29. Februar – Das geheime Gemälde

Alle vier Jahre am 29. Februar – also einem Schaltjahr – erscheint in Hogwarts ein besonderes Gemälde. Jedes Mal erscheint es an einer anderen Stelle und jedes Mal sieht es anders aus. Vor vier Jahren handelte es sich um eine dicke Frau mit grünen Haaren im vierten Stock. Vor acht Jahren um einen alten Mann mit langem Bart im Kerker.

Die meisten Schüler gehen an diesem Gemälde vorbei, als sei es nichts Besonderes, als würde es schon seit Ewigkeiten hier hängen. Nur, wer sich bestens in Hogwarts auskennt, bemerkt: „Hey, dieses Gemälde kenn ich ja gar nicht!" Dieser Schüler (oder diese Schülerin) wird dann neugierig näher an das Bild herantreten und sich vielleicht wundern, wo es so plötzlich hergekommen ist.

„Guten Tag, verehrter Schüler", wird die Person im Bild – wie auch immer sie aussehen mag – lächelnd sagen.

Sie werden sich ein wenig unterhalten und das Gemälde wird schließlich verraten: „Ich bin ein verwunschenes Gemälde, das nur alle vier Jahre erscheint, wenn das Jahr einen Tag mehr hat als üblich. Da du mich gefunden hast, erhältst du nun einen Wunsch. Du darfst dir wünschen, was auch immer du möchtest." Das stimmte so nicht ganz, denn jede Magie hat ihre Grenzen, aber die meisten Dinge, die sich die Schüler wünschten, wenn sie niemandem schaden, kann das Gemälde erfüllen. So hatte es vor vier Jahren einem schüchternen Erstklässler den Wunsch erfüllt, Freunde zu finden, und vor acht Jahren, einem Hufflepuffmädchen, ins Quidditchteam zu gelangen.

Sobald der Wunsch gesagt und erfüllt worden sein wird, wird sich das Gemälde verabschieden und sich in nichts auflösen. „Bis bald", wird es sagen. „Bis in vier Jahren…"