27. Januar – Ohne Magie

Mrs Arabella Figg saß in ihrem Wohnzimmer im Ligusterweg in ihrem Lieblingssessel am Feuer und strickte an einer Mütze für den Enkel ihrer Nachbarin. Es war schon dunkel draußen, doch das Kaminfeuer sowie die Straßenlaternen boten genügend Licht. Außerdem hatte Mrs Figg schon so oft und so viel in ihrem Leben gestrickt, dass sie es mittlerweile auch blind beherrschte.

Während sie so vor sich hin strickte und ins Feuer blickte, musste sie plötzlich an das Flohnetzwerk denken und wie sehr sie sich erschrecken würde, wenn plötzlich jemand aus ihrem Kamin herausgepurzelt käme. Und dann auch noch das Feuer! Und der ganze Ruß auf dem Teppich! Aber andererseits würde es bedeuten, dass ihr Kamin an das Flohnetzwerk angeschlossen wäre, dass sie zumindest dadurch ein wenig zur Zauberergesellschaft gehören würde.

Oh, wie sehr hatte sie sich früher gewünscht, nach Hogwarts gehen zu können und die Zauberei zu erlernen – und wie sehr wünschte sie es sich auch noch heute. Doch sie war eine Squib und daher ein nicht magisches Wesen… Sie war zuerst sehr traurig darüber gewesen und wusste nicht, was sie nun mit ihrem Leben anstellen sollte, doch Professor Dumbledore, damals noch einfacher Lehrer für Verwandlung, hatte Mitleid mit ihr gehabt und hatte ihr nach ihrer Schulzeit an einer normalen Muggelschule eine Stelle im Ministerium besorgt, wo sie als eine Art Sekretärin die Kommunikation zwischen den Zauberern und Muggeln koordinierte. Es war der perfekte Job gewesen, da sie gewissermaßen zu beiden Welten gehörte und nun die Brücke sein konnte. Natürlich hatte es Zauberer gegeben, die sich über ihre nicht magischen Fähigkeiten lustig gemacht hatten, aber dann hatte es auch wieder viele gegeben, die sie bewundert hatten, dass sie sich der magischen Welt stellte, denn die meisten Squibs lebten vollkommen wie Muggel.

Und als sie schließlich in Rente gegangen war, hatte Dumbledore ihr angeboten, dem Orden des Phönix beizutreten und ihr eine ganz besondere Aufgabe gegeben: Sie sollte ein Auge auf den berühmten Harry Potter werfen. Welch eine Ehre! Und so war sie sehr stolz und froh auf das, was ihr das Leben gebracht hatte.