19. März – Sonne

„Ich geh schon mal", meinte Harry mittags beim Essen, als er schon fertig war.

„Okay", nuschelte Ron mit vollem Mund und Hermine nickte nur, da sie die Nase in einem dicken, alten Buch vergraben hatte – so wie immer eigentlich.

Harry verließ die Große Halle, ging durch die Eingangshalle und hinaus auf den Innenhof. Er freute sich schon den ganzen Tag, dass die Sonne schien, und diese wollte er nun gerne ausnutzen. Daher suchte er sich einen geeigneten Platz auf einer niedrigen Mauer, streckte der warmen Sonne sein Gesicht entgegen und schloss die Augen.

Für einen Moment stellte er sich vor, ein ganz normaler Junge zu sein. Kein Zauberer, aber dafür mit Eltern und Matheproblemen, der jetzt eigentlich seine Hausaufgaben machen müsste, aber keine Lust dazu hat. Gleich würden ein paar Freunde vorbeikommen und sie würden ihr Viertel unsicher machen. Er stellte sich vor, dass er im Garten seines Elternhauses auf einer grünen Wiese liegen würde, die Sonne wärmte ihn, und seine Mutter würde bald rufen: „Harry, Schatz, ich hab Limonade gemacht." Harry würde aufstehen, zum Küchenfenster gehen und ein Glas trinken. Seine Mutter und sein Vater stünden in der Küche und alle würden lächeln.

Harry lächelte in der Realität, als er sie für einen Moment vergaß.

Doch plötzlich war die Sonne verschwunden und es wurde schlagartig kälter. Er öffnete die Augen und sah dunkle Regenwolken.

Niedergeschlagen seufzend stand er auf und ging wieder hinein, während ihm schon die ersten Tropfen auf den Kopf fielen.

Die Realität – wer brauchte die schon…