28. Januar – Ein Besuch im tiefen Wald

Hagrid bahnte sich einen Weg durch den dichten Teil des Verbotenen Waldes. Obwohl es schon dämmerte, hatte er keine Angst – diesen Wald kannte er so gut wie seine eigene Hosentasche. Er wusste, dass er dort vorne nicht nach links gehen durfte, sonst würden die Zentauren sich gestört fühlen. Oder wenn er vorhin nach rechts gegangen wäre, hätte er die Thestrale erschreckt. Jedes Tierwesen hatte seinen eigenen Bereich in diesem Wald und Hagrid brauchte keine Karte, um zu wissen, wo sie sich befanden. Auch wenn er keine Angst hatte, trug er dennoch seine Armbrust bei sich, denn er wusste auch, dass gemeingefährliche Tiere in diesem Wald hausten, vor denen man sich in Acht nehmen und notfalls verteidigen musste.

Schließlich hatte er sein Ziel erreicht und stieg die Senke hinab. Unzählige kleine, mittlere und riesengroße Spinnen umgaben ihn, doch er wusste, dass er dank seines Freundes nichts von ihnen zu befürchten hatte.

„Hagrid?", brummte da eine Stimme aus dem riesigen Netz in der Mitte. „Bist du das?"

„Hallo, Aragog", grinste der Halbriese.

„Du kommst in letzter Zeit sehr häufig", meinte die Riesenspinne. „Hast du Angst?"

„Wovor?", fragte Hagrid verwundert.

„Davor, dass ich sterbe."

Hagrid schluckte. „Davor hab ich doch immer Angst."

Aragog lachte leise. „Ich bin alt", meinte er schließlich wieder ernst.

„Ach was", winkte Hagrid ab.

„Oh, doch, ich bin alt und meine Jahre neigen sich dem Ende zu."

Tränen sammelten sich in Hagrids Augen. „Aber noch haben wir viel Zeit zusammen, nicht wahr?"

„Ja", log die Riesenspinne, weil sie wusste, wie nahe Hagrid das alles ging.