5. Februar – Eintracht Pfützensee Junior

„Los, John, flieg an ihr vorbei!" Oliver Wood stand am Rand des kleinen Quidditchspielfeldes und brüllte sich die Seele aus dem Leib. Er war seit Neuestem Trainer für die Eintracht-Pfützensee-Junior-Mannschaft, zu der sieben Haupt- und sieben Reservespieler gehörten. Alles Jungs und Mädchen im Alter von acht bis zwölf Jahren.

Es waren ein, zwei Talente dabei, aber Eintracht Pfützensee war nicht besonders weit oben auf der Siegestabelle der Quidditchteams, und das galt auch für die Junior-Mannschaft. Wood musste ständig aufpassen, dass sich die Kinder nicht verletzten oder noch schlimmer Eigentore schossen.

„Maria, da ist der Schnatz, siehst du ihn denn nicht!?"

Dies war zum Glück nur das Training (und kein echtes Spiel) für Haupt- und Reservespieler gleichermaßen. Ausgelost, sieben gegen sieben.

„Sehr gut, Frederick!", rief Wood nun, da der Hüter einen schnellen Quaffel gehalten hatte.

Wood sah auf seine Uhr und pfiff dann laut durch seine Trillerpfeife. „So, Leute, das reicht für heute. Geht euch umziehen und duschen. In zehn Minuten kommen eure Eltern und holen euch ab."

Nach und nach erreichten die Kinder den Boden und gingen lachend in die Umkleidekabinen.

Wood schaute noch einmal über den Platz, ob auch alles ordentlich war (oft wurden Bälle oder sogar Besen einfach liegen gelassen…), als er plötzlich James entdeckte, den anderen Hüter des Teams, der sich hinter einem der drei Torringe versteckt hatte und bitterlich weinte.

„Hey, James, was ist denn los?", sprach Wood den Jungen freundlich an, als er ihn erreicht hatte.

Dieser blickte mit verweintem Gesicht zu ihm und erwiderte enttäuscht über sich selbst: „Ich bin der schlechteste Hüter aller Zeiten!"

„Ach was", beschwichtigte Wood sofort und setzte sich neben ihn ins Gras.

„Aber ich hab heute keinen einzigen Ball gehalten!"

„Aber du bist ja auch erst seit ein paar Wochen dabei. Und die Tatsache, dass du überhaupt in der Mannschaft bist, zeigt doch, wie viel Potential in dir steckt." Wood vermied es zu erwähnen, dass Eintracht Pfützensee zurzeit so gut wie jeden nehmen musste, um überhaupt auf spielbare Zahlen zu kommen… „Und du bist hier, um dich zu verbessern. Und das kannst du nur, wenn du die Zähne zusammenbeißt und deinen Frust herunterschluckst und niemals aufgibst."

James schien noch nicht überzeugt, also fuhr Wood fort.

„Sieh mal, als ich so alt war wie du, war ich auch nicht besonders gut. Aber dann habe ich härter und immer härter trainiert und nun bin ich hier." Er lächelte dem Jungen aufmunternd zu. „Und was ich kann, kannst du schon lange."

„Meinen Sie echt, Mr Wood?", fragte James flüsternd.

„Auf jeden Fall", versicherte Wood gutmütig.

Da breitete sich ein strahlendes Lächeln auf James' Gesicht aus. „Danke, Mr Wood! Ich werde mich jetzt noch mehr anstrengen!", rief er, stand auf und lief freudig zu den Umkleidekabinen.

Langsam erhob sich auch Wood und schlenderte gemütlich zurück. All die Niederlagen, die seine Mannschaft einstecken musste, waren vergessen, wenn er sah, was er bei diesen Kindern erreichen konnte. Deswegen liebte er seinen Job.