X.
Sie überlebten. Nicht, dass Kara wirklich davon ausgegangen war, dass sie sterben würde. Aber sie hatte es für möglich gehalten. Sie und Barry beendeten ihren Lauf um die Welt, und Clark stellte die richtige Realität wieder her. Damit waren die diversen Amazos verschwunden, und alle waren wieder die Menschen, die sein sollten. Caitlin war wieder Caitlin Snow von Team Flash, John Diggle war wieder John Diggle von Argus, und Alex Danvers von Erde-1 ... nun vermutlich war sie wieder Alex Danvers von Erde-1. Kara spielte kurz mit dem Gedanken sie aufzusuchen, verwarf diesen dann aber wieder. Es war anzunehmen, dass sich der Alpha nicht an die andere Realität, in der sie kurzzeitig gelebt hatte, erinnern würde – Team Flash erinnerte sich auch nicht daran – und daher würde sie ein Besuch von Kara nur verwirren. Es reichte dem Omega aus zu wissen, dass es eine Alex Danvers auf dieser Erde gab, die im Grunde genauso so war wie ihre Alex Danvers und die irgendwo dort draußen hoffentlich ein friedliches Leben führte.
Deegan sah nicht mehr aus wie Clark in Schwarz. Allerdings sah er auch nicht mehr aus wie der Beta-Professor, der er einst gewesen war – sein letzter Versuch im Buch des Schicksals zu lesen, hatte ihn auf merkwürdige Weise entstellt zurückgelassen. „Es ist nicht fair", heulte er, als er von den Behörden abtransportiert wurde, „Es ist nicht fair, dass ihr einfach alles bekommt und ich nichts…"
Kara schüttelte nur ihren Kopf. „Wir haben nicht einfach alles bekommen. Unsere Kräfte machen unser Leben nicht glücklicher als das von anderen, sie geben uns nur Verantwortung. Es ist traurig, dass du das nicht verstehst", meinte sie noch zu ihm und fragte sich dann, wie seine veränderte Welt wohl ausgesehen hätte, wenn er sich wirklich nach ihr modelliert hätte und wie sie zu einem Omega geworden wäre. Oder zu einem Alpha. Aber das würden sie wohl niemals herausfinden.
Barry und Oliver waren wieder Barry und Oliver. Jeder hatte das richtige Geschlecht, und Barry war der Speedster. Team Flash und Curtis hätten das Buch des Schicksals gerne behalten um es weiter zu untersuchen, doch Barry, Oliver, und Kara kamen überein es Clark anzuvertrauen, der es in der Festung der Einsamkeit aufbewahren sollte. Dort sollte es am Sichersten sein. Und vor allem war es weit weg von Deegans gierigen Fingern.
Und damit war die Zeit für ihre Heimkehrt gekommen. Kara verabschiedete sich von allen, und als Oliver an die Reihe kam, musterte sie ihn genau. Dieser Alpha, der wusste wie es war, wenn jeder wusste, wer und was er wirklich war. „Weißt du, ich wollte dich fragen, ob…", begann sie, doch Oliver unterbrach sie. „Dein Geheimidentität, Kara, ist das Wichtigste, was du hast. Ich dachte, es wäre eine gute Idee der Welt zu sagen, wer ich bin, doch es hat mir nur Ärger eingebracht, und mich mehr gekostet, als ich erwartet hätte", sagte er und fügte dann als Erklärung für sein Wissen um ihre Situation hinzu, „Ich hab vielleicht das eine oder andere von Clark aufgeschnappt."
Sein Blick schien ins Nichts zu schweifen. „Die traurige Wahrheit ist, dass es nicht jeder verdient hat zu wissen, wer du wirklich bist. Und wenn jemand dieses Wissen dazu nutzen will um dich zu dominieren, nun dann gehört er zu den Personenkreis, der es definitiv nicht verdient hat", schloss er dann, „Ja, man ist stärker, wenn man Verbündete hat, und Vertraute, die alles über einen wissen. Aber die hast du bereits." Er blickte in Richtung Clark, Lois, Mon-El, J'onn, und Brainy. Kara folgte seinen Blick und lächelte sanft. Sie dachte an Alex – ihre Version von Alex, die zu Hause auf sie wartete - und an Winn, und James, und Maggie, und Ruby, und Eliza, und sogar an Lena. Nein, sie war nicht allein, und alle, die wissen mussten, wer sie wirklich war, wussten das auch. Damit hatte Oliver recht.
„Danke für deinen Rat", meinte sie, „Und kann ich dir vielleicht auch noch einen letzten geben? Von Omega zu Omega, sozusagen, auch wenn du wieder ein Alpha bist? …. Du bist nicht alleine, Oliver. Nur weil dich Felicity verlassen hat, heißt das nicht, dass du niemanden mehr hast. Es gibt immer noch Leute, die dich lieben, und denen an dir liegt. Ist John Diggle nicht extra nach Gotham gekommen um nach dir zu sehen? Ist Curtis nicht hier in StarLabs? Und dann ist da immer noch er…." Sie nickte in Richtung Barry. „Du wirst feststellen, dass du viel weniger einsam bist, wenn du damit aufhörst andere auszuschließen. Du bist nicht mehr im Gefängnis, Oliver, du musst nicht mehr ständig den starken Alpha spielen."
