V.


Kara tauchte in voller Uniform vor dem Gebäude auf und verlangte Agent Watson zu sprechen. Sie wurde nicht gerade warm empfangen, aber sie wurde vorgelassen. Unter dem Arm geklemmt hatte sie einen Teil von Amazo.

„Sie halten nicht gerade viel von unauffällig, oder?", wurde sie von einer dunkelhäutigen Beta-Frau begrüßt, die jünger war als Kara durch Olivers Erzählungen erwartet hätte, und vor allem müde zu sein schien. „Nun es steht FBI auf den Schild draußen vor der Türe, also dachte ich, dass jeder weiß, wer hier wohnt", verteidigte sich Kara, „Oliver Queen hat mir gesagt, dass ich Sie hier finden kann."

„Ja", seufzte Agent Watson, „Das hat er wohl. Setzen Sie sich doch, und stellen Sie Ihr …. Mitbringsel ab." Sie deutete auf den Stuhl gegenüber ihres Schreibtisches, und Kara nahm auf diesem Platz. „Samandra Watson", stellte sich der Beta vor und streckte Kara die Hand entgegen. Kara schüttelte die Hand. „Supergirl."

„Also, was ich kann für eine Heldin wie Sie tun?", wollte Watson dann von ihr wissen. Also wusste sie, wer Kara war, was schon mal gut war. „Nun, der Flash und ich haben gegen dieses Roboter-Wesen gekämpft", sie deutete auf den Teil, den sie neben sich abgestellt hatte, „Und nun hätten wir gerne etwas Hilfe von Curtis Holt um herauszufinden, woher es gekommen ist."

„Mhm. Und ich nehme an auf diese Idee ist der Flash gekommen, oder Sie, und Oliver Queen hatte nichts mit der ganzen Sache zu tun", meinte Watson in einem Tonfall, der deutlich machte, dass sie kein Wort von dem, was sie sagte, für die Wahrheit hielt.

„Je, genau", meinte Kara.

Watson seufzte. „Wenn Sie Oliver Queen das nächste Mal sehen, dann erinnern Sie ihn doch bitte daran, dass die Tatsache, dass Ricardo Diaz nun im Gefängnis ist, nicht bedeutet, dass unser Deal hinfällig ist. Erstens sind die Longbowhunters immer noch irgendwo dort draußen, und zweitens hat er sich nicht nur auf Zeit verpflichtet. Er kann nicht einfach spurlos verschwinden. So läuft es nicht", erklärte sie.

Kara zuckte nur die Schultern und versuchte möglichst unschuldig auszusehen. Watson musterte sie. „Also. Was ist Ihre Geschichte? Wer sind Sie, und woher kommen Sie?", wollte sie dann wissen, „Der Flash und die Vixen-Schwestern besitzen Reviere, Sie aber tauchen in unseren Unterlagen nur sehr sporadisch auf, und scheinen immer nur dann in Erscheinung zu treten, wenn die Welt in großer Gefahr ist…."

Kara sah keinen Grund zu lügen. „Nun, das liegt daran, dass ich nicht von dieser Erde hier stamme. Ich komme aus einer Parallel-Dimension", erklärte sie.

„Oh, einen Moment lang dachte ich, Sie wollen mir sagen, dass Sie ein Alien sind", meinte der Beta dazu.

„Nun, ich bin ein Alien. Mein Heimatplanet Krypton wurde zerstört, und ich lebe seit meiner Jugend auf der Erde. Einer anderen Erde. Der Flash bat mich bei der Invasion der Dominators um Hilfe, und wir besuchen einander ab und zu", erklärte Kara.

„Ja, warum auch nicht?", meinte Watson müde, „Warum sollte er nicht auch durch Dimensionen reisen können? Und ich nehme an, dass Sie sich nicht am mich wenden würden, wenn es nicht wichtig wäre. Und wir es nicht mit einer großen Gefahr zu tun hätten."

Kara nickte brav und hielt Watsons prüfenden Blick stand. „Ach, zur Hölle mit der Vorsicht, warum nicht", meinte sie und drückte auf ihre Sprechanlage, „Schicken Sie mir Holt."

Kara schenkte ihr ein dankbares Lächeln. „Also, in was für Schwierigkeiten stecken wir?", fragte Watson dann.

„Wir sind noch dabei das herauszufinden", meinte Kara.

Watson seufzte. „Und natürlich stecken Oliver und Mister Allen mitten drinnen", kommentierte sie.

„Oliver und wer?", gab Kara zurück.

