5. Januar – Ein Seufzen

Ginny lag in ihrem Bett im Grimmauldplatz Nr 12 und starrte an die Decke. Es war dunkel und still im Zimmer – Hermine träumte schon lange –, doch trotzdem konnte sie nicht einschlafen. Sie musste an Harry denken.

Er war ihr Held, er hatte sie schon immer fasziniert und sie liebte ihn, seit sie ihn kannte. Doch er interessierte sich einfach nicht für sie. Er sah in ihr nur die kleine Schwester seines besten Freundes. Ron würde natürlich ein großes Drama darum machen, wenn Harry mit ihr ausgehen würde, aber sie war fest davon überzeugt, dass sich das nach einiger Zeit legen würde.

Erstaunlicherweise konnte Ginny trotz ihrer Gefühle für Harry immer noch rational denken. Sie war der unumstößlichen Meinung, dass sie einfach gut zueinander passen würden. Sie beide mochten Quidditch, waren mutige Gryffindors und clevere Kämpfer. Doch anscheinend sah Harry das nicht so. Ja, er mochte sie wohl, schließlich war er stets nett zu ihr, aber er mochte sie eben nicht so wie sie ihn. Vielleicht würde es ja im Krieg gegen Voldemort eine Möglichkeit für sie geben, ihn von sich zu überzeugen. Sie würde einfach so viele Todesser wie möglich ausschalten!

Hermine hatte ihr vorgeschlagen, sich auch mal mit anderen Jungs zu treffen oder sogar mit ihnen eine Beziehung zu führen, doch Ginny war sich nicht sicher, ob das so eine kluge Idee war. Natürlich würde sie dann mehr Erfahrungen im Umgang mit Jungs und so weiter sammeln, aber andererseits war das doch schon ziemlich unfair ihren festen Freunden gegenüber, wenn sie doch eigentlich nur Harry liebte. Sie würde sie ja dann schließlich nur benutzen!

Ginny seufzte schwer. Ach, es nützte doch alles nichts – denn Harry hatte Cho in seinen Gedanken und von Ron hatte sie erfahren, dass sie sich vor den Weihnachtsferien sogar geküsst hatten und nun wohl zusammen waren…

Was hatte sie, Ginny, schon im Gegensatz zu der hübscheren, klügeren, begabteren Quidditch-Spielerin Cho zu bieten? …