25. Februar – Trost auf vier Pfoten

Krummbein war gerade wieder auf dem Weg zum Gryffindorgemeinschaftsraum. Bald würde sein Frauchen ins Bett gehen wollen und er wusste, dass sie ohne ihn nicht besonders gut einschlafen konnte. Er kam gerade vom Wald, wo er sich ein paar Mäuse gefangen hatte. Graziös wie immer schlich er über die Korridore, als er plötzlich ein vertrautes Geräusch vernahm: Schluchzen. Er kannte dieses Geräusch von seinem Frauchen, wusste, was es bedeutete, und mochte es nicht. Deswegen versuchte er, dieses Geräusch immer in ein Lachen zu verwandeln oder doch zumindest in ein stummes Lächeln. Er hatte mittlerweile auch gelernt, wie er das anstellen konnte, und viel geübt, meistens an seinem Frauchen.

Er brauchte nicht lange, bis er die Quelle des Geräusches fand: Ein ihm unbekanntes, junges Mädchen saß auf einer Bank und weinte. Sie hatte das Gesicht in ihren Händen vergraben und schluchzte bitterlich.

Doch Krummbein wusste, dass seine Methode immer funktionierte, egal ob es sich um Liebeskummer, einen Streit, einen Todesfall, eine gescheiterte Beziehung oder einfach nur Stress handelte – seine Methode war zwar einfach, aber perfekt.

Er schlich dicht an das Mädchen heran und ließ dann das niedlichste Miau, das er zustande brachte, verlauten.

Das Mädchen blickte verwundert auf, sah ihn – und vergaß dabei vollkommen zu weinen.

„Miau", machte Krummbein noch einmal und strich dem Mädchen um die Beine.

„Oh, hallo", schniefte sie und kraulte ihn an den Ohren.

Der Kater sprang auf die Bank und rollte sich dann auf ihrem Schoss zusammen, während er laut schnurrte.

„Du kommst mir gerade recht", lächelte das Mädchen und vergrub ihr Gesicht in dem weichen Fell. „Umbridge hat mich bestraft, weißt du? Hier schau." Sie zeigte ihm ihre Hand, auf der rote Linien hineingeritzt waren.

Unwillkürlich sträubten sich ihm die Nackenhaare. Diese böse, böse Frau! Seit sie an der Schule war, gab es sehr viel mehr weinende Kinder zu trösten als sonst! Hoffentlich würde sie bald wieder verschwinden!