23. März – Im Krankenflügel

Poppy Pomfrey war gerade dabei, ihre Heiltränke neu zu sortieren, als sie hörte, wie jemand den Krankenflügel betrat. Sofort ließ sie alles stehen und liegen und eilte zu dem vermeintlichen Invaliden. Doch der Schüler vor ihr schien vollkommen gesund zu sein, außer dass er beschämt zu Boden blickte – dann war es zumindest nichts Akutes.

„Hallo, Madam Pomfrey", grüßte Neville.

„Mr Longbottom, was kann ich für Sie tun?", erwiderte die Medihexe geschäftig. „Geht es Ihnen nicht gut? Haben Sie Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen?"

Neville schüttelte mit dem Kopf und sah ihr immer noch nicht in die Augen.

„Warum sind Sie dann hier?"

„Professor Snape schickt mich", erklärte der Junge leise. „Er sagt, Sie sollen meinen Kopf untersuchen. Er meint, damit stimmt was nicht."

Poppy sah ihn verdutzt an. „Und wie kommt Professor Snape denn auf so etwas?", wollte sie entgeistert wissen.

„Ich habe einen Kessel zum Explodieren gebracht – schon wieder…"

Die Medihexe betrachtete das Häufchen Elend vor sich und schüttelte entsetzt den Kopf über ihren Kollegen. „Kommen Sie, Mr Longbottom", schlug sie dann freundlich vor. „Trinken wir eine Tasse Tee und unterhalten uns mal ein wenig."

In den nächsten zwei Stunden versuchte Poppy Neville wieder ein wenig Selbstwertgefühl zu geben, indem sie ihm Mut machte und tröstete. Ihr bestes Argument war, dass Neville vielleicht in Zaubertränke nicht besonders gut war, dafür aber in Kräuterkunde einmalige Spitze. Und außerdem war Snape immer fies…

Zum Abschied konnte der Junge sogar wieder ein wenig lächeln. „Danke, Madame Pomfrey", meinte er. „Für den Tee und für das Gespräch."

„Keine Ursache", winkte diese ab. „Und falls Sie mal wieder über etwas reden möchten, steht meine Tür immer für Sie offen." Denn schließlich war sie auch für das seelische Wohl der Schüler verantwortlich.

Als Neville gegangen war, bemerkte Poppy, dass es Zeit zum Mittagsessen war. Sehr gut, dachte sie grimmig. Dann kann ich Severus mal gehörig die Meinung sagen!