16. Januar – Auf dem Dachboden

Sirius erklomm die vielen Stufen seines Elternhauses. Er hasste es, hier zu sein, doch er hatte keine andere Wahl. Noch immer glaubten die englischen Behörden, er sei für all das Leid, das Voldemort zurzeit verursachte, verantwortlich. Und theoretisch war er seit fast zwei Jahren zum Tode verurteilt. Wenn man auf der Flucht vor dem Gesetz ist, kann man es sich leider nicht aussuchen, wo man bleibt. Und hier im Hauptquartier des Ordens des Phönix wurde er am meisten gebraucht.

Gebraucht, pah! Als ob er hier in dieser düsteren Bruchbude irgendjemandem nützen könnte! Eingesperrt halfen wenig Flüche gegen Todesser! Und Schniefelus wusste das auch noch und ließ keine Gelegenheit aus, es ihm unter die Nase zu binden…

Sirius hatte mittlerweile den Dachboden erreicht, wo sich sein anscheinend bester Freund in diesem Haus befand – Kreacher konnte man ja wohl kaum dazuzählen.

„Hallo, Seidenschnabel", begrüßte er den Hippogreif freundlich. Seit sie sich gegenseitig zur Flucht verholfen hatten, waren sie treue Gefährten geworden. Er verbeugte sich, Seidenschnabel tat es ihm gleich, und Sirius trat näher. „Ich hab dir was mitgebracht." Er gab dem Hippogreif einen Fisch und streichelte seinen Kopf mit den weichen Federn. „Du vermisst die Freiheit auch, nicht wahr?", flüsterte Sirius und seufzte.

Seidenschnabel schaute zur Antwort sehnsüchtig aus dem Fenster, wo die Sonne klar über die schneebedeckten Häuser Londons schien und der Himmel geradezu zum Fliegen einlud…

„Irgendwann sind wir hier wieder frei", versprach Sirius, obwohl er keine Ahnung hatte, ob dies jemals wieder der Fall sein würde. Vermutlich erst, wenn Harry Voldemort besiegt hatte…