Oliver folgte ihrem Blick. „Ich werde es im Hinterkopf behalten", versprach er.
Kara umarmte noch ein letztes Mal Barry, und dann schritten sie, ihr Gefährte, ihr Cousin, und ihre Freunde durch die Öffnung zurück nach Erde-38.
„Nun, das war also eine andere Erde", stellte Lois fest, „Irgendwie war es auch nicht viel anders als auf dieser hier."
„Ja, überall gibt es die gleichen Probleme", stimmte Kara ihr zu.
„Nun, wo wir gerade bei Problemen sind. Nach allem, was ich gesehen habe, scheinst du dich wieder genug erholt zu haben und genug Verbündete auf deiner Seite zu haben um auch diese Erde beschützen zu können", meinte Clark dann, „Selbst wenn….."
„…. ihr wegen Lois' Schwangerschaft nach Argo geht?", vervollständigte Kara seinen Satz. Sie hatte so etwas schon geahnt. Eine kryptonische Schwangerschaft auf der Erde könnte problematisch für die nicht-kryptonische Mutter werden. „Nein, geht nur. Ich komme schon klar. Ich gebe zu, diese ganze Sache mit dem Präsidenten und Colonel Haily hat mich für ein paar Momente verunsichert, aber …. die Wahrheit ist, jetzt bin ich nicht mehr verunsichert. Ich kenne meinen Wert und weiß, dass nichts von dem, was ich mache, falsch ist. Ich werde die Dinge weiterhin auf meine Art und Weise machen, und wer damit nicht leben kann, … nun der muss selbst sehen, wo er bleibt."
Clark schenkte ihr ein stolzes Lächeln. „So ist es", meinte er dazu nur, „Und ich bedauere nur, dass ich nicht da sein werde um live mitzuerleben wie sich diese sturen Betas an dir die Zähne ausbeißen."
Wie immer nach ihren Team-Ups gingen Barry und Oliver zum Abschluss gemeinsam in eine Bar was trinken. Zumindest war es diesmal nicht das Saints and Sinners.
„Du hast mit dem Monitor geredet, nicht wahr?", vermutete Barry, „Du hast ihn überredet uns zu retten."
Oliver nickte nur. Barry grinste ihn an. „Ich wusste, dass du das tun würdest", meinte er voller Überzeugung. Das erinnerte Oliver an sein Gespräch mit dem Monitor über Abraham und Gottvertrauen. „Aber du konntest nicht wissen, dass ich Erfolg haben würde", wandte er ein, „Oder vertraust du mir wirklich so blind?"
Barry zuckte die Schultern. „Iris ist meine Gefährtin, meine Ehefrau, und mein Alpha, ja, aber auch du bist mein Alpha, Oliver. Ich weiß, dass du alles in deiner Macht stehende tust um mich vor Schaden zu bewahren. Vielleicht reicht es eines Tages nicht mehr aus, und darauf bin ich vorbereitet, aber ich weiß, dass du mich niemals aufgeben würdest, oder Kara, was das angeht. Ich hab's dir doch gesagt: Du bist mein Held", meinte der Omega leichthin und trank einen Schluck. Seltsamerweise fragte er Oliver nicht einmal nach den Details. Nicht danach, wie er es geschafft hatte den Monitor zu überzeugen.
Olivers Handy klingelte, und er blickte überrascht auf die Nummernerkennung. „Ich dachte, du hättest genug von uns", sagte er sofort, nachdem er abgehoben hatte.
„Ich wollte euch nur raus aus Gotham haben, damit ihr nicht für noch mehr Ärger sorgt", erwiderte Kate Kane leichthin, „Und jetzt kann ich euch im Gegenzug dafür mitteilen, dass euer Freund Deegan gut versorgt ist. Er ist wieder in Arkham, aber diesmal nicht als Arzt, sondern als Patient. Er ist also dort, wo er hingehört, und ich werde dafür sorgen, dass er dort auch bleibt und euch so schnell keinen Ärger mehr macht."
„Das weiß ich zu schätzen", erwiderte Oliver.
„Psycho Pirate, Nora Fries, und die anderen sind ebenfalls alle wieder eingesperrt", fuhr Kate fort, „Es ist also alles wieder so, wie es sein sollte. Bei euch auch, hoffe ich."
Oliver warf einen kurzen Blick auf Barry, den Omega-Speedster. „Ja, ist es", meinte er, „Du hast uns geholfen, Kate Kane. Das werden wir nicht vergessen. Wenn du jemals unsere Hilfe brauchen solltest …."
„Dann kann ich mich melden, schon verstanden", entgegnete Kate, „Bis irgendwann, Oliver Queen." Und dann hatte sie auch schon aufgelegt.
„Und?" Barry sah ihn fragend an.
„Deegan ist in guten Händen", meinte Oliver nur.
