1. Februar – Brüder

Erst nach Einbruch der Dunkelheit füllte sich der Pub meistens recht schnell und auch an diesem Abend hatte Aberforth Dumbledore im Eberkopf viel zu tun.

„Ein Guiness!", rief einer.

„Einen doppelten Korn!", ein anderer.

„Gleich", brummte Aberforth, trat hinter den Tresen und mischte die Getränke zusammen. „Hier", meinte er nur, als er sie dann an die Gäste verteilte.

„Ein kleines Wasser", bestellte gerade eine junge Frau, als sich die Tür öffnete und eine große Gestalt, vollkommen in ein mitternachtsblaues Gewand mit goldenen Sternen gekleidet, eintrat, sich kurz umsah und dann, ohne zu zögern, in einen Raum hinter dem Tresen der Kneipe trat.

Aberforth seufzte und folgte dem ihm ganz und gar nicht Fremden nach einiger Zeit in den Raum. „Was gibt's denn schon wieder, Albus?"

Die Gestalt hatte die Kapuze abgenommen und ein fröhlich grinsender Albus Dumbledore saß auf einem Stuhl. „Darf ich meinen Bruder nicht ab und zu besuchen?"

„Nur, wenn's wichtig ist", brummte Aberforth.

„Das ist es in der Tat", sagte Albus ernst und stand auf. „Umbridge und das Ministerium versuchen, mich mit aller Kraft aus dem Schloss zu vertreiben. Ich glaube, dass sie schon bald einen Weg dafür gefunden haben werden."

„Und was hab ich damit zu tun?"

„Kümmere dich bitte um die Schüler, so gut du es kannst, wenn ich nicht mehr hier bin."

„Aber, wie soll ich das denn machen?!", rief Aberforth sogleich aufgebracht. „Minderjährige dürfen hier nicht rein!"

Albus lächelte verschmitzt. „Und wie hat Miss Granger es dann geschafft, hier ein geheimes Treffen mit ihren Freunden zu organisieren?"

„Das… das war eine Ausnahme!", stammelte der jüngere Dumbledore errötend.

„Dann, mein lieber Bruder", sagte der ältere und setzte sich die Kapuze wieder auf, „mach bitte öfter solche Ausnahmen, wenn sie den Schülern helfen." Er nickte noch einmal zum Abschied und verschwand dann.

Aberforth seufzte und murmelte schließlich bitter vor sich hin: „Was immer du willst, Bruder… Was immer du willst…"