überwältigen lassen", behauptete Clark.

„Wenn ich wütend bin, dann ist das meistens sehr schlecht für meine Umwelt", meinte Barry schweren Herzens und dachte an Savitar, dieser wütenden verzerrte Version von ihm, die aus einer Zukunft gekommen war, die es nicht mehr gab, und nur von ihrer eigenen Wut gelebt hatte. Barry durfte niemals so werden, zu einem Wesen, das bereit gewesen war die Liebe seines Lebens zu töten nur um seine eigene Existenz zu sichern. „Wie kann ich sicher gehen, dass ich mich nicht in meiner Wut verliere?", wollte er wissen.

„Das kann ich dir nicht beantworten, Barry, da ich kein Alpha bin", meinte Clark, „Aber wir haben einen Experten hier. Nicht wahr?" Er nickte in Richtung des Scheuneneingangs, in dem Kara mit Oliver stand. Barry schritt auf die beiden zu.

„Es tut mir leid, Oliver", erklärte er, „Du weißt, wie sehr ich dich bewundere. Zeig mir, wie es ist, du zu sein."

Oliver sah ihn kummervoll an. „Ja", meinte er, „Das werde ich."


Das ist also, was er wirklich von mir denkt!, dachte Oliver düster, als er wütend über die Farm stapfte, Das ist es, was alle von mir denken. Felicity wollte mich niemals heiraten, weil sie immer wusste, dass wir sowieso nicht auf Dauer zusammen bleiben würden. Dass ich sie ersetzen würde, sobald es vorbei ist. Aber das muss ich auch, denn wer würde es schon freiwillig lange an meiner Seite aushalten?

Oliver war grausam, unwissend, und ignorant. Er wusste das sehr genau. Alle, die er liebte, starben oder verließen ihn. Er würde niemals wie Sara oder Barry sein – niemals ein Rudel haben, das ihn ohne wenn und aber liebte und unterstützte. Niemals würde er wie Kara sein, von jedem geliebt und bewundert - nein, er war nicht gut, er war etwas dunkles, schlechtes, und die Menschen in seiner Umgebung bemerkten das und ergriffen früher oder später die Flucht. So war es nun einmal.

Er hatte damit gerechnet, dass Barry ihm folgen würde, doch zu seiner Überraschung war es Kara, die hinter ihn trat. „Oh, du", meinte er und fühlte sich dabei etwas dümmlich.

„Ich dachte etwas Abstand, um runter zu kommen, würde euch beiden ganz gut tun", meinte sie, und hatte damit vermutlich recht. Seit sie Leben getauscht hatten, gingen sie aneinander ständig beinahe an die Kehle. Und wessen Schuld ist das? Barry hat nun deine Dunkelheit in sich, und du …. bist unfähig sein Licht zu replizieren. Er war es, der euch beide immer zusammen gehalten hat, und jetzt, wo du an der Reihe wärst, kannst du es nicht.

„Ich weiß, du bist einer von diesen Typen, die nicht über ihre Gefühle sprechen, wenn es sich vermeiden lässt, und schon gar nicht mit jemanden wie mir, aber von einem Omega zum anderen: Was ist eigentlich los mit dir, Oliver? Und ich meine nicht, dass du jetzt ein Speedster bist", meinte Kara, „Denkst du wirklich, Barry würde in anderen Hoffnung wecken nur um zu bekommen, was er will?"

„Gott, nein", Oliver seufzte, „Ich hätte das nicht so sagen sollen. Als ich Barry kennengelernt habe, wusste ich nicht einmal, dass er mich auf diese Art mag. Und dann waren wir beide anderweitig beschäftigt, und jetzt …. Aber darum geht es nicht. Es ist nicht diese Art von Eifersucht. Es ist mehr …. ungläubiger Neid, denke ich." Er seufzte. „Für einen Tag war ich Barry Allen, und das … hat mich erschüttert."

„Und wieso das?", wollte Kara wissen, „Musstest du etwas essen, das Iris gekocht hat?"

Oliver lachte. Er wusste nicht einmal wieso. Der Witz war nicht besonders einfallsreich oder originell gewesen, aber seit er Oliver-Barry war, schien es ihm leichter zu fallen zu lachen. Als käme das Lachen natürlicher.

