17. Februar – Im Schwarzen See

„Eure Hoheit." Ein Meermann schwamm in den Thronsaal der Königin der Meermenschen. Durch bunte Glasfenster schimmerte das Licht der Oberfläche in allen erdenklichen Farben in den Raum. „Ich habe eine Nachricht für Euch."

„Ja?", erwiderte diese herrisch und wandte sich elegant dem Boten zu.

„Professor Dumbledore möchte mit Euch sprechen. Er steht am Ufer und wartet auf Euch. Soll ich ihm sagen, dass Ihr ihn empfangen mögt?"

Die Königin überlegte kurz, bevor sie nachfragte: „Hat er verraten, weswegen er mit mir sprechen möchte?"

„Nein, Eure Hoheit", erwiderte der Bote.

Die Königin nickte ein paar Mal, tief in Gedanken, bevor sie laut verkündete: „Sag ihm, dass ich zu ihm kommen werde, aber nur, weil er nicht zu mir kommen kann."

„Ja, Eure Hoheit." Der Bote verbeugte sich und verschwand dann schnell.

Die Königin des Meervolkes wartete eine ganze Viertelstunde – Dumbledore war zwar freundlich, aber niemand sollte der Meinung sein, dass die Königin sofort alles stehen und liegen ließ, wenn man sie rief –, bevor sie sich langsam, umgeben von zwei Bodyguards, auf den Weg zum Ufer machte. Sie tauchte aus dem Wasser auf, sodass ihr Oberkörper aus dem Wasser ragte.

„Danke, dass Ihr mich empfangt", sprach Dumbledore sofort und verbeugte sich tief.

Die Königin nickte einmal erhaben. Der Schulleiter hatte in der Sprache der Meermenschen gesprochen und das war auch der einzige Grund, warum die Königin ihn überhaupt sprechen ließ. „Was wollen Sie von mir?", kam sie danach direkt zur Sache.

„Ich möchte Euch bitten, es Euch noch einmal zu überlegen", sagte Dumbledore und blickte sehr ernst. „Euer Volk könnte das Zünglein in der Waage sein, um den Krieg gegen Voldemort zu gewinnen."

„Und wann bitte schön soll dieser Krieg sein?", erwiderte die Königin wütend. „Morgen? In einem Monat? Oder doch eher in zehn Jahren?"

„Ich kann es nicht genau vorhersagen", meinte Dumbledore ruhig. „Aber ich weiß, dass es bald sein wird."

„Ich sage es Ihnen jetzt zum letzten Mal", rief die Königin erbost und hob bedeutungsvoll den Zeigefinger, „das Volk der Meermenschen wird sich nicht an einem Krieg der Zweibeiner beteiligen. Sollte es zu einem Kampf hier an den Ufern des Schwarzen Sees kommen, werden wir uns weit zurückziehen und verstecken, bis der Krieg so oder so entschieden ist."

„Und wenn Voldemort gewinnt?"

„Was soll er dann schon mit uns vorhaben? Wir sind ein einfaches Volk, das schon immer neutral geblieben ist – und damit ging es uns bisher sehr gut!"

„Bedenkt das bitte", bat Dumbledore. „Er könnte den See vergiften oder Schlimmeres."

„Das soll er erst einmal wagen!", rief die Königin. „Und selbst wenn, es gibt noch andere Orte, an denen wir uns niederlassen können – weit, weit weg von hier."

„Ist das Euer letztes Wort?", fragte der Schulleiter resigniert.

„Ja, das ist es", verkündete die Königin fest.

„Ich danke Euch für Eure Zeit", verabschiedete sich Dumbledore und verbeugte sich tief.

Die Königin nickte ihm nur einmal kurz zu und verschwand dann in den Untiefen des dunklen Wassers.

Dumbledore seufzte enttäuscht. Warum wollte ihnen niemand helfen?