23. Januar – Suchen im Schnee

Rolf Scamander, Enkel des berühmten Newt Scamander, stapfte durch den Schnee Finnlands. Er hatte einen Wärmezauber um sich gesprochen, daher fror er nicht, doch der eisige Wind versuchte alles, um ihn zum Umkehren zu bewegen. Jedoch er hatte den Mut und Willen seines Großvaters geerbt und so würde er nicht eher ruhen, bis er diese seltenen Schneeeulen gefunden und ihnen geholfen hatte. Denn da ihre Federn aus einer Art weißem Silber bestanden, wurden sie oft gejagt und ihre Zahl hatte sich in den letzten Jahren dramatisch gesenkt. Er konnte nur mit dem Kopf schütteln, wie man es wagen konnte, einem Tier – magisch oder nicht – weh zu tun…

Hier in dieser Einöde gab es nicht viel, doch Rolf wusste, wo sich die Schneeeulen versteckt hielten: in unterirdischen Höhlen nahe Fichten. Daher musste er nur Ausschau nach ihnen halten und sah schließlich ein paar vereinzelte Bäume hinter einem Hügel. Eilig vor Aufregung stapfte er auf sie zu und sah schon bald ein paar kleine Höhleneingänge. Er beugte sich vor eins herunter – und drei kleine Eulenküken streckten ihre Köpfe neugierig zu ihm heraus.

Rolf lächelte liebevoll und holte aus seiner Tasche ein paar kleine, runde Kügelchen, die eine magisch verkleinerte Maus waren, aber dennoch alle wichtigen Nährstoffe enthielten. Die Eulenküken sahen ihn erst mit schiefem Kopf an, bevor sie eine und dann alle Kugeln probierten.

Das wird euch viel Kraft geben, dachte Rolf, erhob sich, zog seinen Zauberstab und sprach einen Schutzzauber um die Eulennester, damit sie für Muggel, Tiere und auch andere Zauberer unsichtbar wurden. Auf diese Weise waren sie für immer geschützt.

Zufrieden strahlte der junge Scamander über das ganze Gesicht, sah noch einmal zu den kleinen Eulen, und verließ die Nester dann wieder, um weitere zu finden.

Er hatte nie etwas andere gewollt, als in die Fußstapfen seines berühmten Großvaters zu treten, und er hoffte, dass es dank seiner Hilfe den magischen Tierwesen auf dieser Welt bessergehen würde.