„Barry wird geliebt, Kara. Ich meine wirklich geliebt", erklärte Oliver, „Und das scheinbar ohne dass er sich dafür Mühe geben muss. Keiner erwartet eine Gegenleistung von ihm. Ich meine, ich nehme an, die Gegenleistung ist, dass er sie ebenfalls liebt, aber … nach meiner Erfahrung reicht das normalerweise nicht aus."

„Oliver, Liebe braucht keine Gegenleistung, sonst wäre es nicht mehr Liebe", meinte Kara, „Und auch du wirst geliebt."

„Vielleicht. Vermutlich. Nur in letzter Zeit … habe ich nicht wirklich das Gefühl vermittelt bekommen, dass dem so ist. So sehr ich sie liebe, so wenig kommt zurück. Und William … das einzige, was ich noch hatte, … durch diese Sache hier gibt es ihn nicht mehr. Und ein Teil in mir kann nicht anders als sich zu fragen, ob das vielleicht nicht sogar besser für ihn ist, denn welche Chance hätte er schon mit mir als Vater?", erwiderte Oliver nachdenklich, „Früher oder später würde ich ihn auf die eine oder andere Weise erneut im Stich lassen. So bleibt ihm das wenigstens erspart."

„Ist das der Grund, warum du Barry nicht trainieren willst?", fragte Kara vorsichtig, „Weil du denkst, dass er besser dran ist, wenn du ihm so wenig wie möglich darüber beibringst du zu sein?"

„Du kennst doch Barry, Kara. Er ist perfekt, in jeder Hinsicht. Was kann er schon von mir lernen? Wie man mit Trauer und Schmerz umgeht? Er war viel jünger als ich als seine Trauer und sein Schmerz begannen, und er kann damit besser umgehen als ich es jemals konnte. Nahkampf, Bogenschießen? Deine Freundin Lois wirkt auf mich wie jemand, der ihm dazu alles beibringen könnte, was er wissen muss, und das besser als ich. Für mich ist jede dieser Lektionen mit Schmerz verbunden. Mit Verlust und Leid. Wieso sollte ich ihn damit beschmutzen? Wie also soll ich ihm beibringen ich zu sein, wenn jeder Versuch mehr so zu sein wie ich ihn schlechter anstatt besser machen würde?", meinte Oliver ruhig, „Barry braucht mich nicht. Und das ist auch gut so."

„Mhm." Kara stellte sich neben ihn und starrte in die Ferne von Kansas. „Ich muss auch immer wieder mal an sie denken. An den General, meine ich. Und daran, dass ich unter anderen Umständen zu dieser Person hätte werden können. Aber ich weiß auch, dass ich nicht sie bin. Ich bin ich, und kämpfe für das Gute und nicht nur für das, was ich für das Beste halte. Genau wie du. Du bist nicht der Führer, Oliver. Du bist ein Held. Du bist Barrys Held, vergiss das nicht. Du warst schon sein Held, bevor er dich überhaupt kannte", meinte sie, „Und was die Frage angeht, was Barry von dir lernen könnte. Nun, er ist jetzt ein Alpha. Aber vorher, bis vor sehr kurzer Zeit, war er noch keiner. Er ist eines Tages aufgewacht, und sein Körper war ihm fremd, hat Dinge von ihm verlangt und Reaktionen gezeigt, die ihm vollkommen neu waren. Ich frage mich, wem von uns beiden das auch schon mal passiert ist…."

Oliver seufzte. „Das ist nicht fair, Kara", meinte er, „Ich bin das Schulbuch-Beispiel für eine missglückte Geschlechtsumwandlung. Ich habe Jahre gebraucht um zu verstehen, wie ich damit umgehen soll, und noch länger um zu lernen es positiv zu sehen. Und bis dahin habe ich alles falsch gemacht."

„Klingt für mich nach dem perfekten Lehrer", meinte Kara und sah ihn von der Seite her herausfordernd an. Als ob sie sehen wollte, ob er es wagen würde ihr zu widersprechen. Und er wollte ihr widersprechen. Er war in keinerlei Hinsicht ein Experte für Geschlechterwechsel. Oder ein geeigneter Lehrer für Barry Allen. Das musste sie doch erkennen! Es musst dutzenden Leute geben, die besser dazu geeignet wären Barry hierbei unter die Arme zu greifen. Allerdings war keiner dieser Leute hier.