„Ja, genau", meinte Watson nur, „Darüber wollen Sie mir auch nicht mehr sagen, wie es scheint. Nun, das kann ich verstehen, aber was immer Sie denken, ich habe nicht vor Barry Allen zu verhaften. Der Flash arbeitet mit den Behörden zusammen, schon immer. Und David Singh beschützt ihn mit allen Mitteln, die er zusammenkratzen kann. Aber ich weiß, dass der Flash ein Held ist, er ist kein Vigilant wie Green Arrow. Er kann tun und lassen, was er will. Genau wie Sie, Miss Danvers."

„Sie wissen also, wer ich bin", stellte Kara fest.

„Natürlich. Sie tragen keine Maske und sind eine öffentliche Person. Mittels Gesichtserkennungssoftware war es kein Problem für uns festzustellen, dass Supergirl und Kara Danvers ein- und dieselbe Person sind. Nur, dass es keine Kara Danvers gibt. Es gibt nirgends Unterlagen über sie. Es gibt eine Alex Danvers in Ihrer Altersgruppe, aber die hat definitiv keine Superkräfte. Aber nun wissen wir auch, warum es nirgends Aufzeichnungen über Sie gibt, nicht wahr?", erklärte Watson, „Weil Sie nicht von hier stammen."

„Ich wusste es! Ich wusste, dass es nur ein Machtspiel war! Dass die Regierung nicht nicht-wissen kann, wer….", begann Kara triumphierend und verstummte dann, als sie sich daran erinnerte, wem sie gegenübersaß. Watson hob eine Augenbraue. „Lassen Sie mich raten. Ein Beta oder ein Alpha, der nicht ertragen kann, dass Sie als Omega tun und lassen, was Sie wollen", meinte sie.

Kara zog eine Grimasse. „Der neue Präsident. Auf meiner Erde arbeite ich seit Jahren mit einer Behörde zusammen, die so ähnlich ist wie ihre Organisation hier. Und plötzlich sagt man mir, ich muss offenbaren, wer ich bin, oder darf nicht mehr weiter mit ihnen zusammenarbeiten. Dabei werde ich nicht einmal bezahlt!", erklärte sie hitzig, „Dabei müssen Sie es einfach wissen! Es ist also nur eine Machtspiel."

Watson nickte wissend. „Ja, solche Leute gibt es immer wieder. Sie bekommen eine Position, der sie nicht gewachsen sind, und machen allen anderen das Leben schwer, indem sie deren Methoden in Frage stellen. Hören Sie, wenn diese Organisation so ist, wie wir hier, dann gibt es keinen Grund für Sie Ihre zivile Identität zu offenbaren. Ganz im Gegenteil. Viele Mitarbeiter dieser Spezialeinheit sind unter falschen Namen bei uns eingetragen. Nicht einmal ich weiß offiziell, wer sie alle sind, was nicht heißt, dass es ich es nicht doch weiß, aber es gibt Gründe dafür, warum es keine Unterlagen gibt. Als Regierungsbehörde schützen wir unsere Mitarbeiter. Und was immer Sie denken, es war niemals meine Idee, dass sich Oliver outet. Er hat entschieden öffentlich bekannt zu geben, warum er verhaftet wird, nicht ich. Was mich angeht, geht es niemanden etwas an, wer der Green Arrow ist. Und wer mit den Behörden arbeitet anstatt gegen sie, verdient es wie ein Verbündeter behandelt zu werden und nicht wie ein Feind", meinte sie, „So laufen die Dinge zumindest auf dieser Erde hier, und Sie sind gerne eingeladen darauf zu verweisen, wenn Sie das nächste Mal mit jemanden, der bei Ihnen das Sagen hat, darüber sprechen."

Oh, das würde sie. Mit Sicherheit. Es tat gut all das mal endlich von jemanden zu hören, der auf der anderen Seite stand. Keiner hatte das Recht zu versuchen sie zu dominieren, nicht nach allem, was sie getan hatte, nicht nach all den langen Jahren, die sie im Dienst der Regierung gestanden hatte.

Es klopfte, und Curtis trat ein. „Agent Watson, Sie wollten mich … Oh, hi, Supergirl", meinte er überrascht. Kara winkte ihm zu. „Hi, Curtis, ich brauche deine Hilfe", erklärte sie, „Du sollst etwas für mich hacken."

„Sie beide kennen sich … Natürlich kennen Sie sich", meinte Watson, „Nun, da ich nicht annehme, dass ich doch noch irgendetwas Nützliches erfahren werde: Versuchen Sie Oliver aus Ärger und der Presse herauszuhalten. Und viel Glück."

