15. Januar – Stricken

Als Harry abends in den Gemeinschaftsraum kam, wollte er seinen Augen nicht trauen. „Ähm, Hermine?", fragte er irritiert. „Was machst du da?"

Hermine saß mit Dobby zusammen auf einem der Sofas, umgeben von unzähligen Wollknäulen und mit jeweils zwei Stricknadeln in den Händen – Dobby waren sie viel zu groß.

„Miss Granger bringt Dobby das Stricken bei, sodass Dobby sich selbst Sachen machen kann", antwortete der Elf und strahlte über das ganze Gesicht.

„Ja, genau", strahlte auch Hermine.

Harry zuckte bloß mit den Schultern. „Wenn ihr meint", sagte er und setzte sich zu ihnen auf einen Sessel gegenüber.

Die nächste Stunde versuchte er sich an seinem Aufsatz für Verwandlung, während Hermine und Dobby weiterstrickten. Sie schien ihn oft korrigieren zu müssen, doch Dobby blieb eifrig und gewissenhaft bei der Sache.

„Harry Potter!", rief er nach einer Weile aufgeregt. „Sehen Sie, was Dobby Schönes gestrickt hat!"

Harry blickte auf und sah eine kleine, grüngelbe Wollsocke, die ab und zu ein paar lose Fäden, sowie ein kleines Loch hatte. „Sehr schön", log er und Dobby grinste noch breiter.

Als der Hasuelf auch die zweite Socke fertig gestrickt hatte, bedankte er sich überschwänglich bei Hermine und disapparierte, um den anderen Hauselfen seine Socken zu zeigen.

„Du hast ein viel zu gutes Herz", meinte Harry kopfschüttelnd zu Hermine, als sie allein waren.

Doch sie lächelte nur und er wusste, dass sie am glücklichsten war, wenn sie anderen helfen konnte.