Er seufzte. „Du hast ja recht", gab er zu, „Aber ich will nicht, dass er wird wie ich."

„Dann musst du eben darauf achten, dass das nicht passiert", meinte der Omega neben ihm schulterzuckend, „Und wie könntest du das besser tun als an seiner Seite? Und ganz nebenbei, von einem vernünftigen Omega zum anderen: Du braucht jemanden, der dir dabei hilft, mit deinen Kräften umzugehen. Und wie Barry richtig sagte: Keiner kennt die Speed Force besser als er. Erde-1 braucht den Flash, und im Moment bist du der Flash. Und wenn wir seinen Weg finden wollen den zu stellen, der euch das angetan hat, dann brauchen wir dazu ebenfalls den Flash. Es sei denn, du denkst, es geht schneller, wenn du dir selbst alles beibringst, was es zu lernen gibt."

Oliver seufzte. „Nun, ich schätze, egal welchem Geschlecht ich angehöre, ich brauche immer einen Omega, der mich zur Vernunft bringt", gab er zu.

„Nun dann kannst du ja froh sein, dass immer einer da sein wird, um es zu tun", meinte Kara leichthin. Dann wurde sie wieder ernst. „Übrigens, tut mir das mit Felicity wirklich leid", fügte sie hinzu, „Sie hat mich damals gerettet, und ich habe sie immer gemocht, aber wenn sie nicht erkannt hat, wie wichtig sie dir ist, dann bist du besser beraten dir jemanden zu suchen, der erkennt, was du alles für diejenigen gibst, die dir am Herzen liegen. Und ich bin sicher, irgendwo dort draußen gibt es so eine Person. … Die nicht Barry ist."

Oliver musterte sie prüfend. Konnte sie ?… Aber nein, damit lag er sicher falsch. „Wie ging eigentlich diese Sache aus mit dir und … wie war sein Name? Dein Ex aus der Zukunft?", wollte er dann wissen.

„Mon-El. Oh, das ist kompliziert, aber kurz gesagt, wir sind wieder vereint und sehr glücklich zusammen", meinte Kara und strahlte bei dem Gedanken an ihren Gefährten regelrecht, „Aber danke, dass du gefragt hast."

Ein Teil von Oliver hingegen wünschte sich, er hätte nicht gefragt. Und er fühlte eine irrationale Enttäuschung in sich aufsteigen. Doch er schluckte dieses Gefühl herunter und begleitete Kara zurück zu der Scheune. Immerhin lag eine Menge Arbeit vor ihm.

Und je eher er und Barry ihre neuen Identitäten unter Kontrolle bekamen, desto eher konnten sie dafür sorgen, dass alles wieder so war, wie es sein sollte. Und das war immerhin im Moment immer noch ihre Hauptpriorität.


A/N: Ja, es ist sich doch noch ausgegangen ein weiteres Kapitel im Jahr 2018 dazwischen zu quetschen.

Was Lois' Schwangerschaft angeht, so habe ich schon in „Finale Crisis" geschrieben, dass sie und Clark ein Kind haben und in „Endings: Supergirl", das ich vor der Ausstrahlung von „Elseworlds" geschrieben habe, habe ich das Alter des Kindes festgelegt und stellt euch meine Überraschung vor als dieser Subplot in „Elseworlds" aufkam und noch dazu perfekt in mein Verse passte.

Normalerweise stimmen meine Vorhersagen dann wenn sie sich entweder auf mindestens vage Spoiler beziehen oder den logischen narrativen Verlauf einer Sache folgen, aber in diesem Fall hatte ich keine Möglichkeit vorauszusehen, dass das im Canon kommen würde. Aktuellen Comic-Canon hin oder her, seit dem verfrühten Finale von „Lois&Clark" kam dieses Thema gerade mal in „Superman Returns" auf und das eher so nebenbei als „Überraschung!" und ich bin ehrlich gesagt davon ausgegangen, dass ich niemals wieder etwas zu diesem Thema in einer Realverfilmung sehen werde, und dann das. Vielleicht kann ich ja doch hellsehen.

Habt einen guten Rutsch!

Im nächsten Kapitel wird trainiert!

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