7. März – Geisteralltag

Die Sonne ging endlich auf und der Fastkopflose Nick beendete seinen Schlaf. Nun ja eigentlich eher sein dösendes-in-der-Ecke-Stehen, weil ihm langweilig war. In dieser Zeit hatte er über alles Mögliche nachgedacht, aber nichts so Wichtiges, als dass er es hätte behalten müssen. Es musste eben irgendein Zeitvertreib her, damit er nicht verrückt wurde…

Als erstes startete er nun seinen Rundgang durch das Schloss und die Ländereien. Hogwarts war sein Zuhause und zudem einer der schönsten Orte, an denen er je gewesen war. Er war stolz, der Hausgeist von Gryffindor zu sein, und er nahm seine Rolle auch sehr ernst.

Danach begrüßte er die Schüler beim Frühstück und unterhielt sich mit denen, die es wollten. Er half, wo er nur konnte, motivierte, tröstete und scherzte; mittlerweile hatte er viel Erfahrung gesammelt und konnte passende Ratschläge verteilen.

Während die Schüler im Unterricht saßen, ging er die anderen Geister besuchen, auch wenn ihm Peeves zu albern, der Blutige Baron zu fies und die Graue Dame zu kühl war. Nur der Fette Mönch konnte ziemlich unterhaltsam sein – wenn er nicht schon zu viel getrunken hatte…

Nach dem Mittagessen schaute er einmal bei den Hauselfen und bei Dumbledore vorbei – wenn dieser Zeit hatte – und unterhielt sich auch mit ihnen. Manchmal gaben sie ihm auch einen kleinen Auftrag (zum Beispiel Hagrid zu fragen, ob die Kürbisse für Halloween schon fertig waren) und er nahm dankend an, bettelte derweilen sogar um einen Botengang – alles, um dem schnöden Alltag zu entkommen und Hogwarts zu dienen. Er hatte sich voll und ganz der Schule und ihrer Bewohner verschrieben, und er wollte sein unendliches Dasein nutzen, um für sie da zu sein, wo immer es auch möglich sein würde, und das Leben auf dem Schloss für alle zu verbessern.

Wenn auch das Abendessen vorbei war, schwebte er in den Gryffindorgemeinschaftsraum, um nach dem Rechten zu sehen, doch er wusste, dass die Schüler nicht immer beaufsichtigt werden wollten, also blieb er nicht lange.

Schließlich machte er noch einen Abendspaziergang einmal um den Schwarzen See herum, las ein wenig in einem der Geistergeschichtsbücher von Professor Binns und verbarg sich in der Nacht in einem kleinen Besenschrank im dritten Stock, wo er dann in aller Ruhe wieder über Gott und die Welt nachdachte und sehnlichst auf den nächsten Tag wartete.

Manchmal vermisste er das Menschsein – essen, schlafen, echte Gegenstände in die Hand nehmen – und manchmal sehnte er sich auch nach seiner Zeit, nach dem 15. Jahrhundert, wo die Welt noch so vollkommen anders war als nun. Und so oft wünschte er sich, sein Kopf wäre ganz ab von seinen Schultern, damit er an der Jagd der Kopflosen teilnehmen könnte – denn was wäre das für ein neues Abenteuer! – aber es würde ja sowieso nichts werden…

Doch bei all den deprimierenden Gedanken, war der Fastkopflose Nick, sobald die Sonne wieder aufging, ganz in seinem Element, Schule und Bewohnern beizustehen, und diese Arbeit war für ihn eine große Ehre und eine noch größere Freude.