Kara nickte dankbar, sprang auf, und drückte Curtis den Teil von Amazo in die Hände. Der diesen daraufhin fast fallen ließ, kaum, dass er ihn hielt. „Uff. Der ist schwerer als er aussieht", meinte der männliche Omega.

„Ich trage ihn", bot Kara an und nahm den Teil zurück.

„Na dann. Folge mir in mein Labor", meinte Curtis, „Und auf den Weg dorthin kannst du mir ja sagen, was genau wir im Moment eigentlich dorthin tragen und warum."


Dank Curtis fanden sie heraus, dass sie nach Gotham mussten. Ein Beta namens John Deegan schien für die Entstehung und Programmierung von Amazo verantwortlich zu sein. Sie beschlossen dort erst einmal nur zu dritt hinzufahren. (Nun, ja, sie fuhren nicht wirklich hin). Und kamen in ihren zivilen Identitäten.

„Denkt daran, was Watson gesagt hat. Oliver Queen soll unauffällig bleiben", schärfte Oliver den anderen beiden ein, „Es gibt hier in der Stadt eine alte Bekannte von mir, die uns sicher bei der Suche nach Deegan helfen kann. Sie ist … hallo, hört ihr beide mir überhaupt zu?"

Kara und Barry schienen abgelenkt zu sein. Von Gotham. Oliver hatte fast vergessen, wie es jemanden, der die Stadt nicht kannte, ergehen konnte, wenn er zum ersten Mal hier war.

„Was ist hier passiert?", wollte Kara wissen.

„Nun, das ist Gotham. Ich weiß, es ist schwer zu glauben, aber hier sieht es schon länger so aus", meinte Oliver, „Man sagt, dass nur diejenigen, die keine Hoffnung mehr haben, hier freiwillig herkommen."

Gotham war keine Stadt im eigentlichen Sinne, es war vielmehr ein Ort, an dem sich offensichtlich einmal eine Stadt befunden hatte. Die Gebäude standen noch – gerade so. Aber ansonsten… Alles war heruntergekommen, die Wände beschmiert, der Müll stapelte sich an den Straßenrändern, ständig waren im Hintergrund Polizeisirenen zu hören, und normale Bürger schienen sich nicht auf die Straße zu trauen.

„Aber was ist mit Batman?", wollte Barry wissen, „Hätte der nicht verhindern müssen, dass es soweit kommt?"

Oliver schnaubte ungläubig. Für einen Moment fühlte er sich an die Zeit erinnert, als er Barry kennengelernt hatte. Diesen jungen CSI-Helfer, der zu jung aussah, um die High-School abgeschlossen zu haben, und der an das Unmögliche glaubte, und Stories über unerklärliche Zwischenfälle sammelte. Natürlich würde jemand wie er an Batman glauben.

„Es gibt keinen Batman", erklärte Oliver kühl, „Batman ist ein Großstadtmythos. Ich bin der erste maskierte Vigilant." Kara warf ihm einen vielsagenden Blick zu, den er aber geflissentlich ignorierte.

„Aber warum gibt es an dann so viele Patienten in Arkham Asylum, die von Batman berichten?", wollte Barry von ihm wissen.

„Kollektive Wahnvorstellungen. Dieser durchgeknallte Psychiater hatte doch dieses halluzinogene Gas entwickelt. Bevor er verurteilt wurde, wurde ihm nachgewiesen an der ganzen Stadt experimentiert zu haben", meinte Oliver wegwerfend, „Barry, glaub mir, es gibt keinen Batman in Gotham City. Ich war schon öfter hier. Und ich denke mal ein Mann, der sich als Feldermaus verkleidet, wäre mir aufgefallen."

Doch Barry wollte nicht locker lassen. „In der ersten Zeit galt auch der Arrow als Mythos, den niemand außerhalb von Starling City für real hielt", argumentierte er, „Und der Flash war zuerst auch nur ein Gerücht."

Oliver schüttelte den Kopf und konnte Kara grinsen sehen. „Ich bin sicher, Green Arrow ist immer noch Barrys Nummer Eins Vigilant, selbst, wenn es Batman geben sollte", versicherte der weibliche Omega ihm dann. Oliver verdrehte die Augen. Das hier war doch keine Frage von Eifersucht! Es war eine Frage, der Vernunft! Es war erwiesen, dass es keinen Batman gab!

Sie befanden sich nahe des GCPD, was es umso überraschender machte, dass sie im nächsten Moment von einer mit Pistolen bewaffneten Bande überfallen wurden. „Geld oder Leben!", rief der Anführer, ein nervös schwitzender Alpha.

