7. Januar – Phantastische Tierwesen

Endlich war sie wieder in der Schule, wieder in Hogwarts, denn hier waren ihre Freunde. Glücklich hüpfte Luna durch die Korridore und freute sich schon jetzt auf das nächste DA-Treffen. Gestern hatte es übrigens Pudding gegeben und bisher hatte sie in diesem Jahr noch keiner Loony genannt – das war doch etwas Gutes, nicht wahr?

Der Schultag war vorüber und sie hatte noch eine Stunde, bis es draußen dunkel werden würde. Sie musste sich nun wirklich beeilen. Schnell huschte sie aus der Eingangshalle hinaus auf das weite Gelände Hogwarts und hin zum Verbotenen Wald – dass dieser eigentlich verboten war, hatte sie noch nie gestört, denn in ihm lebten die phantastischsten Tiere und Daseinswesen; ein Thema, das sie schon immer fasziniert hatte, seit ihre Mutter ihr als Kind aus Newt Scamanders Buch vorgelesen hatte.

Sie bahnte sich ihren Weg durch die Bäume, Büsche und über Wurzeln, keinen einzigen Gedanken an mögliche Gefahren verschwendend – schließlich war es ja noch hell.

Nach einer Weile konnte sie sie hören, die allerschönsten und mysteriösesten Tiere im Wald – die Thestrale. Höchst missverstandene Tierwesen, die sofort mit dem Tod in Verbindung gebracht wurden und als schlechtes Omen galten. Doch in Wahrheit waren es sanfte Tiere, die sich immer über ein mitgebrachtes Stück Fleisch freuten und sich sogar streicheln und reiten ließen.

„Hallo!", rief Luna erfreut, als sie auf die Lichtung kam.

Die Thestrale hoben ihre Köpfe und einige, die das Mädchen wiedererkannten, kamen zu ihr und ließen sich über den Kopf streichen. „Ich hab euch was mitgebracht", meinte Luna und holte aus ihrer Tasche ein paar rohe Fleischstücke, die sie vorhin aus der Küche geholt hatte.

Gierig schleckten ihr die Thestrale das Fleisch aus der Hand und wieherten freudig.

Luna lachte und kraulte ihnen die knochigen Nasenrücken.

„Ihr seid genauso missverstanden wie ich", flüsterte sie leise und war glücklich, nicht allein zu sein.