„Gut. Ich hoffe, sie können ihm auch wirklich helfen", erwiderte Barry.
Oliver schüttelte den Kopf. „Das hoffst du wirklich, oder? Nach allem, was er uns angetan hat. Nur weil er eifersüchtig auf dich war. Ohne zu wissen, was du alles durchgemacht hast, und immer noch durchmachst…." Er verstummte und musterte Barry. „Was machst du durch, Barry?"
Der Omega nippte an seinen Drink. „Nichts, was dir Sorgen machen müsste, Oliver", meinte er dann, „Manchmal macht mir die Zukunft Angst, das stimmt. Aber ich sollte lernen mich an meinen eigenen Rat zu halten und darüber nicht auf die Gegenwart vergessen. Ich habe meine Tochter zurückbekommen. Ich habe sie hier, jetzt. Und nur darauf kommt es an."
Oliver nickte. „Nun gut. Ich sollte dann aufbrechen", meinte er.
„Du willst unbedingt William sehen", riet Barry.
Oliver gab einen bestätigenden Laut von sich. „Kara hat recht", erklärte er dann, „Ich habe nicht alles verloren. Ich habe so viel. Und das darf ich nicht vergessen. Was die Zukunft auch immer bringen mag. Letzte große Krise hin oder her. Ich glaube, gemeinsam können wir alles meistern. Du und ich, und Kara und John, und Cisco und Caitlin und Curtis, und Kate und all die anderen."
„Das denke ich auch", erklärte Barry, hob sein Glas, und leerte es. Sie umarmten sich kurz, aber intensiv, und dann verließ Oliver die Bar ohne sich noch einmal umzudrehen. Es war an der Zeit wieder Oliver Queen zu sein. Ob es ihm gefiel oder nicht, das war nun mal sein Leben. Und letztlich hatte Kara recht – solange er es nicht vollkommen alleine bestreiten musste, war es ein gutes Leben.
„Ich bin zu Hause!", verkündete Barry.
Iris stand ihm gegenüber und musterte ihn prüfend. „Bist du das, Barry? Bist du das auch wirklich?", wollte sie wissen.
„Zumindest bin ich nicht Oliver Queen", bot Barry ihr an, „Und ich …. möchte gerne wieder Barry Allen sein. Solange ich es sein kann."
Iris kam auf ihn zu, küsste ihn, und nahm ihn dann in die Arme. „Was auch immer uns die Zukunft bringt, wir werden uns ihr gemeinsam stellen. Nora ist gekommen um die Zukunft zu ändern, und das werden wir auch. Wir werden Cicada besiegen, und uns mit Caitlins Dad auseinandersetzen, und verhindern, dass du uns jemals verloren gehst. Das weiß ich ganz genau", versicherte sie ihm.
Barry erinnerte sich daran, wie er sich als Alpha gefühlt hatte, wie er sich gefühlt hatte als die Polizisten auf Kara und Oliver losgegangen waren. Wie er sie hatte beschützen wollen, damals, und auch jeden anderen Moment lang. Und wie anstrengend es für Iris sein musste diejenigen zu sein, die ihm das immer wieder versichern musste. „Ja", sagte er deswegen, „Das werden wir. Wir werden all das schaffen."
Vielleicht würden sie es auch schaffen, vielleicht aber auch nicht. Doch 2024 lang in ferner Zukunft, und hier und heute war er Barry Allen, der Flash, und er hatte vielleicht nicht alles, wie alle immer zu denken schienen, aber das, was er hatte, war verdammt mehr als den meisten anderen vergönnt war, und er wäre ein Narr es nicht zu genießen. Und diese Art von Narr wollte er niemals sein.
Fin.
A/N: Das war's. Das war diese Fic und auch der letzten Beitrag zu meinem A/B/O-Arrowverse.
Ich wollte es nicht sein lassen und musste diese Fic unbedingt schreiben, doch nun da sie fertig ist, bin ich mir nicht sicher, ob das eine gute Idee war und ich es nicht einfach hätte lassen sollen. Das liegt aber eher an den Umständen rund herum als an der Fic an sich, aber wenn man krank, gestresst und deprimiert ist, einen kaputt gehenden PC hat und von allen ständig nur niedergemacht wird weil sie denken das würde einen motivieren obwohl es einen eigentlich nur dazu bringt täglich Heulkrämpfe zu bekommen, ist man vermutlich nicht in der besten Verfassung um eine tiefer gehende A/B/O-Fic zu schreiben.
Wie auch immer, ich hoffe zumindest ihr hattet euren Spaß.
Vergesst nicht, dass dieses Verse einen eigenen Blog besitzt:
afaimsarrowverse . tumblr . com (ohne Abstände)
Dort findet ihr Hintergrundinformationen, so wie die Links zu allen Fics und auch zu meinen anderen Arrowverse-Fics.
Abschließende Reviews zu dieser Fic und auch zu dem ganzen Verse, wenn ihr das hier als letzten Beitrag dazu lesen solltet, sind natürlich erwünscht.