„Okay, okay." Kara hatte beruhigend die Hände gehoben. „Ich bin mir sicher, wir können eine Lösung finden, die keine Gewalt", begann sie, doch in diesem Moment hatte Barry den bewaffneten Beta neben sich bereits niedergeschlagen, und griff den nächsten Möchtegern-Räuber an. Oh, nein! Soviel dazu sich aus Ärger herauszuhalten.

„Scheiße, das ist Oliver Queen!", rief einer der Kriminellen und rannte los um zu fliehen, während Barry den nervösen Alpha-Anführer zu Boden drückte und zischte: „Du hast diese Stadt im Stich gelassen!"

„Barry, das reicht jetzt!", rief Oliver wütend, doch es war zu spät. Die Polizei von Gotham rückte an, und auf den Ausruf „Das ist Oliver Queen" hin richtete sie sämtliche Waffen auf Barry. „Das ist ein Missverständnis! Wir sind die Opfer hier!", erklärte Kara, „Diese Leute wollten uns überfallen. Oliver hat uns nur verteidigt!"

Wie auf Kommando gurgelte der Alpha zu Barrys Füßen: „Er ist verrückt, er wollte uns umbringen!" Oliver seufzte und hob nun auch seinerseits die Hände. Diese Polizisten wirkten auch wirklich nervös.

„Ergeben Sie sich, Sie sind verhaftet!", verkündete ein besonders mutiger Beta-Polizist.

„Wieso sind wir verhaftet?", beschwerte sich Barry, „Wie sie richtig gesagt hat: Wir sind die Opfer hier!" Er knurrte unwirsch, und Oliver konnte Chaos und Blut vor seinem Inneren Augen auf sie alle zukommen sehen. „Oliver!", bellte er, „Nimm die Hände hoch!"

Barry warf ihm einen kurzen Blick zu, in dem sich mehr Düsternis spiegelte, als er jemals zuvor in den Augen des anderen Mannes gesehen hatte, und hob dann aber zu ihrer aller Glück doch noch seine Hände.


Geschlechtergetrennte Zellen waren wohl nicht in Mode in Gotham. Sie wurden alle drei in die gleiche Zelle im Polizeirevier gesteckt, und keiner der anwesenden Polizisten schien bereit zu sein „Oliver Queen" zuzuhören. Oder seine Proteste, dass man Omegas so nicht behandeln konnte, zur Kenntnis zu nehmen.

„Toll gemacht, Barry", warf Oliver dem Alpha aufgebracht fort, „Wirklich toll. Du musstest ja auf die Kerle losgehen, nicht wahr?"

Barry warf dem Omega einen wütenden Blick zu. „Ich habe nur getan, was du an meiner Stelle getan hättest!", verteidigte er sich, immerhin war er der Alpha hier, oder etwa nicht?

„Oh, nein, das hätte ich nicht getan, weil ich so viel Hirn habe zu wissen, wann man seine Fäuste besser stecken lassen sollte und wann nicht!", zischte Oliver.

Barry schnappte nach Luft. „Hey, genug, das reicht!", verkündete Kara und trat zwischen bei beiden Männer, „Offensichtlich funktioniert dieses ganze Sei-der-andere hier in Gotham nicht. Am besten Barry ist wieder Barry, und Oliver ist wieder Oliver, zumindest fürs Erste."

„Nur, dass leider alle denken Oliver Queen wäre in die Stadt gekommen um Ärger zu machen", seufzte Oliver, „Watson wird mich umbringen. Oder besser gesagt: Sie wird dich umbringen, Barry."

Barry seufzte. „Ich will aber nicht für immer du sein", erklärte er, „Ich wollte doch nur … Die haben euch mit Waffen bedroht! Ich musste euch beschützen!"

„Wir können uns sehr gut selbst beschützen, Barry", meinte Kara sanft.

„Das weiß ich, aber in diesem Moment, da … war es, als würde ich es nicht wissen", lamentierte Barry, „Es ist furchtbar. Wie kann man nur so leben?"

