16. März – Katzenfreunde

Es war abends und Krummbein schlich wie auch sonst durch das riesige Schloss namens Hogwarts. Er kannte sein Revier und er mochte es, doch am meisten liebte er es, mit anderen Katzen draußen auf die Jagd zu gehen. Gerade war er auf dem Weg zu einer ganz besonderen Freundin von ihm, mit der es am meisten Spaß machte, weil sie so wunderbar intelligent war – anders als die meisten anderen Katzen. Er als Halb-Kniesel fiel natürlich in eine ganz andere Kategorie.

Er lief und lief, bis er vor ihrer Tür angekommen war, kratzte dann gegen das Holz und miaute laut, um auf sich aufmerksam zu machen.

Es dauerte auch nicht lange, bis die Tür geöffnet wurde und Minerva McGonagall heraustrat. Sie suchte kurz auf ihrer Augenhöhe nach dem Gast, bevor sie zu Boden blickte und Krummbein entdeckte.

„Miau?", machte dieser, um sie zu fragen, ob sie zusammen auf die Jagd gehen wollten.

Minerva seufzte und meinte: „Ich kann doch nicht andauernd mit dir umherlaufen."

Krummbein legte den Kopf schief „Miau?" Warum denn nicht?

„Ich muss Aufsätze korrigieren."

Der Kater schnaubte verächtlich und setzte dann sein überzeugendstes Gesicht auf. „Miau." Komm schon.

Minerva blickte unentschlossen zwischen Krummbein und ihrem Schreibtisch hin und her, innerlich kämpfend zwischen ihrem Verantwortungsgefühl und der Aussicht auf ein wenig Freude und Freiheit. „Ach, was soll's", gab sie schließlich nach, schloss die Tür hinter sich und verwandelte sich auf dem Flur in ihre Katzengestalt.

„Schön, dass du dabei bist", begrüßte Krummbein sie. Nun, da sie beide Katzen waren, konnten sie sich ganz normal unterhalten.

„Wer zuerst beim Schwarzen See ist!", rief Minerva dann und rannte los.

Krummbein blickte ihr einen Moment verwundert nach, bevor er hinterhersprintete. Diese Katze war wirklich etwas ganz Besonderes.