Oliver warf ihm einen undeutbaren Blick zu. „Es ist nicht … es ist nicht nur schrecklich, wisst ihr?", meinte er dann leise, „Alle denken immer Alphas wären ständig aggressiv und besitzergreifend und promiskuitiv, aber in Wahrheit ist das nicht alles, was einen Alpha ausmacht. Dein Instinkt vorhin, da ging es nicht darum, dass du diesen Kerlen eine Lektion erteilen wolltest, es ging darum, dass du sie darauf aufmerksam machen wollest, dass sie uns nicht bedrohen sollen. Uns, nicht dich. Für Alphas ist Liebe nicht immer einfach, aber letztlich ist sie es doch, denn sie funktioniert viel direkter als bei Betas. Wir zeigen unsere Zuneigung anstatt sie in Worte zu kleiden. Mit allem, was wir tun. Wir sind diejenigen, die das Rudel beschützen, nicht weil es unsere Aufgabe ist, sondern deswegen, weil wir unser Rudel lieben. Ich weiß ja selbst am besten wie überwältigend das sein kann. Dieser Instinkt, der dir sagt, dass du uns schützen musst. Aber, Barry, du musst auch lernen ihn manchmal die Stirn zu bieten. Es ist nicht einfach, aber es ist nötig."

Barry musterte ihn. „Alphas sind nicht so furchtbar, Oliver. Ich mag Alphas, das weißt du", meinte er langsam, „Es ist nur anders einer zu sein als einen zum Gefährten zu haben."

„Es ist auch nicht leicht ein Omega zu sein. Ich glaube, ich habe nie wirklich eingesehen, wie schwer das manchmal für euch sein muss", gestand Oliver ein, „Diese Polizisten haben uns gar nicht zur Kenntnis genommen, wir hätten für sie genauso gut unsichtbar sein können. Und dann diese ständigen …. Gefühle. Als würde man non-stop bombardiert werden, und das mit einer Intensität. … Und sie wechseln sich so schnell ab…." Er schüttelte den Kopf.

„Aber das ist doch nicht anders als für andere, Oliver. Wir alle haben Gefühle. Der Unterschied ist nur, dass unsere uns deutlicher sagen, was wir empfinden. Du empfindest jetzt nicht stärker, du spürst nur klarer, was du eigentlich empfindest, jede einzelne Emotion von ihnen", meinte Kara.

„Und du machst das gut", fügte Barry hinzu, „Gerade eben, da wolltest du mich trösten, du hast nicht darüber nachgedacht, sondern es einfach getan, als wäre es das Natürlichste der Welt. Das ist es, was einen Omega ausmacht. Auch wir beschützen unser Rudel, nur nicht auf die gleiche Weise wie ein Alpha es tut. Wir beschützen seine Seele, sein Inneres. Wie du es getan hast, als du mir gesagt hast, dass ich mich ergeben soll."

Oliver nickte, und Barry fühlte Erleichterung in sich aufsteigen. Der Omega war in Ordnung. Sie alle waren in Ordnung. Hier würde ihnen keiner was tun. Hoffte er zumindest.

Er lehnte sich gegen die Zellenwand. „Wir hätten nicht herkommen sollen. Was, wenn das alles eine Falle war? John Deegan. Wer ist er, und was will er? Ein gescheiteter Mediziner, der an der Universität von Gotham unterrichtet? Wie sollte der an die Mittel kommen um etwas wie Amazo zu schaffen?", meinte er, „Und was hat das alles mit der Version von diesem Wesen, das Cisco gesehen hat, zu tun?"

„Die Frage ist eher, wann die uns telefonieren lassen. Ohne Kaution kommen wir hier nicht so schnell wieder raus. Und Oliver Queen kann es sich nicht leisten aus dem Gefängnis auszubrechen. Nicht einmal aus dem Gefängnis von Gotham", hielt Oliver dagegen.

Alle drei seufzten im Gleichklang. Doch dann erschien, wie gerufen, ein Beta-Polizist und verkündete: „Eure Kaution wurde bezahlt. Ihr dürft gehen." Alle drei wechselten verwirrte Blicke. Hatte Cisco sie gevibt und hatte daher gewusst, dass sie in Schwierigkeiten steckten? Aber so schnell? Oder hatte sich die Polizei von Gotham an die Regierung gewandt, und Watson hatte sie ausgelöst?

Doch nein, als sie der Person gegenüberstanden, die sie ausgelöst hatte, war es niemand, den sie kannten, und mit all dem Tattoos und der legeren Kleidung wirkte sie auch nicht gerade wie eine FBI-Agentin. Es war ein weiblicher dunkelhaariger Omega, den Barry in seinen Leben noch nie gesehen hatte.

„Hi", begrüßte sie die drei Ausgelösten, „Kommt mit mir."

Kara zuckte die Schultern, und Oliver wirkte etwas verwirrt. Trotzdem folgten sie ihr. „Und wem haben wir unsere Freiheit zu verdanken?", wollte Barry wissen, den sie ja für Oliver halten musste.

„Kane", erklärte sie, „Ihr könnt mich Kane nennen."


A/N: Nächstes Mal: Mehr von Kate und eine Spur zu Deegan.

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